Rentenniveau - Olaf Scholz führt die falsche Diskussion

Mit seiner Forderung, das Rentenniveau bis 2040 zu sichern, hat Olaf Scholz bislang viel Kritik und den Widerspruch der Kanzlerin erreicht. Immerhin wird diskutiert, nur leider über das Falsche, sagt der Rentenexperte Jochen Pimpertz

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD)
Olaf Scholz (SPD) will das Rentenniveau bis 2040 sichern / picture alliance

Autoreninfo

Jochen Pimpertz ist Rentenexperte am Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln und leitet das Kompetenzfeld Öffentliche Finanzen, Soziale Sicherung, Verteilung.

So erreichen Sie Jochen Pimpertz:

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) befürchtet, dass eine unsichere Rentenzukunft den Wähler anfällig werden lasse für populistische Einflüsterungen. Deshalb votiert er für eine langfristige Absicherung des Rentenniveaus. Doch ausgerechnet die Diskussion um das Sicherungsniveau sorgt eher für rentenpolitische Desorientierung als für Aufklärung.

Denn die Kennziffer sagt wenig über die individuelle Rente aus. Deren Höhe wird maßgeblich durch die Erwerbshistorie bestimmt. Wie hoch die monatliche Zahlung im Ruhestand ausfallen wird, hängt aber in einer umlagefinanzierten Rentenversicherung davon ab, welche Beitragseinnahmen und Steuerzuschüsse künftig im jeweiligen Jahr zur Verfügung stehen. Deshalb kann das Rentenniveau nicht beliebig festgeschrieben werden, ohne damit nicht gleichzeitig die Folgen für Beitragszahler und Staatshaushalt in den Blick zu nehmen. Nicht umsonst hat der Gesetzgeber deshalb neben einer Untergrenze für das Rentenniveau auch eine Obergrenze für den Beitragssatzanstieg definiert.

Höhere Zuschüsse gehen zu Lasten anderer Staatsaufgaben

Zur Erinnerung: Angesichts der demografischen Herausforderung wurden die Belange der Ruheständler und Beitragszahler vor anderthalb Jahrzehnten neu austariert. Dazu sollte die jährliche Rentensteigerung etwas hinter dem Anstieg der Durchschnittsverdienste zurück bleiben, um den erwarteten Beitragssatzanstieg bremsen zu können. So werden die zusätzlichen Lasten einer steigenden Rentnerzahl auf die Schultern beider Gruppen verteilt. Doch sinkt das für die modellhafte Biografie eines Standardrentners berechnete Rentenniveau nicht ins Bodenlose. Bis zum Ende des kommenden Jahrzehnts gilt eine Untergrenze von 43 Prozent.

Doch dank der günstigen Beschäftigungsentwicklung ist es bislang erst gar nicht so weit gekommen. Würde das Rentenniveau jedoch längerfristig auf einem höheren Wert von zum Beispiel 48 Prozent festgeschrieben, dann führt das bei steigenden Rentnerzahlen zwangsläufig zu steigenden Finanzierungserfordernissen. Um den Beitragszahler dann nicht über Gebühr zu belasten, ruft manch einer nach einem höheren Bundeszuschuss. Doch lässt sich auch der nur zu Lasten anderer Staatsaufgaben oder zulasten der überwiegend aktiven Steuerzahler realisieren.

Für Bedürftige bringt ein stabiltes Rentenniveau nichts

Dabei bringt allein die Stabilisierung des Sicherungsniveaus jenen nichts, die schon heute bedürftig sind oder absehbar sein werden. Denen würde vielmehr eine qualifizierte Diskussion über die Höhe der Grundsicherung im Alter oder über Angebote zur Überwindung verschämter Armut helfen. Doch davon keine Spur. Stattdessen wird das Gros der nicht bedürftigen (künftigen) Rentner geschont – namentlich die Mitglieder der geburtenstarken Jahrgänge, die noch im Erwerbsleben stehen und im Übrigen mit ihrem durchschnittlichen generativen Verhalten den demografischen Wandel maßgeblich prägen.

Es braucht längere Erwerbsbiographien

Bliebe ein dritter Weg: die Verlängerung des Erwerbslebens. Denn auch auf dem Arbeitsmarkt lassen sich die Probleme der umlagefinanzierten Alterssicherung lösen. Gelänge es, Menschen in höherem Alter erfolgreich in das Arbeitsleben einzubinden, so würde das nicht nur das zahlenmäßige Verhältnis von Beitragszahlern zu Rentnern stabilisieren – höhere Beitragseinnahmen winkten, der Anpassungsdruck beim Beitragssatz würde abgeschwächt und das Absinken des Rentenniveaus gebremst. Auch der individuelle Rentenanspruch würde steigen, weil selbst bei einem weiteren Absinken des Rentenniveaus zusätzliche Beitragszeiten für eine höhere Rente sorgen.

Was in der Theorie funktioniert, wird in der Praxis aber nur gelingen, wenn Fehlanreize zugunsten eines vorzeitigen Ruhestands korrigiert und treffsichere Hilfen entwickelt werden, damit ein längeres Arbeitsleben gelingen kann. Darüber diskutieren Betroffene und Verantwortliche bislang zu wenig.

Karsten Paulsen | Mo, 27. August 2018 - 08:19

Die SPD kann nur Geld ausgeben. Was mir bei allen Parteien fehlt ist der Wille die Rente auf solide Beine zu stellen. Positive Beispiele dafür gibt es bei unseren Nachbarländern.

