Vizeadmiral a.D. Kay-Achim Schönbach
Vizeadmiral a.D. Kay-Achim Schönbach / dpa

Rücktritt von Kay-Achim Schönbach - Vizeadmiral auf Abwegen

Nach einem unglücklichen Auftritt in Indien hat der Inspekteur der Deutschen Marine, Vizeadmiral Kay-Achim Schönbach, seinen Posten geräumt. Im Zentrum der Kritik stehen Aussagen Schönbachs zum Ukrainekonflikt, die, so der Vorwurf, konträr zur Sichtweise der Bundesregierung stünden. Das wirft Fragen auf.

Autoreninfo

Ben Krischke ist Redakteur bei Cicero. Er hat Journalistik studiert, arbeitete für verschiedene Medien und lebt in München.

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Sieben Abschnitte und 100 Paragraphen umfasst das deutsche Soldatengesetz. Es beginnt mit der Begriffsbestimmung unter Paragraph 1, was ein Soldat eigentlich ist („wer auf Grund der Wehrpflicht oder freiwilliger Verpflichtung in einem Wehrdienstverhältnis steht“), und beschäftigt sich in der Folge mit den Pflichten, die daraus hervorgehen, genauso wie mit den Rechten, die ein Soldat trotzdem hat – und allerlei weiteren Punkten, die den Militärdienst betreffen, vom Urlaub bis zu Übergangsvorschriften für die Laufbahnen. 

Dass es im Militärdienst strenger und hierarchischer zugeht als, sagen wir, in einer hippen Berliner Werbeagentur, liegt auf der Hand. Dass dies in einer Demokratie wie der unseren nicht bedeutet, dass der einzelne Soldat zum Spielball willkürlicher Entscheidungen par ordre du mufti wird, aber auch. So steht etwa in Paragraph 6 des Soldatengesetzes: „Der Soldat hat die gleichen staatsbürgerlichen Rechte wie jeder andere Staatsbürger. Seine Rechte werden im Rahmen der Erfordernisse des militärischen Dienstes durch seine gesetzlich begründeten Pflichten beschränkt.“

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Jochen Rollwagen | Mo, 24. Januar 2022 - 17:42

Wenn die Realität "konträr zur Sichtweise der Bundesregierung steht" und das dann auch noch einer sagt, der weiß wovon er redet.

Blöd ist das aber nicht für die Realität.

Die gewinnt nämlich immer.

Ingofrank | Mo, 24. Januar 2022 - 17:57

In reply to by Jochen Rollwagen

nicht die Einzige, die konträr zu Meinung der Bundesregierung steht, und das auf vielen, um nicht zu sagen allen, Politikfeldern.
Da sollte sollte dem VOLK auf‘s Maul gesehen werden.
Mit freundlichen Grüßen aus der Erfurter Republik

Klaus Funke | Mo, 24. Januar 2022 - 18:09

In reply to by Jochen Rollwagen

Außerdem verhält sich die Sache andersherum. Nicht die Russen, Krieg will die Ukraine. Die wollen den Donbass und die Krim mit Gewalt zurückholen. Und dabei den Russen die Schuld geben. Und die Briten und die USA werden dabei helfen. Der russische Geheimdienst kennt die Lage seit langem. Deshalb die Truppenmassierung an der Grenze. Ich denke, die ukrainischen Hitzköpfe werden Anfang Februar diese Provokation starten. Die Russen werden erst dann eingreifen, wenn russische Bevölkerungsteile angegriffen und getötet werden. Sollte das eintreten, wird der ukrainische "Staat" nur noch eine Woche existieren. Und die Amis und die übereifrigen Briten werden die Füße still halten, denn China wird signalisieren, dass es nicht neutral bleiben wird. Der Westen ist großmäulig, aber tatunfähig. Ich bleib da mal ganz gelassen. Unsere Regierung soll aufpassen, dass sie keinen Querschläger abkriegt...

Ronald Lehmann | Mo, 24. Januar 2022 - 22:13

In reply to by Klaus Funke

Einer der ganz seltenen seiner Art.
Die Masse seiner Mitstreiter von Offizieren wird voranschreiten bis zum Dickdarm der Macht, um am Labsal der Speichelmasse sich zu ergötzen.

Aber der Stolz & die Ehre eines Admirales lassen es nicht zu, wie im Lied von Reinhardt Mey mit einen Pferd von der Verantwortung davon zu galoppieren.
Dafür ist er Vizeadmiral - mit Respekt!

