Der doppelte Sinn - Das linke Teekesselchen

Es ist ein altes Kinderspiel: Ein Wort sorgt für Verwirrung, weil es zwei Bedeutungen hat. Das liebste Teekesselchen der Linken heißt „Antifaschismus“. Wer mit diesem Wort zu spielen beginnt, kann sein Gegenüber geradezu schwindelig drehen.

/kultur/antifaschismus-antifa-schopenhauer-sprachverwirrung
Antifaschismus im Doppelpack / dpa

Autoreninfo

Judith Sevinç Basad ist Journalistin und lebt in Berlin. Sie studierte Philosophie und Germanistik und volontierte im Feuilleton der NZZ. Als freie Autorin schrieb sie u.a. für FAZ, NZZ und Welt. Sie bloggt mit dem Autoren-Kollektiv „Salonkolumnisten“. 

So erreichen Sie Judith Sevinç Basad:

Manche Weisheiten halten sich über Jahrhunderte. Wie etwa die rhetorischen Tipps, die Arthur Schopenhauer 1831 in seinem Buch „Die Kunst, recht zu behalten“ niederschrieb. Das Thema dabei: Wie macht man seinen Gegner bei Debatten am besten fertig? Bei einem Streitgespräch solle man sich absichtlich Synonyme heraussuchen oder von Begriffen reden, die eine Doppeldeutigkeit beinhalten, so der Philosoph. Der Grund: Falls man mit der einen Bedeutung des Begriffes den Streit verloren habe, könne man dann einfach behaupten, man hätte die andere Bedeutung des Begriffes gemeint – und der Gegner hätte von Anfang an alles nur falsch verstanden.

Hier ein Beispiel: Nehmen wir einmal die Diskussion, die Politiker und Aktivsten über die Antifa führen. Hier gibt es zwei Bedeutungen: Die Idee des Antifaschismus, die die Voraussetzung jeder Demokratie bildet. Und die reale Gruppierung, die sich „Antifaschistische Aktion“ – kurz: Antifa – nennt, ein eigenes Logo hat, in zahlreichen regionalen Ortsgruppen organisiert ist und deren Mitglieder für Gewalttaten, schwere Körperverletzung und versuchte Tötungsdelikte verantwortlich sind, wie der Verfassungsschutz mehrmals berichtete.

Bekenntnis zum Extremismus

Auf Twitter und in den Medien verwechselt man gerne diese zwei Begriffe. Und das ist praktisch: Denn so können sich selbst Politiker, die behaupten, dass sie auf dem Boden des Grundgesetzes stehen, zu einer linksextremistischen Gruppe bekennen – um dann bei Widerspruch einfach zu behaupten, man hätte doch die Idee Antifaschismus und somit die Verteidigung der Demokratie gemeint. Dieser rhetorische Trick ist billig, funktioniert aber hervorragend.

So schrieb die SPD-Vorsitzende Saskia Esken im Juni 2020 auf Twitter: „58 und Antifa. Selbstverständlich“, während die Linken-Politikerin Martina Renner bei einer Bundestagssitzung eine Antifa-Brosche auf ihrem Jackett trug. Dann gibt es noch die Kapitänin Carola Rackete, die vor kurzem auf Twitter postete, dass Sophie Scholl heute sicherlich auch Teil der Antifa gewesen wäre. Das muss man erst mal hinbekommen: Vereinigungen wie die Weiße Rose, deren Mitglieder für den Widerstand gegen die Nationalsozialisten ihr Leben gelassen haben, mit einem Mob zu vergleichen, der Adressen von vermeintlichen „Nazis“ im Internet veröffentlicht, Veranstaltungen stürmt und genau die Demokratie stürzten will, für die Scholl mit ihren Freunden damals gekämpft hatte.

Der Mob als Ordnungsmacht

Doch mit der Doppelbedeutung des Begriffes kann man nicht nur seinen Kopf aus der Schlinge ziehen, wenn man mit extremistischen Gruppen sympathisiert. Man kann Menschen auch dazu zwingen, diese Bewegung zu umarmen, indem man alle Kritiker der militanten Antifa als Kritiker der Idee des Antifaschismus, also der Demokratie brandmarkt.

