#allesdichtmachen - „Ein Meisterwerk, das uns nachdenklich machen sollte“

Deutschland redet über 53 kleine Videos. Cicero hat Kommentare von Politikern, Medizinern und Medienschaffenden zusammengestellt, die die ganze Bandbreite der Reaktionen auf #allesdichtmachen aufzeigen. Eines ist dabei klar: Wir werden in Zukunft wohl anders über die Kritik an den Corona-Maßnahmen reden müssen.

Richy Müller in seinem Clip für #allesdichtmachen / dpa

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Ralf Hanselle ist stellvertretender Chefredakteur von Cicero.

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Ralf Hanselle / Antje Berghäuser

Es gibt Schauspieler, die treffen mitten ins Herz ihrer Zeit. Hildegard Knef war so eine. Die Fünfzigerjahre lagen wie Mehltau über dem Land, als die Schauspielerin in Willi Forsts Nachkriegsfilm Die Sünderin einen Skandal lostrat. Nackt und in Wilder Ehe lebend hielt sie in der Rolle der Marina der verknöcherten Adenauer-Republik den Spiegel vor. Was damals für viele Progressive eine Befreiung war, das war für Konservative eine Schande.

Ganz ähnlich lässt sich vielleicht jenes Skandalon verstehen, das derzeit unter dem Hashtag #allesdichtmachen die Republik erschüttert. 53 prominente Schauspielerinnen und Schauspieler kritisieren in kleinen und oftmals ironisch bis sarkastisch daherkommenden Videos die Corona-Politik der Bundesregierung.

Es ist ein Knall. Gestern hatte man noch geglaubt, die heimischen Kulturschaffenden seien treu auf Kurs der Berliner Großkoalitionäre, drehten mit Uschi Glas ein paar Trailer fürs Impfen, verhielten sich ansonsten aber wie gefügige Lockdown-Langschläfer und hielten still, so ist man nun eines Besseren belehrt worden. Seit diesen 53 Youtube-Clips kann niemand mehr  sagen, der Protest gegen die Corona-Maßnahmen käme einzig aus den Reihen von Neu-Rechten oder Esoterikern. Ein ohnehin brüchiges Framing ist endgültig zerborsten. Und während sich die einen noch fragen, warum der intelligente Protest so lange gedauert hat, wischen sich andere erstaunt die Augen und wissen nicht, wie sie das deuten sollen, was sie da derzeit in den Medien sehen.

Im Folgenden haben wir einige Reaktionen aus Social Media-Kommentaren  zusammengestellt. Sie dokumentieren die ganze Bandbreite der Reaktionen und zeigen bei aller Unterschiedlichkeit doch eines: Nach #allesdichtmachen wird der Diskurs um die Corona-Maßnahmen nicht mehr so sein wie zuvor.

 

 Alice Weidel, Co-Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion

 

Marina Weisband, Publizistin 

 

Robin Alexander, stellvertretender Chefredakteur der Tageszeitung "Die Welt"

 Jonas Schmidt-Chanasit, Virologe

 

Helge Lindh, Bundestagsabgeordneter der SPD

Stefan Homburg, Finanzwissenschaftler 

 

Sahra Wagenknecht,  Publizistin und Politikerin (Die Linke)

 

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Rob Schuberth | Fr, 23. April 2021 - 20:02

Sorry, aber ich empfinde die harsche Kritik - an der #alledichtmachen# Aktion - so mancher Zeitgenossen als reichlich übertrieben.

Es zeigt wie manche "da oben" es am liebsten hätten....diktatorische Prinzipien.

Ich danke den Künstlern für Ihre mutige und angesagte Aktion.

Übrigens sage ich das obwohl ich mich an alle Regeln halte.

