Rentenkommission der Bundesregierung - Drückeberger am Werke

Heute hat die Rentenkommission der Bundesregierung ihre Empfehlungen für die Zeit nach 2025 präsentiert. Professor Axel Börsch-Supan war Mitglied der Kommission und warnte im Februar vor einem Scheitern. In „Cicero“ erklärt er, warum die Vorschläge ein Verrat an den Jüngeren sind.

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Ist die Rente gerecht? Die jüngere Generation lebt in einer schwierigeren Welt als Ältere / dpa

Autoreninfo

Axel Börsch-Supan ist Professor am Münchner Max-Planck-Institut für Sozialrecht und Sozialpolitik und gilt als einer der führenden Rentenexperten. Er war Mitglied der Rentenkommission der Bundesregierung.

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Die Ergebnisse der Rentenkommission sind mager ausgefallen. Ein neuer verlässlicher Generationenvertrag ist in den Empfehlungen nicht erkennbar. Ganz im Gegenteil werden zentrale Fragen – wie hoch ist das Rentenniveau, wieviel müssen die Erwerbtätigen zahlen, wann darf man in Rente gehen – mit scheunentorweiten Korridoren beantwortet und an die nächste Kommission weitergegeben wie eine heiße Kartoffel.

In unserer gegenwärtigen politischen Landschaft mag man nichts Anderes erwartet haben. Eine Kommission, in der eine satte Zweidrittelmehrheit aus Berufspolitikern und Verbandsvertretern besteht, kann keine großen Sprünge machen, da die meisten Mitglieder ihren Partei- und Verbandsinteressen verpflichtet sind. Zudem haben die Interessen des Status Quo in unserem politischen System eine Mehrheit, da die Älteren eifrig zur Wahl gehen, während die Jüngeren – das muss man zu ihrer Schande sagen – das nur mäßig tun. Die ganz Jungen aber, um die es eigentlich in einem verlässlichen Generationenvertrag geht, dürfen noch gar nicht wählen.

Halbe Wahrheiten aus der Politik

Nun mag man sagen: Das ist doch alles nicht so schlimm, wir haben ja ein gutes Rentensystem. Das stimmt auch. Zumindest zur Hälfte. Der Bundesarbeitsminister verkündete erst letzten Freitag erneut eine überdurchschnittlich hohe Rentensteigerung. Dazu hieß es, dass „die Rentenversicherung damit in der aktuellen wirtschaftlichen Lage ein positives Signal setzen kann“. Schön, aber nur halb richtig.

Denn die Rente reagiert auf Lohn- und Beschäftigungsentwicklungen mit ein- bis zweijähriger Verzögerung. Die Auswirkungen der Corona-Krise werden die Rente also erst 2021/22 erfassen. Erst dann wird man wissen, ob und für wen das Signal positiv oder eben doch negativ sein wird.

Viele Jüngere argumentieren zudem: Wenn jetzt die Rentner gut behandelt werden, dann werden wir selbst später auch gut behandelt – also hohe Rentensteigerungen erhalten und früh in Rente gehen dürfen. Das ist weniger als halb richtig. Denn die eigentliche Herausforderung der Rentenversicherung ist nicht der jetzt befürchtete Konjunktureinbruch wegen der Corona-Pandemie, sondern die demografische Entwicklung.

Die Jüngeren bezahlen die heutige Großzügigkeit

Deutschland steht unmittelbar vor einem Alterungsprozess, der stärker als in den meisten anderen Ländern sein wird. Die Jüngeren werden also für eine großzügige Rentenpolitik heute bald viel zahlen müssen. Wenn es in Zukunft aber wegen des demographischen Wandels deutlich weniger Beitragszahler pro Rentnerin und Rentner geben wird, wird man gar nicht umhinkommen, doch sparsamer mit den Rentenerhöhungen umzugehen. Und wenn wir immer länger leben, wird es gar nicht anders gehen, als das Rentenalter heraufzusetzen.

Die Kommission mit diesem schönen Namen "Verlässlicher Generationenvertrag" hat die Chance vertan, diese doppelte Bestrafung in einem tatsächlich verlässlichen Generationenvertrag mit weiser Voraussicht zu verhindern, indem man schon jetzt sparsamer mit Rentenerhöhungen umgeht, damit man später nicht zu arg kürzen muss.