Er wird von der Macht aus gesehen als eine alte Korvette (mit innerlich Stolz) abgetakelt. Ähnlich wie bei Herrn Maaßen oder anderen Widerspenstigen, die nicht den Klassenauftrag so erfüllt haben, wie es die Parteien vorgestellt angeordnet haben. Oder noch schlimmer, eigene Gedanken hatte.

Ich verneige mich vor Ihnen, Herr Vizeadmiral Kay-Achim Schönbachals als ein Unbekannter Nichts, der hier gerne alles teilt & immer zwei Seiten einer Medaille in der Armee sah & sich schwer tat. Alles Gute

Aber der Stolz & die Ehre eines Admirales lassen es nicht zu, wie im Lied von Reinhardt Mey mit einen Pferd davon zu galoppieren.

Gerhard Lenz | Di, 25. Januar 2022 - 09:03

In reply to by Klaus Funke

So geht das also. Der russische Aggressor Putin träumt davon, Russland Größe und Einfluß der untergegangenen Sowjetunion zurückzugewinnen.

Denn eins ist mittlerweile klar: Putin ist ein Kind des Kalten Krieges und steht praktisch seit seinem Amtsantritt im Konflikt mit der freien Welt. Also pfeift er auf die territoriale Unversehrtheit der Nachbarstaaten. Gebiete wie die Krim, an denen Russland strategisches Interesse hat, okkupiert er - wo Russischsprachige dominieren, wie in der Ost-Ukraine, zündelt er, hetzt Menschen, die früher friedlich miteinander lebten, gegeneinander auf.

Alles im Interesse Russland. Angeblich.

Bemerkenswert, wie Putins Aggression hier bewertet werden: Nicht der Verursacher ist schuld, nein seine Opfer. Gut möglich, dass er demnächst angebliche Übergriffe auf Russischsprachige als Vorwand nimmt, um in die Ukraine einzumarschieren.

Auch in den Balten gibt es starke russischsprachige Bevölkerungsteile.

Wenn Putin dort auch zündelt, droht ein Weltkrieg.

Klaus Funke | Mo, 24. Januar 2022 - 17:57

Womöglich hatte der Vize-Admiral den Mund ein bisschen zu voll genommen. Indes, in der Sache hat er zu 100% Recht. Niemand glaubt daran, dass Russland die Krim zurückgibt. Das ist russisches Gebiet. Bloß der besoffene Chruschtschow hat sie verschenkt. Putin hat kein Interesse an der Ukraine. Was würde er sich einhandeln? Schulden, Strukturprobleme, einen Sack voller Flöhe. Ihm geht es um anderes. Putin will Akteur sein. Die NATO vor der Haustür? Nijet. Vielleicht stationiert er Raketen in Venezuela und auf Kuba, damit die Amis mal merken wie das ist - den Feind vor der eigenen Haustür. Putin riskiert keinen Krieg, wiewohl er keine Angst zu haben braucht - China im Rücken. Und die Chinesen holen womöglich Taiwan zeitgleich in ihr Reich. Ukraine und Taiwan zur gleichen Zeit. Das wär was? Da würden die Amis "abkotzen". Aber keine Angst, die Russen und die Chinesen sind nicht halb so kriminell wie die Amerikaner. Im letzten Moment wird ein Kompromiss gefunden. Die Amis - gute Pokerspieler.

lieber Herr Funke.
Der General hat nur gesagt, was Fakt ist: 1. Die Krim wird niemals ohne
Gewaltanwendung (Krieg) an die Ukraine zurückgegeben werden, und 2. Putin verlangt für sich und sein Land mehr R e s p e k t. Er will keinen Krieg, sondern nur allen klarmachen, daß er sich nicht demütigen oder auf der Nase herumtanzen läßt.
Aber weil diese Wahrheit nun mal nicht ins Konzept (das "Narrativ") des Westens paßt, darf man sie nicht aussprechen.
Das kennen wir ja zur Genüge von fast allen politischen Themen her.

Wer in diesem Falle Klartext redet, ist ein "Putinversteher" bzw. Radikaler (Beides ganz schlimm!), von dem man sich angewidert distanzieren muß.
Was die Krim anbetrifft, so ist bei uns n i e m a l s neutral über deren Bedeutung für die Russen berichtet worden, und es wurde nicht kommuniziert, auf welchen
Wegen dieses Gebiet überhaupt nur der Ukraine zugeschlagen wurde ("besoffener Chruschtschow"!).
Halbwahrheiten u. Verschweigen sind schlimmer als Lügen.

...ich stimme Ihnen voll zu. Wer übrigens mal sein schräges Weltbild über Russland geraderücken will, dem seien Bücher oder Interviews von und mit Gabriele Krone-Schmalz empfohlen. Diese Frau hat lange Jahre in Russland gelebt, war jahrelang Russland-Korrespondentin im ÖR und ist eine exzellente Kennerin von Russland und auch Putin.
Da sollten Einige gut zuhören.