Cicero Plus weiterlesen

  • i
    Alle Artikel und das E-Paper lesen
    • 4 Wochen gratis
    • danach 9,80 €
    • E-Paper, App
    • alle Plus-Inhalte
    • mtl. kündbar
Christoph Kuhlmann | So, 28. Februar 2021 - 09:38

Gewalt und Unterdrückung. Generell ist die menschliche Sprache auch nicht geeignet komplexe Zusammenhänge zu vermitteln, sondern immer wieder auf eine radikale Reduktion auf einzelne Aspekte umfangreicher Kontexte angewiesen. Dies gilt insbesondere für die Moral, die Sachverhalte, in denen hunderte oder tausende Differenzen nur eine unvollkommene Darstellung ermöglichen, auf eine simple gut/böse Differenz reduziert. Es kommt dann zu 100% auf den Kontext an, ob die Verwendung der Moral ethisch vertretbar oder unvertretbar ist.

Ernst-Günther Konrad | So, 28. Februar 2021 - 10:43

Kannte das Wort nicht, musste erst mal nachschauen, was es heißt. Auch wenn ich bezweifle, dass die praktischen Anwender Schopenhauers Handlungsanweisungen im praktischen Umgang mit Andersdenkenden ihn überhaupt kennen, so hat sich diese von Ihnen beschriebene Umgangsform bei vielen Politikern inzwischen breit gemacht. Und wer es nicht wusste, lernt vom Gegner und dreht dann den Spieß um. Da ist keine Partei und kaum noch ein Politiker inzwischen ausgenommen davon. Und das soll respektvoller und toleranter Umgang sein? Das soll eine Gesellschaft nicht spalten? Das soll am Ende zu Problemlösungen und Kompromissen führen? Das bildet Volkes Wille ab? Nein, da geht es nur um Durchsetzung von Macht und eigenen Interessen und wer nicht mitmacht ist eben Faschist, auch wenn die eigenen Mittel faschistischer nicht sein können. Rote und braune Faschisten sind in der Wahl ihrer Mittel gleich, auch wenn sie im anderen Gewand daher kommen. Sie sind aller Demokratie Untergang. Alle in einen Sack...

Dr. Michael Klein | So, 28. Februar 2021 - 11:00

Das Erstaunliche ist, wie geschichtsvergessen große Teile der Medien und des Bildungssystems - und am Ende die Öffentlichkeit - ist. Das, was einmal eindeutig radikal und extremistisch war, bekommt heutzutage das Mäntelchen des Fortschritts und des Avantgardistischen. Dabei mag die doppeldeutige Namensgebung bei "Antifa" noch helfen. Ein nüchterner, vernunftgeleiteter Blick auf Gesellschaft und Realität würde ausreichen, um zu erkennen, dass Antifa extremistisch, totalitär und gefährlich ist. Extremismus beginnt im Kopf und bedeutet Rigidität, Hyperemotion und vor allem Hypermoral. Politischer Extremismus ist in jeder Form gefährlich, auch dort wo er nicht direkt erkennbar ist, wie bei Formen der Oligarchenherrschaft in der Fassadendemokratie. Ihnen, Frau Basad, herzlichen Dank für diesen interessanten Beitrag und die Liebe für den guten alten Schopenhauer!

Petra Führmann | So, 28. Februar 2021 - 11:10

Sollte der vorletzte Satz nicht eher heißen: Gegenüber der AfD? Aber es soll ja noch ein Artikel erscheinen, der sicher erklärt, wer wen provoziert. Mich provozieren bewusstes Falschverstehen, Dummheit, Unterstellung, Verdrehung, Lügen,Respektlosigkeit... und Schlimme daran ist, dass genau das hier die Oberhand gewonnen hat.

