Kanadas Premierminister Justin Trudeau beim Besuch des US-amerikanischen Präsidenten Donald Trump
Auch der smarte Premierminister Kanadas, Justin Trudeau, muss sich auf den ungewohnten Stil von Donald Trump einstellen / picture alliance

Trump, Erdogan und Co. - Die Macho-Diplomaten

Mit Donald Trump kommt ein neuer Ton in die Außenpolitik. Das ist nicht nur seiner Persönlichkeit geschuldet, sondern auch den modernen Kommunikationstechnologien. Heimische Wähler wollen auch außer Landes sehen, wie es ihr Präsident „denen da oben“ zeigt

Autoreninfo

Thomas Jäger ist Professor für Internationale Politik und Außenpolitik an der Universität zu Köln. Er ist Mitglied des Wissenschaftlichen Direktoriums des Instituts für Europäische Politik.

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Thomas Jäger, Universität zu Köln

Mit Donald Trump scheint ein neues politisches Kommunikationsverhalten in die Staatenwelt Einzug zu halten. Barsch, frei heraus und oft frei erfunden, dünnhäutig vorgetragen und nur an der eigenen Erwartung orientiert. Nun ist Trump nicht der erste Narzisst im Weißen Haus oder einer anderen politischen Führungsetage. Dennoch fällt seine schroffe Offenheit aus dem gewohnten Rahmen. Nun steckt dahinter gewiss die Kommunikationsgewohnheit seiner eigenen Persönlichkeit. Doch es gibt viele Anzeichen dafür, dass sein Gebaren im Spiegel der technologischen Entwicklungen mehr bedeutet.

Klare Worte oder unnötige Beleidigungen?

Martin Richenhagen jedenfalls kann an der rabiaten Art des neuen amerikanischen Präsidenten nichts Schlechtes finden. Richenhagen ist Vorstandsvorsitzender von Agco, ein US-Unternehmen und der drittgrößte Landmaschinenhersteller der Welt. „Nein, es ist doch gut, wenn im Weißen Haus jemand regiert, der sich klare Worte zutraut. Der zum Beispiel der Bundeskanzlerin sagt, ‚hey, die Flüchtlingspolitik war keine gute Idee‘. Oder der die EU daran erinnert, dass sie sich dringend reformieren sollte. Eine solche Stimme von außen finde ich bereichernd“, sagte Richenhagen der Welt.

Ob das der australische Premierminister Malcolm Turnbull genau so sieht, dürfte bezweifelt werden. Ihn hatte Trump in einem Telefonat angeblich barsch zusammengestaucht. Ist das der neue Umgang, den Staats- und Regierungschefs miteinander pflegen?

Politische Korrektheit auf dem Rückzug

Natürlich durfte und musste man sich unter verbündeten Staaten auch mal öffentlich die streitige Wahrheit sagen. Aber stets wurde dabei die Form gewahrt. Die Staatschefs Wladimir Putin in Russland, Rodrigo Duterte in den Philippinen und Recep Tayyip Erdogan in der Türkei halten sich aber schon länger nicht daran. Un nun der rüpelhafte Trump. Die politische Korrektheit scheint aus den Staatenbeziehungen zu verschwinden. Die Ungezogenheit, die sich in den sogenannten Sozialen Medien breit gemacht hat, wandert nun nach oben an die Regierungs- und Staatsspitze.

Das wäre fatal. Denn Zurückhaltung und Höflichkeit erleichtern das Zusammenleben, gerade wenn man sich nicht auf den Mond oder einen anderen Planeten zurückziehen kann, sondern als Staat da liegt, wo man eben liegt, mitten auf der Erde. Schon immer gab es die Ausrutscher, Versprecher, gezielte Provokationen und Reden an das heimische Publikum, die in der diplomatischen Welt für Aufruhr gesorgt haben. Manchmal war das zielführend, manchmal einfach nur doof.

