Gesundheitsminister Karl Lauterbach nimmt sich die Maske ab
Der Minister mit der Maske / dpa

Corona-Maßnahmen - Masken, Angst und Magie

Immer wieder erzählen deutsche Politiker, dass Gesichtsmasken gegen eine Infektion mit dem Corona-Virus schützen würden. Dabei ist die Wirkung der Masken mindestens umstritten. Der Rechtswissenschaftler Volker Boehme-Neßler vermutet noch einen anderen, einen weitaus archaischeren Grund hinter dem deutschen Hang zur Gesichtsverhüllung: Magisches Denken.

Volker Boehme-Neßler

Autoreninfo

Volker Boehme-Neßler ist Professor für Öffentliches Recht, Medien- und Telekommunikationsrecht an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. Von 1998 bis 2014 war er Professor für Europarecht, öffentliches Wirtschaftsrecht und Medienrecht an der Hochschule für Wirtschaft und Technik (HTW) in Berlin.

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In weiten Teilen Europas gibt es keine Maskenpflicht mehr. Corona wird dort längst als eine endemische Krankheit betrachtet, mit der man leben muss – und leben kann. Masken spielen keine Rolle mehr. In Deutschland aber ist das völlig anders. Masken stehen hier weiter - fast unverrückbar - im Zentrum der Corona-Politik. Wie aber ist das zu erklären? Und welche Folgen hat das?

Die Maske hat sich seit dem Frühsommer 2020 zu einem der wichtigsten Instrumente der Corona-Politik entwickelt. Welche Maßnahmen im Einzelnen im Herbst und Winter eingesetzt werden, ist noch im Detail offen. Eines scheint aber sicher zu sein: Die Maskenpflicht wird bleiben. Die geplanten Neuerungen des Infektionsschutzgesetzes sehen weiterhin eine Maskenpflicht in unterschiedlichen Bereichen als wichtiges Instrument der Corona-Politik an.

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H. Stellbrink | Mi, 7. September 2022 - 13:55

In der Tat haben die Händedesinfektion und das Tragen einer Maske mittlerweile den Charakter einer kultischen Handlung angenommen. Man signalisiert den Anderen die eigene "Sauberkeit" und moralische Überlegenheit. Seitens des Herrn Lauterbach handelt es sich bei den teils kontrafaktischen und evidenzfreien Anordnungen um Übersprungshandlungen: Wenn der Hund nicht weiß, was er tun soll, kratzt er sich. Nur kratzt Lauterbach in diesem Fall alle anderen.
Es gibt aber noch zu viele, deren Liebe zu ihrem Peiniger im Rahmen des Corona-bedingten Stockholm-Syndroms als Rückendeckung ausreicht.

Gerhard Lenz | Mi, 7. September 2022 - 14:10

Und ständiges Angstschüren durch die Regierung(en).

Sind wir hier auf einer Querdenker-Demo?

Es ist in der Tat schwer verständlich, warum in Bus und Bahn Masken getragen werden sollen, auf Flügen jedoch nicht. Da darf man sich schon ordentlich wundern, auch wenn man der Maske nicht, wie der Autor des Beitrages das zumindest tendenziell versucht, jeden Nutzen absprechen sollte.

Dass dieser zweifellos vorhanden ist, hat auch der zitierte Evaluationsbericht nicht bestritten, er hat höchstens situative Besonderheiten (Maskentragen im Freien?) erwähnt. Die meisten europäischen Länder haben übrigens nicht nur die Maskenpflicht, sondern generell Einschränkungen aufgehoben. Und das nicht überall: Nachdem Spanien zunächst Corona als ganz normale Erkrankung einstufen wollte, ohne Notwendigkeit irgendwelcher Beschränkungen, hat es - klüger geworden - ganz schnell die Maske im ÖV wieder eingeführt.

Die Bilder aus Bergamo haben erschreckt und eins unterstrichen: Man sollte Corona ernst nehmen.

Tomas Poth | Mi, 7. September 2022 - 14:15

Damit ist alles klar, hier handelt es sich um ein Rot-Grünes, sozialistisches Stammesritual.
Waren es früher die Braunhemden oder in der DDR das Pioniertuch, so ist es heute die Maske!
Der Totalitarismus läßt mal wieder grüßen.

Gabriele Bondzio | Mi, 7. September 2022 - 14:18

Mit der Immunebridge-Studie (Bundesbildungsministerium stellt dafür drei Millionen Euro zur Verfügung), sollte der Immunstatus der Bevölkerung geklärt werden.

Der Zwischenbericht (30.08) zeigt auf, dass wir schon lange im Zustand der Endemie sind.
Was auch zum Bericht führender Lungenärzte passt:
https://www.berliner-zeitung.de/news/covid-19-chefarzt-spricht-klartext…
... das seit dem Frühjahr keine echten Covid-Patienten behandelt werden mussten.

Nimmt frau die :
https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/3_Downloa…
...dazu, ist eine Unterbelegung Covid festzustellen. Alle Corona-Schutzmaßnahmen sind seitens der Regierung rein willkührlich.

