Die EU und ihre Balkan-Strategie - Konflikte ohne Ende

An diesem Dienstag startet ein EU-Gipfel in Slowenien, bei dem es um die Mitgliedschaft von sechs Balkan-Ländern in der Union geht. Ursprünglich galt deren Aufnahme als sicher, doch inzwischen wächst die Skepsis. Zumal soeben ein Konflikt zwischen Serbien und Kosovo an den Rand der Eskalation geriet. Worum geht es?

Polnische Soldaten der Friedensmission im Kosovo
Polnische Soldaten der Friedensmission im Kosovo vorige Woche auf einer Straße in der Nähe des Grenzortes Jarinje; zwischen dem Kosovo und Serbien ist es wegen einer neuen Verordnung über die Zulässigkeit von Kfz-Kennzeichen zu Spannungen gekommen / dpa

Autoreninfo

Antonia Colibasanu ist Analystin bei Geopolitical Futures und Dozentin an der rumänischen National Defence University mit Sitz in Bukarest.

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Am 29. September wurde bekannt, dass die Europäische Union den sechs Balkanländern, denen ein Platz in der Union versprochen worden war, womöglich keine künftige Mitgliedschaft mehr garantieren wird. Die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union diskutieren denn auch von heute an bei einem Gipfel in Slowenien nicht nur über ihr Verhältnis zu den USA, sondern ebenfalls über die Beitrittsperspektive für Serbien, Kosovo, Bosnien-Herzegowina, Montenegro, Albanien und Nordmazedonien. Bei dieser Gelegenheit wird sich zeigen, was Sache ist. Sollten sich die Berichte über zunehmende Skepsis hinsichtlich einer EU-Mitgliedschaft bestätigen, würde dies der bisherigen Balkanstrategie der EU widersprechen – zumal sich die Beziehungen zwischen Serbien und dem Kosovo auf dem tiefsten Punkt seit einem Jahrzehnt befinden.

Der Kosovo hat 2008 einseitig seine Unabhängigkeit von Serbien erklärt, wird aber von der Regierung in Belgrad noch immer nicht anerkannt. Die Aussicht auf einen EU-Beitritt ist praktisch der einzige Grund dafür, dass überhaupt (von der EU vermittelte) Gespräche über eine Normalisierung der Beziehungen geführt werden.
Seit letzter Woche haben die Nato-Friedenstruppen (bekannt als KFOR) ihre Patrouillen an der Nordgrenze des Kosovo zu Serbien verstärkt. Lokalen Medienberichten zufolge überfliegen KFOR-Hubschrauber die Grenzübergänge Brnjak und Jarinje, Gebiete im Norden des Kosovo, die hauptsächlich von ethnischen Serben bewohnt werden. Dies geschah, nachdem Serbien beschlossen hatte, seine Truppen in den Garnisonen Raska und Novi Pazar in erhöhte Alarmbereitschaft zu versetzen, gepanzerte Fahrzeuge an die Grenze zum Kosovo zu schicken und Militärflugzeuge darüber fliegen zu lassen. 

Am Wochenende zogen sich die serbischen und kosovarischen Streitkräfte aus dem Gebiet zurück, nachdem am Donnerstag in Brüssel eine Einigung erzielt worden war, und am Montag wurde der Verkehr an der Grenze wieder normalisiert. Die EU-Mission im Kosovo wird den Abzug jedoch überwachen, und die KFOR wird noch zwei Wochen lang in der Region stationiert bleiben.

Streit um Autokennzeichen

Die jüngsten Entwicklungen waren das Ergebnis von Protesten der serbischen Gemeinden im Kosovo gegen die Entscheidung der Regierung, ein zehn Jahre altes Abkommen mit Serbien über Autokennzeichen nicht mehr anzuerkennen und nur noch Nummernschilder zu akzeptieren, die mit den Buchstaben RKS (Republik Kosovo) anstelle von KS (Kosovo) beginnen, welche von den Vereinten Nationen ausgegeben und von Kosovo und Serbien anerkannt wurden. (Die Maßnahme verlangte außerdem, dass serbische Autos, die die Grenze überqueren, eine Gebühr von etwa sechs Dollar entrichten müssen). Am 20. September – dem Tag, an dem die Entscheidung in Kraft trat – schickte die Regierung in Pristina bewaffnete Polizisten an die beiden wichtigsten Grenzübergänge zu Serbien, um die Entscheidung durchzusetzen.

