Kirche und Gesellschaft - Warum unser Wertefundament nicht christlich ist

Erst müssen wieder Kreuze in bayrischen Behörden hängen, dann fordert Markus Söder Religions- und Werteunterricht für Flüchtlingskinder. Die katholische Kirche drängt zurück in den Alltag. Dabei mussten wir unsere Werte erst gegen sie durchsetzen

Katholiken bei einer Prozession mit goldenem Kreuz und Weihrauch.
Unsere deutschen Werte gründen nicht auf dem Christentum, sondern auf den Menschenrechten / picture alliance

Autoreninfo

Dr. Ortlieb Fliedner ist Rechtsanwalt in Bonn und Autor des Buches „Warum soll ich wählen gehen? Wie funktioniert unsere Demokratie?“, sowie des Titels "Rechtsetzung in Deutschland Gesetzgebung in der Demokratie“. Er arbeitete lange Jahre im Bundesinnenministerium sowie in der SPD-Bundestagsfraktion und war erster hauptamtlicher Bürgermeister von Marl.

So erreichen Sie Ortlieb Fliedner:

Gerade einmal etwas mehr als die Hälfte der Deutschen gehört einer christlichen Kirche an. Trotzdem wird die Debatte um die Werte in unserer Gesellschaft, die unsere Identität ausmachen sollen, von Befürwortern christlicher Wertvorstellungen vollkommen dominiert. Die christlich-abendländische Leitkultur wird Fremden, die in unser Land kommen, wie ein Gesslerhut hingehalten. Kreuze werden in Bayern in jede Amtsstube gehängt, damit „die geschichtlich-kulturelle Identität und Prägung Bayerns“ nicht vergessen wird.

Die Kulturstaatsministerin Monika Grütters definierte jüngst in der Zeit sogar unsere Demokratie als christlich. Damit schließt sie sich dem Votum von Professoren an, nach dem die Neutralität des Staates ein Mythos sei. Diese Wiedererweckung christlicher Werte hat allerdings vor allem den Sinn, eine andere Religion auszugrenzen. „Der Islam gehört nicht zu Deutschland“, sagte erst kürzlich wieder Bundesheimatminister Horst Seehofer.

Zusammenhalt unserer Gesellschaft gefährdet

Doch der Staat hat sich laut unserem Grundgesetz gegenüber den Religionen neutral zu verhalten. „Aus der Glaubensfreiheit des Artikel vier Absatz eins im Grundgesetz folgt der Grundsatz staatlicher Neutralität gegenüber den unterschiedlichen Religionen und Bekenntnissen. Der Staat, in dem Anhänger unterschiedlicher oder gar gegensätzlicher religiöser und weltanschaulicher Überzeugungen leben, kann die friedliche Koexistenz nur gewährleisten, wenn er selber in Glaubensfragen Neutralität bewahrt. Er darf daher den religiösen Frieden nicht von sich aus gefährden.“ So lautet das Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 16. Mai 1995.

Schon diese klare und eindeutige Feststellung des Bundesverfassungsgerichts lässt Zweifel aufkommen, ob die Ausgrenzung des Islam durch wiederholte Statements von Politikern, sich noch im Rahmen des verfassungsmäßig Zulässigen bewegen. Denn sie gefährden mit diesen Behauptungen nicht nur die friedliche Koexistenz der verschiedenen Religionen, sondern auch den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft.

Ursprung der Menschenrechte

Der deutsche Grundrechtskatalog basiert zum wesentlichen Teil auf den allgemein anerkannten Menschenrechten, wie sie in der Erklärung der Vereinten Nationen vom 10. Dezember 1948 formuliert wurden. Den Anfang machte der Perserkönig Kyros. Im Jahr 539 vor Christi ließ er auf einen Zylinder aus Ton eingravieren, dass jeder das Recht habe, seine eigene Religion zu wählen und alle Rassen gleich zu behandeln seien. Die Magna Charta (1215), die amerikanische Unabhängigkeitserklärung 1776 und die Erklärung der Menschenrechte der französischen Revolution 1789 sind weitere Wurzeln unserer heutigen Menschenrechte.

Jetzt sieht sich die Kirche als Vorkämpfer dieser Werte. Doch in Wahrheit bekämpfen sie diese mit großem Eifer. Die Menschenrechtserklärung der französischen Revolution wurde von Papst Pius VI. als fundamentaler Irrtum und absurde Freiheitslüge, als Ausdruck menschlicher Hybris, ja geradezu als Teufelswerk  bezeichnet. Noch 1864 bezeichnete Pius IX. Gewissens- und Religionsfreiheit für alle Menschen als einen Wahnsinn, Rede- und Pressefreiheit galten ihm als Freiheit des Verderbens.

Die Kirche gegen das Grundgesetz

Ihren Frieden mit der Demokratie und ihren Werten machten die christlichen Kirchen erst vor wenigen Jahrzehnten in der Mitte des 20.Jahrhunderts. Bis dahin unterstützten sie in aller Regel die Herrschenden und legitimierten damit oft die Unterdrückung des Volkes. Die Menschenrechte und damit unsere Werteordnung finden also keine Begründung in der christlichen Tradition. Unsere Werteordnung des Grundgesetzes jetzt christlich zu begründen ist daher schon mehr als Geschichtsklitterung, sondern grenzt an Geschichtsfälschung.

Sogar heute akzeptiert die katholische Kirche die Menschenrechte nicht komplett. Darunter leiden Beschäftigte bei Trägern wie der Caritas. So wurde ein Chefarzt in einem katholischen Krankenhaus gekündigt, weil er sich in der Diskussion um die gesetzliche Regelung von Schwangerschaftsabbrüchen für eine konkrete Regelung eingesetzt hatte. Hier wurde dem Chefarzt das Recht auf Meinungsfreiheit abegsprochen. Ein anderer Chefarzt verlor seinen Job, da er nach einer Scheidung erneut eine Partnerschaft einging. Die freie Entfaltung der Persönlichkeit, im Artikel zwei des Grundgesetzes garantiert, gilt offenbar nicht für katholische Ärzte. Ein weiterer Kündigungsgrund ist die gleichgeschlechtliche Ehe. Das Diskriminierungsgebot des Artikel drei des Grundgesetzes, gilt hier auch nicht.

Viele christliche Werte sind nicht demokratisch

Schließlich liefert auch die Demokratie selbst ein wichtiges Argument für die Menschenrechte. Denn eine Demokratie braucht viele Demokraten, um funktionsfähig und stabil zu sein und zu bleiben. Die Weimarer Republik konnte durch eine Diktatur ersetzt werden, weil es zu wenig Demokraten gab, die diese erste Demokratie in Deutschland stützten. Die Werteordnung des Grundgesetzes ist das Fundament für das Zusammenleben und den Zusammenhalt innerhalb einer Gesellschaft. Es ist daher die wesentliche Aufgabe eines demokratischen Staates Menschen dafür zu begeistern und demokratisches Engagement zu fördern.

Wie aber können Anders- oder Nicht-Gläubige diese Werteordnung positiv empfinden und akzeptieren, wenn gleichzeitig behauptet wird, sie basiere auf christlichen Werten? Damit wird die eigene Religion oder Weltanschauung ausgegrenzt. Die Akzeptanz wird auch noch dadurch verringert, dass von eben diesen Christen in ihrem Verantwortungsbereich Werten der Vorrang gegeben wird, die in deutlichem Widerspruch zur demokratischen Werteordnung stehen. So widerspricht auch das Verbot weiblicher Priesterschaft oder die starr hierarchische Struktur der katholischen Kirche den demokratischen Werten.

Mit anderen Worten: Eine christliche Grundierung unserer Demokratie und ihrer Werteordnung gefährdet ihre Akzeptanz bei Nichtchristen und damit den notwendigen Zusammenhalt in der Gesellschaft. Dabei müssen unsere demokratischen Werte für jeden Menschen, egal welcher Religion und Weltanschauung, dadurch akzeptiert werden können, dass sie frei von Begründungen sind, die andere ausgrenzen. Jede Vermischung unserer Demokratie und ihrem Wertefundament mit christlichen Wertvorstellungen schadet daher unserer Demokratie.

Rolf Bergmeier | Mo, 21. Mai 2018 - 06:00

Christlich-abendländische Werte? Was eigentlich haben uns diese Ideen von „Feindesliebe“ und „Geben ist seliger als Nehmen“ nach 2000 Jahren Belehrung gebracht? Hat die Kirche geholfen, den Krieg zu überwinden? Hat sie sich mutig gegen Hitler gestellt? Hat sie während der "industriellen Revolution" den ausgepumpten Industriearbeitern in den Vororten Londons oder Berlins unter die Arme gegriffen? Wir kennen die Antworten. Die Juden wurden alleine gelassen und die Ausgebeuteten warfen sich Karl Marx in die Arme und nicht den Kirchen. Tausend Jahre lang hat Europa unter der religiösen Intoleranz gelitten, tausend Jahre lang war der Zweifel nicht erlaubt. Was die Menschheit braucht, ist Humanität als Teil einer übergeordneten Universallehre, die die Natur nicht vergisst. und nicht einen der vielen Götter. Humanität leistet Arbeit am Nächsten um des Menschen willen. Ob hinter allem ein Gott steht, wissen nur die Götter. Vielleicht sollten die Großkirchen die Nase nicht allzu hoch tragen.

Klaus Elmar Müller | Di, 22. Mai 2018 - 12:18

In reply to by Gast

Benedikt XV. warnte vor dem Ersten Weltkrieg Johannes-Paul II. mt leidenschaftlichen, tieftraurigen Worten vor dem Irak-Krieg! Pius XII. rettete über seine Nuntiaturen laut dem Juden Pinchas E. Lapide 800 000 Juden; das KZ Dachau war für Priester errichtet (über 100 deutsche, 2000 polnische starben darin); VOR 1933 verboten die katholischen Bischöfe Deutschlands aktive Mitarbeit in der NSDAP, belegten die bayerischen Bischöfe solche Mitarbeit sogar mit Exkommunikation, schrieben die Bischöfe "Kein Volk darf sich zum Abgott machen", widersprach Pis XI. in seiner Enzyklika "Mit brennender Sorge" den Irrlehren des Nationalsozialismus. Der berühmte Einstein, emigrierter Jude, lobte die katholische Kirche als einzige zuverlässig anti-nationalsozialistische Institution, die isaelische Ministerpräsidentin Golda Meir zeichnete Pius XII. als Freund der Juden aus.

Günter Johannsen | Di, 22. Mai 2018 - 18:31

In reply to by Constantin Wissmann

Offensichtlich war meine vorsichtige Kritik an Herr Dr. Fliedners Ausführungen nicht politisch korrekt genug?! Um es kurz zu machen, noch einmal anders: Das christliche Wertefundament ist Jesus Christus selbst: er predigte Liebe und handelte auch konsequent danach. Seine Konsequenz ging soweit, dass er für seine Anhänger und für seine Lehre freiwillig SELBST das Kreuz auf sich nahm!
Mohamed hingegen, der Begründer des Islam, ließ Andersgläubige und Menschen mit eigener Meinung abschlachten und tat das ja auch selbst. Das ist der Unterschied. Zwischen diesen beiden Werte-Grundlagen kann man nun wählen!Deshalb kann und wird das Christentum wohl auch nicht mit dem Islam zusammenkommen. Der Islam kann also gar nicht zu Deutschland gehören!
Als nach dem Zusammenbruch des SED-Regimes 1989 die DDR zu Deutschland kam, formulierte Willy Brandt: "Jetzt wächst zusammen, was zusammen gehört!"
Aktuell muss man konstatieren: Was nicht zusammengehört, kann auch nicht zusammenwachsen!

