Brandrodung am Amazonas - Spiel mit dem Feuer

Der Amazonasregenwald ist die Schatzkammer der Flora und Fauna. Er ist unser doppelter Boden im Kampf um das Klima. Um ihn vor weiterer Zerstörung zu schützen, muss schnell gehandelt werden. Doch Präsident Jair Bolsonaro denkt nicht daran. Der Grund: eine brasilianische Doktrin

Amazonas-Regenwald in Flammen
Die grüne Lunge der Erde, bedeckt von Asche / picture alliance

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Jannik Wilk ist freier Journalist und studiert derzeit Journalistik in Hamburg. 

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Der Amazonasregenwald in Brasilien, das wichtigste Waldgebiet unseres Planeten, steht in Flammen. Zu großen Teilen. Die Rauchwolke ist bereits so groß wie Europa und zieht durch Südamerika. Seit nunmehr drei Wochen brennt diese Schatzkammer der Artenvielfalt. Neunzig Prozent der Tier- und Pflanzenwelt leben in tropischen Regenwäldern. Die Bilder der brennenden Bäume stimmen traurig, und man sieht dabei nicht einmal die Lebewesen, die vor der Feuerhölle fliehen oder in ihr verenden, die Lichtungen, Wasserfälle und Flüsschen, die im lodernden Rot verschwinden. Was passiert, wenn der Amazonasregenwald weg ist?

Als wäre das nicht tragisch genug, verlieren wir mit dem Amazonasgebiet auch das Netz und den doppelten Boden unseres Weltklimas, die grüne Lunge der Erde. Die eine Hoffnung, dass wir das Ruder doch noch herumreißen können. Mindestens sechs Prozent unseres Sauerstoffes produziert dieser unendlich wirkende Wald, der offensichtlich doch endlich ist. Viel wichtiger aber: Er speichert so viel CO2, wie die Menschheit in einer Dekade freisetzt.

Verschwindet er, sind alle weiteren Versuche, das Klima zu retten, vergebens. Aus, vorbei. Dann ist Zeit, einzupacken, sich in die Erde einzugraben, klimageschützt, und von dort an wie Maulwürfe als Erdvolk zu hausen. Herzlichen Glückwunsch.

Warum brennt das Amazonasgebiet?

Aber wieso brennen plötzlich im Amazonasgebiet mehr als siebzigtausend Feuer, die schon nach Bolivien und Paraguay vorgedrungen sind? Das liegt zum einen an der heißen und langen Trockenphase im Becken des Amazonas. Ein anderer Grund, der fassungslos macht: Brandstiftung. Es sind Brasilianer, die die Feuer legen. Landbesitzer, Spekulanten und Bauern dehnen ihre Flächen so illegal aus. Das wird von den örtlichen Autoritäten oft toleriert. Viehzüchter begingen sogar einen „Tag des Feuers“, legten gemeinsam Brände. Sie wollen Arbeit. Die bekommen sie nur, wenn kein lästiges Geäst im Weg liegt.

Nun kommt das Thema langsam, mit sträflicher Verspätung, in Europa an. Plötzlich schrillen die Alarmglocken, mit einem Mal berichtet die Presse. Auch die Politiker äußern sich. Der französische Präsident Emmanuel Macron ließ sich zu einem Weckruf hinreißen. Er schrieb: „Unser Haus steht in Flammen“. Dies sei „eine internationale Krise“. Dann schlug er vor, erste Maßnahmen mit den G7 bei ihrem Treffen in Biarritz, Frankreich, zu bereden, als ersten Punkt der Tagesordnung. Es muss gehandelt werden, so der Konsens, entschieden und bestimmt. Sonst fällt uns das Dach unseres Hauses auf den Kopf. Der Dachstuhl glüht schon. Gezimmert ist er aus Tropenholz.

Dafür bedürfte es aber der Unterstützung von Brasilien und dessen Regierung. Derjenige aber, der dort entscheidet, was getan wird, Präsident Jair Bolsonaro, denkt gar nicht daran. Bolsonaro, der die Brände bis vor kurzem einfach ignorierte, hegt eine tiefe Abneigung gegen Umweltschutz, hält ihn für Geldverschwendung, etwas für „Veganer, die nur Grünzeug essen“. Der Klimawandel? Hält seine Regierung für eine marxistische Verschwörung. Er streute unlängst die Vermutung, Umweltschützer hätten die Feuer selbst gelegt, um sich für gestrichene Gelder zu rächen. Interesse, seinen hauseigenen Garten zu retten, zeigt er nicht. 

