Aufstieg von Donald Trump - Facebook und Twitter waren's nicht

Donald Trump ist kein Produkt der Sozialen Medien. Ihm gelang es nur, sie effektiv zu nutzen. Die Saat für seinen Erfolg legte die Neue Rechte in den USA schon seit Jahrzehnten. Sie schuf das Narrativ des guten, weißen Amerikaners, den die Eliten und illegale Einwanderer gnadenlos ausnutzen

Der Delegierte Charles Bruckerhoff streckt beim Parteitag der Republikaner begeistert die geballte Faust nach oben / picture alliance
Ressentiment und Verlustangst gab's bei vielen weißen Amerikanern schon lange vor der Wahl von Donald Trump / picture alliance

Autoreninfo

Daniel Kreiss ist Assistenzprofessor an der School of Journalism and Mass Communication der Universität von North Carolina

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Daniel Kreiss

Viele Kommentatoren in US-amerikanischen Medien sowie Kommunikationswissenschaftler haben während den US-Wahlen begeistert die These vertreten, dass der Aufstieg Donald Trumps ein Produkt der Sozialen Medien und einer sich im weiteren Sinne verändernden Technologie war. Manche wiesen darauf hin, dass die Sozialen Medien mittlerweile die entscheidenden Kanäle sind, durch die die Bürger Informationen verbreiten und sich ihnen aussetzen.

Andere meinten, dass Trump über die Sozialen Medien die Berichterstattung der professionellen Presse bestimmte, und letztere wiederum seine rassistischen und nationalistischen Behauptungen mit Sauerstoff versorgte. Auch der Aufstieg der Alt-Right-Bewegung, der Alternativen Rechte, war für viele untrennbar mit dem Verbreitungskanal Facebook verbunden. Damit einher ginge ein Vertrauensverlust der bekannten Medieninstitutionen, hieß es, und dass politischen Einrichtungen durch die neuen Technologien neu gestaltet würden. Verallgemeinert hört man immer wieder: Trump ist erfolgreich, weil das Internet uns eine postfaktische Welt beschert hat.

Medienschaffende überschätzen Einfluss von Medien

Nun muss man wissen: Für die Leute, die in der Medienwelt arbeiten, spielen Medien und Technologie oft die wichtigste Rolle, wenn es um politische und soziale Phänomene geht. Doch dabei ignorieren sie gern die größeren historischen, kulturellen und institutionellen Faktoren, die dahinterstecken. Beim Aufstieg von Donald Trump waren es diese: der immense Vertrauensverlust, den Politik, Journalismus und wissenschaftliches Expertentum bei den Bürgern erlitten haben; und der wachsende Einfluss der nationalistischen und rassistischen Rechten in den USA. Trumps Erfolg nur auf die Veränderungen von Medien und Technologie zurückzuführen, bedeutet eine gefährliche Ablenkung von den Zuständen, die diesen überhaupt ermöglicht haben. Auch wenn Trump die neuen Technologien effektiv genutzt hat.

Paranoide Politik

Schon seit langem weisen Wissenschaftler hin auf einen bestimmten „paranoiden Stil der amerikanischen Politik“, die zum Beispiel den Aufstieg von Barry Goldwater in den fünfziger und sechziger Jahren befeuerte, lange bevor die Sozialen Medien, wie wir sie nennen, erfunden wurden. Der Historiker Richard Hofstadter, der den Begriff prägte, fand diesen Stil wieder in vielen Perioden und bei vielen einflussreichen Personen der amerikanischen politischen Geschichte. Beim Kommunistenjäger Joseph McCarthy, dem rechtskonservativen Thinktank John Birch Society oder eben bei Goldwater. Die Bewegung speiste sich aus dem Gefühl der Opferhaltung und Nostalgie, die Angst vor einem politischen Zusammenbruch, einem verunsicherten Status Quo und einer anhaltenden Angst vor einer weltweiten Verschwörung. Daran anknüpfend, ging  die Historikerin Lisa McGirr der Entwicklung der Neuen Rechten seit den sechziger Jahren nach, die sich vor allem unter wohlhabenden Vorstädtern etablierte und protestantische Werte verband mit Antikommunismus, Deregulierung und Widerstand gegen Gewerkschaften. 

