Netflix & Co - Da guckst Du!

Streamingdienste lassen die öffentlich-rechtlichen Sender alt aussehen. Ihr Erfolg ruht auf stabilen Säulen. Der Siegeszug von Netflix & Co. hat gerade erst begonnen – sofern sie nicht Opfer des eigenen Erfolgs werden.

Auftakt eines globalen Siegeszugs: Kevin Spacey als Frank Underwood in der Netflix-Serie „House of Cards“ / A.P.L. Allstar Picture Library

Autoreninfo

Max Link arbeitet als freier Autor in Berlin und schreibt für verschiedene Zeitschriften und gern über Pop.

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Eine kleine Schockwelle ging durch Deutschland, als Netflix Ende März, mitten in der Corona-Pandemie, ankündigte, seinen Service einzuschränken. Ausgegangen war die Idee, Netflix zeitweise abzuschalten, von der Schweiz. Deren Netzanbieter Swisscom hielt der Belastungsprobe Corona nicht stand. Kurz darauf wurden derartige Stimmen auch in Österreich laut. Hiesige Netzprovider wie die Telekom hatten zwar versichert, man könne das zusätzliche Streaming stemmen, doch da hatte Netflix schon reagiert – und angekündigt, die Streamingqualität europaweit einzuschränken. 

Letztlich war das Ganze dann halb so wild. Netflix bot weiterhin die gebuchte Auflösung, die Streams wurden lediglich in einer geringeren Bandbreite gezeigt. Sprich: Wer HD gebucht hatte, sah auch weiterhin HD, der Qualitätsverlust wurde kaum bemerkt. Dennoch zeigt diese kleine Episode, wie wenig Netflix inzwischen aus den Leben unzähliger Menschen wegzudenken ist. Viele Kunden werden sich gefragt haben, ob man statt Netflix lieber etwas anderes abschalten könne.

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Joachim Kopic | So, 5. Juli 2020 - 20:48

... aber auch da bleibt der Fernseher meist ausgeschaltet ... vielleicht auch, weil mir das Fernsehen in den letzten 5 Jahren mehr oder weniger vergällt wurde ... was nicht schlecht sein muss: Es gibt gute Bücher/Magazine (bei schlechtem Wetter) und wenn die Sonne scheint, ist Bewegung - je älter man wird - immer gut für die Gesundheit im Gesamten.

Achim Koester | Mo, 6. Juli 2020 - 11:26

nehmen Streamingdienste und andere Internetplattformen immer mehr Raum ein, noch wichtiger scheinen mir die Nachrichtenportale zu sein, die aus dem "Tal der Ahnungslosen" der ARD/ZDF Zuschauer einen Blick über den Tellerrand ermöglichen. Da man diese zum Leidwesen etablierter Parteien und Institutionen nicht pauschal verbieten kann, nicht einmal durch das NetzDG, wird nun durch Verächtlichmachung als "Verschwörungstheoretiker" versucht, diese der Lächerlichkeit preisgegeben. Solange aber die gebühren(zwangs)finanzierten Sender nicht um ihre Einnahmen fürchten müssen, sie gar zum unverständlichsten Zeitpunkt noch erhöhen können, ist ihre Zukunft gesichert, und das auf höchstem (finanziellen) Niveau.

Nein - das wird nicht so sein! Erinnert man sich noch an das rigide Ladenschlußgesetz, daß Berufstätige zu Hindernisläufer zwischen 17:00 und 18:30 Uhr machte? Samstag war endgültig um 14:00 Schluß. Irgendwann kamen Verdi und die Kirchen nicht mehr gegen die Wünsche der Konsumenten an. Die Flucht aus den ÖR-Rundfunkanstalten läuft auf mehreren Ebenen. Die elitäre Ebene ist die derjenigen, die das was da linear gesendet wird durch Zeitungen, Magazine und berufliche Kommunikation schon kennen. Die zweite Ebene ist die der jungen Leute, die nichts mit linearen Konzepten am Hut haben. Die dritte Ebene ist die derjenigen, die Trash auf den Privaten schauen und sich dafür mit Werrbung und anderen Dummheiten überfluten lassen. Dann kommen die Migranten, die schon sprachlich nicht mit unserem ÖR-Schulfunk mitkommen und per Schüssel in Muttersprache konsumieren. Wie lange will man als ÖR-TV da noch durchhalten? Was nervt ist diese Mischung zwischen Belehrungsfunk und pseudo „Gute Laune“.

kann ihnen fast vollständig zustimmen. Allerdings ich bin noch eine fleißige und treue Konsumentin von ARTE und 3sat so wie den Regionalprogrammen.

Christian van der Ploeg | Mo, 6. Juli 2020 - 13:32

Der letzte Punkt des Autor ist es, dass mir bei Netflix so gefällt: die internationalen Serien aus Polen, Taiwan, Indien usw. Auch wenn es für Netflix gemacht ist, sind die Produzenten i. d. R. Lokal, wodurch man tolle und spannende Eindrücke des jeweiligen Landes bekommt und eben nicht wie Hollywood sich z. B. China vorstellt oder anpasst, damit es dem amerikanischen Geschmack entspricht.