„Wir werden den Amazonas ausbeuten!“

Im Gegenteil, er will ihn an das Agrarbusiness verscherbeln, der brasilianischen Wirtschaft opfern. Viele würden das nicht offen zugeben, weil das eine Haltung offenbart, bei der man als vernünftiger Mensch den Kopf schüttelt. Nicht so Bolsonaro. Er geht mit seiner umweltfeindlichen Haltung hausieren, propagiert sie, vertritt sie mit voller Überzeugung, eben genau wie seine menschenverachtenden, gewaltverherrlichenden oder homophoben Ansichten auch. Insofern ist er konsequent. Kürzlich sagte er etwas, dass für den Rest der Welt wie eine Drohung klang: Man werde den Amazonas ausbeuten.

Seine Meinung begründet er in der Regel so: „Im Moment läuft unsere Wirtschaft fast nur durch das Agrarbusiness. Aber das ist gehemmt, erstickt von diesen Umweltthemen.“ In einem hat er Recht: Die Agrarwirtschaft ist die wohl wichtigste Säule der brasilianischen Volkswirtschaft. Millionenfach werden Rindfleisch, Soja oder Mais in die Welt verschifft. Die Politik ist abhängig vom Agrarbusiness: Landwirte und Großgrundbesitzer stellen in den Parlamenten die größte Fraktion. „Wir sind eure Regierung“, versprach Bolsonaro neulich den Landbossen auf einer Versammlung.

Brasilien war einst ein Musterbeispiel für Umwelt- und Klimaschutz. Als dann Bolsonaro gewählt wurde, war bereits klar, dass der Amazonasregenwald von nun an mächtige Probleme bekommen würde. Seitdem er regiert, haben sich die Entwaldungsraten vervielfacht. Er entmachtete die Umweltbehörde, hetzte gegen NGOs, die indigenen Völker, deren Heimat der Regenwald ist, stutzte ihre Reservate zusammen. Oder er unterstützte Goldgräber, die zu Hunderttausenden in den tiefen Wäldern nach glitzernden Steinchen wühlen, und dabei mit Quecksilber den Amazonas verseuchen, weil der Mensch dafür Unsummen an Papiergeld zahlt. Er relativierte, dass sie in eigentlich geschützte Gebiete eindringen, die Ureinwohner vertreiben, ja sogar deren Häuptlinge ermorden.

Das Rebellentum Brasiliens liegt in dessen Geschichte

Nun versucht die internationale Gemeinschaft, einzugreifen. Ein Vorgehen, auf das die Brasilianer, angestachelt durch Bolsonaro, allergisch reagieren. Ihre Sicht der Dinge geht so: Der Amazonasregenwald gehört uns, nur uns. Wir können damit machen, was wir wollen. Und ihr nehmt uns weder ihn noch seine Bodenschätze weg. Wenn wir ihn wirtschaftlich erschließen oder roden, dann ist das unsere Angelegenheit, unsere allein!

Darin liegt ein rebellischer, nationalistischer Trieb. „Wir können nicht akzeptieren, dass der Rest der Welt uns in Sachen Amazonas belehrt“, sagte General Augusto Heleno Peirera, Sicherheitsberater der Regierung. Dieses Denken, diese Linie, hat Bolsonaro über die letzten Monate, in denen er ohnehin für die Rodungen kritisiert wurde, kultiviert und in die Köpfe vieler Brasilianer festgesetzt. Paradox dabei ist, dass der Regenwald die Brasilianer eigentlich nie sonderlich interessiert hatte.

Erfunden hat er diese Linie nicht. Sie wurzelt in der kolonialistischen Vergangenheit Brasiliens und in den sechziger Jahren. Seitdem nämlich hängt vor allem das Militär, das in Brasilien hohe politische Macht besitzt, der paranoiden Doktrin an, die Welt wolle Brasilien den rohstoffreichen Amazonasregenwald wegnehmen. Daher müsse man ihn wirtschaftlich erschließen und besiedeln. In Bolsonaros Kabinett sitzen alte Generäle, die tief daran glauben. Er selbst steht dem Militär nahe und beschönigt die Zeit, in der es Brasilien in eine Diktatur zwang. 

