Russische Hacker - Wahlen in Zeiten des Cyberwar

Ob Russland die US-Wahlen manipuliert hat, ist bis jetzt nur ein Verdacht. Die Konsequenzen wären einschneidend – auch für Deutschland. Unser Autor hat sich in Washingtoner Geheimdienstkreisen umgehört

Graffiti auf einer Hausfassade, Trump küsst Putin.
Die Anzeichen, dass Russland tatsächlich Wahlkampfhilfe für Trump geleistet hat, verdichten sich / picture alliance

Autoreninfo

Werner Sonne, langjähriger ARD-Korrespondent in Washington, ist der Autor mehrerer Bücher zu diesem Thema, u.a.  „Leben mit der Bombe“, sowie des jüngst erschienenen Romans „Die Rache des Falken“. 

So erreichen Sie Werner Sonne:

Gibt es bei der CIA eigentlich nur Deppen, deren Berichte doch nur stören? Und bei der NSA und den übrigen 14 US-Geheimdiensten auch? Jedenfalls scheint das ihr künftiger oberster Dienstherr Donald Trump zu glauben – oder zumindest tut er so.

Der  Präsident-in-spe scheint gelangweilt von den Briefings seiner Geheimdienste, die er nach seinem Amtsantritt jeden Tag bekommen soll. Einmal die Woche reiche doch, weil, er sei doch „a smart person“, der man nicht ständig dasselbe erzählen müsse, solange sich nichts ändere, sagte er jetzt seinem Lieblingsfernsehsender Fox News.

Vor allem aber will er nichts davon wissen, was die Geheimdienste mit nun immer größerem Nachdruck in Washington verbreiten: dass Russland mit Hackerangriffen in den amerikanischen Wahlkampf eingegriffen habe – zu seinen Gunsten.

Alles nur „albern”?

Washington ist aufgeregt. Wir treffen dort auf die leitende Mitarbeiterin eines großen Think Tanks. Sie kommt etwas zu spät und entschuldigt sich, sichtlich aufgewühlt, weil sie gerade von den Sicherheitsbehörden informiert worden ist, dass auch ihr Computer Ziel eines russischen Hackerangriffs geworden sei.

Gegenwärtig läuft die Erzählung so: Nicht nur die Computer der Demokratischen Partei, Hillary Clintons Wahlapparat also, seien angegriffen worden, auch die der Republikaner, also Trumps Unterstützer. Aber nur die bei den Demokraten erbeuteten Informationen seien an die Öffentlichkeit weitergereicht worden, um Clinton zu schaden. Bei den Republikanern hingegen sei nichts nach draußen gedrungen, was Trumps Erfolg beeinträchtigt hätte.

Der Verdacht dahinter ist ungeheuerlich; Russland hätte so die demokratische Wahl in den USA manipuliert. Klar, dass Donald Trump das nicht passt. Alles nur „albern”, sagt er, „nur eine neue Entschuldigung. Ich glaube das nicht”.

Schädigung des demokratischen Systems

In der Tat: Angesichts der Schwere des Verdachts sind kritische Fragen durchaus angebracht. Soll hier den Russen in die Schuhe geschoben werden, dass die Kandidatin des Washingtoner Establishments vom Wähler abgestraft wurde und der Außenseiter Trump nun im Weißen Haus landet?

Und muss nicht auch berücksichtigt werden, dass die CIA deutlich weiter geht als das Bundeskriminalamt FBI, das sich offenbar nicht darauf festlegen will, ob die russischen Angriffe eindeutig das Ziel hatten, den Kandidaten Trump beim Wähler über die Ziellinie zu bringen?

Anscheinend geht aber auch das FBI davon aus, dass sich die Russen tatsächlich in die amerikanischen Computersysteme eingehackt, Daten abgezweigt und in Umlauf gebracht haben, um insgesamt die Glaubwürdigkeit des demokratischen Systems zu beschädigen.

Geheimdienstbericht noch unter Obama erwartet

Wie dem auch sei: Wer müsste eigentlich ein größeres moralisches Interesse an der Aufklärung dieser unglaublichen Vorwürfe haben als der Mann, der die Nation demnächst führen soll? Der doch am 20. Januar öffentlich schwören wird: „Ich gelobe feierlich, dass ich das Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten getreulich verwalten und die Verfassung der Vereinigten Staaten nach besten Kräften erhalten, schützen und verteidigen will.”

Gerade der gnadenlose Populist Donald Trump, der Verteidiger der kleinen Leute gegen das Washingtoner Establishment, der immer vor den manipulierten Wahlen und der betrügerischen Hillary gewarnt hatte, gerade er müsste doch alles daran setzen, dass bei seinen Anhängern auch nicht der Hauch eines Zweifels an der Legitimität seiner Wahl aufkommen darf. Er müsste als erster verlangen, dass dieser Verdacht mit allen Mitteln aufgeklärt wird, die der US-Regierung zur Verfügung stehen.

Stattdessen signalisiert er, dass er gar nicht daran denkt, sich mit dem Urteil der Sicherheitsbehörden auseinanderzusetzen. Damit wird er freilich nicht ohne Weiteres durchkommen. Der noch amtierende Präsident Barack Obama hat angeordnet, dass er noch vor dem Ende seiner Amtszeit einen Bericht der Geheimdienste dazu auf seinen Tisch bekommt. Das kann Donald Trump vielleicht gerade noch mit einem Achselzucken als Nachtreten des obersten Vertreters der beim Wähler gescheiterten Demokraten abtun.

