Separatismus - Die Erschütterung Europas

Nach dem Brexit verdeutlicht nun die Unabhängigkeitsbewegung Kataloniens die Risse in unserer Gesellschaft. Auf die Globalisierung reagieren die Menschen mit einem radikalen Regionalismus, vom Staat und der Staatengemeinschaft wenden sie sich ab. Kann ein junger Staatschef das kitten?

Junge Menschen protestieren für ein unabhängiges Katalonien
Anhänger der katalanischen Unabhängigkeitsbewegung: „Ich träume auf Katalanisch“ / picture alliance

Autoreninfo

Constantin Wißmann schreibt für verschiedene Zeitungen und Magazine. Er hat in London Geschichte studiert und die Berliner Journalisten-Schule absolviert. Er arbeitet für Cicero Online. 

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„Drehend und drehend in immer weiteren Kreisen, hört der Falke seinen Falkner nicht; Alles zerfällt, die Mitte hält nicht mehr; Und losgelassen nackte Anarchie, und losgelassen blutgetrübte Flut, und überall ertränkt das strenge Spiel der Unschuld; Die Besten haben keine Überzeugung mehr, die Schlimmsten sind von Kraft der Leidenschaft erfüllt.“ Der irische Dichter und Nobelspreisträger William Butler Yeats schrieb diese Zeilen 1919. Der erste Weltkrieg war gerade zuende gegangen, Yeats selbst hatte hautnah erlebt wie der irische Bürgerkrieg 1916 blutig niedergeschlagen wurde und sah nun aus der Ferne zu, wie die Bolschewiken das Zarenreich Russland auseinanderrissen. All das weckte in ihm ein beunruhigtes und beunruhigendes Gefühl von unumkehrbarer Veränderung.

Der Doppelschlag gegen die EU

Natürlich ist ein Vergleich zur heutigen Situation auf den ersten Blick absurd. In Europa gibt es weder einen Welt-, noch einen Bürgerkrieg. Aber doch treten die Risse in der Gesellschaft immer deutlicher hervor. In fast allen westlichen Ländern gewinnen die Parteien am Rand des politischen Spektrums immer mehr Anteile der Stimmen und vergrößern so den Spalt zwischen denen, die ein offenes Staatssystem wollen, und denen, die es verschließen möchten. Die Nationen zerbröseln in regionale Gemeinschaften und die Löcher in der Europäischen Union, jenem Bollwerk für Sicherheit und Stabilität, lassen sich kaum noch zudecken. Der Brexit und jetzt die katalanische Unabhängigkeitsbewegung haben der Union so etwas wie einen zeitversetzten Doppelschlag versetzt. Um sich vor Augen zu führen, wie gefährlich die Situation in Spanien gerade ist, sei an Jugoslawien nach 1989 erinnert: Es dauerte nur zwei Jahre und das Land hatte sich vom Strandbad zum Schlachtfeld gewandelt.

Das zerreißende Zentrum ist kein rein europäisches Problem. Im Nahen Osten ist kaum noch ein verbindendes Element erkennbar. Die Kurden im Nordirak haben gerade ihr eigenes Unabhängigkeitsreferendum abgehalten, was einen weiteren Krieg in der explosiven Region nach sich ziehen könnte. Gleichzeitig zieht es die Kurden in der Türkei und im Iran immer stärker weg vom ungeliebten Staat, in Syrien haben sie mit der Royava-Region schon de facto einen eigenen Staat geschaffen. Sezessionsbewegungen gibt es auf fast jedem Kontinent, in Kamerun und Nigeria, in Tibet und Myanmar, in Brasilien und nicht zuletzt in der Ukraine und Georgien.

Die vierte große Erschütterung

Der US-amerikanische Journalist Josh Feffer teilt die moderne Geschichte Europas auf in drei große Erschütterungen. Die erste war das Konzept der Nation, das die großen Reiche der Hohenzollern, der Habsburger, der Romanows und der Ottomanen letztlich mit der Explosion des Ersten Weltkriegs aus der Geschichte katapultierte. Die zweite Erschütterung war der Kollaps der Kolonialreiche, der auf der ganzen Welt neue, mehr oder weniger unabhängige Staaten entstehen ließ. Die dritte Erschütterung war das Ende des Kommunismus, aus dem 20 neue Mitglieder der Vereinten Nationen entstanden (zuvor war in 50 Jahren nur Bangladesch hinzugekommen). Wenn jetzt die Nationalstaaten auseinanderbrechen, liegt der Gedanke nicht fern, dass wir gerade die vierte große Erschütterung erleben. Wahrscheinlich kommen uns deswegen die Zeilen von Yeats, dem Zeugen der ersten, so unheimlich bekannt vor.

Die EU zumindest kommt aus der Krise nicht heraus. Zum ersten Mal seit ihrer Gründung verliert sie an Gebiet. Bis zum Brexit konnte sie kontinuierlich expandieren, von 6 Mitgliedstaaten 1957 wuchs sie an zu heute 28. Sollte neben Großbritannien auch Katalonien austreten, würde die EU mehr als ein Fünftel ihrer Wirtschaftskraft verlieren. Dazu sind im Bereich des Möglichen: Ein Tschexit, nachdem ein rechter Milliardär zum Ministerpräsidenten gewählt wurde und nun offenbar eine Koalition mit einer Anti-EU-Partei bilden wird. Ein Nexit, wenn es Geert Wilders gelingt, in den Niederlanden seine Wählerbasis zu vergößern. Und ein Italexit, da mittlerweile 57 Prozent der Italiener ein Referendum über den EU-Verbleib abhalten wollen. Selbst in EU-freundlichen Ländern wie Deutschland und Österreich gewinnen Kritiker an Zulauf. Die AfD gewann in Deutschland 12 Prozent der Wählerstimmen, die FPÖ wird mit großer Wahrscheinlichkeit jenseits der Alpen an die Macht kommen.

Die schwache Mitte

Doch nicht nur im Innern drücken Staaten  die EU von sich weg, auch von außen wird an ihr gezerrt. Der Kremlin unter Wladimir Putin freut sich über eine schwache EU und auch der US-Präsident Donald Trump hat die Euroskeptiker umarmt, um, in den Worten seines ehemaligen Beraters Steve Bannon, „die Dekonstruktion des administrativen Staates“ zu fördern.

Die wichtigste Kraft, die die Union überhaupt erst hat entstanden lassen und bisher ihr Überleben gesichert hat, war die Kraft der Mitte. Mitte-Links- und Mitte-Rechts-Parteien in den Mitgliedsländern traten stets als Verteidiger der Union auf. Ist also die Mitte zu schwach geworden, um das Zentrum halten zu können?

Man könnte auch sagen, sie hat sich schwach gemacht. Die Regierungen vieler europäischer Staaten unterstützten die Kriege der USA im Nahen Osten – in Afghanistan, Irak und Syrien – oder initiierten sie sogar wie in Libyen. Diese Kriege, wie humanistisch auch ihre Ziele gewesen mögen, haben das dünne Klebeband, das den Nahen Osten zusammenhielt, vollends zerrissen und dazu geführt, dass hunderttausende Flüchtlinge nach Europa kamen. Daraus folgte in Europa ein Anstieg von Fremdenfeindlichkeit und Islamophobie, die wiederum die sogenannten rechtspopulistischen Parteien befeuerten. Mit dem Ergebnis, dass fast überall in Europa nun ein Echo der zerberstenden Staaten des Nahen Ostens hallt.

Für wen ist der Staat da?