Liefers, der sich wie der Verschwörungsfanatiker Jebsen anhört (C. Ulman)? Abgehoben-pathetische Auftritt eines Tukurs? Alberne Wortspielchen einer Folkerts? Das Tütchengeblase des Richy Müllers?
Immerhin: Einige der "Künstler" haben erkannt, welchen Blödsinn sie angerichtet haben; ihre Filmchen sind verschwunden, manchmal gab es auch (überfällige) Entschuldigungen.
Nicht so der halsstarrige Liefers: der eiert aufgeregt durch die Gegend, beeilt sich, zu jenen, die ihm zujubeln auf Distanz zu gehen, und Verständnis bei denen zu finden, die angesichts seiner Torheiten sprachlos sind. Und verteidigt noch immer sein völlig fehlgeschlagenes Machwerk - hinter dem angeblich neben ihm und anderen ein Produzent steht, der Leute wie Drosten oder Lauterbach schon mal als "Coronanazis" bezeichnete.

Die grandiose Selbstmontage des Josef Liefers, der sonst ganz gerne den Progressiven mimt. ..

"Das.. passiert, wenn man Schauspielern das Drehbuch wegnimmt." - A. Winkelmann.

"Die Politik bekämpft nicht mehr eine Pandemie, wenn sie es überhaupt jemals effektiv tat- die wahre Seuche ist inzwischen der politische Exzess, mit dem man sich an der Macht hält.
Die Politik selbst braucht die Pandemie, um in ihrer gegenwärtigen Form zu überleben..." Milosz Matuschek (stellvertretender Chefredaktor des «Schweizer Monats»)

Kurz und prägnant auf den Punkt gebracht. Die Politik braucht, die Klimaleugner, Covid-19-Leugner und so weiter. Um etwas nach Außen(moralisch) zu bekämpfen...in Wirklichkeit bekämpft sie bürgerliche Existenzen.

Der erste SPD-Politiker fordert bereits Sendeverbot für Tatort-Kommisare, die sich an dieser Aktion beteiligt haben. Natürlich ist er ein Rundfunkrat von ARD. Wie ich hier im Cicero vorhergesagt habe.

War eine wirklich sehr mutige Aktion, aber etliche bereuen bereits. Tja, Schauspieler halt - haben sicher nicht gewusst welche Folgen das haben kann. Jetzt wissen sie es.

. . hat seinerzeit für ihren Satz von der Banalität des Bösen und auch für ihre Weigerung einem verlangten Pathos bei der Äußerung ihrer Denkergebnisse zu Eichmann Rechnung zu tragen, vergleichbar mehr einstecken müssen.

Was spricht so gesehen dagegen, dass heute noch versucht wird die Denkrichtung jenes Verstandes einzugrenzen, zu dessen Gebrauch Immanuel Kant die Leute im 18. Jh. aufgefordert hat?

Nichts Neues unter der Sonne - nach wie vor stellt es ein Wagnis dar, Kants Aufforderung zu folgen.
Nur Mut!

...Raunt es unter den VDG-Verfolgern.Liefers ist geliefert.Zerfressen von ihrem Hass gegen alles,was ihre Geisteswirrsal wagt zu hinterfragen.Die VDG.Sie soll nach dem Willen der Schundpresse im Herbst die Macht übertragen werden.Die VDG ist der Pennywise der deutschen Politik.Die Fassade:Das freundlich lächelnde Gesicht Baerbock/Habeck.Die mit den bunten Luftballons.Die VDG ist"es".

Tobias Schmitt | Fr, 23. April 2021 - 20:15

Ich habe jetzt schon mehrmals von Gegner dieser Videos gelesen, dass die Videos unsolidarisch seien. Unsolidarisch mit wem denn? Es gibt nicht DIE EINE Gemeinschaft mit DER Meinung. Es gibt verschiedene Meinungen, verschiedene Gruppen.
Wie also können diese Videos unsolidarisch sein?!

Wenn die Videogegner unsolidarisch sagen, dann meinen sie unsolidarisch mit ihrer Gruppe. Sie tun so, als würden sie für alle, oder für viele, sprechen. Das tun sie aber nicht, sie sprechen nur für sich. Wer mit "der Gemeinschaft" argumentiert, der versucht immer, sich wichtiger zu machen, als er ist. Wie eine Katze, die ihren Buckel aufstellt. Oft, weil er sonst keine Argumente hat.

