100 Jahre Oktoberrevolution - Lenins grausames Erbe

Vor einem Jahrhundert fand in Petrograd eine Revolte statt, die später als Oktoberrevolution verklärt wurde. Doch Lenins Werk sollte nicht romantisiert werden. Zumal der Wille zur Zensur heute wieder zum Vorschein kommt

Lenin-Denkmal in St. Petersburg: kein romantischer Revolutionär, sondern rechthaberischer Diktator / picture alliance

Autoreninfo

Dr. Klaus-Rüdiger Mai, geboren 1963, Schriftsteller und Historiker, verfasste historische Sachbücher, Biographien und Essays, sowie historische Romane. Sein Spezialgebiet ist die europäische Geschichte. Am 10. April erscheint sein Buch „Geht der Kirche der Glaube aus?“

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Nacht über der Newa, doch es gibt keine Ruhe in der Stadt an diesem 7. November – wie auch in den vorigen Nächten nicht. Stattdessen herrscht Aufgeregtheit und eine Spannung in Petrograd, die auf ihre Entladung wartet. Vier Jahre Weltkrieg haben die Armut im russischen Imperium, einem miserabel verwalteten Vielvölkerstadt, immens verstärkt. Die Eliten bereicherten sich rücksichtslos. Die Liberalen wie Alexander Kerenski, der Chef der Provisorischen Regierung, Sozialdemokraten wie Irakli Tseretli oder Sozialrevolutionäre wie Wiktor Tschernow mühten sich, aus einem autokratischen Reich eine demokratische Republik zu machen. Dafür wurden sie heftig von Rechts – von denen, die das Zarenreich restaurieren wollten – wie von Links – alle Arten von Volksbefreiern – angegriffen, verhöhnt und diffamiert.

Im Grunde konnten sie nur scheitern, denn 80 Prozent der Bevölkerung lebte in düsterer Unbildung auf dem Land. Die Industrialisierung hatte gerade erst begonnen, und so existierte nur eine dünne Schicht von Arbeitern und eine noch schmalere von Intelligenzlern, auf die sich die Provisorische Regierung stützen konnte. Die russischen Sozialdemokraten hatten sich in eine gemäßigte Fraktion, den Menschewiki, und eine radikalere oder revolutionäre, den Bolschewiki, gespalten. Beide Fraktionen standen sich voller Hass gegenüber. Neben der Provisorischen Regierung hatte sich ein zweites Machtzentrum in Petrograd etabliert: der Sowjet (Rat) der Arbeiter- und Bauerndeputierten, in dem ebenfalls die Menschewiki und die linke Fraktion der Sozialrevolutionäre vertreten waren. Die Sozialrevolutionäre, die ursprünglich aus dem russischen Anarchismus und linken Terrorismus der Gruppe Volkswille (Narodnaja Wolja) hervorgegangen waren, beteiligten sich wie die Menschewiki an beiden „Regierungen“.

Lenin wollte mit dem Aufstand warten

Wladimir Iljitisch Lenin hatte nach seiner vom deutschen Steuerzahler spendierten Rückkehr nach Russland in den Aprilthesen zum Sturz der Provisorischen Regierung aufgerufen und die Bildung einer Sowjetrepublik, zur Verstaatlichung der Banken, zur Bodenreform und zur Kontrolle der Arbeiter über die Industrie gefordert. Es ist leicht einzusehen, dass dieser Zustand der Doppelherrschaft nicht lange halten konnte und es irgendwann zur Entscheidung kommen musste. Alle großen Ereignisse in der Geschichte geschehen dennoch aus Versehen, zumindest in der Art, wie sie konkret stattfinden. Lenin hielt sich versteckt in seiner konspirativen Wohnung auf, während die kleine Führungsspitze der Bolschewiki im Smolny, dem Sitz des Sowjets, sich endlos darüber stritt, ob man zum Aufstand aufrufen sollte, während Leo Trotzki die Meisterleistung gelang, die Soldaten der Petrograder Garnison auf die Seite der Sowjets hinüberzuziehen.

Es hält sich die Anekdote, dass Lenin, der mit dem Aufstand noch warten wollte, besorgt über Trotzkis Aktivismus durch die Nacht lief und unter Gefahr, erkannt und womöglich erschossen zu werden, durch die Straßen zum Smolny eilte, in Trotzkis Büro stürmte und ihn anherrschte, er solle keinesfalls das Signal zum Aufstand geben. Doch der konnte nur noch lächeln: Der Aufstand lief bereits. In dieser Nacht wurde das Winterpalais, der Sitz der Provisorischen Regierung, gestürmt und die Chance auf eine demokratische Entwicklung in Russland für die nächsten 73 Jahre vertagt. Was in der Nacht vom 7. November seinen Anfang nahm, sollte von 1945 bis 1989 Europa spalten und einen Teil des Kontinents zu einer Art sowjetischen Kolonie machen.

Deutscher Dichter im Delirium

Doch die Nachricht von der marxistischen Revolution ging per Kabel und per Funk um die Welt und in Berlin dichtete deshalb fast zeitgleich ein hochbegabter, hungerleidender und morphiumsüchtiger junger Mann aus München im Hungerdelirium oder Drogenrausch: „Im Osten wächst das Licht. Der Dichter streue/sich schwellend dir entgegen. Welche Nacht!“ Dieser junge Dichter hieß Johannes R. Becher und sollte der erste Kulturminister der DDR werden.