Martin Arndt | Mo, 21. Mai 2018 - 06:13

Der Autor weiss noch etwas von dem Kampf der Kirchen gegen die Moderne. Geschichte wird nur allzu sehr umgelogen u. -gebogen im Interesse einer klerikal-politischen Symbiose, wie sie von Frau Grütters repräsentiert wird. Durch eine erneute Anpassung an den Zeitgeist schaffen es die staatlich alimentierten u. privilegierten Kirchen u. ihre 'Fürsten', sich zu erhalten u. komfortabel zu leben unter kluger Instrumentalisierung gutgläubiger Menschen. Vor 80 Jahren schlossen sie Konkordate, heute verträgt man sich durch Prostration.

csonka györgy | Mo, 21. Mai 2018 - 06:20

Eigene Werte zu definieren, zu behaupten und zu verteidigen bedeutet automatisch die Werte der anderen auszugrenzen.
Darum ist der folgende Satz sinnlos: "Die Wiedererweckung christlicher Werte hat allerdings vor allem den Sinn, eine andere Religion auszugrenzen."

André Oldenburg | Mo, 21. Mai 2018 - 07:01

Es hat lange gedauert, bis die Werteordnung des Christentum in der Kirche angekommen ist.
Natürlich sind wir nicht demokratische geprägt, wie denn auch, soviel demokratische Erfahrung haben wir gar nicht. Deshalb wählen wir gerne immer die gleichen Politiker, obwohl wir immer über sie schimpfen.
Unsere Feiertage, die sonntäglichen Glocken, unser Verständnis von Strafe und Vergebung, unsere sozialen Normen.
All dieses kann man aus sich heraus kaum benennen, sondern nur durch vergleiche mit Ländern anstellen, die nicht christlich geprägt sind und dann bemerkt man die Unterschiede.

Wolfgang Dubbel | Mo, 21. Mai 2018 - 07:13

der Islam gehört ebenso wenig zu Deutschland wie das Judentum oder Christentum.... vielleicht aber letzterer Folklore

Werner Wirth | Mo, 21. Mai 2018 - 07:23

1. Der Autor hat Recht, dass die moderne Welt nicht ausschließlich auf dem Christentum aufbaut und mitunter geradezu gegen das Christentum erkämpft wurde.

Er setzt aber irrtümlich die "politische Kultur" mit Gesellschaft und allgemeiner Kultur gleich. Das ist ein Fehler.

2. Die Annahme, dass die neue "Menschenrechtsreligion" als funktionierender Religionsersatz dienen könnte, ist abenteuerlich und kurzsichtig. Ein Kult ohne Gott und spirituelle Dimension bleibt, was er ist - gesetztes Menschenwerk.

Noch dazu eine menschliche Setzung, die eben nicht von unten, von den Menschen her gewachsen ist, sondern von oben verordnet wurde und wird.

3. Der Autor schlägt auf das Christentum ein - und schützt damit zugleich (unausgesprochen) den Islam, der indessen geistesgeschichtlich im christlichen Mittelalter stehen geblieben ist.
Das ist naiv-einseitig.

Achim Scharelmann | Mo, 21. Mai 2018 - 07:33

Kirchen waren schon immer Teufelswerk, weil sie des eigenen Machterhaltes etwas herleiten, was nicht bewiesen ist und mit diesem Druckmittel gestalten sie mehrheitlich Politik und das Seelenheil, um was es eigentlich bei ihnen gehen müßte ist nur Beiwerk und in dieser Gemengenlage sind eben viele Exzesse wie z.Bsp. Glaubenskriege, Inquisition und auch laufende Gesetzeseinmischungen entstanden, die eben den Frieden nur bedingt gefördert haben und das geht seit tausenden von Jahren so und hält bis heute an, wobei man oft vom Kampf der Kulturen spricht, aber dabei religiöse Auseinandersetzungen befördert und deshalb müßte jede Religion zur reinen Privatsache erklärt werden und niemand hätte einen Anspruch, seinen Glauben für repräsive Mittel einzusetzen, geschweige denn diesen staatlich zu fördern und zu legitimieren.

Horst Johnson | Mo, 21. Mai 2018 - 07:58

Niemand grenzt hier den Islam aus, ganz Im Gegenteil. Der Autor verkennt, in Naivität oder Blindheit, das gläubige Muslime diese liberale Grundeinstellung als absolute Schwäche erkennen. Dieses Vakuum wird massivst gegen unsere Gesellschaft ausgenutzt. Sei es Tierschächtung, getrennter Schwimmunterricht, Kopftuch usw. Söders Kreuze sind verzweifelte Aktionen den Rest unserer Identität zu bewahren, der AFD Stimmen abzunehmen, fernab jegl. klerikaler Intention.

Thomas Stephan | Mo, 21. Mai 2018 - 08:12

Die Ausführungen des Autors treffen nur teilweise zu. Das Konzept der Menschenrechte hat seine Wurzeln in der christlichen Naturrechtslehre und Begriff "Menschenrechte" wurde erstmals durch den Dominikaner Bartolome de Las Casas im 16. Jahrhundert verwendet.
Die Kirche stand nicht der Idee absoluter Rechte des Menschen ablehnend gegenüber, sondern deren Relativierung in einigen Menschenrechtskonzeptionen. Eine solche Relativierung sah man u.a. darin, dass der Staat in der Französischen Revolution zur Quelle er Menschenrechte erklärt wurde.
Benedikt XVI. hatte diese Tendenz zur Relativierung in einem kürzlich erschienenen Text nocheinmal bekräftigt: https://bundsanktmichael.org/2018/05/13/benedikt-xvi-die-geistigen-waff…
Die Kirche stand in Europa im 20. Jahrhundert zudem auf der Seite derer, die gegen totalitäre säkulare Ideologien und für die Menschenrechte kämpften.

Thomas Diebels | Mo, 21. Mai 2018 - 08:15

bin ich froh, dass ich diesem Verein (evang. Kirche) schon vor Jahrzehnten meine Kündigung geschickt habe !
Und ich habe es bis dato nicht einen Tag bereut !

Gerdi Franke | Mo, 21. Mai 2018 - 09:03

Das ist schon eine sehr obskure Gemengelage von Kirche und Christentum und Demokratie. Ich weiß nicht wo dieser Herr Flieder aufgewachsen ist. Ich bin in Deutschland aufgewachsen und in meiner Jugend gab es in allen Schulen Religionsunterricht. Als Notenfach! Und da kann niemand behaupten wir wären nicht cheistlich geprägt. Da musste man schon in Privatschulen gehen können um sich davor zu drücken.

Alois Fuchs | Mo, 21. Mai 2018 - 09:37

Bezeichnender Weise ist der Vatikan, also der Repräsentant der einen großen christlichen Kirche, weder der UN-Charta über die Menschenrechte, noch der Europäischen Menschenrechtskonvention beigetreten, als einer von sehr, sehr wenigen Verweigerern. Interessant ist auch die Begründung: Gottesrecht stehe über Menschenrecht. Oh - sagen das nicht auch viele Muslime: Scharia stehe über dem Grundgesetz? Ist das vielleicht der Grund dafür, dass sich in Deutschland die obersten Repräsentanten der christlichen Kirchen, Kardinal Marx und Bischof Bedford-Strohm, so vehement für den Islam in die Bresche werfen?

Ann-Kathrin Grönhall | Mo, 21. Mai 2018 - 09:47

Die christlichen Werte basieren auf dem neuen Testament und der Lehre Christi, nicht auf dem Verhalten der Amtskirchen.
Die Amtskirchen, bzw diejenigen welche führend in der Hirarchie sind u. waren, haben schon immer versucht Macht über die Menschen auszuüben.
Die Amtskirchen sind nicht der Massstab fuer die Werte sondern die Lehre an sich.

Es ist ein grosser Fehler zu glauben, der Islam funktioniere nach denselben Regeln wie das heutige Christentum und lasse sich problemlos in die säkulare Gesellschaft integrieren.

Toleranz im Islam ist kein Gebot, dass sich aus der Nächstenliebe oder der Anerkennung der individuellen Freiheit eines jeden ergibt. Sie ist immer opportunistisch zweckgebunden, geknüpft an Bedingungen, die der Verbreitung des Islams dienen.
Im Islam finden sich keine Werte die fuer anders-oder nichtgläubige akzeptabel sind,
im Christentum sehr wohl.

Für Christen ist das Grundgesetz bindet - für Moslime ist es die Lehre des Korans!

Bernhard K. Kopp | Mo, 21. Mai 2018 - 09:49

Wer hat denn wie das ganze Wissen vom Perserkönig, über die Philosophie der Griechen und Römer, das römische Recht, über das Mittelalter, bis in die Neuzeit transportiert ? Die römisch-christliche Kirche, mit den Klöstern, der lateinischen Sprache und der Bildungsträgerschaft der Kirche über mindestens 700 Jahre. Die römisch-christliche Kirche war und ist das Rückgrat unserer abendländischen Kultur, ohne das auch die Rechtsentwicklung seit dem Mittelalter, die Renaissance, die Reformation Luthers, die Aufklärung und die Moderne nie hätten aufrecht gehen können. Ja, es gab viel Licht und Schatten seit die christliche Religion zur römischen Staatsreligion wurde, und die Kirche über Jahrhunderte zum politischen Machtfaktor mutierte. Wir sollten beim Blick auf den Schatten das Licht nicht vergessen.

Bettina Reese | Mo, 21. Mai 2018 - 09:54

Der Autor ist m.E. leider nicht vom Heiligen Geist beseelt, sondern er schreibt sich 2000 Jahre bzw. auch 2600 Jahre , wenn man die griechische Philosophie hinzurechnet , Geschichte so passend , wie es heute global politisch nützlich erscheint.
Natürlich ist unsere Demokratie , sogar maßgeblich, christlich fundiert.
Weder die Magna Charta, noch die Menschenrechte, noch die Maxime Freiheit , Gleichheit, Brüderlichkeit , oder auch die Goldene Bulle oder die Regeln zur Papstwahl sind aus dem Nichts entstanden,sondern aus dem revolutionären Christentum. Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst . Endlich spricht das Individuum im Gebet allein mit Gott. Der Einzelne ist verantwortlich für sich und seinen Nächsten, verantwortlich vor sich selbst und dem Nächsten. Das nenne ich die absolut christliche Grundierung unserer Demokratie. Warum will man unbedingt, etwas weg argumentieren ? Warum müssen die Menschenrechte unbedingt religiös neutral sein ?
Macht man die Welt damit besser ?

bernhard Mayer | Mo, 21. Mai 2018 - 10:05

> Doch der Staat hat sich laut unserem Grundgesetz gegenüber den Religionen neutral zu verhalten.

