Laschet gegen Baerbock - Aufholjagd unter schwersten Bedingungen

CDU und CSU haben sich zwar auf einen Kanzlerkandidaten geeinigt, doch die Union findet nicht aus der Krise. Das liegt nicht nur an der medial gehypten Annalena Baerbock. Sondern auch am Gegenwind aus Bayern. Markus Söder ist zu einem Risikofaktor im Wahlkampf geworden.

Armin Laschet und Friedrich Merz beim CDU-Parteitag am 16. Januar / dpa

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Alexander Marguier ist Chefredakteur von Cicero.

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Alexander Marguier

Der Abnutzungskampf und seine Folgen: Einer aktuellen Umfrage des Instituts Insa zufolge fallen die Zustimmungswerte der CSU in Bayern auf 36 Prozent. Verglichen mit der CDU im Rest der Republik ist das zwar noch durchaus respektabel. Im Vergleich zu den Zahlen vom Januar allerdings ein Desaster: Vor drei Monaten kamen die Christsozialen (ebenfalls bei Insa) noch auf 46 Prozent. Ein Minus von zehn Punkten in derart kurzer Zeit, das will schon etwas heißen. Und zwar nichts Gutes.

Es ist ja auch einiges passiert seither. Markus Söder, bis vor wenigen Wochen noch eine Art stiller Kanzlerkandidat der Reserve, hat mit seinem eine Woche währenden Machtanspruch gegen die Schwesterpartei zuerst für Verwirrung und schließlich, nach Rückabwicklung seiner Ambitionen auf eine Kandidatur, für nachhaltige Verärgerung gesorgt. Erst die Backen aufblasen und wenig später klein beigeben: Das wissen offenbar auch die Wähler im Freistaat nicht sonderlich zu schätzen.

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Maria Fischer | Do, 29. April 2021 - 18:58

Söder, die Meghan Markle der CDU/CSU.
Austeilen und lamentieren ist anscheinend die oberste Maxime seines Seins.
Söders Verhalten ist extrem auffällig.
Ich weiß nicht, ob Politik das richtige Tableau ist, um seine Probleme zu lösen.
Wie man auch der Geschichte weiß, geht das nie wirklich gut aus.
Hubert Aiwanger wäre der bessere CSU Ministerpräsident.
Scheint ein grundsolider Mann zu sein.

Alexander Brand | Fr, 30. April 2021 - 08:05

In reply to by Maria Fischer

Herr Söder wäre DER perfekte Merkel-Nachfolger, ihm kommt es nicht auf Inhalte an, er ist nur auf die eigene (All-)Macht fixiert, wie und mit wem er diese erhält, ist ihm wurscht. Merkel 1:1.

Herr Söder duldet keinen Widerspruch, jeder der ihm nicht genehm ist wird entfernt. Auch diese Eigenschaft teilt er mit Frau Merkel.

Herr Söder hält sich nicht an sein Wort, er geht nach eigener Aussage mit dem (medial vorgegebenen) „Zeitgeist“ – das was er heute verspricht ist morgen Makulatur. Bei Merkel war dies nicht anders.

Herr Söder wäre der würdigste Nachfolger für Frau Merkel und vermutlich ist das auch der Grund dafür, daß die Merkelmedien, die Söder bis vor ca. einem Jahr noch abgrundtief verachteten, ihn mittlerweile als den geeigneteren CDU-Kanzlerkandidaten sahen! Sie wußten genau, daß sie mit „Zeitgeist“-Söder machen können was sie wollen, genau so wie es bei Merkel war!

Ich weiß allerdings nicht wirklich was schlimmer wäre, eine Kanzlerin Baerbock oder ein Kanzler Söder.

Gerhard Lenz | Fr, 30. April 2021 - 10:16

In reply to by Maria Fischer

ein guter Ortsbürgermeister. Immerhin hat er sich klar zur AfD abgegrenzt. Auch schon was, aber eben nicht mehr.

Laschet ist ja bislang nur Kandidat, und produziert bereits jetzt gehäuft Unsinn.

Letztes Jahr verkündete er in jeder Talkshow seine Lockerungsorgien, kurz bevor die Zahlen überall in die Höhe schnellten.

Jüngst fand er Verständnis für den widerwärtigen Output der "Allesdichtmachen"-Kakophonie, wohl weil diese auch beispielsweise in der grössten deutschen Schlechtzeitung Wohlwollen fand.