Gezwungen durch die Glaubwürdigkeitsfalle

Nun könnte man dies als ein Phänomen der „neuen starken Männer“ verstehen, als eine Art von Macho-Diplomatie, die sich um nichts als den eigenen Anspruch schert. Und alle Umgangsformen sausen lässt, wenn es die eigene Darstellung erfordert. Erfunden haben die drei Staatschefs den schlechten Umgang miteinander nicht. Aber sie nutzen die realzeitliche, weltumspannende Kommunikation, um hieraus ihr eigenes Profil zu schärfen. Mehr noch: Sie müssen dies nutzen und sich so verhalten, wollen sie nicht in Glaubwürdigkeitsfallen geraten. Denn hier liegt die Ursache für diese Änderung: im daueraufmerksamen, unterhaltungssüchtigen Publikum, das stets nach neuen Beweisen für die Herrschaftlichkeit der Führenden giert, bis es ihrer überdrüssig wird.

Eric Schmidt und Jared Cohen, damals beide bei Google, haben in ihrem Buch „Die Vernetzung der Welt“ den Produktcharakter von Politikern und deren politischer Vorhaben betont. Ihrer Meinung nach ist es die Doppelaufgabe politischer Führung, den realen und den virtuellen Raum gleichermaßen zu beherrschen. „Dies ist eine natürliche Folge der technologischen Entwicklung, die größere Transparenz und freieren Zugang bringt. Wähler verhalten sich in Zukunft noch mehr wie Konsumenten und entscheiden weniger nach politischen Idealen als nach dem Marketing und den Eigenschaften des Produkts.“

Trump betreibt Produktpflege

Deshalb muss jemand, der die Produkteigenschaften von Donald Trump verkörpert, wozu das lose und rabiate Reden gehört, auch in der internationalen Staatenwelt so auftreten. Daher ist die Entwicklung, die sich gerade abzeichnet, nicht allein irgendwelcher robust redender Menschen geschuldet, sondern auch der Entwicklung der Kommunikationsstrukturen, und deshalb viel nachhaltiger und prägender.

So wird sich die Diplomatie auf höchster Ebene weit stärker den Produkteigenschaften und Marketingerfordernissen des um Zustimmung bemühten politischen Personals anpassen. Dies wird ihr als abgehoben charakterisiertes Eigenleben – mit eigener Sprache, eigenen Bräuchen und eigenem Umgang – zunehmend ergänzen. Je transparenter die Bühne der Spitzendiplomatie wird, desto strikter müssen sich die Staats- und Regierungschefs an ihren Rollenbeschreibungen orientieren, die ihnen zu Hause Zustimmung sichern. 

Oliver Hartmann | Di, 14. Februar 2017 - 17:47

Eher nutzt Trump die linksgrünen Medien gegen sie selbst. Wenn er zum Beispiel twittert, dass die Medien nie über islamischen Terror berichten, dann zwingt er sie im Gegenzug die unzähligen Terrorakte aufzuzählen. Dies war von Trump zwar faktisch falsch. Aber dadurch bestätigen sie indirekt die Notwendigkeit, Muslime bei der Einreise härter zu kontrollieren und den Flüchtlingsstrom künftig aufzuhalten.

Laut dem Institut für Demoskopie in Allensbach wählen 72 % der Journalisten links oder grün. Und in Washington wählen nur 7% der Journalisten für die Republikaner. Dementsprechend ideologisch verzerrt ist das Meinungsbild der Menschen, was für eine Demokratie unter Umständen fatal ist.

Don't hate the player, hate the game!

