markus-soeder-frauenquote-dax-vorstaende-frauen
Markus Söder hat die Frauenschaft für sich entdeckt / dpa

Frauenquote in Dax-Vorständen - Nach Bäumen umarmt Söder Frauen

Markus Söder unternimmt den nächsten Schritt in Richtung Kanzleramt. Er schließt sich der Forderung nach einer Frauenquote in DAX-Vorständen an. Das Manöver könnte zum Eigentor werden.

Autoreninfo

Dr. Hugo Müller-Vogg arbeitet als Publizist in Berlin. Er veröffentlichte zahlreiche Bücher zu politischen und wirtschaftlichen Fragen, darunter einen Interviewband mit Angela Merkel. Der gebürtige Mannheimer war von 1988 bis 2001 Mitherausgeber der F.A.Z.

So erreichen Sie Hugo Müller-Vogg:

Hugo Müller-Vogg

Man kommt kaum mit, um zu registrieren, wie grün sich Markus Söder präsentiert: als Bäume-Umarmer, als Bienen-Retter, als Frauenversteher. Bei der Frauenförderung hat der bayerische Ministerpräsident seine CSU noch lange nicht so weit, wie er sie gerne hätte.

Auf dem letzten Parteitag wurden Söder die Grenzen für seinen Modernisierungsdrang aufgezeigt. Seit neuestem fordert Söder mehr Frauen in den Vorständen der DAX-Unternehmen. „Ich bin für die Frauenquote“, sagte er bei einer Veranstaltung der „Zeit“. Seine Begründung: „Es gibt hoch qualifizierte Männer und Frauen in unserem Land und genauso viele Frauen wie Männer, die diese Jobs locker machen können.“

Söder springt auf 

Dass Grüne und Sozialdemokraten jubeln, wenn ausgerechnet der CSU-Chef ihre Forderungen übernimmt, versteht sich von selbst. Freilich segelt die CDU/CSU schon seit längerer Zeit vor dem feministischen Wind. Bereits die letzte Große Koalition hat 2015 eine 30-Prozent-Frauenquote für die Aufsichtsräte der DAX-Konzerne beschlossen.

Die Rechnung der Wirtschafspolitiker in der Union, auf diese Weise eine ähnliche Vorstandsquote verhindern zu können, ging freilich nicht auf. Im Gegenteil: Weil es bei den Aufsichtsräten so schön geklappt hat, wollen die links-grünen Quoten-Fans mit Unterstützung von „Modernisierer*innen“ aus der Union noch mehr. Und Söder setzt sich jetzt an die Spitze der Bewegung.

Es darf bezweifelt werden, dass Söder von morgens bis abends darüber sinniert, wie man mehr Frauen in Spitzenpositionen bringen kann – und zwar auch gegen den Willen der Eigentümer von Unternehmen, also gegen den Willen der Aktionäre. Dem Strategen aus München geht es wohl mehr um die Wirkung solcher von den Mainstream-Medien kräftig unterstützten Forderungen – für seinen Ruf, für das Image der CSU und – vorsorglich – für mögliche Koalitionsverhandlungen mit den Grünen nach der nächsten Bundestagswahl.

Ein Thema, das eigentlich keins ist

Mit einem angegrünten Söder täte sich die Öko-Partei sicher leichter als mit einem, der es wagt, sich beim Thema Quoten gegen den medialen Zeitgeist zu stellen. Ohnehin ist die Frauenquote ein Thema, das außerhalb der politisch-publizistischen Blase nicht gerade auf brennendes Interesse stößt. Jedenfalls ist nicht bekannt, dass die Frauenquote in DAX-Aufsichtsräten Verkäuferinnen und Pflegerinnen, Reinigungskräfte und Sekretärinnen, Erzieherinnen und Lehrerinnen in Glückszustände versetzt hätte.

Ob sich die Mitarbeiterinnen in den Quoten-Unternehmen heute glücklicher fühlen als vor ein paar Jahren? Werden Frauen in Quoten-Unternehmen inzwischen besser bezahlt oder stärker gefördert? Sind die Umsätze und Gewinne der von mehr Frauen beaufsichtigten Unternehmen stärker gewachsen als in mehr oder weniger frauenlosen Gesellschaften? Hat also die ganze Volkswirtschaft davon profitiert, dass heute mehr Frauen in Aufsichtsräten sitzen als vor ein paar Jahren?