Der Mann richtet seine Nase ausschliesslich dorthin, wo der Wind weht. Ein hemmungsloser Opportunist, der besonders gerne seine "einfache Vergangenheit" als Bonus verkauft: Leute, ich bin doch einer von Euch!

Fehlt nur noch, dass er demnächst anfängt, die Eliten zu bekämpfen, ähnlich dem Trottel auf der anderen Atlantikseite.

Die CDU ist ganz sicher nicht meine Partei, ist sie doch programmatisch noch konservativer als die CDU.
Trotzdem kann Söder sicher besser Kanzler....

"widerwärtigen Output"
Nun, Herr Lenz, Ihre Sprüche (ich enthalte mich mal eines Attributs) sind ja bereits bekannt, darauf lohnt nicht einzugehen. Ich halte Laschet ebenfalls für einen opportunistischen Minderleister, möche Sie aber sanft darauf hinweisen, dass er lediglich darauf hinwies, dass man "das sagen" dürfe. Der Satz erschreckt mich in seiner Banalität - anscheindend muss man das ja in Merkelland wieder betonen. Wenn Sie ihm das aber gerade das verübeln, so sollten Sie mal Ihren freiheitlich-demokratischen Kompass neu justieren.

Karl-Heinz Weiß | Do, 29. April 2021 - 19:10

Armin Laschet hat nach 16 Jahren Merkel die undankbare Aufgabe, der Union ein Profil zu verleihen. Schwierig, wenn in der Vergangenheit durch eine asymmetrische Wahlkampfführung der Union den Konkurrenten die Möglichkeit zum Schlagabtausch genommen wurde. Frau Baerbock kann zwar immer noch nicht erklären, warum Führungserfahrung nicht zum Markenkern einer Kanzlerin gehören muss. Ihr unschätzbarer Vorteil ist aber, dass in der Corona-Krise auch keiner der Verantwortlichen damit aufgefallen ist. Und ihrer Forderung nach der Fortsetzung der Willkommenskultur kann Herr Laschet auch nicht widersprechen-sonst tritt Frau Merkel bei Markus Lanz auf. Und das wäre schlimmer als eine Woche Streit mit Markus Söder.

Robert Müller | Fr, 30. April 2021 - 12:37

In reply to by Karl-Heinz Weiß

Der Kommentar bekommt 100 Punkte.

Hans Jürgen Wienroth | Do, 29. April 2021 - 19:31

Es „existiert nach 16 Jahren einer Unions-geführten Bundesregierung inzwischen eine merkliche Wechselstimmung im Land“. Wenn dem so ist, dann kann ein konservativer Armin Laschet am Ende vielleicht doch punkten. Schließlich macht die derzeitige Amtsinhaberin seit 16 Jahren „grüne Politik“, angefangen beim Atomausstieg, der Zuwanderung, der Ehe für alle und dem Kohleausstieg. Laschet muss der deutschen Bevölkerung nur erklären, was allein die Energiewende bedeutet: Vervierfachung der Windräder (mind.), Solar auf jedes neue Dach, Aufbau riesiger Speicher (Batterie und Wasserstoff) mit entsprechenden Kosten und Verlust von Wettbewerbsfähigkeit auf den Weltmärkten.
Dann folgen gem. des heutigen BVG-Urteils ab 2030 (Ziele danach) vermutl. die Interkontiflüge (max. 1/Woche) entfall des privaten Internets (Stromverbrauch), Einstellung des Individualverkehrs usw. Das alles ist den notwendigen Maßnahmen gegen den Klimawandel geschuldet.

Norbert Heyer | Do, 29. April 2021 - 20:01

Die Grünen haben einen Lauf, die Union hat Zwist, die Grünen haben eine dynamische Trampolinkünstlerin, die Union hat einen merkelhörigen Kandidaten, die Grünen haben den Liebling der Frauen, die Union hat einen Stänkerer in Bayern, die Grünen haben die Medien hinter sich, die Union wird von diesen geteert und gefedert, Frau Baerbock wird von Journalisten beklatscht, Herr Laschet wird von Herrn Lanz gnadenlos gegrillt. Welche Chancen hat der ehemalige Messdiener aus Aachen gegen die weltgewandte und meinungsstarke Grüne, die bald -ich wette drauf- übers Wasser schreiten wird. Jetzt hat Herr Laschet Herrn Merz aktiviert und er muss sich von der Alternativlosen absetzen, dann kann er vielleicht besser punkten. Denn das kommt ja noch dazu: Die Kanzlerin sieht in Frau Baerbock ihre natürliche Nachfolgerin, so gestaltet sie jetzt ihre Politik, sie hat die CDU nur als bestes Sprungbrett für ihr zerstörerisches Handeln benutzt. Aber die Partei hat sie ungehindert schalten und walten lassen.