Hacker-Angriff auf Bundestag intensiver als gedacht

Viel problematischer wird für ihn, dass nun auch seine eigenen Parteifreunde im Kongress eine nachhaltige Untersuchung fordern. Das kann er weder einfach ignorieren, noch verhindern. Während Trump sich gerade ein Kabinett aus Generalen, Milliardären und Vertretern des Big Business zusammenzimmert, sich also Lichtjahre entfernt von seiner Basis bei den sich abgehängt fühlenden Verlierern der Globalisierung, braut sich hier etwas zusammen, was er nicht wirklich kontrollieren kann. Es wird der Testfall dafür werden, ob das demokratische System der Gewaltenteilung – Regierung auf der einen, das Parlament auf der anderen Seite – tatsächlich funktioniert. Es wird die Frage nach der Glaubwürdigkeit dieses Systems überhaupt werden, auf das besonders die Gründerväter der Vereinigten Staaten so großen Wert gelegt hatten.

Denn es geht um weit mehr als um die Frage, ob ein neuer Präsident unter einem dunklen Schatten sein Amt antritt. Vielmehr hat der Vorgang eine historische Dimension, der sich nicht nur die USA stellen müssen. Der Hacker-Angriff auf den Bundestag vergangenes Jahr war weit intensiver als ursprünglich dargestellt. Was dabei aus den Abgeordnetenbüros alles abgeflossen ist, birgt möglicherweise ähnlichen Sprengstoff wie das Material gegen Hillary Clinton. Auch die deutschen Geheimdienste gehen intern seit langer Zeit von einem Angriff aus Russland aus. Und auch sie warnen jetzt vor schwerwiegenden Folgen für den bevorstehenden Wahlkampf hierzulande.

Es geht um die Frage, ob ausländische Regierungen mit den Mitteln der elektronischen Kriegführung demokratische Prozesse in anderen Ländern manipulieren und nach Möglichkeit in ihrem Sinne beeinflussen können – und ob und wie die Angegriffenen sich dagegen wehren können und dürfen. Die Analyse der bisher bekannten Fakten ist bedrückend genug: Wir sind nicht auf dem Weg dorthin, wir sind längst mitten drin im Cyberwar.

Nicolas Wolf | Mo, 12. Dezember 2016 - 21:48

Wir werden sehen. Da mag schon was dran sein, die Frage ist aber in welchem Ausmaß? Wir reden hier schließlich nicht von einem kleinen Dritteweltland was keinerlei eigene IT-Strukturen hat und sich nicht gegen russische Hacker wehren kann. Bei den USA sehe ich das nicht. Man hat viel Erfahrung mit dem Thema und gut aufgestellte Strukturen. Was ist denn so großes von den Demokraten veröffentlicht wurden? Hillary Clintons privater email server damit keiner mitbekommt, was sie so schreibt. Ja selber schuld. Vielleicht hat Trump auch so was am laufen, nur er war mit seinen Daten eben vorsichtiger? Also qualifiziert ihn das gerade für sein neues Amt? Zudem ist es ja nun nicht so, dass Trump keinen Gegenwind hat, nicht einmal bei Fox waren sie auf seiner Seite. Wenn es jetzt darum geht, Punktabzüge oder Sonderpunkte für vermeintlich Vor- und Nachteile einzuführen wird es eine lange Liste auf der russische Hacker nur ein Punkt sind...

Im 1. Satz heißt es: "Ob Russland die US-Wahlen manipuliert hat, ist bis jetzt nur ein Verdacht."
Im letzten Satz heißt es:"Die Analyse der bisher bekannten Fakten ist bedrückend genug:..."

Es werden aber in dem langen Artikel dazwischen keine Beweise genannt. Nur "Experten" von interessierter Seite: Think Tanks und CIA, die klassisch anti-russisch und Anti-Trump sind.

Das ist nicht sauber, da hat entweder der Verfasser selbst den Faden verloren oder es wird darauf gebaut, dass 80% der Leser diesen fehlenden Faden übersehen. Allgemein ist es postfaktisch.

Übrigens sind in Reports oder auch historischen Darstellungen in den USA nach allgemeiner dortiger traditioneller Konvention subjektive Vermutung, Meinung und allgemeine Expertise des Verfassers und dafür weniger Quellen und Beweise ausreichend um trotzdem als seriös zu gelten. Ich musste dies als deutscher Historiker lernen. Sie hatten eben keinen Leopold von Ranke mit seiner Forderung nach strenger Quellenbasiertheit.

Ich wüßte schon gerne, worin Ihre Ansicht zur amerikanischen Historiographie begründet ist. Im Übrigen: Ihnen ist schon bewußt, daß die Geschichtswissenschaft seit Ranke den einen oder anderen methodischen Erkenntnisfortschritt erzielt hat?

Samuel von Wauwereit | Mo, 12. Dezember 2016 - 21:53

Und warum haben Chinas Hacker dann nicht zugunsten von Clinton eingegriffen? Schließlich sollte ihnen bekannt gewesen sein dass The Donald nicht viel für China übrig hat. Sollten die Russen etwa besser sein?

