Linda Teuteberg - Liberale Wunderwaffe

Mit einem traditionellen Auftritt versucht Linda Teuteberg das Image der FDP gegen den Strich zu bürsten. Jetzt macht sie Schlagzeilen, weil sie mit einer Anfrage enthüllte, dass seit 2015 im großen Stil Hinweisen zu möglichen Kriegsverbrechern unter Flüchtlingen nicht nachgegangen wurde. Wer ist die Frau?

Linda Teuteberg im Profil, im Hintergrund die Reichstagskuppel
„Mir ist es wichtig, dass es nach Eignung und Leistung geht“, sagt Linda Teuteberg über ihre Einstellung zur Frauenquote/ Barbara Dietl

Autoreninfo

Antje Hildebrandt hat Publizistik und Politikwissenschaften studiert. Sie arbeitet als freie Reporterin und Autorin. 

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Es muss an ihrem Lächeln liegen. Dieses Lächeln erreicht nicht ihre Augen. Es ist ein Lächeln für die Kamera. Sie kann es nach Belieben an- und ausknipsen. In der Welt der Politik, die immer noch überwiegend von Anzug-und-Schlips-Trägern regiert wird, darf seine Wirkung nicht unterschätzt werden. Dieses Lächeln nimmt Angriffen auf den politischen Gegner die Härte, und man darf sich Linda Teuteberg, 37, als eine Frau vorstellen, die genau weiß, wie sie diese Waffen einsetzen muss.

Teuteberg ist Obfrau im Innenausschuss und migrationspolitische Sprecherin ihrer Fraktion. Sie ist noch relativ neu im Bundestag, aber ihr Gesicht ist schon bekannt. Es strahlt Kühle und professionelle Distanz aus, und es taucht immer dann im Fernsehen auf, wenn sich SPD und Union wieder über Abschiebungen oder Zuwanderung streiten. Linda Teuteberg streut dann Salz in die Wunden der Groko. Lächelnd sagt sie Sätze wie: „Es gibt kein Asylrecht ohne Abschiebungen.“

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Jürgen Keil | Fr, 8. März 2019 - 10:52

Wenn das ein Mann geschrieben hätte!?
"Ihr Lächeln, ihre kühlen Augen, ihre graue Flanellhose, ehrgeizig, überehrgeizig, perfekte Karrieremaschine"? Frau Nahles oder Frau Merkel, zeigen die sich anders? Ok, sie sind nicht so hübsch.(Oh, und das schreibe ich noch am Frauentag.) Also Frau Hildebrandt, wollen Rote und Grüne nun mehr Frauen in politischen Wahlfunktionen und Ämtern oder nicht. Wenn ja, sollen diese dann lieber mit verständnisvollen Hausfrauenblick und im kleinen Schwarzen oder gar im Dirndl im Bundestag auftreten. Nein, solche Frauen wie Frau Teuteberg brauchen keine Quote, die setzten sich so durch. Das muss ich nicht mögen.

Wolfgang Tröbner | Fr, 8. März 2019 - 11:31

Vielen Dank, Frau Hildebrandt, dass Sie Frau Teuteberg vorstellen. Es gibt sie also doch noch, die kompetenten Politikerinnen, die man sich auch in höheren Funktionen vorstellen kann. CDU, Grüne und SPD sind ja gerade emsig dabei, das Bild kompetenter Politikerinnen nachhaltig zu beschädigen. Umso erfreulicher, dass in einigen Oppositionsparteien neue Politikerinnen heranwachsen, denen man einiges zutrauen kann.

Gerhard Lenz | Fr, 8. März 2019 - 15:02

In reply to by Wolfgang Tröbner

Nun gut, ob es Leute wie eine Weidel, eine von Storch, eine Petry oder Baum etc.. besser machen, ist eigentlich nicht mal mehr Geschmacksache, sondern beantwortet sich von selbst - sicher nicht.
Insofern dürfen Sie ruhig die AfD zu Ihrer Auflistung addieren, auch wenn es vielleicht schwer fällt...
... und auch die FDP, die im Grunde ja noch immer als fast ausschliessliche "Lindner-Kubicki-Show stattfindet, hat nicht unbedingt immer viel getan, um talentierten Politikerinnen Chancen auf vordere Plätze einzuräumen.
Kurz: Talentierte Damen gibt es in allen Parteien, hilfreich ist schon ein Blick auf die anteilsmässige Vertretung des weiblichen Geschlechts in den Parteien. Wer da wohl ganz vorne, und wer ganz hinten liegt? Klar doch, Masse sagt nichts über Qualität aus, aber wohl über die Frage, wie schwer (oder nicht) es eine Frau hat, sich in einer Partei gegen männliche Mitbewerber durchzusetzen.

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