Überzeuge, wer nicht überzeugt werden will

Wie also bringt man Bolsonaros Brasilien zur Vernunft? Der Präsident wird seine Linie nicht verlassen, und die meisten Vorschläge wird er im zuvor beschriebenen Duktus verteufeln. Macrons Vorstoß etwa nannte Bolsonaro eine „koloniale Mentalität“, weil Brasilien beim G7-Gipfel in Frankreich am Wochenende nicht dabei ist, wo ausgeknobelt werden soll, was gegen die Waldbrände getan wird. Man redet also wieder über und nicht mit Brasilien, möchte darüber bestimmen. Und den Brasilianern stellen sich die Nackenhaare auf. Zwar sprach er davon, dass Brasilien gesprächsbereit sei, solange man mit dem Land spreche und nicht über das Land. Allerdings sind die potenziell daraus resultierenden Ergebnisse fragwürdig.

Bolsonaro hat nicht einmal etwas dagegen, dass der Amazonasregenwald brennt. Er will es so. Aktuell wurden in Brasilien offizielle Regierungsdokumente geleaked, die zeigen, dass Bolsonaro und seine Regierung den Amazonas vorsätzlich zerstören wollen. Ein Mittel dazu: Hassreden auf indigene Völker und Minderheiten, und wirtschaftliche Erschließung. Bolsonaro hat also eine sehr genaue Agenda. 

Mit Klimamoralismus oder Umweltromantik wird man den brasilianischen Präsidenten nicht überzeugen können. Er sitzt seinen eigenen Phantasmen auf. Die einzige Sprache, die Bolsonaro, ein Typ ganz ähnlich wie Trump, verstehen wird, ist die Sprache des Geldes. Nur an dieser Stelle kann man ihn treffen.  

Die Lösung heißt Mercosur

Nicht zwingend mit wirtschaftlichen Sanktionen, auf die Bolsonaro erneut trotzig reagieren könnte. Sondern vielmehr wie Irland das nun getan hat: Die Regierung drohte dem Präsidenten offen damit, das geplante Mercosur-Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und einer Handvoll lateinamerikanischer Staaten (Argentinien, Brasilien, Paraguay, Uruguay), über das seit zwanzig Jahren verhandelt wird, nicht zu unterzeichnen. Sollte Bolsonaro nicht handeln und „seinen Umweltschutzpflichten“ nachkommen. Frankreich schlug in dieselbe Kerbe.

Clever. Das trifft mitten ins Schwarze. Denn Bolsonaro und Brasilien wünschen sich nichts sehnlicher, als den europäischen Markt mit Soja, Fleisch und Mais zu beliefern. Das Abkommen würde Brasilien einen großen wirtschaftlichen Schub geben. Es bleiben noch zwei Jahre bis zu der Abstimmung über Mercosur. Bis dahin wolle Irland die Umweltpolitik Brasiliens genau beobachten.

Tatsächlich sollte die EU sich geschlossen der Forderung Irlands anschließen. Dann könnte Bolsonaro einknicken. Das Problem: in der Zeiten der Handelskriege braucht die EU neue, lukrative Handelspartner. Aber mit wem Handel treiben, wenn die Erde wüst und leer wird?

Es geht nur gemeinsam

Bolsonaro räumte unterdessen ein, dass sein Land ohnehin nicht die Mittel habe, die Feuer unter Kontrolle zu bringen. Das Amazonasgebiet sei größer als Europa. Es fehlten die Ressourcen. Ein Grund mehr für eine gemeinsame internationale Intervention, um die grüne Lunge unserer Welt zu retten. Wenn man Brasilien deutlich macht, dass man nicht seine Souveränität beschneiden, oder dessen Bodenschätze abschöpfen will, sondern einfach nur den Schutz des Regenwaldes fordert, unserer Umwelt – dann gibt es vielleicht doch noch Hoffnung für unseren Planeten. Auch für die Schatzkammer der Artenvielfalt. 

