Vereinbarung zu Nord Stream 2 - Das Danaergeschenk

Die USA und Deutschland haben sich über die Ostseepipeline Nord Stream 2 geeinigt. Die Amerikaner verzichten auf Sanktionen, die Bundesrepublik geht im Gegenzug teilweise widersinnige Verpflichtungen ein. Der gesamte Kompromiss zeugt von außenpolitischer Stümperei – und wird die nächste Bundesregierung belasten.

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Rohre für die Gaspipeline Nord Stream 2 werden auf dem Gelände des Hafens Mukran auf ein Schiff verladen / dpa

Autoreninfo

Thomas Jäger ist Professor für Internationale Politik und Außenpolitik an der Universität zu Köln. Er ist Mitglied des Wissenschaftlichen Direktoriums des Instituts für Europäische Politik.

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Thomas Jäger, Universität zu Köln

Die nächste Bundesregierung hat ihr erstes Geschenk schon bekommen, bevor sie im Amt ist. Bundeskanzlerin Merkel überreichte ihr Danaergeschenk in Form der Gemeinsamen Erklärung, die seitens der USA und Deutschlands zur Ukraine, der europäischen Energiesicherheit und der Klimaziele vereinbart wurde. Die nächste Bundesregierung wird darauf verpflichtet, Sorge zu tragen, dass die Ukraine auch nach 2024 Transitland für Gaslieferungen Russlands nach Westen bleibt und die Transitgebühren einnehmen kann.

Wörtlich heißt es: „verpflichtet sich Deutschland dazu, alle verfügbaren Einflussmöglichkeiten zu nutzen, um eine Verlängerung des Gastransitabkommens der Ukraine mit Russland um bis zu zehn Jahre zu ermöglichen“. Sollte das misslingen, „wird Deutschland auf nationaler Ebene handeln und in der Europäischen Union auf effektive Maßnahmen einschließlich Sanktionen drängen, um die russischen Kapazitäten für Exporte nach Europa im Energiesektor, auch in Bezug auf Gas, zu beschränken, beziehungsweise auf effektive Maßnahmen auf anderen wirtschaftlich relevanten Gebieten“.

Blühende Paradoxie

Um Nord Stream 2 endgültig durchzusetzen, verpflichtete Angela Merkel die nächste Bundesregierung zu Sanktionen gegen Nord Stream 2, falls sich Russland nicht wohlverhält. Diese blühende Paradoxie ist ein Ergebnis der Verhandlungen der Bundesregierung mit der amerikanischen Administration. Der russische Präsident hat inzwischen mehrfach seine Position verdeutlicht: Weitere Gaslieferungen Russlands durch die Ukraine nach 2024 sind vom Wohlverhalten der Ukraine abhängig. Das umfasst, autonome Gebiete im Osten des Landes zu akzeptieren, die Aufrüstung des Militärs einzustellen und den Weg nach Westen zu beenden. Die Ukraine soll sich, wie es historisch angelegt ist, an Russland anlehnen.

Schon die ersten beiden Sätze der Gemeinsamen Erklärung halten allerdings das Gegenteil fest: „Die Vereinigten Staaten und Deutschland unterstützen mit Nachdruck die Souveränität der Ukraine, deren territoriale Unversehrtheit, Unabhängigkeit und den von ihr eingeschlagenen europäischen Weg. Wir bekennen uns heute erneut dazu, gegen russische Aggression und russische destruktive Aktivitäten in der Ukraine und darüber hinaus vorzugehen.“ Die Bundesregierungen unter Frau Merkel haben zu keinem Zeitpunkt eine kohärente Russlandpolitik ausgearbeitet, sie konnten im Verbund mit vielen anderen Staaten die Annexion der Krim nicht rückgängig machen, die Minsker Abkommen wurden nicht umgesetzt, die Bombardierung Syriens nicht unterbunden, der Mord in Berlins kleinem Tiergarten nicht verhindert, Anschläge auf russische Oppositionelle nicht abgewehrt. Und Russland in Rüstungskontrollgespräche einzubinden, ist auch nicht gelungen.

Russland interessiert nicht, was in Berlin gedacht wird

Aber die nächste Bundesregierung soll in der Lage sein, Russlands weiteres Verhalten gegenüber der Ukraine zu beeinflussen? Tatsache ist: Wenn es um Fragen von vitalem Interesse geht, interessiert sich die russische Führung einen feuchten Kehricht darum, was in Berlin oder Brüssel gedacht wird. Dass die Moskaugeneigtheit der Ukraine für Russland von vitalem Interesse ist, hat Präsident Putin zweifelsfrei hervorgehoben. Die Annahme, dass Deutschland auf die russische Ukrainepolitik bestimmenden Einfluss nehmen kann, ist abenteuerlich.

