Cannabis-Legalisierung - „Kiffen schrumpft das Hirn“

Eine Cannabis-Legalisierung wäre ein Menschenversuch mit hochriskantem Ausgang, sagt der Psychiater Rainer Matthias Holm-Hadulla. Neueste Erkenntnisse der Hirnforschung zeigten, dass das Kiffen besonders für Jugendliche gefährlich ist

Ein Mann raucht einen Joint
„Das Risiko, durchs Kiffen an einer Psychose zu erkranken, ist bei Jugendlichen fast sechsmal so hoch wie bei Älteren“ / picture alliance

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Constantin Magnis war bis 2017 Chefreporter bei Cicero.

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Professor Holm-Hadulla, möglicherweise bekommen wir nächstes Jahr eine schwarz-grüne Regierung. Die Grünen haben inzwischen den Entwurf für ein Cannabiskontrollgesetz vorgelegt, Leute wie Joachim Pfeiffer, wirtschaftspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, begrüßen das. Ist bei uns endlich die Zeit reif für eine Cannabis-Legalisierung?
Aus medizinischer und psychotherapeutischer Sicht kann ich dazu nur sagen: Das wäre ein Experiment an Kindern und Jugendlichen, mit Risiken denen im medizinischen Bereich keine Ethikkommission zustimmen würde. Ein Versuch an Menschen, bei dem ein erheblicher Prozentsatz großen Schaden nehmen würde, wie wir inzwischen belegen können.

Bevor wir über die Risiken sprechen: Der deutsche Staat gibt jährlich zwischen vier und fünf Milliarden Euro für die Durchsetzung des Drogenverbots aus. Im Vergleich dazu hat der US-Bundestaat Colorado nach der Cannabis-Legalisierung allein im ersten Monat rund zwei Millionen Dollar an Steuergeldern eingenommen. Legalisierungsbefürworter rechnen jährlich mit ein bis zwei Milliarden Euro Umsatz durch Cannabis-Verkauf für den deutschen Staat. Gleichzeitig würde man damit kriminellen Drogenhändlern das Wasser abgraben. Spricht nicht allein das schon für eine Legalisierung?
Diese Argumente hört man ständig. Erstens gehen die Drogenhändler nicht einfach nach Hause, wenn sie kein Cannabis mehr verkaufen können. Wir erleben das jetzt in Holland. Die produzieren und verkaufen stattdessen ständig andere Drogen, die einen noch stärkeren Rausch versprechen. Die Produktion von so genannten „Legal Highs“ ist zum Beispiel massiv angestiegen. Die toxikologischen Labors kommen gar nicht mehr hinterher. Die New York Times spricht von einer neuen Heroin-Epidemie mit vielen Todesfällen in der Jugendkultur. Und was Colorado anbetrifft: Die Notaufnahmen wegen Cannabis-Intoxikationen haben sich dort seit der Legalisierung verdoppelt. Wenn Sie die Behandlungskosten rechnen, ist das ein Witz gegen die Steuereinnahmen. Besonders besorgniserregend ist natürlich der massive Anstieg von cannabisinduzierten Psychosen durch frühen und regelmäßigen Konsum. Wir sprechen hier oft von monatelangen Klinikaufenthalten und chronischem Krank-Sein. Von Kostenersparnis kann also nicht die Rede sein.

Dabei hat die europäische Beobachterstelle für Drogen in Lissabon unlängst erklärt, die rechtliche Lage habe im Fall von Cannabis keinen Einfluss auf die Menge des Konsums. In Holland, heißt es, werde beispielsweise nicht mehr gekifft als in Frankreich, obwohl die Gesetze deutlich lockerer sind.
Aber in Holland wird wesentlich mehr gekifft als in Deutschland, und das liegt natürlich an der Gesetzgebung. Entscheidend ist aber ohnehin nicht die Quantität, sondern das Eintrittsalter. Wenn dank einer freien Verfügbarkeit die Eltern zu Hause oder die 18-Jährigen Cannabis im Café rauchen, werden Sie keinen 13-Jährigen davon abhalten, es auch zu tun.

Aber tun das die Teenager nicht ohnehin? Jugendliche kommen bei uns doch inzwischen leichter an ein Gramm Marihuana als an eine Flasche Schnaps. Macht ein Verbot dann überhaupt noch Sinn? Wäre es nicht viel wichtiger, die Ressourcen in die Vermittlung eines vernünftigen Umgangs mit der Droge zu investieren?
Wäre die Alternative ein Joint oder ein Flasche Schnaps, würde ich sogar das Erstere bevorzugen. Aber finden wir das gut, dass sich die 12- bis 14-Jährigen in den Notaufnahmen der Klinken tummeln und hin und wieder auch eine tödliche Komplikation auftritt? Dass das verkommt, kann doch kein Argument gegen Verbote sein. Die Prohibition von Gewalt hält die Leute auch nicht davon ab, sich gegenseitig umzubringen. Sollen wir deshalb Gewalt legalisieren? Wichtiger ist: Es gibt bei Kindern und Jugendlichen keinen vernünftigen Umgang mit Cannabis sowie auch das gleichzeitige Rauchen niemals gesund ist. Cannabis-Konsum geht immer mit einem Rausch, medizinisch gesprochen einer Großhirnintoxikation, einher. Das ist nie harmlos. Die Risiken für irreversible Hirnschäden sind enorm.

Ist ein Joint denn wirklich so schlimm? Haben wir nicht seit den sechziger Jahren eher nostalgische, harmlose Schulzeiterfahrungen mit dem Kiffen als Teil unserer jeweiligen Jugendkulturen gemacht?
Die Diskrepanz zwischen medialer Darstellung und dem, was Therapeuten, Berater und Ärzte erleben, ist riesig. Ich würde niemanden bestrafen wollen, der es mal probiert und genießt. Aber ich würde ein gesellschaftliches Klima verhindern wollen, das die Risiken besonders für Kinder und Jugendliche verharmlost. Im Vergleich zu den siebzigern ist der Gehalt des besonders hirnschädigenden THC um ein Vielfaches gestiegen.

Haben Sie damals selbst gekifft?
Natürlich haben wir gekifft. 1965 war ich 14 Jahre alt, als die ersten Haschisch und Marihuana rauchten. Damals idealisierte der Kult-Film „Easy Rider“ Cannabis. Wir haben aber auch gesehen, dass regelmäßig Konsumierende in der Schule abfielen, sozial isoliert und apathisch wurden. Später im Studium hatte einer meiner Kommilitonen besonders leichten Zugang zu Cannabis. Während einer Fete mischte er heimlich in die von ihm bereiteten Karamell-Bonbons Cannabis-Öl. Eine Freundin hatte daraufhin in der Nacht ungewollten Sex und fragt sich bis heute, ob sie nicht eigentlich vergewaltigt wurde. Ein anderer Beteiligter ist in der Nacht mit dem Auto verunglückt. Mir selbst war, Gott sei Dank, nur furchtbar übel. Viele Kommilitonen sind wegen Cannabis unter ihren Möglichkeiten zurückgeblieben. Das Problem sind ja nicht die stabilen Kinder aus guten Verhältnissen. Nehmen Sie ein Energiebündel wie Mick Jagger. Wenn ein Adoleszent so diszipliniert ist, ein Halt gebendes Elternhaus hat und einen Freund, mit dem er sich jeden Tag zum Gitarre spielen, singen und texten trifft, überlebt er ohne Schaden gelegentlichen experimentellen Cannabis-Konsum. Aber ein Jugendlicher, dessen Eltern sich gerade im Streit trennen, der sich aufgrund einer Liebesenttäuschung von der Welt zurückzieht, in der Schule nicht mehr mitkommt und jetzt im Park sitzt und anfängt zu kiffen, der fliegt aus der Kurve. Und je früher und regelmäßiger gekifft wird, desto größer sind die Schäden.

Von welchen Schäden genau sprechen Sie?
Das Risiko, dass sich durch frühzeitiges und regelmäßiges Kiffen eine Psychose entwickelt, ist bei Jugendlichen nicht nur doppelt so hoch, wie früher angenommen, sondern fast sechsmal so hoch wie bei Älteren. Dabei geht es nicht darum, vorübergehend sozusagen „ein bisschen“ verrückt zu sein. Ich spreche von lang anhaltenden mitunter irreversiblen Psychosen, die sich kaum behandeln lassen.

Eine Studie des Londoner Imperial College hat unlängst nachgewiesen, dass dauerhaftes Kiffen einen „vielfältigen, komplexen und womöglich langfristigen Umbau des Dopamin-Systems“ mit sich bringt. Was sind ansonsten die aktuellsten Erkenntnisse aus der Neurologie?
Sie können bei regelmäßigem Konsum inzwischen nachweisen, dass die Amygdala, also der Teil des Hirns, der Emotionen steuert, schrumpft. Regelmäßige Cannabis-Konsumenten werden also langfristig apathisch und leiden unter Motivationsproblemen. Desgleichen lassen sich die in der Praxis so häufig auffallenden Gedächtnisstörungen auf Schädigungen des Hippocampus, ein Hirnareal, wo Gedächtnisinhalte gespeichert werden, zurückführen.