Also gibt es schon seit langem eine konservative Bewegung in den USA, die sich aus einem Amalgam von Verschwörungstheorien bediente, Basisfakten verleugnete, sich als antielitär verstand, Expertise misstraute und den nicht zum Kompromiss bereiten, antipragmatischen Politikansatz vetrat, den viele bei Trump wiedererkennen. Auch seine Vorgänger in dieser Bewegung wurden von Medien unterstützt, aber eben von den Medien ihrer Zeit – also mit Büchern, Briefen, Radio und Fernsehen. Seit dem Bestehen der Bewegung war die Partei der Republikaner ihr institutionelles Vehikel, die die Bewegung mit der Infrastruktur versorgte, die es ihr ermöglichte, ihre Ideen zu verbreiten und an der Politik teilzuhaben.

Fast alle Republikaner bejubeln Trump

Auf den ersten Blick mögen die Trump-Nationalisten anders sein als die von McGirr beschriebenen Neuen Rechten oder als das Establishment der Republikaner, also Leuten wie Mitt Romney, Michael Bloomberg und George Bush Junior. In der Tat gehören einige aus dem Establishment der #NeverTrump-Bewegung an. Trump-Anhänger sind nicht unbedingt wohlhabende, religiöse Vorstädter, sondern oft ungebildete Evangelikale aus der Arbeiterklasse, die gar nicht so oft in die Kirche gehen und denen wirtschaftliche Themen wichtiger sind als moralische.

Man könnte den Aufstieg Trumps sogar als Reaktion auf die Deregulierungswut der Konservativen in den neunziger Jahren sehen, die ein Prekariat erschaffen hat, in dem offener Rassismus und wirtschaftlicher Populismus eine neue Legitimität erlangen konnten. Aber trotz der Unterschiede muss man festhalten, dass fast alle Republikaner Trump als ihren Kandidaten angesehen und gefeiert haben.

Nixon legte die Saat

Die institutionelle und kulturelle Geschichte der Republikaner seit der Südstaaten-Strategie von Ex-Präsident Richard Nixon legte die Saat für Trumps Triumph, indem sie sicherstellte, dass Republikaner aller Schichten nicht sehr große Schritte gehen mussten, um hinter seinen rassistischen Ansichten stehen zu können.

Hinzu kamen die moralischen Narrative der Konservativen, die ihre Ansichten prägen: vom Verleugnen des Klimawandels bis zum Misstrauen in Journalisten. Herauszuheben ist das Narrativ des guten, hart arbeitenden, weißen Amerikaners, den Regierungsbürokraten, illegale Immigranten und die linksliberale Elite gnadenlos ausnutzen. Dieses Narrativ wurde jahrzehntelang als konservative Identitätspolitik gepflegt, von Bewegungen wie der Tea Party und von einflussreichen Medien, zum Beispiel Fox News, was die Soziologin Arlie Hochschild in ihrer brillanten Feldforschung aufgezeigt hat.

Internet macht rechte Narrative sichtbarer

Das Internet erschuf keine postfaktische Welt, noch erschuf es Verschwörungstheorien, Nationalismus oder das Misstrauen in institutionelle Wege der Wissensvermittlung, vom Journalismus bis zur Wissenschaft. Die konservative Bewegung der Nachkriegszeit ist dafür verantwortlich, mit der Partei der Republikaner als Vehikel und ihrem eigenen Medienapparat. Der Aufschwung der Sozialen Medien machte die besondere Mischung aus rassistischem Ressentiment, konservativer Identität, populistischer Rhetorik und wirtschaftlicher Verlustangst nur sichtbarer.

Dass weiße Amerikaner angeblich einer einzigartigen Bedrohung aus Farbigen, Eliten und Experten ausgesetzt sind, findet nicht bei Millionen Menschen Anklang, weil sie es auf Facebook gehört haben, sondern weil es ihnen seit Jahrzehnten von den Republikanern erzählt wurde. Ja, Trump hat die Sozialen Medien erfolgreich für sich genutzt. Aber er konnte nur erfolgreich sein in einer Welt, für die die konservative Bewegung in den USA das Fundament erschaffen hat. 