Klaus Damert | Mo, 24. Januar 2022 - 18:07

Wenn ich das richtig verstanden habe sind diese Sätze im Rahmen einer "Denkfabrik" gefallen. Das stelle ich mir so vor, dass in einem nicht direkt öffentlichem Raum frei diskutiert wird. Wenn dabei nur regierungsgenehme Meinungen vertreten werden dürften kann man auf solche Veranstaltungen verzichten. Wenn aber solche Äußerungen in die Öffentlichkeit kommen (was kaum zu vermeiden ist), sollte man immer den Hintergrund betrachten - eine persönliche Meinung, die auch nicht 100%-tig mit der politischen Linie der Regierung übereinstimmen muss ist dort auf jeden Fall legitim. Nur in Diktaturen wird verlangt, dass immer und in jedem Rahmen die Regierungslinie vertreten wird. Eine Diskussion und Fortschritte wären dann unmöglich - "Denkfabriken" ohne Denken und kontroverse Standpunkte könnte man sich dann sparen.

Romuald Veselic | Mo, 24. Januar 2022 - 18:08

die Mehrheit der Politiker/Medien dies tut.
Und es stimmt; RUS wird niemals die Krim hergeben. Nicht mit "friedlichen" Mitteln. Das ist klar u. entspricht der Wahrheit. Egal, wie Schönbachs Wortwahl war, sie erfasste die nackten Tatsachen, die der Macht Garnitur nicht passt.
Das wissen sogar die Ukrainer, nur sie sprechen das nicht aus. Ukrainer müssen schließlich russisches Naturell besser kennen, als die D.
Es ist nicht anders, als die Dauerbesetzung/Annektierung der Golanhöhen und Teilen v. Westjordan Tals. Die wird ISR mit jeder Kraft verteidigen.
Man kann es kritisieren.
Die existierenden Fakten sind da u. man findet sich damit ab o. dann, man geht dagegen aktiv vor, um den Zustand rückgängig zu machen. Was nicht zwangsläufig dazu führt, dass das "Gute", aus D-Sicht, dabei gewinnen wird.

Den Herrschenden muss man immer widersprechen, ansonsten glauben sie, dass sie unfehlbar und unersetzlich sind.

MfG Männeken Pis 😈

Andre Möller | Mo, 24. Januar 2022 - 18:15

Im Casus Schönbach wird natürlich versucht tiefzustapeln, da er ansonsten als Lackmustest für die völlig verfahrene Situation steht, in die sich die Bundesregierung samt Verbündeten relativ freiwillig begeben hat. Da kommen die nicht mehr raus. Wenn an der bisherigen Strategie (ist es eine?) festgehalten wird - und danach sieht es aus - können sie immer nur alles falsch machen. Was bitte soll das Ergebnis des Kriegstheaters sein, das nun so eifrig herbeihalluziniert wird? Was, wenn Putin nun nicht die Ukraine angreift (was m. E. Nonsens ist)? Hat der Westen dann alles richtig gemacht? Was für ein unterirdisches vernunftfreies Theater. Mich würde interessieren, wie die sonstige NATO-Generalität so darüber denkt. Die Amis ziehen ein Schmierentheater ab, um nicht zugeben zu müssen, dass sie keine tragfähige Strategie im Umgang mit Russland haben und ums Verrecken ihre nicht mehr haltbare Weltpolizistenrolle weiterhin spielen wollen. Was für eine Hysterie.

Gerhard Lenz | Mo, 24. Januar 2022 - 18:17

eigenen Unangreifbarkeit überzeugt.

Aber wer sich dermaßen im Ton vergreift, muss selbstverständlich Konsequenzen befürchten. Denn wer dermaßen weit oben in der militärischen Hierarchie steht, sollte schon nachdenken, bevor er den Mund aufmacht.

Aber offensichtlich handelt es sich bei dem Herrn um einen typischen Putin-Versteher. Der sich einen Moment nicht beherrschen konnte, was in seinem wohlmeinendenden, verharmlosenden Urteil über den Aggressor Putin zum Ausdruck kam.

Man kann nur hoffen, dass der Eindruck, den der Herr Vizeadmiral möglicherweise bei den Verbündeten hinterlassen hat, kein bleibender ist, sondern als Tat eines fehlgeleiteten Einzelgängers verstanden wird.