Die eifrigsten Wähler - die ältere Generation - wird belohnt

Leider hat es diese Kommission nicht gewagt, die strukturelle Asymmetrie im Rentenrecht zu beseitigen, welche tendenziell die Älteren bevorzugt schützt, während die Jungen den Hauptteil der Zeche zahlen müssen. Der viel geschmähte Nachhaltigkeitsfaktor hat seit 2005 die demographischen Lasten proportional gleichmäßig auf Alt und Jung verteilt. Dies hat auch in der Finanzkrise 2008 gut funktioniert. Diese Symmetrie ist jedoch systematisch abgebaut worden, am stärksten im Rentenpakt 2018, der nicht zuletzt aus großkoalitionärer Wahltaktik die eifrigsten Wähler am meisten belohnt, nämlich die ältere Generation.

Die jüngere Generation lebt jedoch in einer schwierigeren Welt als wir Ältere: Wirtschaftlich geht es langsamer bergauf als für diejenigen, die noch im Wirtschaftswunder groß geworden sind. Auf die Jungen kommt der Klimawandel zu, der sie besonders freitags bewegt; finanziell wird für sie der demographische Wandel genauso bedrohlich. Kein Wunder, dass die Skepsis gegenüber der sozialen Marktwirtschaft und unserer demokratischen Grundordnung gerade unter den Jüngeren zunimmt.

Desaströser Anstieg der Beiträge ab 2025

Wir müssen uns daher mehr um die Jüngeren kümmern. Ihnen gehören prioritär die Mittel des Staates: für eine bessere Ausbildung und mehr Chancengleichheit. Die Rentenpolitik darf daher keine Milliarden in eine Grundrente stecken, die den wirklich von Altersarmut Bedrohten gar nicht helfen kann; keine Milliarden Steuermittel in Haltelinien stecken, die doch nur ab 2025 zu einem desaströsen Anstieg des Beitragssatzes führen werden; keine durch die Rente mit 63 noch verstärkten Versprechungen machen, dass das Rentenalter nicht weiter steigen wird.

Maßvolle und der demographischen Herausforderung verhältnisgemäße Alternativen zu den mageren Vorschlägen der Kommission gibt es genug. Der 2005 eingeführte Nachhaltigkeitsfaktor sollte als „Generationengerechtigkeitsfaktor“ so vereinfacht werden, dass, wenn die demographische Belastung der Rentenversicherung steigt, die Mehrbelastung der Aktiven durch höhere Beiträge zu einem anteilig gerechten Absinken des Sicherungsniveaus der Renten führt. Sie werden dadurch weniger stark steigen als die Löhne; sie werden aber auch in Zukunft weiter steigen und Abstand halten zu den Leistungen der Grundsicherung. Ein solcher Faktor würde die finanzielle Last des demographischen Wandels gleichmäßig auf Alt und Jung aufteilen.

Alternativen liegen auf dem Tisch

Es gibt auch Alternativen. Man könnte auch – wie in Österreich – das Rentenniveau beim Rentenzugang relativ hoch ansetzen, dann aber die Bestandsrenten deutlich langsamer als die Löhne steigen lassen. Alternativlos ist es, die durch die wachsende Lebenserwartung gewonnenen Jahre zwischen Erwerbstätigkeit und Ruhestand aufzuteilen. Nur so lässt sich der Druck auf Beitragssatz und Rentenniveau zugleich verringern.

Es wäre unvernünftig, hier in Extremen zu denken, zum Beispiel die zusätzlichen Lebensjahre komplett in einer längeren Rentenlaufzeit oder vollständig in einer längeren Erwerbsphase zu verbringen. Gegenwärtig besteht ein Durchschnittsleben aus etwa 40 Jahren Arbeit und 20 Jahren Rentenbezug. Diese Proportionen gilt es auch nach dem Jahr 2030 zu wahren. Dies ist nicht die gefürchtete „Rente mit 70“. Gemäß dieser Regel müsste erst 2043 das Rentenalter auf 68 Jahre angehoben werden. Den Rentnern wird dadurch nichts weggenommen, und die längere Lebenserwartung geht nicht ausschließlich zu Lasten der Jüngeren.