Und Nacht senkte sich tatsächlich über Rußland. Grigori Sinowjew, führender Bolschewik, erklärte bereits im September 1918: „Um unsere Feinde zu überwinden, brauchen wir unseren eigenen sozialistischen Militarismus. Von der 100 Millionen zählenden Bevölkerung Sowjetrusslands müssen wir 90 Millionen mit uns nehmen. Was den Rest angeht, so haben wir ihm nichts zu sagen. Er muss vernichtet werden.“ Am Ende sollte er sich doppelt verrechnet haben: Es waren nicht 10 Millionen, sondern 20 bis 25 Millionen Menschen, die dem Terror der Bolschewiki zum Opfer fielen. Auch ihn persönlich sollte es treffen. Lenins Nachfolger Josef Stalin ließ ihn wie die ganze alte Garde der Bolschewiki erschießen.

Der Terror der Revolutionäre

Der Terror, den die Revolutionäre gefordert hatten, fiel auf sie selbst zurück. Aber eben nicht nur auf sie, sondern auf Millionen Menschen, die keine Schuld auf sich geladen hatten, die denunziert wurden. Zuweilen nur deshalb, weil die hochgesteckten Ziele im sozialistischen Wettbewerb bei der Verurteilung und „Liquidierung“ von Staatsfeinden zu erfüllen waren. Niemand wollte als Saboteur dastehen und das Unglück derjenigen, die ins Räderwerk geraten sind, teilen. Im Grunde entstand eine ganze Industrie zur Produktion und Verwaltung von Staatsfeinden. Auch Kinder wurden nicht verschont. Kinder von Staatsfeinden kamen, wenn sie unter 12 Jahre alt waren, in spezielle Kinderheime. Wenn sie älter waren, schickte man sie entweder in den Gulag oder sie wurden wie ihre Eltern erschossen.

Der junge Dichter, der in Berlin gewohnt hatte, forderte in seiner Hymne ein paar Zeilen weiter: „Ihr werdet hart sein. Und sehr unerbittlich.“

Staatlich subventionierte Möchtegern-Revoluzzer

Wenn sich unweit Bechers damaliger Wohnung heute in der Berliner Schaubühne ein paar Narren versammeln, um Revolution zu spielen, so sei ihnen dringend anempfohlen, einen Moment zu schweigen und den Band „Kinder im GULAG“ zu studieren. Diesen hat später Alexander Jakowlew, enger Berater von Michail Gorbatschow und Initiator von dessen Reformpolitik (Perestroika), zusammengestellt. Die Möchtegern-Revoluzzer sollten, bevor sie ihr vom Steuerzahler subventioniertes Spielchen fortsetzen, Boris Pilnjaks „Maschinen und Wölfe“ lesen oder Andrej Platonovs „Tschewengur. Die Wanderung mit offenem Herzen“ oder Artjom Wesjolys „Rußland in Blut gewaschen“.

Dabei ist Wesjoly ein Pseudonym und heißt auf Deutsch: „Der Fröhliche.“ Die Liste der Literatur, die man lesen sollte, bevor man wirklich ein Gegenparlament bilden und den Reichstag stürmen will, ist lang, leider zu lang. Das historische Analogon, die Provisorische Regierung, die im Winterpalais in Petrograd tagte, stellte zumindest den Anfang auf dem Weg zu einer parlamentarischen Demokratie dar, so wie der Bundestag Organ einer geglückten Demokratie ist.

Lenin war kein Held, sondern Nihilist

Es ist eine Lüge, zumindest Ausweis gewollter Unkenntnis der Geschichte, wenn man die Oktoberrevolution und Lenin verherrlicht und die Verbrechen nur Stalin anlastet. Mit welchem Vernichtungswillen, mit welchem nihilistischen Hang zum Totalitarismus, zur Zensur, zur Rechthaberei, zur Diktatur die Bolschewiki angetreten sind, lässt sich mit genügend Schriften belegen. Der Wille zur Zensur, wie er heute wieder zum Vorschein kommt, die Beseeltheit von Journalisten, zu Propagandisten zu werden, Objektivität fahren zu lassen, weil man wieder einmal am großen Werk mittun will, findet man theoretisch vorformuliert in Lenins Schrift „Parteiorganisation und Parteiliteratur“.

Lenins Schatten lastet noch immer auf uns. Wir sollten die Oktoberrevolution daher als Menetekel sehen.

helmut armbruster | Di, 7. November 2017 - 16:51

es ging ihm um nichts anderes als um die Revolution. Und als er sie schließlich erreicht u. durchgeführt hatte ging es ihm wiederum nur um die Revolution.
Sie musste unbedingt erhalten und verteidigt werden, egal um welchen Preis.
Verteidigung gegen Konterrevolution, Saboteure, Interventionisten, Klassenfeinde und andere mehr.
Dafür war ihm jedes Mittel recht. Menschenleben zählten nicht, auch nicht russisches Staatsgebiet, das er im Frieden von Brest aus der Hand gab nur um die Revolution zu retten.
Lenin war der Begründer der Tscheka, er begann die Verfolgung der Kulaken, startete den sog. Getreidekrieges und vieles mehr. Das Ergebenis waren Millionen Tote.
Wer ihn verehrt, verehrt einen Massenmörder!

Die angloamerikanische Historiographie ist hier schon weiter. Als Beispiel nur Timothy Snyders "Bloodlands. Europe between Hitler and Stalin". Es wird nichts gleichgesetzt oder relativiert. Aber es wird verglichen. Und das Ergebnis dürfte "der Linken" nicht gefallen. Zeit für Ehrlichkeit!

Und die Gutmenschen in Potsdam haben am 6. 11. 2017 (vor wenigen Tagen!!!) in der Stadtverordnung beschlossen, dass ein Lenindenkmal auf der Denkmalliste verbleibt. Im nächsdten Schritt werden sie das Denkmal wohl wieder aufstellen wollen.
Anmerkung: Die Leninstatue ist in den 90er Jahren von einem Investor, der das Areal des Offiziersheims der Roten Armeee in Potsdam erworben hat, um dort Wohnungen zu bauen, abgebaut und wegtransportiert worden.