Für mich jedenfalls spricht Frau Weisband nicht. Ganz schön unsolidarisch mir gegenüber.

Karla Vetter | Sa, 24. April 2021 - 20:26

In reply to by Tobias Schmitt

kann man nur noch erschüttert sein.War früher "links"ein Synonym für Kritik an den Regierenden, fordern sie heute Restriktionen für Abweichler. Das Dichtmachen geht ihnen sogar nicht weit genug.Was wollen die denn? Elekronische Fußfesseln?Einen cordon sanitaire um jede Stadt > 100 Inzidenz?

Helmut Bachmann | Fr, 23. April 2021 - 20:22

Dass diese Frau Weißenband mal etwas zu sagen hatte, erschüttert rückwirkend. Da ist ja relativ wenig Logik in ihrem Tweet. Aber mal zum Inhaltlichen: Die Satire ist sehr pfiffig. Sie zeigt die Borniertheiten der Coronapolitik und auch der untertänigsten "Kulturschaffenden", die jetzt um freiwerdende Tatortkommissariate buhlen. Zusammenhalt gibt es nach neulinker Diktion nur, wenn alle einer Meinung sind. Das ist natürlich nicht immer totalitär, es ist oft nur unreif. Nett ausgerückt: da haben manche zuviel Angst und können eben nicht mehr als eine Meinung aushalten. Die Meinung aushalten, dass die Coronapolitik platt, ineffektiv, teilweise verlogen und unausgeglichen ist, ist dann nicht mehr möglich. Das muss man sich mal vorstellen! Schön, dass man ihre Hetzreden inzwischen auch durch die Bank kennt. #totalitärenichtmehrernstnehmen

Dorothee Sehrt-Irrek | So, 25. April 2021 - 12:39

In reply to by Helmut Bachmann

Herr Bachmann, "Die Satire ist pfiffig".
Das könnte sein, aber sie kann auch schwer zusetzen, wenn man im permanenten Abwehrkampf gegen das Virus ist.
Soviel immerhin habe ich von Herrn Liefers mitbekommen, dass es seine Art des leichten Einwandes sein könnte, auch soviel, dass sich nicht wenige an ihm verheben könnten.
Die Kanzlerin ist evtl. gut beraten, das Gespräch mit ihm zu suchen...

Linda Martin | Fr, 23. April 2021 - 20:36

Was mich nachdenklich macht, ist, wie groß die Angst vor der eigenen Courage ist, die ein Großteil der Akteure an den Tag legt. Nahezu alle namhaften Mimen, speziell die bei den ÖR in Lohn und Brot stehenden, haben inzwischen ihre Videos gelöscht. Noch viel mehr aber macht mich die Art und Weise wütend, wie man sie dazu gebracht hat, den Schwanz einzuziehen und sich reuevoll in den Staub zu werfen und um Vergebung zu bitten.
Was für ein jämmerliches Bild. Aber es passt in die heutige Zeit. Leider. Denn nur tote Fische schwimmen mit dem Strom.

Hans Jürgen Wienroth | Fr, 23. April 2021 - 21:19

Danke für den Meinungs-Querschnitt. Der Shitstorm, der den Künstlern entgegenflog, zeigt den Grad der „Meinungsfreiheit“ in unserer Demokratie. Da haben ein paar Künstler Angst, dass sie nach der Pandemie nicht mehr gebraucht werden, dass vieles in unserem Leben und unserem Alltag sich dauerhaft verändern wird. Dafür werden sie von den Kritikern der Corona-Maßnahmen gefeiert. Andere, die nicht genug der Maßnahmen bekommen können, kritisieren sie dafür. Soweit o. k., aber der Shitstorm, der Hass und die Hetze, die diesen „besorgten“ Künstlern entgegenschlägt, ist einer Demokratie unwürdig. Das zeigt den Zustand des Landes und ist gleichzeitig Erklärung für die Spaltung. Hier wird nur mit der Gefährdung für Gesundheit und Leben durch Corona argumentiert. Es gibt nur noch die Corona-Toten oder -Kranken, alle anderen sind akzeptable Kollateralschäden, sie werden nicht einmal gezählt, keinen interessiert die Anzahl dieser „Corona-Opfer“. Alternativlos wie immer.