Michaela Diederichs | Mo, 27. August 2018 - 13:41

In reply to by Karsten Paulsen

Deutschland ist Weltmeister darin, das Rad neu zu erfinden. Einfach gucken, wie es die anderen machen. Aber das ist wohl zu einfach.

Dorothee Sehrt-Irrek | Mo, 27. August 2018 - 14:12

In reply to by Karsten Paulsen

Handelt es sich um eher kleine Nachbarn, würde ich Ihnen entgegenhalten wollen, dass bei sagen wir 5 oder 10 Millionen Einwohnern eine stärkere Diversifizierung eher nicht zu Erfolgen führen kann, z.B. auf dem Kapitalmarkt.
Das sieht für Deutschland ganz anders aus.
Aber solide Beine sind im Prinzip richtig.
Freue mich schon auf die Performance von Scholz und die der ausgewiesenen Sozialpolitikerin Nahles.
Gab es da nicht sogar einmal Anerkennung von Herrn Müller-Vogg?

Rentenniveau in Deutschland weit unter EU-Durchschnitt
Bericht »Renten auf einen Blick« zu Pensionssystemen von 35 OECD-Ländern und acht weiteren G20-Staaten vorgelegt. (05.12.2017)
In Deutschland müssen Geringverdiener demnach davon ausgehen, dass sie im Alter gerade einmal 55 Prozent ihres früheren Nettogehalts als gesetzliche Nettorente erhalten, bei durchgängiger Erwerbstätigkeit. Das ist ungewöhnlich wenig. Im OECD-Durchschnitt beträgt das Rentenniveau für Niedriglohn-Beschäftigte gut 73 Prozent; in der EU sogar fast 80 Prozent.
In Australien, Österreich u. Israel liegt das Niveau für Geringverdiener bei über 90 Prozent. In den Niederlanden und in Dänemark ist ihre Nettorente sogar höher als ihr Nettogehalt.
Auch Durchschnittsverdiener sind betroffen, Nettorente bei ca. 51 Prozent ihres Nettogehalts. OECD-Durchschnitt dagegen bei 63 Prozent (EU: 71 Prozent).

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Die Vorschläge des Rentenexperten oben sind somit leider auch die völlig falsche Antwort!

Anton Butz | Mo, 27. August 2018 - 08:34

Hartz IV, illegale Krankengeld-Falle, Rentenniveau - die SPD liegt regelmäßig daneben, nur dass jetzt nicht mehr Andrea Nahles der Sündenbock ist. Ihr Nachfolger im Bundessozialministerium lässt den Finanzminister die Finger verbrennen. Schlau!

wolfgang spremberg | Mo, 27. August 2018 - 09:02

Oder mehr verdienen ?
Oder beides ?
Wie weit man mit 48 % vom letzten Netto kommt kann sich jeder ausrechnen. Wie hoch die Abgaben der Arbeitenden sind auch. Warum lässt man den Markt nicht wirken ? Eine zeitweilige Verknappung des Faktors Arbeit würde zu weniger prekärer / schlecht bezahlter Arbeit führen. "Man" steuert durch mehr Zuwanderung dagegen.
Industrie 4.0 wird die Arbeitswelt radikal verändern. Millionen Jobs. (Welt on 18 Millionen.) werden wegfallen. Die Belastung für die Arbeitenden wird sich vergrößern. "Man" vergrößert das Problem durch nicht benötigte Zuwanderung in den EU Arbeitsmarkt.
Im übrigen kann man viel versprechen um den Populisten Stimmen abzujagen. Warum nicht 60% bis 2060 ? Oder 80 - 80 ? hüstel...
Man kann es aber auch so regeln dass keiner weniger hat. Herr Scholz sollte mal Heiko M. oder Herrn Schäuble fragen wie das geht. Vielleicht hilfts...im Kampf gegen die Populisten.

Christa Wallau | Mo, 27. August 2018 - 09:33

Für mich als nicht davon Betroffene (Lehrerin i. R.)
ist es ebenso empörend wie für jeden, den es betrifft: Daß Menschen, die jahrzehntelang in die Rentenkasse eingezahlt haben, aus genau dieser
Kasse nicht wenigstens einen s i c h e r e n Mindestsatz im Alter ausbezahlt bekommen, das
will mir nicht in den Kopf!
Ich weiß: Es gibt ja gar keine "Rentenkasse", sondern nur ein Umlagesystem (Junge zahlen für Alte), aber genau das sehe ich in höchstem Maße als f a l s c h an! Dieser Weg ist längst nicht mehr gangbar.
Wieso - um Himmels willen - kann das nicht endlich geändert werden???
A l l e s ist bei uns in D politisch offenbar möglich
bis hin zur Duldung und Höchstfinanzierung illegaler Einwanderer, aber Renten können
offenbar nicht gesichert werden.
Dabei sind es die Rentner, die g e a r b e i t e t und die Gelder erbracht haben, welche die Politiker
für alle Welt großzügig aus dem Fenster schmeißen!!!
Ein wahres Tollhaus, in dem wir leben!

Zu Alledem muss die Rentenkasse auch für rentenversicherungsfremde Leistungen aufkommen, so z.B. die Mütterrente, Fremdrenten u.ä. die auch an eigentlich nicht rentenversicherte Personen gezahlt werden. Wenn die derzeit noch jungen Migranten, die in großer Zahl nicht ins Arbeitsleben integriert werden können, eines Tages ins Rentenalter kommen, dann kippt das Umlagesystem sowieso und es muss steuerfinanziert werden.