Hans Jürgen Wienroth | So, 28. Februar 2021 - 11:46

Wieder ein sehr guter Artikel dieser Autorin, zu der man den Cicero nur beglückwünschen kann. Ich freue mich auf die nächste Folge. Hoffentlich gibt es hier noch mehr von ihr.
Die Autorin zeigt uns, wie wir manipuliert werden (sollen), wie man (pol.) Gegner (z. B: die AfD, aber auch Orban, Trump & Co.) diffamiert. Der „Sturm a. d. Reichstag“ war für die linken Politiker ein Geschenk. Da muss die Frage erlaubt sein, ob man sich das Geschenk durch die schwache Bewachung nicht selbst gemacht hat. Dazu passt auch die Ordensverleihung durch den BP am nächsten Tag wg. „Rettung unserer Demokratie“. Als ob die, selbst durch Erstürmung eines unbesetzten Parlamentes ohne Waffen, gefährdet wäre? Gibt es dafür nicht auch andere Gefahren, wie hier aufgezeigt?
Das heißt nicht, dass die andere Seite nicht genauso instrumentalisieren kann. Nur sind unsere Medien hier viel sensibler und warnen bereits im Vorfeld. Man sieht eben nur, was man sehen will, wie die Kommentare hier zeigen werden.

Und sein linkes agieren zeigt sich an der Ordensverleihung.
Wenn mit gleichem Maßstab gemessen würde, hätte er beim G20 Gipfel bzgl. der menschenverachtenden Angriffe der Linken Antifa Horde auf unsere Polizei, diese selbst mit Orden zuschmeissen müssen ob der Rettung der Demokratie.
Aber es ist nur ein linker Schmierenkommödiant unser BP.

Manfred Sonntag | So, 28. Februar 2021 - 12:15

Bravo, Frau Sevinç Basad! Nancy Fraser hat das sehr gut im Phil.Mag. 06/2018 beschrieben: Eine Linksliberale Elite hat in Verbindung mit "Neuen sozialen Bewegungen" (z.B.: LGBTQ) eine ideologische Fassade als Alibi für die mit ihr verbündeten postindustriellen symbolisch aufgeladenen Unternehmern aufgebaut und ermöglicht damit deren Firmen Raubzüge in der Gesellschaft. Die Antifa wird dabei als Kampfgruppe des Establishments benötigt. In der Corona Krise kann man das sehr gut beobachten. Frau Merkel und ihre Paladine, welche mit einer bigotten Affinität zu den Vertretern des Großkapitals, wie die Herren Schwab, Soros, W. Buffet („Es herrscht Klassenkrieg, richtig, aber es ist meine Klasse, die Klasse der Reichen, die Krieg führt, und wir gewinnen.“) etc. all deren Wünsche von den Lippen ablesen, werden aktiv von der Antifa unterstützt. Die Antifa hat im Rahmen der Identitätspolitik die Seiten gewechselt und kämpft jetzt mit Gewalt für das Großkapital gegen Demokraten & gegen Liberale.

Wolfgang Tröbner | So, 28. Februar 2021 - 12:57

über ein sehr relevantes Thema aus der Feder von Frau Bassad. Vielen Dank dafür, dass den Linken mit diesem Artikel die Maske der Scheinheiligkeit heruntergerissen wird. In den linken/linksextremen Kreisen beruft man sich gern darauf, Hüter und Verteidiger von "Moral" und "Demokratie" zu sein. Spätestens beim genaueren Hinschauen erkennt man aber sehr schnell, dass es ihnen weder um das Eine noch das Andere geht. Sondern nur um die schnöde Macht - sonst nichts. Und sobald man die Macht erlangt hat, wird man sich ganz schnell aller Tarnkappen entledigen und die wahre, nämlich undemokratische Fratze zeigen. Die Geschichte der letzten 100 Jahre, angefangen von Stalin, Ulbricht und Mao bis hin zu Maduro, sollte das eigentlich hinreichend belegt haben. Und man kann nur hoffen, dass dies viele Wähler im Lande auch erkennen: Demokratie und Linke sind wie Feuer und Wasser.