Wolfgang Borchardt | Fr, 23. April 2021 - 23:11

... ebenso ihren Mut, der mit Sanktionen rechnen muss. Nicht nur im Interesse der jetzt Corona-Kranken, vielmehr auch der Gesellschaft ist es wichtig, auf ein ein schlechtes Impfmanagement und fragwürdige, jeder Stringenz und Logik entbehrenden Maßnahmen hinzuweisen. Und das deutlich anspruchsvoller, als manch gefeierter "Satiriker". Richtig, dass Künstler sich ihrer Mittel bedienen, die die vielen existenziell getroffenen Hoteliers oder Einzelhändler gewöhnlich nicht haben. Schlimm, dass eigene, ggf. von der Meinung der selbstgerechten Menschen, die sich für die Guten halten abweichende Meinungen nicht geduldet und am besten mit "rechtem" Stempel versehen, entsorgt werden können. Der beste Beleg für die Existenz der von dieser Seite regelmäßig geleugneten Gesinnungsdiktatur.

Heiner Sendelbach | Fr, 23. April 2021 - 23:13

meinen Dank an den Cicero für die kurze und aufschlussreiche Zusammenstellung unterschiedlicher Reaktionen auf die Kritik einiger Schauspieler auf die geplanten Corona-Maßnahmen der Bundesregierung. Dass diese Maßnahmen völlig ungeeignet sind, muss hier nicht weiter erläutert werden. Ich finde es toll, dass Schauspieler sich ihre Gedanken zu den Regierungsmaßnahmen machen und kommentieren. Chapeau! Erschreckend die Beiträge von Garrelt Duin in seiner Eigenschaft als ARD-Rundfunkrat, der letztlich ein Berufsverbot für unbotmäßige Äußerungen von Abhängigen ausspricht, womit er nur die hier immer wieder geäußerten Vorbehalte gegenüber der aktuellen Situation beim ÖRR bestätigt. Dazu das moralisierende Statement von Martina Weisband, die einmal mehr behauptet, dass es sowas bei uns natürlich nicht gibt. Es fehlte nur noch der Schlusssatz, wenn bei euch die Antifa auftaucht, müsst ihr euch nicht wundern. Humor, Kritikfähigkeit oder Toleranz gegenüber anderen Meinungen: null.

Markus Michaelis | Sa, 24. April 2021 - 01:05

dass man auf die Kranken, die Pfleger schauen soll. Alles ok. Aber die Kritik der Schauspieler war auch sehr ok. In den Clips ging es auch nicht um Geldausfälle - da ging es um menschliche Nähe Freiheiten im Leben und Denken, plausible Begründungen, Grundrechte und solche für alle Menschen auch grundlegenden Dinge.

Die Reaktionen auf tagesschau&Co und immer die Fixierung darauf, was die AFD sagt, finde ich schwach. Wir haben als Gesellschaft viele relevante Dinge, über die wir reden sollten, weil sich vieles ändert, nicht nur Corona. Und wir werden immer weniger fähig über das wirkliche Leben zu reden, weil sich "die Mitte" immer stärker an eine mittige Weltsicht klammert, die immer fester vorgegeben scheint, und immer ängstlicher nach rechts schielt und die Lust am freien Debattieren über die offenen Themen verloren hat. Klar - da können Dinge in Bewegung geraten. Aber das tun sie ohnehin - deswegen gibt es ja genug Themen zum Reden.