Übersetzung: Constantin Wißmann

Buch Daniel KreissDieser Artikel ist übernommen aus einem Text, der im 2016 U.S Presidential Election Campaign Report erscheinen wird, den das Centre for Politics and Media Research und das Centre for the Study of Journalism der Bournemouth University, Großbritannien, herausbringen.

Daniel Kreiss, Taking Our Country Back, The Crafting of Networked Politics from Howard Dean to Barack Obama, erschienen bei Oxford University Press

 

Ralf Grünewald | Fr, 20. Januar 2017 - 12:37

Sehr geehrter Herr Kreiss,

viele Ihrer Aussagen sind sicher richtig aber dass der Aufstieg Trumps auf diese Art erfolgte oder überhaupt erst möglich war glaube ich nicht.
Die Vorgängerregierungen haben das Land in großen Teilen von einer Industriegesellschaft in eine Dienstleistungsgesellschaft mit Hungerlöhnen umgebaut damit sich selbst der Mittelstand eine billige Putzfrau oder Dog Walker leisten kann. Ich bin schon der Meinung dass die Medien einen enormen Einfluss haben. Im Gegenteil, wie sonst kann es sein, dass ein Bundespräsident über eine 750 Euro Spende/Rechnung stolpert. Woher haben denn die Leute Ihre Informationen? Kurz gesagt, hätten sich die Medien nicht so massiv gegen Trump in Stellung gebracht wäre sein Wahlsieg noch viel höher ausgefallen.

Andreas Müller | Fr, 20. Januar 2017 - 12:47

Es ist richtig, dass der Populismus, der Trump ins Präsidentenamt gespült hat, seit Jahrzehnten vom republikanischen Establishment unterstützt wurde..
Es sollte aber nicht weggelassen werden, dass den Sponsoren dieses Tea-Party-Populismus (u.a. den Koch-Brüdern) und dem republikanischen Establishment (u.a. der Bush-Familie, aber auch einflussreichen Publizisten) die Bewegung mit ihrer Unterstützung für Trump entglitten ist, so dass sie ihrerseits zu Hillary Clinton übergelaufen sind.
Der Einsatz der Rassenkarte für den Wahlkampf ist vielgestaltiger geworden. Sie wurde u.a. auch von Hillary Clinton gegen Bernie Sanders eingesetzt:
http://www.strategic-culture.org/news/2016/07/17/how-aristocracies-bene…
https://hintermbusch.wordpress.com/2016/11/19/rassismus-bei-den-us-wahl…

Tim Cramer | Fr, 20. Januar 2017 - 13:01

Wenn ich die Aussage in dem Text einmal zugespitzt zusammenfassen darf: Nicht erst seit Trump ist die republikanische Wählerschaft auf einem von fake news, Ressentiments befeuerten Irrweg - nein, seit Jahrzehnten lässt sie sich schon etwas vormachen.
Auch diesem Artikel liegt das Axiom zu Grunde, daß es die "guten, gebildeten, interlektuellen" Eliten gäbe, die wüßten, was gut für alle sei. Daß der Arbeiter, der seinen Job in der Fabrik verliert, weil im Ausland billiger produziert wird - daß der Hausbesitzer, der sich in seinem Viertel auf einmal mit einer neuen Kriminalität "anfreunden" muß, daß diese Menschen einen Mann wählen, der das anspricht und ihnen Veränderung verspricht, hat nichts mit Dummheit oder Leugnen zu tun. Es hat einfach nur etwas mit den Problemen zu tun, mit denen sich der normale Bürger auseinandersetzen muß.

Ich sehe das exakt genau so wie Sie. Es ist buchstäblich mit Händen greifbar, wie der Autor voraussetzt, dass es auf der einen Seite eine "gutmenschliche Welt" gibt (der auch der Autor angehört) die von einer "bösen Welt" bedroht wird. Selbstverständlich muss das "Böse" durch das "Gute" vernichtet werden. Genau wie im Märchen und genau wie in Hollywood bedarf es dazu Helden, die einzig durch ihre moralische Überlegenheit sämtliche Waffen zur Bekämpfung des Bösen benutzen dürfen. Etwas Gefährlicheres als diese kindlich-naive Weltsicht kann es für die westlichen Demokratien gar nicht geben.

