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Die Protagonisten der dritten Staffel der Serie „Ku’damm“. / dpa

Der Staffelbeginn von „Ku’damm 63“ in der Kritik - Es ergreift nicht

Die dritte Staffel „Ku’damm“ ist im ZDF gestartet. Sie funktioniert nicht. Zu vieles bleibt Behauptung und das Drama zündet nicht. Diese frühen 60er Jahre wirken wie aus einem steifen westdeutschen Film der frühen 60er Jahre.

Autoreninfo

Jens Nordalm leitet die Ressorts Salon und Literaturen bei Cicero.

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Die nächste Staffel „Ku’damm“ – jetzt „1963“. Natürlich will man das sehen. Zu gern sieht man ja eigentlich die Schauspieler, die Gesichter, das Setting der Nachkriegszeit, auch die Geschichte in ihrer Grundanlage, die Schöllack-Frauen um die Tanzschule „Galant“ am Kurfürstendamm, die Mutter und die drei Töchter in ihren unglücklichen Beziehungen. Die ersten zwei Staffeln „56“ und „59“, geschrieben von Annette Hess, haben die meisten als gelungen in Erinnerung.

Völlig emotionslos 

Aber was war da jetzt los? In drei neuen Lang-Teilen (nun Hauptautor: Marc Terjung, Regie: Sabine Bernardi) gibt es kaum etwas, das berührt. Dabei könnte einiges von dem berühren, was da erzählt wird. Oder besser: was da gezeigt wird. Denn das ist wahrscheinlich der Punkt: Wenn es denn erzählt würde, könnte es berühren.

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Rob Schuberth | Mo, 22. März 2021 - 19:22

Ist so eine lahme Serienstaffel nicht u. U. Absicht des ÖRR, der immer noch seiner versagten Beitragserhöhung nachweint?

Es gab dazu Äußerungen des Herrn Buhrow, dass man nun eben werde sparen müssen...und zwar am Programm.

Gefühlt gab es noch nie so häufig Wiederholungen wir jetzt.

Petra Führmann | Mo, 22. März 2021 - 20:03

wurden Autor und Regisseur ausgetauscht? Die ersten beiden Staffeln waren doch großartig. An den Schauspielern kann es dann doch nicht liegen, wenn es in den anderen Folgen funktioniert hat. Ich liebe diese Retrospektive, die Möbel, die Musik.. aber es ist wahr, so mitreißend wie die anderen Staffeln war es gestern nicht. Trotzdem sehe ich mir die anderen beiden Folgen auch noch an. Bitte wieder den vorigen Autor und Regisseur an die Arbeit!!!

Ernst- Günther Konrad | Di, 23. März 2021 - 09:35

Habe es mir angesehen. Kann der Kritik noch nicht vollends zustimmen, so lange ich nicht alle Teile gesehen habe. Wenigstens kam das Wort corona und Merkel nicht vor.

Auch ich war sehr froh, dass weder Merkel noch Corona vorkamen.Ich fand die Staffel gut, auch das steife der sechziger Jahre fand ich gut umgesetzt. Ich hab sie mir in der Mediathek zu Ende angeschaut. Außerdem ist so etwas immer Geschmackssache, egal, was der Kommentator zur Serie schreibt, jeder muss es selber sehen. Wie gesagt: mir hat’s gefallen.

Günter Johannsen | Di, 23. März 2021 - 11:27

schaue ich auch das ZDF (mit dem linken Zweiten sieht man schlechter) schon lange nicht mehr. Warum? Ob es Tatort ist, oder Schmalz-Serie: es ist durchtränkt von linker Propaganda und Volkserziehung. Das hatte ich schon damals (vor 1989) satt und hatte es mir erspart, weshalb bei mir nur Westfernsehen lief.
In den neu verzapften Tatorten erscheint bei "den Guten" auf PCs oder Schränkchen immer wieder ganz unscheinbar, aber doch aufdringlich ein Aufkleber FCK-AfD oder FCK-NZS. Warum nicht auch mal ein FCK-ANTIFA? Und fast immer kommen jetzt die bösen Nazis als die Kriminellen ins Spiel. Das ist für mich wirklich zum Ab ... schalten! Da kommt für mich wie von selbst zunehmend mehr die Frage auf, wer veranlasst solch dümmlich-durchschaubare AgitProp-Inszenierung? Ist es nur der Chef-Redakteur, oder der gesamte ÖRR, der okkupiert ist von alten rückwärtsgewandten Seilschaften nach deren Motto "Vorwärts nimmer, rückwärts immer"? Ja:"Man bemerkt vor allem die Absicht – und ist verstimmt."

Ja, werter Herr Johannsen, das ist leider so zu beobachten und nennt sich Framing.

Es gab zu diesem Aufkleber schon 1x einen Artikel hier. Ich meine mich zu erinnern, dass es seinerzeit um ein entsprechend bedrucktes T-Shirt eines der Kameraleute einer ÖRR-Sendung ging.

Der Aufschrei der Medien blieb nat. aus.
Alles was gegen "rächts" geht ist bei denen ja gut.
Und nat. beansprucht man dort auch die Hoheit zu bestimmen war oder was "rächts" ist.

Ich sehe noch ÖRR, aber eben sehr kritisch. Glauben schenke ich denen schon seit Jahren nicht.
Ach übrigens, die Tatorte stammen von der ARD. Nur so am Rande.

Günter Johannsen | Di, 23. März 2021 - 19:00

In reply to by Rob Schuberth

Ja, Herr Schuberth, das stimmt. Doch ist es in vielen anderen Filmchen (besonders beim ZDF) genau das Gleiche: ich fühle mich zurückversetzt in die Zeit der kommunistischen AgitProp-Berieselung von vor 1989! Und da bekomme ich jedes mal Brechreiz … und Zorn!