Sehr geehrte Frau Wallau, ich bin Ihrer Meinung. Es wird generell das Rentenniveau seitens der Politik diskutiert wie eine Zumutung und nicht wie eine sich bei einer Versicherung gehörende Auszahlung. Die Steuergelder, die in generationsbedingt knapperen finanziellen Zeiten zur Stabilisierung des Rentenniveaus herangezogen werden sollten, werden von denselben Menschen erwirtschaftet, die die Rentenbeiträge zahlen. Wieso wird deren Geld für Auslandseinsätze, Bankenstabilisierung, aufgeblähte Parlamente und Verwaltungen, Beamtenversorgung, Migration in die Sozialsysteme aus Europa und der ganzen Welt usw. verwendet und nur unter Murren und Zetern für die, die die Steuern abgeführt haben. Da fehlt es an sanierten Straßen u. Brücken, Schulen, ausreichend Lehrern u. Lehrerinnen, Kindergartenplätzen, qualifizierten Pflegekräften usw. Die Steuereinnahmen sprudeln, aber dort, wo sie herkommen, wird gespart. Ganz zu schweigen von Anerkennung u. Dank für die Leistungserbringer. Es ist ungerecht.

"Ich weiß: Es gibt ja gar keine "Rentenkasse", sondern nur ein Umlagesystem (Junge zahlen für Alte), aber genau das sehe ich in höchstem Maße als f a l s c h an! Dieser Weg ist längst nicht mehr gangbar."

Das ist die zentrale Erkenntnis! Und auf dieser Erkenntnis muss eine Lösung bzw. ein Ausweg aus der weitreichenden* Misere gefunden werden.

*Ich möchte das Ganze noch um eine weitere wichtige Grunderkenntnis ergänzen;
Wenn der chronisch missverwaltete, übergriffige, ausgeuferte deutsche Sozialstaat mit seinen unhaltbaren Leistungsversprechen und gleichzeitig massiver Belastung der arbeitenden Bürger der wichtigste Grund dafür ist (das ist er unbestritten!), dass wir jetzt und in Zukunft die soziokulturell brandgefährlichen Armutszuwanderung aus allen "Shithole-Countrys" dieser Erde "schaffen" müssen, dann gibt es nur eine Möglichkeit: Wir müssen ihn abschaffen!

Unser Sozialstaat und massenhafte Armutsmigration schließen sich aus. Das eskaliert... Wer anderes behauptet, lügt.

Nein. Steuer und Abgabenzahler finanzieren alles. Junge Arbeitslose nützen gar nichts, sie belasten das System zusätzlich. Deshalb ist es auch, ökonomisch gesehen, so unsinnig, trotz Millionen Arbeitslosen und beginnender Digitalisierung, zusätzliche Menschen ins System zu lassen, die ebenfalls versorgt werden müssen.

Es besagt, dass die Versorgung der Rentner und Pensionisten immer aus den laufenden Erträgen der Volkswirtschaft erfolgt - also von den "Jungen" erarbeitet werden muß. Auch wenn man selbst für das Alter vorsorgt und beispielsweise Aktien kauft, werden die Dividenden von anderen erarbeitet. Auch wenn Sie Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung haben, müssen die Mieter die Miete erarbeiten. Weshalb wird in Rentendiskussionen denn immer von unseren Politikern abgeblockt, wenn Jemand auf das Schweizer Rentensystem zu sprechen kommt, wo auch Vermögenseinkünfte herangezogen werden und die Rentenhöhe begrenzt wird. Dort wird sogar das Äquivalenzprinzip ausgehebelt - bei uns undenkbar.
In unserem Land haben sich unglaublich hohe Vermögen angesammelt, insbesondere durch die Wertsteigerung der Immobilien in den Ballungsgebieten.
Wer klug in Aktien angelegt hat, kann ansehnliche Dividenden vereinnahmen.
Die Vermögenssteuer wird nicht mehr erhoben. Dafür ist zunehmende Altersarmut ein Problem.

Yvonne Walden | Mo, 27. August 2018 - 09:50

Leider sind auch die gedanklichen Folgerungen des Rentenexperten Pimpertz unvollständig, weil er einseitig eine längere Lebensarbeitszeit propagiert. Warum wagt in Deutschland niemand, sich einmal vergleichend mit dem Schweizer Modell der dortigen Alterssicherung zu befassen? Warum hat bisher niemand schlüssig durchgerechnet, wie es wäre, wenn alle Bürgerinnen und Bürger (Arbeitnehmer, Beamte, Politiker, Unternehmer, Freiberufler usw.) in die vorhandene Rentenkasse einzahlen würden? Und zwar von allen erzielten Einkünften. Dann nämlich wäre diese Rentenkasse prall gefüllt und die "verantwortlichen" Politiker müßten sich über Defizite in der Altersversorgung keine Gedanken machen.
Herr Pimpertz als Mitarbeiter im Institut der deutschen Wirtschaft dürfte es wohl kaum wagen, eine solche Vergleichsrechnung anzustellen, da er in einer solchen Rechnung auch die Kapitaleigner (Großaktionäre und Großgrundbesitzer) und auch die Leitenden Angestellten (Vorstandsmitglieder) einbeziehen müßte.