Kiffen schrumpft das Hirn?
Ja, besonders in der Pubertät, wo ohnehin im Gehirn ein neuronaler Umbau stattfindet, lassen sich die Schäden nachweisen. Die scherzhafte Formulierung ist ganz zutreffend, dass Jugendliche während dieser Zeit eigentlich ein Schild auf der Stirn bräuchten, auf dem geschrieben steht: „Wegen Bauarbeiten vorübergehend geschlossen“. In Wirklichkeit ist aber die Adoleszenz auch die Zeit der Kreativität. Und genau diese wird, entgegen den Lobpreisungen der Cannabis-Werbung, in diesem Alter häufig massiv beschädigt.

Sie sind auch Kreativitätsforscher. Gilt Cannabis nicht eigentlich als kreativ besonders stimulierend?
Ich betreue in meiner Praxis eine ganze Reihe von Künstlern. Viele davon haben gekifft, die allermeisten hören irgendwann wieder auf. Weil sie merken: Sie werden schlechter. Mir hat mal einer meiner Künstler gesagt: „Ich bin bekifft viel unkreativer, aber ich merke es nicht.“ Kiffen entspannt, meinen viele. Aber Kreativität ist untrennbar mit Spannung verbunden, Sie werden das wissen, wenn Sie Texte schreiben. Ganz abgesehen davon, dass Statistiken inzwischen belegen, dass regelmäßiger Cannabis-Konsum den IQ senkt. Wenn es ihren IQ von 130 auf 120 senkt, bewältigen sie immer noch ihr Studium. Aber wenn Jugendliche sich von 100 auf 90 runterkiffen und antriebslos werden, schaffen sie die Schule nicht und haben es sehr schwer, einen Einstieg ins Arbeitsleben zu finden. Ein oft tragischer Teufelskreis von sozialer Isolation und Verzweiflung mit der Hoffnung, in noch härteren Drogen etwas Glück zu finden, entsteht. Es gibt natürlich Künstler, die keine gravierenden Schäden von sich tragen, aber wenn man genauer hinschaut, waren sie nicht wegen, sondern trotz Cannabis kreativ. Das sagt selbst der bei Cannabis-Apologeten so beliebte Charles Baudelaire.   

Das erleben Sie als leitender Arzt der Psychosozialen Beratung für Studierende in Heidelberg?
Ja, unter anderem. Die jungen Menschen kommen zunehmend wegen cannabisbedingten Konzentrations-, Leistungs- und Beziehungsproblemen zu uns. Oft haben sie durch frühzeitigen Beginn des Konsums emotionale und intellektuelle Entwicklungen verpasst. Jugendlichen Liebeskummer und Orientierungsprobleme zum Beispiel. Statt diese durch soziale Aktivitäten, Lesen, Denken, Sporttreiben oder kreative Aktivitäten zu gestalten, ziehen sie sich in eine chemisch manipulierte Scheinwelt zurück. Ich kenne Mittzwanziger, die mir sagen: Von 12 bis 18 Jahren ist ein Loch in meinem Leben. Da ist nichts passiert, ich weiß nicht mehr, was da war. Cannabis betrügt Menschen um diese entscheidende Zeit im Leben. Und die erholen sich auch oft nicht mehr. Das ist furchtbar.
 
Gibt es eine beschreibbare Typologie des gewohnheitsmäßigen Kiffers?
Bei den regelmäßig konsumierenden Jugendliche finden wir häufig eine psychische Entleerung. Diese kann als entspannend erlebt werden, geht aber leider oft mit einer Verflachung der Affekte einher. Auch die soziale Resonanzfähigkeit kann beeinträchtigt werden. Im Denken bemerken wir ein „Fading“, also den Umstand, dass den Patienten die Gedanken entgleiten und sie damit einhergehend auch ihre Gefühle nicht mehr ausreichend ordnen können. Die Schäden hängen natürlich sehr von der Persönlichkeit ab. Besonders wenn eine Vulnerabilität, eine gewisse Empfänglichkeit für Depressionen, suizidale Gedanken oder Psychosen besteht, ist das Risiko sehr hoch, dass das auch passiert. Nach meiner Erfahrung leiden etwa 30 Prozent regelmäßiger jugendlicher Cannabis-Konsumenten bereits an Apathiesyndromen, Motivationsverlust, kognitiven Einschränkungen. Psychosen und Selbsttötungen sind natürlich seltener, aber in dieser Hinsicht ist jeder einzelne Fall einer zu viel.

Wenn man Cannabis wegen seiner Folgen nicht legalisieren sollte, müsste dann Ihrer Meinung nach nicht auch Alkohol verboten werden? Immerhin hat in Deutschland jedes sechste Kind ein alkoholkrankes Elternteil, hunderte Menschen sterben täglich bei uns an den Folgen von Alkohol.
Ich würde auch nicht sagen, dass man 14-jährige Jugendliche dazu ermutigen sollte, eine Flasche Wodka zu trinken. Allerdings wird bei dem Vergleich mit Alkohol zumeist das absolute mit dem relativen Risiko gleichgesetzt. In absoluten Zahlen sterben jährlich auch mehr Menschen an Alkohol als an Zyankali. Wenn Sie aber das relative Risiko nehmen und etwa die Zahl der Alkoholkonsumenten mit der Zahl der Cannabis-Konsumenten vergleichen, sieht es ganz anders aus. Der relative Prozentsatz der Alkoholkonsumenten, die schwere Schäden bekommen, ist wesentlich geringer als der relative Prozentsatz bei Cannabis-Konsum. Die Schäden treten bei schädlichem Gebrauch von Alkohol auch wesentlich später auf. Ohne dies wirkt Alkohol chemisch und biologisch völlig anderes. Die Alkoholwirkung tritt zuerst im Klein- und Zwischenhirn auf und führt bei den meisten dazu, dass sie nach ein oder zwei Gläsern Wein oder Bier nicht weiter trinken. Die meisten Alkoholkonsumenten trinken nicht oder nicht regelmäßig so viel, dass sich ein Rausch, also eine deutliche Großhirnintoxikation, einstellt. Das ist aber das Ziel von Cannabis. Cannabis wurde kulturell schon immer als Rauschmittel genutzt, wohingegen Alkohol vorwiegend als Nahrungsmittel diente. Noch in der Goethe-Zeit war Alkohol das probate Mittel, um Trinkwasser zu desinfizieren. Abgesehen davon: Dass das eine Gift legal ist, macht das andere nicht besser.

Danke sehr für das Gespräch!

Prof. Dr. Rainer Matthias Holm-Hadulla ist Psychiater, Psychoanalytiker und Professor für Psychotherapeutische Medizin an der Universität Heidelberg. Dort ist er außerdem Leitender Arzt der Psychosozialen Beratung für Studierende.

Bernhard K. Kopp | So, 18. Dezember 2016 - 10:40

In den USA wurden schon in den 1920er Jahren Untersuchungen gemacht die belegen, dass das damalige Alkoholverbot auch im Sinne der Volksgesundheit eher schädlich war. Das die Prohibition auch das organisierte Verbrechen reich und mächtig, und damit auf Dauer etabliert hat, hat man erst später gesehen. Nach dem Krieg haben sich aber nochmals die konservativen Kräfte der Amerikaner durchgesetzt, was zur UNO-Konvention geführt hat. Dann kam Nixon mit dem 'war on drugs'. Wir haben mehr als 40 Jahre des Beweises, dass die Prohibition nichts bringt, nur die Drogengängster reich macht, ganze Staaten ruiniert (Mexiko, Zentralamerika, Kolumbien) und den Drogenkonsum nicht vermindert. Drogen gehören entkriminalisiert und entweder weitgehend freigegeben, oder als kontrollierte, gefährliche Substanzen verfügbar gemacht. Nach den UN-Zahlen geben die OECD-Länder mindestens € 100 Mrd pro Jahr zur Drogenbekämpfung aus. Es ist weitgehend Selbstzweck der Behörden, mit der US-DEA an der Spitze.