Christa Wallau | Sa, 24. August 2019 - 09:50

das Jannik Wilk hier fordert, ist das Richtige und Entscheidende!
Die lächerlichen Dieselverbote in Deutschland nehmen sich daneben wie blöder und zudem selbstzerstörerischer Kinderkram aus.
Ja, in der gnadenlosen Rodung des Urwaldes in
Brasilien steckt ein w i r k l i c h e s Gefahrenpotential, und es muß alles getan werden, um dies zu verhindern.
Es bleibt denen, die das erkennen, nichts anderes übrig, als auf Augenhöhe mit Brasilien zu verhandeln und diesem Land sowohl mit Hilfsangeboten zur Brandbekämpfung entgegenzukommen als auch mit Konsequenzen zu drohen, falls den Bränden nicht mit aller Kraft Einhalt geboten wird.
Genauso dumm u. falsch es war, Trump lange Zeit mit europäischer Arroganz zu betrachten, ist es jetzt, Bolsonaro nicht als ebenbürtig anzusehen
und ihn unnötig zu verärgern. Diese Leute kamen in freien, demokratischen Wahlen an die Macht u. repräsentieren Zig-Millionen von Menschen auf dieser Erde. So ist die Welt nun mal. Ein Realist stellt sich darauf ein.

Liebe Frau Wallau,

ich kann Ihnen nur zustimmen, allerdings sehen wir in der Entwicklung die Folge eines Faktors, den die Mächtigen seit über 50 Jahren konsequent ausblenden: das Bevölkerungswachstum.

1961 hatte Brasilien ca. 75 Mio. Einwohner, heute sind es gut 210. Mio - fast eine Verdreifachung. All diese Menschen dürsten nach Auskommen und Wohlstand, und sie werden daher nicht aufhören diese Welt auszubeuten.

Mit welchem Recht wollen wir diesen Menschen sagen: "ihr müsst arm bleiben"?

Es ist ein Dilemma vor dem ich selbst ratlos stehe.

Die Entwicklung selbst war schon seit vielen Jahren absehbar, allein, wir alle haben davor lieber die Augen verschlossen.

1960 waren 3 Mrd. Menschen auf der Erde, heute 7,5 Mrd mit gestiegenen Ansprüchen.

Und da glauben angeblich gebildete Menschen in Deutschland durch Abschalten der Kern- und Kohlekraftwerke und De-Industrialisierung die Welt retten zu können - welch eine Anmaßung!

Traurige Grüße
Joachim Walter

Lieber Herr Walter,
Sie sprechen das wichtigste Problem der Welt an, das konsequent nicht als
solches behandelt wird. Herzlichen Dank dafür.
Selbstverständlich ist die ungebremste Vermehrung in Brasilien eine der
Ursachen für die zunehmenden brutalen Eingriffe in die Regenwaldgebiete.
Daß die Probleme Afrikas in erster Linie auf die Überbevölkerung zurückgehen, kann auch nicht ernsthaft von jemand bestritten werden.
ABER:
Dieses PROBLEM Nr. 1 wird trotzdem nicht ständig thematisiert und nach Möglichkeiten für dessen Lösung geschrien, so wie dies bei der Klima-Veränderung
der Fall ist. Warum?
Begründung: Man hat nicht das Recht, Menschen vorzuschreiben, wie viele Kinder sie bekommen.
Meines Erachtens ist diese Haltung grundfalsch. Wer die Gefahren des ungebremsten Bevölkerungswachstums auf der Erde erkennt u. nichts dagegen unternimmt, d e r handelt unethisch. Jede Hilfe müßte von der Bereitschaft zur Geburtenkontrolle abhängig gemacht werden - zum Wohle aller Erdenbürger.

"Lerne deine Heimat kennen!" - So titelte mein erstes "Erdkundebuch", 3. Klasse. Koblenz und Umgebung; gar Ausflüge in den Westerwald und natürlich die Eifel; die Eifel ist ein must-have!!!
Im Gymnasium dann die drei Bände in den Klassen 5 bis 7: Deutschland, Europa, Welt.
Ist das nicht bemerkenswert? Diese Steigerung vom Mikrokosmos zum Makrokosmos?
Bereits damals (Anfang 70er! ich lebe bereits länger hier) erzählte man uns von einer zu erwartenden "Überbevölkerung", prognostizierte dies ziemlich trefflich; ich habe noch etliche Schulunterlagen und fast alle Bücher! (in Rheinland-Pfalz gab es damals keine Lernmittelfreiheit, alles selber kaufen: wer hat, der hat!)