möchte ich an der Stelle in Kürze auf Ihre aufgeworfenen "Abers" reagieren. Rentenpolitik muss fakten- statt gefühlsbasiert sein und darf nicht vom eigenen Anspruch her gedacht werden. Ansonsten landen wir in der Sackgasse, in der wir uns heute befinden. Warum das Umlageverfahren der Sozialversicherungen gegenüber flexiblen Kapitaldeckungsverfahren - gerade in Niedrigzinszeiten - eine gigantische Geldvernichtungsmaschine ist, können Sie u. a. hier nachlesen:
https://www.welt.de/wirtschaft/article180413816/Sozialabgaben-90-Millia…
Zwei Links zum abgabentechnischen Raubritterstaat und den Steuerzuschüssen:
https://www.welt.de/wirtschaft/article166758758/Noch-nie-arbeiteten-die…
https://www.welt.de/finanzen/article179440444/Steuerlast-Bis-18-Juli-ar…
Ein aufschlussreiches Spielzeug zum kaputten System und dem Ernst der Lage:
https://rentenminister.gdv.de/#

Rainer Mrochen | Mo, 27. August 2018 - 09:52

Nun, Olaf Scholz ist SPD Mann. Genau wie Andrea Nahles, mit Ihrem Vorschlag die Türkei finanziell zu unterstützen, den misslungenen Versuch auf Stimmenfang unter den wahlberechtigten Türken, zu probieren, versucht O. Scholz die Stimmen des Rentnerheeres zu fangen.
Der kaputten SPD ist offensichtlich jedes, absurde, Mittel recht, um den eigenen Untergang abzuwenden.

Norbert Heyer | Mo, 27. August 2018 - 10:06

Wer unsere Rentenhöhe und die Lebensarbeitszeit mit den Werten anderer europäischer Staaten vergleicht kommt zu dem Schluss, dass wir mit unseren niedrigen Renten die anderen subventionieren. Natürlich trägt auch ein anderer Faktor dazu bei, eine Verbesserung zu verhindern ...

Birgit Rilling | Mo, 27. August 2018 - 11:20

kaum jemand reden.
Die wenigsten Arbeitnehmer wollen länger arbeiten, denn für sie ist der Beruf halt nur ein Job und keine Berufung. Wenn das Umfeld dann auch nicht stimmt, und das ist leider sehr oft der Fall, dann ist man froh, um jeden Tag, den man eher in Rente gehen kann. Und die Arbeitgeber wollen darüber nicht reden, denn langjährige Arbeitnehmer sind teuer und irgendwann fast unkündbar. Da sieht man zu, sie rechtzeitig genug los zu werden oder man versucht sie mit allen Mitteln raus zu ekeln. Habe ich persönlich schon miterleben dürfen. Dann kann man für das gleiche Geld zwei junge Menschen einstellen, möglichst mit befristeten Verträgen. Und ich kenne auch 67-jährige, welche gerne noch länger voll berufstätig geblieben wären, doch Ihre "Planstelle" war schon längst gestrichen. So werden nämlich Arbeitsplätze abgebaut, ohne zu entlassen. Aber ich finde, man könnte trotzdem mal zu unseren Nachbarn im Süden oder Westen schielen, wie diese Ihr Rentensystem gestalten.

Wir haben immer mehr Abiturienten und Studierende. Politisch war das so gewollt. Allerdings hat offenbar niemand bedacht, dass da sehr viele junge Menschen erst mit Ende 20 in Arbeit kommen und sich von Arbeitsvertrag zu Arbeitsvertrag bei geringem Gehalt hangeln. Die müssten, um auf 45 Beitragsjahre zu kommen, so ca. bis 75 arbeiten. Die Politik drückt sich seit Jahrzehnten um eine Reform, schafft immer neue Probleme statt anzupacken. Langsam wachen auch die jungen Menschen auf.

Justin Theim | Mo, 27. August 2018 - 12:01

Nein, Olaf Scholz (ja das ist der mit der Lufthoheit über den Kinderbetten!) führt die aus Sicht der SPD völlig richtige Diskussion.
Man darf die Steuern nicht mit dem wahren Grund, dass die den Deutschen zwanghaft verordnete Migration irgendwie bezahlt werden muss, erhöhen. Daher erfindet man einen anderen Grund. In Wirklichkeit werden dann diese Steuern eben nicht in die Rentenkasse gezahlt, sondern für die Daueralimentierung der islamischen Analphabeten verwendet. Die sollten ja angeblich mal unser Rentensystem stabilisieren. Nur leider ist die Lüge von den massenhaft einwandernden "Fachkräften" geplatzt.
Die SPD braucht dringend neue Wählerschichten, nachdem sich die von der SPD verratenen Deutschen von ihr abgewandt haben. Diese neuen Wähler sollen nun aus dem Migrantenmilieu kommen, wie Sigmar Gabriel schon vor Jahren zugab.

Nun sollen also Arbeitnehmer und auch Rentner(!!!) per Zusatzsteuer ausgeplündert werden, und das bei 50 Mrd € Steuer-Überschuß!

Klingelt da was?

Das ist auch mein Verdacht. Alles basiert auf falschen Annahmen. Nun muss man sehen, wie man das irgendwie "hinbiegen" kann. Beim Thema Rente sind alle wach. Die Partei bekommt Aufmerksamkeit. Bei genauer Betrachtung kann ich allerdings nur erkennen, dass an allen Ecken und Enden geluschert wird, wie man neue Steuergelder generieren kann. Eine Rentenreform ist seit den 70er Jahren überfällig. Keine Partei hat es angepackt. Nun plötzlich? Ablenkungsmanöver.

Dieter Hegger | Mo, 27. August 2018 - 12:26

Wie soll eine verlässliche Planung über Jahrzehnte überhaupt möglich sein. Noch schwimmen wir unserer Exportmeister-Welle. Alles was Scholz sagt ist vergleichbar mit dem Wetterbericht. Oder wie Politclown Blüm immer sagte : Die Rente ist sicher - nur im welcher Höhe sagte er nicht. Ich rechne mit dem Schlimmsten - wenn ich dann noch hier bin. Noch habe ich die Chance zur Flucht........