Warum hat Richard Nixon diesen "War on Drugs" überhaupt gestartet?
John Ehrlichmann war Nixons Chefberater für Innere Angelegenheiten und äusserte sich in einem Interview wie folgt:
<strong>" Die Nixon Kampagne 1968 und die folgende Regierung hatte zwei Feinde: Die linken Kriegsgegner und die Schwarzen. Verstehen sie was ich damit sagen will? Wir wussten das wir es nicht verbieten konnten gegen den Krieg oder Schwarz zu sein, aber dadurch das wir die Öffentlichkeit dazu brachten die Hippies mit Marihuana und die Schwarzen mit Heroin zu assoziieren und beides heftig bestraften konnten wir diese Gruppen diskreditieren. Wir konnten ihre Anführer verhaften, ihre Wohnungen durchsuchen, ihre Versammlungen beenden und sie so Abend für Abend in den Nachrichten verunglimpfen. Wussten wir das wir über die Drogen gelogen haben? Natürlich wussten wir das!" </strong>
Quellen
https://de.wikipedia.org/wiki/John_Ehrlichman#.E2.80.9EWar_On_Drugs.E2…

Christa Wallau | So, 18. Dezember 2016 - 11:01

Die Argumentation von Prof. Holm-Hadulla gibt zu denken und leuchtet mir ein.
Im Laufe meines über siebzig Jahre langen Lebens bin ich - was Menschenversuche mit riskantem Ausgang betrifft - sehr hellhörig geworden. Ich habe davon zu viele auf dem Gebiet der Pädagogik und Didaktik, wo ich tätig war, erlebt und könnte über die schlimmen Folgen fahrlässiger Experimente in den Schulen ein Buch schreiben.

Die Vergleiche von Alkohol und Cannabis, die immer wieder angestellt werden, um die Legalisierung des letzteren zu fordern, sind eben nicht 1 :1 zulässig, wie die Ergebnisse der
Forschung zeigen. Offenbar sind die schädlichen Auswirkungen auf Gehirn und Psyche junger Menschen bei Cannabis ungleich höher und häufiger als bei Alkoholkonsum. Das gilt es zu
bedenken, bevor man - überwiegend aus finanziellen Überlegungen heraus - den Handel
legalisiert.

Allerdings sollten Sie, die sich häufig für konservative Werte ausspricht, sehen, dass es die Eltern und das enge Umfeld sein müssen, die Jugendliche durch einerseits Geborgenheit und andererseits ausreichend strenge Erziehung davor bewahren müssen, in einen Marihuana-Rausch zu verfallen.

Und es sind derzeit die herrschenden Linken, die es nicht schaffen, den autoritären Staat, den sie von den ehemals herrschenden Rechten übernommen haben, zu Gunsten einer freiheitlicheren Familienpolitik zu verändern.

Im Gegenteil: durch die familienfeindliche Politik schaffen die Linken erst diese Heerschar an "psychisch Entleerten" (Zitat des Autors), deren Drogenkonsum wahrscheinlich nicht weniger als ein stiller Schrei nach Aufmerksamkeit ist.

Das Cannabis-Verbot ist lediglich staatliche Kontrolle durch zuvor verfehlte private Kontrolle. Sie ist lächerliche Ergebniskosmetik und nützt außerdem der Mafia und den Geheimdiensten.

Christa Wallau | Mo, 19. Dezember 2016 - 17:47

In reply to by Arndt Reichstätter

... rennen Sie bei mir durchaus offene Türen ein, jedenfalls beim Thema
"Elterliche Rechte und Verantwortung".
Selbstverständlich liegen viele Ursachen für Drogenkonsum - welcher Art auch
immer - in mangelhaften Zuständen, die ein Mensch in seiner Kindheit und Jugend durchläuft. Für mich steht auch außer Frage, daß es Aufgabe der Eltern ist, ihre Kinder so stark für das Leben zu machen, daß sie auf Drogenkonsum
verzichten können. Ich wünsche mir - ähnlich wie Sie, wenn auch vermutlich nicht
so radikal - einen Rückzug des Staates aus den Familien und eine Stärkung der
familiären Autonomie.
ABER: Alles das haben wir ja nicht! Im Gegenteil: Bei uns mischt sich doch der Staat
in alles ein und herrscht über Pädagogik, Didaktik, Bildungsinhalte sowie Rechte und Pflichten von Eltern und Kindern. So lange dies weiterhin der Fall ist, wird man
nicht umhin kommen, den Drogenkonsum nicht einfach dem freien Markt zu überlassen.
Erst: Stärkung der Eigenverantwortung - dann mehr Freiheit!

"Offenbar sind die schädlichen Auswirkungen auf Gehirn und Psyche junger Menschen bei Cannabis ungleich höher und häufiger als bei Alkoholkonsum."

Ja. Aber das rechtfertigt nicht das Verbot. Für Erwachsene ist Cannabis deutlich harmloser als Alkohol (74.000 Tote jedes Jahr allein in Deutschland!). Das ist eine Tatsache, da kann sich Holm-Hadulla noch so rumeiern.

Das ganze Interview wirkt wie gestellt. Gute Fragen. Aber Nachfragen bleiben aus, um das Ziel des Gesprächs nicht zu verpassen: Gründe zu liefern, dass Cannabis verboten bleibt. Dass man dadurch den riesigen Schwarzmarkt (ohne Jugendschutz, ohne Qualitätskontrolle, ohne Steuern – 4 Tonnen Tagesumsatz!) ohne Not schützt, wird einfach in Kauf genommen.

Man tut einfach so, als wenn das Verbot funktionieren würde. Es hat noch nie funktioniert. Und nochmals: Das Verbot für Erwachsene ist faktisch nicht zu begründen.

Arndt Reichstätter | So, 18. Dezember 2016 - 12:22

Es ist unmoralisch, einem anderen vorschreiben zu wollen, ob er diese oder jene Droge zu sich nimmt. Und es ist seltsam autoritätshörig, auf die Erlaubnis für Drogenkonsum von einem anderen angewiesen wollen zu sein. Punkt.

Die einzige Frage, die man sich stellen muss, ist: Wäre Cannabis nicht mehr illegal, würden Sie es zu sich nehmen?

Das "Experiment" ist in Wahrheit, wie lange es noch gut geht, sich einen Bevormunderstaat zu leisten, der einem sagt, was man denken, sagen, essen, trinken, arbeiten, zahlen, sehen, hören und rauchen darf.

P.S.: Ich höre teilweise ganz andere Dinge über mögliche positive Folgen von Cannabis. Ich habe mich allerdings damit noch nicht tiefer beschäftigt. Aber ich bin nicht geschockt, dass ein Vertreter eine staatlichen Uni sich nicht gegen die staatliche Doktrin jenen Staates auflehnt, einer deren wichtigsten Einflussgruppen die Pharmalobby ist.

Svenja Gerwing | So, 18. Dezember 2016 - 12:39

Ohje, noch ein Grund keinesfalls Rot-Rot-Grün zu wählen! Und wenn einen dann auch noch die Politik der Kanzlerin anwidert, was bleibt dann noch?!
Ich denke, dass wir wesentlich elementarere Sorgen in diesem Land haben, als seine Bevölkerung staatlich verordnet zu narkotisieren!

Sleep tight.

Liebe Frau Gerwing,
manchmal kommt mir der Gedanke, unsere Politiker hätten was genommen oder geraucht - bei den Entscheidungen, die sie treffen. Das würde zwar nichts entschuldigen, aber manches erklären. Vielleicht trifft man deshalb Überlegungen, wenigstens Teile der Bevölkerung einzubeziehen. Und wegen der Wahl: ich bin so ratlos wie Sie!

Mit Verlaub- wenn ich das lese was sie beide hier schreiben kann ich nur eine Faktenallergie diagnostizieren. Es geht bei einer Hanf-Legalisierung (besser wäre der Ausdruck Regulierung)nicht darum mehr oder andere Menschen zum Konsum zu bringen- schon gar nicht geht es darum etwas "neues" auf dem Markt einzuführen.

Es gibt (nach offiziellen Zahlen) ca. 3-4 Millionen Hanfkonsumenten (+ Dunkelziffer) ca. 25 % aller Bürger unter 60 Jahren haben Konsumerfahrung. Das sind Menschen wie du und ich die oft einfach eine andere Enstpannungssubstanz als Alkohol bevorzugen (oder es aus Med.Gründen nehmen)
Es geht also um etwas BESTEHENDES zu regeln. Sie folgen dem Narrativ Legalisierung = Konsumsteigerung - und das ist, erwiesenermaßen, eine Chimäre.

Wer Hanf konsumieren will- macht das jetzt schon
Wer keinen mag- fängt das auch nicht an nur weil es plötzlich legal ist...

Nicolas Wolf | So, 18. Dezember 2016 - 12:42

Oje was gibt es nur für Experten? "Notaufnahmen wegen Cannabis-Intoxikationen haben sich dort ... verdoppelt. Wenn sie die Behandlungskosten rechnen, ist das ein Witz gegen die Steuereinnahmen." Colorado nimmt über 100 Mio. Dollar/a an Steuern mit Marijuana ein. Welche Zahl nimmt der Professor für Behandlungskosten an? Keine? Aha da kommt nicht mehr viel...
Der ganze Rest ist mehr oder minder auch nur noch Quatsch. In Holland wird, trotz anderer Gesetzeslage, nicht mehr gekifft als in Frankreich. Der Professor antwortet mit: aber in Deutschland (haben wir Frankreich wieder besetzt? Was ist das denn bitte für ein Gespräch?). Hallo keine Korrelation bedeutet die Theorie kann zurückgewiesen werden, wie ist der denn bitte Professor geworden? Einstiegsalter? Ja und wer verkauft eher an 13 Jährige, Dealer oder offizieller Laden? Herr Magnis hat es schön auf den Punkt gebracht: mindestens 5 Milliarden mehr beim Staat, wer glaubt an 5 Milliarden mehr Kosten Legalisierung sonst nichts ändert?

