Annalena Baerbocks Buch - Wo bleiben Antworten auf die großen Fragen?

Aufgrund vieler abgeschriebener Passagen sah sich die Kanzlerkandidatin der Grünen heftiger Kritik ausgesetzt. Aber worum geht es Annalena Baerbock eigentlich? Der FDP-Parlamentarier Johannes Vogel hat sich mit dem Inhalt der Schrift auseinandergesetzt.

Buchcover von Annalena Baerbocks Sachbuch "Jetzt"
Was steht eigentlich drin, in Baerbocks Wahlkampf-Traktat? / Ullstein

Autoreninfo

Johannes Vogel ist Sprecher für Arbeitsmarkt- und Renten­politik der FDP-Fraktion im Deutschen Bundestag.

So erreichen Sie Johannes Vogel:

Bücher von Politikerinnen und Politikern sind kein ganz einfaches Genre. Bücher von Kanzlerkandidatinnen offenkundig erst recht nicht. Als Annalena Baerbock vor rund zwei Monaten „Jetzt“ vorgestellt hat, war das erstmal die Präsentation eines literarischen Wahlplakats. Schnell wurde daraus ein skandalumwitterter Stein des Anstoßes. Die grüne Kanzlerkandidatin war teils maßlosen Vorwürfen ausgesetzt, ihre im Buch gezeigte Praxis des Copy-Paste allerdings auch alles andere als maßvoll. Die Salami­taktik im Krisenmanagement machte es nicht besser. 

Eine Verteidigungslinie grüner Kolleginnen und Kollegen war, man solle mehr über die Themen des Buches reden. Über Inhalte reden – das lohnt sich immer. Denn in der Tat sind sie es, um die es im Wahlkampf im Kern gehen sollte. Dieser ist idealiter nichts anderes als das große Gespräch unserer Demokratie über die Themen und vor allem die Lösungen, die in der nächsten Legislatur eine Rolle spielen sollten. 

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Norbert Heyer | Mo, 2. August 2021 - 12:41

Manchmal - aber wirklich nur manchmal - erwische ich mich dabei, den Grünen einen überzeugenden Sieg bei der BTW zu erringen. Sie könnten eine Koalition GRR bilden, Frau Baerbock wäre Kanzlerin, Herr Scholz Finanzminister, die Roten stellen den Innenminister und dann? Dann würde man den eklatanten Unterschied zwischen Theorie und Praxis hautnah erleben. Es würde Hubschlauber-Geld regnen, die Grenzen würden nicht zur sperrangelweit offen bleiben - wir würden offensiv für vermehrte Einwanderung werben. Die Steuern der "Gutverdienenden" würden klimagerecht erhöht, Verbrenner-Autos derart verteuert, dass viele auf ihren notwendigen PKW verzichten müssten, KKW und AKW noch schneller abgeschafft, die Windmühlen-Industrie erlebte einen Boom und dann - wenn die Steuereinnahmen einbrechen, die Arbeitslosigkeit ansteigt, dann werden die Weltenretter auf das reduziert was sie sind: Zauberlehrlinge, die dringend die Hilfe eines Meisters benötigen, denn die Not ist groß und die Kohle ist verpulvert

...und das, werter Herr Heyer, wünsche ich mir nun ganz und gar nicht.
DAS sollten wir alle, die wir nicht ideologisch erblindet sind, durch ein entspr. Kreuz verhindern.

Robert Hans Stein | Mo, 2. August 2021 - 15:42

In reply to by Norbert Heyer

vorausgesetzt, die Auswirkungen träfen nur eine Wählerklientel, die das so wollte.
Leider wird daraus nichts. Am härtesten werden es die aus dem Erwerbsprozess ausgeschiedenen Bewohner ländlicher Regionen zu spüren bekommen. Deren Einkünfte stagnieren nicht nur, sie sinken gemessen an den erwartbar noch stärker steigenden Lebenshaltungskosten. Ausgleichende Unterstützung wird ihnen nicht zuteil, da das einzig akzeptierte Motiv für individuelle Mobilität - der Weg zum Job - nicht gegeben ist. Es sind die alten weißen Männer UND Frauen, aber die zählen ja eh nicht zu den Lieblingen von Baerbock un Co. Die braucht doch auch keiner, oder? Dennoch werde ich hier nicht zum kollektiven Suizid dieser Alterskohorte aufrufen. Ich möchte denen, die mich nicht mögen (und die ich ebensowenig mag) möglichst lange erhalten bleiben.