Stefan Saar | Di, 14. Februar 2017 - 17:59

Ein sehr treffender Beitrag, denn in der Tat: "Zurückhaltung und Höflichkeit erleichtern das Zusammenleben, ...", machen es eigentlich erst möglich. Die fortwährenden Pöbeleien des neuen Präsidenten sind schwer zu ertragen und ebenso der Beifall, der ihm zuteil wird. Starke Kerle stehen wieder hoch im Kurs. Ich frage mich allerdings, ob das Problem vornehmlich bei den sozialen Medien etc. zu suchen ist. Die haben vermutlich einen das Gemüt entlastenden Nebeneffekt darin, dass jeder "besorgte Bürger" frisch von der Leber weg Dampf ablassen kann, wenn ihm danach ist, auf die vermeintlich verdorbene Elite einzudreschen. Beispiele für diese Erscheinung finden sich leider auch in den Kommentarspalten von CICERO ...

Ich wünsche Ihrer Seite viel Spaß, weiterhin auf höfliche Art zu verlieren. Denn die Wahl von Trump beweist nicht weniger, als es vielen Menschen nicht an Vertrauen an Führungspersönlichkeiten mangelt, sondern sich der Frust hauptsächlich über das arrogante mittlere Management angestaut hat.

Meines Erachtens ist eine fortschreitende Einschränkung dessen, was gewünscht, also politisch korrekt ist, die Hauptursache. Für den Durchschnittsbürger wurde es immer undurchsichtiger, was denn och im Gespräch erwähnt werden darf, ohne vom "gebildeten", also politisch korrekten Gegenüber schief angesehen zu werden. Beispiele: Zigeuner, Neger, Eskimo, "Jedem das seine", national, ...... Alles, was von Minderheiten als Beleidigung empfunden oder in der NS-Propaganda verwendet wurde ist inzwischen tabu und wird als Nazikeule verwendet. Irgendwann hat man von diesem "Neusprech" die Nase voll und rebelliert dagegen. Und wie bei einem Vulkan kommt dann der Ausbruch gewaltig. Und er zerstört dann alles - egal ob gut oder nicht.

Besorgte Bürger, Abgehängte, Globalisierungverlierer, Elite usw. diese Wortschöpfungen sind mir zu wider ! Was soll daran verkehrt sein wenn der Bürger Dampf abläßt und zwar in Klartext. Was ist nochmal Elite ? Haben wir eine Mehrklassen-Gesellschaft ? Mir ist egal wie jemand sich nennt, Papst, Präsident, Bischof oder Dr. , niemand steht menschlich gesehen über mir !!!

Stefan Saar | Mi, 15. Februar 2017 - 13:33

In reply to by Bianca Schmidt

"Besorgte Bürger, Abgehängte, Globalisierungverlierer, Elite usw. diese Wortschöpfungen sind mir zuwider !"

Mir auch, denn diese Wortschöpfungen sind inhaltsleer.

"Was soll daran verkehrt sein wenn der Bürger Dampf abläßt, und zwar in Klartext?"

Verkehrt ist daran nichts! Aber der Unterschied zwischen Form und sachlichem Gehalt einer Aussage ist Ihnen schon geläufig?

"Was ist nochmal Elite ? Haben wir eine Mehrklassen-Gesellschaft?"

"Elite", das sind diejenigen, ohne die kein Gemeinwesen sich sinnvoll organisieren lässt. Oder kennen Sie ein Gegenbeispiel? Eine "Mehrklassen-Gesellschaft" haben wir deshalb noch lange nicht.

"Mir ist egal wie jemand sich nennt, Papst, Präsident, Bischof oder Dr. ..."

Mir auch!

"... niemand steht menschlich gesehen über mir !!!"

Stimmt! Behauptet aber auch niemand.

... hachja..."Besorgter Bürger" in Gänsefüßchen,"auf die vermeintlich(!) verdorbenen Eliten eindreschen". Ich habe es schon vermisst, schön dass Sie da sind Herr Saar. Ich war fast schon ein wenig besorgt.

