Polizeieinsatz Chicago
Chicagoer Polizisten untersuchen einen Ort, an dem mehrere Menschen erschossen wurden / dpa

Polizeidienst in den Vereinigten Staaten - „Eine weniger aggressive Polizei ermutigt potenzielle Kriminelle“

Die Mordrate in den Vereinigten Staaten ist innerhalb eines Jahres um 30 Prozent gestiegen. Macht sich der Ferguson-Effekt abermals bemerkbar, wonach sich die Polizei aufgrund von Protesten zurückzieht und die Kriminalitätsrate daraufhin steigt? Marc Buslik, Chicagoer Polizeikommandant im Ruhestand, gibt Einblicke in den Polizeidienst.

Autoreninfo

Gregor Baszak (Foto privat) ist Journalist, Autor und politischer Kommentator. Er arbeitet am English Department der University of Illinois at Chicago und publizierte unter anderem in American Affairs und der Los Angeles Review of Books.

So erreichen Sie Gregor Baszak:

Marc Buslik arbeitete 39 Jahre lang im Chicago Police Department (CPD). Im Jahr 2016 war er Verbindungsoffizier zwischen dem CPD und dem US-Bundesjustizministerium, als dieses das CPD infolge der Erschießung des schwarzen Laquan McDonald in den Fokus nahm. Buslik unterrichtet Kriminologie am Illinois Institute of Technology sowie der University of Illinois at Chicago. Er ging 2019 im Rang eines Polizeikommandanten in den Ruhestand.

Herr Buslik, kürzlich veröffentlichte die New York Times bemerkenswerte Zahlen. Demnach erlebten die Vereinigten Staaten im Jahr 2020 den „größten Anstieg an Morden seit dem Beginn der nationalen Aufzeichnung im Jahr 1960“. Im Vergleich zu 2019 wuchs die Mordrate um fast 30 Prozent. Wie ist das zu erklären?

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Ernst-Günther Konrad | Sa, 2. Oktober 2021 - 17:59

"Sie gehen nachdenklicher vor und auch ein wenig zögerlicher, aber niemand hier verfolgt seine Arbeit halbherziger." Schöne Umschreibung dafür, nicht mehr alles zu sehen, nur noch bedächtig und langsamer die Geschehensorte aufzusuchen und sich selbst zum Eigenschutz - verständlich - mehr Zurückhaltung aufzuerlegen. Aha. Man wechselt die Kommune, wenn man sich nicht mehr ausreichend unterstützt fühlt. Geht bei uns in DE nicht so einfach, da hilft dann nur kündigen. In den USA kann man leicht in private Sicherheitsbereiche wechseln oder andere Jobs machen. Natürlich kann man DE nicht mit den USA vergleichen in Hinblick auf Morddelikte. Da sind wir deutlich besser dran. Aber was den mangelnden Rückhalt für die Polizei anbetrifft, da zeigen sich parallelen. Immer weniger geeigneter Bewerber, immer weniger Rückhalt vom Dienstherren und der politisch instrumentalisierten Justiz, da flüchten viele in den Innendienst oder schauen einfach weg. Was man nicht sieht, kann man auch nicht ahnden.

Rob Schuberth | Sa, 2. Oktober 2021 - 18:19

...um einen Artikel über die Gewalt in den USA handelt.

Das Bild könnte auch bei uns in jeder Großstand entstanden sein.

Und den Ferguson-Effekt haben wir hier schon längst.
Wer mitbekommt
- wie kuschelig, pardon human, unsere Justiz ausländischen Kriminellen gegüb. ist
- Polizisten sich für ihr Verhalten stets rechtfertigen müssen, anstatt ihnen anständig den Rücken zu stärken
- Clans nahezu machen können was sie wollen
- u. ausgewiesene Straftäter gerade wieder hierher gebracht wurden
- UND wir so naiv sind u. ihnen erlauben hier erneut Asyl zu beantragen...

...ja was anders soll der denn anderes denken, als das dieses Land sich offensichtlich seiner Übernahme/Unterwanderung/Ausbeutung nicht erwehren WILL!

Wir haben hier m. E. bereits US-Verhältnisse.
Die MSM schaffen es gerade so der Masse ein anderes Bild vorzugaukeln.