Auch wenn diese "Religionen" Grundgesetzwidrige Ziele verfolgen????

Vielleicht sollten sich die Jung-Nazis mal als Religion konstituieren! Damit wären sie Unangreifbar.

Sebastian Niemeyer | Mo, 21. Mai 2018 - 10:06

Wieso passiert es ausgerechnet einem Rechtsanwalt Demokratie und Rechtsstaat zu vermischen?

Soweit ich weiß gibt es so etwas wie christliche Werte überhaubt nicht. Das sind vllt. die Werte unserer Gesellschaft oder vllt. auch rechtsstaatliche Werte.

Was zum Teufel sollen Demokratische Werte sein und was um ein Beispiel aus dem Artikel zu nehmen mit z.B. Frauenpriesterschaft zu tun?
Demokratie lebt davon das diese Dinge geändert werden können.
Der einzige Wert der Demokratie ist, dass die Menschen einer Änderung ihrer Werte auf Regierungsebene Ausdruck verleihen können.

In der europäischen tradition des politischen Denkens waren die Kehrseite der Demokratie daher, Tyrannis, Oligarchie und Ochlokratie.

Es ist wirklich traurig zu sehen wie solche grundlegenden Missverständnisse inzwischen bis in die "elite" unserer Gesellschaft vorgedrungen sind.

Heiner Hannappel | Mo, 21. Mai 2018 - 10:14

Obwohl die römisch katholische Kirche in Vergangenheit viele Irrungen und Wirrungen durchlaufen hatte, hat diese und später auch die evangelische Kirche in allen Ländern ein tief liegendes christliches Denken in einem bis heute geltenden Wertekanon etabliert, der in allen Verfassungen Europas seinen Niederschlag findet. Wir alle sind, auch wenn wir den Glauben nicht mehr so wie in den vergangenen Jahrhunderten leben von den christlichen Werten geprägt und es ist geradezu blanker Unsinn, wenn dieses wie in diesem absurden Artikel in Abrede gestellt wird. Den in vielen Erdteilen dominant und intolerant auftretenden Islam nun als gleichwertigen Glauben in Augenhöhe zum säkularisierten Christentum zu stellen, obwohl diese muslimische Religion als Gesellschaftsordnung hoch politisch, mit unseren Werten/ Gesetzen inkompatibel ist, ist schon ein starkes Stück. So untergräbt man unsere Werte, Lebensart und Kultur und überlässt dem Islam künftig ohne Not die Gestaltung unserer Gesellschaft.

Ach, deshalb waren die letzten 1700 Jahre im christlichen Abendland so friedlich, tolerant, gerecht, verständnisvoll. Das lag an dem tief liegenden christlichen Denken.
An den - gelegentlich auftretenden - Störungen waren allein die Ketzer schuld. So wie Thomas von Aquin, der aus der Bibel das Gottesgnadentum und die Sklaverei(Leibeigenschaft) rechtfertigte, der Schlingel.
"Niemand kommt zum Vater denn durch mich". Sehet, die Quelle jeder Toleranz, oh, welch ein Mensch. Und ich Dummerle verstehe das einfach nicht richtig.
Das sollten sich diese Moslems doch 'mal zum Vorbild nehmen. Eine richtig gute Religion prägt nun einfach 'mal die Menschen.

im orientalischen Morgenland gab und gibt es keine Kriege? Sunniten, Schiiten, Wahabiten, Salafisten und wie die Richtungen alle heißen, achten und respektieren sich in Liebe gegenseitig? Gerade erst wieder ein Bombenattentat gegen Christen in Indonesien, in Ägypten leben sie, trotz al Sisi, auch nicht wirklich sicher, nicht einmal in De! Vergleichen Sie doch nicht 600 n.Chr. mit 2018.

Per L. Johansson | Mo, 21. Mai 2018 - 10:16

Soweit stimme ich zu. Über Jahrhunderte hinweg wurde die Religion in Europa mühsam eingehegt und der Machtanspruch der Priesterschaft weitgehend ins Jenseitige verschoben.
Am Ende ist diese Entwicklung aber noch nicht, im Gegenteil, es bleibt ein ständiger Kampf, der sich mit der Ausbreitung des Islam in Europa wieder verschärft.
Sollte man nun Feuer mit Feuer bekämpfen und das Christentum stärken, weil man es für die vermeintlich geringere Gefahr hält? Wohl kaum.
Oder sollte man, so wie ich das bei Ihnen heraushöre, zu einer laizistischen Staatsräson übergehen, also einer strikten Trennung von Religion und Staat?
Nun haben wir mit Frankreich einen Nachbarn, der dies seit längerem praktiziert. Die Entstehung muslimischer Gegengesellschaften hat es dort aber auch nicht verhindert.
Ich fürchte, nach einmal erfolgter Grenzöffnung, tendiert unser Einfluß auf die Integration von Muslimen gegen Null. Denn das größte Integrationshindernis ist der importierte Islam selbst.

Nur Hamanda | Mo, 21. Mai 2018 - 10:32

Sehr informativer Artikel. Danke dafür.
Die historischen Tatsachen sind schon Beweis genug für die Scheinheiligkeit diverser Politiker. Und die Aussage des Bundesverfassungsgerichts ist so eindeutig, dass den CSU-Christen rechtlich die Rote Karte gezeigt gehört.
„Aus der Glaubensfreiheit des Artikel vier Absatz eins im Grundgesetz folgt der Grundsatz staatlicher Neutralität gegenüber den unterschiedlichen Religionen und Bekenntnissen. Der Staat, in dem Anhänger unterschiedlicher oder gar gegensätzlicher religiöser und weltanschaulicher Überzeugungen leben, kann die friedliche Koexistenz nur gewährleisten, wenn er selber in Glaubensfragen Neutralität bewahrt. Er darf daher den religiösen Frieden nicht von sich aus gefährden.“ So lautet das Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 16. Mai 1995.
Wer setzt dieses Urteil eigentlich konsequent um? Wer klagt, wenn dagegen verstoßen wird? Niemand?
Deutschland - verkommen zum Unrechtsstaat - immer mehr, jeden Tag.

Wolfgang Tröbner | Mo, 21. Mai 2018 - 10:34

Herr Fliedner legt ausführlich dar, warum "unser Wertefundament" nicht christlich ist und nicht auf christlichen Werten beruht. Wenn man seine Meinung etwas extrapoliert, dann kommt man unweigerlich zu dem Schluss, dass "unsere Werte" mit dem Christentum generell nichts zu tun haben. Warum berufen sich dann Frau Merkel und die schwarz-rot-grünen Parteien bei ihrer Flüchtlingspolitik ständig auf christliche Werte? Wenn die christliche Botschaft doch nichts mit "unseren Werten" zu tun hat? "Jede Vermischung unserer Demokratie ... mit christlichen Wertvorstellungen schadet ... unserer Demokratie". Ist eine ziemliche Klatsche für Merkel, oder? Und warum bitteschön soll dann der Islam zu unserer Demokratie gehören? Der Islam hat ja mit "unseren Werten" noch viel weniger zu tun als das Christentum, das immerhin mehr als 1000 Jahre unsere Kultur prägte. Wäre dann die Akzeptanz unserer Demokratie bei Nicht-Muslimen nicht auch gefährdet, wenn der Islam dazu gehört?

gerhard hellriegel | Mo, 21. Mai 2018 - 10:38

Leider haben auch Christen niemals begriffen, dass da ein Unterschied zwischen persönlichen Überzeugungen, Vorlieben und Abneigungen,
und sozialen Spielregeln ist. Privilegienhascherei, Vereinnahmung und Rosinenpickerei ist Alltag. Wenn also nun vor bayrischen Amtsstuben Warnhinweise aufgestellt werden, dann ist das eigentliche Problem, dass so etwas überhaupt populistisch sein Kann. Was für mich gut ist, ist für alle gut: so beginnt Unfreiheit, Intoleranz, Gesinnungsterror.

Soso, christliche Werte haben nichts mit politischen Überzeugungen zu tun.
Da fallen mir jetzt aber ganz spontan nicht nur christliche Denker, sondern auch Päpste samt einem Reformator ein, die das anders sahen.
Also weiterhin Aschenputtel-Prinzip: die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen, dann sind sie weg.

Armin Latell | Di, 22. Mai 2018 - 20:52

In reply to by Gast

wir leben heute und nicht im Mittelalter. Das gilt auf jeden Fall für das Christentum. Kirchen und ihre Funktionäre nehme ich aus, die haben damit nicht mehr viel zu tun, sind politische Partei mit allen Konsequnzen und Fehlverhalten. Aschenputtel ist ein Märchen, da sollten Sie nicht alles für bare Münze nehmen. Vielleicht sollten Sie sich mal in der heutigen Realität umschauen.

Dorothee Sehrt-Irrek | Mo, 21. Mai 2018 - 11:06

Staats wegen erklärt werden, dass eine Religion plötzlich im Sinne des christlichen Abendlandes zum Abendland gehört, wie es zuvor mit dem Judentum gemacht wurde.
Dann sind alle Religionen im Staat möglich.
Dass gegen die plötzliche Definition des Islam als zur Bundesrepublik nach genau 50 Jahren? eine Bevölkerung m.E. zurecht Vorbehalte empfindet - und diese durch einen humanistischen und religiösen Imperativ seitens einer Kanzlerin m.E. in schlimmer Weise aus der Gesellschaft ausgegrenzt werden - dies soll doch niemanden verwundern.
So kann weder mit gelebter Kultur noch mit religöser im Besonderen umgegangen werden.
Die katholische Kirche entspricht innerkatholisch nicht ganz unserem Grundgesetz, deswegen brauchen wir das GG dringend, um von einem Gottesstaat verschont zu bleiben.
Aber dass katholische Richter gemäß dem Kreuz Urteile fällen wäre mir neu.
Genau das aber wird versucht für den Islam jetzt zu erreichen und für andere?
Deshalb ist das bayerische Signal falsch.

Dr Stephan Ramb | Mo, 21. Mai 2018 - 12:03

Leider neigt der Autor zu einer Verabsolutierung der Demokratie. Auch Hitler ist aufgrund demokratischer Wahlen zur Macht gekommen, Demokratie schützt hier nicht. Die von Modernen vielgelobte Französiche Revolution hat in wenigen Jahren mehr staatliche Morde produziert als in Jahrhunderten spanischer Inquisition. Dies wird aber nicht wahrgenommen oder negiert. Natürlich ist die (katholische) Kirche Gott sei Dank nicht per se an demokratischen Prinzipien orientiert, sondern an der Wertebasis der Bergpredigt, so unvollkommen im Laufe der Geschichte auch einzelne Mitglieder der Kirche dem nachgefolgt sein mögen. Das Reich Gottes ist sicherlich nicht demokratisch, also wählen wir Gott einfach ab. Das ist das beängstigende an der modernen Verwirrung und hat bereits Ausschwitz hervorgebracht. Bei aller Unvollkommenheit gibt die Kirche seit 200 Jahren Orientierung und zeigt die Verantwortung des Menschen vor Gott und den Mitmenschen auf. Wo es Gott nicht gibt, ist alles erlaubt (Dostojewski).