Gewinner und Verlierer

So stellt sich die Frage, wer von dem Abkommen profitiert und wem es schadet. Die Liste ist lang:

Die Profiteure: die Energieunternehmen, die nun durch Nord Stream 2 Geld verdienen können. Die USA, die die nächste Bundesregierung auf eine paradoxe Russlandpolitik festgelegt haben, die in Konflikte führt. Frau Merkel, die simulieren kann, ein Problem gelöst zu haben.

Geschadet wurde damit: zuallererst Deutschland, das gleich mehreren Staaten gegenüber außenpolitisch unzuverlässig auftritt. Der EU, denn erneut hat sich Deutschland gegen fast alle anderen Mitgliedsstaaten durchgesetzt. Mächtig ist es, aber keine Führungsmacht. Geschadet wurde Polen und den anderen osteuropäischen Staaten, die sich auf Deutschland nicht verlassen können. Das Weimarer Dreieck ist politisch mausetot. Der Ukraine, die in den nächsten Jahren verstärkten russischen Druck erfahren wird. Russland, weil sich Deutschland auf eine anti-russische Ukrainepolitik festgelegt hat, die in Sanktionskonflikte führen muss. Und nicht zuletzt wurde eben auch der nächsten Bundesregierung ein schlechter Dienst erwiesen, die vor dem Paradoxon stehen wird, die Ukraine stärker im Westen einbinden und gleichzeitig Russland davon abhalten zu sollen, dagegen vorzugehen.

Putzige Zweckbindung

Die Ukraine bekommt zudem Geld aus Deutschland. Wie viel und wann, ist noch nicht völlig bekannt. Für den Anfang rund 400 Millionen Euro. Später mehr. Für erneuerbare Energien, heißt es. Angesichts der wohlbekannten Korruption ist die Zweckbindung putzig.

Bundeskanzlerin Merkel hat erneut bewiesen, dass sie nicht die Anführerin der EU ist, sondern engstirnige Interessen verfolgt. Sie verfügte 16 Jahre lang über keine außenpolitische Strategie. Damit schadet sie der EU. Von der Außenpolitik Konrad Adenauers ist sie so weit entfernt wie die Menschheit von allgemeiner Harmonie. Die nächste Bundesregierung hat sie nun auf eine Ukraine- und Russlandpolitik festgelegt, die unmöglich erfüllt werden kann – es sei denn, Russland gibt seine jetzige Ukraine-Strategie auf. Das wäre ein Wunder. Ein solches benötigt die nächste Bundesregierung aber, um den Schaden durch Merkels Danaergeschenk abzuwenden.

In der Politik sind solche Wunder jedoch selten.

Bernhard Marquardt | Fr, 23. Juli 2021 - 18:33

Wieviel Schaden darf eine Kanzlerin in der ihr eigenen Hybris und Unbedarftheit diesem Land denn noch zufügen, ohne dass auch nur das Parlament, geschweige denn das Volk dazu befragt wird ?
Ein seltsames Demokratieverständnis durchzieht die gesamte "Regentschaft" dieser Person.

Andre Möller | Fr, 23. Juli 2021 - 18:59

ich freue mich immer Freitag abend auf den Artikel von Herrn Jäger. Sehr schön seziert den Bockmist. Wer soll das ernst nehmen? Die haben sich damit selbst besiegt - unsere Tugendbolde (_innen) und die Amis, die sich auch in eine unhaltbare Position begeben haben. Das Kopfschütteln im Rest der Welt und das lauthalse Lachen in Moskau kann man sich gut vorstellen. Unsere Voodoo-Künstler müssen wirklich denken, das Publikum sei völlig bescheuert. Der Westen ist nicht mehr in der Lage auch nur seine vitalsten Interessen adäquat zu vertreten. Das ist pure Simulation, ein Vorspiegeln falscher Tatsachen, des Kaisers neue Kleider - aber keine ernsthafte Außenpolitik.

Hans Meiser | Fr, 23. Juli 2021 - 19:01

Wenn ich z.B. den Stromanbieter wechseln möchte, würde ich mich sehr wundern, wenn mein Nachbar mich bedroht, und mir den Wechsel nur erlaubt, wenn mit ihm gemeinsam bei einem Dritten Nachbarn Äpfel klauen gehe.
Es ist mir daher unverständlich, wieso die USA ihren Senf zur Pipeline dazugeben müssen.
Sind wir im Kindergarten?