Clara Schwarze | Mo, 12. Dezember 2016 - 23:32

Diese Sache ist albern, bestenfalls. Man wollte diesen neuen Kalten Krieg - unbedingt - obwohl sehr viele gewarnt haben und die Bevölkerung nie mitgegangen ist. Dann ist es auch nicht zu viel verlangt, dass man wenigstens vernünftige Passwörter vergibt, wenn man eigenes "Kompromat" verschickt und nicht rumheult, wenn selbst dafür zu dämlich war und es auch keine Bedrohung für die westliche Demokratie, wenn Politikerinnen nicht mehr per e-mail vorher Fragen kriegen können, die sie eigentlich gar nicht hätten haben dürfen.

peter hauser | Di, 13. Dezember 2016 - 22:31

In reply to by Clara Schwarze

Die jetzt lancierten Berichte über Hacker/Internet oder sonstwie titulierten "Bedrohungen aus den Cyberspace errinnern schon stark an Propaganda und paranoider Hilflosigkeit einer defensiven Macht, um Aufrüstung zu ermöglichen.
Alle Vorwürfe gegenüber der USA sind so ziemlich belanglos wie unwesentlich, in Betracht um was es dort im Eigentlichen geht.
Der Hype, der hier jetzt durch die Presse "gejagt" wird ist nicht nur langfristig belanglos, sondern auch ohne wesentliche Substanz.
Schon der fundamentalste IT Schutz könnte hier helfen....aber das Thema IT Schutz versus virtuelle Feinde schafft Aufmerksamkeit.......also carry on...:-(

Peter Schultheiß | Do, 15. Dezember 2016 - 10:04

In reply to by peter hauser

Warum regen wir uns über die USA auf? Wir sollten uns ´mal an die 60er und 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts in der Bundesrepublik erinnern, als Brand und andere in der SPD von der DDR und ihrem MfS Wahlkampfunterstützung gegen die CDU/CSU verlangt haben (und auch bekamen), wie durch die Akten des MfS ans Licht kam (Vgl. Hubertus Knabe "Der diskrete Charme der DDR"), vom Konstruktiven Mißtrauensvotum 1974 Barzel ./. Brand ganz abgesehen. Der Unterschied ist doch nur der, dass die Russen bei Trump - wenn überhaupt - aus eigener Initiative tätig wurden, während das MfS um derartige Machenschaften gebeten wurde.

Robert Müller | Di, 13. Dezember 2016 - 00:48

Ich finde interessant das über die Tatsache, dass das FBI noch kurz vor der Wahl die email-Affäre wieder aufwärmte überhaupt nicht gesprochen wird. Das hat Clinton sehr geschadet. Dagegen hat der russische Hack nur gezeigt, wie die Demokraten Sanders ausgebremst haben. Was politisch durchaus vertretbar ist, den Sanders ist zu weit links. Im übrigen halte ich es für sehr aufschlussreich wie panisch die hiesigen Politiker vor leaks sind. Hat man da etwas zu verbergen? Ich würde doch sagen, wer kein Dreck am Stecken hat muss auch keine Überwachung fürchten, oder? Ich finde überhaupt das mit den Leaks eine tolle Sache. Danke, Snowden! Weiter so! Und das er jetzt bei den Russen ist hat man sich selber zuzuschreiben. Gerade bei den Deutschen hat er mehrmals angefragt, aber man hat ihn hängen lassen.

"Im übrigen halte ich es für sehr aufschlussreich wie panisch die hiesigen Politiker vor leaks sind." Dann schauen Sie sich einfach mal an, welche Politiker mit welchen Nebentätigkeiten ihr Geld verdienen. Es ist da nicht verwunderlich, dass die größte Panik aus der CDU/CSU kommt, denn dort sitzen die Menschen, wo man sich fragt, wie sie bei all den Pöstchen mit einer durchaus sehr großzügigen Bezahlung überhaupt noch Politik machen können.
Ich bin mir sicher, da ist die ein oder andere brisante Information zu holen, welche sich im Wahlkampf nicht unbedingt positiv auswirken würde.

Und damit kommen Sie dem eigentlichen Grund der Aufregung schon näher: nicht Trumps Wahl ist der eigentliche Aufhänger, sondern die Wahl hierzulande 2017. Es ist doch bezeichnend, dass kein Mensch ernsthaft wagt, zu behaupten, die Russen hätten sich in die US-Wahlmaschinen einghackt. Sondern es geht (lediglich) darum, dass die schmutzige Wäsche der Clintons öffentlich gewaschen wurde. Und da werden Politiker jenseits und dieseits (!) des großen Teichs schon mal nervös. Und in dieser Nervösität ruft man dann "haltet den russischen Dieb", obwohl anständige Leute zuerst vor der eigenen Haustür kehren würden. Ich befürchte ja immer noch, die BT Wahl 2017 wird ausgesetzt oder verschoben werden. Gründe finden sich immer und ein Grund ist neuerdings unschlagbar: wegen der russischen Hacker ist das Wahlgeheimnis nicht mehr gewährleistet. Vielleicht ruft man uns noch auf, per acclimationem zu "wählen"? Kenn ich!

Michaela Diederichs | Di, 13. Dezember 2016 - 00:51

Die Botschaft muss lauten, wo informiere ich mich. Facebook und Twitter sind völlig überbewertet. Wir müssen Menschen daran erinnern, dass gute Journalisten gut informieren. Dann haben Cyberangriffe m. E. keine Chance. Es sei denn... dass Cicero, Welt, Faz, Spiegel, SZ, Focus und und und ... auch Opfer werden. Meine Informationen beziehe ich nicht aus Social Media, sondern durch das quer Lesen, Sehen und Hören durch alle Medien, ob sie mir gefallen oder nicht. Bei mir haben Cyberattacken keine Chance, weil ich mich den Social Media verweigere. Die Entscheidung zur Verweigerung muss jeder selbst für sich treffen, wir haben das noch! in der Hand. Liebe Cicero-Redaktion, wissen Sie da jetzt wieder etwas, was mir in meinem Dornröschenschlaf entgangen ist? Geben Sie mir bitte Zeit, ich erwache nur langsam.

vermutlich gehören auch Sie zu der Generation, die noch lesen, denken u n d analysieren gelernt hat. Aber das Gros der jüngeren Wahlberechtigten daddelt nur noch auf ihren Cellphones und im Internet rum.
Hätte ich nur einen Wunsch frei, ich würde sämtliche Handies verschwinden lassen, auch für die Zukunft. damit die Menschen wieder lernen, miteinander zu reden, dann würde viel Dummheit vermieden.