Doch damit einher geht etwas, das schwieriger zu greifen ist. Und das hat mit der Idee des Staates zu tun und der Frage: Wofür, oder besser, für wen ist der Staat eigentlich da? Die moderne Nation, so wie sich jetzt darstellt, ist ein Instrument, das in den Dienst einer bestimmten politischen Ökonomie gestellt wird. Sie bietet den industrialisierten Gesellschaften einen demokratischen Überbau und das Kapital, das sie antreibt. So weit, so rational, so gut. Doch zu diesem Zweck ist in den Staaten zu viel abhanden gekommen, und in ihrem Verbund, der Europäischen Union, hat sich dieser Verlust potenziert. Brüssel ist den Menschen zu abstrakt, und wenn sich dort zahlreiche Beamte redlich darum bemühen, Produkte weniger gesundheitsgefährdend zu machen, kommt das am Ende so an, als wollten die Bürokraten in ihrer Regulierungswut auch dem Italiener vorschreiben, wie er seine Pizza zu backen hat.

Hinter dem Staat steht die Überlegung, „was funktioniert am effizientesten?“, und nicht „so wollen die Menschen leben und damit können sie sich identifizieren“. Und Identifikation funktioniert offenbar immer noch am besten über die Sprache und das gemeinsame Gedächtnis, auch wenn viele Traditionen eher in der Vorstellung überliefert sind als in der Realität. Das fängt schon damit an, dass ein Norddeutscher mit dem Karneval meist so gut wie nichts anfangen kann.

Gegenreaktion auf die Globalisierung

In vielerlei Hinsicht ist die Wiederbelebung des Regionalen eine Reaktion auf die Globalisierung und den damit einhergehenden Kosmopolitismus. Während eine Globalkultur sich, angefeuert von neoliberalen Kräften, rasend schnell verbreitet, verwischt sie gleichzeitig jede Form der Identität. Doch das ruft bei den meisten Menschen eben eine heftige Umklammerung des Gegenteils hervor. Als Zukunft wollen die Menschen die Vergangenheit.

„Ich träume auf Katalanisch“, sagte einer der Demonstranten für ein unabhängiges Katalonien, und wer mag es ihm verdenken? Wer kann es Menschen einer Region, einer gewachsenen Gemeinschaft, verdenken, wenn sie sich wünschen, dass sie so bleibt, wie sie ist und wie die Bewohner sie lieben?

Doch auch dieses Denken hat seine Schattenseite. Denn indem die Menschen sich von der Gemeinschaft abwenden, sei es die einer Nation oder die von vielen Nationen wie der Europäischen Union, wenden sie sich auch ab von Zielen, die den meisten Menschen gemeinsam sind. Denn trotz des möglichen Missbrauchs des Gewaltmonopols und all seiner bürokratischen Mängel ist der Staat nach wie vor die beste Möglichkeit, die Umwelt zu schützen, ein soziales Sicherheitsnetz bereitzustellen und möglichst vielen gerechte Bildungschancen zu bieten. Ganz zu schweigen von seiner Fähigkeit, sich mit anderen Staaten zu verbinden, um globale Probleme wie den Klimawandel, Terrorismus oder Pandemien anzugehen.

Passt Merkels Stil noch in die Zeit?

Wie lässt sich also diese vierte große Erschütterung überstehen, wie lässt sich die Mitte halten, an der von allen Seiten so starke Kräfte ziehen? Lange galt Angela Merkel als Inbegriff der Stabilität, als personifizierte Rationalität in einer immer verrückter werdenden Welt. Doch passt ihr Politikstil der bürokratisierten Konfliktvermeidung noch in die Zeit? Wie Alexander Grau geschrieben hat, sind politische Probleme für Merkel dysfunktionale Zustände, die im Rahmen des gesetzlich Vorgegebenen seriell abzuarbeiten und aufzulösen sind. Aber gerade jetzt, in Katalonien und anderswo, wird die Politik von Gefühlen gesteuert, von Leidenschaften und Ressentiments. Und damit kann die Kanzlerin im Grunde nichts anfangen.

Doch während, um auf Yeats zurückzukommen, die Schlimmsten von der Kraft der Leidenschaft erfüllt sind, gibt es in dieser vierten Erschütterung der europäischen Welt einen, der sich ihnen entgegenstellen kann. Einen, der den Mittelweg nicht langweilig und veraltet erscheinen lässt, sondern voller Leben, dringend, radikal und sogar glamourös. Die Rede ist von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. Sein radikaler Zentrismus ließ sich erleben in seinen beiden Reden zur Europäischen Union. Mehr aber noch in einem eineinhalbstündigen Interview im französischen Fernsehen.

Macrons Kampf gegen den Fanatismus

Es waren mit ungeheurer Vehemenz vorgetragene Tiraden gegen die Stumpfheit jeder Form des Fanatismus, sei er religiös, sozial oder sonstwie geraten. Dagegen schlug Macron sich wie die Hollywood-Version eines Anwalts für die Kraft des Möglichen in die Bresche, fest dazu entschlossen, eine Gesellschaft so zu verändern, dass es tatsächlich funktioniert – und nicht auf die Art, die im Fernsehen und bei Wahlveranstaltungen gut klingt, auf dem Boden der Tatsachen aber versagt und dort nur wieder Fanatismus produziert. Nur wenige Politiker sind in der Lage, den gesunden Menschenverstand so zu formulieren, dass er wie eine große Vision klingt. Vom Erhabenen zur Lächerlichkeit ist es nur ein Schritt, sagte ein anderer französischer Staatschef einst. Und von Helmut Schmidt wissen wir, dass er zum Arzt ging, wenn er Visionen hatte. Schön und gut. Doch nicht nur in Spanien liegt die Welt, wie wir sie kennen, auf der Intensivstation.

Alfred Kastner | Mo, 30. Oktober 2017 - 18:37

„Zauberer Macron, Zauderin Merkel“!
Macron besitzt eine klare Agenda, die Merkel (außen- noch innenpolitisch) nie hatte. Europa benötigt eine Führung, die überzeugende Initiativen zur Lösung der wirtschaftlichen und politischen Herausforderungen ergreift.
Die Bundesregierung unter Merkel beschränkt sich auf das Ausbremsen der Initiativen anderer Mitgliedstaaten und ist insgesamt plan- und orientierungslos. Wie kann es sein, dass neun Jahre nach Ausbruch der Eurokrise die großen Probleme noch immer keiner nachhaltigen Lösung zugeführt werden konnten?
Die Bundesregierung fährt europapolitisch lediglich „auf Sicht“, nach dem Gipfel ist vor dem (Krisen-)Gipfel. Sobald die Euro-Krise aus den Nachrichten verschwindet, lässt die Regierung das Thema wieder fallen. Im Bundestagswahlkampf war es kaum ein Thema.
Merkel sitzt derzeit noch auf dem europäischen „Thron“.
Macron wird ihr auf galante Weise beim Herabsteigen behilflich sein.

Heinrich Niklaus | Mo, 30. Oktober 2017 - 18:59

Das Völkerrecht ruht auf zwei Säulen: Dem Selbstbestimmungsrecht der Völker und der territorialen Integrität der Staaten.

Diese Grundsätze sind eigentlich unvereinbar. Und dass sich territoriale Integrität nicht erzwingen lässt, zeigen die jüngsten Separationen: Kosovo, Donbass und andere kurz vor der Separation stehende Unabhängigkeitsbestrebungen in Europa.

Dass die EU, die lieber heute als morgen zum Bundesstaat aufwachsen möchte, sich gegen die katalonischen Unabhängigkeits-Befürworter stellt, ist nicht verwunderlich.