Gisela Fimiani | Fr, 23. Juli 2021 - 19:38

Da es das Ziel ist, Deutschland als souveränen Staat zu vernichten, sorgt eine weitere Hypothek lediglich dafür, das Ziel noch ein wenig schneller zu erreichen.

Wer über Pläne zur Vernichtung Deutschlands fabuliert, der braucht natürlich weder Argumente noch Belege. Auch
"Demut, Zweifel und Selbstkritik" sucht man vergeblich in Ihren Beiträgen, die immer abstruser werden.

Mein erster Gedanke: Noch so ein Brüller. Forenstandard halt. Nicht weiter erwähnenswert.

Mein zweiter Gedanke: Da ist durchaus ein Körnchen Wahrheit enthalten, aber natürlich anders, als die Foristin das suggeriert.

Putin ist nämlich jede Schlechtigkeit zuzutrauen. Während China dank einer in jeder Hinsicht skrupellosen Wirtschaftsdynamik immer stärker wird, muss Putin auf übliche Aggressionen zurückgreifen: Einschüchterung der Nachbarstaaten, Abhängigkeiten schaffen.

Was passiert also konkret, wenn der Diktator auf Lebenszeit in Moskau den Ukrainern den Strom abschaltet? Macht die BRD dann bei russischen Propagandaorganen (Sputnik, RT) das gleiche? Verbietet sie mögliche russische Zuwendungen an Parteien, auch immaterieller Art (was ausschliesslich die AfD treffen würde). Sperrt sie ein paar Konten russischer Bonzen, die mit Putin befreundet sind?
Die Möglichkeiten sind bescheiden.

Man muss darauf hoffen, dass Putin & Co. wirtschaftliche Beziehungen zum Westen wichtiger sind.

Karl-Heinz Weiß | Fr, 23. Juli 2021 - 20:01

Diese Erklärung ist erneut Merkel-Politik: wie die Grönland-Klimabilder 2007, Atomausstieg, Abschaffung Wehrpflicht ohne Leitbild für eine Berufsarmee, unkontrollierte Grenzöffnung 2015.
Eines kann man ihr aber nicht vorwerfen: die westliche Illusionspolitik gegenüber der Ukraine. Diese bleibt russisches Einflussgebiet, wie Belarus.

Dorothee Sehrt-Irrek | Fr, 23. Juli 2021 - 20:12

Mir wäre lieber gewesen, wenn sich Russland und Polen/Baltikum auf dieses Projekt von Schröder und Putin geeinigt hätten.
Ich möchte die EU in der Frage EU-Russischer Beziehungen unabhängig von Ukraine und der Türkei, aber auch unabhängig von Russland.
Frau Merkel habe ich durch die Blume immer so verstanden, dass ihr Hauptfeind Russland war. Ich halte es kaum für möglich, dass ihr das mit der Wiedervereinigung plötzlich eingefallen ist.
Da ist es doch konsequent, wenn "sie die Bundesrepublik zur Schutzmacht für die Ukraine erklärt, unter den Fittichen der Schutzmacht für Deutschland, den USA"?
Aus der Nordstream 2 Sache kam sie nur nicht raus?
Die EU hat also im Prinzip die USA als Schutzmacht für Deutschland und Deutschland für die Ukraine?
So baut man Brücken?
Mich langweilt das zusehends, es wird von den anderen EU-Ländern abhängen, ob sie sich in dt. Stellvertreterkonflikte/Kriege für die USA/Ukraine gegen Russland ziehen lassen.
Vlt. will auch nicht jeder Deutsche in den Krieg?

und die USA ff. nicht so bald aufhören werden, die Welt "alleine" von ihrem Standpunkt zu betrachten.
Wenn die EU willfahrt, wird sie evtl. in das Konzept ohne größere Konflikte eingemeindet.
Gleiches gilt für Russland. Die Russland Eliten wollten evtl. schon immer Verhältnisse wie in den USA? Nun, dann können sie entsprechend handeln.
Die ansässigen Eliten der Ukraine können vlt. ebenfalls "abdanken".
Vielleicht ist es doch profitabler und bequemer, seinen Anteil an der Weltsicht der USA zu bezahlen, als so etwas wie Souveränität und Selbstbestimmung zu leben?
Ich habe manchmal den Eindruck, dass Souveränität und Selbstbestimmung eher Eigenschaften sind, die man den Göttern zusprach und die man ihnen neidete.
Bezogen auf den Micky Maus Cartoon aus Fantasia, könnte es aber Probleme geben, wenn "Micky Maus herrscht"?
Ich halte nichts von Herrschaft, vlt. wird sie um so größer, je weniger an und für sich sind??
Ich möchte aber nicht mehr hören, wo war Gott.
Er/sie/es wurde nicht gefragt

Fritz Elvers | Fr, 23. Juli 2021 - 20:30

Laschet ist m.Mn.n. politisch schwach, lacht gern und ist eher gemütlich.