Michael Studer | Di, 7. November 2017 - 17:16

Viele Millionen Tote. Im Nationalsozialismus einerseits. In Folge der Oktoberrevolution andererseits. Beides furchtbar und menschenverachtend.

Heute irritiert mich ein sehr unterschiedlicher Umgang mit beidem. Beispiel Demonstrationen: Wenn "Rechts" demonstriert, gibt es viel Aufschrei und Gegenwind. Und umgekehrt?

Vor einer guten Woche "durfte" ich in Hamburg einen Umzug anläßlich der 100 Jahre Oktoberrevolution beobachten. Alte Militärfahrzeuge. Ein nachgebauter Panzer. Und vor allem schlimme, mehr als grenzwertige, für mich bereits grundgesetzwidrige Aussagen durchs Megafon. Keinen hat´s gestört.

Mein Tipp: Die Empörungsmaschinerie auch bei "links" etwas erhöhen (zweitbeste Lösung) oder bei "Rechts" etwas zurückfahren (besser, da angemessener und weniger aufwertend).

Unser Maßstab ist das Grundgesetz. Und nach diesem sollte man urteilen. Rechts wie links.

Ursula Schneider | Mi, 8. November 2017 - 11:29

In reply to by Michael Studer

So ist es, Herr Studer.
Aus der Geschichte soll man ja lernen, und was "rechts" angeht, wurde das auch weitgehend verinnerlicht. Weder ein neuer Hitler noch ein Viertes Reich sind in Sicht ...

Die Methoden der Linken sind subtiler. Herr Mai hat dankenswerterweise darauf hingewiesen: Zensur der veröffentlichten Meinung, Journalisten, die auf Objektivität verzichten und Propaganda betreiben, ein Mainstream, der ungeniert Druck macht, wo sich Bürger "unbotmäßig" zeigen ...
Gefahr für die Demokratie droht heute nicht von rechts, sondern von links.

Bernhard Jasper | Di, 7. November 2017 - 17:36

Als im Westen sozialisierter Bürger war ich projektbezogen in der ehemaligen DDR und ehemaligen UdSSR beruflich tätig. Ich habe den „real existierenden Sozialismus“ als Utopie-Modell in der Praxis als Ergebnis gesehen und gelernt was Ideologien anrichten können. Teilweise grauenerregend (gigantisch verseuchte Areale).

Das hat übrigens nichts mit den liebenswürdigen Menschen zu tun. Wer diese Lebensbedingungen jedoch heute wieder verklärt, dem ist nicht zu helfen.

wolfgang spremberg | Di, 7. November 2017 - 17:38

Ernst Thälmann & Co. dürften das gewusst haben.
Sie strebten ähnliches für Deutschland an.
Sind eigentlich noch Straßen und Plätze nach Thälmann & Co. benannt ?

. . . liber Herr Spremberg. Gerade mal vor 3 Tagen spazierte ich die Straße "Leningradski Prospekt" in Moskau entlang, u. sah, ich traute meinen Augen nicht, ein Denkmal Ernst Thälmann's . . .
Und in Ostdeutschland, besser gesagt, in den neuen Ländern, ist es gang und gebe, eine E.-Thälmann-Str. oder einen so benannten Platz zu finden.
Verzeihen Sie diesen Stadtvätern u. Ideologen - die kenn die Geschichte nicht besser, u. sie wollen sie auch nicht besser kennen.

... liebe Frau Schulte, brauche ich aber nicht. - Bin heute in Vorkuta [autonome Rep. Komi, die gesamte Leninstraße, auf russisch ulica Lenina, bei - 12 °C spazieren gegangen, und da sah ich ein von Schnee bedecktes Lenindenkmal - die Russen waren schon immer Weltmeister und die Größten im Denkmal-Bauen. Stört sich auch kein Russe dran, kann sich auch nicht daran stören, sie haben nämlich ganz andere Probleme, so in etwa, wie sie die nächsten Tage über die Runden kommen, und ob sie noch soviel Rubel über haben, sich ein Stück Brot + Margarine zu kaufen, für Butter reicht es schon lange nicht mehr.- Schauen Sie mal bei Wiki unter GULAG Vorkuta, Sie werden erschrecken, was hier in der Tundra angerichtet wurde ...

und überhaupt alle Salonkommunisten und Schriftsteller jener Zeit, die in den 20-iger u. 30-iger eifrig nach Moskau gepilgert sind um dem Zentrum der "Weltrevolution" näher zu sein.
So viel ich weiß, sind alle diese Sympathisanten und Unterstützer schlimmster und grausamster Bolschewiki-Terrorherrschaft bei uns niemals öffentlich an den Pranger gestellt worden.
Im Gegenteil, Rosa Luxemburg u. Karl Liebknecht erhielten sogar die Ehre auf Briefmarken der Deutschen Post erscheinen zu dürfen. Man ignorierte, dass beide in D die Revolution nach bolschewistischem Muster mit anschließender Errichtung einer Diktatur des Proletariats wollten. Man ignorierte ebenfalls, dass beide sowjetische Agenten waren oder wenigstens tatkräftig von Lenin unterstützt wurden
Überflüssig zu sagen, dass es im Erfolgsfall keine Weimarer Republik gegeben hätte.
Wie man solche Leute heute - in einer angeblich freiheitlich, rechtsstaatlichen Demokratie - ehren kann, ist und bleibt unverständlich

Reiner koester | Di, 7. November 2017 - 17:52

Diese Ideologie hat zahlreiche Massenmörder hervorgebracht. Lenin war nur der Anfang. Auch Hitler hat sich an diesem Terror orientiert. Nach 1945 ging es trotz Holocaust ungehemmt weiter. Siehe Mao, Pol Poth usw. Ich frage mich, warum ein solch ideologischer Wahnsinn auch heute noch immer wieder Anhänger findet und keinerlei Schuldgefühle bei den willigen Helfern und Helfershelfern auslöst.