Mit dieser Politik werden aber eher die Fliehkräfte in Europa gestärkt. Bereits am 09.11.2014 haben die katalanischen Bürger über die Frage der Unabhängigkeit abgestimmt. 80 Prozent stimmten mit ja! Spanien kriminalisierte daraufhin die Initiatoren( Artur Mas, Joana Ortega, Irene Rigau).

Dieses sehr zweifelhafte Vorgehen wird die EU und ihre Mitgliedsländer eher spalten als einen!

..Alles festgeschrieben. Der Sueddeutsche Bund kann wiedererstehen. Wir haben mehr mit Schweizern und Österreichern gemein wie mit Pfälzern oder gar mit Berlinern und Holsteinern.
Ja, warum eigentlich nicht? 2 Fliegen mit einer Klappe:
1 kein Finanzausgleich D
2 keine Abhängigkeit DU
3 Können alles ausser Deutsch
4 Wir sind Merkel los
5 illegale Migranten raus
6 Wir sind wieder bei unserer Identität
7 unsere Leistung unser Geld
8 ich werde müde,denkt Euch noch was aus
...

Karin Zeitz | Mo, 30. Oktober 2017 - 19:02

kann ich in großen Teilen zustimmen. Ein Grund für die Rückbesinnung auf nationale Identitäten besteht darin, dass sich die EU-Bürokratie offensichtlich zur Aufgabe gemacht hat, alles und jedes zu regeln und die nationalen Parlamente weitestgehend zu entmachten. Die wirklich wichtigen Dinge dagegen lässt man schleifen und vertagt sie auf den St.-Nimmerleinstag. Das macht viele Menschen wütend. Wie Herr Wissmann so klug erkannt hat, gibt es in Europa viele regionale Unterschiede in den Mentalitäten und der Versuch, alle über einen Kamm zu scheren muss zum Scheitern führen. Hinsichtlich der Unterstützung von Seperatismus hat die EU mit der Abspaltung des Kosovo einen Präzedenzfall geschaffen, der ihre jetzige Position zu Katalonien heuchlerisch erscheinen lässt. Im Übrigen sollte der Staat für alle da sein, die ihn erhalten und finanzieren - in unserem Falle für die deutsche Bevölkerung.

Reiner Kraa | Mo, 30. Oktober 2017 - 19:28

Das Gegenteil ist der Fall. Es ist ein Abwenden von Versuchen linksgrüner Ideologen und Brüssler Bürokraten, eine graue bedeutungslose Menschenmasse herzustellen. Globalisierung in deren Sinn bedeutet Import von Armut und Unrecht in ehemals reiche funktionsfähige Regionen und ist das genaue Gegenteil von Kosmopolitismus. Dagegen wehren sich die europäischen Völker. Die eine solche Politik gegen die Menschen betreiben sind keine "Falkner", wie der Autor meint. Das sind Chaoten, die gestoppt gehören. Das die EU nicht aus der Krise kommt, liegt an der von Anfang an geplanten Brüssler Zentralsaatlichkeit. Eines ihrer Hauptmerkmale besteht darin, Bürgerinitiativen und Volksabstimmungen verhindern zu wollen, oder ihre Ergebnisse nicht zur Kenntnis zu nehmen.
Wer sich aber so über den Willen der europäischen Völker hinwegsetzt, hat sich als Politiker selbst disqualifiziert. Und der junge kittende Staatschef?? Das soll doch nicht etwa Macron sein!? Einfach lächerlich.

... lieber Herr Kraa.
Menschen wollen keine "graue, bedeutungslose Masse" sein, die zentral gesteuert und verwaltet wird. Sie werden sich - ZU RECHT! - immer dagegen wehren,so lange sie können.
D A S ist der Kern der Sache! Je stärker die undemokratische Zentralisierung
in der EU fortschreitet, umso stärker werden die Fliehkräfte.
Wenn das Identifikationsgefühl innerhalb des Nationalstaates nicht mehr gewünscht, erhalten und gepflegt wird, dann greifen die Bürger eben zum Halt in der nächstkleineren Identifikationseinheit - der REGION.

"Wer sich über den Willen der europäischen Völker hinwegsetzt, hat sich als Politiker selbst disqualifiziert. Und der junge kittende Staatschef? Das soll doch nicht etwa
Macron sein!? Einfach lächerlich!"

Besser kann man es nicht ausdrücken, Herr Kraa. Danke.

genau so ist es, das trifft den Nagel auf den Punkt!

Brüssel soll sich auf die wirklich wichtigen Dinge konzentrieren: Handelswirtschaft, Friedensabkommen und Zusammenarbeit für die innere Sicherheit. Gurken, Glühbirnen, Staubsauger, Eurobonds, Eukraten .... braucht keiner. Mehr Demokratie im System schon.

Europas eine Ausdifferenzierung unter einem mächtigeren Dach ermöglicht, als dem des Nationalstaates.
Europa ist ja auch ein innerer Nichtangriffspakt, mehr noch, ein Interessenausgleich, auch wenn es manchen zuwenig ist.
Wer nicht gegen seinen ehemaligen Bund alleine stehen könnte, kann es in Europa.
Das klingt schäbig, aber ich glaube dies wollen nur solche, die dann auch ein kleines Land gestalten wollen und es eben im alten zuwenig durften.
Die Flucht von Herrn P... fand ich entsetzlich melodramatisch, er ist evtl. die falsche Person, aber es gibt nun mal Spanien und jetzt die EU und bei Letzterer wollen die Katalanen andocken.
Die EU wird stärker durch solche Prozesse der Selbstbestimmung als "durch einen Finanzminister".
Wenn Spanien nicht föderal ist wird es Abspaltungen geben.
Der Größe wegen floh P. nach Belgien? Trotz des lieben Films über den Zoll, definieren sich die Belgier stärker nach den Niederlanden und Katalonien wird als Staat "spanisch" bleiben?
Abspaltung

Petra Wilhelmi | Mo, 30. Oktober 2017 - 19:36

"Wenn jetzt die Nationalstaaten auseinanderbrechen, liegt der Gedanke nicht fern, dass wir gerade die vierte große Erschütterung erleben. "
Europa wird mit Macht kaputt gemacht. Es ist leider genauso gewollt. Den Grundstein dafür legte die EU selbst, weil sie weit entfernt von ihren Bürgern ist. Die falsche Geldpolitik, die Wirtschaftspolitik, der Euro, die Immigrationspolitik, damit zerstört man einen gewachsenen Kontinent. Der Konflikt in Katalonien selbst schwelt aber schon über 10 Jahre lang. Was nach den Zusammenbruch der Nationalstaaten kommt, sollte uns Angst mache. Meines Erachtens werden es nicht mehr Länder, sondern ein sogenanntes alternativloses Einheitseuropa mit einer sogenannten alternativlosen Führung. Und es wird der Abgesang Europas sein.

Franz Schmid | Mo, 30. Oktober 2017 - 21:49

In reply to by Petra Wilhelmi

Bayern und Württemberg sind alte Staaten.
Lasst sie gehen!
Sie brauchen D und EU nicht!
...
Und die über dem Weiswurstaquator mögen "uns" sowieso nicht. Win win,oder?

Stefan Welzel | Mo, 30. Oktober 2017 - 20:04

Reiner Kraa + Constantin Wißmann mit zwei gegensätzlichen, engagierten Europa-Statements, wie ich sie liebe. Mit Herzblut!

Europa käme evtl. aus der Falle, Separatismus bekämpfen zu müssen, wenn es ihn einplanend + organisiert duldete. Ein separierter Staat wird automatisch Teil der EU. Die Diplomaten müssen allerdings noch geboren werden, die solch ein Thema an die vielen verängstigten Großstaaten vermitteln.