Andreas Ronge | So, 18. Dezember 2016 - 13:18

Sehr geehrter Herr Professor,

wenn ich - vor allem im letzten Abschnitt - lese, wie harmlos Alkohol doch sei, weil er ja eher als Nahrungsmittel diente - wann? - im Mittelalter, frage ich mich, wann Sie außerhalb ihrer Praxis mit Jugendlichen zu tun hatten?

Wie oft sehen wir junge Menschen, die sich bei einem gepflegten Glas Wein über Gott und die Welt austauschen und spätestens beim zweiten auch aufhören, weil dann der Rausch einsetzt, der um jeden Preis zu vermeiden ist.

Ich würde behaupten, dass die Notaufnahmen vor allem mit jungen Leuten gefüllt sind, die aufgrund einer Alkoholvergiftung gefahr laufen an ihrer eigenen Kotze zu ersticken, nachdem sie schon zum vorglühen ein Fläschchen Schnaps getrunken haben. Das kommt doch wohl eher hin.

Wenn man zu viel gekifft hat, dann muss man halt warten bis es wieder weggeht. Ist nicht immer schön, aber es geht von alleine wieder weg. Was sind denn die tödlichen Komplikationen in Zusammenhang mit Cannabiskonsum? Sehr fragwürdig...

Michaela Diederichs | So, 18. Dezember 2016 - 13:44

Danke zu diesem hervorragenden Interview. Seelische Erkrankungen sind m. E. nach wie vor ein schwer wiegendes, verschwiegenes Leid und verbreiteter als vermutet. Bei schwächeren oder vorübergehenden Ausläufern von schizophrenen Psychosen wird häufig noch nicht einmal ein Arzt konsultiert oder unter dem Deckmantel der eher akzeptierten Depression. Kinder erkrankter Eltern haben wiederum ein deutlich höheres Risiko ebenfalls zu erkranken. Konsumieren diese schon in jungen Jahren Cannabis, wird der Ausbruch der Erkrankung geradezu provoziert. Aber auch Kinder vermeintlich gesunder Eltern haben mit Cannabis ein deutlich höheres Risiko lebenslänglich zu erkranken. Eine Freigabe in der Palliativmedizin ist vollkommen okay, wenn der Patient es wünscht. Ansonsten, denke ich, Hände weg von einer Legalisierung.
http://archiv.pahaschi.de/wissen.htm

Robert Müller | So, 18. Dezember 2016 - 13:49

Dass Alkohol in dem Artikel auch thematisiert wurde, finde ich gut. Es fehlen nur noch Zigaretten, die für das Entstehen von Krebs ganz wesentlich sind. Wichtig ist aber auch das Problem wie solche Verbote durchgesetzt werden können. Aktuell wird gerade diskutiert, dass manche Orte zu Dealerplätzen geworden sind, z.B. Görlitzer Park in Berlin oder der Hauptbahnhof in Frankfurt. Würde man Alkohol genauso sehen, müsste man auch z.B. das Oktoberfest nennen

JAn Elsner | So, 18. Dezember 2016 - 14:04

Prof. Holm-Hadulla ist genau so wie Prof. Thomasius in der psychiatrischen Falle. Sämmtliche Aussagen in diesen Interview sind widerlegbat oder aus dem Zusammenhang gerissen. Es wäre schön wenn Cicero sich auch mal mit der anderen Seite der Medaille beschäftigen würde und mal die Aussagen dieser der ewig gestrigen und Lobbynahen sowie Realitätsfremden "Mietmäuler" beleuchten würde. Mit dem Jugendschutz ein nicht funktionierendes Verbot zu rechtfertigen ist nur ein Beispiel.... Denn Nur über eine regulierte Abgabe ist dieser überhaupt zu Gewährleisten. Heute findet der Schwarzmarkt auf dem Schulhof statt - Schüler kommen leichter an Cannabis als eine Flasche Wodka. Das ist Fakt! Und so könnte man weiter - auch mit Studien jede andere Aussage des Herrn Professors widerlegen. MAcht doch mal Interviews mit Menschen die sich wirklich mit dem Thema beschäftigen..... Und guckt euch die Zahlen der Konsumenten in den Niederlanden an - es sind weniger Hugendliche als in Deutschland die Kiffen

Alexander Wildenhoff | So, 18. Dezember 2016 - 14:15

Wenn ich das Interview mit Holm-Hadulla lese, fällt mir sofort der Guru der Hippie-Bewegung Timothy Leary ein. Als leicht durchgeknallter Dozent für Psychologie an der Uni Harvard genoss er durch seine Selbstversuche mit LSD, Meskalin oder Psilocybin Kultstatus bei den Hippies und der einschlägigen Presse. Er trat für die komplette Freigabe ein.

ABER er schrieb auch: „LSD ist nicht für jedes Gehirn etwas – nur die Gesunden, Glücklichen, Schönen, Hoffnungsvollen, Humorvollen und Agilen sollten nach einer solchen Erfahrung suchen. Dieser Elitismus ist gänzlich selbstbestimmt. Wenn du nicht selbstbewusst, selbstgesteuert, selbstbestimmt bist, lass es bitte.“

Das heißt, für gut dotierte Leute der akademischen und politischen Elite ist es OK. Für problembeladene Leute, die für ein paar Stunden dem Erdenjammertal entfliehen wollen, beschleunigt es den Weg in die Hölle auf Erden.
Holm-Hadulla weist besonders auf die Gefahr für jugendliche Identitätssucher hin. Sehe ich auch so.

peter hauser | So, 18. Dezember 2016 - 14:42

Es wäre wünschenswert, wenn sich der < homo rapiens > eindlich sich einer "Gehirnschrumpfung" unterziehen ließe, doch leider traue ich der gezielt motivierten Wissenschaft nicht.
(ihr forsch solange, bis ihr alle gewollten Ergebnisse habt, schlimmer als die Pharmaimdustrie)

Dimitri Gales | So, 18. Dezember 2016 - 14:43

Ich bin einverstanden mit den Statements des Experten. Das jugendliche Hirn ist morphologisch ohnhin noch nicht ganz ausgereift, Drogen können verhehrend wirken, insbesondere wenn das Individuum zu Psychosen genetisch "vorprogrammiert" ist.
Drogen, sei es Alkohol oder Drogen, sorgen für Entspannung, Angstreduktion und Realitätsflucht. Viele Jugenliche sind in der einseitig materialistischen Konkurrenzwelt emotional überfordert. Das mag, allgemein gesehen, das grösste Problem dabei sein.

hanf ist wie vieles andere nichts für Kinderhände.

Wie rechtfertigen sie aber die Verfolgung von 20,30 oder 60 jährigen Konsumenten?

Ich empfehle Ihnen zur Schärfung des rechtsstaatlichen Verständnisses die Artikel des Prof. Dr. Thomas Fischer, Vorsitzender Richter am Bundesgerichtshof

"Wenn man sich das Gesamte anschaut: Wie kann man da auf den abwegigen Gedanken kommen, ausgerechnet Cannabis, das am wenigsten körperlich schädigende, am wenigsten Suchterzeugende, seit Jahrtausenden erprobte Rauschmittel, müsse man drastischen Strafdrohungen verfolgt werden?"
http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2015-12/drogenpolitik-alk…

"Prohibition hat sich als das unwirksamste Mittel zur Kontrolle des Rauschmittelkonsumes erwiesen"
https://anwaltauskunft.de/magazin/gesellschaft/staat-behoerden/1849/war…

Samuel von Wauwereit | So, 18. Dezember 2016 - 14:46

Man sollte vielleicht einfach mal die Leute, die zum Teil schon seit Jahrzehnten kiffen und völlig normal in Arbeitsleben und Gesellschaft integriert sind, fragen. Schließlich gibt es Kiffer in Deutschland schon seit den 60er Jahren.

Klaus Hoffmann | Mo, 19. Dezember 2016 - 13:26

In reply to by Samuel von Wauwereit

"Kiffer" (ich bevorzuge allerdings Hanf Konsumenten) gibt es nicht erst seit den 60ern des letzten Jahrhunderts. Die ältesten belegten Hanfkulturen in unseren Breiten sind ca. 5500 Jahre alt (Raum Eisenberg)
Ohne hanf keine Entdeckung Amerikas, keine Gutenberg Bibel etc.pp.