Da sieht man mal, was gute Marketing Arbeit leisten kann. Bringe zig Mill. Menschen um und zucke mit den Schultern und sage: hupps war ein Versehen und zeige schnell mit dem Finger auf einen anderen. So wurde aus dem Faschismus ein Gummibegriff zu dem kein Objekt mehr gehört und der rote Terror verschwand im Dunkel der Geschichte.
Deshalb ruft heute jeder "faschistisch" wenn er seinen Unmut zum Ausdruck bringen will und nicht Bolschewismus, obwohl der viel mehr Menschen auf dem Gewissen hat. So geht wirklich gute PR!

Dr. Roland Mock | Mi, 8. November 2017 - 12:41

In reply to by thom schnell

Ja, da war ausgerechnet ein Genosse aus der Nachkriegszeit schon weiter. Der damalige Chef der deutschen Sozialdemokratie bezeichnete diebKommunisten als „rotlackierte Nazis“. Wie klug der Mann doch war. Heute eifert die geschicktsvergessene Linke europaweit darum, wer wie am schnellsten den „Kapitalismus“ wieder abschaffen kann. Und kürt, da Lenin, Mao, Che und Fidel die Welt leider schon verlassen haben, so fabelhafte Menschenfreunde wie Hugo Chávez und seinen Nachfolger Maduro zum Vorbild.

wolfgang spremberg | Mi, 8. November 2017 - 15:03

In reply to by Dr. Roland Mock

was Sie bei WIKI über Kurt Schumacher finden. Aus heutiger Sicht war der Mann nationalistisch und völkisch. Und Willy ? 1973 : Anwerbestopp für Gastarbeiter : wir müssen jetzt zuerst an unsere deutschen Landsleute denken (sinngemäß). Nationalistisch ? Völkisch ? Martin Neuffer, linker Sozi, ehemaliger Intendant des NDR , plädiert für Todeszäune (1982 im Spiegel), völkisch ? Helmut Schmidt wirbt 1952 (?) laut Spiegel, um die Stimmen von ehemaligen Mitgliedern der Waffen SS. Ein Nazi ?

Cecilia Mohn | Di, 7. November 2017 - 19:14

Stimme (fast) vollends zu. Wer die Oktoberrevolution verklärt, leugnet die Realität. Unendliches Leid kommt durch Revolutionen über Menschen und selten wirkliche Besserung der Zustände. Übrigens sehe ich die Französische Revolution auch als Fiasko.
Was die NARREN an der Schaubühne betrifft mit ihrer General Assembly Farce - so wäre es schön gewesen, wenn Sie in Ihrem Artikel Näheres dazu erklärt hätten. Ich war am Anfang da, merkte die Absicht und war sehr verstimmt. Es versammelten sich Globalisierungsfreunde unter dem Deckmantel von Revolution. Fazit: die Menschheit soll sich von ein paar Intellektuellen - aus aller Welt zusammengewürfelt - sagen lassen wo es langgeht. Da sei Gott vor! Wenn Rettung kommt, kommt sie nicht so, sondern durch Rückbesinnung auf das Nationale. Denn anders als der Autor, dem ich in fast allen Punkten zustimme, halte ich den jetzigen Bundestag keineswegs für ein Organ geglückter Demokratie.
Cecilia Mohn

Tonicek Schwamberger | Di, 7. November 2017 - 20:02

... heute um 15 Uhr erreichte ich per Eisenbahn, von Moskau kommend, die Stadt Workuta, 2200 km nördöstlich von Moskau, eine Bahnreise von 41 Stunden.- Bin hierher gefahren, um die Geschichte eines der größten GULAGS zu erkunden. Morgen werde ich beginnen, und dem hier vorliegenden Bericht stimme ich vollinhaltlich zu.- Bin mal gespannt, was ich morgen im Museum und anderen Stellen dieser angeblichen "Geisterstadt" Workuta zu sehen u. zu hören bekomme, bin gespannt . . .

Dimitri Gales | Di, 7. November 2017 - 20:36

weil das sklerotische Zarenregime versagte. Der Krieg gegen das Deutsche Reich war aussichtslos, die Verluste nach dem Gemetzel in Ostpreussen enorm. Dazu kamen Hunger und andere Notlagen. In solchen Situationen haben es radikale Kräfte leicht. Verzweiflung sucht Hoffnung; so ähnlich war es auch in Frankreich 1789.
Aber immer hat das Versagen der politischen Autorität anfänglich die Hauptrolle gespielt. Louis XVI krallte sich an seiner dynastischen Rolle fest, unternahm einen Fluchtversuch, was schliesslich zu seiner Enthauptung führte, Nikolaus II kam es nie in den Sinn, die neue Zeit zu akzeptieren.