Ingofrank | Do, 29. April 2021 - 20:04

war bei der letzten BTW Mr.100%. Wechselstimmung, Gott-Kanzler, Schulz- Zug usw.
Und heute ist es Annalena. Zwar mit anderen Attributen aber in jeder Talk Sendung präsent. Auch in ihren schwammigen Aussagen vergleichbar.

Doch nun zu CDU. Ja, es fällt auf, dass H. Laschet keinen Kuschelkurs gegenüber den Grünen fährt.
(Im Gegensatz zu Söder) Er sieht sie als pol. Gegner. Auch H. Merz einzubinden ist kein Fehler.
Der sieht im Westen die Grünen und im Osten die
AfD als pol. Gegner.
Dazu folgendes: West : Ost Grüne= 25:10% und
AfD= 22: 10% als gerundete Zahlen je nach Umfrage. Der Unterschied ist aber, wer im Westen Grün wählt tut dies aus Überzeugung. Im Osten wählen die meisten AfD nicht aus Überzeugung sondern als Protest gegen dem merkelschen Kurs. Der wurde im Westen als Fortschritt ,und im Osten als Aufgabe konservativer Werte ,beurteilt
Mal sehen wie lange der Grüne Höhenflug anhält. Urteil BVG heute passt ins Bild!

Gruß aus der Erfurter Republik

Günter Johannsen | Do, 29. April 2021 - 20:06

Am liebsten würde Söder mit den grünen koalieren im Bund. Laschet dagegen getraut sich, gegen den Merkel-Strom zu schwimmen: seine Lieblingskoalition ist schwarz-gelb. Die wünsche ich mir auch. Ich scheine mich wohl doch getäuscht zu haben. Aber in jedem Fall wähle ich diesmal strategisch. Momentan sieht es so aus, als wäre besser, CSU (in Bayern) oder FDP zu wählen, damit eine rot-rot-grüne Koalition nicht zum Zuge kommt. Aber die Stimmung kann sich bis zum Sommer noch dreimal ändern. Auf jeden fall aber wird es eine Lager-Wahl: Freiheitlich Demokratisches System gegen Rot-Grünen Sozialismus (mit all seinen bösen Folgen)! Da heißt es: Kräfte bündeln, um eine konservative Mehrheit zu schaffen. Jetzt passt die altbekannte Losung: Freiheit oder Sozialismus?!

CDU und FDP müssen kämpfen WOLLEN!
10 Punkte:

(1) Ende der Volkfront-Koalitionen
in Sachsen, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Hessen.
(2) vorerst keine Koalitionen mit Grünen auf Bundes- und Landesebene.
(3) sofortiger Ausstieg
aus der verfehlten und utopischen sogenannten Klima-Rettungspolitik.
'Klima-Ziele' sofort aufgeben!
(4) Unbedingte Sicherung von Industrie-Arbeitsplätzen und industriellen Kernen.
(5) Kein Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor;
Standortpolitik für Maschinen- und Fahrzeugbau
und verbliebene Montan-Industrie
(6) Moratorium beim Kohleausstieg
keine Subventionen mehr für den Neubau von Windanlagen.
(7) 'Stehen' in kulturellen Konflikten. Gewalt mit Härte bekämpfen!
Bewahrung von Sprache, Liedern, Traditionen, Denkmälern.
Kein Geld für Gender-'Leerstühle'.
(8) Finanzierung von NGO's durch Steuergelder 'dezimieren'.
(9) Stufenweise Reduzierung der ÖRR-Zwangs-Beiträge
(10) Neukonzeption der Zuwanderungs- und Asylpolitik.
Zuwanderungs-Stop für Männer aus dem arabischen Raum.