Da wir uns auf dem Balkan befinden, ist eine scheinbar einfache Regelung für Autokennzeichen in Wirklichkeit äußerst komplex. Die Mehrheit der serbischen Gemeinschaft im Norden des Kosovo betrachtet die Verwendung von RKS-Kennzeichen als eine Beleidigung ihrer ethnischen Identität. Aus diesem Grund bezeichnete Belgrad, der selbsternannte Beschützer der serbischen Minderheiten, die Entscheidung des Kosovo als Provokation und schickte ebenso wie Pristina bewaffnete Polizisten und gepanzerte Fahrzeuge an die Grenze.

Nach Verhandlungen am 30. September erklärten sich beide Seiten bereit, ihre Streitkräfte unter der Voraussetzung abzuziehen, dass eine Arbeitsgruppe aus Vertretern der EU, Serbiens und des Kosovo gebildet wird, um eine dauerhafte Lösung für die Kennzeichenfrage zu finden. (Die Arbeitsgruppe sollte unter dem Vorsitz der EU stehen und am 2. Oktober gebildet werden – dem Tag, an dem sich sowohl die serbischen als auch die kosovarischen Streitkräfte von der Grenze zurückzogen.) Sie haben auch ein „Aufkleber-Regime“ eingeführt, bei dem ein serbisches Wappen auf Autos geklebt wird, die in den Kosovo einreisen – und so die Einreisegebühr vermieden wird.

Es ist nicht ungewöhnlich, dass auf dem Balkan, einer ethnisch und religiös vielfältigen und daher stark umkämpften Region, Konflikte aufflammen. Die Wurzeln der aktuellen Spannungen liegen im Zerfall der Sowjetunion. Nach ihrem Zusammenbruch kam es zu einer Reihe von Konflikten entlang der Bruchlinien zwischen dem Westen und der Sowjetunion (und ihren verschiedenen Verbündeten). Besonders heftig waren sie auf der Balkanhalbinsel. Die westlichen Balkanstaaten, die sich jetzt um die EU-Integration bemühen, waren Teil des föderalen Staates Jugoslawien, der 1992 inmitten einer Reihe von Kriegen entlang ethnischer, nationalistischer und religiöser Linien zerbrach.

Der Konflikt zwischen dem Kosovo und Serbien ist noch nicht ausgestanden. Mehr als 20 Jahre nach der Nato-Intervention von 1999 zur Beendigung der serbischen Aggression gegen die Kosovo-Albaner und mehr als ein Jahrzehnt nach Pristinas Unabhängigkeitserklärung von 2008 betrachten Belgrad und Dutzende anderer Staaten, darunter fünf EU-Mitglieder, das Kosovo offiziell immer noch als abtrünniges Gebiet. Gleichzeitig hofft Serbien immer noch, mehr Rechte für die in Serbien lebende serbische Gemeinschaft und mehr Autorität über den Norden des Kosovo zu erlangen, in dem sich eine große Gemeinschaft ethnischer Serben und mehrere serbisch-orthodoxe religiöse Stätten befinden.

Zunehmende Distanz

Der Prozess der Nationenbildung, den das Kosovo seit Anfang der 2000er-Jahre durchlaufen hat, hat die lokalen Gemeinschaften zum Schlüssel für die Entwicklung und Stabilität des Staates gemacht. Doch der Krieg hat Narben hinterlassen, die kaum zu übersehen sind. Die Einheimischen sprechen von einer zunehmenden Distanz zwischen den ethnischen Gemeinschaften; die Dörfer werden immer homogener.

