Susanne Wasum-Rainer
Susanne Wasum-Rainer, deutsche Botschafterin in Israel / dpa

Jahrestag der Wannseekonferenz - Deutschland und Israel prangern Holocaust-Leugnung an

Israel und Deutschland wollen an diesem Donnerstag bei den UN gemeinsam eine Resolution gegen Holocaust-Leugnung einbringen. Anlass ist der 80. Jahrestag der Wannseekonferenz. Außenministerin Baerbock räumt eine Mitschuld des Auswärtigen Amts an der Ermordung der Juden ein. 

Cicero Cover 5-22

Autoreninfo

Hier finden Sie Nachrichten und Berichte der Print- und Onlineredaktion zu außergewöhnlichen Ereignissen.

So erreichen Sie Cicero-Redaktion:

Zum 80. Jahrestag der sogenannten Wannseekonferenz haben Deutschland und Israel die Leugnung und Trivialisierung des Holocausts angeprangert. In einem Gastbeitrag für den Tagesspiegel und die israelische Tageszeitung Maariv monierten die deutsche Botschafterin in Israel, Susanne Wasum-Rainer, und der israelische Botschafter in Deutschland, Jeremy Issacharoff, dass die Fakten der Schoa noch immer abgestritten würden und deren historischer Ausnahmecharakter relativiert werde. Derweil räumte Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) eine Mitschuld des Auswärtigen Amts am Leiden der Juden ein. 

In dem Gastbeitrag schreiben die beiden Botschafter weiter, die Leugnung und Trivialisierung des Menschheitsverbrechens sei dabei nicht nur unter politischen Radikalen verbreitet, sondern ein gesellschaftliches und internationales Phänomen. Aus diesem Grund wollten Israel und Deutschland an diesem Donnerstag bei den Vereinten Nationen gemeinsam eine Resolution anstoßen. Die politisch Verantwortlichen weltweit seien zur Unterstützung aufgerufen. „Diese Resolution soll ein Zeichen der Hoffnung und der Inspiration für alle Staaten und Gesellschaften sein, die für Vielfalt und Toleranz einstehen, nach Versöhnung streben und verstehen, dass die Erinnerung an den Holocaust unabdingbar dafür ist, dass sich derartige Verbrechen nicht wiederholen.“ 

Der Menschlichkeit verpflichtet sein, nicht der Macht

In dem Gastbeitrag der beiden Botschafter heißt es weiter, die Leugnung historischer Fakten des Holocausts sei nicht nur ein Angriff auf die Opfer der Vernichtung und ihre Nachkommen, auf Juden in aller Welt und den Staat Israel. Es sei auch ein Angriff „auf die Grundbedingung friedlicher Gesellschaften und friedlichen Zusammenlebens weltweit“. Die Botschafter machten auch Vorschläge für Maßnahmen zur Bekämpfung der Holocaust-Leugnung. Dazu gehörten eine einheitliche Definition von Antisemitismus, Investitionen in Bildung und Aufklärung sowie Maßnahmen, um die Infragestellung und Relativierung des Holocausts in den sozialen Medien zu verhindern. 

Außenministerin Baerbock bekannte sich zur Mitverantwortung des Auswärtigen Amts am Mord an den Juden durch die Nazis. „Wir werden nie vergessen, was Deutschland ihnen angetan hat“, sagte sie laut einer Mitteilung des Auswärtigen Amts. „An ihrem Leid tragen auch Beamtinnen und Beamte des Auswärtigen Amts Schuld, die sich in den Dienst von Verbrechen und Völkermord des Nazi-Regimes gestellt haben.“ Sie seien damit zu willfährigen Helfern des Unrechts geworden. „Dieses Kapitel der Geschichte muss uns ein Ansporn sein: Nie wieder darf so etwas geschehen.“ 