Juliana Keppelen | Mo, 27. August 2018 - 12:45

Ich denke zum Thema Rente gibt es hunderte "Experten" da stellt sich die Frage warum jetzt ausgerechnet dieser "Experte" zu Wort kommt.

Karl Müller | Mo, 27. August 2018 - 12:58

Ja klar, längere Erwerbsbiografien? Und das bei einer politischen Klasse die jetzt schon das Rentenniveau auf formal 48% gedrückt hat, mit Steuern und Abgaben noch mehr drückt?

Wer soll den hier übervorteilt werden?

Und auf die Daueralimentierung unbildbarer und unsozialisierbarer Analphabeten im Millionenmaßstab würde ich auch gerne verzichten.

Juliana Keppelen | Mo, 27. August 2018 - 12:58

die Herr Scholz angestossen hat wichtig und richtig, dass der Kanzlerin das nicht gefällt ist kein Wunder diese Diskussion könnte ja den schlafenden Michel aufwecken und eine leichte Unruhe bewirken und das ist so gar nicht nach dem Geschack unserer großen Regentin die gestern wahrhaft große Worte gesprochen hat "hauptsache es kommt nichts in rutschen". Mich hat es fast vom Hocker gehauen angesichts der vielen Baustellen die diese Dame mit zu verantworten hat und angesichts der Tatsache, dass in der EU in Deutschland in der CDU noch nie so vieles ins rutschen gekommen ist wie unter der Regentschaft dieser Dame. Entweder sie hält ihr Volk vollkommen für grenzdebil oder sie lebt in ihrer eigenen Welt.

Nur passt mir die eingeschlagene Richtung nicht, in der Sie geführt wird. Alles wird immer nur total einseitig in die Richtung einer Ausweitung der staatlichen Übergriffigkeit gedacht. Warum muss der Staat das von den Bürgern erarbeitete Geld verwalten und umverteilen? Warum darf man das als mündiger Bürger nicht selbst. Warum wird NIE in diese Richtung gedacht. Wenn der Medianverdiener sich mal ansieht, was er für Beiträge zur Rentenversicherung leisten muss und was er in X-Jahren vermutlich davon hat, müsste er sich verarscht vorkommen. Warum ist die staatliche Rentenversicherung nicht ein optionales Angebot für Leute die nicht Willens oder fähig sind, für sich selbst zu sorgen? Ein großer Teil der Bevölkerung hätte deutlich mehr davon, wenn er seine Rentenbeiträge eigenverantwortlich zur Alterssicherung investiert. Und sei es auch nur in der denkbar konservativsten, aber nachhaltigen Form von Immobilien. Das staatliche System ist bei Rente, Pflege und Gesundheit nicht alternativlos!

Mit Ihren Rentenbeiträgen finanzieren Sie und alle anderen die Renten der jetzigen Rentner. Nach Ihrer Vorstellung (so wie ich sie verstehe.) müssten Sie die Rentenbeiträge weiter zahlen (oder wovon sollen die jetzigen Rentner leben ?) und für Ihre eigene Rente müssten / wollen Sie dann selbst sorgen. Das heißt Sie würden sich doppelt belasten. Können / wollen Sie das finanzieren ?

Niemand hindert die Menschen daran sich noch Immobilien anzuschaffen oder private Rentenversicherungen abzuschließen diejenigen die das können tun das so wie so schon immer. Allerdings würde ich niemals auf die Umlagefinanzierte Rente verzichten oder aufgeben wollen. Dieses System hat nach dem Krieg bestens geholfen den geschundenen Menschen wieder auf die Beine zu kommen (Witwenrenten, Waisenrente, Schwerbehindertenrente usw.). Solle doch niemand sagen, dass 48% vom Durchschnitt (von was eigentich? jedenfalls nicht von seinem letzten oder höchsten Einkommen) der Lebensstandard gehalten werden kann. Die Rente ist ich betone ist ein sicheres Einkommen es geht allerdings bei allen Diskussionen nur um die Höhe und ab wann. Ich bin strickt dagegen alles zu privatisieren das würde nur die Finanzhai denen die Menschen wahrlich am Ar...... vorbeigehen stärken und wie schnell man dann ganz ohne da steht hat ja die nahe Vergangenheit gezeigt.

Jürgen Waldmann | Mo, 27. August 2018 - 13:28

Wenn schon heute Rentner weiter arbeiten , weil für Miete und Lebenshaltung die Rente nicht reicht , dann ist jetzt schon etwas falsch bei der Höhe der Rente . Wenn Fliesenleger , Schreiner und Maler sich heute schon als Schwarzarbeiter die Rente aufbessern , dann sollte der Staat in die übervolle Kasse greifen und da aufstocken . Eine langfristige Planung ist dann aber gefragt , damit der Absturz in Altersarmut nicht noch einmal passiert . Bei der Planung sollte nach Österreich und Schweden geschaut werden , da klappt es doch mit der Rente .

ist ein Generationenvertrag. Auch wenn Sie eine Kapitalgedeckte Rente einführen, dann finanzieren die Kapitalrenditen Ihre Rente (oder auch nicht.). Einfach : Irgendwer muss zahlen / abgeben und nichts ist wirklich sicher (Wirtschaftskrise z.B.).