Putin/Merz/ungeimpft/rechts/Anti-ÖRliche usw.. ... immer NEGATIV
Biden/Merkel/geimpft/links/ÖRliche und und und ... immer POSITIV
Ich übertreib absichtlich Ihre diesbezüglichen Aussagen etwas, aber ein klein wenig mehr Ausgewogenheit täte auch Ihren Beiträgen gut. Und um beim eigentlichen Thema zu bleiben: Würde Russland mit Kuba oder Mexiko ein Militärbündnis anstreben (und dabei hat es nicht einmal ein mündliches Versprechen gegeben...), da möchte ich mal die USA sehen ... bzw. lieber nicht!

Juliana Keppelen | Mo, 24. Januar 2022 - 18:20

habe aber gerade nochmal das Interview in der FAz vom 17.01.22 mit Frau Marie-Agnes Strack-Zimmermann von der FDP gelesen und diese Dame meint "sie erwarte eine neue Kultur der Offenheit und weniger Herumgeeiere und Schwurbelei geprägt von Angst: Wen könnte ich jetzt verärgern und was bedeutet das für meine Karriere...... - Wir Parlamentarier brauchen neben der politischen Einschätzung auch einen klaren militärischen Rat um uns eine Meinung bilden zu können......". Es scheint Herr Schönbach hat die Dame ernst genommen und Tacheles geredet und nun ist er seinen Posten los. Und Herr Vad meint "im Amt kann jemand wie Herr Schönbach nicht von der Regierungslinie abweichen". Ja was ist denn die Regierungslinie? glaubt die Regierung, dass die Krim zurück erobert werden kann, glaubt die Regierung, dass Russland in die Ukraine einmarschiert? und wenn ja was dann und wenn nicht was dann? Die Ukraine ist nicht in der Nato und nicht in der EU benimmt sich aber schon wie ein Oberkommandierer.

Karl-Heinz Weiß | Mo, 24. Januar 2022 - 18:41

Der ehemalige Generalinspekteur verteidigt Herrn Schönbach mit dem Argument, dessen Meinung spiegle im Kern die amerikanische Haltung wider. Ergo müsste der amerikanische Botschafter in Kiew einbestellt werden. Ab heute wundert mich bei der Bundeswehr gar nichts mehr.

Christoph Kuhlmann | Mo, 24. Januar 2022 - 18:55

radikaler Katholik, verharmlost die völkerrechtswidrige Annexion der Krim und will Putin Respekt für seine für seine asymmetrische Kriegsführung zollen, die bisher 14 000 Menschen in der Ukraine das Leben kostete. Und warum? Weil Russland ein christliches Land ist und die Nato es gegen China braucht. Was hat der Typ geraucht als er in Indien war? Oder hatte Marx recht mit dem Opium fürs Volk? Mich wundert nicht, dass die BW vor die Hunde wenn sie Junkies in den Führungsetagen hat und wir 16 Jahre lang von Hippies regiert wurden. Make love not war Kameraden! Was macht man eigentlich mit Esoterikern am Geschütz?

Was favorisieren Sie? Lasst Waffen sprechen? Werden Sie, Ihre Söhne, Enkel, dann vorneweg marschieren?
Wer sich auf das Völkerrecht beruft, sollte selbst nicht dem Völkerrecht zuwiderhandeln. Einer von 4 wichtigen Grundsätze des VR.
Ein weiterer: Geschlossene Verträge -auch mdl.- sind einzuhalten!
Die Annexion der Krim war völkerrechtswidrig, die Ausdehnung der Nato, entgegen der Absprache mit Gorbi auch.
Litauen, Lettland, Estland sind Mitglieder der Nato geworden, trotz Hinweis Russlands auf diese Absprache. Dass hat den Westen -allen voran- die USA nicht davon abgehalten.
Man wusste, Russland war, kurz nach Zusammenbruch der Sowjetunion unter dem schwachen Präs. Jelzin nicht in der Lage, dem etwas entgegensetzen zu können.
R. ist nicht mehr Spielball der Nato. Wegen der Kriegsschuld-Vorwürfe sollte D. deeskalierend auftreten.
Ein Dienstherr stellt sich vor s. S. Handelt nicht auf Zuruf korrupter Oligarchen.
Die UK missbraucht den Westen für ihre Ziele. Geld regiert das V-Recht.

Tomas Poth | Mo, 24. Januar 2022 - 19:12

Wer unbequeme Fakten und Wahrheiten ausspricht, der macht sich bei einigen unbeliebt.
Der Konflikt im Donnbass ist weiterhin am Schwelen, die Ukraine folgt nicht den Minsker Vereinbarungen die im sogenanntem Normandieformat vereinbart wurden.
Der Konflikt um den Donnbas ist wie es scheint nicht lösbar, es sei denn die Ukraine sichert dieser Region, wie im Minsker Vertrag vorgesehen, eine Autonomie zu, so wie das Baskenland oder Katalonien wie in Spanien.
Wenn Kiew alte Verhältnisse herstellen will müssen sie das selbst erkämpfen, die Nato sollte sich da nicht hinein ziehen lassen. Das wäre fatal für Europa.
Also die Füße stillhalten.