Das Problem sind NICHT NUR die Links-Extremisten und -Terroristen selber. Die sind AUCH ein Problem - aber weitestgehend ein Problem von Polizei, Justiz und ggf. KSK und GSG-9. Das Problem ist die Unterwanderung demokratischer Parteien, NGO's und Medien durch zweifelhafte Figuren, die sich die 'AntiFA' als eine Art 'Schutz-Abteilung' zum Kampf gegen (nicht nur politische) Feinde halten (wollen).
Beispiel:
Der Bundestag verhandelte letzte Woche über einen AfD-Antrag. Thema: Verbot der extrem linken Plattform Indymedia; einer Plattform auf welcher auch Links-Terroristen hemmungslos Gewaltaufrufe verbreiten (dürfen).

In der Debatte fragte die SPD-Abgeordnete Rüthrich (Sachsen) an die AfD gewandt: '... Was nervt Sie an dieser Seite ...?'
Der AfD-Abgeordnete Martin Hess antwortete mit einem Zitat: '... Die durch die Stadt streifenden Schweine, sind für uns ... verachtenswerte Subjekte, denen wir ... ihre Streiffahrt zur Hölle werden lassen!' (vgl. Faceb.).
Gemeint - sind Polizei-Beamte!

Hinter dem "Anti"-faschismus verstecken die Linken doch nur ihre Neidgefühle und totalitären (=faschistischen) Machtgelüste und versuchen sich so zu moralisch besseren Wesen zu erheben. Wo Schlägertrupps auf den Straßen unterwegs sind, die Andersdenkende zusammenschlagen, da sind wir nicht mehr weit vom Faschismus.

h.köppl | So, 28. Februar 2021 - 15:34

"Provozieren bis der Gegner die Fassung verliert – diesen Trick findet man vor allem bei der AfD" und vor allem bei der CDUCSUSPDFDPgrünenLinken

Bernd Muhlack | So, 28. Februar 2021 - 16:37

"Was ist denn deiner Meinung nach Faschismus?"
Auf diese Frage erhalte ich im Freundes-/Bekanntenkreis die skurilsten Antworten, von den Freunden-innen (?) Tochterns ganz zu schweigen.
"Hitler, Nazis" kommt immer vor.
"Benito Mussolini? Wer ist das, wo spielt der?"

Natürlich gibt es auch rühmliche Ausnahmen.

ANTIFA gehört eben in gewissen sich selbst als moralisch elitär befindlichen Kreisen zum guten Ton, must-have. "Du Edith, nächstes Wochenende ist ne Demo - aber vergiss deine ANTIFA-Maske nicht!""

Hier wird gerne zitiert, dass Teile der AfD seitens des Verfassungsschutzes überwacht werden.
Heute ist bei WELT online selbiges über DieLinke zu lesen.
Also: wir sind so langsam wohl doch wieder in Weimar angekommen.
Kürzlich las ich den Satz: "Klimaaktivismus ist auch immer Antifa!"
Diese Zeitgenossen sind völlig aus der Spur, dulden quasi keinerlei Widerspruch.
Jedoch sehe ich ein Problem: die meisten von ihnen sind "weiß", also per se "schlecht" - da nutzt dann auch Antifa nichts!

Lieber Herr Muhlack,
es ist mir immer wieder eine helle Freude, Ihre Kommentare zu lesen. Mit ein paar ironischen Zeilen in Dialogform entlarven Sie viele Absurditäten unserer Zeit! Auch einige der übereifrigen "Beschützer" unserer Demokratur bekommen so ihr Fett weg.
Manchmal kann man die Realitäten des Alltags nur mit Ironie und Satire ertragen. Sie sind ein Meister darin! Weiter so und freundlichste Grüße!
Kurt Kuhn

Kurt Kuhn | So, 28. Februar 2021 - 17:58

„Die Idee des Antifaschismus, die die Voraussetzung jeder Demokratie bildet“ reicht leider nicht ganz. Es gehören auch noch ein paar andere Voraussetzungen für eine Demokratie dazu. Der Kommunismus im ehemaligen Ostblock z.B. war antifaschistisch, aber ganz bestimmt nicht demokratisch.
Der Kick-Trick gegen die AfD musste wohl im Text dabei sein, sonst könnte der Mensch ja Zielscheibe der Antifa werden.
Ansonsten vielen Dank für den sehr guten Artikel, Frau Basad!

