Donald Trump verkauft jetzt eine „patriotische Bibel“ / dpa

US-Präsidentschaft - Wenn Religion den Wahlkampf ankurbelt

Donald Trumps Wahlkampfauftritte fordern ein neues Maß an Hingabe seiner Anhänger. Vor allem seine knapp 15-minütigen Abschlussreden, die an evangelikale Altarrufe erinnern, kommen bei christlichen Konservativen blendend an.

Autoreninfo

Lisa Davidson ist Journalistin, freie Autorin und Podcast-Host. Sie lebt in Virginia, USA. 

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Unorthodoxe Auftritte sind für Donald Trump, ehemaliger US-Präsident und erneuter Präsidentschaftskandidat der Republikaner, nichts Neues. Doch mit seiner neuerlichen Bühnenroutine geht er noch einen Schritt weiter und schlägt mit einer bis ins kleinste Detail einstudierten Choreografie einen neuen Ton an. Denn anstatt mit hitzigen Performances beendet Trump seine Rallys mittlerweile mit einer im wahrsten Sinne des Wortes feierlichen Note.

Dabei füllt eine sanfte, nachdenkliche Musik die Luft, während sich eine Stille über die Menge der Trump-Anhänger legt. Trumps Ton wird in diesen Momenten ehrfürchtig und düster, was einige Anhänger dazu veranlasst, den Kopf zu senken oder die Augen zu schließen. Andere heben ihre offenen Handflächen in die Luft oder murmeln, als würden sie beten. Knapp 15 Minuten dauert die semi-religiöse Abschlussrede, in der Trump versucht, Emotion und Religion unter einen Hut zu bringen. „Wir werden zu Gott für unsere Stärke und für unsere Freiheit beten“, sagt er. „Wir werden für Gott beten und wir werden mit Gott beten. Wir sind eine Bewegung, ein Volk, eine Familie und eine glorreiche Nation unter Gott.“

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Ernst-Günther Konrad | Mo., 20. Mai 2024 - 15:34

Und sie erwähnen es ja selbst. Ob Trump oder Biden, beide versuchen sich als besonders gläubig und fromm darzustellen und einen Teil der Wähler mit Hinwies auf religiöse Vorgänge zu sichern und jeder auf seine Art. Weder der eine noch der andere ist von Gott berufen oder ihm gleich und Trump wird zwar über die Maßen verfolgt, wurde bislang aber noch nicht verurteilt. Das aber mit der Kreuzigung gleichzusetzen ist für mich Gotteslästerung in reinster Form. Die haben nichts, aber auch gar nichts verstanden und sie werden dereinst sich zu verantworten haben vor einen höheren Macht.
Aber ob Biden oder Trump oder bei uns in Deutschland die Sektenpartei. Sie nutzen kirchliche Rituale, um die Menschen zu belügen und betrügen und die Kirchenwelt in Deutschland hat sich längst zum Handlanger dieser Politiker gemacht und betreiben deren Geschäft. Also, überall das Gleiche inzwischen. Religion wurde schon immer für Macht missbraucht un denn es die Kirche selbst ist und war.

Armin Latell | Mo., 20. Mai 2024 - 15:35

Ist Opium für das Volk. Sei es wie es ist, ich hoffe, Trump zieht den Stecker aus dem amerikanischen Krieg gegen Russland. Die aktuelle, ferngesteuerte Marionette ist dazu nicht in der Lage, ggf. auch nicht willens, wer weiß das schon? Am allerwenigsten wohl er selbst. Sie, Frau Davidson, scheinen ja Anhänger eines lebenden Toten zu sein.

Wolfgang Z. Keller | Mo., 20. Mai 2024 - 20:42

Antwort auf von Armin Latell

... "Allmecht naa!" ist ein in Franken gebräuchlicher Ausruf im Sinne von "Allmächtiger, das darf doch nicht wahr sein!" - und dieser unglaublich und infam inszenierte Schmonzes spielt sich im 21sten!!! Jahrhundert im derzeit angeblich zukunftsweisendsten Land der Welt ab?! Geht´s denn überhaupt noch?!
Und als bibelfester Atheist möchte ich die jenem Jesus zugeschriebene, flehentliche Bitte auf Plural getrimmt zitieren: "Oh Herr, lass´ diesen Kelch an uns vorübergehen!"
Nur hat laut Neuem Testament „der Herr“ diese Bitte nicht erhört, was immer das heute für uns bedeutet.