Die Grünen sind in ihrer ganzen Unbedarftheit mittlerweile zu einer Kalte-Kriegs-Partei geworden.

Die damalige Friedenspartei hat anscheinend keinerlei Notiz von der Auflösung des INF-Vertrages genommen, wofür sie, also gegen Mittelstreckenraketen, damals noch gekämpft haben.

Rob Schuberth | Fr, 23. Juli 2021 - 20:42

werter Prof. Jäger.
Man erhält in einem Kompromiss nicht alle seine Vorhaben durchgesetzt, sondern es ist ein Geben UND Nehmen.

Ihre negative Einstellung zu NS2 ist mir aus vielen Interviews in Phoenix (meist am Pult) bekannt.
Daher wundert mich auch Ihr jetziges, abwertendes und den Kompromiss nicht anerkennendes, Fazit nicht.
Aber geschenkt.

Die EU hat i. S. Ukraine ihre Chance verpasst.
Der Zug ist abgefahren.
Es ist m. E. nur eine Frage von ein paar Jahren bis RUS sich das Land wieder "einverleibt".

Was soll D oder die EU dann dagegen machen?
Einen Krieg, also einen echten, anzetteln? Ganz sicher nicht.
Und den Amis ist die Ukraine dann auch nicht sooo wichtig.

Denn denen geht und ging es um ihr (teureres) Fracking LNG (Flüssig-Gas).

Die USA sind sauer weil wir ihnen das nicht in der gedachten, großen, Menge abkaufen.

Es wird Zeit für die EU, gerade auch D, sich wieder freundlicher mit Putin zu verständigen.
RUS hat eben andere Werte als die EU.

Ihre letzten beiden Sätze zeigen in ihrer Widersprüchlichkeit recht gut, worin das eigentliche Problem besteht. Will man sich mit einer Macht freundlicher verständigen, die "andere Werte hat", dann stoßen die Möglichkeiten zur Verständigung zwangsläufig an Grenzen. Für Menschen mit Einsichtsvermögen sollte das nachvollziehbar sein. Aber reden wir nicht über Werte, sondern über greifbarere Agumente. Auch wenn es vielen im Forum wie Ihnen nicht gefällt, die Gasleitung war für Deutschland in längerfristiger Perspektive keine gute Idee. Einmal, weil wir uns in Abhängigkeit von einem geopolitisch knallhart agierenden Potentaten begeben. Zum anderen, weil wir Partner verprellen, mit denen uns (außer den Werten) höher zu bewertende Interessen verbinden, als das bei RUS der Fall wäre. Zur von Adenauer durchgesetzten Westbindung sollten wir stehen, sie war erfolgreich. Und dann, man kann das gut finden oder nicht, sind fossile Brennstoffe ein Auslaufmodell.

...einen ganz normalen Umstand der Welt-Politik.

Wir verhandeln u. Dealen ja auch mit echten Diktatu(o)ren (wenn sich das Geschäft lohnt), aber bei RUS gehen in D schnell alle roten Lampen an.
M. E. eine Nachwirkung von vielen Jahrzehnten Kalter Krieg.

Es waren nur noch wenige Zeichen frei (Limit des Textes durch CC) daher m. verkürzte Form.

Ich hätte besser geschrieben, dass es NICHT an der EU ist die Werte anderer Länder zu bestimmen.
Schon gar nicht für Länder die nicht Teil der EU sind.

Ihr Argument (zu gr. Abhängigkeit) lasse ich ja gelten, nur hat uns RUS, seit es diese Gaslieferungen gibt, noch nie enttäuscht, oder erpresst.
Es sind eher wir in D, die sich, durch die Mitgliedschaft in der EU, in einen Konflikt treiben lassen.

Wir wollen es oft allen Seiten recht machen. Aber das geht nicht.
Klare Kante ist nicht unser Politikstil. Manchmal aber wäre das aber besser.
Int. dass Sie nichts zu dem teureren Fracking-Gas gesagt haben.