Hanf war seit dieser Zeit extrem wichtiger Rohstoff und Volksmedizin- das wusste schon Hildegard von Bingen, die Chinesen und Inder seit über 2000 Jahren. Problem in dieser ganzen Zeit? nahe Null. Erst die Propaganda des harry j.Anslingers und später Richard Nixons haben aus dem Rohstoff Hanf die Mörderdroge Marihuana gezaubert.
Wie wir mittlerweile wissen - die erfolgreichste globalen Gehirnwäsche der Geschichte.
https://de.wikipedia.org/wiki/Harry_J._Anslinger

Denis Meyer | So, 18. Dezember 2016 - 15:25

Gähn... Ihnen ist vermutlich klar, dass Holm-Hadulla neben Prof. Thomasius zu den letzten Hardlinern gehört, die alle Jahre wieder die gleichen Schreckensszenarien an die Wand malen. Eigentlich müsste man sie als Journalist nicht mehr interviewen. Ihre Aussagen sind seit Jahren bekannt. Ihre Quellen leider nicht wirklich. So gibt es zu jeder zitierten Studie noch weitere Untersuchungen, die zu anderen Ergebnissen kommen. Festzustellen sind meistens auch nur Korrelationen, keine Kausalzusammenhänge. Das verschweigt Holm-Hadulla halt gerne. Es wird immer die Studie zitiert die in sein Weltbild passt. Auch seine Quellen über seine Aussagen zu Colorado würde ich gerne kennen. Meines Wissens kommen dort nicht doppelt so viele Intoxikationen wie bisher vor, obwohl die Zahl tatsächlich gestiegen ist. Das liegt vor allem an Touristen, die sogenannte Edibles verspeisen und sich versehentlich überdosieren. Das ist dann aber alles andere als lebensgefährlich und nicht sehr behandlungsintensiv...

peter hauser | So, 18. Dezember 2016 - 15:29

<Prof. Dr. Rainer Matthias Holm-Hadulla ist Psychiater, Psychoanalytiker und Professor für Psychotherapeutische Medizin an der Universität Heidelberg. Dort ist er außerdem Leitender Arzt der Psychosozialen Beratung für Studierende.>

Das sagt doch alles über seine Motivation und "urteilsfreie" und wertneurtale, im Vergleich um die die Umwelt auf uns Sonstigen einwirkenden Einflüsse, acht zu gebe. Dieses ignorierenden,das seiner Forschung leider entgehen mußte, hat aber seinen Willen so inspiriert, daß subvetioniert Canabis mit viel Geld intensiev so speziell untersucht wurde, daß darmit Parcelsus wiedereinmal die Wahrheit aussprach....:-)

Und der Artikel kann nur vor dem Leben als solchen warnen.
(Durch Alkohol und Nikotin, werden wir kaum Veganer oder Abstinenzler...mit Kokain und Canabis, bei Drohnen Überwachter Begleitung,schon eher

(Hirnforschung, mal Roth und Singer nachlesen, bevor man in der Empirie seine Orientierung verliert, eröffnet Verständnisräume)

Denis Meyer | So, 18. Dezember 2016 - 15:34

Holm-Hadullas verharmlosende und relativierende Aussagen über Alkohol sind schlichtweg falsch! Höflich gesagt...
Langsam darf man an den Redaktionen zweifeln, die solchen "Experten" eine Bühne bieten, ohne darüber hinaus wenigstens einen Spezialisten mit abweichender Einstellung zu präsentieren. Davon gibt es ja, wie gesagt, mehr als reichlich...

peter hauser | So, 18. Dezember 2016 - 15:42

Neueste Erkenntnisse der Hirnforschung zeigten, dass das Kiffen besonders für Jugendliche gefährlich ist........

Wie gut daß ich entlich weise und alt genug bin zu erkennen, das wie Ardorno so refflich feststellte : < Es gibt kein richtiges Leben im Falschen.>Neueste Erkenntnisse der Hirnforschung zeigten, dass das Kiffen besonders für Jugendliche gefährlich ist........

Wie gut daß ich entlich weise und alt genug bin zu erkennen, das wie Ardorno so refflich feststellte : < Es gibt kein richtiges Leben im Falschen.>

Peter Peters | So, 18. Dezember 2016 - 15:48

"Die Notaufnahmen wegen Cannabis-Intoxikationen haben sich dort seit der Legalisierung verdoppelt."

Das ist doch schonmal ein Witz, ohne eine absolute Zahl zu haben. Das doppelte von eins ist zwei. Das macht zwei noch nicht zu einer großen Zahl.

In Deutschland geht man von über zwei millionen regelmäßigen Cannabiskonsumenten aus. Die Leute rauchen, egal ob es legal ist oder nicht. Wichtig ist, dass das Ganze entkriminalisiert wird. Cannabiskonsumenten tun niemandem etwas an, wenn man davon absieht, dass sie einem vielleicht das Supermarktregal mit den Donuts aufkaufen.

Die Anzahl der Kiffer ist in den Niederlanden nicht außergewöhnlich hoch, trotz der Möglichkeit des legalen erwerbs. Dort gibt es deutlich weniger Kiffer pro 100.000 Einwohner als in Frankreich oder den USA und nur geringfügig mehr als in Deutschland.

Mit einem staatlich geregeltem Verkauf könnte man die Leute von Dealern fernhalten, die einem auch hartes Zeug andrehen.

Julian Kollos | So, 18. Dezember 2016 - 16:06

Expertise auf fachlicher Ebene befreit nicht von dogmatischen Denkfehlern und falschen Rückschlüssen. Der entscheidende Punkt, welcher notwendig auch der künftigen Rechtslage berücksichtigt werden muss, ist der folgende: Es besteht keinerlei Korrelation zwischen dem Grad der Prohibition und dem Konsum einer Substanz, Portugal und die Niederlande beweisen dies, ergibt es zudem noch unter weiter Gesichtspunkten Sinn. Man muss sich die Frage stellen ob ein Verbot seiner Funktion gerecht wird, in diesem Fall den Schutz der Bürger und allen voran von Jugendlichen. Diese Frage ist klar mit Nein zu beantworten, die aktulle Rechtslage erschwert den Jugendschutz und setzt die Konsumenten zugleich allen Gefahren aus die der Schwarzmarkt mit sich bringt. Die Argumentation mag sachlich richtig und gut gemeint sein, ist in ihrem Rückschluss dennoch irreführend und irrational.

David Fern | So, 18. Dezember 2016 - 18:13

Der Artikel ist ein bodenlose Frechheit und Verdrehung von Tatsachen. Ich frage mich wie lange sich solche "Experten" noch hinter dem "Kinderargument" verstecken wollen und mit ihrem Narrativ der Prohibition erst das Dealen an Kinder ermöglichen. Den nur der regulierte Markt kennt Kontrollen - nur der Schwarzmarkt beliefert immer alle- auch die Kinder...

Ein anderer Experte äußert sich so:
Dr. Peter Cremer-Schaeffer Drogenexperte vom Bundesinstitut für Arzneimittel:
"Viele Argumente der Legalisierungsgegner sind wissenschaftlich unhaltbar. Die Mär von Cannabis als Einstiegsdroge zum Beispiel - wurde einst aus politischen Gründen lanciert und lässt sich mit Fakten nicht untermauern. Was Studien hingegen belegen: Nüchtern betrachtet ist Cannabis eine eher ungefährliche Droge und - zumindest für Erwachsene - weit harmloser als die gesellschaftlich akzeptierten und legalen Rauschmittel Alkohol und Tabak.

David Fern | So, 18. Dezember 2016 - 18:28

Was außerdem festzustellen ist- nahezu alle Personen die in der Prohibitionsindustrie tätig sind neigen zur selektiven Wahrnehmung. Sie sehen ihre Patienten (von denen viele per verordneter Zwangsmaßnahme zugeführt werden) und schließen aus große ganze- und manchmal geht das eben fürchterlich in die Hose.
Mit der paternalistischen Einstellung des Herrn Professor könnten- nein MÜSSTEN sie nahezu alles verbieten was irgend wen VIELLEICHT! schädigen könnte.

Das ist auch die verbindende Klammer ALLER Argumente der Prohibitionisten: Sie sind immer im Konjunktiv- valide Belege= Fehlanzeige

Was dann auch sehr bedenklich ist: der "gute" verharmlost den Killer Nr.1 (Alkohol) massiv mit seinen Argumenten.

Wolfgang Tröbner | So, 18. Dezember 2016 - 18:58

die Cannabis-Legalisierung. Und werden noch von dem Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion unterstützt. Sehr interessant.

Und warum das Ganze? Glaubt man, dass der bekiffte Wähler aufgrund der durch Cannabis verursachten Gehirnschädigung sich nicht mehr ganz so intensiv mit Politik beschäftigt und etwas leichter zu steuern ist? Oder will man sich nur eine neue Steuereinnahmequelle sichern, da ja dann der Staat am Drogenhandel beteiligt ist? Würde Sinn machen ...