Wie der Wind weht

Die Tatsache, dass es auf diese Fragen keine empirisch untermauerten Antworten gibt, spricht für sich selbst. Der junge Söder hatte ein Idol: Franz Josef Strauß. Von dem stammt der Satz, konservativ zu sein, heiße „an der Spitze des Fortschritts zu stehen.“ CSU-Übervater Strauß zitierte aber auch gerne Kierkegaard: „Wer sich mit dem Zeitgeist vermählt, ist schnell verwitwet.“ Der potentielle Kanzlerkandidat Söder will wohl an der Spitze des vermeintlichen Fortschritts marschieren.

Nur sollte er eines bedenken: Wenn unsere Wirtschaft erst einmal feministisch quotiert ist, wird der Ruf nach einer Migrant*innen-Quote nicht lange auf sich warten lassen. Auch andere Quoten sind denkbar, für Ostdeutsche etwa oder für Behinderte. Auch dafür gäbe es publizistischen Rückenwind. Aber vielleicht handelt Söder ganz flexibel nach dem Motto: Kanzler first, Witwer second.

Markus Michaelis | Mi, 11. November 2020 - 17:29

Dieser Anspruch wird von den politisch aktiven Menschen in D glaube ich breit getragen. Er ist trotzdem nicht ganz ungefährlich. Zum Einen in der Umsetzung: wenn Unternehmen in den DAX auf- oder absteigen: müssen dann Vorstände ausgetauscht werden? Oder gilt es für alle Unternehmen? Ist eine Unternehmensgründung nur von Männern erlaubt?

Aber auch jenseits dieser technischen Fragen: der ganze Geist gegen die Diskriminierung lebt davon, dass es eine starke diskriminierende Mehrheitsgesellschaft (zumindest starke Machtgruppen) gibt, die abgeben muss. Inzwischen stehen aber die meisten Wirtschafts-, Kultur-, Politik-, Medien-Bosse auf der progressiven Seite. Die Zahl derer, die abgeben müssen, wird zu klein im Vergleich zu denen, die endlich Gerechtigkeit wollen. Das ist nicht ungefährlich, da nicht klar ist, wohin dann die Energie und der Schwung der Gleichberechtigung dann geht.

Christa Wallau | Mi, 11. November 2020 - 17:32

Wie kann man nur derart opportunistisch sein?

Angela Merkel hat es zwar allen Politikern mehr als 20 Jahre lang erfolgreich vorgelebt, wie man mit Opportunismus ins höchste politische Amt gelangen u. s e h r lange an der Macht bleiben kann, aber daß nun auch noch die CSU diese billige "Masche" völlig übernimmt, schlägt dem Faß den Boden aus.
Irgendwie hatte ich die Hoffnung, daß in Bayern die Welt noch ein bißchen mehr in Ordnung sei als im Norden Deutschlands, z. B. in NRW. (Den Osten halte ich sowieso für den Teil unseres Landes, in dem die Menschen am vernünftigsten ).
Nein, dem ist nicht so.
Offenbar will auch die CSU inzwischen den Grünen all ihre Verrücktheiten abjagen - koste es, was es wolle.
Vernünftig oder nicht - Hauptsache:
Man "fängt" Wählerstimmen!

aber dennoch rechtzeitig vor der Wahl!
"Dass Grüne und Sozialdemokraten jubeln, wenn ausgerechnet der CSU-Chef ihre Forderungen übernimmt, versteht sich von selbst."
Ach wäre doch Ilse Aigner Ministerpräsidentin geworden... ! Geht es Markus Söder nur um Macht … um jeden Preis?
"Irgendwie hatte ich die Hoffnung, daß in Bayern die Welt noch ein bißchen mehr in Ordnung sei als im Norden Deutschlands" Liebe Frau Wallau, genau diese Hoffnung hatte ich auch … ! Um so größer ist nun die Enttäuschung. Wie kann ein gestandener Mann doch so peinlich rückgratlos Fahnderl im Wind sein? Da war ja Seehiofer noch besser, auch wenn der immer wieder umgekippt ist!

verzichtet mittlerweile sicher gerne auf Beifall aus einer bestimmten politischen Ecke.
Ganz im Gegenteil wäre solcher wohl ein eindeutiges Warnsignal dafür, dass mit seiner Politik etwas nicht in Ordnung ist.