Neben den dubiosen historischen Einlassungen, inklusive die von Hr. Mai, verweist Hr. Gales immerhin zu Recht auf die historischen Voraussetzungen für das Gelingen der Revolution. Immerhin der Versuch einer objektivierenden Geschichtsschreibung. Dass es nebenbei noch einen Bürgerkrieg (vgl. z.B. Mawsley)gab, der wesentlich durch die Westmächte, inklusive Japan, unterstützt wurde und zur Brutalisierung beitrug, sei noch am Rande erwähnt. Wer sich ernsthafter und vorurteilfreier mit dem Thema beschäftigen möchte, sei beispielsweise auf Hildermeier oder die wichtigen Arbeiten von Rabinowitch verwiesen. Vielleicht hilft das, die Tiefenschärfe für das Verständnis dieses historischen Ereignisses zu erhöhen.

Was ist denn an den Einlassungen des Autors Mai „dubios“? Nennen Sie mir einen, nur einen von ihm genannten Fakt, der nicht der Wahrheit entspricht. Und was den von Ihnen angemerkten Bürgerkrieg (zwischen Rot- und Weißgardisten) betrifft: Der war 1922 zu Ende. Der Terror der Kommunisten aber ging weiter: Wahllos gegen jeden, der das Pech hatte, im Sowjetreich zu leben. Das änderte sich erst nach Stalins Tod 1953. Nach einer kurzen Periode des „Tauwetters“ unter Chrustschow ging man in der Breshnew-Zeit dazu über, Systemgegner (im Unterschied zu Stalins Zeiten wenigstens echte) in Irrenanstalten zu sperren. Um dies zu wissen, muß man nun wirklich nicht voluminöse Geschichtswerke von Rabinowitsch lesen. Grundkenntnisse der Zeitgeschichte reichen aus.

Holger Stockinger | Di, 7. November 2017 - 22:25

Da bei heute grassierender Bildung die "deutsche Geschichte" erst 1933 beginnt und "Hitlers Frauen, Hunde und Teetassen" nolens volens den Unheiligenschein abgeben, ist es ein wahres Lesevergnügen, wie Dr. Mai es gelingt, Geschichtliches in einem kurzen Artikel so zu formulieren, daß sogenannte Fakten höchstens einem Zensurminister als fake-news vorkommen könnten.

Dr. Roland Mock | Mi, 8. November 2017 - 01:12

Bravo Herr Mai. Eine glasklare Abrechnung mit Kommunismus und denjenigen, die ihn der Menschheit erstmalig angetan haben.

Yvonne Walden | Mi, 8. November 2017 - 11:55

In reply to by Dr. Roland Mock

Wenn Lenin doch nur Kommunist gewesen wäre. Aber weit gefehlt. Durch Lenin, Stalin und viele andere Mitläufer der "Oktoberrevolution" und des Systems der Sowjet-Union wurde gerade das, was man unter "Kommunismus" versteht, in Mißkredit gebracht.
Karl Marx und Friedrich Engels legten die Grundlagen für einen Kommunismus, der in seiner Vollendung alle Menschen eigentlich glücklich und zufrieden machen sollte.
"Jeder nach seinen Möglichkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen" lautet das Motto im "Kommunistischen Manifest".
Es ist also - historisch betrachtet - falsch, die Sowjet-Union und deren Satellitenstaaten als "kommunistisch" zu skizzieren oder deren Staatsform sogar als "sozialistisch" zu bezeichnen.
Dies alles ist und bleibt Etikettenschwindel, nicht zuletzt auch, um das, was "Kommunismus" oder "Sozialismus" eigentlich sein soll, in Verruf zu bringen.
Denn nichts fürchten Verfechter eines kapitalistischen Systems mehr als Wirtschaftsdemokratie, also Sozialismus bzw. Kommunismus.

Ich übernehme das gern für Frau Schneider, lieber Herr Pohl. Es ist ganz einfach: Hitler war kein Nazi, Mussolini kein Faschist, Mao kein Maoist, Marx kein Marxist und: Lenin halt kein Kommunist.

Putzig und dennoch korrekt Herr Dr. Mock.
Schließlich war er ja auch kein Sozialist wie er und seine NSDAP behaupteten, nicht wahr?
Nach zwölf Jahren Zerstörungswut war dies allerdings auch fast Jedermann und Frau klar.
"Marx kein Marxist"
Schon wieder korrekt. Als Marxist wurde erst jener und jene bezeichnet die/der seine Schriften und Theorien, sozusagen verinnerlichte.
"Mao" - "Maoist" Das verhält sich so wie bei Marx u. Marxist

Mussolini? Klar, der war Faschist.

Lenin? Aber ja, der war Kommunist.

Diese, meine Auskünfte sind und bleiben gebührenfrei ;-)

Rolf Pohl | Mi, 8. November 2017 - 18:56

In reply to by Dr. Lothar Sukstorf

... sollen "Druschba" und "Immer bereit! Freundschaft! Die Partei hat immer recht!"
als Argument gegenüber einer anderen Sicht als die Ihre, etwa als Argument dastehen?

Rolf Pohl | Do, 9. November 2017 - 13:46

In reply to by Dr. Lothar Sukstorf

Ach was Herr Sucksdorf,
dieses, Ihr Begehren muss erstens nicht erfüllt werden, da dieser Titel kein Namensbestandteil, wie z.B. Prof., ist. Sollten Sie als Dr. eigentlich wissen.
Zweitens lieber Herr Sucksdorf, hab ich so gar keine Kenntnis davon ob oder unter welchen Umständen Ihr Titel zustande kam. Ich bitte also ggf. um Info Herr Sucksdorf, danke.