Hans Pagel | Mi, 14. Dezember 2016 - 12:37

In reply to by Ruth Falk

Frau Diederichs hat absolut recht.
Genau so sehe ich es auch.
Es kommt darauf an wo und wie man sich informiert.
Leider gibt es kaum noch objektive Journalisten, aber es gibt eine Vielzahl von Meinungen, die gegeneinander gehalten wieder ein treffendes Bild ergeben.
Das Internet und Smartphones zu verteufeln hilft nicht. Es kommt darauf an was man damit macht.
Ich lese täglich mehrere Zeitungen quer und interessantes im Detail. Das ist eine Errungenschaft, die es früher so nicht gab. Facebook und Twitter sind keine soliden Quellen, also überlasse ich es unseren Politikern sich dort zu tummeln und zugleich darüber zu jammern.
Versuchen sie es mal so herum, Frau Falk.
Und als Menschen noch geredet haben gab es auch viel Unsinniges, eben Gerede.

Arndt Reichstätter | Di, 13. Dezember 2016 - 01:16

...es ist Verdacht, und keiner geht hin.

CICERO: Ob Russland die US-Wahlen manipuliert hat, ist bis jetzt nur ein Verdacht.

CICERO: "Wir sind längst mitten drin im Cyberwar.

Was denn jetzt?

Sabine Schönfeld | Di, 13. Dezember 2016 - 01:42

Die US-Geheimdienste haben sich schon in der Vergangenheit als unzuverlässig erwiesen - immerhin lieferten sie u.a. gefälschte "Beweise" für den Irak-Krieg und auch die Snowden-Enthüllungen haben gezeigt, dass hier ein Staat im Staate skrupellos agiert, mit eigener Agenda. Zudem ist die Behauptung kaum nachprüfbar - es fehlt an echten Beweisen und die konkrete Benennung dessen, den man in Russland verantwortlich macht. Für mich ist das Ganze völlig unglaubwürdig, es ist ganz klar, dass die Clinton-Fraktion das Wahlergebnis nicht respektiert und jetzt auf höchst undemokratische Weise mit allen Mitteln noch zu verändern versucht. Davor habe ich keinen Respekt und auch nicht vor der schreibenden Zunft, die dieses böse Spiel mitspielt und forciert. Und wenn das Ganze in einem Bürgerkrieg in den USA endet, will man es wieder nicht gewesen sein?

Joachim Schmidt | Di, 13. Dezember 2016 - 02:12

Wer sich noch an die Rolle von Edgar Hoover vom FBI erinnert wird wohl über die Distanz von Trump zu den Geheimdiensten froh sein. Ob sich diese Distanz aus einer Einstellung oder nur aus purer Ignoranz speist, wird sich zeigen.

Was hier dramatisiert wird, ist doch schon längst Usus. Was machen den die Amis hier? Ist denn den Russen schon das Abhören des Präsidententelefons nachgewiesen worden?

Wir rüsten uns ja schon selbst auf, da mitzumachen.

Die einzig erfreuliche Konsequenz ist, dass jetzt die Regierungen noch mehr auf der Hut sein müssen. Die Gefahr bei hinterlistigen Aktionen blamiert zu werden ist halt gestiegen. Dumm nur, dass der Abhörende es in der Hand hat es zu veröffentlichen. Da wird wohl eher eine "sanfte" Einflußnahme stattfinden.

Das ganze ist lediglich ein weiteres Kapitel in einem alten Spiel.

Alfons Kuchlbacher | Di, 13. Dezember 2016 - 07:37

Geheimdienste schnüffeln nun mal nach "Leichen im Keller", heute via Hacker und Internet und veröffentlichen halt, was den Interessen des Landes dient. Die Mails von Clinton waren ja kein Hoax, sondern echt. Ich sehe da keinen prinzipiellen Unterschied zu Watergate, oder? Und weiter: Wieviele unliebsame Staatsführungen haben die USA mithilfe der CIA, mit durchaus rigoroseren Methoden als Veröffentlichungen, " entsorgt"? (z.B. Projekt FUBELT)

Detlev Bargatzky | Di, 13. Dezember 2016 - 09:36

Was ist schlimm daran, zu erfahren, dass ein Politiker z.B. gern die Etiketten "Menschenrechte", "Demokratie", "Rechtsstaat", "Rechtschaffenheit" etc. am Revers trägt und plötzlich durch ein Leak klar erkennbar wird, dass dieser Mensch ein Raffzahn, ein Egoist, ein Rechtsbrecher, ein Pädophiler oder ein heimlicher Vertreter eines Verbandes, ein Kriegstreiber oder einer Interessengruppe ist?

Mir persönlich wäre es ziemlich egal, wer das aufdeckt, ob "Report" oder Wikileaks.

Ich könnte mir übrigens gut vorstellen, dass einige Bundesminister, Ausschuss-Angehörige etc. sehr wohl allen Grund zur Angst vor Veröffentlichung ihrer Korrespondenz haben.
Aber was soll's. Die Entscheidung bzgl. ihres Verhaltens haben diese Leute selbst getroffen.

Warum sollen sie dafür nicht auch gerade stehen?