Gunther Freiherr von Künsberg | Mo, 24. Januar 2022 - 19:46

Vizeadmiral Schönbach ist offensichtlich nicht in der Lage die Realität richtig einzuschätzen. Selbstverständlich ist Putin kurzfristig bereit die Krim wieder an die Ukrainer zurückzugeben. Bei einer Außenministerin wie Annalena Baerbock und deren wichtige Drohungen bleibt Putin gar nichts anderes übrig als klein bei zu geben. Dies hat Schönbach offensichtlich falsch eingeschätzt.
Völlig neben der Sache liegt Schönbach auch mit seiner Einschätzung, was Putin mit dem Truppenaufmarsch an der ukrainischen Grenze bezweckt. Selbstverständlich will Putin nicht nur vom Westen auf Augenhöhe respektiert werden; Putin möchte die NATO provozieren und gleichzeitig bewirken, dass sich die ehemaligen Sowjetrepubliken dem NATO-Verteidigungsbündnis anschließen, denn wer sich verteidigt greift nicht an, und dies gibt Russland Sicherheit.
Hoch lebe der Realitätssinn der Berliner Ampel

sehr geehrter Gunter Freiherr von Künsberg.

Leider kann ich Ihren Kommentar nicht nachvollziehen. Steckt er voller Zynismus, wenn Sie Frau Baerbocks Drohung an Herrn Putin für furchteinflößend halten. Wie sähe B. Analyse der "wichtigen Drohungen" aus? Sollten Sie diese kennen, sind Sie der absolute Insider. Der Vize-Vizeadmiral mit Realitätssinn.

P.S. Putin wird die Krim niemals "hergeben". Die Ostukrainer sind überzeugte Putianer. Ihre Muttersprache ist russisch. Nach der Annexion erhielten sie voller Stolz russische Pässe, gefüllt mit Oligarchenrubel.

Albert Schultheis | Mo, 24. Januar 2022 - 21:20

Es sind die Scharfmacher in Kiew und hier, die die Worte der Vernunft des Vize-Admirals scheuen wie der Teufel das Weihwasser. Es sind die Weicheier in Berlin, die vor ihnen einknicken wie rüchgratlose Hessling:Innen. Wir sollten mit mutigen, erfahrenen, vernunftbegabten Männern etwas pfleglicher umgehen, denn so viele von der Sorte haben wir nicht mehr. Stattdessen eher wenig erfahrene, dafür aber ideologisch umso mehr hochgejazzte jüngere Frauen, die meinen, Moral und Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben. In Kiew geht es nicht um Medienzauber wie Corona oder Klimarettung. Es geht da um Krieg und Frieden und darum, ob wir gewillt sind, mit Russland vernünftig und auf Augenhöhe umzugehen. Die Russen waren in den letzten 30 Jahren immer verstehbar, nachvollziehbar, ja berechenbar, wenn man bereit war, sie ernstzunehmen. Dass die in Kiew das auf-Teufel-komm-raus sabotieren möchten, sollte uns mittlerweile klar geworden sein. Einer wie der Vize-Admiral wird uns empfindlich fehlen.

Stefan Kreppel | Mo, 24. Januar 2022 - 21:39

Es braucht eine völlig neue Ostpolitik. Die Siegerarroganz seit 1990 bringt uns immer näher an den Rand einer Katastrophe. Ich empfehle die Lektüre über den ersten Weltkrieg und den Schlafwandlern die diesen verursachten.

Enka Hein | Mo, 24. Januar 2022 - 23:22

....vielleicht geplant.
Der Vizeadmiral ist seit Jahrzehnten im Dienst der BW. Er hat gute Jahre gesehen und gute Verteidigungsminister.
Dann kam irgendwann Ullala die Schöngeföhnte. OK. Ein Fehlgriff in die Schüssel kann passieren. Dann kam AKK. Rohrkrepierer Nr.2.
Dann stellt man sich schon mal die Sinnfrage. Und mit der neuen Ministerin dann die dritte im Bunde. Eine weitere die von keiner Sachkenntnis getrübt ist.
Das hält keiner aus, der u. U. noch alle Tassen im Schrank hat.
Da sieht der Ausrutscher doch ganz anders aus.
Und die Headhunter werden schon längst angeklopft haben. In der freien Wirtschaft werden Fachkräfte gesucht.
Die Politik beschäftigt halt die Lowperformer.
Also alles richtig gemacht.