Deutschland und Russland dürfen ihren Geschäften nachgehen und Sassnitz wird vorerst nicht von den USA zerstört, wie angedroht. Vielleicht sollte Putin sicherheitshalber noch einige S-400 drauflegen, damit Sassnitz sich verteidigen kann.

Albert Schultheis | Fr, 23. Juli 2021 - 22:34

In einem Punkt hat Herr Jäger zweifelsfrei recht: Merkel hinterlässt mit Nordstream 2 ein weiteres Danaergeschenk, nicht nur an die nächste Regierung, sondern an uns alle und an die nächsten Generationen! Eigentlich hinterlässt sie nur Danaergeschenke, denn niemals hat sie auch nur 1 Problem gelöst, sondern alle mit viel Geld versucht totzuschmeißen, dh verewigt. Ihre Auflösung der Grenzen und die Migrationspolitik der wahllosen Aufnahme meist junger Männer, ungebildet, integrationsunfähig und -unwillig bis feindlich, die"Verträge" mit Erdogan um dessen Goodwill, die Zugeständnisse von Milliardenzahlungen an die EU, die Aushöhlung der deutschen Finanzhoheit, etc. Ihre Politik ist quasi eine einzige freiwillige deutsche Wiederauflage der verderblichen Versailler Verträge. Und jetzt Nordstream 2. Nirgends ein Plan, nirgends eine Strategie, nirgends einen auch nur geringsten Respekt für deutsche, für unsere Interessen! Ja, die gibt es auch! Und das hat Herr Jäger nicht verstanden. Schade.

helmut armbruster | Sa, 24. Juli 2021 - 07:14

Interessen klar definiert hat und sie in internationalen Verhandlungen erfolgreich verteidigt.
Leider ist das Gegenteil der Fall.
Deutschland scheint keine eigenen Interessen zu haben außer Klimarettung, Aufnahmeland zu sein für "Flüchtlinge" aus allen Ecken der Welt, Zahlungen zu leisten an die halbe Welt und eigene Standpunkte aufzugeben sobald sie von anderen in Frage gestellt werden.
Von der Kunst der Diplomatie hat man bei uns keine Ahnung. Diese Kunst besteht im Wesentlichen darin, dass man, wenn der Andere etwas verlangt, Kompensation fordert. Nur wenn man diese erhält, gibt man seinen Standpunkt auf.
Bei uns scheint man keinen Standpunkt zu haben und folglich auch nie zu merken, was man alles aufgibt, sobald die Gegenseite es einfordert.
Für so viel Dummheit und Unbedarftheit ist dann ein hoher Preis fällig.
Und das scheint unser Schicksal zu sein.

Andre Möller | Sa, 24. Juli 2021 - 07:39

Es fehlt eine politische Persönlichkeit wie Bismarck, der das Geflecht der Beziehungen und Abhängigkeiten durchschaut und Konfliklinien sieht (beinahe fühlt) und daher vorausschauend agiert, ständig die Lage mit den Interssen Dtl. abgleicht und versucht Ergebnisse zu erzielen, die belastbar sind. Das ist ihm auch nicht immer gelungen, aber mit ihm an verantwortlicher Stelle hätte es gut 20 Jahre später keinen ersten Weltkrieg mit dem ganzen Rattenschwanz danach gegeben. Will heißen: echte Staatsmänner handeln im Interesse ihres Landes unter Berücksichtigung der vitalsten Interessen anderer relevanter Mächte und der Nachbarn - also das Gegenteil von dem, was heute zu beobachten ist. Und was schon 1914 grandios schiefgegengen ist, im Grunde baut sich seit ca. zehn Jahren ein ganz ähnlicher Interessengegensatz auf, der damals in den Großkrieg führte.

Ernst-Günther Konrad | Sa, 24. Juli 2021 - 07:54

Kennen wir es denn anders als das Merkel ihre faulen Kompromisse mit Geld erreicht? Wurden nicht schon immer in ihrer Amtszeit EU-Mitgliedschaften, Zustimmungen und Stillhalteabkommen mit deutschem Steuergeld erkauft? Ja, man kann zu N 2 unterschiedliches Positionen vertreten. Aber in erster Linie soll dieses Projekt uns Deutschen Gas sichern und ich schreibe nochmal, wie schon so oft. Russland liefert schon lange Gas an uns und mir ist nicht bekannt, dass die Russen das mal gegen uns eingesetzt oder uns deswegen erpresst haben. Das Parlament wurde wieder nicht gefragt, das entschied in diesem Fall, eigentlich wie immer, Frau Merkel alternativlos. Und die Msm feiern das, ohne den Inhalt der Abmachungen zu hinterfragen. Wieder wollte sie es allen recht machen, nur nicht uns Deutschen. Die sollen zahlen und den Mund halten, nötigenfalls mit Maske und Demonstrationsverbot. Obwohl? Wer, außer uns hier im Forum erkennt denn, was diese Frau auch mit N2 uns in Zukunft weiter schaden wird?