Abgeordnete, die morgen für die Verschärfung von Corona-Maßnahmen stimmen, untergraben damit freiheitliche Grundwerte dieses Landes.

Jon Doe | Mi, 7. September 2022 - 14:53

Ist es Zufall oder ist es Absicht, dass Klabauterbach auf dem Foto ausschaut wie Harry Potter?

ingo Frank | Mi, 7. September 2022 - 14:59

Kulturen und für das Mittelalter….“
Ja und weiter, sehr geehrter Herr Professor? Aber genau dahin wollen „WIR“ doch hin! Ist es nicht das gleiche, ist dem Volk zuzumuten zu frieren, im dunklen zu sitzen, seinen Konsum einzuschränken, ja sogar möglichst aufzugeben? Und das ist doch nicht so, dass niemand vom Volk darüber von den Herrschenden vorgewarnt wurde. Im Gegenteil. Die derzeitige Inflation und die Energiekrise ist doch hausgemacht. Die Corona-Krise und deren „Bewältigung“ reiht sich doch nahtlos in die ganze Reihe der vergangenen Krisen ein. Und seien wir doch ehrlich, mit „Notstandsgesetzen regiert es sich viel unkomplizierter, immer schön am Parlament vorbei und dann noch mit geöffneten Geldsäckel das den Regierenden noch nicht einmal gehört.
Mit freundlichen Grüßen aus der Erfurter Republik

Maria Fischer | Mi, 7. September 2022 - 15:50

„Recht so. Muss 'n schönes Gefühl sein, wenn man auf einmal mit Herr „Minister“ angeredet wird, das schmeichelt den Gehörknöchelchen. Wissen Sie,
ich sage immer: vom „Maskenträger“ aufwärts beginnt der Darwinismus.
„Die Maske“, Sie denken, das is ne Kleinigkeit. Is auch ne Kleinigkeit. Aber an den Kleinigkeiten, daran erkennt man den ... Darauf is alles
aufgebaut, da steckt 'n tieferer Sinn drin, verstehnse?
Der alte Fritz, Merkels „moralischer“ Imperativ und unser Exerzierregle, das macht uns keiner nach!
Das und die Klassiker, damit hammer's geschafft in der Welt!"
(Frei nach Carl Zuckmayer, Der Hauptmann von Köpnick)

Sabine Jung | Mi, 7. September 2022 - 15:53

ob nun Magie oder nicht Magie, wir werden im Herbst schon sehen, was sich unsere Regierung wieder feines ausgedacht hat. Also Angst dürfte ja wohl keiner mehr haben vor dieser eher harmlosen "Grippe". Aber ich bekomme langsam Angst vor dieser Regierung, die uns nur noch unsinniges und total beklopptes aufzwingt, sei es beim Virus oder auch in der Energiekrise. Jetzt im Sommer laufen wir völlig frei herum, im Herbst ist aber ein anderer Virus und nun müssen wir uns wieder maskieren? Also wie beim Reifenwechsel, von O bis O .......
Hat sich etwa die Lobbyisten der Flugzeuge und Reisenden durchgesetzt um im Flugzeug keine Maske mehr tragen zu müssen? Aber in Bus und Bahn schon, da sind nämlich mehr Leute unterwegs wie im Flugzeug, so die Begründung. Deshalb mit Maske. Oder wollen die Regierenden nur ihre eigene Unzulänglichkeit im Regierungsflieger aufhübschen, als sie da ohne Maske allesamt erwischt wurden?

Christian Schacherreiter | Mi, 7. September 2022 - 17:16

Aus welchen virologischen Studien Herr Boehme-Neßler die Information bezieht, die Wirkung von FFP2-Masken als Infektionsschutz sei nicht nachgewiesen, weiß ich nicht. Er bleibt da ziemlich allgemein. Dass Masken unerfreulich sind und unerwünschte sozialpsychologische Nebenwirkungen haben, ist schon richtig, aber aus allen mir bekannten Studien geht hervor, dass der Schutz gegen eine Ansteckung um etwa 80% höher ist als ohne Maske. Mit magischen Ritualen hat das so viel zu tun wie die moderne Rechtsprechung mit dem Gottesurteil. Eine originelle These ist kein sachliches Argument.

Jens Böhme | Mi, 7. September 2022 - 18:09

Die Masken sind volkswirtschaftlich nicht das Problem. Problem ist die Quarantäne bei Feststellung von Virenschnipseln, gesunde Arbeitnehmer dürfen zu Hause bleiben. Was wegen diesem medizinischen Unfug bei der harmlosen Delta-Variante an Arbeitsausfällen insbesondere in den relevanten Bereichen wie öffentlicher Personenverkehr, Pflege und Gesundheitswesen zusammenkommt, ist exorbitant. Bisher hatten wir nur die Sommermonate und die waren wegen der Testomanie schon erschreckend. Was in den kühlen, nassen Jahreszeiten dadurch für Ausfälle aufgebaut werden - ich male es mir nicht aus. Die desorientierte Gesellschaft diskutiert lieber über Mummenschanz.