Zitat: "Begründung: Man hat nicht das Recht, Menschen vorzuschreiben, wie viele Kinder sie bekommen. Meines Erachtens ist diese Haltung grundfalsch." Ende

Frau Wallau, dieses Recht MAN in der Tat nicht!
Eines noch.
Frau Wallau, Sie haben es doch wirklich nicht nötig das trendy-word Haltung zu verwenden, gell!

.......werden die Wälder entlang der Autobahnen abgeholzt um auf 3-4 Spuren zu verbreitern, die Grünflächen zerstört und mit Logistik - Zentren, Fabriken und Hallen in der Größe von Stadien zu betoniert. Wo ist da der Unterschied ? Schuld sind immer die Anderen ! Bei uns entlang der A 67 Erdbeer- und Spargelfelder , Wiesen und Wald zu Betonburgen und Flughäfen uns so weiter und so fort..... Frau Wallau.

wolfgang dubbel | Sa, 24. August 2019 - 10:24

ich denke, er will nicht zugeben, dass er machtlos ist, da ist er lieber ein Bösewicht, wie Putin, Erdogan, etc.

gabriele bondzio | Sa, 24. August 2019 - 10:26

Ich sagte ja schon in einem früheren Kommentar, dass der Amazonas-Regenwald ein wichtiger Baustein in der Atmungsaktivität der Erde ist. Und seit mehr als 20Jahren dort Raubau betrieben wird.
Aber erst, wenn es richtig unter den Fingenägeln brennt und kein Mantel des Schweigens das Problem verdecken kann, bricht hektischer Aktivismus aus. G7-Gipfel, eine teure-unnütze Tagung, soll nun Lösungsansätze bringen. Aber ohne die Länder Brasilien, Bolivien und Paraguay, die nicht dort vertreten, sind Lösungen nicht denkbar.
In Brasilien, dem größten Rindfleisch-Exporteur der Welt (gibt mehr Rinder als Menschen, die brauchen Platz) sind 72.843 Feuer registriert. Wo sind Sonderberichterstattung oder Talkshows zum Thema, der Aufschrei der Grünen im Land? Alle auf Stimmenfang für die Umwelt, oder doch nur für nationale Kleinkrämerei?

Ich denke die Amazonas-Brände sind ein Thema weil in Brasilien ein Rechtspopulist an der Regierung ist und weil Macron so noch einen Weg sieht den Freihandelsvertrag zu blockieren. Macron will den eigentlich nicht, weil er sonst fürchten muss das seine Bauern ihm Ärger machen werden.

Übrigen, man kann Feuer per Satellit zählen und danach ist zur Zeit (22. bis 23. August) die Nummer 1 bei Bränden Angola mit 7000 Bränden, dann folgt der Kongo mit 3000 und dann erst Brasilien mit 2000 Bränden. Wobei die Brände in der Arktis vielleicht schlimmer sind, denn der Ruß führt dazu, dass das Eis mehr Wärme aufnimmt und deshalb stärker schmilzt.

Eigentlich bin ich der Meinung, dass man sich weniger um die Situation in der Ferne kümmern soll und mehr darum wie es bei einem selber ist. Also, warum beenden wir nicht bei uns das Verbrennen von Kohle und lassen stattdessen die Atomkraftwerke weiter laufen?

Online-Redaktion | Mo, 26. August 2019 - 10:55

In reply to by Robert Müller

Lieber Herr Müller,

Ihre Zahlen sind nicht korrekt. Im Amazonas-Regenwald wurden inzwischen rund 75.000 Brände gezählt. Und warum das ein wichtiges Thema ist, steht gleich am Anfang im Text. Sie haben aber Recht, in Afrika brennt es auch. 