Kostas Aslanidis | Di, 14. Februar 2017 - 18:28

Das wir die "Gute, Heilige" Merkel haben. Die Inhaltslose Phrasen sprudelt "hölzerne Sprache" und meistens das " Stumme Wasser" trinkt. Über jeden Blödsinn wird berichtet, die wirklichen Probleme negiert. Das wird alles zusammenbrechen

Reiner Jornitz | Di, 14. Februar 2017 - 19:55

Mann sagt Höflichkeit in der Liebe, ist wie Öl für den Motor!" Höflichkeit und Respekt sind die Grundlagen und Werte einer Gesellschaft" liege ich richtig? Aber wie soll man sich verhalten , wenn der Respekt und die Achtung vor dem eigenen Volk ignoriert wird! Auf die Straße gehen haben wir Deutsche verlernt und sind im Focus der amerikanischen und deutschen Sicherheitsorgane. Man wird von der linken Presse als Pegida und rechtes Pack bezeichnet. Selbst namhafte Professoren wurden wegen konstruktiver Kritik am Etablissement mundtot gemacht obwohl gleiche Partei ( CDU) wegen der Flüchtlingsproblematik ! Was erwarten diese Personen , die keine Entschuldigungen kennen, die Arrogant ihr Eigenleben kennen, die nicht einmal wissen was 1 Pfd. Kaffee kostet und wie das Leben teuer ist vom Bundesbürger? Das Hurra geschriehen wird oder Dankeshymen losgetreten werden. Das wäre zu viel verlangt! und zu guter Letzt " des Volkes Wille ist 2,rangig,weiter so" Wenn das nicht auf Dauer schiefgeht!

Michaela Diederichs | Di, 14. Februar 2017 - 19:59

wäre ich schon dankbar, wenn ich noch das Etikett deutsch tragen dürfte - made in Germany. Jetzt bin ich eine, die schon immer hier lebt. Auf diese Art von PC kann ich gut verzichten. Niedlich reden mag Neusprech speziell von Politiker*innen sein, aber es gefällt mir nicht. Und niedlich reden und niedlich handeln sind ja auch noch mal ganz verschiedene Welten. Siehe auch der Artikel von Christoph Schwennicke.

http://cicero.de/berliner-republik/angela-merkel-die-abschiebekanzlerin-

Sepp Kneip | Di, 14. Februar 2017 - 22:15

Wenn mit Trump der political correktness ein Schlag versetzt würde, wäre das gar nicht so schlecht. Trumps offener Schlagabtausch ist erfrischend, wenn auch manchmal etwas rüde. Er sagt, was aus seiner Sicht gesagt werden muss und die Adressaten wissen Bescheid. Viel schlimmer finde ich, dass der Präsident vom eigenen CIA oder anderen Geheimdiensten abgehört wird. In wessen Auftrag eigentlich? Befindet sich der neue Präsident genau so in den Fängen der Strippenzieher wie seine Vorgänger? Sollte das der Fall sein, brauchen wir uns in Europa keine Hoffnung auf eine grundlegende Änderung der derzeitigen Politik zu machen. Dann bliebe alles beim Alten und Merkel würde weiter das Geschäft der Welterneuerer besorgen. Da wäre mir ein unangepasster Trump mit seiner politischen Unkorrektheit und seinen markigen Botschaften lieber.

Heinrich Niklaus | Mi, 15. Februar 2017 - 19:43

In reply to by Sepp Kneip

Die entscheidende Frage lautet: Wer von den abhörenden US-Institutionen hat die klassifizierten abgehörten Informationen an die Washington Post mit der Absicht weitergereicht, der aktuellen US-Regierung zu schaden.

Was läuft da eigentlich innerhalb der US-Institutionen(CIA, FBI NSA etc.) aus dem Ruder. Ich stelle mir gerade vor, der deutsche BND hört Herrn Altmeier im Kanzleramt ab und steckt die Informationen dann dem SPIEGEL durch.