Yvonne Walden | Mo, 21. Mai 2018 - 12:09

"Warum unser Wertefundament nicht christlich ist", begründet Verfasser Ortlieb Fliedner die Wertneutralität unseres Staatswesens. Eine wirklich gelungene Darstellung.
Etwas mehr als die Hälfte unserer Staatsbürgerinnen und Staatsbürger sind Mitglied einer christlichen Kirche.
So weit, so gut.
Von diesen Kirchenmitgliedern nehmen allenfalls 20 bis 30 Prozent am kirchlichen Leben teil.
Wer vertritt also wirklich dieses "christliche Wertefundament"? Eine verschwindende Minderheit.
Fliedner zeigt zu Recht auf, daß viele der sogenannten "christlichen Werte" eigentlich verfassungswidrig sind, also unserem Grundgesetz widersprechen.
Darauf sollten wir die kirchlichen Funktionäre, die so lautstark vom Christentum predigen, immer aufmerksam machen.
Nichts ist aus meiner Sicht dringlicher als eine strikte Trennung von Staat und Kirche(n).
Leider verfügen gerade die in Deutschland privilegierten Großkirchen (Evangelische und Katholische Kirche(n) über Macht und Einfluß. Wie lange noch?

Gerd Steimer | Mo, 21. Mai 2018 - 13:19

einer christlichen Kirche an.
Das besagt relativ wenig, da ein sehr großer Teil der nominell zu den christlichen Kirchen gezählten Menschen nicht religiös ist. Die Zahl der wirklich gläubigen Christen dürfte m.E. -positiv gerechnet- bei max 2/3 dieser Hälfte liegen. Mehrer Statistiken sagen ja aus, das über die Hälfte der Bevölkerung nicht gläubig ist, der Atheismus stellt also die Mehrheit der Bevölkerung.
Geschichtlich gesehen, war die Christianisierung ja auch kein freiwilliger Akt der überwiegenden Masse der damaligen Bevölkerung. Hier wurde massiver Druck mit allen Formen der Gewalt ausgeübt und den Menschen die Religion zwangsverordnet. Die netten Geschichtchen über die lieben Heiligen und Missionare in dieser Zeit sind eigentlich ein Hohn auf die Realitiät.
Freie Relgionsausübung ohne Missionierung und ein streng laizistischer Staat wäre das Richtige für unser Land.

Jürgen Lehmann | Mo, 21. Mai 2018 - 13:22

Man muss nicht unbedingt einer Religion angehören, um den Artikel von O.FLIEDNER kritisch zu beurteilen.
Der Islam muss nicht ausgegrenzt werden. Wir sollten jedoch auch nicht mit unserer grenzenlosen Naivität diesem das „FELD“ überlassen.

Auf welche MENSCHENRECHTE wir uns auch letztendlich berufen , das ist sicherlich nicht die amerikanische Unabhängigkeitserklärung 1776...

Also lasst uns weiter träumen von der Wahrheitsfindung der Politiker.

Robert Polis | Mo, 21. Mai 2018 - 13:44

Ein Autor, der Pius VI. in das Jahr 1864 verlegt, ist für mich nicht "satisfaktionsfähig".
Ebenso bemerkenswert ist sein Sprung von Kyros (II.) zur Magna Charta. Dabei wird, zum Beispiel, das Corpus Iuris Civilis des Iustinian ausgespart.
Wie gelingt es einem gelernten Juristen, Menschenrechte von der Geschichte des Rechts abzutrennen, und warum versucht er das?

Sehr geehrter Herr Polis, 

 

da ist uns beim Redigat ein Fehler unterlaufen, der Autor hatte es richtig. Danke für den Hinweis! 

Beste Grüße, CW (Online-Redaktion)

Gisela Fimiani | Mo, 21. Mai 2018 - 14:14

Ich betrachte den Beitrag als tendenziös, nicht differenzierend und flach.

Kritik reicht nicht, eine Stellungsnahme zum Thema wäre hilfreicher.

Diethard Ande | Mo, 21. Mai 2018 - 14:35

Ich bin ein Heide oder Infidel
Ich war der einzige Heide in meinen Schulklassen, habe aber immer am Religionsunterricht als einziger freiwillig teilgenommen
Meine Wertevorstellungen sind also christlich gepraegt, ohne das ich ein Christ sein muss.
Islam gehoert nun mal nicht zu unseren Wertvorstellungen, Muslime wollen sich nicht integrieren. Um Deutscher zu sein, ist es nicht genug, nur die Gesetze zu befolgen. Man muss auch unser Wertesysstem anerkennen, und da gibt es kein 'honor killing', da haben Frauen gleiche Rechte, Homo Ehen sind keine Ehen, sondern eine andere Form von Partnerschaft. Was radikale Wahabis fordern, ist sicher gegen das Grundgesetz
ob das nun christlich ist oder nicht. Alle sollen gleich behandelt werden, aber nach unserer Kultur Es darf daher keine 'Sonderrechte' geben, auch wenn sie mit Religion begruendet wird, was Unsinn ist. Islam ist eine Wuestenreligion und auf die Arabische Mentalitaet geschneidert, und das ist engegen unserer Kultur/Wertesystem

Sepp Kneip | Mo, 21. Mai 2018 - 15:03

Ich bin katholisch und gehöre keiner Partei an. Aber ich respektiere das Grundgesetz und die Werte, die durch dieses Grundgesetz geschützt werden. Wenn es auch die Freiheit friedliebender und unpolitischer Religionen schützt, ist das in Ordnung. Jede zivilisiertem Gemeinschaft hat ihren Werte-Canon. Nun ist es so, dass dieser Werte-Canon in Europa seit sem frühen Mittelalter christlich geprägt war und ist. Die ganzen Facetten des christlichen Lebens in Europa sind so vielfältig und sind seit Jahrhunderten bis heute immer wieder Änderungen unterworfen.

Diese christlichen Werte haben auch Einzug in die deutsche Nachkriegsverfassung gefunden und es wäre falsch sie einfach aus der Verfassung zu eliminieren, da sie Bestandteil unserer Gesellschaftordnung sind. Nicht in unsere Gesellschaftsordnung gehört die Scharia. Eine politische "Religion", die diese, gegen das Grundgesetz stehenden, Rechtsnomen praktizieren will, kann kaum durch eben dieses Grundgesetz geschützt sein.

Werner Holzmann | Mo, 21. Mai 2018 - 15:11

Ich bin seit 50 nicht mehr Mitglied irgendeiner Religionsverwaltungsgesellschaft und war eigentlich immer antikirchlich eingestellt. Trotzdem möchte ich dem Artikel entschieden widersprechen. Die Gleichsetzung von Kirche und Christentum ist ungefähr so banal, als würde man die Verfasser der Menschenrechte 1789 mit Massenmördern gleichsetzen. Oder wurde die Vendee nicht ausgemordet? In Paris, Lyon und Nantes (um nur 3 Städte zu nennen) aufs Brutalste tausende von Menschen geköpft, erschossen , ertränkt. Glaubt der Autor ernsthaft, das Christliche erschöpft sich in dem, was irgendein Kirchenrepräsentant zu irgendeiner Zeit zu irgendeinem Thema gesagt hat?
Ich halte es mit der Gegenthese: Alle Werte, die das Leben in unserer Gesellschaft angenehm und liebenswert machen, sind letztlich aus dem Christlichen, wenn auch nicht Kirchlichen geschöpft.

Roland Sander | Mo, 21. Mai 2018 - 15:13

Da macht es sich jemand aber sehr einfach... Eine christliche Begründung der Werteordnung des Grundgesetzes grenze an Geschichtsfälschung und eine Vermischung des Wertefundaments des Grundgesetzes mit christlichen Wertvorstellungen schade unserer Demokratie.
Woher kommen aber "unsere" Wertvorstellungen? Eine wichtige Grundierung liegt im christlichen Menschenbild, übernommen aus dem Judentum: die Idee des Gottesebenbildlichkeit aller Menschen. Unser ewiger Streit um das humane Handeln hat hier eine religiöse Wurzel, aus der der Menschenrechtsgedanke wachsen konnte, sicher oft auch gegen kirchliche Widerstände, das sei unbestritten. Aber diese atheistische Geschichtsfälschung, nach der alles Gute nur gegen das Christentum erfochten worden sei, ist einfach unhaltbar. Dass im westlichen, christlich geprägten Kulturkreis Menschenrechte formuliert wurden, ist eben kein Zufall, sondern basiert auf Judentum und Christentum. Auch wenn es der Autor nicht wahrhaben will.

Ina Langer | Mo, 21. Mai 2018 - 15:53

welche allerdings im Text kein wirklich überzeugendes Argument stützt. Wieder einmal wird die christl. Gesellschaft mit den kirchl. Institutionen gleichgesetzt. Drei Errungenschaften der Aufklärung im 18. Jh sind bedeutsam: die republikanische auf der Volkssouveränität beruhende Organisation, der menschenrechtliche Universalismus und die Wissenschaft. Die ersten beiden entstammen zwar der Antike, doch nur das christl. Europa und Amerika haben diese Phase der Aufklärung vollzogen. Die Religion wurde eingehegt und hat ihre normierende Funktion verloren. Doch die Werte, die wir heute mehr oder weniger stark verteidigen, sind nicht einfach so aufgetaucht, sondern sie wurden von christlich geprägten Menschen formuliert und als Bestandteil der europäischen Gesellschaften installierten. Unsere kulturelle Identität und unsere Traditionen sind christlich geprägt, wer das abstreitet läuft entweder mit Scheuklappen durch die Gegend oder er weiß nicht, was Kultur bedeutet.

Schabert Albert | Mo, 21. Mai 2018 - 16:04

Die Kirchen mischen sich meiner Meinung nach viel zu sehr in die Politik ein.Der Beriff"Religion" ist nicht genau zu definieren.Jeder Hasenzüchterverein kann von sich behaupten,er sei eine Religion.Die können dann gerne zu ihrem Oberhasen beten,aber bitte im stillen Kämmerlein.
Wird befohlen,andere im Namen des Allahs umzubringen,kann das keine Religion sein.Die Kirchen haben Angst im Soog mitgerißen zu werden,wenn der Islam verboten wird.
Wer um sein Leben kämpft ist umberechenbar.

Johannes Renz | Mo, 21. Mai 2018 - 16:06

Ein mit jeder Menge Halbwahrheiten gespickter Text. Zunächt muss ich auf einen formellen Fehler hinweisen: Der Papst des Jahres 1864 war nicht Pius VI., sondern Pius IX. Zum anderen ist für das Christentum natürlich auch nicht ausschließlich die römisch-katholische Kirche maßgeblich. Die weltweite Evangelische Allianz (Gründung 1846) und viele evangelische Freikirchen setzen sich etwa schon immer für Religionsfreiheit und Menschenrechte ein. Auch die Haltung der Kirchen der EKD wird in Herrrn Fliedners Artikel nicht erwähnt. Dazu kommt, dass Menschenrechte mitunter gegeneinander ausgespielt werden. Gerade die Gewissensfreiheit scheint in den Reihen der SPD, zu denen Herr Fliedner offensichtlich gehört, einzweitrangiges Grundrecht zu sein, etwa, wenn es um die Einstellung zur Abtreibung oder der so genannten Ehe für alle geht. Bei der Ehe-für-alle-Abstimmung hat m. W. nur die CDU/CSU-Fraktion ihren Mitgliedern die Abstimmung freigegeben.

