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In den Impfzentren wird die Anzahl an Impfvordränglern immer größer / dpa

Wie geht man mit Impf-Vordränglern um? - „Das ist ein Abbild unserer Neidgesellschaft“

Der Kampf um den Impfstoff gewinnt an Fahrt. Noch sind nicht alle Personen für eine Impfung berechtigt, die Ausreden für einen vorgezogenen Termin werden immer skurriler. Der ehemalige Impfkoordinator des Landkreises Neuwied, Werner Böcking, berichtet im Interview über seine Erfahrungen mit Vordränglern.

Autoreninfo

Sina Schiffer studiert an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn Politik und Gesellschaft und English Studies. Derzeit hospitiert sie bei Cicero. 

So erreichen Sie Sina Schiffer:

Werner Böcking war von 2001 bis 2019 Feuerwehrinspekteur für den Landkreis Neuwied und ab November 2020 Impfkoordinator für die Impfzentren im Landkreis Neuwied. Er hat in diesem Monat sein Amt als Impfkoordinator abgegeben.

Herr Böcking, Sie sind ehemaliger Impfkoordinator des Landkreises Neuwied. Welche „Ausreden“ für eine Impfung lassen sich die Impfwilligen einfallen?

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Christa Wallau | Mo, 17. Mai 2021 - 14:05

... über Jahrzehnte bewußt "züchtet",
muß sich doch nicht wundern, wenn er eine Neidgesellschaft erhält!!!

Wenn schon bei der Verteilung des Impfstoffes ein derartig widerliches Vordrängeln und Betrügen einsetzt, wie soll es dann erst werden, wenn die Lebensbedingungen allgemein schlechter werden, was ja durchaus nicht ausgeschlossen ist?

Prügeln sich dann Menschen auf dem Sozialamt, in den Supermärkten oder bei den Suppenküchen?
Gilt dann endgültig das Recht des Stärkeren bzw.
Frecheren in Deutschland?

Mir graut vor derartigen Zuständen und ich hoffe, sie auf Grund meines Alters nicht mehr erleben zu müssen.

.... handfeste Auseinandersetzungen. Wer da gewinnt, können Sie sich sicher denken, liebe Frau Wallau. :-( Eines schon vorweg, deutsche Armutsrentner sind es nicht.

Ich kann mir nicht vorstellen, wer sich für eine Impfung vordrängeln will, ich bin froh, wenn das an mir vorübergeht. Da tu ich alles dafür. ;-)

Heidemarie Heim | Mo, 17. Mai 2021 - 19:54

Ich weiß zwar nicht wie es in Neuwied ablief zu Herr Böckings Zeiten als Koordinator, aber ich meldete mich wie Tausende andere im Vertrauen und der Tatsache geschuldet, dass wir hier vor Ort ebenfalls eines der 33 Impfzentren in RLP haben umgehend online an sobald meine Prio-Gruppe dafür freigeschaltet wurde. Der Beginn sozusagen einer der Katastrophen und Fehlgriffe der Bundes- wie der Landesregierung, die engagierte Menschen wie Herr Böcking und Kollegen/innen mal wieder ausbaden dürfen! In kürzester Zeit wurden durch viele freiwillige Helfer auch bei uns ein Zentrum eingerichtet. Was jedoch nie so arbeiten konnte weil entweder kein Impfstoff, verspätet oder in zu geringen Mengen zugeteilt wurde. Was die Menschen hier, die wochenlang vergeblich auf eine Impfterminvergabe seitens des dafür zuständigen Gesundheitsministeriums warteten und anhand der Impfzahlen aber nicht verstanden. Bis sich unser Landrat vor Tagen bequemte, eine der üblichen Erklärungen IS-Knappheit usw. abzugeben!

Rob Schuberth | Mo, 17. Mai 2021 - 20:48

komische Frage.

Wer in dieser Sache lügt u. betrügt (etc.) der gehört strafrechtlich verfolgt.

Leider zeigt sich jetzt an diesem Bsp. einmal mehr wie sehr Tugenden bei uns "aus der Mode gekommen sind".

Na ja, unerzogene Eltern können gute Tugenden ihren Kids eben nicht beibringen.

Das wird noch schlimmer erden.

Daher jetzt eingreifen und hart abstrafen.