Vor der Bayernwahl war das noch etwas anders: Söder versuchte, die CSU als zivilisierte Version der AfD zu verkaufen. Die Wähler haben ihm das nicht gedankt - so wie sie, nebenbei, auch der AfD ein Ergebnis bescherten, das weit hinter den dortigen Erwartungen zurücklag.
Seitdem hat Söder enorm dazugelernt und sich vom krachledernen Strauss-Enkel mit Hinterwaldgeruch zum liberalen Politiker entwickelt. Das hat ihm in breiten Teilen der Bevölkerung Zustimmung eingebracht - den Sympathieverlust am rechten Rand kann er sicher verschmerzen.
Dass er sich auch mit Umweltfragen und Genderquoten beschäftigt, ist eine beinahe zwangsläufige Entwicklung - schliesslich handelt es sich hierbei um Zukunftsthemen, mit denen die bekannten alten weissen Männer & Co. nichts anfangen können.

Lieber Herr Lenz,

wir in Bayern brauchen keinen Populisten und Opportunisten, sondern einen Realpolitiker.
Herr Söder ist alles andere als beliebt in Bayern.
Er streitet mit Herrn Reiter (OBB München)
https://www.google.com/amp/s/www.br.de/nachrichten/amp/bayern/corona-st…

und diversen Landkreisen.

https://www.google.com/amp/s/www.br.de/nachrichten/amp/bayern/kommunen-…

CSU-Mitglieder treten aus der Partei aus:

https://www.google.com/amp/s/www.sueddeutsche.de/muenchen/ebersberg/weg…

Gemeinderäte kritisieren die Staatskanzlei:

https://www.mangfall24.de/region/mangfalltal/bad-feilnbach-ort45183/wir…

Ich kenne weder beruflich noch privat jemanden, der M. Söder schätzt.
Uns ging es vor ihm besser...

Es geht nicht um ein Gottgefälliges Werk (wegen mir auch um Solidargemeinschaft & Humanismus), sondern um persönliche Dinge, Errungenschaften & Eitelkeiten.
Und dafür ist jedes Mittel recht geworden & in ihren Augen auch absolut dienlich & passabel, ohne moralisches Hinterfragen. Die Moral findet nur Anwendung beim "Hindernis".
Sie treiben es so schlimm, dass sie mit einer gespaltenen Zunge ohne Skrupel ihre Ziele anstreben & alle sündhaften Mittel mit einer Aura des Wohlwollens umgeben.
Alles, was uns Menschen in Europa an Werten auf der christlich, humanistischen Basis der Liebe, Demut & dem auf Blut getränkten Errungenschaften der Zeitgeschichte verband & uns Europäer wichtig war sowie für unsere Ahnen, die es als Kompass & Leitstrahl ansahen, landen urplötzlich durch das "tun & handeln" der Eliten auf den Müllplatz der Geschichte.
Weiter so, ihr schafft das.

Werner Peters | Mi, 11. November 2020 - 17:33

... kennt bei dem keine Grenzen.

Bernhard K. Kopp | Do, 12. November 2020 - 10:38

In reply to by Werner Peters

Eine solche braucht niemand erst einzuführen - wir haben sie längst, mit Söder an prominenter Stelle. Ist nur schlecht für das Land und die Mehrheit der Bevölkerung.

Holger Jürges | Mi, 11. November 2020 - 17:58

"Man braucht vor niemand Angst zu haben. Wenn man jemanden fürchtet, dann kommt es daher, daß man diesem Jemand Macht über sich eingeräumt hat."
– Hermann Hesse, Demian

Ich"fürchte" Söder wegen seiner Unberechenbarkeit, der Charakterlosigkeit die stets seinen Machtwillen steuert, egal ob eine Entscheidung gut oder schlecht ist für´s Land. - Ich kann´s auch irgendwie nicht fassen, dass so ein gewissenloser Mensch hohe Beliebtheitswerte hat beim Volk. - Was sind das für Menschen, die so votieren?: Ach, ich vergaß, die beten ja sogar Merkel an... - Damit ist alles gesagt.