Beamte sollten in die gesetzliche Rentenversicherung integriert werden. Selbstständige sollten nach einer gewissen Karenzzeit der Versicherungspflicht unterliegen. Beide Maßnahmen können die finanzielle Situation der gesetzlichen Rentenversicherung nicht verbessern, dienen aber dem Gerechtigkeitsempfinden der Bevölkerung und verhindern im Fall der Solo-Selbständigen Altersarmut.

Die Kommission verschiebt wichtige Entscheidungen auf später

Schließlich sollte die private und betriebliche Altersvorsorge gestärkt werden. Zwar kann man von der Kapitaldeckung keine Wunder erwarten. Die Finanzkrise 2008 und die derzeitige Corona-Krise zeigen, wie überschäumende Erwartungen immer wieder auf das Normalmaß zurückgestutzt werden. Die kapitalgedeckte zusätzliche Altersvorsorge entlastet aber die jüngere Generation, weil sie von der Generation aufgebaut wird, die dann auch später davon profitiert.

Wenn man die Kindergeneration der Babyboomer erreichen will, ist Handeln jetzt geboten. Optionen jetzt nur zu prüfen, wie die Kommission empfiehlt, aber Entscheidungen auf später zu verschieben, heißt einmal mehr, sich vor der Verantwortung zu drücken. Der demographische Wandel wirkt sich nicht nur auf die Finanzierung der Altersvorsorge aus. Die Alterung der Gesellschaft bedeutet, dass wir mehr in die Jugend investieren müssen, weil die Alten auf Gedeih und Verderb auf die Jungen angewiesen sind.

Junge Menschen müssen daher besser ausgebildet werden, damit sie angemessen hohe Löhne erreichen. Bessere Bildung ist das Fundament, um höherwertigere Arbeitsplätze in Zeiten des demographischen Wandels und der Digitalisierung zu schaffen. Damit der Staat mehr in Bildung investieren kann, ist es wichtig, die Ausgaben des Staates in Balance zu halten. Dies gilt auch für die Rentenausgaben. Wir können nur hoffen, dass die nächste Rentenkommission die Chance ergreift, einen auch in diesem Sinne umfassenden verlässlichen Generationenvertrag zu schaffen.

Romuald Veselic | Fr, 27. März 2020 - 18:01

in dieser "Kommission", sind/waren Rentner?
Ein Mensch der 5 Jahre Arbeitet, kann es nicht wissen, wie es sich das anfühlt, wenn man 45 Jahre arbeitete. DAS, wird in dieser "Kommission" nicht analysiert. Weil; das nicht möglich ist. Ich garantiere Ihnen, dass nach 45 Arbeitsjahren, das Gefühl endlich in die Rente zu gehen, ist bei manchen eine andere Erlösungsart.
Nur sehr wenige arbeiten in einer Position, wie Sie und bei Max-Planck-Institut. Sie haben keine Ahnung, wie es sich anfühlt, durchs Schuften, oder 35 Jahre in Wechselschichten zu rotieren, mit physischen u. seelischen Folgen. Als wären Sie ständig in Jetlag.
Ich spreche Ihnen die Kompetenz ab, für die große Mehrheit der Rentner, etwas zu sagen haben.

Ihre Kritik greifft nicht. Sie befasst sich nicht mit der Sache, sondern dient alleine dazu, dem Autor die erforderliche Kompetenz abzusprechen.

Der Einwurf, wer nur fünf Jahre gearbeitet habe, sei zur Beurteilung der Arbeitswelt unfähig, ist schlicht albern.

Gleichzeitig erhöhen Sie Ihre eigene Lebensgeschichte und machen Sie zum Standard, dem doch gefälligst die Politik folgen sollte.

Gleichwohl ist es richtig, zu differenzieren. Der körperliche Arbeitende - davon gibt es in diesem Land immer weniger - hat eine andere Belastungsgrenze als der geistig Schaffende.

Deswegen gibt es keine simplen Wahrheiten. Das nächste Mal etwas konstruktiver, bitte.

