Polizeibeamte sprechen mit Aktivisten der Initiative «Tesla stoppen» in einem Kiefernwald nahe dem Werk der Tesla-Gigafactory Berlin-Brandenburg, 29.02.2024 / dpa

Stromausfall in Tesla-Werk - Innenminister vermutet Brandstiftung nach Stromausfall nahe Tesla-Fabrik

Brandenburgs Innenminister spricht im Zusammenhang mit dem Stromausfall bei der Tesla-Fabrik in Grünheide von einem Anschlag auf die Strominfrastruktur. Seit Tagen hatten Umweltaktivisten gegen das Werk protestiert.

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Nach einem Stromausfall steht die Produktion in der einzigen europäischen Tesla-Autofabrik in Grünheide bei Berlin still. Brandenburgs Innenminister Michael Stübgen (CDU) geht von einem Anschlag aus. Sollten sich die ersten Erkenntnisse bestätigen, handelt es sich um einen perfiden Anschlag auf unsere Strominfrastruktur, teilte Stübgen am Dienstag mit. Das wird Konsequenzen haben. Hier wurden tausende Menschen von der Grundversorgung abgeschnitten und in Gefahr gebracht. Über die Täter könne aber noch nichts gesagt werden. Deshalb warne ich vor voreiligen Spekulationen.

Unbekannte Täter setzten nach Ministeriumsangaben am frühen Dienstagmorgen einen Hochspannungsmast zwischen Steinfurt, einem Ortsteil von Gosen-Neu Zittau, und Hartmannsdorf, das zu Spreenhagen gehört, mutwillig in Brand. Wie die Polizei mitteilte, wurde die Feuerwehr gegen 5.15 Uhr zu dem Brand im Bereich Goßen-Neu Zittau nahe Berlin gerufen und begann mit den Löscharbeiten. Das Feuer habe die Hochspannungsleitung so beschädigt, dass die Stromversorgung für die umliegenden Ortschaften und das nahe Tesla-Werk ausgefallen sei.

Die Fabrik wurde nach dem Stromausfall evakuiert. Wie es bei Tesla weiter hieß, wurden alle Maßnahmen zur Sicherung der Produktionsanlagen getroffen. Nach Rücksprache mit dem Stromanbieter Edis gehe Tesla nicht von einem schnellen Wiederanlaufen der Produktion aus.

Zu einem möglichen Zusammenhang mit Protesten rund um das Tesla-Werksgelände äußerten sich Behörden auf Anfrage zunächst nicht. Rund 80 bis 100 Umweltaktivisten halten seit Donnerstag einen Teil des Landeswaldes in Brandenburg nahe dem Tesla-Werk besetzt, den das Unternehmen von Elon Musk im Falle einer Erweiterung seines Geländes roden will. Die Aktivisten haben um die zehn Baumhäuser in mehreren Metern Höhe errichtet und kündigten an, möglichst lange ausharren zu wollen. Auch die Bürgerinitiative Grünheide spricht sich gegen die Erweiterungspläne von Tesla aus und zeigt sich mit den Besetzern solidarisch.

dpa

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