Norbert Heyer | Sa, 24. April 2021 - 06:06

Das passiert, wenn Schauspieler, die bisher Haltung mit Gesinnung „verwechselt“ haben, in satirischer Form Protest auf hohem Niveau an nicht mehr nachvollziehbaren Aktionen und Maßnahmen üben: Sie erleben einmal persönlich wie es ist, medial „fertiggemacht“ zu werden und das ausgerechnet von den „Guten“ und „Toleranten“ in unserer Gesellschaft. Diese haben eindeutig gezeigt, das diese hochgehaltenen
Tugenden nur -und ausschließlich- für die oder das Gültigkeit haben, was sich im Rahmen der politischen Korrektheit bewegt. Die Würde des Menschen aus unserem -noch gültigen- Grundgesetz ist nicht mehr unantastbar. Soviel Hass und Häme wegen kritischer Meinungsäußerung in satirischer Form bereitet mit Angst und Sorgen. Anscheinend sind Begriffe wie Toleranz und Vielfalt nur auf die bezogen, die schon lange nur eine Meinung -ihre eigene alternativlose- akzeptieren und damit die Spaltung der Gesellschaft wissentlich in Kauf nehmen. Die Demokratie wird in Deutschland zu einem Auslaufmodell.

Robert Friedrich | Sa, 24. April 2021 - 08:30

Der Umgang der ÖR mit diesen 53 Theaterleuten ist beschämend. Die Bilder der Leute werden gezeigt wie Steckbrieffotos. Schade das der Rauswurf von Uwe Steimle aus dem MDR Programm fast ohne Resonanz blieb, ihn kannten halt in ganz Deutschland zu wenige. Alles das Ergebnis von einseitig agierenden Meinungsmachern rot grüner Färbung.
Die Wahlhilfen kann ich mir schon ausmalen.
Der einzige Kommentar staatstreuer Meinungsmacher , der von Karl Lauterbach, Aufruf zu
besonnenen Stellungnamen.

das geht gar nicht in einem Land wo der ÖR Staatsfunk für das betreute Denken zuständig ist. Eigene, dazu noch lustige und ironisch dargebrachte Meinungen, sind da nicht erwünscht und müssen geahndet werden. Weit haben wir es gebracht in 16 Jahren puritanisch-tantenhafter Führung im Kanzleramt und Pastoren und Grabredner als Präsidenten dazu ein Staatsfunk der nach Meinung vieler "Ossis" dem ehemaligen Staatsfunk in der DDR ebenbürtig ist. Allerdings wenn ich mir die Elogen des ÖR und der Medien gegenüber der neuen Heilsbringerin ansehe befürchte ich nichst gutes.

Ernst-Günther Konrad | Sa, 24. April 2021 - 08:52

Auch, wenn einige Schauspieler ihres Videos gelöscht haben. Sie sind inzwischen unzählige Mal im Netz zu finden, ohne asoziale Medien. Das Eis ist gebrochen. Endlich wurde dank dieses Videos die dringend notwendige öffentliche Diskussion auch von den Schauspielern angestoßen. Der beste Beleg sozialer Ächtung und Unterdrückung freier Meinung ist die Reaktion des Rundfunkrates Duin von der SPD. Alles was bisher als Verschwörung galt, das diejenigen, welche eine andere Meinung haben, berufliche Konsequenzen drohen hat dieser inzwischen von Duin gelöschte Post belegt.
Selbst Laschet ist heute in der BILD aufgewacht und stellt fest, dass diese Kritiker weder AFD noch Querdenker sind. Diese Videos sind erstklassig gemacht und sollen genau das tun, was Künstler dem Grunde nach verpflichtet sind zu tun. Spiegelbild der Gesellschaft abbilden, Geschichte und Literatur verkörpern, mittels Shows und Filmen unterhalten und eben auch kritisch Politk in Satire und Ironie zu gießen. Macht weiter so.

Eine Satire vom Feinsten. Ich frage mich, wo alle die Demonstranten von vor 5Jahren geblieben sind, die laut behaupteten-"ich bin Charlie", als das Attentat auf die Redaktion des Satiremagazin Charlie Hebdo verübt worden ist. Ja, das war was anderes, nämlich weit genug, hat keine Gefahr gedroht, persönliche Konsequenzen von wem auch immer befürchten zu müssen. Und CH.Hebdo war wirklich nicht zimperlich mit seiner Satire.
Liebe Schauspieler-innen, das habt ihr großartig gemacht, vom Text bis zur der Darstellung.
Liebe demokratisch denkende Leute -hebt alle ihre Stimme für unsere "Charlies",unsere Schauspieler-innen, die für Euch vieles riskiert haben.