Dirk Weller | Di, 25. Januar 2022 - 07:28

Zitat :
" . . . . USA, die sich seit Wochen um eine diplomatische Lösung mit Russland bemühen."

An der Stelle musste ich laut lachen : wenn jemand NICHT ernsthaft an einer diplomatischen Lösung interessiert ist, dann sind das die USA.

Und um das zu sagen muß man kein "Putin-Versteher" sein.
Das Verhalten Russlands ist von aussen betrachtet alles andere als schön und edel.
Allerdings ist es lediglich das Resultat der Tatsache, das der "Westen", also die USA nie ein Geheimnis darau gemacht haben, dass deren Absicht darin besteht Russland nach dem Zusammenbruch der UDSSR wirtschaftlich und militärisch klein zu halten.
( siehe die Aussagen von Paul Wolfowitz-1992 und von Zbigniew Brzeziński-1997 )
Und das eine Nato-Osterweiterung die Demokratie in Russland massivst gefährden würde und eine enorme Kriegsgefahr herauf beschwören würde, darauf hatten auch bereits 1997 Robert McNamara und 40 US-Senatoren den amerikanischen Präsidenten Bill Clinton öffentlich in einem Brief hingewiesen.

Reinhard Oldemeier | Di, 25. Januar 2022 - 07:57

Laut dem Inforadio des NDR ist der Vize-Admiral auf einer Veranstaltung des indischen Militärs gewesen, bei der nach einem offiziellen Teil ein inoffizieller Teil sich anschloß, mit einer Fragestunde von indischen Offizieren. Bei dieser Befragung ohne Kameras und Mikrofone, wurde diese Aussage getätigt. Nun kann man spekulieren wie nun diese Aussage an die Medien weiter getragen wurde.
Nun laufen die Transatlantiker alle mit Schaum vor dem Mund herum und regen sich über diese Aussagen auf.
Dabei hat selbst der FDP Vorsitzende Lindner schon ganz ähnliche Aussagen, wegen der Krim getätigt, nur nicht in einer so heißgelaufenen Situation wie jetzt.
Als damals Donald Trump dem Sohn von Biden vorwarf "krumme" Geschäfte mit der Ukraine zu machen, kommt mir nun bei mir Geschämkle auf, warum Joe Biden es nun so eilig hat, der Ukraine beizuspringen.
Es ist an der Zeit das Europa sich endlich mal selbst Gedanken macht, wie sie ihre Verteidigung auf die Beine stellt ohne die Amerikaner.

Heinrich Dompfaff | Di, 25. Januar 2022 - 08:29

Es ist bezeichnend für einen Berater von Frau Merkel (und leider auch für einen rückgratlosen General der Ära Merkel) das Herr Vad Herrn Kujat absichtlich falsch verstanden hat: selbstverständlich hätte der Generalinspekteur der Bundeswehr die Möglichkeit gehabt, einen Untergebenen zu schützen, nämlich dadurch, dass er selber mit seinem Rücktritt gedroht hätte. Eine solche Maßnahme ist für die heutigen Militärs, von denen viele Generäle unter Frau Merkel ihre Standfestigkeit eingebüßt haben wohl kaum noch denkbar

Ernst-Günther Konrad | Di, 25. Januar 2022 - 08:44

Aus meiner Sicht völlig klar. Die Ampel ist bei dem Thema uneins und Scholz eiert rum. Er will zwar den "Harten" geben, reagiert aber bei dem Thema verschwommen. Nun hat der Vizeadmiral mit seinen klaren und aus meiner Sicht richtigen Aussage die Regierung erneut gezwungen, sich irgendwie zu positionieren. Man will aber nicht so richtig Position bei dem Thema beziehen, also stört jeder, der das aus den eigenen Reihen "erzwingt". Die Säuberungen innerhalb unserer Sicherheitsorgane läuft doch schon seit mehreren Jahren. Mal sehen, wann dem Mann Verbindungen in die "rechte Szene" unterstellt wird. Vielleicht hat er im öffentlichen Klo mal neben einem Reichsbürger gestanden oder saß ungewollt und unbewusst mit einem AFDler im gleichen Lokal. Mal sehen, was da noch kommt. Jedenfalls war sein Rücktritt clever. Kein Disziplinarverfahren mehr möglich, keine Gehaltskürzung oder gar Entlassung. Bei B6+ ist das zu verschmerzen. Dennoch zeigt es. Soldaten haben keine eigene Meinung zu haben.