Baerbock sagte weiter, wer im Staatsdienst Verantwortung trage, müsse zuallererst dem Recht und der Menschlichkeit verpflichtet sein, nicht der Macht. Die kritische Auseinandersetzung mit der Rolle des Auswärtigen Amtes während des Nationalsozialismus sei deshalb fester Bestandteil der Ausbildung im Auswärtigen Amt. Alle Mitarbeiter in der Ausbildung würden noch stärker dafür sensibilisiert, Antisemitismus zu erkennen und aktiv zu werden, wenn sie ihm begegneten. „Am Internationalen Holocaust-Gedenktag des 27. Januars werden fortan alle Mitarbeitenden weltweit daran erinnert.“ 

Quelle: dpa

Christa Wallau | Do, 20. Januar 2022 - 12:23

nicht der Macht"
(Annalena Baerbock, Außenministerin der BRD im Jahr 2022)

Oh, ja, das hört sich doch wunderbar an und wird wohl von jedem, der zu den Guten gezählt werden möchte, gern unterschrieben bzw. nachgesprochen.

Wie ist es doch so wohlfeil und entlastend, den Vorfahren ihre Fehler und Verbrechen um die Ohren zu hauen, z. B. den Verantwortlichen in der Wilhelmstraße in der Nazi-Zeit.

Sinnvoller, aber unendlich viel schwieriger wäre es, sich intensiv und - vor allem - e h r l i c h (realistisch) mit den Problemen der Jetztzeit und den Konsequenzen seines heutigen Handelns auseinanderzusetzen.
Tut mir leid:
Mich widern die hohlen Sprüche und Selbstbeweihräucherungen unserer Politiker anläßlich von Gedenktagen nur noch an.

Gerhard Hellriegel | Do, 20. Januar 2022 - 12:28

Ich bin mit dem Gesagten einverstanden, möchte aber auf etwas hinweisen: es wird behauptet, es sei eine Trivialisierung des Holocaust, wenn Impfverweigerer den Judenstern verwenden.
Ich sehe das nicht so: nmM handelt sich um eine Dramatisierung des eigenen Anliegens. Es geht um moralischen Druck, wie z.B. auch bei der Gendersprache. Soll ich Ihnen die unendliche Geschichte der Dramatisierungen erzählen? z.B. Joschka Fischer zum Balkankrieg. Was wird heute nicht alles Genozid genannt? Nun, sie sehen sich auch als Freiheitskämpfer und wahre Demokraten -genau so unpassend. Dass bei diesen Leuten Dramatisierung zum festen Repertoire gehört, ist auch nichts Neues. Nein, geschmackvoll ist das nicht - man kann aber trotzdem die Kirche im Dorf lassen. Außerdem gibt es auch bei Impfbefürwortern Dramatisierungen, z.B. bei der Sterberate - aber eben zivilisierter.

Enka Hein | Do, 20. Januar 2022 - 12:53

.....das heißt im Umkehrschluß aber auch endlich mal die Augen zu öffnen.
Wenn in Berlin seit Jahren vom Staat D finanzierte NGOs Hand in Hand mit Palästinensergruppen durch die Straßen ziehen und „Juden ins Gas“ skandieren, aber das stillschweigend geduldet wird, so ist dieser Vorschlag aus Berlin doch nur heuchlerisch und perfide.
Schulbücher im Nahen Osten sprühen nur so von Antisemitismus.
Die alte Regierung war in diesem Punkt schon verlogen, aber die jetzige erst recht.
Ich kenne nicht die Steigerung von verlogen, sonst könnte sie hier stehen.

