Michael Stürmer über die CDU - „Der beste Kanzler, den wir nie hatten“

Michael Stürmer ist einer der renommiertesten Historiker der Nachkriegszeit und gilt als intimer Kenner der CDU. Im Interview mit dem Deutschlandfunk geht er mit Kanzlerin Angela Merkel hart ins Gericht. Einen geeigneten Nachfolger kann er aber auch nicht nennen. Oder doch?

Michael Stürmer
Michael Stürmer: „Merkel fehlt eine Portion Churchill“ / picture alliance

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Christoph Schwennicke ist Chefredakteur des Magazins Cicero.

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Diese Stimme hat Gewicht. Michael Stürmer ist einer der profiliertesten Historiker der deutschen Nachkriegszeit, Helmut Kohl engagierte ihn gleich zum Regierungsantritt 1982 als Berater und in zahlreichen Artikeln für FAZ und Welt analysierte er messerscharf Geschichte und Gegenwart. Nur wie wird die Historie über Bundeskanzlerin Angela Merkel urteilen? Nach Michael Stürmer alles andere als positiv. Gerade in der Krise der CDU sei Angela Merkel „nicht mehr so stark“, sagt Stürmer im Interview mit dem Deutschlandfunk. „Sie führt nicht, sie gibt auch keine inspirierende Rede. Schon wenn man ihr das vorschlagen würde, würde sie wahrscheinlich kühl abwinken und sagen, damit kann man die Politik nicht machen.“

Gerade diese „Portion Churchill“ würde der CDU aber derzeit fehlen. „Natürlich ist man nach außen loyal, aber nach innen doch sehr beunruhigt durch die sinkenden Zustimmungszahlen in den Meinungsumfragen und die Aussicht, in Bayern eine schwierige Koalition zu bilden.“ So enstehe in der Partei „ein diffuser Zustand der Zukunftsangst“.

Nur: einen geeigneten Nachfolger kann auch Stürmer nicht nennen. Jens Spahn sei „zu jung, zu eindimensional oder anderthalbdimensional“. Bei Annegret Kramp-Karrenbauer fragt er sich: „Für welche Themen steht sie?“ Einen aber gäbe es laut Stürmer, der es könnte. „Wolfgang Schäuble war der beste oder ist der beste Kanzler, den wir nie hatten.“ Stürmer rechnet bis Weihnachten mit einer Veränderung.

Joachim Wittenbecher | Di, 9. Oktober 2018 - 17:22

Michael Stürmer kritisiert Merkel aus der Sicht des Historikers. Aus dieser Sicht kann man feststellen, dass Deutschland unter Merkel z.Zt. zum dritten Mal in genau 100 Jahren versagt - aktuell in der Bündnispolitik der Nato, in der EU-Politik, in der Innenpolitik und der Parteipolitik. Die Einzelheiten sind bekannt und müssen nicht wiederholt werden. Das dürfte ja fürs erste reichen, um einen Scherbenhaufen zu produzieren. Herrn Schäuble sehe ich nicht als potentiellen Nachfolger, er äußert sich aber in letzter Zeit sehr häufig zu grundlegenden Dingen - vielleicht ist er anderer Meinung; nur sind ihm hierbei auch schon Fehlgriffe unterlaufen, z.B. hat er allen Ernstes geäußert, ohne Einwanderung würde Deutschland der Inzucht verfallen. Vielleicht könnte man ihm, statt ihn zum Nachfolger Merkels zu wählen, den Orden wider den tierischen Ernst verleihen. Helau, Herr Schäuble.

Es ist schon vermessen, der amtierenden Bundeskanzlerin
"politisches Versagen" vorzuhalten. Angela Merkel konnte über viele Jahre auf die bedingungslose Unterstützung ihrer Partei, der CDU, bauen. Selbst die CSU kooperierte mit der Bundeskanzlerin, und zwar ohne wenn und aber, denn ansonsten hätte Horst Seehofer die Regierungskoalition längst aufkündigen müssen.
Auch die CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag stand und steht hinter Frau Merkel, ungeachtet des aktuellen Wechsels an der Fraktionsspitze. Was also hat die Bundeskanzlerin wirklich falsch gemacht?
Und im Vergleich zu ihrem Vorgänger Helmut Kohl ist die Bundeskanzlerin nun wahrlich eine tugendhafte und integre Persönlichkeit.
Wer ohne Fehler ist, der werfe den ersten Stein. Aber bitte nicht auf Angela Merkel.