Markus Michaelis | So, 28. Februar 2021 - 18:07

Wer schonmal mit Menschen versucht hat zu diskutieren, weiß, dass es fast unmöglich ist jemanden von deutlich abweichenden Standpunkten zu überzeugen - und wenn, kostet es soviel Mühe und Zeit, dass dies kein Konzept für zeitnahe Lösungen ist.

Der gesellschaftliche Diskurs geht daher immer im Schwerpunkt so, dass man gewisse Dinge als Tabu hat - und zu allen real anliegenden Fragen/Personen die Schlacht darum geht, ob sie zu den Tabubegriffen oder zu den anderen gehören.

Etwa Europa=Frieden, Nicht-Europa=Krieg. Oder Palmer=AFD, Baerbock=Frauenrechte. Solche Zuordnungen sind natürlich zu plump und überzeugen nie alle. Daher fand ich es immer ganz vernünftig, dass wir verschiedene Länder und Kulturzonen mit ihren jeweiligen Wahrheiten hatten.

Schwierig ist, dass wir heute universelle Wahrheiten beanspruchen, die aber nur über mediale, politische und zur Not physische Gewalt herzustellen sind.

Walter Bühler | Mo, 1. März 2021 - 09:55

Es ist schön, dass Frau Basad wieder einmal die eristische Dialektik von Schopenhauer ins Gespräch bringt, und zwar offenbar in mehreren Texten.
Die unzähligen rhetorischen Tricks, mit denen man seine Gegner in der Öffentlichkeit aufs Kreuz legen kann, verstecken sich seit der Antike hinter pseudo-logischen und pseudo-vernünftigen Argumenten. Sie machen bis heute einen bedeutenden Teil der politischen Wissenschaft aus, wie sie von poltitischen Institutionen und Beratern unter schönen Deckmäntelchen in Think-Tanks kultiviert und gepflegt werden.

Zum Teekessel, den Fraus Basad so schön schildert, kommt auch noch das rechtzeitige Aufblasen und und die plötzliche Verengung eines Begriffs. Auch das "argumentum ad hominem", das mehr oder weniger heimliche "urgieren" gehört dazu, das unablässige Bedrängen, Ärgern und Nerven, bis der so Bedrängte emotional "explodiert" und am Ende öffentlich als "unsachlicher" Diskussionsteilnehmer denunziert werden kann.

Tja, so ist die Welt.

Dieter Freundlieb | Mo, 1. März 2021 - 10:00

Ich lese Ihre Artikel immer gern. Ich halte sie für intelligent geschrieben, scharfsinnig und erfrischend ideologiefrei. Das gilt auch für diesen Artikel - mit einer Ausnahme. Was Sie über die AfD sagen, halte ich für das bedauerliche Resultat einer von ihren Gegnern ständig wiederholten aber dadurch nicht wahrer werdenden Anschuldigung. Angeblich provoziert die AfD, nimmt dann aber die Provokation wieder ein Stück zurück. Für mich stellt sich das ganz anders dar. Die AfD äußert scharfe Kritik, durch die sich die anderen Parteien provoziert fühlen. Oder die Politiker anderer Parteien zitieren eine provokant klingende, aber aus dem Zusammenhang gerissene und total verkürzte Äußerung vor, um zu beweisen wie 'hetzerisch' die AfD ist. Wenn die AfD dann die Sache richtig stellt, bezeichnet man das als Zurücknahme der Provokation. Das fing schon an mit dem angeblichen 'Schießbefehl' durch Frau Petry oder der Behauptung, Frau von Storch wolle auf Frauen und Kinder schießen lassen.