Ernst-Günther Konrad | Do, 20. Januar 2022 - 13:35

Also Deutschland prangert mit Israel an und meint wen? Wahrscheinlich die verschwindend kleine Gruppe Neonazis und ähnliche Gruppierungen in unserem Land? Fallen da auch die Gegner von Corona darunter, die man gerne auch als Nazis bezeichnet? Fallen da alle Regierungskritiker darunter? Aber was ist mit den 1000den von Goldstücken aus dem arabischen Raum, aus Nordafrika, die den Hass auf Israel in den Genen haben und auch in ihrer Sozialisation in ihren Herkunftsländern zum Hass gegen Israel erzogen, nunmehr im Rahmen "freier Migration", eben diesen Hass hier in unserem Land ausleben dürfen. Deren Demos nicht verboten sind, obwohl dort teils gewalttätig gegen Israel agitiert wird. Was ist mit hier geborenen Migrantenkindern, die im Elternhaus und in Moscheen den Hass erlernen und sogar in Redaktionsräumen des ÖRR arbeiten und ganz privat ihre Präferenzen ausleben? Was ist Frau Außenministerin mit den Resolutionen gegen Israel, die D regelmäßig unterstützt oder sich der Stimme enthält?

Es ist beschämend, wenn ein ehemaliger Bediensteter dieses Staates die stets wachsende Bedrohung durch Rechtsextremismus dermaßen konsequent verharmlost. So wie er auch die z.T. gewalttätigen Demonstrationen - bei denen ausgerechnet seine ehemaligen Kollegen gewalttätig attackiert werden - stets als gerechte Sache verteidigt. Und konsequent die Gefahren durch Corona verleugnet, und in ausgesprochener AfD-Linientreue den "Hoecke-Erkenntnissen" gemäß die Existenz einer Pandemie leugnet.

Wie er überhaupt Widerstand gegen den ihn alimentierenden Staat hier mit eitler Selbstgefälligkeit zelebriert.

Und jetzt nicht mal mehr davor zurückscheut, offensichtlich "siegesgewiss" sich der Neo-Nazi-Rhetorik von den Goldstücken zu bedienen.

Und, weil es gerade so schön ist, unserer neuen Außenminister Aussagen in den Mund legt, die sie nie getätigt hat.

Nun, gut, nicht seine ersten Fake-News.

Ist der Ruf erst mal ruiniert....

Sie sollten sich erst einmal mit dem Thema „Rechtsradikalismus“ auseinandersetzen und nicht einfach das nachplappern was Ihnen die ÖR-Medien als Denk-/Redevorgabe liefern.

Nachfolgend finden Sie einen Link zu polit. mot. Straftaten, hier finden Sie den einzig relevanten Straftatbestand auf der Seite 5 unter „4. Politisch motivierte Gewalttaten (insbesondere Körperverletzungen und Tötungsdelikte)“. Quelle: BMI

Wie Sie sehen werden, sind da Ihre Freunde von der Linksfront um fast 50% „effektiver“ als die von Ihnen vielzitierte Gefahr von rechts.

Also bitte immer schön sachlich und objektiv bleiben alles andere ist kein guter Stil.

https://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=&cad=rja&u…

... Medien (allen voran die ÖRlichen) peinlichst zu vermeiden suchen, auch "Merkels Gäste" (natürlich ist es nur ein Teil...) als "Juden-Hasser" zu nennen! Nur wenn diese so b... sind und auch noch "Landesflaggen" zeigen, lässt es sich (gottseidank) kaum vermeiden - in diesem Falle: Danke für deren Einfältigkeit!

Alexander Brand | Do, 20. Januar 2022 - 14:11

immer wieder anders behandelt als alle anderen "Leugnungen historischer Fakten"?

Warum ist es verboten gerade dieses eine einzige Thema kritsich zu hinterfragen oder darüber zu reden?

Was macht diese Opfer anders als alle anderen Opfer der Menschheitsgeschichte?

Verdienen nicht ALLE Opfer den selben Respekt und die selbe Behandlung?