Ronald Lehmann | So, 29. März 2020 - 16:51

In reply to by Gast

Solange die "geistigen Arbeiter" es nicht mit dem Kopf bekommen oder zum Alkoholiker werden, können Sie Wunder schön bis weit in in die Rente zu meist einen angenehmen bis wundervollen Lohn zu arbeiten. Die anderen, die "Knochenarbeiter", z. B. die Mehrschichtsystem wie ein Bienchen oder Ameise arbeiten & schon mit 60 "ausgelaugt" sind. Kurioser Weise sind bei den "Auslieferung-Personal" bei schweren Gütern wie z. B. Miele-WA viel älteres Personal, wenig junge kräftige Menschen.
Wenn ich was zu sagen hätte, würde ich die Arbeitslebenszeit unter Beachtung des "Können & Willens" gestaffelt gestalten.
Und die junge Generation studiert & studiert (aber auch alles, nur nicht das, was die Menschheitsgeschichte nach vorn bringt-was messbar ist) & mit 40 denken Sie eventuell manche mal nach, eine Familie zu gründen.
Rudolf Kunze hat vollkommen recht: "wir sind so Schlaff & Müde, wir gehören...."

Bernd Windisch | Fr, 27. März 2020 - 18:55

Wenn Axel Börsch-Supan nicht nur Rentenexperte, sondern auch selbst rentenversichert wäre fiele sein Gastbeitrag wohl diametral anders aus. Das deutsche Rentensystem ist nämlich alles andere als gut und produziert in wenigen Jahren in erster Linie nur noch Armutsrenten. Aber solange satt versorgte Beamte und beamtenähnlich alimentierte Politiker über die Höhe der Altersbezüge von Normalbürgern entscheiden werden wir uns wohl weiter in den alten Karos bewegen. Zu dem Unsinn, dass die Jüngeren angeblich die Zeche für die Älteren zahlen kann man nur noch den Kopf schütteln. Leider ist das Thema zu komplex um es in einer Leserzuschrift abzuhandeln. Die im Artikel als Tiefgang und tiefere Expertise daherkommenden Zumutungen treiben dem informierten Bürger jedoch die Zornesröte ins Gesicht. Die Akzeptanz des Rentensystems geht mit jeder weiteren Anhebung der Altersgrenze, die für die wirklich arbeitenden Beitragszahler nichts anderes als Renten Kürzungen sind, vollends verloren.

Die Anhebung der Altersgrenze halte ich für notwendig. Probleme sehe ich eher in mangelnden Anlagealternativen für die Rentenkasse. Was mich aber mehr bewegt: „Auf die Jungen kommt der Klimawandel zu“. Der kommt seit Jahrtausenden auf die Menschen zu. Zukünftige Renten werden eher durch den „K a m p f gegen den Klimawandel“ bedroht. Die sog. „Energiewende“ und der „Green Deal“ der EU entziehen dem Volksvermögen Millarden und Abermilliarden, welche der einzelne für seine individuelle Altersvorsorge anlegen oder der Staat für sinnvolle Infrastrukturmaßnahmen verwenden könnte. Stattdessen: Die zweithöchsten Strompreise Europas und die Demontage exakt derjenigen Industriezweige, in denen Deutschland Weltmarktführer ist. Genannt „Dekarbonisierung der Wirtschaft“. D i e s e Maßnahmen sind es, welche die ökonomische Situation der Jungen (ihre Rente) unsicher machen. Und wenn sie genau dafür in ihrer Schulzeit auf die Straße gehen; ja, dann wollen sie es so.

Gisela Fimiani | Fr, 27. März 2020 - 20:08

„.....eine satte Zweidrittelmehrheit aus Politikern und Verbandsvertretern....“
Auf allen Ebenen sorgen verkrustete Strukturen, sowie der Erhalt des Status Quo derer, die davon profitieren, für einen Staat, der seine Bürger zu ersticken droht. Einzig das Heer der Staatsversorgten in Politik, Medien, NGOs......etc. möchte diesen Paternalismus aus Eigennutz erhalten.

sich das auch nie von innen verändern, von verbessern ganz zu schweigen.
Wäre das erste Mal.
Wahrscheinlich würde ich Privilegien auch nicht eben mal so abgeben.
Vor allem seit ich izwischen weiß,
dass mir im Paradies dafür auch kein Platz reservert wird -:)