Kai Hügle | Mo., 20. Mai 2024 - 17:09

Warum sprechen Sie im Zusammenhang mit sexuellen Delikten lediglich von "Beschuldigungen"? Trump wurde vor gut einem Jahr wegen sexuellem Missbrauch (und Verleumdung) zu einer Zahlung von 5 Millionen Dollar verurteilt. Weil er das Opfer unmittelbar nach dem Urteilsspruch erneut verunglimpfte, gab es ein weiteres Verfahren und einen Nachschlag in Höhe von 83 Millionen Dollar.

https://rsw.beck.de/aktuell/daily/meldung/detail/verleumdung-prozess-tr…

Für mich nicht nachvollziehbar, dass so etwas zunächst gar nicht und dann falsch dargestellt wird.

Henri Lassalle | Mo., 20. Mai 2024 - 19:37

der Mammon, weiter nichts, aber in den USA spielt Religion eine immer noch immense Rolle, auch eine politische. Obama wurde nicht zuletzt auch deshalb gewählt, weil er so schön und ergreifend predigen konnte.

A.W.Mann | Mo., 20. Mai 2024 - 20:17

Frau Davidson, Sie waren wohl auch mit solch einer Mütze als
„Aktivistin“ aktiv. Schmeckt wohl nicht so gut, wenn der politische Gegner die gleichen Waffen verwendet. PR-Berater haben wohl D.Trump auch ein paar Stunden Framing, Nudging und Propaganda beschert. Wie könnte man wohl den Teufel aus dem Weißen Haus vertreiben, vielleicht mit dem Belzebub. Mit Vernunft ist den „Regierigen“ nicht beizukommen, warum nicht auch auf die Mittel der Propaganda zurückgreifen. Das die ganz prima, wie vor 100
Jahren, funktioniert, beweisen die Wahlprognosen und auch die Demos gegen „Rächts.“ in Deutschland zuverlässig. In Amerika scheinen zumindest nicht alle Medien auf Linie und so funktioniert Propaganda, eben von beiden Seiten. Gott spielt bei diesem Spiel allerdings nicht mit, der steht wenn überhaupt, höchstens an der Seitenlinie, aber sein Geschlecht sucht der sicher auch nicht. Als nicht so Bibelfester hörte ich mal: „Seid fruchtbar und mehret Euch,“,von einem queren Ostern hab ich da noch nichts gehört. Ach und Frau Davidson, Neutralität ist nur selten mit materiellen Vorteilen verbunden, kann aber Reputation und Wertschätzung bedeuten, diese Art von Journalisten, hat sogar schon verdient Pulitzerpreise gewonnen.

Ronald Lehmann | Mo., 20. Mai 2024 - 22:08

& ich glaube nicht, dass Jesus Christus gewollt hätte, dass eine neue Kirche mit neuen Pharisäer entsteht

die auch noch damals wie heutzutage von der Stasts-Macht bezahlt wird

@ Herr Konrad 👍👏
wie immer 💯Punkte & inhaltlich volle Zustimmung

@ Herr Latell
Sie sind der Ideologie des linken bolschewistischen Geistes voll auf dem Leim gegangen

denn WAHRER GLAUBE kann die Macht nicht kontrollieren

A - & nicht umsonst verpönt die Chinesische Regierung Gläubige
B - nicht umsonst werden die oberen Ebenen der christlichen wie islamischen Religionsgemeinschaft v Macht UNTERWANDERT
>KONTROLLE

@ Herr Hügle
bei Tramp haben wir doch das gleiche Spiel wie bei Höcke oder andere Widerspenstige
> bereits LANGE VOR der Wahl FEUER FREI zu Lande, zu Wasser & aus der Luft

& dies mit allen Möglichkeiten, die vorhandenen sind

JA, die USA ist auch fmp. vom LINKEN VIRUS befallen & durch die unvorstellbar hochkonzentrierte Macht-Konzentration von EINZELNEN auch immer mehr Einzug bzw. Anerkennung von ......

Gerhard Lenz | Di., 21. Mai 2024 - 10:01

Denn dabei handelt es sich um die "letzte Wahrheit".

Gegen die kann man nicht argumentieren. Irrational? Interessiert nicht. Glauben entzieht sich jeder Logik.

Gleich ob Muslime, Christen, Hindus oder Buddhisten (die, ach so friedliebend, in Myamar oder Sri Lanka auch schon mal zur Waffe greifen...) - jede Religion hat ihre heiligen Schriften, die nun mal unschlagbare Weis- und Wahrheiten enthalten, dem Menschen vorgeben, wie er /sie gottesfürchtig zu leben hat.

Es ist nur erstaunlich, wie schnell eine offensichtlicher Lustmolch und "Sünder" wie Trump bei den besonders inbrünstigen Evangelikalen, die am liebsten noch heute Darwins Leichnam auf dem Scheiterhaufen verbrennen würden, Vergebung und Akzeptanz findet. Der kann sich mit Prostituierten amüsieren, kesse Sprüche machen (grab them...) - alles egal, die Absolution kommt postwendend.

Nun gut: Wo es Religion gab und gibt, ist Bigotterie niemals weit.