Ernst-Günther Konrad | Mo, 1. März 2021 - 11:24

In reply to by Dieter Freundlieb

Deshalb rate ich jedem, er möge sich selbst ein Bild machen und entweder in seiner Umgebung, wenn wir wieder dürfen, deren Veranstaltungen zu besuchen oder im Netz nach deren Reden suchen und sich direkt bei der AFD informieren. Nein, das heißt nicht, dass man deshalb schon AFD-Fan ist oder wird, sondern das ist derzeit die einzige Möglichkeit, Originalton zu hören. Was jeder für sich dann darüber denkt, bleibt ihm unbenommen.
Ich bin auch auf anderen Parteiseiten gezielt unterwegs, lese auch MsM und gebe mir hin- und wieder auch entsprechende Videos aus meiner Sicht von politisch Andersdenkender, wenn ich Themen und Aussagen recherchiere. Ob sich Frau Basad, deren Artikel ich immer sehr schätze, nur verschrieben hat oder für ihre AFD-Aussage Belege bringt sollten wir abwarten. Es soll ja da ein weiterer Artikel folgen. Das der ein oder andere AFDler auch über das Ziel hinaus schießt ist selbstredend. Auch da liegen, ob deren Behandlung manchmal bei Einzelnen die Nerven blank.

Gerhard Lenz | Mo, 1. März 2021 - 14:39

In reply to by Dieter Freundlieb

Daran liegt es also, dass die AfD noch immer bei 10% in Umfragen steht! Trotz der zahlreichen Entgleisungen, die, wie man erstaunt hört, ja gar keine sind.
Denn die AfD provoziert ja nicht, sie kritisiert nur in aller Schärfe. Und wird immer nur falsch verstanden!
Na sowas. Wie verstehe ich denn nun eine Aussage wie: "Es soll eine Umvolkung stattfinden" (Gauland) richtig? Oder
"Die Merkelhure lässt jeden rein!" (Boehringer) oder
"Immerhin haben wir jetzt so viele Ausländer im Land, dass sich ein Holocaust mal wieder lohnen würde." Aussage eines Herrn Grauf, die für die Flügel-Radikale Baum in BW arbeitete. Grau meinte auch: "Ich würde niemanden verurteilen, der ein bewohntes Asylantenheim anzündet!". Glaube ich ihm sogar.
Ein Herr namens Hoecke, der durchaus Gewicht in der AfD hat, meinte " ‘Das große Problem ist, dass man Hitler als absolut böse darstellt".

Obwohl es vor Hitler wohl nichts Böseres gegeben hat, und auch in Zukunft wohl nicht mehr geben wird..

Quelle? Correctiv.org

Sie sind allzu optimistisch und erstaunlich unpolitisch, wenn Sie glauben, so etwas Böses wie Hitler könne es nicht noch einmal geben. Eigentlich dachte ich immer, es wäre das Grauen vor einem möglichen neuen Faschismus, das den wahren Antifaschisten von heute antreibt.

Und das Flüchtlingslager in Morea: Wer hat dieses bewohnte, leicht brennbare Asylantenheim angezündet? Wissen Sie vielleicht, Herr Lenz, wie man es in Deutschland vermeiden kann, diesem Verbrecher ("Aktivisten") auf der Straße zu begegnen? Auch die ach so tapferen Anti-Faschisten, die Signalkabel der Bahn und Autos in Wohngebieten in Brand stecken, sind nicht so leicht zu erkennen.

Ich bin kein AfD-ler. Aber Ihr Hass auf den politischen Feind ist schon sehr ausgeprägt. Im Flutlicht sieht man schnell gar nichts mehr. Eine einfache Taschenlampe ist oft besser.

Quelle: Gesunder Menschenverstand.

Tobias Schmitt | Mo, 1. März 2021 - 15:39

In reply to by Dieter Freundlieb

Die Verweise zur AfD dienen Journalisten/der Presse doch nur zur Entschärfung kritischer Texte.
Wenn jemand kommt und sagt: "Da schauen sie mal den Artikel vom 28.1.2001, das ist ganz klar regierungskritisch. Da erkenne ich rechte Symphatien", dann kann man ganz schnell auf die Zeile mit der AfD springen und sagen "Nein nein, hier hab ich mich von der AfD abgegrenzt."

Es ist praktisch die Rückversicherung für die, die zwar schreien wollen, aber Angst vor dem Echo haben. Das wissen diese Leute auch selbst.

Das Verschreien der AfD ganz klar ein Teil des linken Systems. Es ist das Diskreditieren des politischen Gegners.