Hans-Juergen Schulze | Di, 3. August 2021 - 12:18

In reply to by Norbert Heyer

Gemacht, getan, Deutschland ist als einzigster Staat auf diesem Erdball klimaneutral. Wir sind die einzigsten Vorbilder und können die alte Nationalhymne wieder anstimmen " De- De über alles in der Welt-"Die Nachbarstaaten verkaufen uns keine KWH Strom mehr. Die restliche Welt hat nur noch ein hönisches Lächeln im Gesicht. Deutscland befinndet sich in einer echten selbstgemachten Klimakriese. Die Tage sind total von Wolken behangen, die Windräder sind wegen übergroßen Windstärken abgeschaltet worden, es arbeiten nur noch die Elektroautos weil noch 25% Strom drinn ist, danach auch hier „Sense“. Auf den Feldern wächst fast nichts mehr es, fehlt an Wachstum
CO -2. für die Gewächshäuser.Wir versuchen zu importieren teures CO 2 aus dem verhassten China, damit wenigsten noch Gemüse wachsen kann. Die zeigen uns ´nen Vogel. Fleisch benötigen wir eh nnicht mehr. Spätestens einen Tag nach Ultimo geht dann, die wir „geschützte“ Jugend auf die Straße weil telefonieren geht auch nicht mehr...

Robert Hans Stein | Mo, 2. August 2021 - 15:44

Wenn die Grünen regieren, entsage ich jeglichem Alkoholgenuß und gehe wieder ins Fitnesscenter.

Ernst-Günther Konrad | Mo, 2. August 2021 - 16:11

Da muss ich AB aber mal in Schutz nehmen. Wo nichts ist auch nichts kommen. Wo soll denn die "Völkerrechtlerin" die Lebenserfahrung in der Arbeitswelt und wirtschaftliches Wissen her haben? Sie bildet doch nur exemplarisch das ab, was links-grüne Ideologie zum Thema Wirtschaft und Gesellschaft drauf hat. Maximale Forderungen, bei mangelndem Realitätssinn. Diese Generation hat nie selbst etwas erwirtschaften müssen. Sie hat sicher noch nie ihre Hände im Boden eines Ackers gehabt, Gemüse angebaut, geerntet, bearbeitet, selbst gekocht und verzehrt. Die kennt die Arbeitswelt nur aus Besuchen in Firmen für Wahlkämpfe. Hat die mal mit Arbeitern im Kohlerevier gesprochen? Hat die mal einen Tag im Pflegeberuf hospitiert und vulnerable Gruppen betreut, sie gewaschen, gepflegt, umgebettet?
Sie hätte Wirtschaftswissen irgendwo abkopieren können, das stimmt. Das setzt aber voraus, dass sie das, was sie da "klaut" auch versteht. Und da fängt das Problem bei den meisten GRÜNEN an. Die verstehen nix

Ob Gauland, Weidel, Höcke, Chrupalla, Salvini, Kurz, Trump, Orban oder Le Pen (um mal ein paar der Säulenheiligen hier aufzuzählen) schon mal "ihre Hände im Boden eines Ackers gehabt, Gemüse angebaut, geerntet, bearbeitet, selbst gekocht und verzehrt" oder Pflegebedürftige "betreut, sie gewaschen, gepflegt, umgebettet" haben...?
Es geht Ihnen doch gar nicht darum, wie viel Dreck die Leute unter den Fingernägeln haben oder wo sie was wie lange studiert und einen Abschluss erworben haben, sondern um Inhalte. Und wer nicht z. B. massiv gegen Flüchtlinge ist, der wird in diesem Forum selbst dann keinen Blumentopf gewinnen, wenn er oder sie erfolgreich in Oxford studiert, ein eigenes Unternehmen leitet und nebenbei in der Altenpflege tätig ist.
Umgekehrt kann man gänzlich ohne beruflichen Abschluss sein (wie Kurz, Kickl und Salvini) - ist OK, so lange man die richtigen Parolen abspult...
Also was soll dieser Popanz?