Dieser biblische Imperativ ist hier wohl völlig deplatziert, damit könnte man jeden politischen Diskurs a priori ad acta legen. Weil die CDU/CSU an Merkels Versagen ihren Teil beigetragen hat, ist sie deswegen noch lange nicht rehabilitiert. Wenn sie regelmäßig Cicero lesen und immer noch nicht wissen was Merkel alles falsch gemacht hat, dann kann ich ihnen ein Dossier empfehlen: https://www.cicero.de/node/16673

Freundliche Grüße
P. M.

Es ist in der Demokratie nicht verwunderlich, wenn der Ruf nach einem Wechsel an der Regierungsspitze laut wird - besonders nach so langer Amtszeit; Kritik am Regierungschef ist der Normalfall in der Demokratie, die bedingungslose Unterstützung durch die Regierungsfraktion(en) ist kein Gegenargument. Aber im Einzelnen: Angela Merkel hat unter Außerachtlassung von GG Art 16a und Dublin III eine unkontrollierte Masseneinwanderung nach Deutschland zugelassen - gegen den ausdrücklichen Rat der Sicherheitsfachleute; dies hat zu einer beträchtlichen Zahl an Delikten im Inland geführt. Es zählt nicht die gute Absicht, sondern das schlechte Ergebnis. Und einige Kleinigkeiten aus der Fehlerkaskade: Nationale Klimaschutzziele 2020 - werden verfehlt; Nato 2%-Ziel - wird verfehlt; 1 Mio Elektroautos bis 2020 - wird verfehlt. Merkel geht fortgesetzt Verpflichtungen ein, organisiert aber nicht die Umsetzung. Sie sollte durch fähige Leute ersetzt werden.

Was hat Merkel falsch gemacht? Nur eines: dass sie Bundeskanzlerin geworden ist. Ich bin keinesfalls ohne Fehler, aber ich weiß das und trage ggf. die Konsequenzen. Meine Fehler schaden prinzipiell nur mir. Trotzdem oder auch genau deswegen werfe ich den ersten und weitere Steine.
MfG Armin Latell

Wenn im politischen Diskurs mal wieder die Bibel dran glauben muss, wird sie meistens auch noch falsch zitiert. Aber was soll's? Irren ist menschlich, vergeben ist göttlich.

"Fehler" ist nicht gleichzusetzen mit "Sünde". Auch ist "Sünde" nicht das Böse schlechthin. Der Sündenbegriff bezeichnet vielmehr die Trennung zwischen Gott und Mensch.

Dass aus einer Fehlerkritik kein Steinwurf werden soll, versteht sich eigentlich von selbst. Falls nicht, empfehle ich Ihnen Jürgen Habermas: Erläuterungen zur Diskursethik (Frankfurt am Main 1991).

Herrlich Herr Wittenbecher Sie haben mich herzhaft zum Lachen gebracht. Die Aussage von Herrn Schäuble hat mich erschreckt aber auch angewidert. Wie konnte dieser eigentlich doch bodenständige Politiker so etwas "loslassen"? Als Kanzlerkandidat sollte man ihn nicht mehr in Erwägung ziehen weil bereits Älter - Aber da fällt mir gerade "unser Konrad Adenauer" ein. ALAAF (da ursprünglich mal Kölnerin)

Michaela Diederichs | Di, 9. Oktober 2018 - 17:36

„Wolfgang Schäuble war der beste oder ist der beste Kanzler, den wir nie hatten.“ Meint er das wirklich ernst?

Klaus- Uwe Koid | Do, 11. Oktober 2018 - 18:13

In reply to by Michaela Diederichs

Herr Schäuble hat sich bisher nur hervorgetan als Parteisoldat unter Verleugnen von vielen Wähler- Realitäten und er war m.E. schon als Minister "über seiner Zeit" und damit stets eine Fehlbesetzung. Ich habe sein Buch "Mitten im Leben" gelesen und bin von seinem Tun danach schwer enttäuscht.

Thomas Meyer | Di, 9. Oktober 2018 - 18:30

Da denke ich nur an David McAllister oder Armin Laschet. Alles was darunter kommt ist nicht kanzlerabel.