Sehr geehrter Herr Renz, 

 

da ist uns ein Fehler unterlaufen, danke für den Hinweis! 

Beste Grüße, CW (Online-Redaktion)

Johannes Renz | Mo, 21. Mai 2018 - 16:14

Zudem impliziert echte Religionsfreiheit auch, dass es weltanschauliche Tendenzbetriebe geben darf. Solche Tendenzbetriebe sind übrigens auch die jeweiligen parteinahen Stiftungen und viele nichtreligiöse Vereine und Verbände. Auch die Wissenschaft ist keinesfalls weltanschaulich neutral oder demokratisch, da sich wissenschaftliche Erkenntnisse bekanntlich nicht Wahlen oder Abstimmmungen aussetzen müssen. Daher müssen weder ein kirchlicher bzw. christlicher noch ein dezidiert atheistischer Arbeitgeber weltanschaulich neutral sein, genauso wenig wie übrigens auch Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften. Dies gilt nur für die unmittelbar staatliche Sphäre. Auch wenn es paradox klingt: Nur so kann Demokratie und Menschenrechtsmaximierung gelingen.

Maik Harms | Mo, 21. Mai 2018 - 16:46

Stimme den Ausführungen i.W. zu. Das Christentum kann jedoch für andere Religionen, insbesondere für den Islam, in einer wesentlichen Beziehung Vorbild sein: in der schlussendlichen Akzeptanz säkularer, pluraler Demokratie als Leitprinzip, deren gesetztes Recht dem kirchlichen gegenüber Vorrang hat. Es hat lange gedauert und viel gekostet, aber dahinter wird das Christentum wohl nicht zurückfallen, und das ist das Vorbild sowohl für Muslime als auch für islamisch geprägte Länder. Sage ich als Atheist, der weder von christlichen noch islamischen oder jüdischen Fundamentalismen in seiner Religions_Freiheit_ beschränkt werden will.

Dieter Freundlieb | Mo, 21. Mai 2018 - 17:02

Leider hat es sich bei den regierenden Parteien immer noch nicht herumgesprochen, dass die ständige Berufung auf unsere angeblich grundlegenden christlichen Werte irreführend ist. Ganz zu recht wird darauf hingewiesen, dass die Betonung der Prägung unserer Kultur durch ein christliches Menschenbild dem Ziel der Ausgrenzung anderer Religionen dient.

Aber selbst wenn das nicht so wäre: Was ich vermisse, ist ein Hinweis darauf, dass ALLE Menschenbilder, die sich nach den Glaubensinhalten der großen Religionen ausrichten, mit den universalen Menschenrechten, die einer Demokratie angemessen sind, nur schwer zu vereinen sind. Die grundgesetzlich garantierte Glaubensfreiheit führt leicht zu einem Widerspruch in sich. Jedenfalls dann, wenn, wie kürzlich von V. Kauder behauptet, die Menschenwürde darauf gegründet wird, dass Menschen als 'Ebenbild' eines christlichen Gottes geschaffen worden sind. Die Menschenwürde muss in einer Demokratie unabhängig von JEDER Religion begründet werden.

Hannes Jäger | Mo, 21. Mai 2018 - 17:21

Dieser Grundgesetztpathos ist nicht hilfreich. Denn es funktioniert nicht. Es hat gröbste Fehler, die auf religiöse Art von Grundgesetztreligiösen glattgebügelt werden. Zweitens hält sich niemand ans Grundgesetz, nicht mal Frau Merkel. Was bringt es also einen pseudoreligiösen Grundgesetzkult zu beschwören, wenn es nicht mal Repressionen dafür gibt, wenn die obersten Priester es schamlos missachten?

Johannes Schneider | Mo, 21. Mai 2018 - 17:32

Werte hin oder her: Oberster Wert für mich als Katholik ist Jesus Christus. Als Staatliche ist Marginalie.

Von einem Muslim unterscheidet den Christen u.A. das Verhalten des Religionsgründers.Holen Sie sich mal in der Buchhandlung Ihres Vertrauens Sira ,die Beschreibung des Lebens des Propheten,Sunna und Koran.Und dann lesen Sie das Neue Testament.

Konrad Schiemert | Mo, 21. Mai 2018 - 17:35

Besten Dank für diesen Artikel! Das Thema muss öfter und in größerem Kreis angesprochen werden.
Wenn ich über dieses Theme diskutiere, frage ich oft in welcher heiligen Schrift und wo ganau in ihr findet man die Grundidee der Demokratie, der Gleichberechtigung, der Gedanken- und Redefreiheit. Bis jetzt habe ich als Antwort nur billige Ausreden verpackt in schönen Worten gehört.

Georg Peters | Mo, 21. Mai 2018 - 18:05

HALLO! Ist jemand zu Hause? Wann werden die Kommentare bearbeitet.

Constantin Wissmann | Di, 22. Mai 2018 - 11:48

In reply to by Gast

HALLO Herr Peters, 

 

wie Sie unserer Netiquette entnehmen können:Um die Freischaltung der Kommentare kümmert sich unser kleine Onlineredaktion von Montag bis Freitag von 9 bis 18 Uhr. Am Wochenende und an Feiertagen werden Forumsbeiträge nur eingeschränkt veröffentlicht.

ich wünsche Ihnen eine angenehme Woche, 
CW (Online-Redaktion)

Klaus Elmar Müller | Mo, 21. Mai 2018 - 18:08

"Gott, du hast den Menschen in seiner Würde wunderbar erschaffen", betete der katholische Priester jahrhundertelang in der hl. Messe. Die Lehre des mittelalterlichen hl. Thomas von Aquin darüber, dass aus der Natur des Menschen ein gebotenes Handeln folgt (Naturrechtslehre), dann die Theologe der Universität von Salamanca zugunsten der Indianer schufen di theoretische Grundlage für Formulierungen der Menschenrechte. Die vom Autor gelobte Französische Revolution mit ihrer Bestialität zeigt, wohin "Menschenrechte" ohne Gott geraten. Daher die kirchliche Kritik. Die These, es gäbe funktionierende Menschlichkeit ohne Evangelium und ohne Wahrheit, das heißt ohne die von Gott geoffenbarten Dogmen der katholischen Kirche, ist ein schöner Wahn, der weltweit und täglich entlarvt wird.

Eberhard Rademeier | Mo, 21. Mai 2018 - 18:26

die deutsche und auch die europäische Kultur basiert auf christlichen Werten, ebenso, wie auf den Kräften, die die Kirchen, weniger die christliche Einstellung, bekämpft haben. Beispielsweise die Aufklärung. Unsere Kultur basiert u.a. auf den christlichen Geboten 4 bis 10, die ich selbst als Atheist für bindend halte. Letztlich stellt Kants Kategorischer Imperativ („Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde“) nichts anderes dar als die geniale Zusammenfassung eben dieser Gebote. Man könnte es umgangssprachlich formulieren: Was du nicht willst, das man dir tu‘, das füg‘ auch keinem anderen zu. Vergleichbares kann ich im Islam leider nicht erkennen. Eine Ausgrenzung anderer Religionen, insbesondere des Islam, ist nicht zu sehen – im Gegenteil: der Islam grenzt sich selbst aus. Insofern zeugt auch das Urteil des BVG von 1995 von einiger Weltfremdheit.

Hans W. Koerfges | Mo, 21. Mai 2018 - 19:12

Dank an den Autor. Selten so eine präzise Zusammenfassung gelesen. Es wird Zeit, den unheilvollen Einfluss der katholischen Oberkaste nachhaltig einzudämmen, damit keine neue Verwerfungen entstehen.

Es sollte für jeden echten Demokraten normal sein, jede Religionsausübung zu tolerieren. Es gibt nur dann Grenzen, wenn ein religiöser Mensch versucht, einen Dritten für seine Religion zu gewinnen.

Wolfram Fischer | Mo, 21. Mai 2018 - 19:44

Ich sehe einen fundamentalen Schwachpunkt im Artikel! Unser Wertesystem sei nicht christlich? DAS sehe ich völlig anders. Unsere Werteordnung musste gegen die Kirche durchgesetzt werden? DAS ist völlig richtig!
Es ist schon befremdlich, daß es völlig normal zu sein scheint, Kirche und Christliche Lehre gleichzusetzen. Das ist Unsinn! Die 10 Gebote? Da finde ich vieles, was unserer Werteordnung bestens entspricht. Das Leben des Jesus, wie es berichtet wird? Ein Leben voller Güte, Barmhezigkeit, Nächstenliebe. Wenn Menschen leben wie Jesus, ist Friede in der Welt. Und was die Kirchen in völliger Pervertierung daraus gemacht haben, das ist eine GANZ andere Geschichte.
Und ich kann es mir nicht verkneifen: Wenn Menschen so leben wie Mohammed, ist Krieg, Gewalt, Sklaventreiberei, Mord, Frauenentrechtung in der Welt.
Berufen wir uns also auf Jesus, dann passt christliches Leben bestens zu unserer Werteordnung und messen wir andere Religionen an diesem Anspruch! Das wäre mal was!!

wolfgang spremberg | Mo, 21. Mai 2018 - 19:47

Der Staat darf also den Religionsfrieden nicht von sich aus gefährden. Sind es nicht staatlich geförderte/ geduldete Entwicklungen die den Religionsfrieden gefährden ? Ist das Anbringen von Kreuzen nicht eine Abwehrreaktion gegen eine, hier neue, sich dominant gebende Religion, von Menschen die sich nicht unbedingt den "visionären" (naiven) christlichen Werten verbunden fühlen, wohl aber einer stark christlich geprägten Kultur ?

Gunter Lange | Mo, 21. Mai 2018 - 19:53

In einem muss muss ich Herrn Dr. jur. widersprechen: Die Erklärung der 1948 von der UNO verkündeten Menschenrechte fußen im Wesentlichen auf der "Virginia Declaration of Rights" von George Mason, sowie der Unabhängigkeitserklärung der USA und der Bill of Rigths von 1791, beide ausgearbeitet von Thomas Jefferson, dem 3, Präsidenten. Alle drei Erklärungen basieren durchaus auf einem christlichen Wertefundament. Jefferson, Symbolgestalt der Aufklärung und Pionier der Religionsfreiheit, wird so zitiert:"Das Neue Testament enthält den feinsten und gütigsten Moralkodex" und "Ich bin ein Christ in dem Sinne, wie er (Jesus) es wollte". Er schuf sich dementsprechend seine eigene Bibel (Jeffeson-Bibel, Nationalmuseum für amer.k. Geschichte), in die er nur die Werteaussagen aufnahm, die nicht gegen die Vernunft waren, aber alle Kernaussagen der Evangelien enthielten, die ihm für seine Bill of Rights dienen konnten.