Urban Will | Di, 25. Januar 2022 - 08:52

diesseits der Elbe standen, war es in des Führers Umfeld immer noch lebensgefährlich von der Niederlage reden.
Der „Endsieg“ war ja schließlich zum Greifen nahe.
Im Prinzip ist die Causa Schönbach ähnlich, nur dass er nicht in Lebensgefahr schwebt.
Es ist nur noch surreal, was hier abläuft.
Meine These ist, dass Herrn Schönbach dieser ganze Komödienstadl zu blöd geworden ist und er sich einen eleganten Abgang gewählt hat.
Seine Sätze sind wohl die einzig richtigen, die in all dem Wirrwarr von Unfähigkeit und einseitigem Säbelrasseln (von Seiten des „Westens“), die überhaupt je gesprochen wurden. Die BuReg ist zum Fremdschämen.
Wie schon oft gesagt, hätte Putin die Ukraine angreifen wollen, säßen die Russen schon seit Wochen in Kiev.
Der Westen hat sich mittlerweile in eine so dermaßen dumme Situation manövriert, dass er ohne Kriegsgeheule gar nicht mehr heraus kommt.
Putin kann seine Panzer an der Grenze hin und her fahren lassen, sich zurück lehnen und die Komödie genießen.

denn wieso sollte Putin mit dem Angriff auf die Ukraine warten, biss diese vom Westen aufgerüstet wurde ??
Hätte er sich die Ukraine "einverleiben" wollen, so wäre das schnell und spontan geschehen.

Das heisst aber auch, dass die Kriegstreiber eindeutig im Westen sitzen, nicht zuletzt in Redaktionsstuben einiger Medien.
Leider.

Es ist eine unglaublich verlogene Posse die da abläuft man kann "der Russe kommt" schon lange nicht mehr ernst nehmen. Seit Jahren immer das gleiche Spiel in der Kiewer Regierung, geht das Geld und Waffen aus, hoppla will der Russe mal wieder das Land überfallen. Nun fließt wieder (Uschi hats gestern verkündet) Geld und jede Menge Waffen und ich denke noch eine kleine Weile und der Überfall wird abgeblasen bis zum nächstenmal wenn das Geld wieder alle ist. Was mich am meisten ärgert ist, dass man uns für so dumm hält.

Ein Kommentar in einer anderen Zeitung schreibt "Putin kann sich einen Spass daraus machen und ruhig zusehen wie es in einem westlichen Hühnerstall zugeht". Wenn er sich mal kurz am Hühnerstallfenster zeigt und "Buh" macht, bleibt keine Henne mehr auf ihrem Ei sitzen und rennt wild gackernd hin und her". Ach und nur zur Erinnerung die Taliban sind gerade auf Besuch in Oslo.

Martin Falter | Di, 25. Januar 2022 - 10:01

Vizeadmirale deutsche Außenpolitik?
Nein und deshalb hat da einer sich zu wichtig genommen und muss deshalb die Konsequenzen tragen.

Man stelle sich so einen Vorgang beim Kriegstreiber Putin vor?

Von dem russischen Admiral hätte man nie mehr etwas gehört.

Manche halten ja Putin für einen lupenreinen Demkraten.
Dann halten sie Erpressung, Landraub usw. wohl auch für legitime demokratische Handlungen.

Werner Peters | Di, 25. Januar 2022 - 10:39

Ich war baff erstaunt, als gestern im DLF in den Abend-Kommentaren um 19.10 Uhr einer der Kommentatoren für Schönbach Partei ergriff und die Entlassung als falsch bezeichnete. Das wird der arme Kommentator aber wahrscheinlich nicht überleben, denn sowas gefällt der linientreuen Chefredakteurin gar nicht!

Alexander Brand | Di, 25. Januar 2022 - 10:39

Maaßen. Herr Maaßen sprach zu den angeblichen und bis heute nicht bewiesenen „Hetzjagden“ in Chemnitz die Wahrheit aus, er mußte es als Chef des Verfassungsschutzes ja schließlich wissen.

Er widersprach damit der unfehlbaren Angela M., diese wiederum machte sich aus Opportunität das Lügenmärchen der Medien zu eigen. Dafür würde der wahrheitsliebende Maaßen vom feigen Horscht S. in den Ruhestand versetzt.

Ein Skandal sonders gleichen und nach meiner Auffassung ein eindeutiger Amtsmißbrauch der damaligen Kanzlerin, der wie alles was sie tat, ohne Folgen blieb.