Frau Fiamani Sie haben völlig Recht. Nur haben Sie bei der Aufzählung der Staatsversorgten,die Beamten u. den öffentlichen Dienst vergessen.
Viele, viel zu viele Menschen beziehen Alimentierung vom Staat und tragen keinerlei Risiko mehr (Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit, Konkurs oder Verkauf des Betriebes u.ä.)
Sie erhalten Geld und Rundum-Absicherung ohne dass sie selbst ihren Kopf hinhalten müssen.
Gerade jetzt in dieser Krise wird dies wieder besonders deutlich. Beamte müssen sich keine Sorgen machen, sich nicht den Kopf zerbrechen ob ihr Arbeitgeber nach Ende der Krise noch existiert oder nicht.
Das muss sich ändern. Alle müssen das Risiko gemeinsam tragen. Es darf keine Privilegierten geben, denen nichts passieren kann nur weil der Staat hinter ihnen steht.

Allen die hier die Beamten und die Angestellten im öff. Dienst verantwortlich für die Rentenmisere machen (wollen), stelle ich die Frage: wieso sind sie nicht Beamter geworden, bei all den Vorzügen ? Ferner gibt es nicht nur "höhere" Beamte sondern auch eine Vielzahl im unteren und mittleren Dienst (Poliisten zB). Ihr Einkommen (und ihre Rente) ist verhältnismässig sicher, aber es ist (unter Berücksichtigung der Qualifikation) im Vergleich mit der freien Wirtschaft kein besonders hohes Einkommen. Insofern würde ich den Blick auf das eigentliche Problem lenken wollen. Zu wenig Junge und zu lange Rentenbezugszeiten. Wer 40 Jahre arbeitet und 20 Jahre Rente bezieht kann bei 24% Beitrag 48% Rente erhalten. So einfach ist das. Man nennt es Dreisatz. Eine höhere Rente kann es nur geben, wenn länger gearbeitet/respektive kürzer Rente bezogen wird oder die Beiträge erhöht werden. Alles andere sind Ablenkungsmanöver.

Bernhard Weber | Fr, 27. März 2020 - 21:05

Im SPIEGEL kommt die Rentenkommission ganz schlecht weg. Das "geborene" Papier
ist nach dem zweijährigen "Kreißsaalaufenthalt" eine Schande.
Ich (79 Jahre und "Ossi") möchte nicht mehr jung sein, gehe immer wählen und gehöre deshalb zum Wahlvolk. das, ohne es zu wollen, die Pfründe der schamlos an sich denkenden Politiker stützt. Wichtige Entscheidungen werden einfach in die Zukunft geschoben.
Es ist eine Schande, daß die Politik nichts mehr zu stande bringt, egal welches Gebiet man sich vorknöpft.
Bestes zeitnahes Beispiel ist die jetzige SARS-Krise.

Susanne Dorn | Sa, 28. März 2020 - 01:53

...dafür sorgen, dass deutsche Bürger wieder mehr Kinder bekommen, anstatt sie bis zum 9. Monat abzutreiben, wie es die Links-Grünen Sozialisten handhaben. Ganz besonders die Jusos, die sich dann über keine oder sehr niedrige Renten beschweren, ohne selbst jemals nennenswert einbezahlt zu haben.

Ein weiterer Knackpunkt sind BILDUNG, BILDUNG BILDUNG und exzellente AUSBILDUNG der jüngeren Generation...

Lamentieren hat noch nie irgend ein Problem gelöst. Und unfähige Politik noch viel weniger!

Lamentieren ist keine Lösung, Frau Dorn.
Die Mitglieder einer solchen Kommission sollten endlich den Mut aufbringen und fordern, daß alle hier arbeitenden und lebenden Menschen mit eigenen Einkünften in eine Rentenkasse einzuzahlen haben.
Und zwar ohne Beitragsbemessungsgrenzen.
Denn nur mit "vollen Rentenkassen" (siehe Schweiz und andere) lassen sich auskömmliche Renten finanzieren.
Da sind die Politikerinnen und Politiker mit ihren vergleichbar niedrigen Einkommen noch das geringste Problem.
Es geht darum, auch Multi-Millionäre und Milliardäre zur Beitragszahlung aufzufordern, ohne wenn und aber.
Nur wenn dies gelingt, steht unsere Altersversorgung auch in 20, 30 oder 50 Jahren noch auf sicheren Füßen.