Markus Schmidt | Mo, 21. Mai 2018 - 20:05

Ihr Aritkel ist eine Themaverfehlung. Denn die CSU führt nicht das Christentum in den Kampf gegen den Islam. Wie Söder schon selbst sagte "Das Kreuz ist das grundlegende Symbol der kulturellen Identität christlich-abendländischer Prägung"
Die Abgrenzung zwischen Christentum und Islam berührt in erster Line den organisatorischen und inhaltlichen Aufbau der Religionen. Sie schreiben selbst, dass die Krichen lange brauchten um sich der Demokratie und den rechtsstaatlichen Prinzipien zu unterwerfen. Und das ist es was auch vom Islam gefordert wird. Die chrischtlich jüdische Werteordnung beduetet für den Islam nicht Ausgrenzung, sie bedeutet Anhalt! Nur ein Islam der sich der Demokratie und dem Rechtsstaat unterwirft, so wie es die Krichen taten, kann in Deutschalnd eine Zukunft haben!
Einen solchen Islam gibt es in Deutschland jedoch nicht!
Ihr Beitrag hat keine andere Funktion als die Demokratiefeindlichkeit des Islam zu relativieren. Den Muslimen mal wieder einen Ausrede zu liefern.

Dimitri Gales | Mo, 21. Mai 2018 - 20:35

von den Kirchen vertreten werden, nicht demokratisch sind, sondern eher autokratisch und noch zuweilen repressiv: wer nicht glaubt, kommt in die Hölle - oder so ungefähr. In Deutschland waren die Kirchen schon immer an der Macht beteiligt und spielten mit; in einem wiedergefundenen Brief las ich den Satz meines Urgrossvater: "...und die Pfaffen/segnen die Waffen".
Als Atheist finde ich das Beispiel Frankreichs erwähnenswert. Dort ein Kreuz in einer Schule oder Amt aufzuhängen würde nicht erlaubt werden, ebenso wenig wie Symbole anderer Religionen; der französische Staat versteht sich als "état laique". Ich finde das gut. Die Kreuze in Bayern sind aber wohl mehr als Reaktion auf die wachsende Islamisierung in Europa gedacht.

Michaela Diederichs | Mo, 21. Mai 2018 - 21:02

Religion und Demokratie gehen leider nicht zusammen. Der Islam ist das beste Beispiel dafür. Welcher islamische Staat ist demokratisch? Und daher gehört er NICHT zu Deutschland. Mir sind Demokratie und Freiheit nämlich wichtiger als alle Religionen. Religionen gehören ins private Kämmerlein und nur dort haben sie einen Platz und nur dort gehören sie hin. Verstand und Glaube haben sich miteinander immer sehr schwer getan. Da muss jeder für sich seinen Weg finden - ohne Gotteshäuser egal welcher Couleur.

Stefan Welzel | Mo, 21. Mai 2018 - 22:55

Der Autor bestreitet den Anteil jüdisch-christlicher Tradition an unserem Grundrechtskatalog und stellt dem als angebliche Gegenstücke gegenüber:

- Perserkönig Kyros. Im Jahr 539 vor Christi ließ er auf einen Zylinder aus Ton eingravieren, dass jeder das Recht habe, seine eigene Religion zu wählen und alle Rassen gleich zu behandeln seien.
=> Aber: Die 10 Gebote haben ihre Wurzeln knapp 1000 Jahre zuvor.

- Die Magna Charta (1215).
=> Aber: Die Magna Charta beruft sich doch selbst auf Gott und die Kirche. Sie beginnt so: ..."Wisset, dass wir im Angesicht Gottes und für unser und aller unserer Vorgänger und Erben Seelenheil zur Ehre Gottes und zur Erhöhung der heiligen Kirche ..." usw usf.

Kritik an Kirchen und ihren Institutionen bitte ja. Meinetwegen auch an der christlichen Religion. Aber bitte nicht um jeden Preis Errungenschaften absprechen, die ihr zustehen.

Peter Seidler | Mo, 21. Mai 2018 - 23:40

der Autor hat etwas Grundsätzliches nicht erkannt, was den Islam angeht. Wahrscheinlich hat er auch noch nie den Koran gelesen, sonst hätte er so einen Artikel nie geschrieben. Der Islam wird von der erschlagenden Mehrzahl der Gläubigen nicht als private Religion gelebt, die vom Grundgesetz geschützt ist, sondern als politische Ideologie, die alle Bereiche des weltlichen Lebens, inkl. der Rechtssprechung vorschreibt. Der Koran lässt daran keinen Zweifel zu, da er Mohammed von Allah diktiert wurde, deshalb wird sich daran auch nie etwas ändern.

Manfred Steffan | Di, 22. Mai 2018 - 00:16

Zum einen darf man die Kirchen als Organisationen nicht in eins setzen mit dem Christentum als Denkgebäude. Es gehört zum Standard-Wissen, dass die Aufklärung im Konflikt mit der kirchlichen Organisation stattfand, die sich erst allmählich mit den Werten der Aufklärung arrangierten. Zum anderen ist die Aufklärung, rein historisch gesehen, im christlichen Europa entstanden, und sie baute auf christlichem Gedankengut auf. Damit ist nicht gesagt, dass sie nicht auch anderswo hätte stattfinden können. Es gab auch im Islam Ansätze (Avarroes/ibn Rushd). Es gibt Muslime, z.B. Bassam Tibi, die an diese Tradition anknüpfen und so ganz problemlos ihren Glauben mit den Wertvorstellungen des Westens vereinbaren können. Wer aber nicht die Werte Personalität und Rationalität an erste Stelle stellt, sondern einer archaischen Vorstellung huldigt, nach der buchstabengläubiger Dogmatismus und das Kollektiv an erster Stelle stehen (siehe Kairoer Erklärung), der hat sich selbst ausgegrenzt.

Andreas Thomsen | Di, 22. Mai 2018 - 00:44

Hier liegt wieder mal der übliche Kurzschluß vor - nämlich die Verwechslung von "Wertefundament" und amtskirchlicher Lehre (die übrigens seit der Reformation nicht einmal einheitlich ist). Wenn man die "Wurzeln" unserer heutigen Auffassung demokratischer Werte betrachtet, so halte ich es für unwahrscheinlich, daß der Perserkönig Kyros dabei eine wichtige Rolle spielt. Die Auffassung, vor Gott alle Menschen gleich seien (als nach seinem "Ebenbilde" geschaffen), galt jedenfalls im Christentum - nur daß sie sich im Mittelalter allein auf das Verhältnis zu Gott bezog, nicht aber auf die "weltlichen" Verhältnisse, die Knechtschaft, Untertänigkeit und sogar Sklaverei zuließen.
Die Leistung der Aufklärung im weiteren Sinne bestand darin, dieses Konzept der Gleichheit aller Menschen sozusagen vom Himmel auf die Erde zu holen, wo es nach und nach seine bekannte Sprengkraft entfaltete. Mag sein, daß dabei die Kenntnis Antiker Philosophen auch eine wichtige Rolle gespielt hat.

Andreas Thomsen | Di, 22. Mai 2018 - 00:59

Die Entstehung unterschiedlicher Konfessionen seit der Reformation und die Möglichkeit der Wahl zwischen ihnen hatte auch den Raum geschaffen für eigenständige Überlegungen, welche keiner Konfession gehorchten. So nimmt gerade die amerikanische Unabhängigkeitserklärung mit den Worten: "We hold these truths to be self-evident, that all men are created equal, that they are endowed by their Creator with certain unalienable Rights" eben doch Bezug auf den "Creator", und an anderer Stelle auf "God", auch wenn diese Rechte bereits als "truths" für "self - evident" gehalten werden. Die US-Praxis sah bekanntermaßen anders aus, aber von dieser Deklaration wurde bekanntlich die französische Revolution beeinflußt, bevor diese dann alle religiösen Bindungen abwarf, und damit zum Vorbild der meisten linken revolutionären Bewegungen wurde. Während die USA trotz staatlicher Neutralität in religiösen Fragen bis heute weiterhin stark religiös geprägt sind, und zwar mehrheitlich christlich.

Andreas Thomsen | Di, 22. Mai 2018 - 01:06

Insofern steht auch unser Grundgesetz in dieser Tradition, von der allerdings viele "linke" und "grüne" heute nichts wissen wollen. Die Präambel des GG lautet bekanntlich:
"Im Bewußtsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen,
von dem Willen beseelt, als gleichberechtigtes Glied in einem vereinten Europa dem Frieden der Welt zu dienen, hat sich das Deutsche Volk kraft seiner verfassungsgebenden Gewalt dieses Grundgesetz gegeben.

Die Deutschen in den Ländern Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen haben in freier Selbstbestimmung die Einheit und Freiheit Deutschlands vollendet. Damit gilt dieses Grundgesetz für das gesamte Deutsche Volk."

Man beachte den Gottesbezug und die Nennung des "Deutschen Volkes". Das wird ja heute schon alles in Frage gestellt ... aber so stehts halt im Grundgesetz.

Andreas Thomsen | Di, 22. Mai 2018 - 01:19

Was der Söder da mit dem Kreuz macht, ist m.E. Unsinn - vermutlich will er hauptsächlich die politischen Gegner der CSU im Wahlkampf zur Weißglut reizen - und das scheint ihm ja zu gelingen.

Aber weil Söders Kreuz-Aktion dummes Zeug ist, brauchen wir noch nicht zuzustimmen, wenn wir aufgefordert werden, die historischen Wurzeln unserer Werteordung zu vergessen und die christlichen Wurzeln unserer Kultur - es gibt natürlich noch andere - mit Stumpf und Stiel auszureißen. Bloß weil einige Progressive sich nicht gerne daran erinnern lassen wollen.

Übrigens hat Peter Watson in seinem Buch "The German Genius" einleuchtend dargestellt, welchen Einfluß der prostestantische Pietismus vor und während der Aufklärung auf die Entwicklung von Kunst, Philosophie, Theologie und (Natur-)Wissenschaft ausgeübt hat.
Alles unbekannt, alles vergessen - aber es heißt ja, es gäbe ja weder Kultur noch noch ein Volk in Deutschland ...

Cecilia Mohn | Di, 22. Mai 2018 - 05:46

Also m. E. gehoert der Islam definitiv nicht zu Deutschland und das Christentum ist eines der Fundamente unserer Zivilisation und zwar egal ob der einzelne daran glaubt oder nicht. Diese beiden Fakten kann man nicht wegdiskutieren.