Der Bewertung von Herrn Gebken kann ich nur zustimmen.
Unsere "seriösen" Medien stricken m.E. an einem USA- (und Welt-) Bild, das einem vorkommt, wie das Märchen vom "Wolf und den 7 Geißlein": US-Imperialismus+Wall Street+Silicon Valley+KuKlux-Clan vs. die Chancenlosen Allerorten.

Samuel von Wauwereit | Fr, 20. Januar 2017 - 13:09

Immer das gleiche Gerede. Konservativ= Rechts=Rückständig=Rassistisch. Ist vielleicht ein wenig simpel, die Erklärung. Da wird mal eben die Hälfte der Bevölkerung für bekloppt erklärt. Und da wundert man sich, dass die das nicht mehr mitmachen wollen. Wie in den USA auch in Europa.

Matthias Junglewitz | Fr, 20. Januar 2017 - 13:11

Man darf auch nicht vergessen, dass viele weiße Amerikaner immer noch dem WASP (White, Anglo-Saxon, Protestant) nachhängen. Sie verbinden damit die gute starke Zeit Amerikas. Die 50iger, 60iger. Man sieht es an Hollywood. Der starke weiße amerikanischen Held, der seine Frau, Familie und Werte mit der Waffe in der Hand verteidigt. Indianer waren böse, Farbige kamen bestenfalls als Dienstboten vor. In den 70iger bis 90iger änderte sich das. Kein Actionfilm kam ohne einen farbigen Co-Helden aus. Später kam noch ein Asiate dazu, der in der Regel Kampfsportexperte war. Allerdings kam es zu den Zeiten auch zu zunehmender Ghettoisierung und Bandenkriminalität, vorwiegend farbiger Gangs. Siehe Bronx, Haarlem, was dann doch auch zu einer zunehmenden Verunsicherung unter der weißen Bevölkerung führte ihr Land zu verlieren auch aufgrund massiver illegaler Immigration aus Süd- und Mittelamerika. Und jetzt wurde die Reißleine gezogen. Trump wurde auch von Farbigen gewählt die in den USA länger lebe

Ernst Jünger | Fr, 20. Januar 2017 - 13:42

Schönes Beispiel warum der Normalo hier wir drüben mit solcher Art von Journalismus immer weniger anfangen kann. Keine Fakten, aber dafür die konkrete Belehrung wie man die Welt einzuordnen hat: wir die Guten, dort das böse Schlechte.
Und dann wundert man sich, dass die Leser die Tatsachen noch immer für angenehmer halten, wie den journalistischen Erguss unter Auslassung derselben.
Erinnert irgendwie an das Märchen der weltweiten Verschwörung gegen den Antifaschismus. Schizophren.

Wolfgang Hampe | Fr, 20. Januar 2017 - 13:55

Die Amerikaner hatten nie gewählt, seit den 60ern etwa 60 Mio. Einwanderer aus Dritte-Welt-Staaten ins Land zu lassen und damit selbst zur Minderheit zu werden.

Was ist daran "rechts", die Grenzen zu sichern, wie es alle offiziell nicht-populistischen Politiker vor Wahlen stets verkündeten?

Weiß der Autor zum Beispiel, dass Mexiko in seinem Grundgesetz festgehalten hat, die Heterogenität des Landes nicht grundsätzlich zerstören zu dürfen? Weiß er ferner, dass Mexikos Regierung offizielle Broschüren druckt, wie man am besten illegal in die USA reist? Weiß er, dass Mexiko mit in der USA legal oder illegal verdienten zurückgesendeten Geld mehr Steuern einnimmt, als durch seinen Öl-Export? Weiß er, dass Mexikaner in den USA dreimal häufiger Sozialhilfe beziehen? Weiß er, dass sogar über die Hälfte der illegalen (!) Einwanderer Sozialhilfe beziehen?