Hier haben wir es mit einem Militär zu tun, den wegzubekommen ist einfacher, denn der hört auf Befehle……

Was die Einschätzung des Herrn Admirals angeht, so teile ich diese zu 100%

Maaßen wurde durch den systemtreuen Jasager Thomas Haldenwang ersetzt, der berichtet nur noch das was er berichten soll, die Wahrheit ist dabei nicht von Bedeutung……

W.D. Hohe | Di, 25. Januar 2022 - 14:23

Eine Führung, hier pol. Marketing, beschließt, entscheidet, veröffentlicht - was auch immer - und anschließend verkünden draußen ltd. Mitarbeiter dieses Unternehmens, krass abweichende "Produkte"
Ohne Absprache oder vorangegangener Wortmeldung
Dies hinzunehmen käme grob fahrlässigem Konkurs gleich.
Ltg Marketingabtlg fristlos gekündigt - ohne Abfindung
Im vorliegendem Fall vertritt ein, als höchstrangig unformierter Militär, einen, ggüber seinem Hauptquartier, krass abweichenden pol Lage- und Ausgangsbericht.
In einem Fall von, zumindest/wenigstens politisch, erheblichen, weltweiten Auswirkungen. Insbesondere innerhalb eigener pol.-militärischer Strukturen.
Dies als "Courage" des Akteurs einzuordnen, hieße Sabotage zu veredeln.
Bliebe nur zur nächsten Sitzung des pol Hauptquartiers den Gegner einzuladen.
Bin überrascht von hier mehrheitlich vertretener "Marschroute"
Natürlich Folge meiner Dechiffrierung empfangener Signale
Ziehe meine Kandidatur zurück :-):-)

zu den erzkonservativen Offizieren, die während des WWII in Widerstand zum Wahn des linksextremen Hitler gingen, das waren doch Helden, oder? Sie wurden hingerichtet. Ist der Fall nicht ähnlich gelagert?

Was ist mit Herrn Maaßen, er widersprach der unfehlbaren Angela als sie sich ein Lügenmärchen der Medien zu eigen machte, er verlor deswegen seinen Posten. Ist es nicht die Pflicht eines Verfassungsschutzchefs für die Wahrheit einzustehen und sich nicht politisch von links/rechts instrumentalisieren zu lassen?

Ist es nicht die Pflicht eines Admirals seine Meinung zu äußern, wenn er sieht, daß sein Land/seine Regierung in Richtung Katastrophe steuert? Ich sehe hier viele Parallelen und ich sehe absoluten Dilettantismus seitens der Bundesregierung und zwar nicht nur in dieser Sache.

Die Ukraine gehört nicht in die EU/NATO und was viel wichtiger ist, wir brauchen Rußland in einer Allianz gegen den Expansionsdrang der Chinesen, dieses Ass verspielen wir aus Dummheit gerade!

Hans-Joachim Buth | Di, 25. Januar 2022 - 15:11

Das Soldatengesetz erlaubt es Adm. Schönbach schon, eine private Meinung zu einem politischen Kurs seiner Regierung oder der NATO zu haben. Aber als offizieller Repräsentant seiner Teilstreitkraft hat er die offizielle Linie zu vertreten. Das weiß der kleinste Rekrut. Adm. Schönbach hat offensichtlich seinen Fehler eingesehen und seinen Hut genommen. Das verdient Respekt für ihn.......nicht für Putin.

Hanno Woitek | Mi, 26. Januar 2022 - 10:21

kann man nur Respekt zollen. Er hat doch nichts anderes Gesagt, als alle Nato Staaten auch wirklich denken. Man muss nur mit dem Säbel oder einer Klapper, wie die Bundesregierung, rasseln, um den Druck auf Putin aufrecht zu erhalten. Natürlich ist die Krim weg, Schlesien war das auch nach 45. Darf man nur nicht sagen, aus Höflichkeit zu fanatischen Revanchisten. Und so dumm ist Putin auch nicht, einen Krieg mit Natostaaten, USA insbesondere, zu riskieren. Denn dann wäre er ja dümmer als der ganze albern schreibende Journalismus über diese Angelegenheit. Und das geht nicht mehr. Tagen sie doch mal die anderen Generäle der Bundeswehr. die Ehen das überwiegend genau so, wie ich hören konnte.

Hanno Woitek | Mi, 26. Januar 2022 - 10:28

die Bundesregierung sieht das auch ähnlich. Sie darf das nur nicht sagen, weil sonst die revanchistische Springerpresse mit ihren Rechts-ideologischen Kommentatoren, wie der kommunistischen Krakeelerei ala ihrer ehemaligen Schmutzdemagogen William S. Schlamm und Mattias Walden, heute Porschardt und Boie , auf die Kriegstrommel haut.

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