Robert Müller | Di, 22. Mai 2018 - 07:01

Es stimmt, dass unsere heutigen Normen gegen die Kirchen entwickelt wurden. Anderseits ist das kein Beweis dafür, dass die kirchlichen Traditionen nicht doch unsere heutige Kultur mitbestimmt haben. In der Biologie gibt es etwas ähnliches: Die Koevolution. Ich nehme an, dass der heutige Islam sich ebenfalls zusammen mit den isl. Ländern entwickelt hat. Bsw stammen die Muslimbrüder und die Taliban aus der Zeit der britischen Besatzung Ägyptens und Indiens / Bangladesch / Pakistan. Etwas ähnliches gibt es in Europa mit Polen und der dortigen katholischen Kirche. In DE sind auch die Kirchen anders als anderswo, weil es hier eine andere Geschichte gab als anderswo. Wobei Bayern wiederum anders tickt als andere Landeskirchen. Schwierig wird das bei Importen. Der liberale Islam wäre ein deutscher Islam, während z.B. der DITIB-Islam das sicher nicht ist (und auch nicht sein will). Die Frage scheint mir zu sein, ob eine Anpassung an DE verlangt oder gar befördert werden darf.

Wolfgang Zeh | Di, 22. Mai 2018 - 07:22

Sehr geehrter Hr. Dr. Fliedner,

ich stimme Ihren Ausführungen zu 100% zu, allerdings ist es auch notwendig, eine Problematik, die sich daraus ergiebt zu erwähnen.
Was bedeutet "Glaubensfreiheit"?. Entweder es gibt Glaubensfreiheit, dann darf ich glauben was ich für richtig halte (oder was mir jemand als solches vorgebetet hat), auch wenn sich das mit unseren oft zitierten "Werten" beißt, oder es gibt sie eben nicht!
Wie Sie richtig ausführen gibt es da einige Diskrepanz zwischen der Lehre der christlichen Kirchen und unserem weltlichen Wertekanon.
Wo hier andere Religionen einzuordnen sind fehlt komplett. Wie soll man als einzelner und als Staat mit diesem Dilemma umgehen?
Ich hätte hier gerne mal einen Vorschlag für die Praxis von einem Juristen gesehen.

Grüße aus dem Ländle.

Helmut Bachmann | Di, 22. Mai 2018 - 07:57

Die Ausgrenzung des Islams meint Mitnichten die Ausgrenzung einer Religion, sondern die Ausgrenzung einer politischen Ideologie mit mittelalterlichen Strukturen. Das Christentum dient lediglich als Ersatz für die ungern definierte nationale Identität. In anderen Ländern würde man sich vielleicht trauen zu sagen: Bestimmte Dinge passen nicht zu uns. Nicht so im Land, das mal Deutschland hieß. Eigentlich ein Witz, das nun das politische Christentum von links und rechts aus der Mottenkiste geholt wird. Der Konflikt zwischen Aufklärung und Islam wird so nicht gewonnen.

Christoph Friedrich | Di, 22. Mai 2018 - 08:21

Die "anerkannten Menschenrechte" gründen sich eindeutig auf das Christentum. Zwar begann ein halbes Jahrtausend vor Christus der Perserkönig Kyros, gleichsam allgemeine Menschenrechte zu erlassen, doch das war eben ein halbes Jahrtausend danach weitgehend vergessen. Die Menschenrechtserklärungen der Magna Charta und der US-amerikanischen Unabhängigkeitserklärung beruhen eindeutig auf dem christlichen Menschenbild. Die Französische Revolution läßt sich mit ihrem blutigen Terror allerdings schwerlich als Vorkämpfer der Menschenrechte bezeichnen. Die Regentschaft von Monarchen wurde in früheren Zeiten als durchaus legitim betrachtet, nicht nur von den Herrschenden selbst, sondern auch von den "Untertanen". Man sollte sich schon davor hüten, vom Weltbild der eigenen Zeit auf das Weltbild früherer Zeiten zu schließen. Und es versteht sich doch von selbst, daß die Kirche davon ausgeht, daß ihre Angestellte auch ihren Grundsätzen treu bleiben - Staat und Unternehmen tun das doch auch.

Dr Stephan Ramb | Di, 22. Mai 2018 - 08:46

bedauerlich dass mein kritischer Kommentar vom 21.05.2018, der sicherlich nicht nach den geforderten Kommentarvorgaben zu beanstanden ist, nicht eingestellt wird. Gehört auch Cicero zur Mainsteam Media, in welcher nicht opportune oder ungewünschte Beiträge ausgelassen werden? Das wäre sehr schade

Sehr geehrter Herr Ramb, 

wie Sie sehen ist auch Ihr Kommentar trotz unserer vermeintlichen Zugehörigkeit zur Mainstream Media veröffentlicht worden. 

Beste Grüße 

CW (Online-Redaktion)

Dr Stephan Ramb | Di, 22. Mai 2018 - 16:47

In reply to by Constantin Wissmann

danke für die (beruhigende) Nachricht, da ich CICERO gerade als nicht-mainstream schätze. In meinem Beitrag ist natürlich die Zahl 200 durch 2000 zu ersetzen.

Erkennbar aus den vielfältigen Beiträgen, wie kontrovers das Thema ist. M.E. durchaus berechtigt die Frage, ob Deutschland noch als ein christliches Land zu bezeichnen ist. Die rd 24 Mio eingeschriebenen Katholiken und 22 Mio eingeschriebenen Protestanten und weiteren Orthodoxen und Freikirchen repräsentieren der Zahl sicherlich nach eine Mehrheit in Deutschland - dem steht allerdings ein wachsendes Analphabetentum spiritueller und christlicher Essentialia gegenüber. Welche Eltern wissen hierüber heutzutage etwas den Kindern zu erklären? Wer vermag noch ein Gemälde von Rembrandt, Michelangelo oder Raffael mit biblischem Thema zu deuten oder einen Text von zB Dante, C.S. Lewis, Tolstoi oder Dostojewski zu verstehen, wenn blanke Nichtkenntnis herrscht. Deutschland eine Kulturnation im 21. Jahrhundert?

Tobi Werlander | Di, 22. Mai 2018 - 10:14

Menschenrechte schützen die Aufnahmegesellschaft nicht vor unsolidarischem Verhalten und Zerfall.
Wir brauchen ein klares Bekenntnis zu einer wissenschaftl. Leitkultur, als gemeinsamen Nenner. Fasten in Schule, Verweigerung von Schwimmunterricht, Spaltung in Haram und Halal, Ablehnung der Evolution haben keine wissenschaftl. Basis. Lehrer müssen selbstbewusst sagen können: Diese Vorstellungen haben keine wissenschaftl. Basis und sie schaden uns weil (mit Begründung).

Beim Islam ist die Gefahr, dass er uns schwächt und ausgrenzt (unsere modernen Interessen). Wenn es nicht die weltweite Erfahrung gäbe mit dem Zustand in (50+) islam. Ländern, würde ich hier überhaupt nicht schreiben.

Wir brauchen den Begriff "Säkulare Kultur", stark betont auf "Wissenschaftl. Kultur". "Moderne christl.-abendl. Kultur" kann man als Synonym interpretieren. Wir wollen Wohlstand (im globalen Wettbewerb) erzeugen. Und Juristen sollten zuerst einen Modernen Islam definieren, bevor sie ihn verteidigen.

Dr. Frank Sommer | Di, 22. Mai 2018 - 11:29

Ich kann dem Artikel leider nicht zustimmen. Ich bin auch überrascht, dass im Cicero ein Artikel veröffentlicht ist, er den Zeitgeist so stark widergibt, wie im vorliegenden Beispiel.
Tatsächlich erschienen in den letzten Jahren mehrere Arbeiten von Kurt Flasch, die sehr anschaulich beschreiben, wie aufklärerisches Gedankengut bereits an mittelalterlichen Universitäten (wo ausschließlich Geistliche Lehrbefugnis besaßen) gelehrt wurde. Das Zeitalter der Aufklärung war alles andere als ein einmaliger Aufbruch, eher das Ergebnis eines jahrhundertelangen geistigen Prozesses, der besonders stark von kirchlichen Gelehrten ausging. Wer es nicht glaubt, kann bei Flasch ja nachlesen.

Norbert Heyer | Di, 22. Mai 2018 - 14:16

Glauben und Amtskirche sind zwei Paar Schuhe. Die Amtskirche war und ist immer auf der Seite der Mächtigen, nur deshalb hat sie sich bis heute gehalten. Glauben bedeutet, die 10 Gebote zu achten, die ja auch die Grundlage unseres Grundgesetzes sind. Sie ist die Wurzel unserer christlichen Kultur, völlig losgelöst von den Ansichten und teilweise unverständlichen Aussagen der Kirchenvertreter.

> die 10 Gebote zu achten, die ja auch die Grundlage unseres Grundgesetzes sind
Haben Sie tatsächlich die zehn Gebote auch gelesen? Nur so als Beispiele:
„Du sollst neben mir keine anderen Götter haben.“ - Ist das vereinbar mit Feiheit?
"...Der siebte Tag ist ein Ruhetag, dem Herrn..." Und wer muss dann am Sonntag für das frische Brötchen sorgen? Oder im Pflegeheim arbeiten?

Peter Wagner | Di, 22. Mai 2018 - 14:27

Ich bin mir sicher, dass diese Welt ohne Religionen friedlicher wäre!
Das Wertefundament für alle Menschen müßte lauten:
Was du nicht willst was andere tun, das füg auch keinem anderen zu!

Armin Latell | Di, 22. Mai 2018 - 14:52

selten einen Artikel im Cicero gelesen, den ich für so eklatant schlecht halte. So etwas kann nur aus einer "roten" Feder kommen. Dass nur die Hälfte der Deutschen einer christliche Kirche angehören hat sich diese selbst zuzuschreiben, da sie alles vertritt, nur nicht Christen. Dass der Islam nicht nur Religion, sondern eine alles umfassende Gesellschaftsform ist, dürfte doch mittlerweile fast jedem bekannt sein. Friedliche Koexistenz war doch immer eine politische Begrifflichkeit die deutlich macht, dass es nicht um friedliches ZUSAMMENLEBEN, sondern nur um friedliches NEBENEINANDER geht. Eine Scharia, die zum Islam gehört, passt nicht zu Rechtsstaat und Demokratie. Ist Herrn Fliedner nicht bekannt, dass es zu der Erklärung von 1948 auch eine „Kairoer (Gegen)Erklärung“ gibt? Der Islam ist nicht demokratisch und somit braucht ihn die Demokratie eben nicht. Wie akzeptiert Christen sind, können wir täglich in den Medien lesen, um die Herr Fliedner wohl einen großen Bogen macht.

Yvonne Walden | Di, 22. Mai 2018 - 16:16

In reply to by Gast

Die Behauptung, der Islam sei nicht "demokratisch", trifft in vollem Umfang auch auf das Christentum zu, zumindest auf denjenigen Teil, den die katholische Kirche auch heute noch vertritt.
Die katholische Kirche war bis vor einigen Jahrzehnten sogar noch eine Diktatur, eine Zwangsreligion, die ihren Gläubigen einen exakten Verhaltenskodex vorschrieb.
Nach der Französischen Revolution fanden die Kirchenoberen endlich nicht mehr die Kraft, ihre Machansprüche und Herrschaftsnormen durchzusetzen.
Das Christentum war also in der Vergangenheit niemals vorbildlich und somit auch niemals prägend für unser Staatswesen.
Deshalb sollten auch christliche Symbole wie das Kruzifix nicht öffentlich zur Schau gestellt werden, denn wir leben bekanntlich in einem säkularen Staat.
Und das sollte auch so bleiben.