Drittens, spielen Titel, Standesbezeichnungen, etc.pp so gar keine Rolle bei Disputen über ein Medium wie z.B. CICERO.
Einen schönen Tag wünsch ich Ihnen Herr Sucksdorf ;-)

Christian Gohlke | Mi, 8. November 2017 - 01:59

Die Verherrlichung der Oktoberrevolution und die messiasgleiche Verehrung Lenins ist unter echten Sozialisten nicht verhandelbar. Ebenso wenig wie die unumstößliche Tatsache, die einzige richtige Utopie und den Schlüssel zur endgültigen Rettung der Welt in den Händen zu halten. Wer das in Zweifel zieht, ist ein Feind und muss neutralisiert werden. Vorerst indem man ihn verteufelt und zum Schweigen bringt. Menschenleben sind in dieser Ideologie als Maßstab des Handelns nicht relevant. Sie dienen allenfalls dazu, die Folgen anzuprangern, die sich ergeben, wenn das "Böse" einmal versehendlich die Herrschaft übernommen hat. Man sollte deswegen auch den "Narren aus dem Schauspielhaus" die genannten Bücher lieber nicht geben. Sie werden hieraus nichts lernen, außer vielleicht weitere Anleitungen beziehen, wie man mit Menschen mit falscher Meinung umgehen muss.

Thomas Pahnke | Mi, 8. November 2017 - 15:12

In reply to by Christian Gohlke

Soso, es gibt also "echte Sozialisten". Vermutlich sind eher in diesem Kontext "Stalinisten" gemeint. Die schlichte Welt von Hr. Gohlke unterscheidet dabei nicht zwischen den westlichen - teils unorthodoxen - Neo-Marxisten, die sich traditionell eher einem demokratischen Sozialismus verschrieben haben, und den Sozialisten der autokratischen dogmatischen historisch materialistischen Ideologie.

Natürlich macht er es nicht, da er sich einen "sozialistischen Strohmann" konstruiert, den er hinterher besser "abwatschen" kann, da dieser "Strohmann" in seiner - konstruierten - "totalitären und abstoßenden Attitüde" eigentlich nur abgelehnt werden kann. Und hofft, so die "Lacher" auf seiner Seite zu haben.

So funktioniert Populismus. Vielen Dank Hr. Gohlke für dieses nette Beispiel.

Romuald Veselic | Mi, 8. November 2017 - 08:01

gegen die Menschlichkeit in jeder Form (für immer) und sollte ebenso behandelt werden wie der Nationalsozismus, samt der Symbole.
Kommunismus scheint wahrscheinlich auch die einzige Ges.-Form zu sein, vor der sogar der Islam Angst hat. Den bewaffneten Dschihad in Mittelasien (1923 - 26) hat kein Klerikalkämpfer überlebt, worüber kaum berichtet wird. Man sollte nur in den Archiven, in den Blättern/Zeitschriften, wie Besboschnik (auf dt. der Gottlose) nachzuschlagen. Und keiner wagte es danach, sich nach islamischen Bekleidungsregeln auf der Straße zu zeigen. Für Tschador/Niqqab gab es nur Gulag, den man auch nicht überlebte.

Nur Hamanda | Mi, 8. November 2017 - 09:48

...wenn sie über Verstaatlichung und sozialistische Gerechtigkeit schwafeln und die SPD-Linken leuchten eifrig mit.
Es wäre gefährlich zu meinen, dass die Zeiten der ideologischen Massenmörder in Europa vorbei sind. Sie schlafen nur.

Der irre Traum von der sozialistisch-kommunistischen Gleichheit (künstliche Gleichmacherei) wird weitergeträumt, und - da die Menschen nicht klüger werden bzw. aus der Geschichte lernen - dürfte der nächste Diktator schon geboren sein, der
diesen fatalen menschlichen Traum wieder zum Albtraum werden läßt.
Fragt sich nur: WO?

Ja und sie träumen, wie auch religiöse Überzeugungstäter, von einer heilen Welt mit lauter guten Menschen. Leider gab es diese heile Welt nie und es wird sie wohl auch nie geben und diejenigen, die anderen ihre Vorstellung von der heilen Welt aufzwingen wollen, bringen in der Regel am meisten Unglück über die Menschheit.

Ja, und die halten sich auch in diesem Forum beim Thema Lenin so merkwürdig zurück. Sind immer vorneweg mit Klassenkampfparolen, aber an die Urverbrechen ihrer Götter werden sie ungern erinnert.

Bernhard Jasper | Mi, 8. November 2017 - 11:34

Unzählige und sinnlose Opfer dieser ideologischen Fundamentalisten sind zu beklagen.
Und wenn es ein übergreifendes Symbol gibt, einen großen Konsens in der westlichen Gesellschaft, dann mit den Opfern dieser Mörderbanden, die den Tod als Machtinstrument einsetzten.

Unsere Demokratie ist sicher nicht immer perfekt, aber betrachtet man den Faschismus und Kommunismus des 20. Jahrhunderts, dann können wir uns glücklich schätzen in einer Zivilgesellschaft mit einem Rechtssystem zu leben.

Dr. Lothar Sukstorf | Mi, 8. November 2017 - 12:38

Was wäre geschehen, wenn 1933 die Kommunisten in Deutschland die Macht übernommen hätten? Keine Gulags, keine Lager? Keine Schaupozesse? Keine Massenmorde?

Rolf Pohl | Do, 9. November 2017 - 16:38

In reply to by Dr. Lothar Sukstorf

... die Ausserirdischen auf die Erde gekommen wären um die Macht zu übernehmen lieber Herr Sukstorf?

Antwort auf Ihre Eingangsfrage:
"Was wäre geschehen, wenn 1933 die Kommunisten in Deutschland die Macht übernommen hätten?"
Ich spekuliere: Vermutlich wär Deutschland, ähnlich wie mit der NSDAP, pleite gegangen.

Rolf Pohl | Fr, 10. November 2017 - 12:43

In reply to by Dr. Lothar Sukstorf

Da war nix an Dialektik lieber Herr Sukstorf, also, gibts da auch nix zu bewundern.