Und obwohl viele dieser Orte im Norden Kosovos innerhalb der Grenzen des Kosovo liegen, sind sie mehr mit Serbien als mit dem Kosovo verbunden. Die meisten Einheimischen gehen in Serbien zur Schule oder arbeiten dort. Aufgrund ihres Erbes und ihrer Identität haben sie die Unabhängigkeit des Kosovo nicht angenommen und lehnen die Autorität der Regierung in Pristina ab. Dies ist natürlich nicht nur im Kosovo der Fall. Auch die in der bosnisch-herzegowinischen Republika Srpska lebenden Serben sind von der serbischen Wirtschaft abhängig – der größten und am stärksten diversifizierten Wirtschaft der Region. 

Die Pandemie hat die Volkswirtschaften der westlichen Balkanländer besonders hart getroffen, was zum Teil auf ihre Abhängigkeit vom Dienstleistungssektor zurückzuführen ist. In Serbien entfallen 57 Prozent der Arbeitsplätze auf den Dienstleistungssektor; im Kosovo beschäftigt der Dienstleistungssektor mehr als 70 Prozent der Arbeitskräfte, während in Bosnien der Dienstleistungssektor von der öffentlichen Verwaltung dominiert wird, die etwa neun Prozent des Bruttoinlandsprodukts erwirtschaftet und mehr als 50 Prozent der Arbeitskräfte bindet. Auch in Serbien, das dank seiner Fähigkeit, Steuergelder zu mobilisieren, nur einen mäßigen Wirtschaftsabschwung verzeichnete, hat die Pandemie viele Menschen arbeitslos gemacht.

Abgesehen von seinem ethnischen und wirtschaftlichen Einfluss hält Serbien seine Macht über die serbischen Gemeinschaften durch einzigartige politische Beziehungen aufrecht. Nehmen wir zum Beispiel Bosnien. Nach dem Ende des Krieges im Jahr 1995 wurde das Land in zwei verschiedene Einheiten aufgeteilt: Die Föderation von Bosnien und Herzegowina, die zu etwa 70 Prozent von muslimischen Bosniaken bewohnt wird, und die Republika Srpska, deren Bevölkerung zu etwa 80 Prozent serbisch und christlich-orthodox ist.

Jede Entität ist autonom und hat mit der Zeit ihre eigenen Beziehungen zu den Nachbarstaaten entwickelt. Die Republika Srpska unterhält gute Beziehungen zu Belgrad, und ihr wirtschaftlicher Fortschritt und ihre Infrastruktur sind größtenteils mit der serbischen Wirtschaft verbunden. Im Gegensatz zum Nordkosovo verfügt die Republika Srpska über lokale Gesetzgebungsbefugnisse, und ihr gewählter Anführer, Milorad Dodik, hat sich serbischer nationalistischer Rhetorik bedient, um seine Wiederwahl zu sichern. Dodik hat die Idee unterstützt, dass die Republik ein Referendum über die Unabhängigkeit abhalten und damit den Weg für eine Abspaltung von Bosnien ebnen sollte. (Die Pandemie hat die diesbezüglichen Bemühungen der Organisation beeinträchtigt.) Im Hinblick auf die im nächsten Jahr anstehenden Parlamentswahlen hat Milorad Dodik die jüngsten Ereignisse an der Grenze genutzt, um Pläne für eine „Armee der Republika Srpska“ zu verkünden.

Bevorstehende Wahlen als Grund für Spannungen

In der Tat lassen sich fast alle jüngsten Spannungen in der Region auf die bevorstehenden Wahlen zurückführen. Die Kommunalwahlen im Kosovo werden am 17. Oktober abgehalten. Die derzeitige Regierung wurde im Februar vorigen Jahres eingesetzt und muss ihre Unterstützung ausbauen, um effektiv regieren zu können. Seit seiner Wahl hat sich der kosovarische Premierminister Albin Kurti kritisch zu den Verhandlungen mit Serbien geäußert – er gewann die Wahl mit dem Versprechen, den Kosovo mit Serbien gleichzustellen. Die Einführung der Kfz-Kennzeichen war also eine Art selbsterfüllende Prophezeiung – Kurti wusste, dass er damit einen Konflikt mit Serbien heraufbeschwören und die Wählerschaft des nördlichen Kosovo verprellen würde.

