Christentum - Zweimal war Christi Recht

Die dänische Journalistin Charlotte Rørth schreibt über Menschen, die behaupten, ihnen sei Jesus erschienen – wie es auch ihr widerfahren sein soll. Kann man das glauben?

Charlotte Rørth mit ihrem Hund
Für den Schöpfer muss es ein diebisches Vergnügen gewesen sein, ausgerechnet der ungläubigen Charlotte Rørth zu erscheinen / Felix Adler

Autoreninfo

Oliver Uschmann kam 1977 in Wesel zur Welt und hat als Schriftsteller und Leiter für literarische Workshops bereits Hunderte von Schulen aller Formen besucht. Einige seiner Jugendromane werden bereits von Schülern in Serbien und Polen gelesen. Derzeit arbeitet er gemeinsam mit seiner Frau und Ko-Autorin Sylvia Witt an neuen Stoffen

So erreichen Sie Oliver Uschmann:

Sich ein Leben lang an einen Ort zu binden, ist für viele eine befremdliche Vorstellung. Die zwölf Zisterzienserinnen des Klosters Helfta in der Lutherstadt Eisleben haben es in dieser Hinsicht aber gut getroffen. Das weitläufige Gelände mit Gästehaus, Café und einem lebendigen Labyrinth aus Heilpflanzen strahlt selbst auf Skeptiker eine Stimmung des Friedens aus. Charlotte Rørth gibt hier einen Workshop.

Der Kontakt nach Sachsen-Anhalt entstand durch eine dänischstämmige Nonne, die ihren Augen nicht traute, als sie vor einigen Jahren Rørths erstes Buch im Original auf einem Flughafen sah, „Jeg mødte Jesus“, „Ich habe Jesus getroffen“. Der deutsche Titel lautet „Die Frau, die nicht an Gott glaubte und Jesus traf“. Welch unglaubliche Provokation in einem protestantischen Land, in dem viele so geprägt sind, wie Rørth selbst es war: sozialistische Privatschule plus Bildungsbürgertum. Ihre Familie respektierte die Bibel als „Grundlage unserer Kultur“, nicht als Gotteswort.

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Jürgen Keil | Fr, 18. Januar 2019 - 16:55

Warum erscheint Jesus nur Einzelpersonen? Also, wenn es Gott und Jesus wirklich gibt, und diese Menschen besuchen wollen, warum dann nicht auf dem Petersplatz, wenn dort gerade ein paar Tausend Gläubige versammelt sind? Vor laufenden Kameras, zur Schaffung von Glaubwürdigkeit ein paar Wunder vollbringen; das wäre effektiver. Realer Riss in der Raumzeit: das ist wirklich gut. Ich aber würde den Riss an anderer Stelle vermuten.

dass irgendwann öffentlich wird, wonach die Öffentlichkeit ruft, aber ich halte uns für nicht wirklich geeigneter, ihn zu erkennen, als es die Israeliten seiner Zeit waren.
Ich würde ihm vor allem ein glückliches und langes Leben wünschen im Kreise seiner Liebsten und derer, die ihm am Herzen liegen.
Und wenn dann keine Zeit bleibt, für uns den neuen Heiland zu geben, ich glaube, das würde ich VOR ALLEM nachvollziehen können.
Er wäre es dann dennoch, weil es mit ihm "keinen Riss in der Raumzeit" gäbe, weil er ihn schliessen könnte?
Wissen wir denn, wonach wir schauen sollten?
Müssen wir zurückschauen?
Eine spannende Frage, muss ich zugeben.

Dorothee Sehrt-Irrek | Fr, 18. Januar 2019 - 17:09

sondern "der Sohn Gottes" und zweitens kann man sich mit seiner Lebensgeschichte befassen oder auch nicht, aber evtl. doch zu dem Ergebnis kommen, dass es ihm wahrscheinlich keine "diebische Freude" gemacht haben dürfte, besagter Frau zu erscheinen.
Ich würde eher meinen, dass sie aus Erlebtem Jesus visualisieren konnte.
Wenn sie nun von einem Saulus zum Paulus werden konnte durch die Begegnung mit Jesus, freue ich mich für sie. Viele verändern sich im Glauben nicht sehr, sondern gewinnen mehr Kraft für schon ihre Art zu leben, im Ähnlichen.
Dem Artikel entnehme ich eigentlich keine Befassung mit Glaubensfragen.
Mein Eindruck ergibt sich zugegeben aus dem Erleben menschlichen Glaubens und Hoffen in Texten, Musik, Kirchen und Domen.
Wenn es da gar keinen Zusammenhang zwischen Beten und Angebetetem gäbe, würde ich mich doch sehr verwundern.
Glauben und Ehrfurcht kann man sehr gut bei sich entsprechend äußernden berühmten Physikern erkennen.
Glauben/Jesus berührt unmittelbar?