Sollten wir uns nicht lieber darüber aufregen, dass Geheimdienste demokratisch legitimierte Regierungen angreifen? Und ist es nicht uneingeschränkt nachvollziehbar, dass neu gewählte Regierungen bereits in der Übergangszeit Kontakte zu anderen Regierungen herstellen!

Verkehrte Welt!

Willy Ehrlich | Do, 16. Februar 2017 - 16:02

In reply to by Sepp Kneip

Nur, wenn mein eigener Geheimdienst bei mir mithört, kann ich erfahren, wer das sonst noch alles tut.

Hans von Massow | Di, 14. Februar 2017 - 22:35

Manchmal wünsche ich mir gerade in öffentlichen Auseinandersetzungen einen gesunden, ablehnenden Reflex auf die Fülle von Geschmacklosigkeiten, mit denen wir uns im Rahmen der Kommunikations- und Umgangsformen konfrontiert sehen.

Vielleicht wurde es mit der Lockerheit bzw. der stilistischen Beliebigkeit seit 68 ein wenig übertrieben. Wie soll man da jetzt aus der Gesellschaft heraus ein an sich notwendiges Korrektiv erwarten?
So sollten wir uns nicht wundern, wenn der Umgang, gelinde ausgedrückt, rauer wird. Das hat was mit Erziehung zu tun, die sich die Gesellschaft aber über Jahrzehnte selbst aberzogen hat.

Diese Einstellung muss übrigens nicht den Menschen über 80 vorbehalten sein. Ich selbst wurde durch die Zustände in den Siebzigern geprägt. Es waren mitunter tatsächlich Zustände, die gerade in ästhetischen Dingen einige Wünsche offen ließen. Aber eine Diskussionskultur gab es und die Demokratie war durch akzeptierte Grenzen gesichert und dadurch funktionstüchtig.

Hans Beyer | Di, 14. Februar 2017 - 23:10

Ich bitte, diesen feministischen Hassbegriff gegen Männer zu vermeiden. Gerade von einem männlichen Redakteur darf man Respekt nicht allein für Frauen, sondern auch für seinesgleichen, für Männern erwarten.

Christa Wallau | Mi, 15. Februar 2017 - 01:53

...führt - zwangsläufig - zu einer Bewegung in die entgegengesetzte Richtung.
So sehe ich in den unkontrollierten, groben bis ausfallenden Äußerungen Trumps und vieler heutiger Zeitgenossen in erster Linie eine Art von Retourkutsche auf die jahrzehntelange Bevormundung durch eine Kaste von Leuten, die politische u. sprachliche Korrektheit zu ihrem Lieblingsthema gemacht und sich zu Gralshütern des Wortes erhoben hatten.
In den USA war die Sprachkontrolle bisher derart stark ausgeprägt, daß der normale
US-Amerikaner sich fast nicht mehr äußern konnte ohne Gefahr zu laufen, heftig kritisiert, wenn nicht gar polizeilich belangt zu werden.
So ist das eben:
Je penetranter man etwas einseitig betreibt, umso heftiger ist irgendwann die Gegenbewegung.

Angewandt auf Deutschland:
Je länger die vereinigte Politiker- u. Medienwelt sich unisono auf den Kampf gg. alle Bürger "Rechts v. d. Mitte" einschießt, umso stärker u. gröber dürfte die Antwort der Gescholtenen einmal ausfallen.

Johannes Luig | Mi, 15. Februar 2017 - 08:00

Wie schon bei vielen Ihrer Analysen bei Phönix liegen Sie daneben. Sie verkennen den Mechanismus der Political Correctness. Es geht nicht um Höflichkeit, sondern um Zensur und Meinungsdiktat. Trump ist das egal. Herrlich!
Wer Merkel 2015 kritisierte, galt als xenophob oder gleich als Nazi. Dieser schreckliche Mechanismus blockierte unsere politische Kultur. Alle Parteien und Institutionen ordneten sich dem Diktum 'wir schaffen das' unter. Den Schlamassel sehen wir heute.
Sich der pc zu widersetzen Bedarf Mut, Überzeugung und Persönlichkeit. Trump ist ein starker Mann, der sich dem infantilisierten, aber deshalb um so gefährlicheren Mainstream entgegenstellt.
Die Berichterstattung über ihn soll davon ablenken. Und Sie bedienen dieses Programm.
Ist Ihnen das bewußt?
Mit freundlichem Gruß
Johannes Luig