Ernst-Günther Konrad | Di, 3. August 2021 - 10:47

In reply to by Kai Hügle

Herr Hügle, Sie scheinen eine große Glaskugel zu besitzen. Nicht nur bei mir, auch bei anderen Foristen lesen Sie Dinge, die gar nicht im Artikel selbst oder Kommentar der einzelnen Mitforisten geschrieben sind und wissen dennoch, wie wir allen denken? Ich verneige mich vor Ihren Fähigkeiten. Sie sollten im Zirkus auftreten. Nur was hat das eine mit dem anderen zu tun? Das Sie extremer links-grüner Doktrin anhängen kann hier sicher jeder selbst feststellen. Es ist aber schon vermessen, die von Ihnen aufgeführten Politiker mit der Hochstaplerin und Betrügerin Baerbock in Abgleich zu bringen. Wie fast immer, schreiben Sie zum Artikel wieder nichts. Haben Sie ihn nicht gelesen? Verstehen Sie ihn vielleicht nicht?
Übrigens, da Sie so gerne den Oberlehrer spielen: "so lange" schreibt man zusammen. Der österreichische Innenminister heisst Krickl. Sie sehen, auch ich kann Besserwisser:)

Erst die Sache mit der Inzidenz und nun das hier... Der Mann heißt KICKL und ist seit der Ibiza-Affäre (2019) nicht mehr Innenminister! Ich verlinke mal eine Quelle aus Österreich, in der Annahme, dass die wissen, wie der sich schreibt:

https://kurier.at/politik/inland/fpoe-chef-kickl-fordert-aussetzung-des…

Bleibt nur noch die Frage, ob Sie meinen Punkt nicht verstanden haben oder ihn bewusst umgehen. Sie behaupten, Baerbock stehe "exemplarisch" für eine Generation (bzw. eine "links-grüne Ideologie"), die nie etwas erwirtschaften musste und der es an Realitätssinn und Lebenserfahrung mangelt.
Das versuchen Sie zu veranschaulichen mit Ihren Beispielen aus der Landwirtschaft und der Pflege. Ich habe Politiker genannt, von denen keiner das von Ihnen formulierte Anforderungsprofil erfüllt. Der einzige Unterschied ist, dass die Positionen vertreten, die Sie überzeugen. Ist ja völlig in Ordnung, aber begründen Sie das doch auch so.

Günter Johannsen | Di, 3. August 2021 - 15:00

In reply to by Kai Hügle

Mit den richtigen Parolen müssten sie sich (?) gut auskennen?
"Vorwärts nimmer - rückwärts immer" rief doch Erich-A. Honecker kurz vor seinem Ende und dem Ende seines abgewrackten Unrechtsstaates DDR. Oder ist auch das nicht ganz richtig? Na gut: ich hab es verdreht, aber gemeint war es ja so wie ich es dargestellt habe. Die Genossen hängen immer noch an ihrem Traum und den damit verbundenen Pfründen. Aber ein für allemal aus der Traum, Herr Hügle. Für das Volk war es ein Albtraum und viele sind heute noch traumatisiert, besonders die, welche eine "therapeutische" Sonderbehandlung des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) bekamen! Noch einmal zum Mitschreiben: 1989 hat das Volk der untergegangenen DDR deutlich mit den Füßen und mit Kerzen klargestellt, was sie vom Versklavungssystem Kommunismus hält!

Bernd Muhlack | Di, 3. August 2021 - 15:21

In reply to by Kai Hügle

Es ist doch egal, ob dieses Knabe Kickl oder Krickl heißt - der schlimmste Österreicher (nach Hitler) ist und bleibt der Krankl Hans mit seinem 3:2-Siegtor 1978 in Cordoba!

Nein, ich teile Ihre Meinung nicht, dass man hier nur dann einen Blumentopf gewinnt, wenn man gegen Flüchtlinge ist - im Übrigen: was soll ich mit einem Blumentopf?
Ich unterscheide sehr genau zwischen wahrhaft Schutzsuchenden und schlicht den Dahergelaufenen (Schlauchbootfahrern z. B.).
Letztere braucht man in Europa und sonstwo nicht!

Ich habe damals viele Monate Zivildienst auf einer Schwerstpflegegruppe absolviert, das war zu Beginn hammerhart.
Jurastudium, Referendariat und Anwalt.
Folglich eine gewisse Lebenserfahrung.
Ich kann sehr wohl beurteilen, ob ein "Qualikationsloser" oder mit Orchideenexamen Stuss redet oder nicht!

Hier wird oft aneinander vorbei geredet - Schützengrabenmentalität!

Da Sie bereite 2 Postings hatten ist eine Antwort wohl nicht zulässig.
Das ist mMn schade.

Es lebe die Sachlichkeit!