Christa Wallau | Fr, 18. Januar 2019 - 18:43

Warum sollte ich dieser Frau ihr Erleben nicht
"abnehmen" (= glauben), falls sie vertrauenswürdig ist?
(Leider tummeln sich auf diesem Gebiet ja auch sehr viele Scharlatane!)

Meines Erachtens gibt es mit Sicherheit viel Wunderbares (Noch-nicht-Erklärbares) unter der Sonne, das genauso beachtenswert ist wie das Erklär- /Beweisbare.
So lange es niemandem schadet, sondern sogar
dazu beiträgt, das Wohlbefinden von Menschen zu steigern, handelt es sich um etwas, das respektiert werden muß.
Allerdings kann man von niemandem verlangen, sich mit Erscheinungs-Phänomenen über das bloße Zur-Kenntnis-Nehmen hinaus zu beschäftigen.
Jeder darf da selbstverständlich ganz frei seiner persönlichen Veranlagung, seinem Erfahrungshorizont und seinen Glaubenskapazitäten folgen.

Aber Wert-Urteile verbieten sich m. E. auf diesem Gebiet.

herbert binder | Sa, 19. Januar 2019 - 00:15

credo ergo sum

Roland G. Böhm | Sa, 19. Januar 2019 - 07:33

Vielleicht wünscht sich der Sohn Gottes, dass das Buch kostenlos als PDF Download verbreitet wird. Angenommen Jesus ist existent. Ich bin mir sicher, dass er die Menschen trotz allem nach wie vor liebt. Was sagt der Satan wohl dazu? Verbanne mich endlich in den ewigen Abgrund? Wohl kaum. Er kennt nur den Hass, die Gier und das Verderben. Er will damit nicht freiwillig aufhören. Liebe Buchautorin, ich hoffe, dass Sie ihr Leben friedvoll und glücklich gestalten können. Sollte Ihnen jemals der Satan anstatt Jesus erscheinen, dann haben sie vielleicht die Kraft ihm zu widerstehen. Gewalt ist keine Lösung. Bleiben Sie friedfertig.
Danke, dass Cicero diesen Artikel veröffentlicht hat. Ich bin ziemlich nachdenklich gestimmt. Wenn Jesus lebt, so liebt er. Und wer sich seinem Vater naht, dem wird die Tür aufgetan. Ein Trost in turbulenten Zeiten. Aber das war auch schon vor 2000 Jahren so... Ein ewig Zweifelnder, der in der Evolution die Kreation erkennt.

Ernst-Günther Konrad | Sa, 19. Januar 2019 - 08:18

Es mag jeder das glauben, was er für sich als richtig erachtet und darf das auch als Selbsterfahrung in einem Buch niederschreiben. Die Aussage über die Menschen, die für Kriege verantwortlich sind stimmt für mich so nicht unbedingt. Die Weltreligionen haben schon mitgeholfen, dass die jeweils individuell auszulegenden Thesen und Schriften das Leben und Handeln der Menschen bestimmen und auch lenken. Ich freue mich über jeden, der auf der Suche nach Jesus oder Gott einen friedlichen, andere Meinungen und Sichtweisen respektierenden Weg geht. Für mich existiert und das "höhere Selbst" in jedem einzelnen Menschen, denn er bestimmt letztlich, was an Glauben er für sich selbst zuläßt und wie er diesen auslebt. Das bedeutet aber selber denken und fühlen und nicht von anderen lenken und bestimmen lassen, wie der jeweilige Glauben auszusehen hat. Was Religion anrichten kann, nach über 2000 Jahren ihrer Gründung, erleben wir heute noch immer. Da haben viele den Glauben nicht verstanden.

Ursula Horvath | Sa, 19. Januar 2019 - 09:40

Jesus ist mir noch nicht erschienen, dafür quält mich die Merkel fast jede Nacht mit ihren Erscheinen. Da sehe ich die abgekauten Fingernägel und höre ihren Märchen von: Wo wir gerne und vorallem schon länger hier leben. Schlaftabletten haben bei dieser Person auch keine Wirkung, deshalb frage ich mal: Wie lange muss ich noch leiden, bis diese Erscheinung mal ganz weit weg ist?