Nur: Wenn der Kitt, der uns in Europa zusammen halt, nicht Zuneigung, Respekt, Heimat- und Vaterlandsliebe ist, sondern Drohung und Zwang, dann kann das nix werden mit einem geeinten Europa.

Sehr gut, Herr Welzel! Sie haben es auf den Punkt gebracht:
"Wenn der Kitt, der Europa zusammenhält, nicht Zuneigung, Respekt,
Heimat- und Vaterlandsliebe ist, sondern Drohung und Zwang, dann kann
das nix werden mit dem geeinten Europa." Genauso sehe ich das auch!

Stattdessen wollten unsere "klugen" Politiker ausgerechnet über das GELD die Einheit herstellen. Jeder weiß doch, daß beim Geld alle Freundschaft aufhört.
Geschwister verzanken sich bis auf's Blut, wenn es ums Geld (Erbe) geht.
Man hätte erst mal die Gemeinsamkeiten in der Kultur pflegen müssen, indem man
erkannt hätte, daß - bei allen indivuellen Aufprägungen - das europäisch-
abendländische, aufgeklärt-christliche Erbe hinter allem hervorleuchtet.

So wie sie - von Wirtschaft und Finanzwesen geprägt - bisher funktioniert, kann aus der EU niemals etwas Gutes werden. Sie trägt den Keim großen Streites in sich, da ihre Bürger - zu recht - in der EU nur gemeinsames Schuldenmachen u. bevormundende Gesetze erkennen.

Sepp Kneip | Mo, 30. Oktober 2017 - 20:26

"...sind politische Probleme für Merkel dysfunktionale Zustände, die im Rahmen des gesetzlich Vorgegebenen seriell abzuarbeiten und aufzulösen sind..."
Merkel hat nie Probleme gelöst, sie hat Probleme geschaffen. Geschaffen außerhalb des Rahmens des gesetzlich Vorgegebenen. Wenn die EU dabei ist, auseinanderzufallen, trägt Merkel daran ein gerüttelt Maß an Schuld. Mit ihrer, ihr von den Globalisierern aufgetragenen "Flüchtlings"-Politik hat sie den Bogen überspannt und die Briten zum Brexit ermuntert. Merkels und der EU Bürgerferne werden noch zu weiteren Verwerfungen führen. Das System Merkel wankt. Und das kann man nur gut heißen. Diese Frau ist derart abgehoben, dass sie nicht merkt, was sie anrichtet.
Nicht nur die Briten, sondern auch Osteuropa kapselt sich immer mehr von Europa ab. Wenn alle, wie Viktor Orbán, verinnerlicht haben, wer in Europa die Strippen zieht, werden noch mehr Länder der EU den Rücken kehren. Soros wird auf Dauer den Kürzeren ziehen.

oder Hillary Clinton?
Ich wünsche niemandem etwas Schlechtes, habe nur meine Zweifel.
Am wenigsten vermag Merkel könnte man meinen, aber "Menschen sterben auch an Bakterien".
Will damit sagen, dass normale Politik sie m.E. immer eingemeinden kann, aber es könnte dauern, wie auch bei den Flüchtlingen, die bei dem einen oder anderen umstandslos zu Migranten werden.
Ich subsummiere Merkel einfach nur unter Zeit- und Energieverschwendung.
Die dann unter K(r)ämpfen erreichten Positionen wären von Beginn an verhandelbare und lösbare Probleme gewesen.
Mit Merkel schwebt man immer Jahrelang über irgendeinem Abgrund.
Normale Politikabläufe könnten wieder mehr Menschen ermuntern.
So hat man doch das Gefühl, dass ständig die Welt gerettet werden muss.
Ich weiss nicht ob wir schon US-Verhältnisse haben, Hollywood könnte aber grüßen.

Dimitri Gales | Mo, 30. Oktober 2017 - 20:45

Die globalen Probleme entwickeln sich zunehmend dynamisch, eine alte Welt ist am zerbröseln, in Europa ist es die Nachkriegsordnung, die zur Debatte steht. Bereits André Malraux hat zu Beginn der 70iger Jahre vorausgesagt, dass die Regionen Europas immer stärker an Bedeutung gewinnen werden, und zwar als Folge der Globalisierung - die damals schon spürbar wurde. Denn die Globalisierung bringt nicht nur, wie oft gepredigt wird, Glück und Wohlstand für die Menschen, sondern generiert auch eine Masse von Verlierern, Zukunftsangst und soziale Unsicherheit.
Linke Parteien haben sich dem Kapital angedient und Wähler enttäuscht.
Hinzu kommt die Tendenz in Europa, Grenzen aufzulösen, Nationalstaatlichkeit in Frage zu stellen.....Themen, die beispielsweise Kapitalinvestoren entgegenkommen, denn je weniger Macht ein Nationalstaat hat, um so freier können die Märkte agieren. Ich denke, immer mehr Bürger sehen das kritisch.

Hermann Neumann | Mo, 30. Oktober 2017 - 22:39

Was ist eigentlich verwerflich, wenn ein Italiener kein Deutscher werden will?
Ein Franzose kein Engländer?
Ein Deutscher kein Grieche
usw. ?
Antwort: nichts!
Und die Politiker wollen es einfach nicht begreifen.
Politiker versuchen ganze Nationen nach ihrem Gutdünken umzuerziehen.
Das kann und wird nicht funktionieren.

Dorothee Sehrt-Irrek | Mo, 30. Oktober 2017 - 22:47

Wohl doch nur temporär?
Die EU unterstützt keine separatischen Bewegungen, aber wenn vorhanden dürfte sie m.E. eigentlich auch keine ungeliebte nationalstaatliche Dominanz über diese stützen.
Jugoslawien konnte geschehen, weil es nicht EU war.
Ich finde die Abspaltung Kataloniens zwar eher unsinnig, aber mit Gewalt würde ich sie nicht verhindern wollen.
Die EU sollte einen Vermittler entsenden, der ein gemeinsames Verfahren mit offenem Ausgang findet.
Freiheit und Selbstbestimmung sind ein hohes Gut, weshalb die Briten ja auch aus der EU wollten und auch nicht.
Anders als Herr Wissmann tippe ich auf eine Fehlentwicklung der EU in Richtung Dirigismus.
Der Punkt ist nicht wie vehement Macron eine Einheit beschwören kann, sondern wie er sie sieht und umsetzen will.
Vereint sie nur Frankreich in seinen Interessen, wird es nicht reichen.
Die EU ist zu großer Macht gekommen.
Geht das zu Lasten von näherer Identität, Selbstbestimmung und Wohlstand ...
Gut, dass wir so viele sind.

georg Xanthu | Mo, 30. Oktober 2017 - 23:18

Wessen Gesellschaft meinen Sie,Merkels,.Makrone..?das ist nicht unser Gesellschaft,Sie irren sich.Heutzutage leben wir in mehrere parallel Gesellschaften..leider.Wußten Sie das nicht..

Till Schneider | Di, 31. Oktober 2017 - 00:58

"Den gesunden Menschenverstand so formulieren, dass er wie eine große Vision klingt"? Also bitte. Das mit der großen Vision kann man ja noch durchgehen lassen, wenn man gerade seinen Utopischen hat, aber die Vision so ohne weiteres mit gesundem Menschenverstand gleichzusetzen, halte ich dann doch für gewagt, um es mild zu formulieren.

Klingt für mich, als hätte Constantin Wißmann die neue Habermas-Predigt im SPIEGEL gelesen und vergessen, vorher sein Glaubensmodul abzuschalten. Der gesunde Menschenverstand ist doch keine linke Glaubenssache. Schon eher trifft das Gegenteil zu.