Michaela Diederichs | Di, 13. Dezember 2016 - 12:03

schreibt heute die SZ und so ähnlich stand es gestern auch schon bei WELT Online. Der saudische Botschafter in Berlin ärgert sich über das Misstrauen. Was fange ich mit diesen Nachrichten an? Aus Sicht der Saudis sind sie falsch, demnach eine fake. Aus Sicht des Verfassungsschutzes sind sie richtig. Tendenziell neige ich aus postfaktischen Gründen dazu, dem Verfassungsschutz zu glauben. Aber wissen? Gefühlt habe ich schon lange, dass die Salafistenszene nicht von ungefähr so wächst. Vermutlich werde ich deswegen als islamophob eingeschätzt und lese nur Nachrichten, die mich darin bestärken, oder wie? Aber jetzt mal Ironie aus: Es wird eine Angst vor fake news geschürt, die vor allem Trump oder der AfD dienen sollen - wieso eigentlich nur denen? -, die mich irritiert. Und warum singen so ziemlich alle Journalisten hier ziemlich laut im Chor? Was soll das mit mir als Wähler machen?

https://www.welt.de/politik/deutschland/article160263451/Die-Polizei-wu…
Ist das ein Cyberwar der WELT gegen Frau Merkel oder wo muss ich solche Artikel ansiedeln? Oder, wie ein Kommentator fragt: "Ist das jetzt eine Desinformationskampagne, die zukünftig unter Strafe gestellt werden soll? Antwort: Ja: diese Polizisten die solche Dinge erzählen sind russische Agenten." Wir sind m. E. eine gespaltene Republik. Und die Spaltung geht immer zügiger voran in allen Bereichen. Die Politik duckt sich weg. Zur Not wird Cyberwar und Desinformation auf allen Kanälen verkündet. Mit welche Zweck, frage ich noch einmal. Bin ich verdächtig, wenn ich die WELT lese oder CICERO? Ich lese auch die ZEIT und die teilt gerade tüchtig aus. Spaltung soweit das Auge reicht.
http://www.zeit.de/gesellschaft/2016-12/kriminalitaet-massenmedien-frei…

Nicht nur die AfD ist bei Putin gut gelitten, die Linken genauso. Warum also nicht leaks streuen, die den Linken helfen? Das mit den Saudis ist auch so eine news, die zu wissen oder nicht zu wissen für die Bürger wichtig ist. Gerade eben wurde eine geplante militärische Kooperation der Deutschen mit den Saudis bekannt. Vielleicht soll die ja mit diesem leak torpediert werden? Ist aber schon interessant wer unsere arabischen "Verbündeten" sind. Anderseits gehen denen gerade die "Freiheitskämpfer" in Ost-Aleppo verlustig. Grund ist Putin, der selbe, der gerade mit den Saudis eine Kürzung der Ölförderung vereinbart hat, die hierzulande bezahlt werden wird. Als an Außenpolitik interessierter Bürger, kann ich daher diese leaks einschätzen, immerhin berichten genug Zeitungen über derartige Dinge. Übrigens, gerade wurde geleakt, dass Erdogan, wie Putin und die Chinesen, eine eigene 6000 Mann starke Troll-Armee befehligt. Die Türken werden das sicher nicht aus ihrer "Lücken"-Presse erfahren.

https://www.welt.de/politik/deutschland/article160229535/Tuerkische-Ima…
Die Saudis sind das eine, die Moscheen aus dem Ditib-Verband sind ein nicht weniger großes Problem. Wenn Ditib die Berichterstattung über den Verband als manipulativ und unwahr empfindet - fake? - werden die Gemeindeglieder dieses so übernehmen? "Nach eigener Darstellung vertritt die Ditib über 70 Prozent der Muslime in Deutschland." laut n-tv.de. Werden sie sich ungerecht behandelt fühlen durch "Unwahrheiten", die in der Presse stehen? Was löst das aus bei den hier lebenden türkischen Muslimen? Ich tendiere - mal wieder - dazu, der WELT und Cumhuriyet zu folgen. Das liegt möglicherweise daran, dass ich schon immer in Deutschland lebe. Wo die Wahrheit liegt, wer recht hat - ich weiß es einfach nicht. Hier steht Rede und Gegenrede. Läuft das jetzt schon unter Cyberwar oder wo soll ich das verorten und wie und wo finde ich die Wahrheit?

Robert Müller | Mi, 14. Dezember 2016 - 13:48

In reply to by Michaela Diederichs

.. die DITIB-Imame setzt Erdogan in DE ein. In einigen Zeitungen wird aktuell das Thema "Türkischer Konsulatsunterricht" besprochen. Wusste ich auch nicht, dass hierzulande türkische Schüler in den staatlichen Schulen Unterricht von aus der Türkei entsandten "Lehrern" bekommen (neben der Moschee-Indoktrination). Offenbar sollen die Gülen-Lehrer durch AKP-Lehrer ersetzt werden. Da wundert man sich, dass die Integration ausgefallen ist? Übrigens, im berüchtigten belgischen Stadtteil Molenbeek hatten die Saudis dieses "Vollprogramm" übernommen. Bin mal gespannt wem Merkel die aktuelle Einwanderer zur Indoktrination übergibt. Die Saudis bemühen sich bereits. Das Ergebnis kann man u.a. in Ägypten sehen, von wo Millionen Gastarbeiter einst ins Nachbarland Saudi-Arabien gingen und als Salafisten zurück kamen. Diese Missionierung haben wir mit unseren Ölmilliarden finanziert. Kotz! Erinnert mich an Lenin "Die Kapitalisten werden uns noch den Strick verkaufen, mit dem wir sie aufknüpfen."