Christop Kuhlmann | Mi, 15. Februar 2017 - 10:50

ist auch deshalb verpönt, weil sie polarisiert. Somit sind unversönliche Konflikte vorgezeichnet. Reibungsverluste sind jedoch kostspielig und Innenpolitik zu lasten internationaler Beziehungen kurzsichtig. Sicher kann man klar und deutlich sprechen, jedoch werden auch die Flegel an ihren Erfolgen gemessen. Die sind ja bei Putin, Erdogan und Trump eher bescheiden. Alle drei lösen außenpolitische Konflikte aus. Das führt zumindest bei Putin und Erdogan zu verlustreichen, militärischen Einsätzen oder gar der Unterstützung von Terroristen, die sich später gegen sie wenden und zu vermehrten Rüstungsanstrengungen potenzieller Gegner. Wir werden sehen inwieweit Trumps Politik ein ähnlicher "Erfolg" beschieden ist. Hier erleben wir einen beginnenden Konflikt auf der wirtschaftlichen Ebene. Die beiden Hauptgläubiger der USA, China und Japan kürzen die Kredite. Die EU denkt über mögliche Sanktionen bei den angedrohten Einfuhrtsteuern nach. Alle Seiten bereiten nun Eskalationen vor.

Wilhelm Maier | Mi, 15. Februar 2017 - 11:09

„den realen und den virtuellen Raum gleichermaßen zu beherrschen.“
„gleichermaßen“ das wehre eventuell noch einige Maße richtig, aber ich glaube das der „virtuellen Raum“ zur Zeit weit fortgeschritten ist.
Und wen ich noch Lobeshymne ohne Ende an Trump von Seiten der auch Deutschen Medien denke, und wie manche Laudatoren mit überschwänglichem Lob sich selbst mehrfach übertroffen haben, kommen mir die Tränen der Rührung. Alles Gute.

martin falter | Mi, 15. Februar 2017 - 12:18

gerade wieder in die andere Richtung. Nach der übertriebenen Korrektheit und dem Umbiegen von Wahrheiten bzw. dem Euphemismus, kommen jetzt die Rüpel und Dauermotzer. Im Grunde auch nicht besser.....

Robert Flag | Mi, 15. Februar 2017 - 12:34

Trotz all dieser beschriebenen Transparenz gibt niemand heutzutage noch etwas darum, daß Fr. Merkel z.B. noch 2003 Multikulti für gescheitert erklärt hat und sogar lautstark eine Zuwanderungs-Obergrenze gefordert hat, mit dem Hinweis, daß man das doch wohl ansprechen dürfen muß, ohne gleich in die Rassistenecke gestellt zu werden.
Man sollte die se neuen Kommunikationsinstrumente nicht überbewerten. Ein jeder hat stets nur das gehört, was er hören wollte und das Chaos haben immer die verursacht, die es zu verhindern suchten.

Harro Meyer | Mi, 15. Februar 2017 - 12:57

Zurückhaltung und Höflichkeit erleichtern das Zusammenleben, bringen uns bei der Problemlösung im Allgemeinen aber keinen Schritt weiter. Fortschritt muss immer errungen werden. Siehe: französische Revolution. Der größte Schritt der letzten 300 Jahre, der in allen demokratischen Verfassungen weiterlebt.