In Ihrer Partei werde ich Mitglied. Dieses Zehn-Punkte-Programm könnte unser
Land aus der allseitigen Abwärtsspirale (von links-grün gewollt) holen. Und ja: wir werden auch die Frühlingshügel-Schwärmer aus ihrem engen Denk-Gefängnis befreien. Bin dabei!

Wolfgang Schneider | Do, 29. April 2021 - 20:19

Die CDU befindet sich in "babylonischer Gefangenschaft". Sich von der Kanzlerin vor der Wahl zu trennen, kostet Stimmen ohne Ende, immer noch. Die grüne Politik weiter zu verfolgen, stärkt die Grünen. Der gordische Knoten muss schnellstens zerschlagen werden. Ein klassisches Dilemma! Die Perspektive für die CDU kann sich so entwickeln, dass eine Regierungsbeteiligung auf möglicherweise Jahrzehnte verspielen wird. Eine ordentliche Aufgabe für Laschet.

Stefan Wenzel | Fr, 30. April 2021 - 21:13

In reply to by Wolfgang Schneider

So ist es, Laschet hat momentan keine Chance. Außer der, so zu sein wie er halt ist.

Merkel lässt die CDU fallen wie eine heiße Kartoffel, entlässt nicht einmal einen 9.999-EUR-je-Gespräch-Minister Spahn. Vor 16 Jahren wäre der hochkant rausgeflogen. Sie aber lässt ihn wirken und weiteren Schaden an Staat und Partei anrichten. Ich denke: bewußt.

Die Wähler/innen sind nun mal gestrickt, dass sie Merkel nach wie vor lieben und die CDU hassen. Merkel kann damit umgehen, solange sie nicht selbst entmachtet wird. Hier liegt die einzigen Chance Laschets: Merkel noch vor den Wahlen entmachten und selbst regieren. Aber dazu fehlt ihm die Unterstützung der verängstigten, paralysierten Partei.

Urban Will | Do, 29. April 2021 - 20:25

seinem Rückzug von d Kandidatur zuzuschreiben, sondern seiner Corona – Politik. Seine Machtbasis war wohl in erster Linie auf dem Land, dort verehrt man ihn quasi per se.
Aber so langsam hat man auch dort die Schnauze voll.
Vom Homeschooling, von ständig sich ändernden Regeln, von all diesem Lockdown – Blödsinn.
Ich wohne auf dem bayrischen Land, da sieht und hört man so einiges.
Die Bayern lieben ihre Kultur und sie lieben ihre Kinder. Und merken zusehends, wie eine ganze Generation anfängt, zu verblöden und abzustumpfen.
Die Kontaktregeln interessieren eh keinen mehr, aber die Schulschließungen kann man nun mal nicht umgehen.
Ebenso nicht die geschlossenen Wirtschaften u Biergärten, eine Säule bayrischer Kultur.

Dass Söder nachtritt, war klar, das schrieb ich schon mal hier.
Dass er lieber die Schnatter – Gans im Kanzleramt sehen möchte, ist ebenfalls meine Theorie. Nur so kann er dann in vier Jahren als „Retter“ auftrumpfen.
Dann wieder, logisch, mit anderem Gewand.

Fritz Elvers | Do, 29. April 2021 - 20:31

und die Karten neu gemischt. Das zunächst gewachsene Vertrauen in die Regierungsparteien wurde schnell verspielt, weil sie sich als unfähig erwiesen haben, der Krise machtvoll zu begegnen. Stattdessen immer absurdere Verbote bei gleichzeitiger Zerstörung der mittelständischen Wirtschaft. Die englische Virenvariante musste als Entschuldigung herhalten, obwohl im Herkunftsland die Krise überwunden scheint. Ich sehe hier keine Katastrophe, keine Rot-Kreuz-Zelte, kein THW, keine BW, auch keine Schlangen davor, nur geschlossene Läden und Restaurants.

Bis September werden die echten Wirtschaftsdaten nach und nach bekannt, da hilft dann auch kein Merz mehr, von dem man zu diesem Disaster nichts hört.

Nur die Grünen hatten, außer in BW, wenig damit zu tun.

Hubert Sieweke | Do, 29. April 2021 - 21:53

dass Merz so gerade noch verhindert wurde. Sowohl 2019 gegen AKK als auch in 2021 gegen Laschet hatte die gemeinsame Presse einschl StaatsTV gedacht, Merz, der sich klar gegen Merkel stellen würde, solle nicht Kanzler werden.