Reinhard Benditte | Mo, 27. August 2018 - 13:58

Der Author hat zwar recht, dass über das Falsche diskutiert wird, aber seine Lösungsansätze sind falsch. Als erstes müssen Leistungen, die nicht zweckgebunden der Rente der Beitragszahler dienen, aus dem Rentensystem herausgenommen werden. Die Aktion Demokratische Gemeinschaft schreibt u.a.: „Seit 1957 haben die verschiedenen Bundesregierungen insgesamt rund 700 Mrd. Euro zweckentfremdet. Es besteht ein Schattenhaushalt für die Finanzierung von Aufgaben der Allgemeinheit aus der Rentenversicherung an dem sich Politiker, Selbständige und Beamte nicht beteiligen. (Hinweis:
Versicherungsfremde Leistungen gibt es auch in der Kranken- und Arbeitslosenversicherung). Der Gesamtbeitragssatz zur gesetzlichen Sozialversicherung könnte um mehr als acht Prozentpunkte gesenkt werden, wenn alle diese versicherungsfremden Leistungen sachgerecht aus Steuermitteln finanziert würden.“ Als zweites ist eine Reform analog der Schweiz mehr als überfällig!

In Schweden wird die Rente, Krankenversorgung usw. aus dem Steueraufkommen
finanziert... , deshalb sind die Steuern höher als in D, aber man kann dann nicht zwischen der rechten und linken Hosentasche herumjonglieren wie es „Einem“
gerade passt und: Steuern zahlen Alle....

Reinhard Benditte | Mo, 27. August 2018 - 17:53

In reply to by Linda Berckhemer

... Unterschied ist, dass in Deutschland Arbeitnehmer und Rentner zur Kasse gebeten werden, während Politiker den Michel als Melkkuh benutzen und sich selbst bedienen (Diäten, Parteifinanzierung, Parteienstiftungen). Arbeitnehmer und Rentner finanzieren Allgemeine Aufgaben aus dem Sozialsystem mit, während Politiker, Beamte, Äezte, Rechtsanwaelte und Selbstverständige außen vorgelassen werden. Das System trägt die SPD mit und es hat weder etwas mit Gerechtigkeit zu tun noch verhindert es Altersarmut. Ein System analog der Schweiz ist sicherlich nicht 100% perfekt, aber es beteiligt alle an den Kosten für die Rente im Alter. Anstelle über längere Arbeitszeiten zu diskutieren, ist es m.E. notwendig, das System grundsätzlich zu ändern. Nur wenn im Bundestag, und sicherlich auch in den Landtagen, die Mehrheit der Angeordneten Beamte sind, ist die Wahrscheinlichkeit einer Systemänderung schwindend gering. Wir kennen alle das Motto, dass eine Krähe der anderen kein Auge aushackt!

Gerhard Hein | Mo, 27. August 2018 - 13:59

Auch das frühere Rentenniveau um 60% reichte nicht,den zuletzt erreichten Lebensstandard zu decken. Schon immer mussten Lebens-oder Bausparversicherung die Differenz ausgleichen oder verringern. Die schleichende Niveausenkung hat längere Bezugsdauer und die ungünstige
Alterspyramide verursacht. Durch die Zinspolitik ( günstig für den Staat !) hat der Bürger keine Ausgleichsmöglichkeiten.
Eine Niveaugarantie von 48 % bis
2040 ist eine arglidtige Täuschung,
weil niemand weiss, von welchem Einkommen bzw. wie groß die Differenz sein wird.
Auch Beamte und Besserverdienen - de bzw. der Wegfall der Bemes- sungsgrenze lösen nicht das Problem, weil deren Beiträge hö- here Rentenleistungen bewirken.
Jeder einzelne muss also über- legen, welchen Lebensstandard er aufbaut und welche Versorgung im Alter dafür erforderlich ist. Dafür sind dann Rücklagen zu bilden. An Riester und Rürup verdienen Versicherer. Vielleicht wäre ein staatl. kontrollierten Fond eine kapitalgedeckte Ergänzung.

Klaus Risse | Mo, 27. August 2018 - 14:52

Ist das nicht der Mann der uns schon die Elb- Philharmonie zum absoluten Sonderpreis direkt an den Hafen gestellt hat. Seinen Rechenkünsten sollte man Vertrauen ( Ironie aus )
Wer auf eine Rente im Jahr 2040 vertraut sollte dringend einen Arzt aufsuchen - noch heute. Ausser man mag Chappi und Hundekuchen.

Juliana Keppelen | Mo, 27. August 2018 - 18:33

In reply to by Klaus Risse

Nein das ist nicht der. Der den sie meinen ist Ole von Beust (CDU) Herr Scholz durfte nur die Suppe auslöffeln die Herr Beust angerührt hat.

Reinhard John | Mo, 27. August 2018 - 15:08

Wenn die Politik endlich ihre gierigen Hände vom Topf der Beitragszahler lassen würden und alle fremden Leistungen die nichts mit der Altersrente zu tun haben, daraus nicht mehr bezahlen würden und nur denen Renten aus dem Topf zahlen würden, die da auch eingezahlt haben, gäbe es keine unlösbaren Probleme. Politik&Geld war noch nie segensreich. Nur für Beamte , die völlig Alimentierte werden, ist immer genug da, keine Problem die öffentlich diskutiert werden! Wie geht das denn? Vielleicht geht das auch bei der Rente ?