Es sind nicht nur die Grünen sondern auch die Linken, die FDP, Teile der SPD, die AFD (sofern man das vorläufige Parteiprogramm des letzten Jahres sieht) auch in der CxU ist die Front nicht mehr so geschlossen, 122 (=60%) aller Strafrechtsprofessoren in DE, der Bund der Kriminalbeamten, mehrere Richter, die UN Drogen-Kommision mit Kofi Anan,Ruth Dreifuss ,nahezu alle Suchtexperten und Forscher (eine der wenigen Ausnahmen können sie oben lesen- da fehlt nur noch der Dr.Thomasius) etc.etc.pp

Es sind nur noch die unaufgeklärten und ewig gestrigen die der Anslinger/Nixon Propaganda glauben schenken- und die sterben sprichwörtlich aus.
Sie werden es erleben- irgendwann wird es legal sein und wir werden KEINERLEI Verschlechterung der heutigen Situation feststellen (eher das Gegenteil) Wir werden uns dann fragen: Was in Gottes Namen hat uns da geritten das wir für nichts Milliarden aus dem Fenster warfen und Millionen künstlich kriminalisierten...

franz xaver | So, 18. Dezember 2016 - 19:14

Leider gab es in der Vergangenheit immer wieder Behauptungen hinsichtlich der Schädlichkeit von Canabiskonsum auf Grund angeblich gesicherter Studien die sich im Nachhinein als völlig falsch herausgestellt haben. Leider nennt hier Herr Holm-Hadulla keine der Studien auf die seine Behauptungen fußen namentlich so, das diese nicht nachgeprüft werden können. Deshalb ist hier Vorsicht geboten. Tatsächlich halte ich die meisten seiner Behauptungen für völlig abwegig und falsch.
Lediglich in einem Punkt halte ich seine Aussagen für richtig. Andauernder massiver Canabiskonsum bei Heranwachsenden scheint Psychosen auslösen zu können. Die Kriminalisierung hält Jugendliche allerdings nicht vom Konsum ab. Das es zu einem erhöhten Konsum von Canabis bei Jugendlichen bei Legalisierung dieser Droge für Erwachsene kommt, ist eine blose Behauptung
Soweit es seine weiteren Aussagen betrifft sind diese ebenso fragwürdig.

franz xaver | So, 18. Dezember 2016 - 19:16

Um nur einige Punkte auf zu zählen
- Den Markt für sogenannte legal high gibt es in wesentlichen als Folge der Kriminalisierung von Cannabis.
- Cannabis von Dealer ist meist mit gesundheitsschädlichen Substanzen gestreckt. Hier liegt die eigentliche Gesundheitsgefahr. Gesundheitsschädlich ist nicht die Legalisierung sondern die Kriminalisierung.
- Ein Verbot schreckt Jugendliche nicht vom Konsum ab. Das Gegenteil ist der Fall.
Die Verharmlosung von Alkohol als Nahrungsmittel finde ich angesichts der hohen Zahl suchtkranker Alkoholikern den damit verbundenen massiven Hirnschäden und der Toten in Folge von Alkoholmißbrauch schon skandalös.

Martin Wessner | So, 18. Dezember 2016 - 23:00

Ist Ihnen nicht bewusst geworden, wie extrem manipulativ und psychologisch geschickt Prof. Holm-Hadulla Sie auf seine ideologische Schiene setzt, Herr Magnis? Er redet ausschließlich(Sic!) nur von Kindern und Jugendlichen und projiziert deren unzweifelhafte gesundheitliche Gefährdung(en) auf erwachsene Menschen, die möglicherweise bald legal Cannabis als Genussmittel wie Alkohol oder Tabak nutzen dürfen. Besonders schön, die blumig ausgeschmückten Anekdoten aus seiner Jugendzeit, die in als neutral-objektiven Menschen ausweisen und verschleiern sollen, daß er ein rigoroser Anti-Cannabis Aktivist ist, der eine klare Agenda hat. Alkohol, Tabak, Pornografie, Ü18-Filme, der Kfz-Führerschein, Heiraten, Wahlen und Cannabis sind für Minderjährige verboten. Das wird -trotz der postfaktischen Suggestionen des Herrn Psychiaters- auch in Zukunft so bleiben. Im Gegensatz dazu sind für Erwachsene (fast)alle diese Dinge erlaubt. Nur das "Kiffen" soll für Volljährige zusätzlich! legalisiert werden.

Jan Wenzel | Mo, 19. Dezember 2016 - 04:50

Eine Legalisierung wäre kein "Versuch" mehr, da man bereits seit über 40 Jahren in anderen Ländern Erfahrungen sammeln konnte.
Aussagen wie "neueste Erkenntnisse der Hirnforschung zeigten, dass das Kiffen besonders für Jugendliche gefährlich ist" sprechen hingegen sogar für eine Legalisierung, wo es doch bereits eindeutig nachgewiesen wurde, dass der Konsum unter Jugendlichen durch eine Legalisierung sinkt, von den dann kontrollierbaren THC Werten und fehlenden Streckmitteln welche den schaden der Droge nochmals reduzieren einmal ganz abgesehen.
In den Niederlanden liegt der Konsum bei Jugendlichen unter dem europäischen Durchschnitt während er in Frankreich, welches die härtesten Gesetze in Mitteleuropa gegen Cannabis hat, mehr als doppelt so hoch ist.
Außerdem ist sowohl die Drogensterblichkeit als auch der Konsum von harten Drogen in den Niederlanden deutlich geringer als bei uns.
https://de.wikipedia.org/wiki/Niederl%C3%A4ndische_Drogenpolitik

Klaus Hoffmann | Mo, 19. Dezember 2016 - 08:59

Ich muss schon sagen- da bleibt mir die Spucke weg..
Alles was ich lese ist: Kinder sollten das , Jungendliche sollten jenes.etc.pp.
Gemischt mit ein paar "Räuberpistolen" aus der Jugendzeit des Professors und dialektische Taschenspielertricks. Ganz übel: Die Passage in der er von der Frage mit dem Alkoholvergleich ablenkt und auf Zyankali umschwenkt. Das ist ganz übel. Noch übler das er, das beim ersten Gebrauch nominell tödliche Lösungsmittel Alkohol als harmlos darstellt. Zur Erinnerung- Todesfälle durch Hanf Abusus : 0 (Null) in 5500 Jahren seit Hanf kultiviert angebaut wird (erste Funde in Eisenberg)
Des weiteren- keinerlei Erwähnung der medizinischen Potentiale unter Ärztlicher Aufsicht und das macht mich doch stutzig ob der Herr Pr. hier nicht nur der Argumentationslinie von Big Pharma folgt.
Eines bleibt der Professor in seinen ganzen Ausführungen dann auch konsequent schuldig:
Ein einziges Argument womit er die Hanf-Prohibition für ERWACHSENE begründen kann....

Klaus Hoffmann | Mo, 19. Dezember 2016 - 09:13

Summasumarum ein Interview das einem Harry J.Anslinger würdig wäre. Kein einziger Legalisierung-Vorstoss zielt darauf ab Jugendlichen Hanf zugänglich zu machen- ganz im Gegenteil. Erweckt wird hier aber der gegenteilige Eindruck.
Komisch ist auch- der Herr Proffesor stellt sich diametral gegen alle Erkenntnisse die in Ländern mit liberaleren Gesetzten gesammelt wurden. Hier wurde weder ein Anstieg der konsumierenden bei Jugendlichen und/oder Erwachsenen festgestellt.
Wass treibt ihn also? Die pure Freude daran Millionen ERWACHSENE zu kriminalisieren?
Richtig: Hanf ist für Jungendliche absolut nicht. Genauso wie Alkohol,Autofahren und einige andere Dinge. Hier den Konsum qua genereller Verbotskeule zu unterbinden ist aber offensichtlich ein Fehlversuch- was man feststellt wenn man die Augen öffnet- etwas was dem Herrn Professor offensichtlich nicht möglich ist.
PS Die Studien wg. "Hirn schrumpfen" Etc. habe ich auch gelesen- alle sind empirisch unsauber und nicht valide.

Ein Kommentar in der "Mortler-Klasse" unsere Drogenbeauftragte äußert sich ja auch so ausführlich in ihrer Argumentation:
"Hanf ist verboten weil es illegal ist.Punkt"

Ideologie- 100% Argument-0%
Wenn sie denken das dies auf Dauer standhält bitte...

Ihnen seien noch die Worte einiger weisen Menschen ans Herz gelegt:

Jose "Pepe" Murjica (ex.Präsident Uruguay):
"Wir können die Drogen NIE aus der Welt schaffen. Wir können sie nur den Kriminellen aus den Händen nehmen"

Ruth Dreifuss (ex.Bundesrätin Schweiz)
"Man wird sich zunehmend bewusst, dass die Drogen nicht aus der Welt geschafft werden können, indem man sie für illegal erklärt."

