Naftogaz-Büro in Kiew
Der staatliche Energiekonzern Naftogaz galt vor dem Krieg als wirtschaftliches Vorzeigemodell. Dank der Wirtschaftsreformen der ukrainischen Regierung schreibt er schwarze Zahlen / Foto: dpa

Selenskyjs Wirtschaftsberater im Interview - „In wirtschaftlicher Hinsicht ist dieser Krieg eine Katastrophe“

Seit 2019 berät Alexander Rodnyansky den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj bei der Durchführung von Wirtschaftsreformen. Im Interview mit Cicero berichtet er darüber, auf welche Weise sich die Ukraine von russischem Gas unabhängig gemacht hat. Angesichts des Krieges in der Ukraine sagt er für die Weltwirtschaft starke Einbußen voraus.

Autoreninfo

Nathan Giwerzew studierte Literatur- und Politikwissenschaft in Berlin und absolvierte ein Redaktionspraktikum bei Cicero.

So erreichen Sie Nathan Giwerzew:

Dr. Alexander Rodnyansky ist promovierter Wirtschaftswissenschaftler. Seine Forschungsschwerpunkte sind Finanzen und Makroökonomie. Nach der Promotion in Princeton im Jahr 2017 wurde er als Juniorprofessor für Volkswirtschaft nach Cambridge berufen. Seit 2019 berät Rodnyansky den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj bei der Durchführung von Wirtschaftsreformen.

Herr Rodnyansky, wie erhält die Ukraine angesichts des Krieges ihre Infrastruktur und Wirtschaft aufrecht?

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Christoph Kuhlmann | Do, 31. März 2022 - 17:37

Das Öl- und Gasembargo würde in Europa Millionen von Menschen arbeitslos machen. Russland hat durch den Ausschluss den Ausschluss von Swift sowieso nur ich eine eingeschränkte Verwendung der Devisen. Zudem würde nach dem zwangsläufigem Zusammenbruch der deutschen Chemieindustrie die Zahl der Toten in den Schwellen- und Entwicklungsländer noch um die ein oder andere Million steigen, da neben den Lebensmittelexporten von Russland und der Ukraine auch noch die Düngerexporte weitgehend ausfallen. Wie möchten diesen Krieg genauso schnell beenden wie ihr. Denn sowohl Russland als auch die Ukraine sind inzwischen unverzichtbar für das Überleben von 9 Milliarden Menschen auf dem Planeten. Danke für dieses sachliche Interview und mein Verständnis für die Forderung nach dem Totalboykott Russlands. Wir müssen reden!

Oder anders ausgedrückt:

Während der eine vieles verliert, gewinnt der andere.

Yin & Yang, nichts geht verloren.

Die wirklichen Verlierer sind meist Schütze A im letzten Glied.
Der einzige Trost. Obwohl ich mit den Grünen nichts am Hut habe, aber eins steht fmp. fest:

So wie die Menschheit & vor allem die Macher aus Wirtschaft & Politik die letzten 50 Jahre geurscht & unbedacht gelebt haben, kann dieses Weltsystem keine weiteren 50 Jahre ohne spürbare Einschnitte existieren.

Und dies hat fmp. absolut nichts mit dem Klimawandel zu tun. Sondern viele heutige "Selbstverständlichkeiten" wie Trinkwasser werden dann in Zukunft zur existenziellen Bedrohung für uns Menschen werden.

Hinzu will im Kleinen wie auch im Großen keiner mehr für sein Handeln VERANTWORTUNG tragen!
Hinter mir die Sinnflut - so funktioniert nichts. 😱😭

Jochen Rollwagen | Do, 31. März 2022 - 20:15

Da wird doch klar wer in der Ukraine bis vor vier Wochen das Sagen hatte.

Dementsprechend sieht's da auch aus.

Bernhard Homa | Fr, 1. April 2022 - 00:51

In der Tat sind die wirtschaftlichen Folgen des Krieges mittel- oder sogar langfristig womöglich ebenso verheerend wie die menschlichen und materiellen unmittelbar – insofern wichtiges Thema; allerdings hätte Herr Giwerzew gelegentlich schon kritischer nachhaken dürfen, denn z.B. dier Umgang mit Naftogaz war auch unter Selenskij keineswegs unproblematisch.
"Denn Russland bleibt nach wie vor unser größter Nachbar": richtig – und gäbe es im Kreml statt der Geheimdienst-Nieten ein Minimum an ökonomischem Sachverstand, hätte sich Russland den Einfluss im "HInterhof" durch strategisch kluge Investitionen in die ukrainische Wirtschaft statt in eine bestenfalls mäßig effiziente Invasionsarmee gesichert

"Es gibt zwar noch russische Transit-Pipelines nach Europa, die weiterhin genutzt werden. Durch die Transitgebühren erzielen wir weiterhin Einnahmen."

Es sieht aber - wenn Habecks Pläne aufgehen - so aus, als ob Polen, Weißrussland und die Ukraine diese Einnahmen aus dem Budget streichen können und die Metallröhren wieder aus der Erde buddeln werden.

Wenn die deutsche Wirtschaft den wackligen "Transformationsprozess" Habecks nicht überleben sollte, wenn die deutsche Wirtschafts- und Finanzpolitik weiterhin abstrakten politischen Zielen geopfert wird ,- was werden dann Polen und die Ukraine machen? Ich fürchte, als gute Patrioten werden sie Boris Johnson folgen und die EU in Richtung USA-GB verlassen, weil die EU auch für sie Belastungen bringt.

Wer ist der größte Patriot, der größte Nationalist? Das wird sich bald herausstellen, ebenso wer der größte Träumer und Illusionist.

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