Militärparade in Russland im Jahr 2023 / picture alliance

Fernsehkanal „Wot Tak“ - Gegenmittel gegen Putins Fernsehpropaganda

Der russischsprachige Sender „Wot Tak“ sendet aus Polen heraus für Russen und russischsprachige Menschen, um eine kritische Alternative zu Putins Propaganda-Programmen zu bieten. Eine Katastrophe war Auslöser für seine Gründung.

Autoreninfo

Jens Mattern ist freier Auslandskorrespondent für Polen, das Baltikum und Skandinavien.

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Der Journalist Aleksy Dzikawicki ist gerade viel in Warschau unterwegs, um Gespräche zu führen. Es geht um Geld, ums Fernsehen und um ein Gegenmittel zum russischen Mediennarrativ. „Wir haben bereits ein solches Instrument, Polen hat ein solches Instrument, eine solche Chance, wir müssen das ausbauen“, meint Dzikawicki, ein schlanker Mann Anfang fünfzig, der mich in seinem kleinen Büro in der polnischen Hauptstadt empfängt und mit seinen Händen im Raum herumgreift, als wollte er diese Chance festhalten. 

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Ernst-Günther Konrad | Mi., 26. Juni 2024 - 09:37

sagt ein altes Sprichwort. Natürlich betreibt PUTIN Propaganda. Da ist doch zwingend logisch. Das macht der Westen auch nicht anders. Da wird auf allen Seiten gelogen, betrogen, verschleiert und denunziert was das Zeug hält. Lt. ihrem Artikel war es eine Flugzeugkatastrophe, die einen neuen Sender gegen PUTIN im Ausland entstehen ließ. Das erinnert mich an etwas. In Deutschland war es Corona, die eine weitreichende und immer größer werdende alternative Medienwelt entstehen ließ. Eine neuer Radiosender namens Kontrafunk muss auch aus dem Ausland -Schweiz- senden und etliche andere Kritiker, denen im eigenen Land versucht wird, die Existenz zu zerstören und die man, wie Paul Brandenburg, mit staatlicher Gewalt bis heute verfolgt, weil sie das medial aufbereiten, was unsere Politiker sagen oder verschweigen. Also regen wir uns nicht über Putin auf, sondern schauen wir lieber ins eigene Land, wie gekaperte/gekaufte Medien und der ÖRR Propaganda betreiben. Die sind nicht besser als Putin.

Ingbert Jüdt | Mi., 26. Juni 2024 - 10:53

»sich den Ukrainern ergeben oder mit Hilfe von entsprechenden Stiftungen aus Russland ausreisen«

Ich hoffe, der Sender hat nicht im Gegenteil Tote verschuldet, weil sich russische Soldaten versehentlich einem Bataillon ergeben haben, das Russen als »Orks« betrachtet. Ich nehme entsprechend auch an, dass der Sender an ukrainischen Kriegsverbrechen eher nicht interessiert ist.

Ach, und kürzlich gab es einen Artikel bei Bloomberg, demzufolge die Hälfte aller nach dem Februar 2022 ausgereisten Russen schon wieder zurück ist: weil sie gelernt haben, dass es dem Westen ernst ist mit seinem Russenhass, ganz gleich, warum man in den Westen ausgereist ist.

Klaus Funke | Mi., 26. Juni 2024 - 11:26

Alles, was aus Polen über Russland gesagt wird, birgt tendenziell Feindenken in sich. Die Polen können über Russland nicht objektiv sprechen. Umgekehrt auch nicht. Ein historisches Paradoxon. Das ist wie wenn Preußen über Bayern reden. Das geht einfach nicht ohne Anwürfe. Da haben sich turmhoch die Klischees aufgeschichtet. Also, beiseite legen.