US-Demokraten und Joe Biden - Partei der vier Stämme

Heute Nacht stellen sich die US-Präsidentschaftskandidaten dem ersten TV-Duell. Die Wahlen sind entscheidend für die Zukunft der Demokraten: Ein Sieg Bidens könnte deren Flügelkämpfe aufbrechen. Für Europa und Deutschland wird es auch bei einem Machtwechsel im Weißen Haus ungemütlich bleiben.

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Einer der letzten Einer und Kompromisspolitiker seiner Partei: Joe Biden / dpa

Autoreninfo

Stephan Bierling lehrt Internationale Politik an der Universität Regensburg. Soeben erschien von ihm „America First – Donald Trump im Weißen Haus“ (C. H. Beck).

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Donald Trump hat Amerika gespalten, doch die Demokraten geeint. Letzteres ist eine beachtliche Leistung. Die Partei erinnert heute nämlich an einen Clan, dessen Mitglieder ständig miteinander im Clinch liegen. Nichts dokumentierte dies besser als die Vorwahlen 2020. Mit 29 Kandidaten setzten die Demokraten einen neuen Rekord, noch nie in der Geschichte hatten sich nur annähernd so viele Politiker für die Präsidentschaftsnominierung beworben. 

Und jede und jeder glaubte, ein wichtiges Segment der Partei zu repräsentieren, darunter ein weißer Sozialist (Bernie Sanders), eine schwarze Staatsanwältin (Kamala Harris), ein schwuler Bürgermeister (Pete Buttigieg), eine progressive Verbraucherschützerin (Elizabeth Warren), ein milliardenschwerer Klimaadvokat (Mike Bloomberg), ein asiatisch-amerikanischer Technophiler (Andrew Yang), ein katholischer Latino (Julián Castro) und ein Arbeiterfreund aus dem Mittleren Westen (Tim Ryan).

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Fritz Elvers | Di, 29. September 2020 - 14:22

Sehr interessante und wohl auch kompetente Aufschlüsselung.

Allerdings sehe ich nicht, dass die EU und BRD die USA verprellt hätten, eher umgekehrt, was NS2 betifft.

Aber es wird auch klarer, warum die BR ein Lösegeld anbietet, um Gas aus Russland kaufen zu
dürfen. Aber glücklicherweise haben wir Macron, um deutsche Interessen zu vertreten, denn bei uns ist niemand in Sicht.

gerhard hellriegel | Di, 29. September 2020 - 15:56

Danke für die Information, ich sehe klarer. Jetzt fehlt nur noch die entsprechende analyse der republikaner.
Ich warte :-)
Dass die amis ihr wahlrecht reformieren, das werde ich wohl kaum mehr erleben: america last.

Christoph Kuhlmann | Di, 29. September 2020 - 16:32

Ein bisschen mehr Sozialstaat wird den USA ganz gut tun. Schade eigentlich, dass da kein Konzept zu erkennen ist den ökonomischen Abstieg der USA aufzuhalten. Bei dem Kapitalbedarf und dem Handelsbilanzdefizit haben sie die Möglichkeit entweder ihre Währung zu inflationieren oder der Welt wieder irgendwelche gebündelten Schuldverschreibungen auf Ramschniveau zu verkaufen. Wahrscheinlich fällt ihnen da noch was neues ein. Die Glaubwürdigkeit von Triple A Bewertungen hat ja stark gelitten. Nun ja, noch so ein Ding und der Dollar ist die längste Zeit Leitwährung gewesen.

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