Sowohl die kosovarische als auch die serbische Regierung profitierten von dieser Situation, da sie sich in einer ähnlichen Lage befanden. Serbien bereitet sich auf die Parlamentswahlen im Jahr 2022 vor – die Ereignisse der vergangenen Woche ermöglichen es der derzeitigen Regierung, ihr Engagement für den Schutz der serbischen Gemeinschaft im Kosovo zu zeigen, ohne einen internationalen Konflikt zu riskieren. Das Interesse des Kosovo wiederum besteht darin, seine Grenzen zu schützen und gleichzeitig die internationale Anerkennung anzustreben.

Serbiens unmittelbares Interesse hingegen ist es, ein Gleichgewicht zwischen ausländischen Mächten herzustellen, um bestmöglich Geschäfte machen zu können und gleichzeitig den Einfluss auf die serbisch dominierten Gebiete außerhalb Serbiens zu erhöhen. Indem sie Stärke und Verhandlungsbereitschaft zeigen, können beide Regierungen im Wahlkampf der kommenden Wochen und Monate die nationalistische Karte ausspielen.

Nationalismus ist immer ein wichtiges politisches und wahltaktisches Thema auf dem Balkan – das war selbst zu Zeiten so, als eine potenzielle EU-Mitgliedschaft glaubwürdig erschien, obwohl sie nicht unmittelbar bevorstand. Aber der Nationalismus wird als politisches Instrument besser funktionieren, wenn die EU die Erweiterung der Region nicht mehr in Betracht zieht, wie es jetzt der Fall zu sein scheint. Die Spannungen werden zunehmen, insbesondere an den Grenzen. 

Und in einer Region, die tief in verschiedenen kulturellen Identitäten verwurzelt ist, können die Spannungen im Handumdrehen in Konflikte umschlagen.

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GPF

Dorothee Sehrt-Irrek | Di, 5. Oktober 2021 - 12:11

bedeutender Faktor gewesen für den Balkan.
Hier die headline von DW:
"Die Türkei will zurück auf den Balkan. Viele Staaten haben eine türkische Geschichte, Serbien, Bosnien-Herzegowina, Mazedonien, Albanien und der Kosovo gehörten lange zum osmanischen Reich".
Da kann es doch trotz aller Konflikte keine Frage sein, dass Europa auch auf dem Balkan zusammenwachsen sollte.
Ist der Einfluss der Türkei für den Konflikt Österreich/Serbien, kulminierend mit der Erschiessung des österreichischen Thronfolgers, eigentlich hinlänglich geklärt?
Ich will keiner Religion den Zutritt zu Europa verbauen, sofern sie hier angenommen wird, aber kulturell lasse ich mich nicht beirren,
der Balkan ist Europa und vermittelnd könnten dort Österreich und Ungarn auftreten.
Wir scheinen noch nicht einmal am Ende des Wiederaufbaus von Europa.
Es scheint mir realistisch, darüber Einvernehmen herzustellen, bevor man alle Grenzen einebnet, nur die anderen nicht die ihren...

Sorry, werte Frau Sehrt-Irrek, aber da möchte ich Ihnen vehement widersprechen.

Europa (meinten Sie die EU?) wird auf dem Balkan nicht zusammenwachsen.

Man muss sich dort nur einmal die Geschichte der Vielvölkerstaaten ansehen.

Sie kreieren da eine schöne Fantasie, aber real ist das wenig bis gar nichts zu erwarten.
Zumindest nicht innerhalb der nächsten 100 Jahre.