Michaela Diederichs | Do, 15. Dezember 2016 - 21:57

In reply to by Robert Müller

Probleme in D dürfen nicht benannt werden. Seit Jahrzehnten schon. Ignorieren, wegschauen, nicht wahr haben wollen, beschönigen. Wir sitzen auf einem Problemvulkan, der zu explodieren droht. Wenn Politik Probleme erkennen würde, ließen sich auch Lösungen erarbeiten. Nebelkerzen wie Cyberwar lenken ab. Insbesondere Bildungsferne - egal ob mit oder ohne Migrationshintergrund - vertrauen auf Social Media. Sie bilden Gruppen, die untereinander bleiben. Dadurch werden sie leichter manipulierbar. Sie lesen, hören, sehen nur noch, was sie sehen, hören, lesen wollen, man bleibt unter sich, weil Politik und Kirche weder Antwort noch Orientierung geben. Nebelkerzen, Sprechblasen, Allgemeinplätze helfen nicht. Hier ist der Islam viel weiter als wir: Hier bestehen Menschen auf ihren Werten und Traditionen. Weil wir ihnen nichts entgegensetzen, setzen sie sich mehr und mehr durch. Unsere Probleme sind hausgemacht und nicht Putin geschuldet, der ist gerne the good the bad the ugly - und Leader.

Robert Flag | Di, 13. Dezember 2016 - 12:03

Auch Jimmy Carter hatte für den CIA nicht besonders viel übrig. Angesichts dessen, was der in der Welt auch schon angestellt hat, ist Misstrauen durchaus angebracht. Schon Kennedy sagte einmal, hörte er auf seine Berater, wäre längst der dritte Weltkrieg ausgebrochen.
So lange sich die USA massiv in der Ukraine einmischen, ist es nur recht und billig, wenn Russland es ihnen gleichtut. Quid pro quo eben.
Das gegenseitige Ausspionieren ist doch nichts Neues. Business as usual. Politik ist eben ein schmutziges Geschäft.

Peter Henschel | Di, 13. Dezember 2016 - 12:54

Können wir überhaupt noch etwas glauben? Seit der CIA-Lüge bzgl. der angeblichen Bio-Waffen im Irak, wird es sehr schwer noch irgendein Vertrauen in derartigen Organisationen zu haben!

Hans Page | Di, 13. Dezember 2016 - 13:14

Mir fehlt das Verständnis für diese Aufregung. Vor gerade zwei Jahren wurde enthüllt das die USA jedes Telephongespräch usw in der ganzen Welt abhören. Und ich glaube auch, dass sie auch bei Emails nicht zimperlich sind. Und wir wissen seit 1945, dass die Soviets/Russen Gesamtdeutschland flächendeckend abbhören. Und dass weder die USA noch Russland dabei jungfräulich vorgehen und nicht die lokale Politik beeinflussen wollten oder haben, glaubt ja wohl niemand. Willy Brandt hatte 1972 die ungewollte Unterstützung der DDR bei dem Misstrauensvotum, und wer weiß wieviel Information in den letzten 30-40 Jahren durchgestochen wurde um die Politik zu manipulieren. Deshalb meine ich, diese Aufregung ist künstlich und soll von irgend etwas ablenken. Sie macht jedenfalls keinen Sinn angesichts der Realität in Deutschland.

Hans Jürgen Wienroth | Di, 13. Dezember 2016 - 13:23

Wenn es wirklich so einfach möglich ist, Regierungssysteme zu hacken, dann wird mir Angst und Bange vor den Gefahren, die sich für unsere Versorgung mit lebensnotwendigen Dingen wie Wasser und Strom (und damit in der Regel auch Heizung) daraus ergeben können.
Die Hardware der Steuerung kommt nach meiner Kenntnis immer aus China. Was sich alles in den Integrierten Schaltkreisen verbirgt, kann niemand nachvollziehen. Das Internet ist nicht sicher, wie uns die Angst der Politiker vor Wahlmanipulationen zeigt. Trotzdem werden alle Wasser- und Kraftwerke über dieses Netz (und nicht über ein separates Netz ohne Verbindung nach außen) gesteuert.
Damit sind wir angreifbar. Ob das tatsächlich geschieht kann ich nicht beurteilen.

Max Hoffmann | Di, 13. Dezember 2016 - 18:45

In reply to by Hans Jürgen Wienroth

Aber, aber Herr Wienroth, Sie werden sich in diesem deutschen Vorzeigeland BRD doch nicht um ihren Strom sorgen? Wissen Sie nicht, dass dieser Strom über drei Ecken von der Sonne kommt und nichts kostet? Unsere Sonne machts noch ein paar Millionen Jahre, also keine Panik. In meiner Heimatstadt hat die Straßenbahn ein Schild, auf dem steht: wir fahren mit Grünem Strom. Sollte Ihr Strom noch schmutzig sein, kommen Sie hierher und fahren Sie Straßenbahn, da sind Sie sicher für die nächsten Millionen Jahre.

Ruth Falk | Di, 13. Dezember 2016 - 23:06

In reply to by Hans Jürgen Wienroth

Da hilft dann wohl nur, sich de Maizieres Empfehlung zueigen zu machen und für mindestens 2 Wochen Proviant und Wasser zu bunkern!

Roland Muck | Di, 13. Dezember 2016 - 13:33

Hier in D beginnen die Bundestagsparteien mit genau diesem Thema an der Geschichte oder soll man besser sagen Verschwörungstheorie zu stricken um ihre vorhersehbaren Klatschen bei den Wahlen in 2017, beginnend mit NRW, zu stricken.