Das Schweizer Modell baut auf drei Säulen auf (staatl. Rentenvers. + verpflichtende Privatvorsorge + freiwillige private Vorsorge) und nur die erste hat keine Betragsbemessungsgrenze, die Zweite hat eine. Vorteil, es müssen alle einzahlen, auch Beamte, Politiker und Selbständige.
Man überlässt den Leuten mehr Selbstverantwortung. Dies würde in D. einen kompletten Systemwechsel erfordern und dagegen haben seit Jahrzehnten die links-grünen Systemparteien inkl. CDU etwas.

... sonder nur ein Ablenkungsmanöver. Wer Beiträge zahlt, erwirbt auch Ansprüche! Und solange die Rente halbwegs beitragsbezogen bestimmt wird, bekommen Sie damit das Problem nicht gelöst, allenfalls eine Generation verschoben. Sie entlasten die Beitragszahler heute vielleicht ein wenig, weil ein paar zusätzliche Beitragszahler da sind, denen (noch) keine Rentner gegenüberstehen. Aber erklären Sie es mal dem Junior-Chef in der Zwei-Mann-Bäckerei, dass er nun Rentenbeiträge (in ein Umlagesystem) bezahlen soll, ohne der Senior gleichzeitig eine Rente bezieht? Das dürfte nicht vermittelbar sein. Ergo bringt die Einbeziehung Selbständiger für die Rente per se gar nichts.

Das Schweizer 3-Säulen-Modell hat nur auf dem Papier Drei Säulen. In der von vielen so gerne gelobten 1. Säule, die keine Beitragsbemessungsgrenze kennt, beträgt der Beitrag 5,25% des Einkommens. Wenn wir unterstellen, dass auch de Schweiz vergleichbar demographische Strukturen hat, wie wir, dann darf man daraus 10 % Rente (in Bezug zum Bruttolohn) erwarten. Das isses dann wohl eher nicht. Die "Träger" sind in der Schweiz die beiden Säulen aus betrieblicher (gibts bei uns auch) und (teilweise geförderter) privater Vorsorge - gibts bei uns auch. Der einzige Vorteil in der Schweiz ist, dass jeder Schweizer weiß, dass Säule 1 niemals reicht und man sich daher selber kümmern muss. In D hingegen verlassen sich alle gerne auf den Staat, wie zu Bismarcks Zeiten.

fällt bei uns der doppelte Krankenkassenbeitrag an, zehn Jahre lang, danach hat man etwas Ruhe – wenn man das noch erlebt. Die Schweizer werden nicht so gemolken und zahlen auch keine Steuern auf Aktiengewinne, gleich wie lange sie diese halten. Weitere Unterschiede ließen sich noch aufführen.

„Bessere Bildung und Ausbildung ist das Fundament...“ ...um dieses Land zu verlassen. Die gut ausgebildeten jungen Menschen werden sehr bald merken, dass sie in D. die Hälfte ihres hart verdienten Geldes für extrem hohe Steuern, hohe Energiekosten usw. bei gleichzeitiger Demontage der Industrie abgeben müssen. Und sich von links-grünen Beamten den bescheidenen erarbeiteten Wohlstand zertrümmern zulassen und künftig auch noch für sie arbeiten zu müssen, werden viele auch nicht so gut finden. Vielleicht werden viele gut ausgebildete Leute (Rentenbeitrags- u. Nettosteuerzahler), ganz unpatriotisch und international ausgerichtet, das Land bald verlassen. Denn eine Einbeziehung der Staatsdiener (Berufsziel links-grüner Sozialisten) in die Rentenversicherung empfiehlt die Kommission nicht.