Joachim Kopic | Sa, 2. Oktober 2021 - 19:00

... oder besser: Wie wird uns das in den üblichen Medien (ÖR etc.) erklärt werden, wenn überhaupt ...

die Straftaten begehen, egal ob liniert oder kariert!
Aber da haben die meisten Nationalstaaten ein Problem & wir in Deutschland ganz besonders. Weil alle Säulen der Macht zur Zeit nur auf dem rechten Auge sehen können. Das linke ist Betriebsblind. Sehr schön als Beweis bei unseren Lieblingsforisten zu lesen.
Und als Beweis für unseren Beweishungrigen Foristen kann ich den erfrischenden jungen Mann "Neverforgetniki" in:
"Dieses Verbrechen macht sprachlos" empfehlen.
Sehr gute Analyse.

Aber wie immer, egal bei welchem bõsen Bubi hier in D.:

" Die Lizenz zum öffentlichen reden wird durch YouTube & nur durch diese ......;-(

UND WIEDER DER ZUFALL (ohne Worte)

Was es so für Sorten an Fledermäusen wohl noch gibt 😂😂😂

Ja, Wörter können gar nicht das realistisch das wiedergeben, was hier in diesen Deutschland passiert.

Yvonne Stange | Sa, 2. Oktober 2021 - 19:01

"Wenn du für Delikte nicht bestraft wirst, begehst du mehr. Genau das ist landesweit zu beobachten."
Aber auf diesem Stand sind wir heute schon..... Leider!!

Heidemarie Heim | Sa, 2. Oktober 2021 - 19:36

Das ist der schiere Wahnsinn, befördert durch eine progressive Polizeipolitik und Justiz. Kein Wunder, das man diesen Höllenjob so kurz es geht ausübt. Ein sehr guter wenn auch krasser Einblick in eine Welt, wo die Balance zwischen wachsender und immer brutaler werdenden Kriminalität und die Möglichkeiten der Strafverfolgung immer unstimmiger wird. Selbst in Staaten, wo noch die Todesstrafe z.B. bei Polizistenmord droht, schreckt das die Täter scheinbar nicht mehr ab. Unsere Freund und Helfer in Uniform genießen zwar auch keinen Respekt mehr, aber wenigstens hat bei uns nicht jeder wieder freigelassene Intensivtäter eine Knarre. Und begeht er seine Taten dann noch unter Drogeneinfluss, Alkohol oder Traumatisierung gibt es ein strafgemildertes Urteil oder einen Platz in der Psychiatrie. Und das in einem von strukturellen Rassismus und racial profiling geplagten Land wie dem unseren. Gnade uns Gott, sollten wir uns
auf ähnliche Verhältnisse wie in Chicago zu bewegen! MfG

Romuald Veselic | So, 3. Oktober 2021 - 08:12

wo Gesetzlosigkeit als praktischer Lauf der Dinge angenommen werden wird - der evolutionäre Faktor der Unabdingbarkeit. Klimaretten bedeutet nicht Kriminalitätsrate zu senken. Diese Trends liegen asymmetrisch im Element der sich ausschließenden Gegenseitigkeit.
Da sagte jemand zu Billy Idols Zeiten - nixx ist fixx. Richtig. Auch nixx ist fixx wird schlimmer.
LOL

Maria Arenz | So, 3. Oktober 2021 - 09:27

Dieser Zusammenhang scheint mir in dem beschriebenen Zusammenhang besonders interessant. Staatsanwälte und Richter aus einer bestimmten Ecke des Meinungsspektrums verwöhnen ihre Gesinnungsgenossen ( vielleicht auch Familie, Freunde, Spezln?) mit dem bei der bösen, rassitischen Polizei eingesparten Geld. Bei uns obliegt die Förderung dieser immer dunkler werdenden Ecke der sog. "Zivilgesellschaft" bislang vor allem dem Bundesfamilienministerium. Mit durchweg ähnlichen Befunden bez. der Effizienz.

Christoph Kuhlmann | So, 3. Oktober 2021 - 10:33

sind Fälle von offensichtlich unbegründeter Gewalt. Es gibt keinen Grund einen Mann mit dem Knie auf dem Nacken langsam ersticken zu lassen, oder jemand der zum Auto geht obwohl er verhaftet werden soll mehrmals in den Rücken zu schießen.
Die Opfer waren in beiden Fällen schwarz und groß und stark. Die Polizisten relativ klein und schmächtig. Vielleicht sollte man größere, stärkere Bewerber vorziehen und in Kampfsporttechniken trainieren, damit sie nicht gleich zur Waffe greifen. Weiterhin fällt auf, dass beide Opfer psychische Probleme hatten. Zudem haben sehr viele Schwarze eben wegen der überflüssigen Polizeigewalt große Angst vor einer Verhaftung haben. Eine rationale Reflektion der Situation findet in solchen Fällen auf beiden Seiten nicht statt.