Christa Wallau | Fr, 20. Januar 2017 - 14:18

Ich meide Fremdwörter, wenn ich genügend Muße z. Formulieren habe und mir das passende deutsche Wort in den Sinn kommt, und ich hasse Hüllwörter und Geschwurbel.
Den Begriff "Narrativ", der sich seuchenartig
verbreitet hat, finde ich in diesem Artikel von Daniel Kreiss, übersetzt von Constantin Wißmann, mehrfach. Der häufige Gebrauch dieses Wortes läßt mich zunehmend stutzig und verärgert zurück.

"Rechte und konservative Narrative?
Was bedeutet das? Da kann sich doch jeder etwas Neutrales und Konkretes drunter vorstellen, sollte man meinen. Aber so ist es nicht.
Ich habe den Eindruck, daß mit der Benutzung dieses Begriffes einfach nur angekündigt werden soll: "Achtung,Leute!!! Bei Narrativen handelt es sich immer um etwas Falsches u. Gefährliches! Hände weg davon!"
Jedenfalls habe ich noch nie z. B. von einem
"grünen" N. , "FLüchtlings-Narrativ" oder dem "Narrativ des diskriminierten, schwarzen Amerikaners" gehört und gelesen.

Unterschwellige Manipulation nennt man sowas.

Als erstes möchte ich Ihnen endlich einmal sagen, dass Ihre Kommentare mir immer sehr gefallen, ich bin eigentlich fast immer der gleichen Meinung. Was nun den Artikel betrifft, der Autor wusste offensichtlich nicht wie er das englische Wort narrative (= erzählend) am besten übersetzen sollte und schuf daher ein neues Wort, laut Duden ist narrativ ein Adjektiv, Narration dagegen ein Substantiv und natürlich kommen die Worte aus dem Lateinischen.
Solche Fremdworte gegenüber Menschen zu verwenden, die nicht Latein gelernt haben - und ich nehme an das stimmt doch für die Mehrheit der Bevölkerung ist reichlich unsensibel, wenn nicht gar beleidigend, und dient doch auch nur dazu, den Artikel aufzuplustern, ihm einen "wisenschaftlichen" oder bedeutenderen Anstrich zu geben.
Außerdem ist er für die Wahl nicht aussagekräftig, denn viele Wähler Trumps waren kein e "weissen Männer" im Artikelsinn. Trump hat nur wegen des seltsamen Wahlsystems gewonnen - an Stimmen hatt er ja weniger .

Das fällt mir auch schon länger auf, dass man unnötig Fremdwörter benutzt um den Anschein eines hohen Bildungsniveaus zu erwecken.
Man könnte ja auch statt Fakenews einfach Falschmeldung sagen. Aber dann würde das ja jeder verstehen. Ich habe mal gelernt man möge Fremdwörter vermeiden wenn es einen passenden deutschen Begriff gibt.
Da hat sich offenbar vieles gändert in der Journalistenausbildung.

Linda Berckhemer | Fr, 20. Januar 2017 - 22:03

In reply to by Hans Pagel

Wenn mein Mann ( an einem Max Planck Institut )
Kollegen ärgern wollte, sprach er von " Imponderabilien "
Ich meine es genügt vollkommen, wenn man Kommentare
in gutem, fehlerfreiem Deutsch schreibt, so wie das zum Beispiel Frau Wallau tut. Es ist mir immer eine Freude ihre Kommentare zu lesen. Inhaltlich und gut formuliert.