Sepp Kneip | Di, 9. Oktober 2018 - 18:35

„Wolfgang Schäuble war der beste oder ist der beste Kanzler, den wir nie hatten.“ Deshalb ist er der beste Kanzler, w e i l wir ihn nie hatten. Er war immer ein guter und loyaler Zweiter. Schäuble konnte nie der Erste sein, weil er immer jemanden brauchte, an dem er sich hochzog. Aber auch das ist er nicht mehr. Er ist ein verbitterter alter Mann, den man auf den Präsidentenstuhl des Bundestages abgeschoben hat. Aber er hält immer noch loyal zu Merkel, obwohl diese Deutschland abschafft und Europa spaltet. Wie oft hätte er die Macht an sich reißen können. Aber er tat es nicht. Also bitte, nicht ihn als neuen Kanzler vorschlagen.

Die Zukunftsangst der CDU ist allzu berechtigt. Von einer charismatischen Führungspersönlichkeit ist weit und breit nichts zu sehen. Wenn man die "Persönlichkeiten" sieht, die da gehandelt werden, muss es einen grausen. Vielleicht steht ja der eine oder andere aus der zweiten Reihe auf und zeigt, was ne Harke ist. Mehr schaden als Merkel kann er nicht.

Toni Schwamberger | Di, 9. Oktober 2018 - 18:43

... das ist unfair, was Sie mit uns machen! Erst den Mund wässrig machen betr. "Interview Deutschlandfunk" - und dann kommt kein Interview! Habe es lange vergeblich gesucht - wo haben Sie es versteckt . . . ?

Auch ich habe mich mit wässrigem Mund auf diesen Beitrag gestürzt und etwaige Verlinkungen gesucht. Manchmal denke ich, Herr Schwennicke ist ein Schelm.

Hans Herzberger | Di, 9. Oktober 2018 - 19:43

Die jetzige Regierung rutscht immer tiefer in die Unglaubwürdigeit und wird auch zunehmen handlungsunfähiger. Berlin gräbt sich täglich immer mehr das Wasser vom verantwortungsvollen Regieren ab. Wir rutschen immer schneller und auch tiefer in Weimarer Verhältnisse. Es braucht nur einen einzigen noch unbekannten heftigen Auslöser und das Chaos regiert im Land.

Horst Weber | Di, 9. Oktober 2018 - 19:55

Ab und zu höre ich mir die kriegshetzerischen Diskussionbeiträge dieses "namhaften" Historikers vom Band an. Es ging um "Desert Storm", den ersten Krieg gegen die wehrlosen Iraker , angeführt von dem damals als mit dem hchsten IQ ausgestatteten General Schwarzkopf.
An entscheidender Stelle der damaligen Diskussion über Pro und Kontra jenes Feldzuges wurde die Vermutung laut, der damals geplante Krieg werde
"für Öl" geführt. darauf Stürmer augebracht:---"
...ja, wollen Sie denn etwa KEIN Öl....? "
Wenn dieser Mensch heute auf die Suche nach potentiellen Bundeskanzlern geht, sollte man sich höflich aber bestimmt abwenden.-

Per L. Johansson | Di, 9. Oktober 2018 - 20:43

Das Problem mit Schäuble ist, daß auch er ein bedingungsloser Verfechter der EU ist.
Heißt im Klartext, daß das deutsche Volk jedes Opfer zu bringen hat, um dieses „Projekt“ nicht zu gefährden.
Und das führt dann zwangsläufig zur europäischen Schuldenvergemeinschaftung unter Bruch von Maastricht, und zur Aufnahme der Mehrzahl der illegalen Einwanderer unter Mißachtung von GG Art. 16. Um nur zwei Spitzen des Eisbergs zu nennen.
Daran wird auch er nichts ändern.
Denn er stammt aus einer Generation, die sich als Reaktion auf den 2. Weltkrieg in die fixe Idee verrannt hat, nur ein europäischer Zentralstaat könne den Frieden bewahren.
Dabei hat Europa doch über Jahrzehnte gezeigt, daß Frieden und Handel auch ohne eine zentralistische Union und ohne Einheitswährung möglich waren.
Zudem holen wir uns zum Ausgleich mit Multikulti unzählige ethnische und religiöse Konflikte neu ins Land. Und während Nationalstaaten Frieden schließen können, schwelen solche internen Konflikte ewig.