Andre Möller | Di, 5. Oktober 2021 - 12:30

aber der Zusammenbruch der UdSSR soll die Wurzel des Zerfalls Jugoslawiens sein? Das hätte ich gern ausformuliert und bewiesen gehabt. Ich sehe da höchstens eine Blaupause für balkanische Nationalisten, nicht aber irgendeine Wurzel. Jugoslawien hatte mit der UdSSR wirtschaftliche Beziehungen und wenig darüber hinaus, war aber schon länger in einer tiefen Wirtschafts- und Währungskrise sowie politisch weitgehend führungslos. Das Vakuum haben die ultranationalistischen Kräfte genutzt. Und die tun das bis heute.

Tomas Poth | Di, 5. Oktober 2021 - 12:46

Der Balkan, ethnisch und religiöse Differenzen in einem Gebiet das seit Jahrhunderten das Pulverfass in Europa war und offensichtlich immer noch ist.
Man lese dazu - Die Schlafwandler, Christopher Clark -, der umfangreich den Balkan und seine Konflikte vor dem Ausbruch des WKI beschreibt.
Was wird aus Deutschland bei fortgesetzter Massenmigration werden, ein ethnischer und religiöser Flickenteppich? Die Politik der Balkanisierung unseres Landes muß aufs schärfste bekämpft werden.

haben Sie den Beitrag nicht verstanden.

Es ging nämlich gar nicht um Deutschland.

Insofern erweist sich auch Ihr Gerede von Masseneinwanderung und Balkanisierung Deutschlands nur als das übliche Zeug, das man vom rechten Rand so kennt.

Die Wahl ist übrigens gelaufen, Ihre AfD hat verloren. Oder gilt für Sie: Nach der Wahl ist vor der Wahl?

Gegenfrage, was hat das nichts mit Deutschland zu tun?
Unsere Bundeswehr ist Teil der KFOR auf dem Balkan.
Unsere Regierung verhandelt den Beitritt dieser Staaten und ist sogar für deren Beitritt.
Deutschland hat aus dem Jugoslawischen Krieg jede Menge Flüchtlinge hier aufgenommen.
Und wenn Sie dann noch die Millionen Flüchtlinge die seit 2015 bei uns untergeschlupft sind dazu nehmen, dann stellt sich die Frage nach einer Balkanisierung Deutschlands durchaus.
Und wenn der West-Balkan dann EU-Mitglied ist, wo gehen die Menschen dann auf Arbeitssuche - nach Deutschland!
Man kann natürlich über alle Bäume hinwegsehen und sagen ich sehe keine Wälder.

Romuald Veselic | Di, 5. Oktober 2021 - 13:06

aus der West-Taktik geboren wurde, um Serbien zu schwächen. Ich würde es mit der Taiwan-Frage vergleichen, was nur grob stimmt. Also, wenn Taiwan eine abtrünnige Provinz ist, dann gilt das gleiche auch für Kosovo. Um auf dem Boden der Tatsachen zu bleiben.
Z: "Der Kosovo hat 2008 einseitig seine Unabhängigkeit von Serbien erklärt, wird aber von der Regierung in Belgrad noch immer nicht anerkannt. Die Aussicht auf einen EU-Beitritt ist praktisch der einzige Grund dafür, dass überhaupt (von der EU vermittelte) Gespräche über eine Normalisierung der Beziehungen geführt werden."

Kosovo ist kein Produkt des UdSSR-Zerfalls, sondern osmanisches Erbe der türkischen Schreckensherrschaft auf dem Balkan. Kleines Beispiel: Zwangsislamisierung u. männliche Waisenkinder als Sklavensoldaten in das Janitscharenkorps reingepresst. Analog zu heutigen Kindersoldaten in Afrika.
D-Berichte über Kosovo, sind bis heute nicht objektiv. Man steht stets auf der Seite der proalbanischen Politiker.