Annette Seliger | Sa, 24. April 2021 - 08:57

Was ist los in D? Merkel ist ausgebildete Fachkraft in Agitation und Propaganda einer 40 jährigen Diktatur, die es nur über den permanenten "Klassenkampf" schaffte das eigene Volk zu unterdrücken. Die wichtigsten Meinungsbilder wurden dort in Abhängigkeit gehalten so wie die vielen GEZ Schauspieler in D oder die Moderatoren der diversen Talkshows und Nachrichten Sendungen. Die durften dann auch "dazu gehören", wenn man sich zu bestimmten Anlässen wie Preisverleihungen traf. Ich finde es bezeichnend dass gerade ein Herr Liefers seine Meinung gegenüber Corona vertritt, denn er kennt noch diesen muffigen Geruch der Unfreiheit. Trotz des erneuten Angriffs von Merkel auf die Grundrechte der Menschen (die wenigsten werden kapiert haben, dass ihnen mit dem "Notbremse" Gesetz auch der Rechtsschutz genommen wurde) hoffe ich darauf, dass das BvG das Gesetz sofort kippt. Ich würde wie in Schweden eine rationale Betrachtung des Virus erwarten und den Menschen Handlungsanweisungen geben.

från Småland Anette - auf deutsch natuerlich Frau Seliger ;-).
Schön dass hier im Forum noch jemand die schwedische Sicht verteidigt!
Ha en bra helg!

Zu Merkel: Kennen Sie die Wendung ,,Montezumas Rache"?
Zu Ihrer Beruhigung: Gerade eben höre ich in meine örl. Erziehung-Veranstaltend*en vom DLF, daß einige dieser ,,mutigen" Schauspielend*en (hier R. Müller u. U. Volkerts) zurückziehen; man wollte niemanden verletzen und auch irgendwas von Naivität (wohl als Entschuldigung) wurden von der Nachrichtensprecher*in erwähnt.
Ich fand, die Meldung (selbe ,,Anstalt"!) über diese ,,Aktion", verbunden mit dem Hinweis, diese Künstler*innen und Künstler wollten sich nicht mit der AFD gemein machen (wohl, weil die die einzigen scheinen, die im Bundestag gegen die verkappten Notstandsgesetze ohne erklärten Notstand radebrechen?), im Ton des ,,naja die meinen es gut, laßt sie mal", enthielt schon das ,,mal (zu)sehen wie die sich selbst wieder einfangen" des Erziehungsberechtigten. ,,Kinder", die man da er-wischt versuchen dann ein: ,,Ich war das nicht. Ich hab' das nicht gewollt". Schade für die (immernoch naiven?)Schauspieler.

Alle vorstehenden Texte kann ich gar nicht besser formulieren, nur meine völlige Zustimmung an die Künstler ist gewiß.
Ja, Steimle ist/war Einzelkämpfer, die Schauspieler sind mehr und wir haben damals im "Klassenkampf" gelernt, daß man vereint nicht so schnell unterbuttert werden kann.
Das Ganze zeigt, wir rasen im Formel 1 - Tempo auf eine Diktatur zu und können schon bald die Zielflagge sehen.
In diesem Forum schrieb ein Forist über seinen Professor, der vor ca. 50 Jahren seine Studenten fragte, woran man merke, ob man in einer Demokratie lebe oder nicht.
Die Antwort: Wenn die Kulturschaffenden (Künstler, Kabarettisten etc.) die Regierung nicht mehr kritisieren (dürfen), leben wir NICHT mehr in einer Demokratie.
WIE WAHR!!!!!
Noch Fragen.
Es ist bereits die DDR 2.0.
Vor 31 Jahren gab es lediglich fast nie Bananen. usw.

Ingofrank | Sa, 24. April 2021 - 09:18

Dazu zwei Anmerkungen:
1. meine Frau hat 3 Kinder, 5 Enkelkinder und ein Urenkelkind, die böse alte Umweltsau.= Satire???