Albert Einstein:
"Das Ansehen der Regierung wurde durch das Prohibitionsgesetz beschädigt. Weil nichts schädlicher ist für den Respekt vor der Regierung und dem Gesetz als die Verabschiedung eines Gesetzes, das nicht durchgesetzt werden kann."

……ist für mich längst keine Referenz mehr und ihr Argument für die Legalisierung der Droge wertlos.
Nach Dreifuss‘ Logik müsste man auch Mord und Totschlag legalisieren, da man diese Verbrechen auch nicht aus der Welt schaffen kann.

Aja, schrieb ich schon in meinem Kommentar an den Interviewten: "Da werden juristische Sachverhalte wie Selbst- und Fremdschädigung munter durcheinandergeworfen" - und das trifft für Ihren Vorwurf gegenüber Frau Dreifuss ebenso zu. Wenn es denn wenigstens Prostitution oder Waffenhandel oder anderes gewesen wäre, was nicht unbedingt in die Kategorie "Fremdschädigung" passt.

Es ist so anstrengend, immer wieder auf dieses "Argument" einzugehen, weil es so offensichtlich falsch ist. Aber seis drum: Wenn sie jemanden töten, gibt es ein Opfer. Wenn Sie kiffen, sind höchstens sie selbst das Opfer. Und das auch nur, weil sie es übertreiben - dagegen hilft ihre höchsteigene Veranwortung, die ihnen der Staat auch bei anderen Entscheidungen nicht abnimmt. Oder sie sind das Opfer von "schlechtem" Cannabis (gestreckt oder gentechnisch hochgezüchtet) - und dagegen hilft es zu wissen, wer wie das Zeug angebaut hat - also genau das, was eine Legalisierung mit sich bringen würde.

schon mitbringen. Ich schließe mich hier @Klaus Hoffmann, Murjica und Dreifuss an, "Wir können die Drogen NIE aus der Welt schaffen", nein, wir können mittels des Drogenverbots nicht einmal die Prävalenzen verringern, wie die Zahlen der EMCDDA über Jahre nun schon eindeutig belegen, es sei denn, wir verdrehen die Zahlen wie hier im Interview geschehen. Die Prohibition verfehlt ihr Ziel seit Jahrzehnten völlig, sie ist kontraproduktiv.
Jeder, auch Sie, der, die an der Prohibition festhalten, sorgen auch weiterhin für die Existenz eines unkontrollierbaren Schwarzmarktes mit den entsprechenden Kriminellen, die ihn bei exorbitanten Gewinneinnahmen versorgen und entsprechende mafiöse Strukturen entwickeln, verhindern weiterhin Jugend- und Verbraucherschutz, sorgen für eine Verpulverung von Steuermitteln für die Strafverfolgung als besser Steuern durch die Legalisierung einzunehmen und damit vernünftige Aufklärung und Prävention zu betreiben.

Enno Pfaffenberger | Mo, 19. Dezember 2016 - 10:30

Für mich war es sehr informativ dieses Interview zu lesen, mit der Antwort auf die letzte Frage habe ich so meine Probleme. Wird da die Gefahr des Konsums von Alkohol heruntergespielt? Klar, man soll keinem Jugendlichen sagen das er eine Flasche Schnaps zu trinken. Aber als Dreijährigem wird ihm durch die Vorbildfunktion der Eltern vorgelebt das Alkohol dazu gehört. So was nennt man wohl Prägung und ist ein ernst zu nehmender Persönlichkeitsentwicklungsfaktor. Bei der Alkoholvergiftung mit 14 gibt es einen gesellschaftlichen Aufschrei, und wenn ich dann mit 50 an einer kaputtgesoffenen Bauchspeicheldrüse jämmerlich verrecke ist es sehr tröstlich, das prozentual die Schadensrate beim Cannebiskonsum höher ist, zumal es mit 14 besser ist, mal einen Joint zu rauchen als eine Flasche Schnaps zu trinken. Den Zyankali-Vergleich halte ich für absolut unpassend. Jeder Mensch ist wertvoll, deshalb sind in absolute Zahlen zu bewerten. Gewalt wollen wir nicht legalisieren, häufige Ursache schon.

Klaus Hoffmann | Mo, 19. Dezember 2016 - 14:09

Abschließend noch ein Zitat des Milton Friedman
das er dem Spiegel 1992! in einem Interview gab.

"Verfolger und Verfolgte im Drogenkrieg haben in gewisser Weise ein gemeinsames Interesse. Den Verfolgten, den Drogenlieferanten und Vertreibern der Drogen sichert die Prohibition ein gutes Auskommen. Das gilt auch für die Verfolger. Ihre Etats werden laufend aufgestockt, die Gehälter erhöht, Ruhm und gute Karrieren sind ihnen sicher."
Das Interview ist SEHR lesenswert & erhellend.
PS Friedman war ein Berater Reagans- also sicher nicht in der politischen Ecke der üblichen Verdächtigen

Quelle: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13682584.html

PS Der Herr Professor ist imho der zweiten Gruppe zuzuordnen- ein "Gewinner" der Prohibitionsindustrie

Niklas Morgan | Mo, 19. Dezember 2016 - 15:26

Ich bin wie man so schön sagt "vom Fach" und ganz bestimmt nicht aus der grünen Ecke. Daher bedaure ich es sehr, dass viele kluge und bürgerlich/konservative Leser bei diesem Thema so manipuliert werden. Bezüglich Drogen herrscht eine erschreckende Ignoranz, viele gepflegte Vorurteile und Verstoß gegen das Gleichheitsprinzip. Die kritischen Kollegen, wie hier wieder, bekommen viel zu viel Aufmerksamkeit und sie lenken die Debatte am Kern des Problems vorbei. Die Reduktion auf Jugendschutz und die Ausrichtung der Debatte an den größten Problemfällen ist schlicht unredlich und wird in keinem anderen Bereich so geführt. Bestimmt die Meinung eines Unfallchirurgen, der täglich Opfer von Motorradunfällen operieren muss, ob eine Gesellschaft diesen Zeitvertreib verbietet? Entscheidet die Meinung eines Zahnarztes, der vermehrt bei Problemkindern desaströse Karies vorfindet ob Zucker generell verboten wird?
Die vergleichende Verharmlosung von Alkohol ist zudem schlicht falsch. Mal informieren

Niklas Morgan | Mo, 19. Dezember 2016 - 15:33

Zumal der Prof doch selber für Legalisierung ist:

"Ich würde niemanden bestrafen wollen, der es mal probiert und genießt. Aber ich würde ein gesellschaftliches Klima verhindern wollen, das die Risiken besonders für Kinder und Jugendliche verharmlost."

Genau das soll man gesetzlich so umsetzen. Keinen Erwachsenen kriminalisieren. Niemand will die Verharmlosung von Risiken für Kinder!
Woran scheitert denn bitte ein Konsens?

Ja, gute Frage: Woran scheitern eigentlich vernünftige, sachlich begründete Konsenslösungen so oft???

Die Antwort muß m. E. lauten: Weil die Diskussionen von Leuten geführt werden, die ideologisch vernagelt sind, Eigeninteressen verfolgen, jeden Andersdenkenden verteufeln und keinen e r g e b n i s o f f e n e n, freien Diskurs der Argumente zulassen.
SO sieht es leider aus im Staate Deutschland, in dem ziemlich viel (nicht nur "etwas") F A U L ist!

Im übrigen habe ich den Eindruck, daß sich unter den Kommentatoren eine ganze Reihe von Leuten befinden, die Geschmack an Cannabis-Produkten gefunden haben (Was ihnen selbstverständlich zusteht!), die hier nun natürlich deren "Harmlosigkeit" verteidigen.

plagen würden, würde ich auch den (medizinischen) Geschmack an dieser Heilpflanze finden. Im Moment bedarf ich dessen nicht,
aber genauso wenig möchte ich weiterhin nicht meine Steuergelder gegen die Verfolgung von Menschen, die mir und anderen nichts zuleide getan haben, versenkt sehen.
Das Verbot ist teuer und verfasssungswidrig (Artikel 2 GG, siehe die Resolution der Strafrechtsprofessoren an den Bundestag vor 3 Jahren). Selbst, wenn Letzteres nicht zuträfe, ist das Drogenverbot in der jetzigen Form verhältnismäßig?

http://schildower-kreis.de/resolution-deutscher-strafrechtsprofessorinn…

Es ist etwas "billig" Frau Wallau die Unterstützer der Legalisierung als Konsumenten zu diskreditieren und deren Argumente indirekt als Verharmlosungen darzustellen.
Ich habe früher selbst zu den Verteidigern der Prohibition gehört und habe die abstrusen Verteufelungsargumente benutzt die man heute noch hört- und die- wie ich heute weis gnadenlos erfunden bis maßlos übertrieben waren.
Wie auch immer Hanf ist nicht ganz harmlos-aber kein Teufelswerk. Man kann damit umgehen wie mit anderen heiklen Substanzen auch - der rechtsstaatliche Gleichheitsgrundsatz und das Übermassverbot gebieten dies eigentlich zwingend. Es gibt mittlerweile sehr sehr viele Befürworter der Regulierung die sie nicht mehr so einfach mit dem "Konsumentenargument" vom Tisch wischen können.
Was sagen sie zu denen? Was sagen sie zu einem Kofi Annan, einer Ruth Dreifuss, zum BGH Richter Thomas Fischer, zu den 122 Strafrechtsprofessoren in Deutschland etc.pp?
Wollen sie dennen auch mit diesem Argument begegnen?