Manfred Westphal | Di, 9. Oktober 2018 - 21:28

Ja, ich stimme dem Artikel zu.
Und jetzt als sofortige Übergangslösung bis zur nächsten Wahl ist das m.E. eine gute Lösung. In Ruhe in der 3. und 4. Reihe eine*n fähigen Nachfolger*in suchen, nur nicht spah-gün-karr !

Paul J. Meier | Di, 9. Oktober 2018 - 22:03

Den besten Kanzler den wir nie hatten, hatten wir deshalb nicht, weil sie/er gar nicht in die Politik gegangen ist! Es ist ein Problem des Systems. Die guten, wirklich guten Leuten scheuen diese kastrierte Form der Selbstverwirklichung. Die Eliten sind nicht in der Po!itik, dort tummelt sich nur die zweite Garde oder Blender. Eine effiziente, innovative Reform dieser Parteiendemokratie hin zu leistungsabhängiger Postenbesetzung ist überlebenswichtig. Eigentlich bleibt keine andere "Wahl"!

Ronald Lehmann | Do, 11. Oktober 2018 - 18:24

In reply to by Paul J. Meier

Liebe Redaktion des Cicero und liebe Leser. Ich würde gerne einmal ihre Kommentare zu diesem Thema lesen.
Selbst als Konservativer & gläubiger, ausgetretener Christ würde ich mich noch heutzutage vor einen Helmut Schmidt als Bundeskanzler in Demuth und Respekt vor Ihm verneigen. Und wie immer im Leben, nach was "Besonderen" muss man im Leben schon suchen. Wenn ein Herr März von über 10 Vorständen Gehalt bezogen hat, kann ich mir "Herzensgüte" für das einfache Volk nicht vorstellen.
Und eine zweite Diskussion über mögliche Änderungen in der Demokratie, um diese Volksnaher zu gestalten, aber auch Rechenschaftspflichtiger für die Politiker, damit Tat & Wort in Übereinklang gebracht werden.
LG & lasst uns die Gehirnszellen in Anspruch nehmen.

Bernd Windisch | Di, 9. Oktober 2018 - 22:39

"Diese Stimme hat Gewicht. Michael Stürmer ist einer der profiliertesten Historiker der deutschen Nachkriegszeit" gewesen zu alt zu eindimensional oder anderthalbdimensional. Fällt Ihnen etwas auf Herr Schwennicke?

Andreas Löw | Di, 9. Oktober 2018 - 23:39

Deutschland hatte einige sehr gute Kanzler. Adenauer, Brandt, Schmitt und wenngleich ich seinen Stil nicht mochte, auch Kohl.
Schäuble (nach Schröder) ist uns Gott sei Dank erspart geblieben.
Obwohl, im Vergleich zu Merkel würde er wahrscheinlich glänzen wie Gold in der Sonne.

... und Herr Stürmer, im Vergleich zu Churchill fehlt Merkel so ziemlich alles!

Ulrich Zischewski | Mi, 10. Oktober 2018 - 08:57

1.Merkel ist scheisse
2.kein Nachfolger
3.Schäuble hätte hätte Fahrradkette

Und nun ein fröhlich weiter so!!!!

Juliana Keppelen | Mi, 10. Oktober 2018 - 09:32

und ist seit ewigen Zeiten in der Politik (wurde immer vom Steuerzahler alimentiert). Ihn als entgangener Kanzler zu betrauern zeigt wie wenig anspruchsvoll die Konservativen sind. Es ist müßig Herrn Schäuble (nach gefühlt 60 Jahren in der Politik) dafür zu loben, dass er jetzt Ansichten von sich gibt und Sätze sagt die jeder Kommentarschreiber hier im Forum schon lange vorher und ohne bald 60jährige Politikkarriere einfach so als normal denkender Mensch denkt, sagt, schreibt und weiss.

Jutin Theim | Mi, 10. Oktober 2018 - 11:03

einwandfrei sein?

Wie kann ein Schäuble, dessen unrühmliche Rolle in der CDU-Schwarzgeldaffäre noch gar nicht so lange her ist, dessen Aussage, das deutsche Volk würde ohne muslimische Zuwanderung in Inzucht versinken, mit seiner Äußerung, dass wir nicht erwarten sollten, die illegalen Einwanderer wieder loszuwerden, auch nur annähernd diese Standards erfüllen?