Vinzenz Brandner | Di, 31. Oktober 2017 - 01:23

Die Nationen zerbröseln natürlich nicht in regionale Gemeinschaften, auch wenn das manchen EU-Jüngern so passen würde. Im Gegenteil, Sie konsolidieren sich, nicht zuletzt durch das Erstarken der bewahrenden konservativen Kräfte in Europa, Zeit wars. Dass Katalonien momentan einen ungesetzlichen Zwergenaufstand probt, ist eine Randnotiz (Man stelle sich nebenbei bemerkt einen deutschen Politiker mit Puigdemonts Courage vor, witzig). Zu den beklagten Löchern im Bollwerk EU: Das Bollwerk sind immer die Nationalstaaten selbst, weil sie im Gegensatz zur EU eine Armee haben, d.h. man kann sie zu nichts zwingen, was sie nicht wollen, ganz einfach. Die EU-Löcher bedeuten lediglich, dass die Nationalstaaten miitlerweile der Ansicht sind, dass die EU keine win-win Situationen mehr schafft - denn das, und nicht weltfremde Weltrettungsneurosen, ist ihre Aufgabe. Der Vergleich mit 1919 hinkt tasächlich gewaltig. Ein spinnertes Zeitalter der Grenzenlosigkeit wird von einem pragmatischen abgelöst.

Claudia Martin | Di, 31. Oktober 2017 - 02:03

Lieber Herr Wißmann, warten wir doch bitte erst mal ab, ob ihr so sehr verehrter Herr Macron in Frankreich politisch erfolgreich sein wird. Er wird jedoch scheitern. Warum? Weil Frankreich pleite ist. Die aktuell ablaufende Konkursverschleppung bringt nur Zeit. Der Crash wird dann nur umso größer. Wenn Macron Glück hat ist er dann nicht mehr Präsident.

Christoph Kuhlmann | Di, 31. Oktober 2017 - 08:19

geworden. Auf die Süderweiterung folgte die Osterweiterung und Gleichzeitig wurde der Euro auch in Ländern eingeführt, welche die vereinbarten Mindesstandards nicht erfüllten. Es gab ja keine Kontrolle. Man verließ sich auf die nationalen Statistiken und hoffte auf die Zukunft. Für latente Konflikte der Mitgliedsstaaten mit einzelnen Regionen, bildet die europäische Ebene inzwischen einen Überbau, der den Nationalstaat, dem sie angehören überflüssig macht. Die EU garantiert die Währung, regelt den Zugang zu den Märkten und soll in Zukunft auch für die äußere Sicherheit sorgen. Die latenten Konflikte jedoch sind Relikte aus einer Zeit, in der Territorien erobert wurden. Gewalt und/oder feudale Erbansprüche einer Dynastie genügten vollkommen zur Legitimation. Der Brexit ist jedoch eindeutig eine Folge der weitgehend bedingungslosen Inklusion, die mit der Osterweiterung einherging. Das Einkommensgefälle und das Versagen bei der inneren Sicherheit hat ein kritisches Ausmaß angenommen.

helmut armbruster | Di, 31. Oktober 2017 - 08:37

und zwar jahrhundertelang. Wir müssen nur einen Geschichtsatlas durchblättern um zu erkennen wie zerrissen und gespalten Europa seit dem Untergang des Imperium Romanum jahrhundertelang war.
Erst dem in der Neuzeit entstandenen Nationalbewusstsein ist es gelungen größere politische Einheiten zu schaffen. In Italien und Deutschland zuletzt.
Und ausgerechnet dieses Nationalbewusstsein will die EU heute "überwinden".
Kein Wunder, dass wieder ein Rückfall in Regionalismus droht.

Johannes Reusch | Di, 31. Oktober 2017 - 09:24

Der politischeN Klasse ist sicher bewusst, dass sich die Haltung großer Teile der Bevölkerung zur Politik verändert hat. Sie weigert sich aber, deren Forderungen auch nur ansatzweise umzusetzen, redet und schreibt auf allen Kanälen dagegen an.
Da sind es dann die angeblichen Modernisierungs-verlierer, Angsthasen und schlimmen Ewig-gestrigen. Oder Ossis, die noch immer schwer an ihren Traumata der 89-er Wende zu tragen hätten.
Lächerliches Zeugs. Die Leute haben die ständigen von der Politik angezettelten Umbrüche auf Ihre finanziellen und mentalen Kosten einfach satt.
Und diese nie endende Umerziehung durch die selbsternannte Avantgarde der angeblich so freien, liberalen, demokratischen Gesellschaftsordnung.
Schluss damit!

Stefan-Oliver Brück | Di, 31. Oktober 2017 - 09:41

Der folgende Aspekt hätte in den Zusammenhang der Seperation großer Bevölkerungsgruppen von Ihren Regierungen möglicherweise gepasst: die Erstarkung von Gangs, Untergrundorganisationen, Ghettos, Clans, und vergleichbaren radikalen Gruppierungen mit einem extremen, oft geradezu familiären Zusammenhalt. In den Musikvideos meine ich zu erkennen wie der Protest gesellschaftsfähig wird. Wenn das Gefühl der Staatengemeinschaft zerfällt, und nur noch kühle Nutzenüberlegungen und kühle, betrügerische Verteilungskämpfe die Szenerie beherrschen, wer übernimmt dann die Befriedigung des Wunsches nach einem Gefühl der gesellschaftlichen Geborgenheit? Die EU hat hier in den letzten Zehn Jahren noch nicht einmal die ersten Grundsteine gelegt. Ryanair tut mehr für den gesellschaftlichen Zusammenhalt der EU als die Politik der Europäischen Union. Bei Geld fehlt mir die Transparenz und somit das Vertrauen in die EU. Bei Emotionen liebe ich Europa aber nicht die EU. Ausserdem sind Bürger Lokal's.

Cecilia Mohn | Di, 31. Oktober 2017 - 11:03

Danke, Herr Wissmann, für diese treffende Analyse. Die Globalisierungswut hat eine starke Gegenbewegung erschaffen, eine konservative Besinnung auf Traditionen. Ich hoffe, dass die Nationalstaaten nicht auseinanderbrechen werden. Ich kann auch nicht finden, dass eine Rückbesinnung auf regionale Kulturen unterbunden werden sollte. Für mich liegt im Moment die Hoffnung in Österreich und den Staaten des ehemaligen Habsburg. Ein lockerer Zusammenschluss Gleichgesinnter. Es wäre zu fragen, wie es möglich ist, Sezessionsbewegungen zuzulassen und die Einheit Europas trotzdem nicht zu gefährden. Da muss es doch Mittel und Wege der Kooperation geben.

Cecilia Mohn

Ursula Schneider | Di, 31. Oktober 2017 - 11:33

Parteien am rechten Rand wollen das offene Staatssystem verschließen? Nein, sie möchten nur die Grenzen sichern.
Die EU soll ein Bollwerk für Sicherheit und Stabilität sein? Das Gegenteil ist zurzeit der Fall (Migrantenflut, Finanz- u. Schuldenkrise, Euro-Debakel).
Die Nationen "zerbröseln"? Scheint mir etwas übertrieben. Der Brexit u. andere Protestbewegungen wenden sich gegen eine ineffiziente, bürokratisierte EU, die selbst zum Staatsmoloch werden will.

"So wollen die Menschen leben und damit können sie sich identifizieren" - das scheint mir der wichtigste Satz in diesem Beitrag zu sein.

"Ich träume auf Katalanisch", sagte einer der Demonstranten für die Unabhängigkeit. Auch die anderen Europäer träumen nicht "global", weder auf Chinesisch noch Arabisch, sie träumen nun mal in ihrer Landessprache ...
Wer das in der Politik nicht berücksichtigt, wird zwangsläufig scheitern.