Beste Grüße,

Ihre CICERO-Redaktion

Robert Müller | Mo, 26. August 2019 - 11:34

In reply to by Online-Redaktion

Sie vergleichen Äpfel mit Birnen. Ihre Zahlen gelten für dieses Jahr, wie ich recherchiert habe, meine sind nur an zwei Tag gemessen worden. Meine Zahlen stammen stammen übrigens von hier: https://www.bloomberg.com/news/articles/2019-08-23/more-fires-now-burni…

Zum wichtigen Thema: Es brennt nicht erst seit Jair Bolsonaro Präsident in Brasilien geworden ist, unter seinen linken Vorgängern hatte es genauso gebrannt, da war das aber kein Thema. Auch die Brände in Afrika sind, wie meine Zahlen belegen, mindestens genauso schlimm und auch dort sind die Tier- und Pflanzenwelt bedroht. Aber da ist kein Rechtspopulist an der Regierung, also kein Thema.

Im übrigen habe ich nichts gegen weniger Feuer im Amazonas, mich stört nur das wieder einmal etwas politisch instrumentalisiert wird, wobei klar ist, dass wir hier in Deutschland daran wenig bis gar nichts ändern können und werden. Nächstes Jahr wird es genauso brennen und übernächstes Jahr auch.

ist Brasilien großer Rindfleischexporteur ,China sein wichtigster Kunde. Zum Anderen wird Soja in riesigen Mengen angebaut, für China und den Wohlfühlfaktor Biosprit und vegane Ernährung der Weltrettersekte. Platz für Palmölanbau muss ja schließlich auch noch geschaffen werden.

Heiner Hannappel | Sa, 24. August 2019 - 16:02

Teil 1
Balance.
Der Mensch verblendet von Gier und Haben
vergaß, dass auf Erden nur die Natur hat das Sagen!
Verstört schaut nun der Mensch, ohne zu begreifen,
wie auf Erden seine Fehler reifen.
Der Flüsse Schmutz, des Meeresspiegels Steigen,
ist nun nicht mehr zu verschweigen.
Es ist nun nicht mehr zu übersehen
wie niedrig schon bei Sturm die Ufer stehen.
Wir haben die Balance verloren,
so klingt es schrill in allen Ohren.
Doch, was so laut Balance heißt,
geschieht im Stillen und ganz leis.
Seit Milliarden Jahr die Natur Balance übt,
des Menschen Tun sie sehr betrübt.
In der Menschheit innerstem Kern,
fehlt die Balance, ist doch so fern.
Dieses im Menschen gestörte Gleichgewicht,
ständig aus Gier der Natur Gesetze bricht.
Schon der Lüfte Sauberkeit vom Menschen bestimmt,
er auch dem Wasser seine Reinheit nimmt.

Heiner Hannappel | Sa, 24. August 2019 - 16:04

Teil 2
Ehe der Mensch dies nun alles begreift,
in der Natur schon eine andere Balance reift.
Vom Menschen geschaffene Fakten diese nun nimmt
und ihr Gleichgewicht jetzt neu einstimmt.
Bald der Mensch dieser neuen Balance gegenübersteht,
ein Hauch seiner Endlichkeit im dann entgegenweht.
Je mehr man der Natur, ihrem Plan widerspricht,
je mehr die Natur nun mit dem Menschen bricht.
Durch diese Balance bald etwas neu entsteht,
was der Menschheit Lebensgrundlagen verweht.
Jahre in Milliarden werden so noch vergehen,
so auf Erden noch viel Schönheit zu sehen.
Doch ohne den Menschen, dem eitlen Thor,
er kommt in dieser Zukunft gewiss nicht mehr vor!
Autor: Heiner Hannappel

Astrid Burgert | Sa, 24. August 2019 - 17:53

Brasilien kann man nur über Geld beikommen. Das heißt keine Importe mehr aus Brasilien. Nur da wird es nie zu einem gemeinsamen Konsens der Regierungen kommen. Also wird er weiter Geld scheffeln wollen und sich irgendwann wundern, das man dieses Geld nicht essen kann, nur diese Tatsache trifft nicht nur auf Brasilien zu und deshalb sägt sich der Mensch den Ast ab, auf dem er sitzt.