Sabine Lehmann | Do, 20. Januar 2022 - 15:37

Zwischen Freund u. Feind zu unterscheiden, sollte eigentlich nicht schwer fallen. Dachte ich früher.
Bis sich, nicht nur in Deutschland, in der ganzen Welt eine merkwürdige Verschiebung breit machte. Hat jemand überhaupt bemerkt, was sich vor drei Tagen in den USA abgespielt hat? Ein islamistisch motivierter Terrorakt in einer Synagoge mit Geiselnahme, die blutig endete. So darf ich getrost davon ausgehen, hätte man diese schreckliche Tat einem sog. Nazi in die Schuhe schieben können, hätten Medien sich gegenseitig überboten mit der Präsenz der Berichterstattung?Aber so? Das große Schweigen. Obwohl nicht ganz. Ein "Schreiberling" aus der islamischen US-Community schrieb auf twitter, noch während der Geiselnahme(!), dass dies bestimmt wieder für islamophobe Hasstiraden "instrumentalisiert" würde. Dass sich der "gute" Mann dabei gerade selbst zum Sinnbild dieser Instrumentalisierung gemacht hatte:geschenkt.
So beschränkt sich die Empörung gewohnt weiter auf Täter die ins Weltbild passen.

Urban Will | Do, 20. Januar 2022 - 21:34

aus dem Fenster lehnt und gehorsamst auch dem auswärtigen Amt eine Mitschuld am Holocaust gibt, dann würde es mich doch mal interessieren, wie sie und andere von Seiten der „Guten“ sich zu dem nach wie vor ja so hoch verehrten Ex – Bundespräsidenten Richard v. Weizsäcker positionieren, der seinen Vater, Ernst v. Weizsäcker ja in den Nürnberger Prozessen verteidigte, wo dieser, u.a. als Erster Staatssekretär im Auswärtigen Amt und Mitwisser der Wannsee – Beschlüsse als Kriegsverbrecher angeklagt war.
Man stelle sich das heute mal vor...
Da reicht schon ein Abendessen mit Meuthen, um seine Karriere zu verlieren.
Wenn ich mir im Zusammenhang mit solchen Zeremonien anschaue, wie die links – grünen Irrlichter mit ihrer Migrationspolitik den Judenhass ins Land winken, wie sie alles weg – moralisieren mit ihrem Hohlgesang, was diese ablehnt, Radikalisierung rechts mit ihrer Irrsinnspolitik befördern und die islamische ignorieren und somit akzeptieren, dann könnte ich k...

Sabine Lehmann | Fr, 21. Januar 2022 - 01:40

Mit den Worten "Allahu akbar" warf ein Mann (Moslem)in Paris eine junge Frau aus dem Fenster, sie starb. Es war Mord, ein islamistischer Hintergrund war zu klären, die Frau war Jüdin.
Das Urteil: nicht schuldfähig, es gab nicht einmal einen richtigen Prozess. Fünf Gutachten, die in ihrer Aussagekraft u. politischer Intention mehr als umstritten waren, attestierten dem Islamisten einen krankhaften psychotischen Schub durch den Konsum von Cannabis.
Diese Konstellation tritt bei schweren Gewalttaten verübt durch muslimische Männer mit arabisch/islamischem Migrationshintergrund immer häufiger auf. Offenbar weigert sich ein Teil der westlichen Justiz, der Gesellschaft und der Politik einen kausalen Zusammenhang zwischen Migration, Islam, Radikalisierung Terror und Gewalttaten zu erkennen und benennen.
Wie oft hört und liest man nach solchen Horror-Meldungen etwas von psychischen Problemen. Radikalisiert=psychisch gestört=schuldunfähig. So in etwa der Tenor. So sieht Antisemitismus aus!

Sabine Lehmann | Sa, 22. Januar 2022 - 05:14

Ob jeder von uns eine Schuld trägt, sei dahin gestellt. Eine Verantwortung jedoch hat jeder für sich, was er tut, was er sagt, wie er lebt. So kann jeder aus eigener Kraft dafür sorgen, dass so etwas nie wieder geschieht.
Ich persönlich jedenfalls denke häufiger an diese vielen Verbrechen, wenn ich im Ausland bin. Wenn ich beispielsweise in Griechenland irgendwo in einem dieser pittoresken Bergdörfer manch sehr alte Frauen oder Männer sehe, dann frage ich mich immer, was sie wohl damals mit Deutschen erdulden mussten, und was sie über mich denken, wenn sie wüssten, dass ich eine Deutsche bin…..