Mararita Thakaridou | Sa, 28. März 2020 - 04:30

Wenn in Deutschland von grundlegenden Reformen die Rede ist (wie voeliegend), sollte man nichts anderes als puren Etatismus erwarten. Das Rezept sei also die Einbeziehung aller und zwar mit 20 % ihres hart erarbeiteten Einkommens, weil nur der Staat in seiner unermesslichen Weisheit ("Minuszinsen", immense Steuerlast, Rettungswährung etc.) weiß, wie fremdes Geld zu verwalten ist - bis der Letzte Wertschöpfung Erbringende (es sind nicht viele!) das Land angewidert verlässt.

helmut armbruster | Sa, 28. März 2020 - 08:34

anscheinend will keine politische Führungspersönlichkeit mehr Verantwortung übernehmen.
Damit man in jedem Fall unangreifbar bleibt, werden Berater engagiert oder Kommissionen eingesetzt. Muss man dann entscheiden, beruft man sich auf deren Ergebnisse, egal ob sie was taugen oder nicht.
Wird man dann für seine Entscheidung kritisiert oder angegriffen, sagt man einfach, ich habe nicht allein entschieden, ich habe Fachleute hinzu gezogen. Und schon ist man nicht mehr selbst verantwortlich und auch nicht mehr angreifbar.
So nicht, liebe Politiker!
Wenn ihr nicht den Mut habt Verantwortung zu übernehmen, dann wechselt den Beruf. Es gibt schließlich genügend Berufe wo ihr keine Entscheidungen treffen müsst und keine Verantwortung übernehmen müsst.

gerhard hellriegel | Sa, 28. März 2020 - 08:47

Das wirkliche problem ist der "generationenvertrag" selbst. Deswegen genügt es nicht, während der berufszeit für die altersvorsorge einzuzahlen, nein, man muss sich auch noch reproduzieren, damit das system funktioniert. Und sobald die bevölkerungspyramide sich ändert, funktioniert es nicht mehr.

Marianne Bernstein | Sa, 28. März 2020 - 09:24

Nun in 30 bis 40 Jahren werden die Jüngeren wissen, was sie sich gewünscht haben und dann werden sie am eigenen Leibe erfahren, was es heißt mit einer Standardrente von 48% auskommen zu müssen, Steuern zu zahlen und Krankenversicherung.
Vielleicht sollte man die Experten mal 1 Jahr lang so leben lassen. Könnte ihre Einstellung zur Rente nachhaltig prägen.

Nur | Sa, 28. März 2020 - 09:25

"Wenn ihr nicht den Mut habt Verantwortung zu übernehmen, dann wechselt den Beruf. Es gibt schließlich genügend Berufe wo ihr keine Entscheidungen treffen müsst und keine Verantwortung übernehmen müsst."
Ich behaupte: Aber nirgends kommt man so gut dabei weg wie in der Politik. Deshalb zieht es ja diese besonderen Charaktere in diese Positionen. Sie schauklen sich gegenseitig hoch. Und dann häuft "es" sich und heraus kommt die Politik, die wir erleben und die Politiker, die wir wählen. Das Wahlrecht wird total überschätzt in einer bräsigen Verwaltungsrepublik wie D. Ich habe das Wählen eingestellt.

Ernst-Günther Konrad | Sa, 28. März 2020 - 11:51

dann bildet man nen Arbeitskreis. Der Artikel wurde von jemand geschrieben, der das Rentnerdasein nicht kennt, keine Flaschen sammeln muss.
Als pensionierter Beamter möchte ich aber auf die Gefahr hinweisen, wenn Rentner gegen Pensionäre ausgespielt werden. Auch ich habe 43 Jahre und 222 Tage Wechselschicht gearbeitet. Der Staat hat die Besoldung immer so gestaltet, dass er weniger gab mit dem Hinweis, es sei für den Pensionsfonds.
Jetzt frisst der Pensionsfonds alles auf, weil eben keine ausreichenden Rücklagen gebildet wurden. Wie mit der Rente auch, wurden Rücklagen "missbraucht" und anderweitig eingesetzt. Leute lasst Euch nicht gegeneinander ausspielen. Die Rente gehört in der Auszahlung den Pensionen angeglichen. Darüber nachdenken, ob alle in einen Topf einzahlen. Ja, das hätte man schon lange tun müssen. Beamte sind nicht nur hochdotierte Posten in den Ministerien. Das sind Polizisten, Lehrer, Finanzbeamte usw.
Alles Stellen die Staatliches Funktionieren sichern. Uffpasse

Herr Konrad ich stimmen Ihnen zu, unter der Voraussetzung, dass auch Jahresschlusszahlungen („WEIHNACHTSGELD“) und die enormen Vorteile der Krankenversicherung für Beamte angeglichen werden an das allgemeine Krankenkassensystem

Wir lassen uns nicht gegeneinander ausspielen, aber hier ist eine gerechte Lösung längst überfällig.
Da jedoch Beamte hier alleinige Entscheidugsvollmacht haben wird dieses leider in den Bereich der Fantasie gehören.