Ernst Laub | Mi, 15. Februar 2017 - 22:57

Im "kleinen Grenzverkehr" benahmen sich auch deutsche Politiker – allen voran Steinbrück – bewusst rüpelhaft, besonders als sie – mit Unterstützung der Wall Street und der City of London (und in deren Interesse) einen wesentlichen Beitrag zur Demontage des Finanzplatzes Schweiz (*) leisteten.
Nun - ich kann es kaum glauben - spielen sich plötzlich Leute wie Merkel, Gauck, Steinmeier und wie sie alle heissen Trump gegenüber als Lehrmeister auf. Wahrscheinlich glauben sie, dass Obama und Clinton in Washington immer noch das Sagen haben (oder dass Trump demnächst gestürzt wird), sonst hätten sie es sich wohl kaum getraut. Ich kann es nun nicht erwarten, bis das Berliner Laientheater von Trump, dem Laienpolitiker, – so brüsk und machohaft wie möglich - auf den Boden der Realität geholt wird.
(*) Bis anhin der Bankenplatz der deutschen Handwerksmeister und Zahnärzte…… sowie der vor den amerikanischen Weltpolizisten geheim gehaltenen „Reptilienfonds“ deutscher Grosskonzerne……

Hans Georg Lips | Mi, 15. Februar 2017 - 23:35

Ich meine wir erleben nun endlich einmal Politik direkt und nicht via Hinterzimmer und dann noch verdünnt durch Spin doctors.Wir sollten aufgeschlossen sein für diese Art der Politik, wo wir, wenn gewünscht, direkt teilnehmen können.Ich persönlich gehe nach folgendem Rezept vor: Zuhören, darüber nachdenken und zuwarten bis Reaktionen kommen.Nicht diejenige hysterischer Besserwisser und Journalisten.
Die Entscheide Trumps werden auch schnell korrigiert, wo nötig.
Da gibt es reihenweise Leute, die sagen Trump habe keine Ahnung von Politik.Dazu sage ich, wenn Trump ein erfolgreicher "deal maker" ist, dann ist er goldrichtig für die Politik, denn Politik ist "deal making".Was denn sonst.

Werner Geissler | Do, 16. Februar 2017 - 10:50

Na ja, das Problem mit Trump ist ja nicht, dass er Sachen in einer politisch inkorrekten Art und Weise anspricht und ausdrückt, sondern dass seine Sachen oft erlogen und erfunden sind und dass er kaum zu einer nuancierten und differenzierten Betrachtungsweise fähig ist. Er trifft die Merkmale soziopathologischen Verhaltens ziemlich gut. (Zitat aus Psychology Today: -superficial charm and good intelligence; unreliability; untruthfulness and insincerity; lack of remorse and shame; pathological egocentricity and incapacity for love; specific loss of insight, etc.

Eine Person die Klartext spricht und die Wahrheit sagt, warum nicht. Wie sie richtig erkennen Herr Geissler,was Herr Trump loslässt ist leider oft nicht die Wahrheit. Wenn ihn dann jemand im Klartext sagt "Junge du erzählst Stuss das stimmt nicht" so wäre hier eine Prüfung der Fakten angebracht, oder. Was aber in der Hauptstadt der "wichtigsten" Demokratie des Westens zur Zeit abgeht ist die "Alternative Aktenlage" und die Diffamierung der Medien anstatt sich mit ihnen auseinander zu setzen. Wäre dieser Präsident ein Autoverkäufer ich denke nicht das ich jemals bei einer solchen Type Kunde würde.- Demagogie betreibt, wer bei günstiger Gelegenheit öffentlich für ein politisches Ziel wirbt, indem er der Masse schmeichelt, an ihre Gefühle, Instinkte und Vorurteile appelliert, ferner sich der Hetze und Lüge schuldig macht, Wahres übertrieben oder grob vereinfacht darstellt, die Sache, die er durchsetzen will, für die Sache aller Gutgesinnten ausgibt.. Martin Morlock 1977.. trifft zu

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