Urban Will | Mi, 11. November 2020 - 18:08

für alle Bürger, die ihre sieben Sinne noch beisammen haben.
Man kann, man muss es immer wieder ansprechen: Dieser Mensch ist nicht für hohe Ämter geeignet.
So gesehen wäre er zwar ein „würdiger“ Nachfolger von „ihr“, aber das Land braucht dringend jemanden an seiner Spitze, der ein gewisses Maß an Intellekt aufbringt.
Das waren – im Rückblick auf die letzten knapp 50 Jahre - Männer (ist nun mal so), wie Schmidt, Schröder und auch Kohl, den man am meisten unterschätzte.
Was nicht verneinen soll, dass Frauen das genauso gut getan hätten, aber es ist banal, Menschen aufgrund ihres Geschlechtes zu beurteilen oder gar auszuwählen. Es ist beleidigend.

Söder ist die personifizierte Peinlichkeit und es spricht für den allgemeinen Irrsinn, der uns beherrscht, dass er wirklich gute Chancen hat, dieses Land zu regieren.

Wie weit dieses Land noch sinken muss, bis endlich jemand regiert, der denkt und nicht den Mainstream bedient, weiß ich nicht, aber es ist wohl noch Luft nach unten.

Dorothee Sehrt-Irrek | Mi, 11. November 2020 - 18:32

im Vorgestern verweilen wollen.
"Plan" und "Quote" sind so Wörter, die mich noch nie enthusiamiert haben, aber ohne gesellschaftlichen Sinn und Verstand funktioniert auch keine Ökonomie.
Wieviele Frauen standen eigentlich in der DDR an der Spitze von Konzernen/Kombinaten?
Auch diese "Vorwelt" ist also evtl. nicht von Belang.
War das Brügge mit dem Beginenhof, einem weiblichen Produktionszentrum?
Die Gesellschaft ist seit jeher aktiv und möchte sich abbilden in allen Bereichen. - Die Lutherin konnte ihren Mann nicht einmal beerben. -
Dies sollte in jedem Fall bei gleicher Eignung berücksichtigt werden und warum nicht im Duo oder kleiner Gruppe, wenn die Wahl zu schwer fällt?
Es wird doch so viel ausgewechselt, vielleicht hat dann mal etwas Bestand.
Gut, dass Söder dazu das Wort ergreift.
Soll etwa sonst jemand an die Spitze der CDU gewählt werden, nur weil "der" dann das einzige Wort benutzt, das die anderen umgingen, Quote...?
Söder ist ein politischer Profi.

Sie verwechseln da etwas: ein Profi ist laut Wikipedia "Ein ... Kurzwort von veraltet Professionist, ist jemand, der im Gegensatz zum Amateur oder Dilettanten eine Tätigkeit beruflich oder zum Erwerb des eigenen Lebensunterhalts als Erwerbstätigkeit ausübt." Soweit mag das stimmen. Aber für mich ist Politprofi einer, der es mit Herz und Seele ohne Hintergedanken und Skrupellosigkeit nur für "der Stadt Bestes" tut. Das kann ich nun leider bei Herrn Söder nicht mehr entdecken!

gabriele bondzio | Mi, 11. November 2020 - 18:42

Wenn`s nützt. Oder sprichwörtlich gesagt: „Vorteil ist nicht allezeit Gewinn.“. Weder für Herrn Söder noch für sein neues Hobby „Frauen in den Vorstand“.
Warum auch nicht in den Vorstand, wenn das passende Innere im Kopf und der unbedingte Wille, da ist.
Leistungsgesellschaft und Frauen-Quote passt jedoch überhaupt nicht, dass sieht man doch recht gut in der Politik.
Sicher wird Söder auch die nächste Quote in seine Sammlung einreihen.
Da schrieb doch ein Herr Jahnke: „Auch das Schachspiel bedarf dringend einer Frauenquote, momentan gibt es nur zwei weibliche Figuren. Das entspricht einer Quote von 6,25% .Diese Damen dürfen bedroht, geschlagen und sogar entfernt werden. Der König dagegen bleibt unangetastet.
Das kann so nicht hingenommen werden.“...