Bernd Fischer | Di, 13. Dezember 2016 - 17:24

In reply to by Roland Muck

Ist doch einfacher zu sagen "Putin hatte Schuld" das wir nicht gewählt worden sind.

Den hier schon länger lebenden Bürgern aber zu erklären das man schon seit Jahrzehnten am Bürger vorbei vorbei regiert hat , ist ja viel schwieriger.

Im übrigen bewegen die, die jetzt hier Panik schüren, sich auf dem gleichen Level was man ja gerne anderen Parteien anlasten möchte bzw. vorwirft.

Brück, Thomas | Di, 13. Dezember 2016 - 14:04

Bitte unterscheiden Sie zwischen Hacker- Angriff und Enkel- Trick! Beim Bundestag war es eher letzteres. Denn wenn man Emails mit schadhaftem Anhang an Abgeordnete versendet und diese so einfältig sind, solche Inhalte zu öffnen, darf man das als grob fahrlässig bezeichnen. Dass zudem die Computer der Parlamentarier augenscheinlich mit administrativen Rechten im Produktivbetrieb verwendet werden, ist schlichtweg dumm in einem so sensiblen Umfeld. Das waren sicher Cyber- Kriminelle, aber von einer professionellen russischen Hacker- Armee ist diese Methode weit entfernt. Hier wird die eigene Unfähigkeit vertuscht und es Cyber- Soldaten in die Schuhe geschoben. Ich würde gern mal eine dieser infizierten Emails analysieren dürfen...

Rüdiger Schellberg | Di, 13. Dezember 2016 - 14:16

So lange es keine klare Identität im Netz gibt, so lange wird Manipulation zum Geschäft gehören. Ich meine eine Kommunikation dürfte nur mit exakter Identität erfolgen. Ob das zu hoch gegriffen ist kann ich selbst nicht beurteilen. Aber nur auf dieser Schiene kann es Fortschritt im elektronischen Datenaustausch geben.

Uwe Dippel | Di, 13. Dezember 2016 - 15:25

Leider steigen die westlichen Journalisten darauf ähnlich ein, wie im ehedem vorherigen Kalten Krieg die östlichen Medien eingestiegen waren.

Nichts genaues weiß man nicht, so heißt es. Aber stattgefunden hat es auf jeden Fall. Hmm.

Wenn dem so wäre, müsste man eben alle Stimmen nochmals auszählen, um festzustellen, ob sich der KGB wirklich manipulativ eingemischt hat.
Ach so, die Stimmenauszählung haben die Russen nicht beeinflusst? Was sonst hätten sie denn dann getan? Vielleicht haben sie ja an bestimmten Stellen Geheimdokumente gehackt, und darin enthaltene Schweinereien ans Tageslicht zu zerren versucht? Na sowas aber auch! Das hat der Westen natürlich noch nie gemacht! Und CIA und FBI hatten uns und dem Rest der Welt ja auch schon die legendären WoMD versprochen, "I prrromise."

Natürlich! und vielen Dank!

Christa Schreiber | Di, 13. Dezember 2016 - 15:36

das geht gar nicht... Geht schon, auch wenn man Herrn Obamas Freundin und engste Verbündete ist. Wissen wir inzwischen alle.

Hackerattacken sind nicht neu und bei Falschmeldungen steht keiner dem anderen nach. Oder wie war das noch mal mit den Massenvernichtungswaffen. Wie sollen wir wissen, ob das, was berichtet und geschrieben wird, die Wahrheit ist oder ob es nur gut verpackte Lügen sind. Herr Snowden musste erfahren, was einem blühlt, wenn man es mit der Wahrheit versucht.

Unsere Politiker müssten keine Angst haben vor einer solchen Einflussnahme von aussen, würden sie ehrliche Politik machen und auf die Stimme im Volk hören. Den Vertrauensverlust haben sie sich selbst zuzuschreiben.

Marc Meyer | Di, 13. Dezember 2016 - 16:23

Ohne Beweise soll der Angriff Russlands als Fakt dargestellt werden. Überlegt euch mal, wie ihr alle sonst reagiert, wenn die AfD Märchen erzählt. Da ist die Empörung groß und jetzt macht man genau das gleiche?

Ich habe eher das Gefühl, dass die Elite in Deutschland Angst vor uns Bürgern hat. Die selben Leute, die Eurogesetze brechen und Banken mit Steuergeldern retten, haben doch nur Angst das wir Bürger die AfD aus Protest wählen. Man will vorsorgen.

Wenn schon die Elite keine Fakten mehr braucht um Dinge zu behaupten, dann brauchen Populisten in Zukunft keine Angst mehr haben, Fakten spielen jetzt für alle keine Rolle mehr!

Die Presse in Deutschland beschädigt ihre eigenen Glaubwürdigkeit, um die es ja auch nicht so gut bestellt ist.

Ich vermute mal dass es geheime Umfragen geben muss die ein katastrophales Ergebnis für die GroKo Parteien zeigen und jetzt packt die Parteien die Panik wie das noch zu verhindern sein kann, und da greift man zu jedem Mittel einschließlich des Vorwurfs der Wahlfälschung durch die Russen. Das Ganze hat einen derartigen hysterischen Klang, dass man es kaum fassen kann. So etwas hat es in der BRD (in der DDR schon) früher nicht gegeben: Listen von missliebigen Publikationen, jeden Tag die Anschuldigungen von Hetze usw. Das einzige was mir dabei noch einfällt ist Arthur von Schnitzlers Schwarzer Kanal, das triefte auch nur so von Umdeutungen, und das wird jetzt offizielle BRD Politik? Ich kann den Tag der Wahl kaum abwarten. Diese Probleme werden nur gelöst wenn die Amtszeit zumindest vom Kanzler auf zwei Legislaturperioden begrenzt wird. Bei mehr ist offensichtlich jedes Mittel recht um an der Macht zu bleiben.