Karl Heinrich | Di, 31. Oktober 2017 - 11:52

Den Kalalonien Konflikt zur EU Krise zu erklären ist schlchtweg falsch. Die katalonischen Separatisten schwenkten in den Demos neben ihrer Flagge auch stets die EU-Flagge mit! Tatsächlich würden die Katalanen nach der Unabhänigikeit sofort einen EU Betrittsantrag stellen!!!
Auch Schottland sagte Nein zur Unabhängigkeit, weil sie Teil der EU bleiben wollten und fühlen sich nun ziemlich verar...
Es wird ggf. zukünftig einen Formalismus geben müssen wie hier innerhalb der EU umgegangen werden soll, wenn Regionen unabhängig werden, aber Teil der EU bleiben wollen. Derzeit hätten die "Mutterländer" ja ein Veto dagegen.
Insgesamt finde ich eine "Verzwergung" in Europa kontroproduktiv und das Gejammere über EU Zentralismus als reines Nachplappern von Unwahrheiten. Tatsächlich kennen nur wenige die wirklichen Abläufe in der EU. Russland, China und die USA klopfen sich vor lauter Lachen auf die Schenkel, dass die die EU als globaler Spieler aus dem Rennen nimmt.

Stefan Archie | Di, 31. Oktober 2017 - 11:56

Der Artikel teilt doch lediglich wider einmal mit, was der vergangene Bundespräsdident schon sagte: Nicht die Eliten sind das Problem sondern die Menschen.....was anderes ist es doch nicht wenn davon gesprochen wird, dass die Menschen in Katalonien nur Ressentiments und Leidenschaften hätten. Die Menschen sind aber nicht das Problem, sie wollen lediglich vor der eigenen Haustür kehren, da gibt es bei jedem in Europa ausreichend Dreck, weil die EU-Straßenreinigung nicht funktioniert. Was soll man schon von einem von einer Minderheit gewählten Staatspräsidenten eines Landes im Vorkriegsbürgerzustand halten, der die Hybris besitzt die Rettung der EU auszurufen während sein Land im Ausnahmezustand verweilt? In der Natur sind es die Monokulturen, welche anfällig für Krankheiten sind nicht die die individuellen spezifierten Kulturen. Auf die Menschheit übertragen sind das die funktionierenden Natianalstaaten und das spüren die Menschen und wenden sich von der Monokultur EU ab.

Tomas Poth | Di, 31. Oktober 2017 - 12:39

Was läßt den Autor glauben dass das politische Ziel, einen europäischer Zentralstaat, einen Europäischer Bundesstaat zu schaffen, nicht auch ein "stumpfer Fanatismus" ist. Etwas zusammenzwingen zu wollen was letztendlich doch zerfällt. Katalonien steht dafür doch als Beispiel, im Nationalstaat Spanien eine Region mit Autonomierechten, die sich aus dem Spanienverbund lösen will, um ihre Wirtschaftskraft für sich selbst zu nutzen. Zurück zur EWG, ein jeder Staat ist für sich selbst verantwortlich. Die stärkeren unterstützen die schwächeren für sich selbstragende Strukturen aufzubauen.

Tomas Poth | Di, 31. Oktober 2017 - 13:04

Ist das politische Ziel, einen europäischer Zentralstaat, einen Europäischer Bundesstaat zu schaffen, nicht auch ein "stumpfer Fanatismus"? Etwas zusammenzwingen zu wollen was letztendlich doch zerfallen würde. Katalonien steht dafür doch als Beispiel, im Nationalstaat Spanien ist Katalonien eine Region mit Autonomierechten, die sich aus dem Spanienverbund lösen will, um ihre Wirtschaftskraft für sich selbst zu nutzen. Zurück zur EWG, ein jeder Staat ist für sich selbst verantwortlich. Man kann das Wohl seiner Nachbarn unterstützen ohne sich gleich mit ihnen verheiraten zu müssen. Zwangsheiraten schaffen nur böses Blut.

wolfgang spremberg | Di, 31. Oktober 2017 - 17:42

Eine Gemeinschaft kann eine Liebesheirat sein, mit Gemeinsinn, ähnlichen Interessen und Solidarität.
Eine Gemeinschaft (Staat / EU) kann aber auch das Gegenteil sein. Man fühlt sich Ausgenutzt, nicht geliebt, eine Art Zwangsehe, zusammengehalten durch Gewalt und Drohungen.
Ein Völkergefängnis.
Eine wirkliche Gemeinschaft sollte also auf Freiwilligkeit und auf Basis gemeinsamer Interessen beruhen.
So verhindert man, Krieg, Unfreiheit und zum Teil auch Ausbeutung.

Adrian Wellmann | Di, 31. Oktober 2017 - 23:02

ist es für die Durchsetzung des Rechts und die Sicherheit jeder Person zu sorgen. Denn dies ist die Voraussetzung, dass sich die Menschen entwaffnen und, als Bürger, die Gewalt dem Rechtsstaat, überantworten. Z.Zt. erleben wir die Unterminierung dieses Grundsatzes, aus dem allein innerer Frieden und Diplomatie nach außen möglich ist. Die Rechtsgarantie des Staates wir in diesem Artikel aber gar nicht erwähnt. Und so geht es weiter mit der Abschaffung der Zentralerfindeung des Abendlandes: der aufgeklärte Staat als der Voraussetzung für die Handlungsfreiheit des Individuums.
Wer das vergessen hat, sollte sich mal fragen, warum eigentlich so viele Menschen aus "failes states"-Gebieten ausgerechnet zu uns nach Europa wollen. Dauernd wird von Werten gesprochen, aber dass der abendländische Universalismus der zentrale dieser Werte ist, wird nicht nur nicht benannt, sondern vielfach bereits verurteilt - als imperialistisch. Das ist völlig absurd und nur mit mangelnder Bildung zu erklären.

Peter Lieser | Mi, 1. November 2017 - 08:18

Waren nicht diese beiden Konstrukte das Beste für Europa. Jetzt wird / ist zwangsweise zusammen gebacken, was nicht zusammen gehört.

Claudia Westphal | Mi, 1. November 2017 - 10:35

Es wird Zeit, dass Deutschland's Rolle in der EU und vor allem in den Jahren der Krise kritischer betrachtet wird. Lohndumping, Sparprogramme für angeschlagene EU-Länder, Handelsbilanzüberschüsse bzw.-defizite etc.

Sparprogramme in der Krise nach dem 1.Weltkrieg haben direkt zum Erstarken der Rechten bzw. Nazis geführt. Von daher wundert die aktuelle Entwicklung nicht. Die Geschichte wiederholt sich lediglich und es ist umso erstaunlicher, dass gerade die Deutschen ein so schlechtes Gedächtnis haben.

Durch konsequentes Lohndumping hat Deutschland einen Lohnabstand von ca. 30 Prozent gegenüber Frankreich und Italien geschaffen. Der Wirtschaftskrieg wurde gewonnen und wir fordern zum Unterbietungswettbewerb auf. "Seid doch mal endlich fleißig, ihr Südländer"

Wenn ein einziges Land in einer Währungsunion immer nur Überschüsse erzielt, müssen andere Defizite erzielen. Das ist simple Buchführung. Defizite werden bestraft, Überschüsse, dank der starken Rolle in der EU, nicht.