Martin Wessner | Mo, 19. Dezember 2016 - 19:03

Jetzt rein sachlich und nur der Logik nach: Wenn Cannabis tatsächlich dieses höchst gefährliche Zeugs ist, bei dem sogar "das Gehirn SCHRUMPFT" -Oh Gott, oh Gott, oh Gott!!!- wie ist es dann mit dem Schutz der Bevölkerung zu vereinbaren, dass erwachsene Menschen in Deutschland für diverse Krankheiten MEDIZINAL-Cannbis, das sie vom ARZT verschrieben bekommen, mit dem Einverständnis des Gesetzgebers ganz legal rauchen dürfen? Wie passt das Eine mit dem Anderen zusammen? In Israel wird Cannabis sogar alten Menschen im Seniorenheim verabreicht, ohne dass man die ganzen Schreckensszenarien, die der Herr Holm-Hadulla an die Wand malt, für seine Schutzbefohlenen befürchtet.

LINK: http://www.daserste.de/information/politik-weltgeschehen/weltspiegel/se…

Ps. Gemäß der rigorosen Moral des Professors müsste genauso konsequent auch Tabak und Alkohol verboten werden. Warum ist er da nicht geradlinig? Vielleicht weil er beides selber nutzt?

Ralf Kann | Mo, 19. Dezember 2016 - 20:54

Jeder darf seine Meinung mitteilen und hiermit tue ich dies auch.
Was der Herr Holm Hadulla mitteilt bringt mich zum Nachdenken. Aber die zuletzt beantwortete Frage, bringt mich dazu zu überlegen, wie ein "Experte"solch eine Antwort geben kann, als u.a. Mediziner,Psychologe usw.
Hinzu noch die Tatsache das ein Verbot die meisten Menschen, in dem Fall Kinder und Jugendliche nicht davon abhält solche Sachen zu tun.
Jetzt gibt es schon Jahrzehnte lange Verbote,Prohibition in Bezug auf Cannabis, gebracht hat es nichts Positives !!!
Und genau so soll es wieder weiter gehen ? Wie Verbot auf Cannabis und die Großdealer, werden so gut wie NIE erwischt, aber wenigstens die Konsumenten, nicht war?

Wolfgang Ewert | Di, 20. Dezember 2016 - 19:57

einer aktuellen Podcast-Reihe von radioeins zum Thema..
Und ich habe hier den Eindruck von Reefer Madness reloaded, sorry: Da werden Prävalenzzahlen einer spezialisierten Drogenbeobachtungsstelle kurzerhand ignoriert,ins Gegenteil verkehrt u. damit nachgeschoben: "und das liegt natürlich an der Gesetzgebung."
Da werden juristische Sachverhalte, wie Selbstschädigung u. Fremdschädigung, munter durcheinandergeworfen um damit feststellen zu wollen: "Sollen wir deshalb Gewalt legalisieren? "
Und im eigenen Fachgebiet werden reißerische Überschriften "Kiffen schrumpft das Gehirn" vorangestellt,um dann den Lesern zu suggerieren: "Cannabis-Konsum geht immer mit einem Rausch, med. gesprochen einer Großhirnintoxikation, einher. Das ist nie harmlos. Die Risiken für irreversible Hirnschäden sind enorm." Unser Körper stellt selbst Endocannabinoide her. Eine Flutung mit THC ist mit einer Störung der Regelmech. verbunden, nicht gut für Jugendliche, aber Intoxikation,was ist da noch ernstzunehmen?

Eberhard Herold | Mi, 21. Dezember 2016 - 04:20

Ich finde dass Herr H.-Madulla sehr einseitig vernagelt argumentiert, wenn er sich gegen die Legalisierung von Cannabis ausspricht. Das mag mit seinen täglichen Erfahrungen mit Cannabis-Konsumenten zusammenhängen... und nun möchte er möglicherweise die Welt vor den fatalen Folgen des Cannabis-Konsums bewahren, so wie er sie in seiner Praxis erlebt hat. Er glaubt an die segensreichen Wirkungen von Verboten... allerdings bei Alkohol macht er eine Ausnahme! Ich denke er liegt sachlich bei der Schilderung negativer Folgen von Cannabis-Konsum nicht falsch, aber deshalb bedroht eine Legalisierung von Cannabis noch lange nicht die Evolution der Menschheit... es gibt Cannabis schon seit Tausenden von Jahren und das Verbot erst seit einigen Jahrzehnten und ich denke nicht, dass die aktuell schlimmen Zustände auf der Erde die Folge einer Degeneration durch Cannabismissbrauch sind. Der Herr übertreibt die Cannabis Gefahr in unzulässiger Weise, während er die Gefahren des Alkohols kleinredet.

Wolfgang Ewert | Fr, 23. Dezember 2016 - 16:14

H.-H.:"Holland. Die produzieren und verkaufen stattdessen ständig andere Drogen, die einen noch stärkeren Rausch versprechen. Die Produktion von so genannten „Legal Highs“ ist zum Beispiel massiv angestiegen. Die toxikologischen Labors kommen gar nicht mehr hinterher. " - Ja und? Cicero schrieb vor knapp zwei Jahren die richtige Antwort darauf:
"Dann lieber kiffen - Von einer Entkriminalisierung der Cannabiskonsumenten ist man weit entfernt. Dass das Verbot von Cannabis falsch ist, zeigt der steigende Konsum der gefährlichen Legal Highs."
http://cicero.de/salon/legal-highs-dann-lieber-kiffen/58777 - Right, yeah:
Legal Highs sind Ausgeburten der Prohibition

Tobias Mundil | Fr, 30. Dezember 2016 - 11:55

Die Lobby der Medizin steht dahinter, Cannabis einen schlechten Ruf zu geben wo es nur geht. Es ist in so vielen Beispielen bewiesen das Cannabis viele Medikamente überflüssig machen kann und weitaus weniger Nebenwirkungen hat. Ja es ist schädlich für Jugendliche, so ist Alkohol. Es ist durch seine unterschiedliche Wirkung zu Alkohol jedoch wesentlich besser für die Gesellschaft wenn es eben als Rauschmittel (wie Alkohol) betrachtet wird. Es ist die Erziehung, wie man mit den Stoffen umgeht. Weiterhin kenne ich keine Person die unter dem Einfluss von Cannabis aggressiv, verstört, emotional oder auf Ideen welche mit "halt mal mein Bier" beginnen und immer böse enden gekommen ist. Klar eine auf einen Schlag erfolgende Legalisierung wäre zu schnell und würde Probleme mit sich bringen. Es müsste eben Stückweise in die Gesellschaft eingeführt werden. Erstmal Medizinisch - aber nein - da hab ich wieder die Lobby vergessen...

Tobias Mundil | Fr, 30. Dezember 2016 - 12:28

Weiter geht es mit der Lobby. Eine Legalisierung von Cannabis würde natürlich auch den medizinischen Nutzen in der Bevölkerung bekannt geben. Man kann die Forschung zum Thema medizinische Wirkung auf http://www.cannabis-med.org/?lng=de verfolgen. Wenn Sie also eine Krankheit erhalten und Ihnen der Konsum von Cannabis Linderung bringt, werden Sie irgendwann (fallls Sie einen Garten besitzen) anfangen Ihr Mittel selber anzubauen. Folglich werden Sie nicht zur Apotheke gehen und sich Cannabis nicht mehr käuflich erwerben = keine Steuern. Der Staat kann Eigenanbau natürlich nicht verhindern (Macht er bei Tomaten ja auch nicht). DAS ist die größte Sorge des Steuerempfängers und der Pharmaindustrie da diese weniger Mittel verkaufen. Es geht eben nur ums Geld. PS. Es gibt auch andere Wege Cannabis einzunehmen, Brownies haben auch keine Nebenwirkungen auf die Atemwege und wer Erfahrung mit der Dosierung hat wird sich auch nicht damit Abschießen. Es ist ein Lernen, genau wie mit Alkohol.