Nur weil er im Rollstuhl sitzt? Und damit Klischees der linksgrünen Front erfüllt?

Schon die Frage, wer es denn nach Merkel machen könnte, ist falsch! Es gibt viele, doch die sind nicht unbedingt in der CDUCSUSPDFDPGRÜNELINKE.

Denn es gibt viele, die moralisch und ethisch noch integer und einwandfrei sind, wesentlich mehr jedenfalls als die derzeitige Amtsinhaberin.

Norbert Heyer | Mi, 10. Oktober 2018 - 11:05

Das Frau Merkel nicht als gute Kanzlerin in die Geschichte eingeht, ist hier jedem klar, ganz ohne Historiker. Das er aber den vergesslichen Kofferträger als möglichen Nachfolger ins Spiel bringt, ist abenteuerlich. Dieser Mann hat alle eklatanten Fehlentscheidungen mitgetragen und in letzter Zeit mit wirren Aussagen eigentlich den Rückzug ins Private verdient.

Anna Schmitt | Mi, 10. Oktober 2018 - 11:51

... aus meiner Sicht wäre das Friedrich Merz gewesen. Aber den hat Merkel vermutlich u.a auch deswegen "entfernt".
Merz könnte dieses Amt theoretisch auch heute noch ausführen. Praktisch glaube ich, würde er seine erfolgreiche Kanzlei niemals für den dann von Merkel hinterlassenen Polithaufen aufgeben.

Michael Bodef | Mi, 10. Oktober 2018 - 13:08

Der Artikel sagt mir, die "Verzweiflung" muss sehr groß sein in der CDU und bei deren Sympathisanten.. , wenn noch Schäuble (???) ins Rennen soll.
Und ja, auch nach meiner " Einschätzung" als nüchterner, wenig beeinflusster Wähler: es gibt monentan keinen CDU Politiker mit nachgewiesener Führungsfähigkeit, bereits seit langem. Vermutlich wird man die Periode Aug 2017- Mar 2018 als die mit den wenigsten Fehlern auf der politischen Bundesebene bezeichnen.. , wenn man mal vom "Raubzug" der Abgeordneten gleich nach der Wahl absieht.. Ein Vorgang, der auch gezeigt hat, wer mit wem kooperationsfähig ist, gleiche "Interessen" hat.
Bevor man nun krampfhaft den nächsten ungeeigneten Kandidaten auf die Bühne hebt, sollte die CDU besser eine Legislaturperiode aussetzen, und sich sich wirklich demokratisch erneuern.. Das wäre kein Verlust, sowohl die aktuell Handelnden als auch den erratischen Führungsstil der (durch die Medien ernannten) "großen Vorsitzenden" braucht niemand.

Walter Meiering | Mi, 10. Oktober 2018 - 13:55

Würde es einen neuen Kandidaten für das Kanzleramt geben, könnte Stürmer sogar Recht haben. Aber ich sehe den nicht. Und Schäuble? Vor 20 Jahren wäre er der ideale Kanzler gewesen. Jetzt wäre er nur ein Notnagel bei einem ungeplanten Auseinanderfallen dieser Regierung.

Pausch Johann … | Mi, 10. Oktober 2018 - 14:54

Alles ist besser als Merkel, sie hat die CDU zu merkelhörige und hodenlose Leibeigene gemacht leider hat sie auch meine CSU auf dem Gewissen.

Seehofer hätte vor der Bundestagswahl die
Koalition wegen Merkels falscher Politik verlassen müssen, dann hätte er sich den ganzen Ärger erspart und der CSU -Mehrheit in Bayern gesichert.

Merkel ist nicht "Der Fels in der Brandung", sie ist die Brandung, was wir noch Jahrzehnte zu spüren bekommen werden.

Nein, sie hat Deutschland und Europa gespaltet

Den Artikel im CICERO "Die Rechnung" von Daniel Stelter sollten alle lesen.