Andreas Löw | Mo, 27. August 2018 - 15:41

Ich bin kein Fan von Steuerverschwendungsplänen irgendwelcher SPD-"Größen", ABER in diesem Fall muss ich dem Bundesfinanzminister uneingeschränkt beipflichten!
Ein Staat hat die Pflicht soziale Abkommen, die er mit seinen Bürgern trifft, verlässlich einzuhalten. Die Arbeitlosenversicherung ist eine Zwangsabgabe, gekoppelt an das Versprechen einer vernünftigen Rente! Das darf nicht nach Kassenlage abgeschwächt, aufgegeben oder mit stetig neuen Zusatzforderungen (arbeiten bis 67/70 etc.) vesehen werden! Notfalls aus der Steuerdose! Eine komplette Finanzierung der Renten aus Steuermitteln wäre 'eh der bessere Weg, weil somit alle Steuern zur deren Finanzierung herangezogen werden könnten! Wer behauptet, dies wäre nicht finanzierbar, der sollte sich mal vor Augen führen, wie viele -zig Mrd Überschüsse allein dieses Jahr der Staat erwirtschaften konnte und wie viele -zig Mrd jährlich an "Geflüchtete" gehen.
Ein Staat der sich das leistet, kann auch das Rentenniveau seiner Bürger sichern!

Willy Ehrlich | Mo, 27. August 2018 - 15:43

Der Rentenpopulismus feiert fröhliche Urständ. Der sachliche Zusammenhang, dass die Rente nicht von der geleisteten Arbeit, sondern von den geleisteten Beiträgen abhängt, wird häufig und gern unterschlagen. Denn derjenige, der zu wenig Beiträge geleistet hat, darf AUF GAR KEINEN FALL die Schuld haben; es muss da noch irgendeinen anderen geben - am besten den politischen Gegner, der die Alten in Armut und Siechtum stürzt.
Es wäre weitaus besser, die Medien würden die Abhängigkeit von der Beitragsleistung deutlicher herausstellen, aber das ist wohl zu viel verlangt.
Ich persönlich bin mehr für Eigenverantwortung. Das geht natürlich nur, wenn man die Leistungsfähigkeit von Körper und Geist im Laufe seines Lebens erhalten hat, denn kranke Fettleibige ohne aktuelle Weiterbildung werden schon vor Erreichen des Rentenalters ausscheiden (müssen).
Der Bürger hat nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten. Aber auch das ist sehr schwer zu vermitteln, ihn schützt das Antidiskriminierungsgesetz.

Ewald Busch | Mo, 27. August 2018 - 15:49

Es ist unstrittig, dass nach einem langen Berufsleben die Rente oder Pension zu einem Leben in Würde reichen sollte.Die Finanzierung durch Steuern ohne eigene Beiträge wie bei den teilweise üppigen Pensionen der Beamten und Politikern, oder durch Umlage wie bei Arbeitern und Angestellten, hängt auch verschiedenen Parametern ab. Umlagefinanzierung funktioniert nicht wenn wie es derzeit praktuziert wird, ein Großteil wie Beamte, Juristen, Ärzte, Apotheker usw. sich der Gemeinschaftsaufgabe entziehen und nur ein Rest von Dummen die Finanzierung überläßt. Wenn zusätzlich die Politik für Gemeinschaftsaufgaben ständig in die Rentenkasse greift und ganze Wirtschaftszweige ohne viel Personal und damit ohne Rentenbeiträge von den Arbeitnehmer und Rentnern profitiert, dann geht die stärkste Kuh (Rentenkasse) an dieser Melkmaschine Kaput. Die Digitalisierung der Wirtschaft verändert die Wertschöpfung weg von der menschlichen Arbeit, deshalb ist die Finanzierung des Rentensystems anzupassen.

Michael Kirchhofer | Di, 28. August 2018 - 17:47

In reply to by Ewald Busch

Gut, dass sich mit Olaf Scholz einer der Führungsfiguren der SPD des Themas Stabilisierung der Rentenhöhe annimmt. Man kann darin die Rückkehr der SPD zu den klassischen Arbeitnehmer-Themen erkennen, von denen sich die Partei lange abgewendet hatte. Das ist auch ein Unterpunkt zur Altersarmut, ein Thema, das zu Unrecht nur noch wenig diskutiert wird.
Die Finanzierung der Rente ist natürlich der zentrale Punkt. Neben den Klassikern Beitrag und Finanzierung aus Steuern ist der Weg nicht weit in Richtung Beteiligung von Beamten (in letzter Konsequenz die Abschaffung des Berufsbeamtentums bis auf wenige hoheitliche Aufgaben – eine heiße Kiste, wer traut sich da ran?) und durch Finanztransaktionssteuern o.ä., um die riesigen Finanzströme an der nachhaltigen Finanzierung der Sozialsysteme beteiligen. Das ist wohl nur europaweit zu leisten, aber womöglich sind wir in 5 Jahren weiter, und Scholz hat hier – keiner hat’s bemerkt – in 2018 einen wesentlichen Anstoß gegeben?

Werner Terhaag | Di, 28. August 2018 - 09:24

Das Rentenniveau soll das Verhältnis der Rente zum letztem Einkommen ausdrücken. Das geht aber nicht mit einem frei erfundenen "Eckrentner" (45 Jahre Arbeit mit 45 Jahren Durchschnittseinkommen und 45 Rentenpunkten). Aus dem Datenfriedhof der Rentenversicherung https://www.bmas.de/SharedDocs/Downloads/DE/PDF-Publikationen/Rentenbes… können Mathematiker mit Sicherheit aufgrund der individuellen Versicherungsverläufe einen realistischen repräsentativen Eckrentner ermitteln, der den "normalen" Versicherungsverlauf wiederspiegelt. Dann liegen wir vermutlich bei einem geschätzen Rentenniveau um die 35 % zum letzten Einkommen.
Nur so kann man sinnvoll weiterdiskutieren.
Rechenbeispiel: Ein MdB hat einen monatlichen Pensionsanspruch von 2,5% der Abgeordnetenentschädigung (2018 = 2,5% von 9524 € = 238,10 €) bis max. 67,5% nach 27 Jahren. Umgekehrt gerechnet erhält ein MdB pro Jahr einen Persionsanspruch von 7,67 Punkten (238,10 : 31,03