Rainhard Sticherling | Mi, 7. September 2022 - 19:59

Wo eine Maske sinnvoll ist und wo nicht ist Basiswissen der Hygiene- und Filtertechnik. Eines ist sicher , vor einer Ansteckung durch Viren nützt sie nicht. Deswegen haben WHO und RKI bis Anfang 2020 abgeraten MNS - Masken zu tragen. Schon gar keine FFP2 - Masken, denn diese schaden mehr als sie nutzen. Wenn Herr Lauterbach meint , im Flugzeug kann man wegen der Klimatisierung auf die Maske verzichten, da die Klimaanlage vor einer Vireninfektion schütze, hat er offensichtlich kein Fachwissen. Im Flugzeug sind Klimaanlagen die größten Bakterien-und Virenschleudern überhaupt. Anlaßloses Maskentragen zeigt Einverständnis zur Unterwerfung und beschädigt die Würde und Freiheit des Einzelnen. Viele wissen wenig, wenige wissen viel und die werden nicht gehört. So ist das leider. Wer will kann Masken tragen so lange er mag, aber bitte kein Zwang.

BHZentner | Do, 8. September 2022 - 02:06

Aufhebung der Maskenpflicht in Flugzeugen wurde zuerst damit begründet,daß in diesen eine andere/bessere Luftzirkulation als in Zügen herrsche(gestern früh im DLF). Später am Tag dann im SWR,die nächste: Angleichung an die Aufhebung dieser Plicht in anderen EU-Ländern.
Hat nicht das 9€-Ticket gezeigt, daß die Bürger, ich meine die Bevölkerung, ähm die hier Lebenden noch nicht(wieder) bereit für ,,Fressefreiheit" sind. Millionen(infiziert mit Lindners,,Gratis-Mentalität") haben sich wohl im katastrophal heißen Sommer mit Maske in die überfüllten Züge zu,,Lustfahrten"gezwängt. Sie haben bestanden: Die werden sich auch im Winter auf Anweisung in ,,Wärmestuben" begeben - mit Maske;vielleicht 4fach ,,Immunisierte" getrennt von Ungeimpften oder diesen gleichgestellten, nicht ausreichend ,,Immunisierten".
Es ist so ziemlich schnurz ob die Maske so gut vor Ansteckung schützt wie die ,,Immunisierung" vor Erkrankung -finde den Fehler!

Martina Moritz | Do, 8. September 2022 - 06:29

Perfekt dargelegt. Es ist zu hoffen, dass diese Einsicht/ Ansicht auch bei Rot-Grün/ Gelb ankommt!

Ernst-Günther Konrad | Do, 8. September 2022 - 08:48

Wer sich ausreichend informiert, weiß inzwischen, dass auch die Maskenlüge längst "entzaubert" wurde. Ja, es gibt die regierungsfreundlichen ewigen Maskenrufer (Experten), die dafür bezahlt werden uns zu erzählen, die Maske helfe etwas. Es gab aber schon lange vor Corona, im Zusammenhang mit der Maskenthematik echte evidente Aerosolstudien, die mehr als deutlich aussagen, Masken verhindern keine Virusansteckung. Warum also wird auch das noch beibehalten? Mal überlegen. Man fürchtet Demos und gar Aufstand durch das Volk? Maskenpflicht bei Demos sind leicht zu überwachen und entsprechend die Spreu vom Weizen zu trennen.
Sie bieten den Grund, Demos aufzulösen, Teilnehmer sofort auszusortieren, sie mit Verfahren zu überziehen. Maske ist als Demo-Auflage leicht zu überwachen. Man kann sofort die "Unwilligen" von den "Guten" unterscheiden. Ja, man hat ein optisch gut erkennbares Unterwerfungsritual geschaffen, das noch immer einige anbeten, um den eigenen Irrtum aus Trotz zu kaschieren.

Martin Janoschka | Do, 8. September 2022 - 11:18

Nein, um Magie geht es nicht. Der ganze deutsche corona tinnef ist eigentlich nur noch Symbol bzw Folklore. Einziger Zweck ist die ehrenrettung Lauterbachs. Ohne maskenzwang stände der größte und beste Gesundheitsministerium nämlich komplett nackt da, wie der Kaiser in seinen neuen Kleidern. Kein schöner Anblick.

Wolfgang Fengler | Do, 8. September 2022 - 17:07

Im neuen Infektionsschutzgesetz steht wohl, dass im Fernverkehr Masken getragen werden sollen, im Nahverkehr jedoch nicht. Allerdings sollen die Bundesländer ggf. später auch dies entscheiden sollen.
Frage: Welche begründete Annahme oder gar Studie liegt dieser Entscheidung zur Unterscheidung zu Grunde?
M.E. ist eine Person im Nahverkehr viel eher gefährdet, da oftmals Züge überfüllt sind. Im Fernverkehr habe ich dies noch nicht so deutlich erlebt. Lauterbach kann mir das wohl nicht erklären, oder ?