"sogar kostenlos"?
Logisch Herr Sukstorf, das bieten doch auch Sie soweit ich weiß. Oder erhalten Sie etwa Honorar?

"Ich Kanzler" ?
Nö! Dennoch, Dank für Ihren teuren Rat. Was nicht is kann ja noch werden

lutz Gundlach | Mi, 8. November 2017 - 14:21

Herr Dr. Mock, ich habe mich mal als Linker betrachtet, deshalb fühle ich mich angesprochen. Es ist leicht, 2017 aus dem warmen Sessel heraus über eine Zeit zu urteilen als wirklich in vielen Gebieten Europas ungeheures Elend herrschte und etwas passieren musste!!! Bestimmte Schichten hatten einfach versagt oder wollten es so und sind verantwortlich für den Zusammenbruch von ganzen Gesellschaften. Bei den Leuten, die die notwendigen Veränderungen wollten, wurde ungeheuer intensiv und oft auch ehrlich um Lösungen gerungen(lese gerade R. Luxenburg-Biographie). Da sind auch Egomanen und auch Verbrecher darunter gewesen(was hätte unser guter Luther mit den aufständischen Bauern und religiösen Abweichlern gemacht, wenn er göttliche Macht besessen hätte???- die Biographie hatte ich davor gelesen). Fakt ist, große Veränderungen bedeuten starke Feinde, und diese erfordern eine entsprechende Gegenwehr. Teil 2 folgt.

lutz Gundlach | Mi, 8. November 2017 - 15:27

Wir sollten aufhören mit diesem Links-rechts-Geschwafel- beide Begriffe sind so negativ belegt, dass eine Diskussion danach nur noch schwer möglich ist. Es gibt konservativ Denkende und die, die mit unserer Gesellschaft nicht zufrieden sind und grundlegende Veränderungen wollen. Jeder, der die Augen offen hat, wird zugeben, dass für beide Positionen Gründe vorhanden sind. Beide sind grundlegend erstmal moralisch. Problematisch wird es, wenn man das Leid von Menschen für die Durchsetzung der eigenen Positionen selbstverständlich in kauf nimmt. Ich bin z.B. für eine Verstaatlichung von Banken und von bestimmten Bereichen der Gesellschaft, wo immer gesellschaftl. Kontrolle und nie private Willkür vorhanden sein darf. Ich habe Wut auf "neue" selbstgerechte Könige und nicht auf Leute(links oder rechts), die sich Gedanken machen.

wolfgang spremberg | Fr, 10. November 2017 - 16:59

In reply to by lutz Gundlach

wollen Sie durch staatliche Willkür ersetzen ? Wo der Bürgermeister und der Direktor in der gleichen Partei Karriere gemacht haben ?
Sie und andere "Linke" träumen, glaube ich, von einer Welt in der sich Menschen ganz doll anstrengen, Erfolg haben und dann gern ganz viel abgeben, an die, die sich weniger angestrengt haben, weniger Erfolg (oft auch Glück) gehabt haben. Das war ein Traum und wird ein Traum bleiben. Darauf kann man kein reales Gesellschaftsmodell aufbauen.

Christian Döring | Mi, 8. November 2017 - 15:56

Eigentlich habe ich die Leserkommentare bei Cicero immer gerne gelesen, weil sie einen gewissen Geist trugen. Das hier ist wie ein Fußballstadion voller Trainer auf den Rängen. Jeder weiß es am besten und sieht sich als Experten. In einer Zeit, wo Mainstreammedien den Wahrheitsgehalt der Gegenwart auf den Kopf stellen, empfehle ich für mich mehr Zurückhaltung in geschichtlichen Betrachtungen und schaue von wem sie kommen. In den heutigen Kriegen spielt Leninismus eher gar keine Rolle und der Hass auf Putin und Russland blüht ohne Sozialismus. Im Artikel wird Lenins Erbe für etwas herangezogen, wozu es ernstlich nicht taugt. Eine Analyse muss anders aussehen, dann macht das Kommentare lesen auch wieder mehr Freude.

Frank Timpel | Mi, 8. November 2017 - 16:37

Das schlimme an dieser s.g. Revolution ist, dass Lenin, Stalin,Walter Ulbricht, Wilhelm Piek und andere selbst ernannte Arbeiterführer mit ihrer diktatorischen und brutalen Regimen den wirklichen Kommunismus als Gesellschaftsentwurf, eine der größten Ideen der Menschheitsgeschichte, auf eine sehr, sehr lange Zeit zu einem Tabu machten. Es gibt so keinen Gegenentwurf zum Raubtierkapitalismus und keine Möglichkeit eben diesen weiterzuentwickeln, zum Wohle aller Menschen!
Hierin liegt das eigentliche Verbrechen Lenins und seiner Gefolgsleute!

Das ist nun mal in unserem System der s.g. sozialen Marktwirtschaft, ich wiederhole mich, ich nenne es Raubtierkapitalismus, begründet. Manche Menschen behaupten von sich, dass sie Bibelfest sind. Ich behaupte von mir nicht, dass ich "Marxfest" bin, aber ich habe ihn mit größtem Interesse gelesen und ich behaupte mal auch verstanden. Und wenn auch nur ein einziger dieser vielen Versuche von denen Sie schreiben, Frau Schneider, sich an den Marxschen Schriften orientiert hätte und nicht am diktatorische Ansatz der Sowjets, DDRler, Chinesen, Kubaner oder was auch immer, wären die Ergebnisse andere gewesen. Der grundsätzliche Denkfehler ist nämlich durch Rezeptionen der Werke von Marx und Engels entstanden, in denen eine zu schaffende Diktatur des Proletariats als Weg zum Sozialismus / Kommunismus gezeichnet wurde. Davon steht dort aber nichts! Diktaturen sind immer abzulehnen, auch wenn es die einer vorgeblichen Mehrheit über eine Minderheit ist.

die Wahrheit seines Denkens beweisen." Ein Zitat von Karl Marx, Herr Timpel!