Horst Weber | Do, 11. Oktober 2018 - 10:11

Von allzu vielen Menschen wird nach "Führungskraft" eines deutschen Regenten gesucht.
Einen "Führer" mit den erstrebten Fähigkeiten hatten wir schon - bis ins absolute Inferno hinein.
Eigentlich sollte es um "vernünftige Politik" gehen. Die kann von jedem wie auch immer gearteten Bundeskanzler vertreten werden. Nehmen wir die Beispiele Kriegsbeteiligungen der BuWe in 16 oder mehr Ländern der Welt, nehmen wir die unsägliche "Flüchtlingspolitik" oder die geplanten Diesel-Fahrverbote:
Die BuWe sollte uns notfalls verteidigen können - mehr nicht. Junge Männer aus afrikanischen/arabischen Ländern - mit jeweiligem
Familiennachzug - haben mit Asylrecht nichts zu tun - und die Umweltproblematik auf Dieselfahrer im Straßenverkehr abzuwälzen, ohne die unzähligen Jumbos und Kreuzfahrtschiffe, all die Industrieabgase und den Braunkohlenabbau einzubeziehen - halte ich für verlogen.
Ehrlichkeit in der Politik ist derzeit mit keinem Namen aus bekannten Parteiriegen zu erwarten.-
So what ?

Armin Latell | Do, 11. Oktober 2018 - 11:47

Spontan fällt mir das Historikertreffen in Münster ein: war Herr Stürmer auch dort? Wenn er messerscharf Geschichte und Gegenwart analysieren kann, wie hat er dort abgestimmt? In der Partei entstehe „ein diffuser Zustand der Zukunftsangst“. Dazu kann ich nur sagen, in einem Teil der Bevölkerung besteht schon mindestens 3 Jahre ein sehr konkreter Zustand der Zukunftsangst. Warum dann nicht auch für diejenigen, die diesen Zustand herbeigeführt haben? M. M. n. darf nur noch Kanzler werden, wer nicht zum willfährigen Hofstaat Merkels gehört hat. Also niemand aus der Union. Deshalb auch und erst recht nicht ein Schäuble, der alle Euro-Rettungspakete zu Lasten Des mit zu verantworten, wenn nicht sogar sich ausgedacht hat. Der öffentlich postuliert, wir bräuchten die Einwanderung, damit wir nicht in Inzucht degenerierten. Auch ihm fehlt die Portion Churchill, denn dem waren die eigenen Interessen (Großbritanniens) wichtig.

Bernhard Keim | Do, 11. Oktober 2018 - 23:01

Wir befinden uns in einer Situation, in der sich die Gesellschaft neu für die Zukunft definieren muss und sollte. Als sicher kann gelten: eine Politik, die allem in Land Wohlbehagen bereitet ist nicht möglich. Wie auch? Zu unterschiedlich sind die Vorstellungen. Egal was ein Politiker will. Wenn er nicht in der Lage ist eine gewissen Balance nach innen und aussen zu wahren, geht er ziemlich rasch baden. Das enttäuscht natürlich all jene, die immer vom großen Machtwort träumen. Doch dafür gibt es keine Mehrheit. Die Menschen im Land haben einfach zu unterschiedliche Vorstellungen von der Zukunft. Die einen würden die Zeit am liebsten zurückdrehen, die anderen wollen mit dem Kopf durch die Wand. Die einen träumen vom Land ohne Ausländer, die anderen von der Offenen Gesellschaft. So ist so ziemlich jeder in diesem Lande Autist. Es regiert nu wer einen mehrheitsfähigen Konsens herstellen kann. Hier liegt die Kunst des Regierens in unsteter Zeiten. Anders geht es nicht.

Klaus- Uwe Koid | Fr, 12. Oktober 2018 - 11:23

Der Riesen- Fehler beim "Kandidaten- Ausgucken" ist, nur auf das bekannte und verbrauchte Polit- Personal zu schauen.
Mir fällt da eine Persönlichkeit aus der "dritten" Reihe mit hoher ethischer Reife und angemessenem Lebens- Werdegang ein: Roland Jahn, Vorsteher der Stasi- Unterlagen- Behörde. - Die Fragen dabei sind, ob er selbst wollen würde und ob sich eine "Hausmacht" findet, die ihn stützt und gelegentlich schützt (also keineswegs so, wie die SPD ihre Kanzler- Kandidaten abgeraucht hat).
- Am Ende steht auch, ob er aus damit verbundenen möglichen Kampagnen persönlichen Schaden nimmt.
Aber ich schätze ihn als Persönlichkeit ungeheuer und ich würde mir einen stärkeren Einfluss von ihm auf die Alltags- Politik wünschen.

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