Romuald Veselic | So, 25. August 2019 - 09:12

Sahara ein tropischer Regenwald zwischen Atlantik und Indischen Ozean. Ist verschwunden und die Atmosphäre ist geblieben, die das Leben erst ermöglichte.
Was ich definitiv nicht verstehe, wieso gehen so viele davon aus, dass alles so bleiben soll/muss, wie es ist? Nichts dauert ewig, nicht mal die Menschheit, die früher zugrunde gehen wird, als die Erde. Wenn der Nord/Südpol verschwinden, oder deren Kraft nachlässt, dann wird's lustig. Mit oder ohne Regenwald.
Was ist mit Sibirien? Die sibirischen Wälder sind doppelt so groß wie die von Amazonas. Warum sollte ein EU-Boykott gegen Brasilien was bestimmen/bewirken, wenn es nicht gegen Russland funktioniert. Was dann, wenn sich Länder wie Russland und Brasilien zusammen tun, und EU besetzen?
Wenn Millionen unkontrolliert durch den Kontinent wandern können, und NGO darüber entscheiden, wie das Rechtssystem zu funktionieren hat/soll/muss. EU ist ein lächerliches Politkadergerüst, das man mit wenigen Fußtritten aus dem Weg räumen kann.

Wolfgang Rösner | Mo, 26. August 2019 - 00:49

In reply to by Romuald Veselic

@Romuald, so wie Sie kann nur ein Nicht-Deutscher argumentieren. Als Deutscher hat man linientreu zu sein und das heißt heute, jede Panikmache mitmachen, am besten gar nicht mehr in den Schlaf finden vor lauter Angst und Sorge und Wut und Empörung und Enttäuschung und und und. ;) Sie sind zu intelligent für dieses Forum. Weitergehen!
Ich habe schon in zig Beiträgen versucht zu erklären, warum der Amazonaswald eben NICHT die Lunge der Erde ist. Ich geb's auf. Oft wurden meine Beiträge auch gar nicht freigeschaltet.
Soviel nur: Sie sind auf dem richtigen Weg.

man muss azyklisch und asymmetrisch denken.
Die Masse in diesem Lande, ist dessen nicht fähig.
Siehe Elektromobilität: Die meisten Rohstoffe zum Herstellen der brauchbaren Batterien, sind sehr beschränkt, denn sie haben nicht den irdischen, sondern kosmischen Ursprung. Und: keiner redet darüber, dass wir hier in Deutschland 8,3 Mld. Bäume haben... Eine Menge, die nicht zu vernachlässigen werden sollte. Diese Menge, kann ebenso jede Menge Dreck neutralisieren. Nur in dem Postgoebbelschen-Propaganda-Grün-Reich, sind diese Argumente unerwünscht.

Alice Friedrich | So, 25. August 2019 - 20:26

Wie selbstverständlich doch offensichtlich von einem Land wie Brasilien erwartet wird, dass es auf seine Wirtschafts-und Wohlstandschancen verzichtet, damit weltweit die "grüne Lunge", also rd 20 % des Sauerstoffs erhalten bleibt.
Ein bisschen Geschichte: Auch Europa war im z.Zt der Römer von Urwäldern bedeckt. So sollen die ungewohnten Tiefen der Urwälder des Teutoburger Waldes nicht unwesentlich zur Demoralisierung der Römerlegionen in der entscheidenden Schlacht 9 n. Chr. beigetragen haben. Diese Wälder sind weg, verwirtschaftet und verbraucht. Und bei uns weichen heute noch Wälder durch entsprechende Lobbyarbeit Industiegebieten . Stichwort Hambacher Forst...
Vor diesem Hintergrund ist es für meine Begriffe eine besondere Spielart kolonialistischen Denkens, durch Sanktionen anderswo das zu verhindern, worauf der eigene Wohlstand beruht. So wie man Co2 Zertifikate hat, müsste man auch ein System für Sauerstoff ausklügeln. Der eine liefert, der andere zahlt.