2. Wolf Biermann wurde aus der DDR zwangsausgebürgert weil er seine Meinung gegenüber der DDR- Regierung äußerte. Sympathisanten mit Biermann, die sich zu Wort meldeten, wurden mit Berufsverbot belegt und haben die Ausreise beantragt. U. A. Manfred Krug .
Nun zu J.J. Liefers. Auf Grund seines Clip soll dieser
und andere mit Berufsverbot belegt werden.
Ich erinnere an den Auftritt v. H. Liefers auf der Großdemo vor mehr als 100.000 Demonstranten vor der Wende.

Was soll das? Berufsverbote wegen freier Meinungsäußerung? Ich verstehe das so, diese Künstler wollte auf ihre Situation aufmerksam machen. Dabei geht es doch nicht um den Star
J. J. L. sondern um Lieschen Müller am Meininger Theater, die kaum jemand kennt! Hätte L. M. die
Beziehungen zur Politik wie TUI,Lufthansa, u.a.die mit viel Geld zugeschüttet wurden, bräuchte es diese Aktionen nicht.

Gerhard Bauer | Sa, 24. April 2021 - 10:11

Wenn Böhmermann mit "Oma ist eine Umweltsau" im ÖR als Satire bezeichnet wird, dann haben die Künstler noch sehr, sehr viel Luft nach oben.

Michael Bender | Sa, 24. April 2021 - 11:03

Man muss den Kritikern der Meinungsfreiheit zugestehen, dass es im Kampf gegen Covid-19 nun mal um Leben und Tod geht Da ist jede Kritik unangebracht, sie stärkt den Feind, ist wehrkraftzersetzend und also eine kaum tolerierbare Gefährdung der Volksgesundheit.
Da sind Rufmord, Berufsverbot noch gnädige Strafen und gewähren die Chance
für einen Gesinnungswandel.

Martina Moritz | Sa, 24. April 2021 - 12:51

#allesdichtmachen zeigt, dass unsere Demokratie noch nicht ganz dem Erdboden gleich gemacht ist. Was jedoch die Haltung des ARD Rundfunkrates zu dieser Sache angeht, so wird ebenfalls deutlich, dass es (ge)wichtige Gremien und Persönlichkeiten in unserem Land gibt, die scheinbar nach einem Jahr Pandemie nicht mehr wissen, dass es zu einer Demokratie gehört, auch öffentlich seine Meinung kundtun zu dürfen, ohne dafür existentiellen Schaden befürchten zu müssen; geschweige denn selbigen angedroht zu bekommen. Schauspieler sind keine Staatsbeamte und somit faktisch frei darin, was sie wann wo und wie äußern. - und nebenbei bemerkt, hätte der # die Regierungsmaßnahmen in der Pandemiebekämpfung umschmeichelt, dann würden die 53 Schauspieler nun wie ein leuchtender Stern am Firmament der Öffentlich Rechtlichen Sender verehrt und glorifizeirt.

# soviel zur gesellschaftlichen Haltung in Sachen Objektivität = Meinungsvielfalt = Diskussionsbereitschaft = Liberalität = Demokrtieverständnis

Johan Odeson | Sa, 24. April 2021 - 12:54

Schauspieler machen jetzt auf sehr individuelle und pointierte Weise darauf aufmerksam, dass es auch noch andere Opfer der Pandemie gibt, die im Wesentlichen durch das katastrophale Management der Politiker verursacht wurden. Oh je, Regierungskritik ! Nur mal zum Festhalten, nicht diejenigen, die die Alternativlosigkeit von immer unsinnigeren und nutzlosen stattlichen Maßnahmen kritisieren tragen die Verantwortung für den Tod von Menschen, sondern diejenigen, die in einer überbürokratisierten und unfähigen Verwaltung und Regierung, ob EU, Bund- oder Land ihren Aufgaben deutlich nicht gewachsen sind. Warum faseln wir von Impfnationalismus und kaschieren damit die Unfähigkeit Prioritäten zu setzen? Warum schaffen die USA, die unfähigen Brexiter und der böse Aggressor Staat Israel, was wir nicht auf die Reihe bekommen, weil wir uns in endlosen Debatten über Partikularinteressen, richtige Sprachnutzung und Datenschutz erschöpfen? Der Flughafen Berlin war ein Menetekel. Deutschland 2021.