Yvonne Stange | Di, 5. Oktober 2021 - 13:54

es wird mir langsam unheimlich... schon der 2. Kommentar, dem ich vollinhaltlich zustimmen kann. Nun, sei`s drum. :-) ;-)
Ich finde es auf jeden Fall völlig legitim, wenn die Serben ihre Kultur, ihre Religion, ihre Art zu leben gegen den Islam verteidigen wollen. Auf einmal ist das "nationalistisch"? Hat sich mal jemand mit dem Artikel 6 der Entschließung der Menschenrechtskommission der Vereinten Nationen vom 17.4.1998 beschäftigt?? Dort ist genau das AUSDRÜCKLICH gefordert und gewünscht!! Das gleiche gilt auch für Deutschland! denn hier findet genauso eine Verdrängung statt! Der große Austausch hat schon lange begonnen!

Detlev Bargatzky | Di, 5. Oktober 2021 - 14:37

... dass alle Beitritts-Kandidaten für die nächsten Jahrzehnte auf Unterhalt aus Brüssel angewiesen sein werden und dennoch ohne jede dauerhafte Bedingung (wie z.T. Rechtsstattlichkeit etc.) in die EU aufgenommen werden sollen.

Das passt zur EU.

Frank Schneider | Di, 5. Oktober 2021 - 17:22

... das wusste bereits der Reichskanzler Otto von Bismarck und er hatte Recht damit.

Jugoslawien ist ein Mahnmal für die Dysfunktionalität des Multikulturalismus!
Man nenne mir auch nur einen einzigen funktionierenden demokratischen Multikulti-Staat!

Und nein, auch nicht die USA, die an ihren Rassenproblemen zu zerbrechen droht.

Die vandalisierende und marodierende BLM-"Bewegung" ist nur ein warnendes Signal...

abgeschaut, aber auch da passt er nicht wirklich, weil es nach wie vor einen american way of life gibt, dominiert von den sogenannten alten weissen Frauen und Männern.
Da "verschiebt" sich vlt. zunehmend etwas und auch nicht.
Die Identität der Amis sind die USA und nicht etwa etwas Beliebiges durch Zufall Entstandenes und Werdendes.
Der Balkan scheint mir eine Viel-Ethnien-Gegend, früher dominiert von Serbien und vlt. nicht wenig in der Abwehr des osmanischen Reiches?
Man befürchtete einen "Genozid" an den Muslimen und ohnehin scheint das Selbstbestimmungsgefühl dort stark ausgeprägt?
Warum nicht so sehr gegen Russland gewandt?
Ich denke, dass Russland zwar ein Vielvölkerreich ist, aber stark in der Klammer europäischer Kultur, eigentlich gar nicht so verschieden von den USA.
Russland liegt sehr nah, ist territorial gesättigt.
Der Islam ist ähnlich wie das frühe Christentum auf weltweite Legitimität ausgelegt, geprägt durch ein starkes Geltungsbedürfnis?
Beginne Europa: NO WAY AT ALL!?

Bernd Muhlack | Di, 5. Oktober 2021 - 18:03

1389 ist lange her?
Stimmt!

Leider werden oft die Begriffe "Ursache und Anlass" verwechselt - bedauerlich.
Es wäre jetzt müßig die causa Kosovo mit der causa Krim zu vergleichen - oder doch?
Sagt nicht Frau Annalena Baerbock sie "komme vom Völkerrecht"!?
Wohlan, dann erkläre das bitte!

Die Änderung von PKW-KZ sind eher harmlos, oder?
Wer jedoch per se BÖSES sieht, mutiert zu Charles Bronson: Ein Mann sieht rot!
Dann erschießt man eben einen Hilfstankwart oder sticht ein queeres Männerpaar ab.

Und dann werden solche Taten von der jeweiligen Klientel auch noch ideologisch mißbraucht!
- unglaublich!

Jugoslawien?!
War es nicht der Partisanenführer Josip Broz Tito welcher den Balkan "einte" - Wie Garibaldis Italien?

Auf dem Balkan tummeln sich (wieder) etliche Systeme, Ideologien und vor allem "Religionen".