Karola Schramm | Di, 28. August 2018 - 10:38

Es ist ein Drama ohne Schluß. Von Schröder/Fischer auf Anraten und mit der Wirtschaftselite erfunden und inszeniert und heißt: Abschaffung des Mittelstands: Die Rechte und Renten der Arbeitnehmer so auszuhebeln, dass sie arm werden.
Betrug die Rente 2013 noch 48,8% soll das Rentenniveau bis 2027 auf 45,4% sinken.
Dass Scholz sich für eine verlängerte Festschreibung einsetzt heißt: Es gibt kein zurück zur sicheren Rente und der Aufhebung aller Rentenberechnungs-Tücken in Form von Formeln, die die Renten sinken lassen. Im Jahr 2030 soll die Rente bei 43% liegen!
Die jüngere Geschichte DEs zeigt, dass DE in der EU/Europa immer schon Sonderwege zu Lasten der arbeitenden Bevölkerung entwickelt hat. Deutscher Politik ist das Wohl und die Sicherheit der Bevölkerung egal. DE teilt in Reich und Arm. Dazwischen darf es nichts geben. Statt sich an die Rentenkonzepte z.B. von Österreich oder Norwegen zu orientieren, werden Scheindebattten geführt die nichts verbessern sondern schlimmer machen.

Udo Maier | Di, 28. August 2018 - 12:33

Immer wieder: wieso ist es nicht möglich, Modelle wie in der Schweiz und Österreich zu entwickeln. Alle zahlen ein - ausnahmslos, und die Rentenhöhe ist gedeckelt. Das wäre ein erster Schritt. Wiurd aber wegen der Beamten im Bundestag nicht funktionieren.
Dann wird über die Zuschüsse durch Steuern geklagt: Aber - hier ein Zitat aus der NZZ vom 15.09.2017: "Inzwischen behauptet kein Ökonom oder Manager mehr, dass die massenhafte Zuwanderung für den deutschen Staat ein Segen sei. Im Gegenteil: Wegen des geringen Bildungsniveaus kalkuliert der Finanzwissenschafter Bernd Raffelhüschen, «dass jeder Flüchtling in seiner Lebenszeit per saldo 450 000 Euro kostet». Bei zwei Millionen Zugewanderten bis 2018 summiere sich das auf Gesamtkosten von 900 Milliarden Euro."
So - aber dann über die Rentenzuzahlungen "jammern und klagen". Das Jahr 2018 haben wir jetzt.

Matti Illoinen | Mi, 29. August 2018 - 09:47

In reply to by Udo Maier

für alles und allem werden Minderheiten, Vorzugsweise Flüchtlinge verantwortlich gemacht? Hartz IV gab es schon bevor Flüchtlinge kamen, Völkerrechtswidrige Kriege unter Beteiligung und Schröders Regierung, gab es auch schon bevor Flüchtlinge kamen. Alles im Ausland niederkonkurrieren gibt es schon seit hunderte von Jahren, spätestens als 1444 in Lissabon die ersten Sklavenschiffe eintrafen. Die Armutsrenten, die niedrigen Löhne, waren alle schon vorher da, im Gegenteil, Schröder verkündete in Davos stolz den größten Niedriglohn Sektor in Europa aufgebaut zu haben, dagegen hat aber niemand in Deutschland protestiert. Im Gegenteil, statt sich an die Verträge zu halten machte Deutschland genau das Gegenteil,was nicht nur für Millionen in Deutschland Elend per Gesetz bedeutete sondern auch für seine Europäischen Nachbarn.

Also wenn es kein Problem war, Banken die sich verzockt hatten mit Milliarden zu "retten" wäre es ein leichtes ein Rentensystem wie in Österreich und Schweiz usw.

Juliana Keppelen | Di, 28. August 2018 - 15:38

dass Herr Scholz die Generation im Blick hat die jetzt gerade voll im Beruf stehen und den Staat finanzieren und nicht die derzeitigen Rentner. Und auch diese Generation die derzeit alles erwirtschaftet hat ein Recht darauf eine gewisse Sicherheit für ihre Renten zugesichert zu bekommen. Und noch ein Hinweis das Geld das Rentner bekommen fließen in der Regel wieder in den Wirtschaftskreislauf zurück und sei es ob man die Enkel oder die Kinder untertstützt oder, oder usw.

Matti Illoinen | Mi, 29. August 2018 - 11:55

Die richtige Diskussion wäre die Diskussion über eine Heranziehung aller Einkommensarten als Beiträge zur Sozialversicherung und zwar nicht nur zur Rentenversicherung allein. Und begleitend dazu die Aufhebung der Beitragsbemessungsgrenze bei gleichzeitiger Einführung einer Höchstrente. Quelle Nachdenkseiten
Was in anderen Ländern wie der Schweiz oder Österreich, Skandinavien und so möglich ist, soll in einem der reichsten Länder der Welt unmöglich sein? Das kann nur Ideologisch begründet sein. Es sei denn die Verantwortlichen leiden alle an Dyskalkulie? Deutschland den Reichen! Denn schon unter Adenauer wurde eine reichen freundliche Steuer und Rentenpolitik eingeführt.