Alexander Mazurek | Mi, 11. November 2020 - 19:45

... einen Franken zu ihrem Ministerpräsidenten wählen?! Nun habt ihr den/die/das poliamore(n), weil auch dendrophil, Subjekt (m/w/d) und musst schauen, wo ihr bleibt. Bloß weg vom Kanzleramt.

hermann klein | Mi, 11. November 2020 - 20:05

Franz Josef Strauß würde sich im Grabe umdrehen, wenn er sehen könnte was sein arroganter Nachfolger im Jahre 2020 alles so Umarmt (Frauen u, Bäume) und behütet (Bienen).
Bundeskanzler „Söder“ ? - Gott bewahre…

Tomas Poth | Mi, 11. November 2020 - 21:16

Söder präsentiert sich schon länger als Maulheld.
Er erkennt einen "Parteien- und Medienpopulismus" und hängt sich dem an.

Fritz Elvers | Mi, 11. November 2020 - 23:23

dass Söder in rechtsgewirkten Kreisen so verhaßt ist. Und diesmal wegen einer Absichtserklärung, die ohnehin "blowing in the wind" ist. Eine Empfehlung, aus dem Nichts gesogen.

Es ist nur ein Aufhübschen für Verhandlungen mit den Grünen. Ebenso wie CO2-frei bis 2525 (Zager & Evans).

ich schließe mich ihrem Unverständnis an.
Dabei - als Summe vorheriger Kommentare, bsw. des Hr. Mazurek - gehört doch Franken zu Bayern, ist Seehofer auch Franke und riecht Mazureks Unverständnis zum bayerischen Wahlverhalten stark nach Neid; wie ich mich überhaupt frage, was die AfD-Anhängerschaft und deren Sympthisanten die CSU angeht, ist doch nicht deren Partei.
Spekulativ fällt mir dazu ein, hat das was mit der Abkehr der CSU von dem politischen Schulterschluß mit der AfD zu tun, auf die Forist lenz anspielt ?
Und daß Forist Mazurek (selbst Franke?) eine fränkische Charaktereigenschaft bei Söder's Opportunismus ausmacht, hat schon was (ungewollt?) versteckt rassistisches an sich. Ist wohl so nicht gemeint.
Doch wird darin deutlich, daß zum Berufspolitiker zu sein "Kreidefresserei" und Standpunktwechsel zwecks Wahlerfolg dazugehört - sind halt auch nur "Charaktermasken" bürgerlichen Interesses im Konkurrenzkampf um Erfolg.

Sandra Richter | Do, 12. November 2020 - 01:21

Wer wirklich möchte, dass Frauen in DAX-Vorständen häufiger vertreten sind, sollte dafür sorgen, dass Mädchen in den Schulen nicht die harten MINT-Fächer zugunsten weicher Geschwätzwissenschaften abwählen. Mir ist nicht bekannt, dass ein einziger DAX-Konzern aus dem Bereich Soziales kommt, grösstenteils handelt es sich dabei um Technologie-Konzerne, die wenig Bedarf an Sozialwissenschaftlerinnen haben, die von den Universitäten massenhaft ausgespuckt werden. Von MINT-Quoten für Abiturientinnen habe ich bis jetzt allerdings noch nichts gehört, stattdessen will sich die CDU/CSU mal wieder bei den Sozialisten anbiedern und mit deren Planwirtschaft die Zukunft Deutschlands verspielen. Von der FDP ist mittlerweile ähnliches zu hören, bleibt nur noch die Hoffnung auf die AfD, wirtschaftlicher Vernunft wieder Gehör zu verschaffen.

Ernst-Günther Konrad | Do, 12. November 2020 - 07:37

So sehr ich vielen Foristen zur Person Söder vorbehaltlos zustimme, so muss doch gesagt werden, dass er gewählt wurde. Dass er am "grünen Star" leidet, war doch schon früh erkennbar, die Beispiele dafür wurden hier bereits erwähnt. Söder ist nicht die CSU. Ich las dieser Tage einen Artikel auf Focus, versteckt weit hinten unter Politik, einen kritischen Artikel. Danach soll es in der CSU hinter den Kulissen brodeln und auch bei den Freien Wählern steigt der Unmut. Angeblich haben einige CSU-Mitglieder und Koalitionäre die Nase langsam voll von ihm. Seine demagogischen Verhaltensweisen bei Corona, trotz bayr. Versagens, sein ständiges "in Szene setzen", sein Anbiedern an grüne Postionen nur zum Machtgewinn, es kommt bei vielen Mitgliedern nicht gut an und es soll schon intern stark rumoren. Ob es stimmt, weiß ich nicht. Aber eines dürfte feststehen. Die Bayern haben täglich vor Augen, was sie mit dem Franken an der Spitze für einen Politiker haben. Wie man wählt, so wird man regiert.