Conclusio:
Man redet von "Dunkel-D, Demokratiefeinden" und liebäugelt gleichzeitig mit dem Balkan?
Ein "starkes EUR" mit zerstrittenen "Jugos"?
Ein Oxymoron!

Schöne Woche!

Rob Schuberth | Di, 5. Oktober 2021 - 19:13

..fällt der EU jetzt peu à peu auf die Füße.

Ein Fehler der sich jetzt rächt.
Nat. nicht 1:1, aber was sollen diese teils extrem korrupten (s. gerade Pandora-Papers) Länder in der EU?

M. E. annimiert deren ungeniertes Auftreten u. alte Gepflogenheiten missachten, andere, westl. Länder es ihnen gleich zu tun (Tony Blair, isländ. Premier uvm.).

Meine Balkan-Strategie:
Allen Parteien die da Konflikte schüren werden die EU-Mittel gestrichen.

Dann werden die auch wieder spuren.

Und bei allen neuen Verhandlungen/Verträgen muss immer klar sein, dass sich das bei Missachtung wiederholt.

Nur übers Geld lernen (diese) Länder wieder in die Spur zu kommen (die sie vor dem EU-Beitritt schon erreicht hatten).

wieder in die Spur zu kommen (die sie vor dem EU-Beitritt schon erreicht hatten).

Sorry, Herr Schuberth, aber ich glaube, Sie irren sich. Sie sind zu deutsch in ihrem Denken.

Diese Länder u. Menschen dieser Länder interessieren die EU/D - Gegenmaßnahmen nicht. Diese Menschen kommen nach D u. nehmen sie sich das, was sie wollen, inkl. Bleiberecht. Denn; speziell D ist ein wehrloses Land, in dem man tun kann, was man will. Schon vergessen? Sabledance auf der Straße mit Enthauptung? Tagsüber auf der offenen Straße. Was geschah m. dem Täter?

Es sind alles gleichwertige Kulturen, mit unmissverständlicher Buntheit darin.

Kurt Walther | Di, 5. Oktober 2021 - 19:54

Danke, Antonia Colibasanu, für die umfangreiche und detaillierte Balkan-Situationsschilderung, nach meinem Verständnis eine sehr komplexe, gar chaotische Lage in Teilen des Südosten Europas.
Mit Sorge und Grausen sehe ich den Wunsch mancher gutgläubigen Menschen, dass sich die EU auch noch mit sechs Balkan-Ländern, denen eine Platz in der Union versprochen worden war, herumschlagen muss.
Der Balkan war schon oft genug Ausgangspunkt für Krieg und Zerstörung, nicht erst 1914 und nicht zuletzt 1990-95 (Jugoslawienkrieg). Aktuell geht es gar um Autokennzeichen.
Der Balkan ist auch ein Mahnmal für die Unhaltbarkeit der These von funktionierendem Multikulturalismus. Die zahlreichen Konflikte entbrannten aus ethnischen, nationalistischen und religiösen Gründen.
Es darf für die im Artikel genannten sechs Staaten deshalb keine Garantie einer künftigen EU-Mitgliedschaft mehr geben. Die EU hat Probleme genug. Sie kann und wird noch früh genug daran zerbrechen.

Ernst-Günther Konrad | Mi, 6. Oktober 2021 - 09:46

Was regen wir uns auf. Die EU will offenkundig diese sechs Länder doch nicht integrieren und die derzeit 27 Staaten bekommen ja ohnehin außer Bürokratie und staatliche innere Einmischung - man nennt es Wertevermittlung- nichts mehr hin. Wir lasen doch unlängst hier im Cicero, dass die EU so langsam am Zerbröseln ist. Also, einfach abwarten, bis sich die EU selbst zerstört und dann die Karten neu mischen. Wie will eine EU mit den "Neuen" zurechtkommen, wenn sie nicht mal Polen und Ungarn "in den Griff" bekommen? Ich meine, überhaupt nicht. Künftig 33 Mitglieder in einem ill. Verein? Dann gibt es 34 Meinungen.