Die überwiegende Zahl der CDU Mitglieder und die meisten Bürger, außer Medien, sahen das anders.

Wer auf Merz zweimal mit Tricks und Tücke verzichtet - Merkel steckte bei Male dahinter - darf sich nicht wurden, das der völlig unscheinbare Armin NIE Kanzler werden kann. Ob mit oder ohne Söder.

Die CDU7CSU muss nun zur Erneuerung in die Opposition, sonst verschwinden die langjährigen Sesselpfleger nicht.
Ohne Ministerium, DienstMB, Referenten und 1000+ Jobs in den Gremien etc. bleibt genug Muße, um zu erkennen, dass man den Wähler nicht ausgrenzen kann.
Die Reizfigur Merkel, deren exponentielle Kurve bis zur Inzidenz von 600!!! und 4000 Tagestoten von den Medien eifrig geglaubt wurden, rundet den Frust der CDU Wähler ab.

Ich habe schon darauf gewettet, dass Laschet aufgibt und Merz die Kandidatur übernimmt. Sonst wäre zu einfach für Fr. Baerbock.

Hubert Sieweke | Fr, 30. April 2021 - 19:05

In reply to by Konrad Schiemert

Dort aber hat Frau Merkel mit ihren Claqueuren sicher noch einen Vorsprung. Und... noch nie hat in der CDU der Verstand gesiegt, immer die eigenen Pfründe... und Merz würde zwangsläufig mehrere Nieten austauschen, Laschet aber zaudert.

Heidemarie Heim | Do, 29. April 2021 - 22:20

Der wievielte in der Union, der der Sonne im Kanzleramt zu nah kam und den Sturzflug antrat?
Laschet hat die einzig richtige Karte mit dem Joker Merz gezogen, mit der er noch einen Stich machen kann für die Union! Dem eigentlichen Kandidat der Herzen, und Einzigen, dem man eventuell genug Kompetenz, Durchsetzungsvermögen und eine gewisse Programmatik zutrauen würde, um die Oppositionsbank zu vermeiden. Fürs außenpolitische kommt bestimmt auch noch Röttgen hinzu, und das wird Madame Kanzler nur bedingt amüsieren;-). MfG

Joachim Baumeister | Do, 29. April 2021 - 22:29

Nach menschlichem, besser politischem Ermessen, hat Laschet keine Chance. Und an Söder liegt es auch nicht, wenn Baerbock tatsächlich im Kanzleramt sitzt. Allein Laschets Spruch, sie würde nur reden, er aber handeln, zeigt schon sein nicht gerade intelligentes Vorgehen. Laschet kann handeln, Baerbock könnte es gar nicht, weil sie ja nirgendwo regiert. Solche Sprüche kommen nicht gut an. Der kleine MP aus NRW wird die Wählermassen nicht für sich mobilisieren; kein Aufreten, kein Charisma und genauso schwammige Erklärungen. Die macht Baerbock auch, aber haben eben einen attraktiven Rahmen. So einfach ist das manchmal, auch wenn man das nicht wahrhaben will. Blendwerk war und ist immer ein probates Werkzeug.

Wulf Richartz | Fr, 30. April 2021 - 01:51

Die miesen Umfragewerte für Laschet standen schon vor der Kampfwoche fest. Der Kampf mit Söder mag nicht hilfreich gewesen sein; aber ausschlaggebend ist er nicht.

Mit der Entscheidung Laschets auf Biegen und Brechen Kanzlerkandidat gegen die eigene Basis und gegen das Umfragevotum zu werden, stand Baerbock als Kanzlerin fest.
Mit oder ohne Söder.

Alexander Brand | Fr, 30. April 2021 - 08:52

Mangels demokratischer Alternativen wie z.B. spoilt vote, wollte ich Protest zu wählen. Ich komme allerdings zur Erkenntnis, daß man das Große Ganze sehen muß und dann muß die oberste Devise heißen: Grünen, in welcher Konstellation auch immer, verhindern.

