Plastik - Besser als sein Ruf?

Kunststoff ist weltweit in der Imagekrise, Plastikverbote sind populär. Dabei verbrauchen wir gar nicht zu viel Plastik. Sondern oftmals das falsche

Gabelstabler vor einem großen Haufig Plastik
Plastik macht die Welt, wie sie uns gefällt – bunt, billig und bequem / Sonja Och

Autoreninfo

Yves Bellinghausen ist freier Journalist, lebt und arbeitet in Berlin und schreibt für den Cicero.

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In einer dunklen Fabrikhalle in Nordrhein-Westfalen steht eine etwas in die Jahre gekommene Maschine und sorgt dafür, dass wir nicht in unserem eigenen Müll ertrinken. Gabelstapler schütten vorsortierten Plastikmüll auf ein Fließband, die Maschine schreddert den Müll, wäscht ihn, schmilzt ihn ein und drückt die zähe Plastikmasse durch eine Art großes Nudelsieb. Am anderen Ende schneiden Klingen die herausgepressten Plastiknudeln in kleine Stücke, die dann wieder verhärten: Granulat nennt man diese Plastikteilchen, die von der Kunststoffindustrie zu neuen Plastikprodukten verarbeitet werden können.

Die Anlage gehört dem deutschen Recyclinggiganten Remondis, ein Familienunternehmen, das in der Nähe von Dortmund, da wo das Ruhrgebiet ins Münsterland übergeht, das größte Recyc­lingzentrum Europas betreibt: das Lippewerk. Benutzen, einschmelzen, wiederverwenden: Eigentlich könnte es so einfach sein mit dem Plastik, diesem Wunderstoff, auf den die moderne Welt nicht verzichten kann.

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Holger Busekros | Mo, 25. März 2019 - 16:48

das Plastik umweltschädlich ist wurde hinlänglich bewiesen. Ich verstehe immer weniger das jeder Konsum heute immer am CO2 gemessen wird. Die These, oder der Glauben, das CO2 an irgendwelchen Veränderungen des Klimas schuld ist hingegen nicht bewiesen. Und wenn die Zahnbürste aus Bambus dem Klima schädigt, warum nicht aus einheimischen Holz erstellen? Dafür werden dann drei Tonnen schwere SUV mit 700 KG schweren Akku gebaut. Oder Vogelschredderanlagen, im Volksmund Windkrafträder als Rettung unserer Welt verkauft. Wenn es Verbundkunststoffe gibt, die schwer oder garnicht recycelt werden können, vor allem zu solch profanen Dingen wie Folie zum Verpacken von Gemüse, dann sollte man diese verbieten. Und nicht Einfachkunststoffe wie Strohhalme. Aber hauptsächlich CO2 gespart.

Gerhard Lenz | Di, 26. März 2019 - 11:10

In reply to by Holger Busekros

...manche Sonnentage an den Küsten des Mittelmeeres, besonders dann, wenn der Wind die Wellen ein wenig kräftiger schaukelt und das Meer ganze Fussballfelder von schön anzusehendem Plastikmüll an die Küste spült...

Aber nein, alles links-grüne Demagogie, die uns bevormunden will. Plastik ist also gar nicht so schädlich. Das, wie auch, dass es keine von Menschen verursachte Klimaveränderung gibt, weiß der Stammtisch doch schon lange, dazu braucht es keine linken Wissenschaftler..

Im Übrigen gebe ich ihnen absolut recht: Wer mit umweltverpestenden SUVs wie ein junger Chuck Norris durch die Gegend düst, der sollte in jeder umweltpolitischen Diskussion besser schweigen.

Jürgen Herrmann | Mo, 25. März 2019 - 17:07

„Würden wir vollkommen auf Plastik (JH: Konventionelle Energie, Chemie, ..., und alles andere, das die menschliche Weiterentwicklung kennzeichnet) verzichten, würde uns das Jahrzehnte (JH: Jahrhunderte) zurück in die Vergangenheit werfen“
„In der Diskussion um Plastik (JH: Konventionelle Energie, Chemie, ..., und alles andere, das die menschliche Weiterentwicklung kennzeichnet) melden sich viele Leute zu Wort, die sich mit der Materie nicht sonderlich gut auskennen“

Nach diesen beiden ach nur zu wahren Sätzen sollten sämtliche Politiker, selbsternannt Experten, alle Arten von Aktivisten, usw. ihren Hut nehmen, den Mund halten und die normalen Menschen in Ruhe lassen...der Welt und der Menschheit ginge es viel besser!!!

Ernst-Günther Konrad | Di, 26. März 2019 - 07:04

Die Bilder von Plastikmüll in den Meeren und toten Tieren mit Plastik gefüllten Bäuchen, ja sie zeigen bei den allermeisten Menschen Wirkung. Welche Lösungen könnte es geben? Nun, ich bin zwar kein Fachmann, erlaube mir aber mal mit gesunden Menschenverstand an die Sache heran zu gehen.
1. Jedes Land behält seinen Müll selber und muss ihn selber entsorgen.
2. Die Plastikindustrie wird verpflichtet, nur noch solche Stoffe zu benutzen, die nach derzeitigem techn. Stand auch ordnungsgemäß wiederverwendbar verarbeitet werden können.
3. Entwicklungshilfe muss neben sauberen Wasser auch die Vermeidung und Aufbereitung von Müll zum Inhalt haben.
4. Das Verschiffen von Müll gehört nur in besonders begründeten Ausnahmefällen erlaubt und kontrolliert durchgeführt, um ein Verklappen auf dem offenen Meer zu unterbinden.
Das löst nicht alle Probleme, es wäre aus meiner Sicht aber mal ein Anfang. Dem Mülltourismus muss massiv entgegen getreten werden und betrügerische Unternehmer ins Gefängnis.

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