Sehr geehrte Dame, sie müssen etwas weiter schauen. Es ist das Konstrukt Euro der die EU spaltet und falsche Anreize schafft. Vor Einführung des Euros hatte jeder Staat die Möglichkeit durch Anpassung seiner Währung auf Verzerrungen im Wettbewerb zu reagieren. Der Exportüberschuss Deutschlands ist aber unser Risiko, denn statt Waren und Dienstleistungen im Austausch für unseren Warenexport, bekommen wir nur Schuldscheine/Zahlungsversprechungen die irgendwann beim nächsten Schuldenschnitt verrauchen. Die verschuldeten Süd-EU Mitglieder müssen also an ihrer wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit und ihrem Produktportfolio arbeiten um ihre Importüberschüsse zu reduzieren. Wie heißt es im Volksmund richtigerweise: Man muß sich nach der Decke strecken, um nicht kalte Füße zu kriegen.

Wenn ein einziges Land in einer Währungsunion immer nur Überschüsse erzielt: naja, Frau Westphal, die Überschüsse verwandeln sich nicht in Erfolge, sondern nur in TARGET 2 Salden, d.h. uneinbringliche Forderungen, d.h. die Überschüsse sind nur verschenkte Leistungen, und für diese Geschenke steht der deutsche Steuerzahler gerade.

Überschüsse werden dadurch bestraft, daß sie nicht realisiert werden können und die Bundesbank als Gläubiger ihre Forderungen gegenüber der EZB nicht geltend machen kann. Ich hatte oben schon auf die TARGET2 -Salden hingewiesen. Zwar haben die deutschen Unternehmen ihre Forderungen von der Bundesbank
erhalten, aber die Bundesbank nicht von der EZB, d.h. der deutsche Staat bzw. der deutsche Steuerzahler bzw. Bürger zahlt die Überschüsse.
Ein bewährtes Mittel dafür ist, Grundeigentum mit Zwangsanleihen zu belegen.

Werte Frau Westphal, zunächst besteht die Welt nicht nur aus der EU. Es gibt auch Partner bzw. Konkurrenten außerhalb der EU. Da sollte unsere Volkswirtschaft schon global konkurrenzfähig sein. Finden Sie nicht ? Wenn alle Volkswirtschaften der EU so Konkurrenzfähig wären wie z.B. die Griechische, wäre die gesamte EU pleite.
Gern wird auch vergessen das die Schuldner etwas bekommen haben, Waren, z.B.Autos oder Kredite, also Geld, das sie ausgeben haben. Das haben sie freiwillig gemacht. Wenn wir Griechen, Italiener ernst nehmen, sollten sie dann nicht für ihr Handeln (bzw. das ihrer gewählten Regierungen.) die Verantwortung tragen ? Oder sollen wir es tun ?
Union / Überschüsse / Defizite = können Sie sich vorstellen das die EU als ganzes Überschüsse erzielt ? Also alle Überschüsse erzielen ? Geht auch. Dann gehen andere (z.B. USA) ins Minus, bis sie Pleite sind....oder rechtzeitig ihr Verhalten ändern. Oder wir zahlen die Rechnung. Möchte ich aber nicht.

Claudia Westphal | Mi, 1. November 2017 - 14:28

Da irren Sie leider.

Ich nehme Ihnen das nicht übel, weil Ökonomie in diesen Tagen mehr oder weniger zu einer Ersatzreligion mutiert ist. Aber in Europa müssen sie makroökonomisch denken, wenn Sie die Probleme lösen wollen.

Was passiert in einem Schuldgeldsystem, wenn keiner mehr Schulden macht?

Was passiert in einem Binnenmarkt, in dem man sich auf ein Inflationsziel von 1,9 Prozent geeinigt hat, wenn ein schwerwiegendes Mitglied dieses Binnenmarktes von dieser Regel abweicht und konsequent Lohndumping betreibt. Deflation

Angenommen, das deutsche Modell wäre erstrebenswert. Die Deutschen scheinen so erfolgreich also wäre es logisch wenn alle Länder es übernehmen. Aller verkaufen (exportieren) ganz viel aber keiner kauft etwas ab (import). Nach der Modellrechnung müsste es uns dann allen super gehen.

Was passiert in Ländern mit überwiegender Binnenwirtschaft, wenn ihnen durch Sparmaßnahmen die Kaufkraft so entzogen wird, dass der Wirtschaftskreislauf zusammenbricht?

Tomas Poth | Mi, 1. November 2017 - 15:10

Sehr geehrte Dame, verstehe ich richtig, sie wollen also Schulden machen und diese nicht zurückzahlen?? Jeder der sich etwas leistet, Nahrung, Kleidung, Wohnung,Mobilität etc. muß seine Ausgaben durch Einkünfte finanzieren. Bei Wohneigentum und Auto läuft das meist über eine Kreditfinanzierung, also Schulden, die beim Kreditgeber über die Eigentumsrechte am beliehenen Gut abgesichert sind. Staatsschulden sind letztlich über Steuereinnahmen gesichert oder auch über Hardware, wie Bodenschätze oder Eigentumsrechte an Staatsvermögen. Sie scheinen aber zu erkennen das Import/Export ausgeglichen sein müssen zwischen den Staaten. Nehmen wir Griechenland als Beispiel, die Steuereinnahmen und das Staatsvermögen decken bei weitem nicht die Ausgaben. Griechenland mit seiner Bevölkerung leistet sich mehr als es erwirtschaften kann. So wie Sie wenn Sie sich etwas leisten, was Sie letztendlich nicht bezahlen können.

Claudia Westphal | Mi, 1. November 2017 - 16:32

genau das meine ich.

Mikroökonomisch haben Sie Recht. Wenn ich als Privatperson Schulden mache, dann muss ich mir überlegen, ob ich mir das leisten kann und die Bank fragt mich, ob und wie ich das zurückzahlen kann.

Makroökonomisch ist das völliger Unsinn. Dazu muss man wissen, wie unser Geldsystem funktioniert und sehr oft blenden ökonomische Modelle das Finanzsystem völlig aus.

Zum einen funktionieren Staaten nicht wie Privathaushalte. Sie wirtschaften auch nicht. Dann haben wir ein Schuldgeldsystem, was bedeutet, dass es IMMER jemanden geben muss, der sich verschuldet. In Deutschland haben nun der Staat, die Unternehmen und die Privathaushalte beschlossen, keine Schulden mehr zu machen. Also muss es das Ausland tun. Da ist sonst niemand, aber das Ausland darf es nicht.

Griechenland galt als das Boomwunder Europas und hat die Zinsen gezahlt. Das Sparprogramm hat die griechische Wirtschaft komplett zerstört. S.a. Sparparadoxon. Nun kann es die Schulden nicht bedienen.

Tomas Poth | Mi, 1. November 2017 - 18:16

Sehr geehrte Dame, jeder Haushalt funktioniert über Einnahmen und Ausgaben egal ob privat oder öffentlich. Mit neuen Schulden kann man keine alten Schulden finanzieren. Beim Schuldgeldsystem geht die Schere zwischen der Schuld und Deckung der Schuld durch Sachwerte exponentiell auseinander. Beim nächsten Finanzcrash/Neustart kann ich jedem nur wünschen auf der Seite der Sachwerte zu stehen, die durch das Finanzamt nicht mit einer Zwangsanleihe belegt werden können, z.B Wohneigentum, Grund und Boden. Auch der vorgebliche Schutz kleiner Vermögen bis 100kiloEuro wird schnell nach unten verändert, wenn die Neustartsituation es erfordert.