Markus Grünewald | Sa, 24. April 2021 - 14:54

Ich fühle mich derzeit unsicher und habe eine Frage. Wie verhält es sich, wenn z. B. ein Repräsentant der AfD feststellt, dass die Sonne im Osten aufgeht. Muss ich mich dann als anständiger Demokrat von der AfD distanzieren, obwohl die Feststellung richtig ist? Ich bedanke mich im Voraus für eine aufklärende Replik. Vielen Dank und bleiben Sie gesund.

Brigitte Miller | Sa, 24. April 2021 - 16:51

"Mit der Videoclip-Aktion #allesdichtmachen wollten über 50 prominente Schauspieler auf ironische und satirische Weise die Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie kritisieren. Doch immer mehr von ihnen distanzieren sich mittlerweile von ihren Videos!" Bild.de
Sie werden mit Hass und Hetze verfolgt von denen die anderen Hass und Hetze vorwerfen..
Was sagt das aus, wenn jemand einem solchen Shitstom ausgesetzt wird, der sich gegen Regierungsmassnahmen ausgesprochen hat mittels Satire?

Thomas Betzel | Sa, 24. April 2021 - 18:02

ist nicht das Ding der Deutschen. Als vor 50 Jahren in England „Monty Python‘s Flying Circus“ entstand, war die deutsche Antwort „Klimbim“. Auch heute scheinen sogenannte Intellektuelle nicht anders zu ticken.

Albert Schultheis | So, 25. April 2021 - 00:42

In den vordemokratischen Regimen auf deutschem Boden war einmal das bekannte Lied aufgekommen von den Gedanken, die frei sind. Die Gedanken wohlgemerkt - nicht aber sie auszusprechen! Noch nicht! Das war erst die Errungenschaft demokratischer Regierungs- und Gesellschaftsformen. Erst das Grundgesetz garantierte den Deutschen der BRD die Freiheit der Rede. Diese Freiheit galt wohlgemerkt nicht in der Deutschen Demokratischen Republik, die eben im Kern nicht demokratisch war, sondern eine Diktatur einer Herrscherclique, die sich Partei nannte. Wir sollten uns daher immer wieder darüber vergewissern, dass jeder das Recht auf seine eigene Meinung hat, diese auch öffentlich sagen darf und sie im Grunde nicht einmal begründen oder erklären muss. Insbesondere gegenüber den Herrschenden muss es gewährleistet bleiben, kritische Meinungen zu äußern und sie einem Publikum vorzutragen. Wer dies behindert und Kritiker diffamiert, benachteiligt oder tätlich angreift, hat aufgehört Demokrat zu sein!

Klaus Funke | So, 25. April 2021 - 10:33

Das Magazin scheint sich verkrochen zu haben, was Bewertung und Berichterstattung über Reaktionen, Kritik und Befürwortung der "Allesdichtmachen"-Wortmeldung von Künstlern und Schauspielern betrifft. Lieber stimmt man in die Lobeshymnen über Baerbock & Co. ein. "Es grünt so grün, wenn Merkels Blüten blühn!" Ich bin ziemlich frustriert und enttäuscht. Hier hätte sich für CICERO die Chance aufgetan, die ganze Breite des gesellschaftlichen Spektrums zum Thema Corona aufzublättern. Aber offenbar "darf" man nicht, in eifriger Selbstbeschränkung. Nur nicht auffallen. Nur sich nicht mit diesen Abweichlern solidarisieren. Man lese die Antwort des Regisseurs Brüggemann auf die Hetze und Verleumdung durch den systemtreuen Mainstream. Jedes Wort ein Faustschlag gegen die Heuchler und Verklärer. Merkels System funktioniert. Es war schlau von ihr sich der Medien zuallererst zu versichern. Kaffeetrinken mit Trude Springer, Lizz Mohn etc. zahlt sich eben aus. Doch die Welle rollt. Die Ära am Ende!