Herr Lehmann, das Weihnachtsgeld für Beamte als sog. 13. Monatsgehalt in Hessen ist schon mehr als 10 Jahre abgeschafft. Man ging dazu über, 5 % der Grundgehaltes jeden Monat drauf zu zahlen. Somit ehemals 100 % auf 60 % zu reduzieren. Dies auch nur noch für die unteren Laufbahngruppen. Ja, Sie haben natürlich recht. Es sind letztlich Beamte die da selbst über ihr finanzielles "Ende" entscheiden. Ich sage ja, es müsste überlegt werden, wie das alles gerechter umgestrickt wird. So wie es jetzt ist, ist es einfach ungerecht.

Stefan Forbrig | Sa, 28. März 2020 - 11:56

Da fällt mir bei der Gelegenheit ein:

Prof. Meuthen hat ein durchaus interessantes Rentenmodell vorgestellt, in der die Rente auf Steuer- und Privatvorsorgefinanzierung umgestellt werden sollte.
Da das umlagenfinanzierte System ja nicht mehr funktioniert, bzw. nicht mehr zu stemmen ist, würden dann ja automatisch die relevanten Personengruppen Beamte, Selbstständige, Abgeordnete mit ins System einzahlen.
Man kann das ja auch komplett anders sehen, aber man sollte darüber diskutieren können.

Und das von einer Partei, die ja angeblich keine Rentenkonzepte hat.

Wer sich dafür interessiert, hier ein Link zu diesem Modell:
https://youtu.be/q0eNebOWV9U

Wilfried Düring | So, 29. März 2020 - 20:53

In reply to by Gast

Wir erleben seit mindestens 21 Jahren (1998) eine Rentenpolitik mit dem Dreiklang: Verschlechterung der Leistungen + Erhöhung der Beiträge + Erhöhung der Steuerzuschüsse in die Rentenkasse (ggf. Erhöhung der Staatsverschuldung). Dieses Konzept kann auf Dauer NICHT nachhaltig sein!
Stichworte: demografischer Faktor, Wirtschaftskrisen usw.
Die Renten sind NICHT sicher. Alle wissen das!
Die AfD führt eine alte Diskussion der CDU weiter.
Ganz grob skizziert:
Prinzipiell stehen sich Verfechter des (ggf. zu 'optimierenden') geltenden 'Umlageverfahrens' (damals Blüm; in der AfD Thüringen) Verfechtern eines kapitalgedeckten Ansparverfahrens (damals Biedenkopf, Miegel; in der AfD Meuthen) gegenüber. Durch die aktuelle Lage am Kapital-Markt (Null- und Negativzinsen, taumelnde Boersen) hat das kapitalg. Ansparverfahren (Meuthen) meines Erachtens bis auf Weiteres keine Chance.
Sach-Problem: Die Renten sind NICHT sicher. Spätestens 2035 kollabiert das Umlageverfahren. Es gibt keine 'gute' Lösung!

Jürgen Lehmann | Sa, 28. März 2020 - 11:56

Wer z. B. 40 Jahre GEZWUNGEN war in die Rentenkasse einzubezahlen, dem steht auch eine angemessen hohe Rente zu.
Ein Bekannter von mir (freiberuflich) arbeitete - mit einem der Rentenhöhe ähnlichen Betrag - wirtschaftlich und konnte von dem Ergebnis mehrere Immobilien anschaffen und außerdem noch einen nicht unerheblichen Betrag sparen.
Dank Nullzinspolitik und Rentenzwang kann davon nur noch ein kleiner Teil der Bevölkerung davon träumen.
Die ÄLTEREN werden nicht bevorzugt behandelt, sondern haben eine Auszahlung ihrer Rentenbeiträge verdient.