US-Präsident in Quarantäne - Was Trumps Corona-Infektion für den US-Wahlkampf bedeutet

Am Dienstag verspottete er seinen Kontrahenten Joe Biden noch, dass er Maske trage. Nun könnte Donald Trumps positiver Corona-Test alles umschmeißen. Was bedeutet das für den Verlauf des Wahlkampfs?

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Für vierzehn Tage in Quarantäne, einen Monat vor der Wahl: Donald Trump / dpa

Autoreninfo

Daniel C. Schmidt ist freier Reporter. Er studierte in Manchester und London (BA Politics & Economics, MSc Asian Politics) und lebt zur Zeit in Washington, D.C.. Schmidt schreibt über Pop, Kultur und Politik.

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Daniel C. Schmidt

Zunächst einmal eine einfache Frage: Hatte es nur eine Frage der Zeit sein können? 

Nach der Meldung am späten Abend, dass eine enge Mitarbeiterin im Weißen Haus positiv getestet wurde, ist jetzt klar: Donald Trump und seine Frau Melania haben sich mit dem Coronavirus infiziert. Der amerikanische Präsident ist jetzt der amerikanische Patient. Wie lang und schwer die Krankheit bei Trump verläuft, wird ausmachen, ob jetzt alles anders kommt. Unsicherheit ist gewiss, Chaos nicht ausgeschlossen. 

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Wolfgang Schuckmann | Sa, 3. Oktober 2020 - 00:03

Da ist ein Präsident angeblich an CoviD 19 erkrankt und man möchte es fast nicht glauben, aber die Welt dreht sich weiter!

Dieter Erkelenz | Sa, 3. Oktober 2020 - 07:07

Ich werde den Verdacht nicht los, dass die ganze Angelegenheit nur inszeniert ist um ganz nach trumpscher Manier anschließend zu tönen: Seht da, doch nur eine kleine 'Grippe' oder 'habe diesen Virus besiegt' etc.

stefan riedel | Sa, 3. Oktober 2020 - 18:30

In reply to by Dieter Erkelenz

Berlusconi hat diese Grippe doch auch überstanden, und das mit 83 Jahren. Es wäre also tatsächlich kein Wunder, wenn es Trump auch so ergeht. Da muß man keiner Verschwörungstheorie anhängen, die Sie vermuten.

Urban Will | Sa, 3. Oktober 2020 - 08:02

ein wenig kindisch. Hauptsache "druff" auf Donald...
Und was jetzt alles passieren kann... Warum hat der böse, dumme Trump nicht aufgepasst? Erst das Virus als harmlos hinstellen und sich dann selbst infizieren (was ja eigentlich eine logische Konsequenz ist, denn nur derjenige, der weniger Angst davor hat, wird „unvorsichtig“ sein)

Und dann noch die vielen Toten (kann ich langsam nicht mehr hören, angesichts der Definitionskriterien)

Ich denke, bei den heutigen Möglichkeiten wird Trump auch aus der Quarantäne heraus oder gar im direkten Umgang (oder helfen Masken und Abstand doch nicht?) sein Amt ausüben können. Und nicht den ganzen Sec. Service, etc anstecken...
Dass da jetzt die eine oder andere Maßnahme greift und auch der Wahlkampf beeinflusst wird, ist klar, aber bei dieser Sorte von Wahlkampf ist das doch eher gut.

Und vielleicht war diese „Corona – Infektion“ ein „Coup“ des alten Donald, der ihn im Weißen Haus halten wird, nicht nur für die Dauer der Quarantäne...

da lagen sie dann wohl falsch, denn schon einen Tag später wurde er ins Krankenhaus überführt. Natürlich reine Vorsichtsmaßnahme, ist ja alles ganz harmlos. Hat er nun Angst und sieht es doch nicht als so harmlos an oder hat es ihn stärker erwischt wie zugegeben wird.

Und die Veranstaltung im Rosengarten mit Umarmungen, ohne Abstand mit ca. 100 Teilnehmern hatten dann ggf. zur Folge, dass wohl einige Teilnehmer infiziert wurden. Alles nicht so schlimm.
Genesung sei allen gewünscht, aber ein schadenfroher Traum wäre es gewesen, wenn sowohl Trump als auch sein Vize länger außer Gefecht gesetzt gewesen wären und dann Pelosi einspringen hätte müssen, ink. Richterbenennung. Ich hätte mich schlapp gelacht.

ich glaube der Verweis auf Tatsachen hat bei ideologischer Verblendung keinen Sinn. Würden sich solche Menschen nur mal die Statistik ansehen, dann wüssten sie, dass die USA mitnichten bei den Coronatoten vorne liegt. Selbst ein Land wie Spanien, das einen drakonischen Lockdown hatte, liegt bei Todesfällen pro Mill. Einwohner mit 680 gegen 639 Verstorbenen vor den Vereinigten Staaten. Die unrühmliche Liste führt übrigens Peru an, danach folgt Belgien. Wir hätten also in Europa guten Grund nicht dauernd mit dem Finger(manche auch mit dem ausgestreckten Mittelfinger )auf die USA zu zeigen.

Klaus Funke | Sa, 3. Oktober 2020 - 11:05

und auch unmoralisch. Selbst wenn Trump aus den verschiedensten Gründen die Corona-Pandemie nicht ernst nahm oder politisch instrumentalisierte, ist jetzt, wo er selber erkrankt ist, Spott und Häme oder auch Zynismus fehl am Platze und diskreditiert jeden, der in dieser Richtung die Gunst de Stunde nützen zu müssen glaubt. Ich denke, dass eher das Gegenteil eintreten wird. Wenn Trump die Krankheit glimpflich übersteht, wird sie ihm politisch nützen und sein Wahlsieg wird noch eindeutiger ausfallen. Allen Unkenrufen zum Trotz! Trump wird seine Wiederwahl klar gewinnen und die Medien, die Demokraten und alle, die auch bei uns sich an ihm täglich abgearbeitet haben, werden lange Gesichter machen. Dafür würde ich sogar mein nicht vorhandenes Vermögen verwetten.

Kai-Oliver Hügle | Sa, 3. Oktober 2020 - 18:25

Johnson, Bolsonaro und nun Trump zählen zu den wenigen Politikern, welche die Auswirkungen ihres politischen Versagens buchstäblich am eigenen Leib zu spüren bekommen.
Freuen könnte man sich darüber, wenn z. B. Trump aus seinen Fehlern lernen würde. Damit ist aber nicht zu rechnen.
Wenn man bedenkt, wie Trump das amerikanische Volk belogen und sich über Maskentröger und Clinton (nach ihrem Schwächeanfall 2016) verächtlich gemacht hat, muss man sich schon ein wenig zwingen, um Michelle Obamas Worte nicht zu vergessen: "When they go low, we go high". Nun denn, Mr. Trump: "Gute Besserung!"