Cecilia Mohn | Fr, 20. Januar 2017 - 14:34

Die Evolution geht seltsame Wege. Was früher Fortschritt war, muss jetzt überwunden werden. Die einfachen Menschen - common people with common sense - wollen den Weg der Globalisierung nicht weiter mitgehen. Dafür werden sie von den noch herrschenden Eliten für blöd erklärt. Meinungsfreiheit herrscht also nur, wenn es die zur Zeit herrschende Meinung ist? Wie armselig. Eine neue Wirtschaftsform ist im Entstehen, die sich an alten Traditionen orientieren wird. Und konservativ bedeutet mitnichten Rassismus - das sind alles Unterstellungen. Die Menschen aller Konfessionen und aller Hautfarben denken ähnlich zur Zeit. Sie sollen durch die Globalisierer gegeneinander gehetzt werden, damit sie leichter beherrscht werden können. Das aber wird hoffentlich nicht passieren. Darauf fällt keiner mehr herein. Die (noch privilegierten) Hunde bellen und die Karawane zieht weiter.
Cecilia Mohn

schönes Wort aber leider wahr. Wer so wie ich schon einige Jahrzehnte im Beruf hinter sich gebracht hat, die elektronische Revolution miterlebt vom BTEX bis Internet hat, so muss er leider sagen die Insel der Seligkeit gibt es nicht mehr, die sich die Gegner der Globalisierung wünschen. So wie sich Abläufe in Arbeit und Beruf ändern, wie Internet und soziale Netzwerke mit brachialer Gewalt in unser Leben einbrechen so ändert sich diese Welt, sie ist nun ein Dorf. Von allen Religionen und Philosophen dieser Welt wurde seit jeher gefordert, das Menschen wenigstens den Versuch eines vernünftigen miteinander machen. Abschottung a la Trump und seiner Vorgänger in der Geschichte waren und sind leider keine Lösung. Ich wäre gespannt wohin sich der Preis eines Smartphones entwickelten wenn nicht Mindestlöhne in Asien die Kalkulationsbasis sind und ob der amerikanische Farmer es sich dann leisten kann, wenn keiner seinen Weizen kauft weil andere Protektionistisch agieren. .

Dimitri Gales | Fr, 20. Januar 2017 - 14:51

Vielleicht kommt jetzt wieder das Märchen vom "Rattenfänger von Hameln" auf, mit dem sich auch die Deutschen nach dem 2. Weltkrieg herausreden wollten. Aber im heutigen Amerika sind die Verhältnisse anders; viele, zu viele Amerikaner sprüren die Folgen eines brutalen Turbo-Kapitalismus und die einer enfesselten Wirtschaftsglobalisierung "am eigenen Leib". Diese Population haben alle Parteien der USA stets ignoriert, so als existierten sie nicht. Nun meinen sie, in Trump einen Anwalt für ihre Sorgen gefunden zu haben. Dabei spielten tatsächlich die sozialen Medien als Beeinflussungsinstrument keine oder nur geringe Rolle.

Horst Kessler | Fr, 20. Januar 2017 - 15:32

Wir sollten froh sein,dass nach dem Drohnen und anti-Russen Obama keine Clinton folgte die ihn noch toppen könnte. Amerika hat nun eine Chance und die heißt nun mal Trump auch wenn das dem Elitären Gefüge nicht passt. Die Karten werden neu gemischt, in Deutschland hat man schon vor der Wahl damit angefangen um nicht noch mehr Wähler ab die AFD zu verlieren.

ingeburg hager | Sa, 21. Januar 2017 - 16:03

In reply to by Horst Kessler

ja, zeitig fing man mit der Gehirnwäsche an. Erst wollte man mit den Linken nicht zusammen arbeiten, jetzt ist es die AFD. Mit welchem Recht können Politiker überhaupt Zusammenarbeit ablehnen, wenn Bürger diese Partei wählen. Dahinter stehen nun mal Wähler. Ich verstehe diese Demokratie nicht mehr und möchte noch hinzu fügen, dass ich kein Wähler dieser beiden Parteien bishehr war. Aber was kann man denn noch wählen ? Es gibt zu viele Fragezeichen für mich. Ich bin eine alte Frau mit 84 Jahren. Auch ich möchte eine gute Wahl für unser Deutschland treffen

Marianne Bernstein | Fr, 20. Januar 2017 - 15:49

Natürlich sind die sozialen Medien nicht "schuld", wie sollten sie es auch sein. Die Kneipe ist auch nicht schuld, wenn der "falsche" Bürgermeister wird.
Ich finde es eigentlich beängstigend wie man den Wählern abspricht selbständig denkende Menschen zu sein. Natürlich suchen Menschen Bestätigung in einer größeren Gruppe, dass ist eben in der Kneipe genauso wie bei Facebook.