Reinhard Benditte | Sa, 24. Juli 2021 - 11:39

Frau Merkel hat mit Ihrem letzten Besuch in den USA unserem Land in zweifacher Hinsicht geschadet: 1. Mit Ihrer üblichen Scheckbuchpolitik, die dem Wohl Deutschlands wieder einmal Geld entzieht und ukrainische Waffenkäufe finanziert und 2. politisch mit einem Abkommen, das nur einen Verlierer kennt und der heißt Deutschland. Man muss der amerikanischen Hardlinerin, Frau Nuland, für diesen exzellenten Schachzug gratulieren: Sie ist dem Ziel einer Disharmonie in den Beziehungen Deutschland : Russland einen gewaltigen Schritt näher gekommen, Deutschland wird sich bei einer definitiv anstehenden, kriegerischen Auseinandersetzung in der Ukraine gegen Russland, bei der die USA aus Ihrem Interesse heraus mitmischen werden, nicht neutral heraushalten können, sondern wird mit hineingezogen werden. Es ist entweder Dummheit, Naivität oder Absicht von Frau Merkel, Deutschland auf Ihren letzten Metern noch einmal kräftig zu schaden. Und die Union schaut mit der gleichen Dummheit und Naivität zu!

Juliana Keppelen | Sa, 24. Juli 2021 - 15:22

der erste Kotau von Frau Merkel war ja zu Bush zu pilgern und zu vesichern, dass man gerne in den Irak mitmarschiert wär. Also Frau Merkel endet da wo sie angefangen hat (es gab mal einen Karnevalswagen der zeigt deutlich wo sie zu Hause ist.) Dieser "Deal" zeigt der Welt, dass jeder der mit der BRD zusammen ein Projekt plant erst mit den USA verhandeln muss und die evtl nur gnädig zustimmt wenn wir ihre Bedinungen erfüllen. Nur weil die Nato ihre letzten Puzzleteile zur russischen Grenze schließen will (und somit ein durchgängiges Aufmarschgebiet zu Russland hat) müssen wir jetzt die belarusische "Opposition"pampern und zur Ukraine eine Affenliebe zelebrieren die mit normalem Vertand und auch mit politischem Verstand nichts zu tun hat. Dazu kommt noch die Verlogenheit, dass diese Pipeline unnötig ist weil wir auf erneuerbaren setzen aber bis dahin werden wir noch Gas brauchen und wie Herr Altmeier verkündete hat man sich beim Stromverbrauch in der Zukunft doch glatt verechnet.

Bernd Muhlack | Sa, 24. Juli 2021 - 15:27

Wenn der nächste Kanzler das Amt angetreten haben wird, wird es wohl ein "Anne Will Spezial" geben:
einziger Gast Frau Dr. Dr. h.c. mult. Angela Dorothea Merkel!
Nein, keine Cheerleader, das erledigt Frau Will en passant selbst!
Man wird eine unendliche Erfolgsgeschichte auflisten und sich gegenseitig schier orgiastisch auf die Schultern klopfen.

Davon ausgehend, dass die neue Regierungsbildung etwa so lange dauern wird, wie die letzte, bleibt die Kanzlerin kommissarisch im Amt.
Zeit für weitere Danaergeschenke.
Wenn ich mich recht erinnere ist damit das trojanische Pferd gemeint; WIR wurden und werden ja ebenfalls mit "menschlichen Goldstücken" erobert.

Man erkläre mir bitte nachvollziehbar weshalb unser Staat für die Nutzung von NS 2 Hunderte Millionen an die Ukraine zahlen soll!
Das ist ein Abkommen zwischen D u RUS unter Zustimmung etwa von DÄ (Hoheitsrechte Ostsee).

Kanzlerin Merkel handelt wieder zu Lasten Dritter.
Zivilrechtlich ist das unwirksam, nichtig!
Ist das Vorsatz?