Stefan Leikert | Di, 13. Dezember 2016 - 17:52

Sagen wir mal, die Russen hätten sich tätschlich richtig ins Zeug gelegt. Und diese komischen US-Amerikanischen Wähler hätten deswegen (oder warum auch immer) so gewählt, wie sie es tatsächlich getan haben. (Oder gibt es den Vorwurf, dass direkt Wählerstimmen gefälscht wurden?) Und da entsteht also nun eine Regierung, die eine erwachsene Art des Umgangs mit Russland anstrebt und zu stande bringt. Und die Russen spielen mit - Dann würde ich mir mehr solcher Häckerangriffe wünschen!

Jürgen Lehmann | Di, 13. Dezember 2016 - 18:19

Zur Zeit ist tatsächlich alles nur noch albern - oder als naiv und dumm zu bezeichnen.

Gleichgültig ob sich Russland, USA, China die BRD o.a. mit Hackerattaken betätigen, sind wir doch "zu einem gewissen Teil" normale Bürger, die selbst entscheiden können - wen oder was sie wählen.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Menschheit so doof geworden ist, dass ein selbstständiges Denken nicht mehr möglich ist.

Daher kann man sich weitere Kommentare zu diesem Thema ersparen.

Enrico Stiller | Mi, 14. Dezember 2016 - 09:27

Diese Naivität. Immer schon haben fremde Mächte in Wahlen anderer Länder eingegriffen. Die Sowjetunion nutzte dazu ihre "Frontorganisationen", halboffene und ganz verdeckte Kanäle. Dazu kamen offene politische Gefälligkeiten, die man einem genehmen Kandidaten in Aussicht stellte. Die DDR kaufte sogar BT-Abgeordnete, um Brandt an der Macht zu halten (Steiner). Alles schon vergessen? Die Geschichte der Einflussnahmen der USA in Europa ist genauso bekannt. Die CIA unterhielt dazu z.B. in Italien ein dichtes EInflussnetz, inklusive Publikationen. Jetzt tut man so, als hätten wir eine neue Qualität. Das ist albern.

hans jürgen laumann | Mi, 14. Dezember 2016 - 10:39

so fängt es an.......
wir beschweren uns über die Verbreitung von Unwahrheiten in den "sozialen Medien",
fordern Überwachung durch die Betreiber derselben und, natürlich - Bestrafung.
Gleichzeitig "wettert" die Presse gegen die Wahl-
beeinflussung durch "Putin" und denkt sich die
tollsten "Geschichten " aus............
Richtig ist,
dass " Manipulationen"nicht bewiesen,
Urheber nicht überführt wurden.

Hubert Angar | Mi, 14. Dezember 2016 - 11:00

Ich bin der Meinung das erstmal definiert werden sollte, was eine Wahlmanipulation ist.
Ich denke Eingriffe in elektronische Wahlsysteme und der Austausch von Stimmzetteln würde darunter fallen.
Das gezielte verteilen von Falschinformationen oder im Fall von Clinton von unerwünschten Fakten über sie und ihren Wahlkampf, sehe ich eher als Stimmungsmache zugunsten eines Kandidaten.
Im Endeffekt machen das doch alle.
Trump gegen Clinton, USA gegen viele, Russland gegen den Westen, Konzerne gegen Verbraucher, Verbraucherschützer gegen Unternehmen, China gegen alle usw usw.
Hilfreich dagegen wäre eine glaubwürdige Politik und eine objektive Berichterstattung, welche man aber nicht mit der Installation eines Wahrheitsministerium bekommt.

Klaus Hoffmann | Fr, 23. Dezember 2016 - 19:23

hatte vor ein paar Tagen im Netz eine Reportage gefunden nach der die "Hacker Attacken" aus Mazedonien stammen sollen. ein Reporter hat dort Jugendliche ausgemacht die auf diese Weise die Zugriffe auf werbegesponserte Seiten explosiv vermehrt haben um damit ein paar hundert Euro zu verdienen.
Also nicht aus Russland. Problem ist also die bezahlte "Fatzbuck" - Werbung, die Motive waren demnach völlig unpolitisch.

Horst Kessler | Fr, 23. Dezember 2016 - 23:38

Mir erscheint das ganze als Teil einer Anti Trump Kampagne,Trump's Gegner haben bei der Neuauszählung und bei den Wahlmännern eine Pleite erlebt nun sehen sie eine weitere Fata Morgana in dem sie glauben die Wahl könnte zugunsten H.Clinton noch gedreht werden.Obama erhielt der Friedens Nobel Preis für was? Er war Hoffnungsträger ,er spionierte Deutschland aus ,er ist für die Zivilen Drohnen Opfer verantwortlich. Hätte er nochmal zur Wahl gestanden wäre er nicht wieder gewählt worden. Trump war Clever er benahm sich wie ein Elefant im Porzellan Laden und hat damit eine Wählerschicht erreicht die vielleicht noch nie eine Wahlurne gesehen haben. Obama bekam jede Menge Vorschusslorbeeren und Trump jede Menge Vorurteile auf den Weg. Warten wir es ab, es wird nicht so Heiß gegessen wie gekocht.

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