Siegfried Stein | Fr, 20. Januar 2017 - 16:19

"[...]vom Verleugnen des Klimawandels bis zum Misstrauen in Journalisten. [...]

Ersetze "Klimawandel" durch 'Ablasshandel' und "Journalisten" durch 'Pfaffen'.

Und das Schema passt.

Fabien De La Croix | Sa, 21. Januar 2017 - 09:33

In reply to by Siegfried Stein

Vergleiche unser Umgang mit "Gefährdern", mit der Rechtlichen Doppelmoral die vor 70 Jahren an Juden ausgelebt wurde. Auch damals ging es offizielle um den Schutz vor Gefährdern. Auch die DDR hat zum "Schutz vor" was auch immer gerade aktuell war eine Mauer gebaut und die eigene Bevölkerung isoliert.

Des Faschismus und rechtliche Doppelmoral ist schon immer "gut gemeint" gewesen. Dabei ist die Gefahr empirisch betrachtet eigentlich immer die schlichte Ballung von Macht gewesen.

Karin Zeitz | Fr, 20. Januar 2017 - 16:33

sondern die Deindustrialisierung der USA sowie die ständigen internationalen Konflikte, die zur Verschlechterung der Lebensverhältnisse großer Teile der Bevölkerung geführt haben waren ausschlaggebend dafür, dass Trump gewählt worden ist. Trumps Wahlsieg wäre ohne den Einfluss der öffentlichen Medien möglicherweise noch höher ausgefallen. Den Slogan vom "stupid old white man" im Zusammenhang mit den Wahlen in den USA und dem Brexit-Votum ist unzutreffend und abgeschmackt.

Robert Müller | Fr, 20. Januar 2017 - 19:57

Das mit Donald Trump (und auch der Brexit) ist mir ziemlich egal. Hoffentlich hört das jetzt endlich auf, da Trump nun US-Präsident ist. Und bewerten kann ich eh nicht, ob das was da geschrieben wurde der Grund für die Entwicklung in der USA ist oder nicht.

Dieter Wenzel | Sa, 21. Januar 2017 - 01:50

meiner Meinung nach das letztere. Denn wirklich, der gute Durchschnitts Amerikaner hat sie die einfache Existenzangst, er hat den Blues. Es ist vorbei mit der "my Pony my Rifle and me" Romantik im Land der mittlerweile begrenzten Möglichkeiten. Der Kapitalismus hat sie abgehängt auch hier gibt es Grenzen. Der Konsum war und ist das wozu Amerika gebraucht wird. Aber er kostet Geld und das wiederum haben nur die reichen und nicht die ohne Arbeit. Produktion/ Industrie weg, irgendwo nur nicht in USA. Man erkennt das Google und Facebook nicht allen Arbeit und Brot für alle bringt. Jetzt kommt Messias Trump und verspricht ich führe euch wieder zurück zur Größe und der Rest der Welt wird zahlen. Man wird sich fragen müssen, tut sie das was sie soll? Die Welt ist nicht mehr die gleiche wie vor 20 bis 50 Jahren. Machen wir uns nichts vor, Protektionismus große Schnauze und Handelskrieg könnte verdammt ins Auge gehen. Könnte möglich sein das die Welt keine USA und Trumps mehr braucht.

Ruth Falk | So, 22. Januar 2017 - 11:26

wird völlig hysterisch, wenn da wer wagt, anderer Meinung zu sein. Das zeugt nicht gerade von grossem Selbstvertrauen, sonst könnten sie das bigotte Getue lassen, denn das kauft ihnen kein Mensch mit etwas Hirn ab.
Vor lauter Angst zetteln sie allenthalben Kriege an, sind bewaffnet bis an die Zähne, obgleich eigentlich schon wegen ihrer Geographie ein Angriff kaum zu erwarten ist. Und jetzt haben sie sich noch einen Rüpel als Präsidenten gewählt. Was für ein armseliges Land mit primitive Vorstellungen! Da möchte ich nicht mal begraben sein.

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