Siegfried Marquardt | Mo, 26. August 2019 - 21:28

Was Frau Linda Teuteberg, Generalsekretärin der FDP zur Klimapolitik bzw. zum Klimawandel im Interview (Wir brauchen keine Notstands-rhetorik“) in der MAZ vom 26. August Seite 8 äußerte, zeugt von absoluter Unwissenheit zum Thema Klimawandel und ist äußerst unsensibel und unverantwortlich! Frau Linda Teuteberg sollte sich einmal die Satellitenbilder von Südamerika (Brasilien, Peru und Bolivien,…) anschauen und zu Gemüte führen – „halb“ Südamerika steht in Flammen. Momentan sollen 9500 km² Regenwald in Brand stehen (dies entspricht einer Fläche von 97,5 km*97,5 km) und dies ist erst der Anfang, weil die Trockenzeit noch bis Oktober/November währt! Der französische Präsident Emmanuel Macron hat schon sinnbildlich Recht, wenn er meint, „unser Haus steht in Flammen“, soll wohl heißen, die Welt steht in Flammen (Sibirien,…). Und dies reguliert keine freie Marktwirtschaft à la FDP !

Siegfried Marquardt | Mo, 26. August 2019 - 21:33

Einseitige Darstellung zur Neurobiologie des ZNS zur Erfassung des Klimawandels!
Wenn man der einseitig reflektierten Theorie vom Steinzeitgehirn des Menschen (sogenanntes Emotionalhirn bzw. limbisches Systeme nahe dem Rückenmark lokalisiert) vom Göttinger Psychologen Borwin Bandelow folgen würde, dann wären schlicht und ergreifend keine wissenschaftlichen Erkenntnisse ableitbar und gar keine wissenschaftlichen Prognosen bzw. Vorhersagen in den diversen wissenschaftlichen Disziplinen, wie der Astronomie, Biologie, Chemie und Physik (….) möglich. Sicherlich reagiert das limbische System, das Steinzeithirn auf unmittelbare Gefahren prompt (Bedrohung durch Raubtiere,,..) und sichert so das Überleben – dass kann in keiner Weise angezweifelt werden. Der Mensch kann aber über diverse wissenschaftliche Methoden, Verfahren und Messgeräte Prozesse voraussehen und Erkenntnisse ableiten. So konnte der Klimawandel mit seinen diversen Prozessen bereits vor über 50 Jahren konstatiert werden.

Siegfried Marquardt | Mo, 26. August 2019 - 21:36

Die Unterlagen über diese Forschungen wurden aber der breiten Öffentlichkeit vorenthalten! Das komplexe Phänomen des Klimawandels ist auch bereits von 15-jährigen Schülern leicht zu verstehen ist, wie die Applikation von Sachaufgaben zu dieser Thematik bei der PISA-Studie 2007 belegten (CO2 gelangt in die Atmosphäre und die Lufttemperatur steigt an – Treibhausgaseffekt – DIE ZEIT vom 06.12.2007, Ausgabe 50, Buch Wissen ). Anderseits: Da die Sinnesfähigkeit und Hirnkapazität des Menschen selbstredend begrenzt ist, bedient sich der Mensch spezifischen wissenschaftlichen Methoden, Verfahren, Messgeräten und mathematischer Verfahren, um die limitierte Sinnesfähigkeit und Hirnkapazität quasi zu erweitern und zu erhöhen (Einsatz von Teleskopen, Spektrometer,….. und Computern), so dass die Prozesse der objektiven Welt (und auch der subjektiven Welt) doch noch treffsicher erkannt und prognostiziert werden können.

Siegfried Marquardt | Mo, 26. August 2019 - 21:42

Anderseits: wenn man das Klima in den zurückliegenden Jahrzehnten mit unbewaffneten Auge intensiv beobachtete, dann war der Klimawandel mindestens bereits vor 30 Jahren für jeden normalbegabten Bürger unzweifelhaft erkennbar. Wer besonders sensibel war, konnte die diversen Prozesse des Klimawandels bereits vor über 40 Jahren wahrnehmen! Der Göttinger Psychologe Borwin Bandelow sollte sich einmal intensiv mit der Erkenntnistheorie und Methodologie der Wissenschaften mit der allgemeinen Relation Beobachter BO--->Forschungsmethode FM ----->Forschungsobjekt FO befassen und auseinandersetzen, dann würde er nicht solch eine unhaltbare einseitige Theorie zu den psycho-gnosologischen Potenzen des menschlichen Gehirns verbreiten, die nur zu Verwirrungen/Irritationen führen und nicht dem Erkenntnisgewinn zuträglich sind. Anderseits werden Daten, Fakten und Relationen von den modernen „Hofastrologen“ gefälscht, um den unqualifizierten Politikern gnädig zu stimmen und zu Munde zu reden.

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