Bernd Muhlack | Mo, 2. August 2021 - 16:14

"Und dann der Erfahrungsbericht über das miese britische Gesundheitssystem – ist die staatliche Einheitsversicherung, wie sie sich im Vereinigten Königreich findet, nicht ziemlich genau das, was die Grünen auch für Deutschland herbeisehnen?"

Tochtern lebt seit 2010 in UK, ist logischerweise dort krankenversichert. Dies ist ein völlig anderes System als hier in D.
Das NHS ist grundsätzlich für alle Bürger zugänglich und garantiert eine medizinische Grundversorgung. Es wird viel weniger operiert als in D - in Skandinavien ist das ebenso.
Übrigens gibt es mehr deutsche Ärzte in UK als britische Ärzte in D!

Zu Frau Baerbock schreibe ich besser nichts.

Gerhard Schwedes | Mo, 2. August 2021 - 16:26

Lieber Herr Vogel! Bevor ich weiterlese, muss ich schon nach der 1. Zeile kommentieren. Lassen Sie doch bitte diesen Quatsch von Doppennennungen. Als ob unsereiner nicht wüsste, dass man unter "Politiker" (generisches Maskulin) auch "Politikerinnen" zu verstehen hat. Wollen Sie damit den Oberleher für Ihre Leser spielen? Oder wollen Sie damit à lá Stockholm-Syndrom den Genderisten signalisieren, dass Sie auch ganz schön progressiv sind? Halten Sie unsereinen doch nicht für so verblödet! Es gibt keine Kompromisse mit den Genderisten. Wer ihnen den kleinen Finger gibt, von dem nehmen diese binnen kurzem die ganze Hand. Nehmen Sie bitte zur Kenntnis, dass ich gegen Ihre Doppelnennungen protestiere und Sie deshalb für einen Feigling erachte, der einen vorauseilenden Kotau vor den Genderisten macht.

Gerhard Schwedes | Mo, 2. August 2021 - 16:32

Lieber Herr Vogel! Nun bin ich bei der 15. Zeile angelangt und damit bei der zweiten Gender-Doppelnennung. Und nun ist es für mich genug. Drehen Sie anderen Ihren Text auf, aber bitte nicht mir. Eine solche FDP, die wieder einmal die Hosen voll hat, kann ein Mensch mit gesundem Menschenverstand einfach nicht wählen. Machen Sie ruhig weiter in diesem Stil! Nicht aber mit mir. Damit holen Sie keinen einzigen Wähler mehr hinter dem Ofen hervor.

Günter Johannsen | Mo, 2. August 2021 - 16:38

Die Antworten bekommen wir erst nach der Wahl ... wenn sie denn gewählt wird: Aber nicht verbal, sondern erlebbar! Ehrlich, darauf könnte ich verzichten ... !

Charlotte Basler | Mo, 2. August 2021 - 17:20

großen Fragen? Na die muss erst mal jemand niederschreiben, bevor Frau sie kopieren kann.

Hanno Woitek | Mo, 2. August 2021 - 17:52

sie ist eine amüsante Traum-Trambolinerin, mehr nicht. Herr Vogel und seine FDP können aber auch nur "Steuern für die Reichen senken " unimehr haben sie auch nicht.

Jost Bender | Mo, 2. August 2021 - 19:11

dann aber selbst außer der Rentenfrage praktisch kein weiteres, relevantes Thema mehr findet, das er inhaltlich thematisieren kann oder will, sollte uns solche Überschriften ersparen. - Ja, es wäre richtig, acht Wochen vor der Wahl von den anderen Parteien endlich eine kritische & inhaltliche Auseinandersetzung mit dem grünen Programm zu fordern. - Aber dann kommt auch vom FDP-'Rentenexperten' (wie von Baerbock selbst) nur heisse Luft: Nichts zur Energiepolitik, Wirtschaftspolitik, Klimapolitik, Außen- oder Europapolitik ...! Stattdessen wünscht sich J. Vogel in einem Buch, das eine Programmatik dafür zu bieten versprach, "wie wir unser Land erneuern" doch bitte mehr als 'nur' 2 Seiten zur Vita der Mutter der Autorin! - OK, ja, die Grünen ersetzen auf vielen pol. Feldern das Fehlen überzeugender Konzepte durch den Vortrag von Überzeugungen & Moral.
Aber unser Problem als Wähler ist doch: Es gibt keine pragmatischen Alternativen. Auch FDP-Konzepte erschöpfen sich mit d. CO2-Bepreisung