Jens Spahn - Der wahre Gewinner

Annegret Kramp-Karrenbauer ist als neue Verteidigungsministerin vereidigt. Auch Gesundheitsminister Jens Spahn war zwischenzeitlich in der CDU für diesen Posten angedacht. Doch seine scheinbare Niederlage ist gar keine

Jens Spahn
Jens Spahn ist der eigentliche Gewinner in der Besetzung der Spitze des Verteidigungsministeriums / picture alliance

Autoreninfo

Hier finden Sie Nachrichten und Berichte der Print- und Onlineredaktion zu außergewöhnlichen Ereignissen.

So erreichen Sie Cicero-Redaktion:

Aus allen Teilen der Welt sind die Mitglieder des Bundestags heute nach Berlin gekommen. Ihr Urlaub musste wegen der Vereidigung Annegret Kramp-Karrenbauers unterbrochen werden. Auch Jens Spahn wurde innerhalb der CDU als Anwärter auf diesen Posten gehandelt. Er konnte sich zwar nicht gegen AKK durchsetzen, ist aber trotzdem der Gewinner „der turbulenten Wochen in der CDU“, schreibt Robert Roßmann in einem Kommentar in der Süddeutsche Zeitung

Während sich Annegret Kramp-Karrenbauer mit dem desolaten Zustand der Bundeswehr und der CDU auseinandersetzen müsse, könne Spahn auf seine Erfolge als Gesundheitsminister verweisen. Selbst die Kanzlerin lobt Spahn mittlerweile – obwohl er als einer ihrer schärfsten Kritiker auftritt. Warum sich AKK trotz allem auf den neuen Posten eingelassen hat, können Sie in Roßmanns Kommentar nachlesen.

Ernst-Günther Konrad | Mi, 24. Juli 2019 - 13:12

Ja, ich sehe Spahn auch als Gewinner an. Er hält sich aus den parteiinternen Diskussionen weitgehend heraus. Er kümmert sich um sein Ressort und egal, ob alle seine Vorhaben zu 100% greifen oder ob er auch mal nachjustieren muss, er redet nicht nur, erkümmert sich um sein Amt ist und wofür er auch Diäten bekommt. Und ja, sollte er ungeduldig sein, so soll er die "alten" CDUler sich doch gegenseitig den Gar ausmachen lassen. Was Wähler überzeugen kann sind Politiker, die sich öffentlicher Diskussion stellen, Themen anpacken und auch mit denen spricht, die es praktisch umsetzen müssen und auch mal den Unternehmern auf die Füsse tritt. Gerade im Gesundheitswesen trifft er alle Wähler, von arm bis reich, von Arbeiter bis Rentner. Wenn er da weiterhin Pluspunkte als Arbeitstier sammelt, kann er beruhigt abwarten, bis sich AKK, Merkel und Merz gegenseitig zerlegen. Als VM kann er nur verlieren. Nach Rühe ging es bergab. Was Jahrzehnte verbockt wurde seine Zeit und Geld es zu berichtigen.

Ich war schon damals als es um den Vorsitz ging, entgegen der allgemeinen Meinung, das Gefühl, das er mehr das Zeug dazu hätte als Merz und AKK. Als er zur Debatte stand, Frau v.d.Leyen nachzufolgen, dachte ich sofort:" Junge Du wärst schön blöd, solltest Du in die bewährte VTM-Falle tappen!" Er macht wahrscheinlich einen zu guten Job für den Geschmack einiger Freunde*innen in der Union? Wie Sie sagen lieber Herr Konrad, könnten noch so Einige in Erklärungsnöte kommen, falls der Automatismus Vorsitz-Kanzlerschaft ins wanken gerät! Alles Gute! MfG

dazu hat er ja noch reichlich Zeit, lieber Herr Konrad. Der Junge ist ja mal gerade schlappe 39 Jahre alt. Also noch ein Jungspund im politischen Gebälk.
Man kann nur spekulieren, warum AKK diesen Posten als VM übernommen hat?
Brauchte sie den Job als Reputation, hatte die "Chefin" sie dahin beordert?
Da dem gemeinen Volk ja nichts Konkretes dazu gesagt wird, bleibt die Angelegenheit schleierhaft!
Jens Spahn (wenn er denn für den Job angedacht war ?)ist wohl schlau genug, diesen Schleudersitz nicht zu besteigen. Diese ramponierte "Baustelle" wieder auf Vordermann zu bringen, bedarf es viel Einsatz (bis zur Erschöpfung) sowie noch mehr Geld. Wenn er dann gescheitert wäre, hätte seine politische Zukunft erstmal eine (erhebliche) Delle.
JS hat also Zeit, die politischen Entwicklungen in Ruhe abzuwarten. Die Zeit spielt für ihn!
Aber dazu muss die CDU auch wieder näher ans (Wahl) Volk ran und zuhören, wo der Schuh drückt! Ein weiter so geht auf keinen Fall!
Let´s go

Tomas Poth | Mi, 24. Juli 2019 - 16:32

zu Fuß oder mit dem Fahrrad? Wegen Klima mein ich, klingt jetzt nickelig, klar. Da halte ich mich an die Politiker und nehme das auch nicht allzu ernst.
Rhetorisch und im Auftritt macht Hr. Spahn eine gute Figur, soll sich ruhig etwas Zeit nehmen und nicht verrauchen lassen. Von Angie Lob erhalten kann nur gefährlich sein.
Nur wer sie aushebelt oder stürzt hat das Profil zum Kanzler.

Dorothee Sehrt-Irrek | Do, 25. Juli 2019 - 11:12

aus der Ferne einen SEHR SERIÖSEN Eindruck.
Wie oft geschrieben, stehe ich politisch woanders, aber er hat mein breiteres politisches Vertrauen....wie andere auch.

Ihr Kommentar zu diesem Artikel

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.

Liebe Leserinnen und Leser,
wir freuen uns über jeden Kommentar und wünschen uns eine konstruktive Debatte. Beleidigende, unsachliche oder obszöne Beiträge werden deshalb gelöscht. Auch anonyme Kommentare werden bei uns nicht veröffentlicht. Wir bitten deshalb um Angabe des vollen Namens. Darüber hinaus behalten wir uns eine Auswahl der Kommentare auf unserer Seite vor. Um die Freischaltung kümmert sich die kleine Onlineredaktion von Montag bis Freitag von 9 bis 18 Uhr. Am Wochenende werden Forumsbeiträge nur eingeschränkt veröffentlicht. Nach zwei Tagen wird die Debatte geschlossen. Wir danken für Ihr Verständnis.