Claudia Westphal | Do, 2. November 2017 - 11:57

Ich empfehle Ihnen, sich einmal in unser Geld-/Finanzsystem einzulesen. Wir haben ein Schuldgeldsystem, dass ohne Kredite überhaupt nicht funktioniert. Es gäbe auch kein Sparguthaben ohne Kredite. Schon allein die Idee, wir könnten alles durch Sparen erreichen, ist insofern absurd, weil der Sparvorgang einen Kredit voraussetzt bzw. zur Bedingung hat.

Mikroökonomisch ist es verständlich, wenn jemand ohne Schulden auskommen will. Makroökonomisch ist es nicht machbar, weil wir das Geldsystem haben, das wir haben. Man kann überlegen, es zu ändern, dann aber müssen Sie den Rest der Welt an einen Tisch bekommen.

Wenn Sie nach dem Begriff "Schuldgeldsystem" im Internet forschen, werden Sie reichlich Informationen dazu finden.

Tomas Poth | Do, 2. November 2017 - 12:56

In reply to by Claudia Westphal

Sehr geehrte Dame,
ich habe den Verdacht Sie wollen nicht verstehen. Auch die Gläubiger der Staatsschulden möchten irgendwann die gewährten Kredite zurückhaben. Nicht ohne Grund wurde ja auch die Begrenzung der Staatsverschuldung eingeführt. Irgendwann übersteigen nämlich die Zinsbelastungen die Möglichkeit alte Kreditforderungen auszugleichen. Griechenland ist hier Lehrbeispiel. Staatsbankrott mit Schuldenschnitt hat die Welt schon viele gesehen. Auch ein starker Schuldenschnitt wird Griechenland nicht helfen, wenn man nicht wettbewerbsfähige Produkte im Weltmarkt anbieten kann um seinen Importbedarf durch einen entsprechenden Export bezahlen zu können.

Claudia Westphal | Do, 2. November 2017 - 13:34

Ich empfehle Ihnen, sich zuerst einzulesen. Dann erübrigen sich Ihre Fragen und auch Ihre Kommentare. Wenn grundlegende Informationen fehlen, macht eine Diskussion keinen Sinn. 1000 Zeichen reichen auch nicht aus, um das hier in vollem Umfang zu erklären.

Ich weiß nicht, ob hier Links erlaubt sind, daher in Stichworten:

Schuldgeldsystem, EU-Inflationsziel, Handelsbilanz-Defizit bzw. Überschuss. Sparvolumen, private und öffentliche Investitionen Giralgeldschöpfung, Vollgeld (Schweizer Initiative),

Auf youtube gibt es wirklich hörenswerte Vorträge/Vorlesungen von Heiner Flassbeck zu diesem Thema, die Seite Makroskop und nicht zuletzt Gunnar Heinsohn (z.B. Eigentum, Zins und Geld...)

Damit verabschiede ich mich aus der Diskussion.

Sie haben wirklich Geduld und es gut erklärt Herr Poth.
Die Alternative zu dem von Frau Westphal kritisierten System, wäre der Sparstrumpf.
Keine Schulden, keine Zinsen, erst kaufen wenn man das Geld beisammen hat.
Dann verliert die Wirtschaft natürlich ihre Dynamik, unser Sozialstaat bricht zusammen und wenn man in Not gerät braucht man gute Freunde die einem helfen, zinsfrei natürlich...wenn man keine guten Freunde hat ? Pech gehabt.

Richard Grünert | Do, 2. November 2017 - 15:44

"Denn indem die Menschen sich von der Gemeinschaft abwenden, sei es die einer Nation oder die von vielen Nationen wie der Europäischen Union, wenden sie sich auch ab von Zielen, die den meisten Menschen gemeinsam sind." Und genau hier irren Sie. Weder der Katalane noch der Brite wendet sich von der Gemeinschaft ab, sondern von der Gängelung autoritärer Persönlichkeiten, die diese Gemeinschaften repräsentieren (wollen).

Christian Bauer | Do, 2. November 2017 - 15:45

Politik ist so schon nicht mehr erträglich. Leidenschaften helfen da nicht weiter, sie verstellen den vernünftigen Blick. Vernünftig wäre, die EU in Rente zu schicken, und zur EWG zurück zu kehren.
Das war eine recht solide Konstruktion, erst die Gier nach Posten und Titeln hat daraus die EU gemacht, ein Konstrukt, das aus gutem Grund keiner Volksabstimmung zugeführt wurde. Das Volk weiss es besser!

Roland Hunecke | Fr, 3. November 2017 - 12:26

Die Nachkriegs-Generationen hatten in Europa gelernt, mit 2 Identitäten zu leben: der nationalen und der europäischen. Das war auch im urspünglichen Entwuf der EU so vorgesehen durch das Prinzip der Subsidarität. Leider haben wir in den letzten 15 Jahren erleben müssen, daß gegen fast alle ursprünglich vereinbarten Regeln verstoßen wurde und wird. Der Euro entpuppte sich so als Spalter Europas, der Wunsch nach nationaler Identiät wird als "Nationalismus" und "Rechtspopulismus" moralisch diskreditiert. So wird das hoffnungsvolle Projekt Europa in einem Disaster enden, das als Kollateralschaden auch unseren Sozial- und Rechtsstaat zerstören wird.
Daher müssen wir sofort das Euro-Experiment beenden. Ein Neustart mit Großbritannien ist die einzige Möglichkeit, die Zukunft Europas zu sichern. Die einzige Partei, die das bisher erkannt hat ist die medial totgeschwiegene LKR - Liberal-Konservative-Reformer. Ein Narr, wer Böses dabei denkt!

Ursula Horvath | Sa, 4. November 2017 - 07:51

in der heutigen Form bringt den einfachen Menschen nichts weiter als Ausbeutung in Perfektion und zwar globalweit. Rechte von AN werden eingedampft, Arbeitskräfte werden wie Sklaven behandelt, die Verelendung steigt weltweit, während zum gleichen Zeitpunkt eine kleine Clique unsagbar reich wird und mit ihren Geld auch bestimmt, wie Politik zu gehen hat. Globalisierung ist nichts anderes als das die Mafia, bestehend aus Banken und Konzernen, Medien, die Macht übernommen hat. Deren Marionetten sind Politiker die durch Gesetze ermöglichen, dass diese Mafiabande immer mächtiger wird. Gutes Beispiel: Glyphosatskandal in Brüssel. Obwohl die europäische Bevölkerung total dagegen ist, dieses Gift weiter einzusetzen, wird es durchgeboxt von zehn gekauften, ungewählten Kommissaren. Demokratisch nach Brüssler Verständnis! Das alles wird eines Tages der Grund sein, weshalb sich die halbe Welt erheben wird und die Progatonisten des Verbrechens, werden sich auch da wundern, wie das passieren konnte

Ursula Horvath | Sa, 4. November 2017 - 08:06

Kriege, wie humanistisch auch ihre Ziele gewesen mögen, haben das dünne Klebeband, das den Nahen Osten zusammenhielt, vollends zerrissen und dazu geführt, dass hunderttausende Flüchtlinge nach Europa kamen. Herr Wißmann, belügen Sie sich doch nicht selbst, kein Krieg wurde und wird wegen der Humanität geführt und kann auch niemals humanistisch sein. Peter Scholl-Latour hatte schon 2003 gesagt wie das verlogene Abenteuer der USA im Irak enden wird und genauso ist es geendet. Der ganze Nahe Osten ein Schlachtfeld und europäische Politiker rennen diesen Aggressor USA weiter blind und taub hinterher, statt den Mut aufzubringen, NO zu sagen!

wolfgang spremberg | Sa, 4. November 2017 - 10:18

Richtig. Man verstößt permanent gegen Regeln und wundert sich wenn Vertrauen verloren geht.
Ich wiederum wundere mich über Verantwortungsträger die sich darüber wundern.

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