Ernst Seler | Di, 22. Mai 2018 - 15:21

Als „Urheber“ des Kruzifixbeschlusses 1995 stimme ich dem Autor in seiner Analyse zu. Wer sich näher mit der Entstehung des Beschlusses befasst und in der Begründung nachliest, wird feststellen, es war die „Politik“, welche die gelebte Kompromissbereitschaft vor Ort wiederholt aushebelte, da wir als Eltern sogar einem kleinen hellen Kruzifix an der Seite des Klassenraumes zustimmten, da uns der kath. Pfarrer Denk darum bat. Erst wenn Politik sich der Symbole bemächtigt, ob durch Hitler mit dem Swastika, oder jetzt durch Söder mit dem Kreuz, das Unheil entsteht, wenn Politik religiöse Symbole missbraucht. Die Markierung aller Behörden mit einem Kreuz wird letztlich nur Unfrieden hervorbringen, da die Ausgrenzung einer Anzahl von Bürgern angesichts des Kreuzes „erlebt“ wird, da das Kreuz „gut sichtbar“ sein soll. Der Autor hebt hervor, das BVerfG betont, der Staat darf von sich aus nicht zum Unfrieden im Lande auf religiösem Gebiet beitragen… .

Michael Müller | Di, 22. Mai 2018 - 15:29

Zu behaupten unser Gemeinwesen sei nicht christlich geprägt.
Aber wir stehen mitten in einem Kulturkampf. Es geht um die Deutungshoheit dafür was unsere gemeinsamen Grundwerte für ein friedliches Zusammenleben sein sollten. Da sind mir christliche Wete wie Nächstenliebe, Eigenverantwortung und Hilfsbereitschaft sowie Toleranz doch eine gute Alternative zu den Werten des Islam. Söder geht es darum die Islamisierung einzugrenzen und ein Statement zu setzen...

Arne Bruhn | Di, 22. Mai 2018 - 16:37

haben in einer staatlichen Gemeinschaft keinerlei Rechtsanspruch auf bestimmenden Einfluss zu haben. Das sollte Konsens sein. Die muslimisch geprägte Wirklichkeit (am Anfang Einzelner, sieht da - leider - anders aus:
Wo Väter Einfluss auf den schulischen Fächerkanon verlangen - und von feigen BehördenvertreterInnen zugestanden bekommen, erodiert diese allgemeine Basis der Gemeinschaft.
Erst nur der Schwimm-/Sportunterricht, dann Rücksichtnahme auf Haram und Halal, nachfolgend Unterrichtsgestaltung mit Rücksicht auf den Ramadan. Wer dem nachgibt verliert am Ende alles - auch das zweite Ende dieser "religiösen" Salami!

Gerhard Krohmer | Di, 22. Mai 2018 - 17:13

Religionen sind meiner Ansicht nach menschliche Erfindungen. Warum auch nicht. Weder Theismus noch Atheismus bringen uns weiter. Offenbarungsreligionen halte ich für gefährlich, denn sie können vom Menschen zu leicht missbraucht werden. In allen Religionen und Weltanschauungen sind humanistische Grundregeln enthalten. Da geht´s lang. Deswegen auch immer wieder der Spruch: Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem andern zu. Es geht um die Menschen und um menschliches Handeln. Ob man dazu Religionen braucht ? Ich halte mich lieber bei den Agnostikern auf. Die sind überwiegend friedlich und halten die Klappe. Und dann die ganze Furcht vor "dem Islam". " Den Islam" gibt es nicht. Es gibt nur mehr oder minder gläubige islamische Menschen. Diejenigen, die ich kenne, sind recht humanistisch eingestellt. Wie gesagt, wir müssen uns um das Zusammenleben und um die Erhaltung unserer Lebensgrundlagen schon selber kümmern.
Das Universum ist groß. Wer weiß, wo die Götter sind ?

Werner Wirth | Di, 22. Mai 2018 - 19:07

In historischen Dimensionen betrachtet ist es nur ein verschwindend kurzer Zeitabschnitt, in dem eher kleine Teile der Menschheit (im Grunde nur Europa) das Experiment einer Kultur ohne religiöse Grundlage wagen.
Was sind 100 Jahre?

Der Beweis, dass eine Gesellschaft ohne religiöses Fundament auf längere Sicht stabil, zivilisiert und friedlich bleibt, ist überhaupt noch nicht erbracht.

Florian Decker | Di, 22. Mai 2018 - 19:32

+++ Jede Vermischung unserer Demokratie und ihrem Wertefundament mit christlichen Wertvorstellungen schadet daher unserer Demokratie +++

Diese Aussage ist ein schlechter Scherz!

Die Kirche war nie etwas anderes als Politik, sagte C. F. v. Weizsäcker. Tatsächlich ist es so, dass die gesamte Ätshtetik der Kirche (Religion als Opium für das Vorlk / Ästhetik als Droge) 1 : 1 in den Alltag der Moderne übergelaufen ist. Das Mechanistische Weltbild des christlichen Gottes ist heute das Mechanistische Weltbild des Alltags. Der alte Gott der "höheren Werte" hat nur die Kleider gewechselt. Vor allem Mutter Merkel macht Politik als Religion für die Blindgläubigen. Das hat sie zu Hause und in der DDR gelernt. Staat und Kirche sind im Himmel blinden Glaubens an das Heil des Mechanistischen Weltbildes gekettet und fest verbunden. Säkularisierung?

Dazu eine Metapher.

1 + 1 = 2
3 - 1 = 2

Das sind zwei Ansätze aber nur ein Ergebnis, und das kann offenbar niemand erkennen.

Martin Böhm | Di, 22. Mai 2018 - 23:42

sollte sich mal den wesentlich fundierteren Kommentar von Herrn Grau durch lesen. Es geht nicht um Religion sondern um Symbole. Sei es das Kreuz, oder einfach nur Namen wie Martinsumzug, Christkindlesmarkt oder der Speiseplan in den Kantinen. Sicher ist es leicht Verfehlungen der Kirche oder deren Repräsentanten in der zweitausendjährigen Geschichte anzuführen, die gibt es wie in allen anderen Religionen zu genüge.
Es geht auch nicht um Ausgrenzen sondern einfach darum, dass wir uns unsere Kultur erhalten wollen. Dass kein Mensch ohne Fehler/Sünde ist ist eines der grundlegenden Aussagen des Christentums, deshalb ist auch ziemlich sinnlos auf Verfehlungen von Christen in der Vergangenheit zu verweisen.
https://www.cicero.de/kultur/kippa-kreuz-kopftuch-religion-saekular-ges…

Gottfried Meier | Mi, 23. Mai 2018 - 07:37

Das Christentum ist ein wesentlicher Teil unserer Geschichte. Ohne dieses hätte sich unser Wertefundament nicht entwickeln können. Das sage ich als Atheist und Konfessionsloser und auch im Bewusstsein, dass in unserer Geschichte schlimmste Greueltaten im Namen der Religion begangen wurden..

Dass der Islam ausgegrenzt wird, stimmt so nicht. Dieser grenzt sich selber aus, weil er intolerant und totalitär ist. Dass eine friedliche Koexistenz mit Moslems schwierig ist, liegt an den zum großen Teil extrem konservativen Moslems, die ihre religiösen Überzeugungen über unser Recht stellen. Mit liberalen Muslimen oder Angehörigen anderer Religionen gibt es ja auch keine Probleme. Die sind in der Regel gut integriert und die gehören meiner Meinung nach zu Deutschland und nicht eine faschistische, unaufgeklärte Religion wie der Islam.

Dr. Georg Steger | Mi, 23. Mai 2018 - 08:28

Was will der Autor mit der Aussage, dass unser Wertefundament nicht christlich sei, eigentlich sagen? Will er provozieren oder nur beweisen, dass ein Um-die-Ecke-Denken zum Wesen eines Juristen gehört?
Es ist evident, dass unser Kulturkreis durch das Christliche geprägt ist: davon zeugen nicht nur christliche Symbole, die unsere gesamte Gesellschaft durchziehen, sondern auch all die kulturellen Errungenschaften unserer Gesellschaft (bspw. Musik, Literatur, Architektur).
Für die Beurteilung einer religiösen Gesellschaftschaft den Anteil einer Amtskirchen-Mitgliedschaft heranzuziehen, zeugt allenfalls davon, dass der Autor “christlich” mit institutioneller Organisierung von Gläubigen in bürokratisch konzipierten Vereinen gleichsetzt, deren vielleicht wichtigstes Ziel ihre Hierarchie ist, die sie von den unbedarften Gläubigen finanzieren lässt.

Erst wenn Sie unsere Gesellschaft mit den Kernländern anderer Religionen vergleichen, können Sie den Unterschied und Ihren Denkfehler erkennen.

Elke Marion Utecht | Mi, 23. Mai 2018 - 09:32

Allen, die hier das "Hohe Lied" des Christentums anstimmen, empfehle ich zur gründlichen Betrachtung der Bibel, die über die üblichen Sonntagspredikten hinausgeht, das Buch Von Franz Buggle: Denn sie wissen nicht, was sie glauben. Jeder mag privat glauben, was er will, aber die echte Trennung von Staat und Kirche ist lange überfällig. Ach ja, die Pfründe....

Bernhard Jasper | Mi, 23. Mai 2018 - 11:09

Geschichte sollte in Zukunft von Bewegungen in einem sozialen und zeitlichen Kontext handeln.

Als die „Kultur“ die Klöster verließ (10.-12. Jahrhundert), entwickelten sich neue Denkschulen. Universitäten entstanden. Heute, in einem säkularen Staat, beugt man nicht mehr die Knie und spricht Gebete um seine Bürgerrechte geltend zu machen.

Zwischen Glaubensgemeinschaften, Fußballvereinen oder Facebook-Communitys und dem gesellschaftlichen Leben in einem Rechtsstaat, sollte grundsätzlich unterschieden werden. Es sind unterschiedliche Ordnungssysteme.

In jeder Gesellschaft gibt es jedoch weiterhin eine Pluralität sozialer Mächte, die in Konkurrenz zu einander stehen, auch konzertierte Aktionen durchführen, um kulturelle Normen und Ordnungen durchzusetzen. Wenn sie Front beziehen, tun sie es immer unter Berufung auf eine Tradition, die es aufrecht zu erhalten gilt. Oft geht es jedoch immer nur darum, die politische oder ökonomische Machtstellung zu bewahren.

Matti Illoinen | Mi, 23. Mai 2018 - 11:21

Als 1444 die ersten Sklaven schiffe in Lissabon eintrafen, beruhte das auf "Christliche Werte"? Wie war es mit den Kreuzzügen alle im Namen der Christlichen Werte?
Wie war es mit der Hexenverbrennung und Exorzismus? alles mit Christlichen Werten? Wie viel Leid hat es alleine in den vergangenen hundert Jahren gegeben, bei Scheidung, bei Homosexualität usw. alles im Namen der Kirche?

Jeder möge glauben, aber niemand sollte deshalb einen anderen abwerten, wenn er nicht ein Kirche und