Der massive Schaden den Merkel angerichtet hat, wird im Vergleich zum Schaden den die Grünen, am besten mit Kommunisten und SPD, anrichten werden wie eine Lappalie wirken. Da ich mich aber nicht davon überzeugen kann die inhaltslose CDU zu wählen, dafür ist unter 16 Jahren Merkel einfach zu viel passiert, werde ich vermutlich die FDP wählen damit es schwarz-gelb mit einer möglichst starken FDP wird!

Ich appelliere an alle das im Sinne einer freien und liberalen Politik auch so machen, denn eine Kanzlerin Baerbock wäre in jeder Konstellation für unser Land, unsere Freiheiten, unsere Zukunft und unseren Wohlstand fatal. Ein weiterer Vorteil der FDP: ich sehe hier unter Lindner die kleinste Gefahr einer Koalition mit den Grünen.

Ernst-Günther Konrad | Fr, 30. April 2021 - 09:38

Ich kann mich Ihrer Analyse komplett anschließen Herr Marguier. Ich hatte gleich nach Söder Rückzug hier kommentiert, dass der nicht aufgeben und sich nicht geschlagen geben wird. Natürlich ist die Wahl auf Laschet gefallen, sonst hätte die CDU auch gleich wieder einen neuen Vorsitzenden gebraucht. Natürlich leitet die CDU gegenüber der kleineren CSU das Recht für sich ab, den ersten Zugriff auf die Kanzlerkandidatur zu haben. Und ja, ich gebe Herrn Will recht, es liegt nicht nur an Söders Verhalten insgesamt, sondern auch an seiner Corona Politik.
Merz wäre insgesamt die bessere Wahl gewesen. Aber das ist rum. Laschet hat noch eine kleine Chance aus meiner Sicht. Ein konservatives Wahlprogramm mit Leuten aus dem Mittelstand und der Werteunion als Schattenkabinett. Maaßen als Innenminister und Merz in die Wirtschaft. Und dann klare Abkehr vom Merkelismus. Das heißt auch, wie die Msm gerne schreiben, klare Kante und Ansage an die Merkel Jünger. Und da ist das Problem. Kann/will er das?

Dafür ist es nach meinem dafürhalten schon zu spät lieber Herr Konrad! Selbst ein eindeutiger Anti-Merkel-Grün-Links-Kurs zugunsten einer konservativen Neuausrichtung bezüglich EU, EZB-Politik, Migrations-/Integrationspolitik, Energie usw. würde ich ihm und der Union ebenso wenig abnehmen wie der mich vollends enttäuschenden FDP. Und da man noch nicht mal in der Lage ist bzw. sich nicht zutraut eine Minderheitsregierung s. causa Thüringen unter/mit Duldung von rechts zu machen, wird auch er mit oder ohne Merz nicht in der Lage sein, den Anteil der von Union und FDP schon lange abgeschriebenen konservativen Wählerschaft zu befrieden. Und aus taktischen Gründen um dies oder jenes abzuwenden noch einmal die m.E. versagenden Regierungs- wie Oppositionsparteien noch mal wieder zu wählen sehe ich ehrlich gesagt auch nicht mehr ein. Viel mehr falsch oder kaputt können grüne, linke wie auch immer zusammen gemixte Koalitionen auch nicht mehr machen auf Grundlage von Post-Corona-Realitäten. LG

Hanno Woitek | Fr, 30. April 2021 - 15:33

ein charakterloser Leerformel PR Lümmel, der mit seinem verbogenen Gehudel seine schlechte bayrische Krisenpolitik tarnt - es steht immerhin hinter den neuen Bundesländern Sachsen Thüringen und Sachsenanhalt am schlechtesten da. Aber die Presse geht ihm immer wieder auf den Leim und er darf seine bayrischen Dummheiten Deutschland weit verbreiten. Und er hat nichts anderes im Sinn als der CDU die Wahl zu versauen. So sind sie die Bayern. Laut traditionsreichem Brockhaus eben das "kleine diebische Volk aus den Voralpen mit osteuropäischer Abstammung.

Rob Schuberth | So, 2. Mai 2021 - 18:43

M. E. wird sich dieser Schritt für Laschet nicht auszahlen.
Jetzt hat lediglich der, den er, pardon die Noch-BKin schon 2 x knapp verhindern konnte, sich ganz nahe am Ziel platziert.

Merz weiß genau dass er noch seine Chance erhalten wird...da Laschet es nie in Kanzleramt schaffen wird.