Der Kommunismus ist schon vom Ansatz her weder demokratisch noch liberal noch pluralistisch. Er ist doktrinär und zutiefst inhuman, wie sämtliche Versuche gezeigt haben. Er relativiert nämlich Religion, Recht und Moral, missachtet die Menschenrechte, spricht von Weltrevolution und einem ständigen Klassenkampf ... Warum der dann irgendwann, wenn alle Menschen "glücklich und zufrieden" sind, wie Frau Walden schreibt, aufhören soll, ist wenig plausibel. Noch immer haben sich sehr schnell neue Klassen gebildet, welche die anderen ausbeuteten ...
Das einzige Mittel dagegen ist eine offene Gesellschaft und vor allem eine, in der die Machtelite auch wieder abgewählt werden kann.

Dr. Lothar Sukstorf | Mi, 8. November 2017 - 17:46

Lenin macht sich gut auf T-shirts

Ronald Solle | Mi, 8. November 2017 - 21:13

Um genau genommen welcher Putsch oder Revolution war eigentlich humanistisch ? Weder in Frankreich 1789 oder England unter Cromwell ,USA gegen GB ,China(Mao) etc . Jeder Krieg ist ein Krieg um Pfründe und weniger ein Krieg wo die Kleinen etwas mehr hätten als vorher. Es wird mit Schwert/Schafott gemordet und nicht Recht gesprochen. Ansonsten war geschichtlich gesehen es ein geschickter Schachzug des kaiserlichen Deutschlands Lenin durch Dt reisen zu lassen um Rußland zu schwächen von der Schweiz aus. Wobei ja auch die Schweiz die ausreise hätte verweigern können. Aber das könnten ja mal ein paar Historiker beleuchten sollten sie mal die Möglichkeit haben in ein paar Archiven nachzu -forschen. Aber das werde ich mit meinen 52 Jahren nicht mehr erwarten dürfen.
Mit freundlichen Grüßen.

Alexander Mazurek | Do, 9. November 2017 - 01:16

... war ganz im Sinne des II. Reichs, welches Herrn Lenin mit 1 Mln. Goldmark von der Schweiz nach Russland verbrachte. "Regime change" vom Feinsten. Zwar hat es dem II. Reich nicht mehr genützt, aber Russland nachhaltig zerstört. Der Wahnsinn hat Methode, er fing mit der Französischen Revolution an, und auch diese mit einer Lüge. Herr Marquis de Sade schrie vom Fenster der Bastille "sie bringen und um", glatt gelogen, aber ausreichend, einige Tage später den Sturm der Gutmenschen auf die Bastille auszulösen. Die Geburtsstunde der glorreichen Französischen Revolution. Die Stürmer wunderten sich zwar über das komfortable Appartement des Marquis de Sade (der war zwischenzeitlich in ein Irrenhaus verbracht worden), samt seiner Bibliothek, aber das schadet der Legende wohl nicht. Diese Revolution begann bald mit Massen-/Völkermord in der Vendée, wie auch die Oktoberrevolution bald den Holodomor auslöste, Maos Kulturrevolution setzte das fort: Liberté, egalité, fraternité - en marche!

Beate Kunze | Do, 9. November 2017 - 14:03

Ich erinnere mich noch, wie in der Schule im Geschichtsunterricht die große sozialistische Oktoberrevolution als herausragendes Werk sozialistischer Kultur verherrlicht wurde; von Massenmorden, Terror und Gewalt kein Wort. Hieran wollte ich auch einmal erinnern, wenn es heutzutage um den Umgang mit der Nachfolgerpartei der SED geht, die sich jetzt die Linke nennt. Deren Parteiprogramm, ideologischen Inhalte und Meinung über Gesellschaftsordnungen hat sich seitdem nicht geändert. Leider wird dies im Parlament so gut wie gar nicht diskutiert.

Liebe Frau Kunze, wenn DIE LINKE zu Gewalt und Terror aufrufen würde, wäre sie als Partei zweifellos verfassungswidrig.
Es ist also nicht korrekt, diese Partei als lineare Fortführung politischer Aktivitäten der SED zu beschuldigen.
Im Gegenteil. DIE LINKE hat sich immer wieder und ausdrücklich von jedweder Gewalt und distanziert.
Und die Gesellschaftsform, der Demokratische Sozialismus, ist ein Gegenentwurf zum anti-demokratischen Kapitalismus, der bekanntlich keine Wirtschaftsdemokratie kennt und diese auch mit allen Mitteln zu verhindern versucht.
Soweit zum Thema "Gewalt" und DIE LINKE.

wolfgang spremberg | Fr, 10. November 2017 - 16:49

Fand ich mit 18 auch toll. Etwas später habe ich begriffen, das die Menschen nicht so gleich sind, das sie gleich (z.B. materiell ) leben wollen. Das kann man nur erzwingen. Das war es dann mit demokratisch...oder dem Sozialismus.
Außerdem wären die Führungsfiguren die sich in einer Wirtschaftsdemokratie nach oben arbeiten nicht weniger egoistisch als heutige Manager.
Es wäre weniger effizient, aber nicht gerechter. Was Sie verteilen wollen muss auch in einer Wirtschaftsdemokratie unter Konkurrenzbedingungen erwirtschaftet werden.

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