Sozialdemokratie - Schulz, Corbyn und der Brexit als Denkhilfe

Die Lage der Sozialdemokratie in Europa ist dramatisch, die politischen Handlungsspielräume für linke Politik sind in der Eurozone klein. Das wird auch die SPD bei der Bundestagswahl zu spüren bekommen

Jeremy Corbyn bei einem Wahlkampfauftritt 2016 in London
Jeremy Corbyn gelang es, seine Partei zu den Tories auf Distanz zu bringen / picture alliance

Autoreninfo

Wolfgang Streeck ist Soziologe und war bis 2014 Direktor am Max-Planck-Inst­i­tut für Gesellschaftsforschung.

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Im März endete die einst so stolze Partei der Arbeit (PvdA) bei den niederländischen Wahlen bei 5,7 Prozent, ein Verlust von 19 Punkten gegenüber 2012. Kurz darauf, im ersten Wahlgang der französischen Präsidentschaftswahlen, erreichte der Kandidat der noch regierenden Sozialistischen Partei 6,4 Prozent, und im ersten Wahlgang der anschließenden Parlamentswahl erhielt seine Partei 7,4 Prozent. Im Jahr davor gewann der Kandidat der österreichischen Sozialdemokratie im ersten Wahlgang der Präsidentenwahl nur noch 11,3 Prozent, und bei den Wahlen in Griechenland 2015 erreichte die Pasok, die Partei der drei Papandreous, 6,3 Prozent.

Auch anderswo ergeht es den sozialdemokratischen Parteien der linken Mitte seit längerem nicht gut. Die schwedischen Sozialisten landeten 2014, für ihre Verhältnisse deprimierend, bei 31 Prozent, ihre dänische Schwesterpartei ein Jahr später bei 26,3 und die finnischen Sozialdemokraten bei 16,5. In den USA verlor Clinton gegen Trump, und ungeachtet des von Trump angerichteten Chaos konnte die Demokratische Partei seitdem keine einzige Nachwahl gewinnen, trotz gigantischer Wahlkampfausgaben. 

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