dass Söder offenbar Franke und nicht Bayer ist, kann ich nicht beurteilen, ist meiner Ansicht nach jedoch nicht der springende Punkt. Vielmehr müssten sich die Wahlberechtigten doch fragen, ob jemand, der sich dermassen "flexibel" gibt oder es auch tatsöchlich ist, wirklich den richtigen Zuschnitt für das Amt des Kanzlers der BRD hat? Das gilt übrigens nicht für Söder, sondern generell für Politiker jedweder Couleur, speziell jedoch solche, die ein Exekutivamt anstreben, egal auf staatlichen Hierarchieebene. Dass das Renommee der Angehörigen der einschlägigen Branche weltweit wenig berauschend ist und kaum wer echtes Vertrauen in sie setzt, ist nichts Neues, doch müsste es doch irgendwo dennoch Grenzen dessen geben, was sie den Wahlberechtigten zumuten. Wer null Selbstachtung hat und sich im Interesse des eigenen Fortkommens nach allen Seiten hin verbiegt, ist nicht nur eine bemühende Erscheinung, sondern als Kandidat für ein Exekutivamt ein unkalkulierbares Risiko und damit unwählbar.

Immer was zu schmunzeln lieber Herr Konrad! Wie Sie gelesen haben wollen einige
ihm diesen stechen? Tut mir leid, aber ich glaube nicht, dass sie dafür den erforderlichen Mut aufbringen werden. Genau so wenig wie die Mithelden der großen Schwester. Für mich ist Herr Söder inzwischen nicht nur hochflexibel was Grüntöne betrifft, er scheint sich vielmehr nach und nach zu einem echten politischen Chamäleon zu entwickeln, was unsere Bundeskanzlerin unerwartet anstatt dem Kaninchen aus dem Hut ziehen könnte;). Er bleibt einfach, egal in welchem Kostüm seiner Rolle als Machtmensch treu. Da können die nur scheinbar gesetzten anderen Kandidaten schon mal die wärmere Kleidung rausholen wenn man mich frägt;)! Bleiben Sie munter, irgendwie! LG

hermann klein | Do, 12. November 2020 - 08:48

Franz Josef Strauß würde sich im Grabe umdrehen, wenn er sehen könnte was sein arroganter Nachfolger im Jahre 2020 alles so Umarmt (Frauen u, Bäume) und behütet (Bienen).
Bundeskanzler „Söder“ ? - Gott bewahre…

Gisela Fimiani | Do, 12. November 2020 - 11:23

Ist es wirklich eine Neuigkeit, dass unsere Berufs-Politiker vor allem Opportunisten sind und sein müssen? Die Furcht vor Job-, sowie Statusverlust treibt sie an. Wo Karrieren durch Parteisoldatentum, inklusive staatlicher Versorgung gesichert werden, entstehen Feigheit und geistige Schlaffheit. Wer wollte hier noch die Kraftanstrengung, die der politische Diskurs erfordert, erwarten? Wo „Werte“ bis zu deren Entwertung relativiert werden, ist es für den Opportunisten ein Leichtes „neue Werte“, ein neues „Wahrheitssystem“ zu erschaffen. Der demokratische, anstrengende Diskurs wird als störende Hürde (semantisch) entsorgt.

helmut armbruster | Do, 12. November 2020 - 13:11

irgendwie müssen sie die Wahlen gewinnen und das geht nur mit dem dummen Stimmvieh.
Deshalb hat man selber keine Meinung, verspricht jedem, was er hören will ohne überhaupt daran zu denken es jemals auch umzusetzen
Eine eigene Meinung, eigene Haltung und Überzeugung stören nur bei diesem Geschäft, denn nur wer biegsam ist kann sich unter jedem Wind beugen.
Ob so etwas aber die geeignete Person ist um ein Land gut regieren zu können, steht auf einem anderen Blatt. Aber gutes Regieren geht es ja gar nicht, es geht nur um die eigene Karriere.