Tomas Poth | Mo, 17. Mai 2021 - 22:51

Jede Gesellschaftsform ist auch vom Neid getrieben, der Neid ergibt sich aus dem Vergleich der Menschen untereinander, sozialer Status, Fähigkeiten und vieles mehr.
Der Kampf um den Impfstoff ist eher ein Abbild der erzeugten Hysterie, der Angstverbreitung über Corona und dem damit verbundenen Freiheitsverlust geschuldet.
Es soll der Weg zurück in die Normalität/Freiheit werden mit der Impfung, und ist doch nur oder auch eine Fortsetzung der Gängelung.
Ich nehme dir deine Freiheit und Selbstverantwortung und gebe sie dir bei Wohlverhalten zurück!
Zitat:
"Auf seine Freiheit verzichten heißt auf seine Würde als Mensch, auf die Menschenrechte, ja sogar auf seine Pflichten verzichten.“ Freiheit gehört demnach unverzichtbar zur Menschenwürde. Sie sei unantastbar. (Rousseau bei Petra Pau,Die Linke)"
Tja, eigentlich wissen alle bescheid, aber die Handlungsweisen, da hapert es dann wieder.

Norbert Heyer | Di, 18. Mai 2021 - 06:51

Es wird immer Menschen geben, die nur „sich“ akzeptieren und meinen, alles muss sich um sie und ihr Wohl drehen. Vielleicht beziehen solche Menschen noch ihre Familie mit ein - aber alle anderen sind ihnen völlig gleichgültig. Beim Impfen erst die Ältesten zu berücksichtigen, war richtig, nicht von Anfang an die Kassen- und Betriebsärzte einzuschalten, war katastrophal falsch. Aber auch hier wurde von der Politik vermutet, die Ärzte würden ihre Privatpatienten bevorzugen. Es waren sich geistige Würdenträger sich nicht zu schade, mit faustdicken Lügen sich beim Impfen vorzuschieben. Wenn schneller bestellt worden wäre, hätte sich eine solche Situation kaum ergeben. Jetzt kommen noch Sonderwünsche beim Impfstoff dazu, ein echter Egoist wünscht schnellste Impfung mit unkritischem? Stoff. Meine Frau und ich sind Ende 60 und haben noch nicht einmal einen Termin. Wir sind bei unserem Hausarzt vorgemerkt und hoffen auf Erstimpfung Anfang Juni. Solidarität und Ruhe ist das Gebot der Stunde.

Ernst-Günther Konrad | Di, 18. Mai 2021 - 07:30

Wenn die Politik und ihre abhängigen "Wissenschaftler" seit über einem Jahr das Märchen der Pandemie erzählen, täglich über die Medien Panik und Angst erzeugen, eine angeblich 83 Mill. Bevölkerung vor der "Ausrottung" durch das Virus in Angst und Schrecken versetzt, was soll man da denn erwarten? Wenn erst die "Erfindung" eines Impfstoffes als Ultimo Ratio für die Wiedererlangung der eingeschränkten Grundrechte postuliert wird und dann "plötzlich" innerhalb weniger als eines Jahres die "Erlösung" durch gleich mehrere Impfstoffe, den mürbe gemachten Bürger zu solchen Tricks greifen lässt, weil er die Hoffnung hat, jetzt und gleich wieder "normal" leben zu können, wer will diesen das verdenken? Und dann, kurz vor Erlangung einer "wiedergewonnen Freiheit" in Verbindung mit Versprechen "nur" für die ausreichend geimpften oder nachweislich "Genesenen" braucht sich doch bei der Impfstoffpolitik niemand zu wundern. Ich stelle meine Dosis zur Verfügung. Wer will, wer will, wer hat noch nicht?

wären selbstverständlich andere, würde die Politik auf die von Ihnen bevorzugten Wissenschaftler zurückgreifen. Typen wie einen Wodarg, der mittlerweile für die Covidioten-Partei "Basisdemokraten" kandidiert.

Hätten solche Leute das Sagen, gäbe es keine Impfungen, keine Einschränkungen, aber vermutlich hunderttausende von Toten.

So mancher will es nicht verstehen, weil es mit seinem politischen Kampf nicht vereinbar ist. Der doch am Ende der Pandemie die große Abrechnung bringen soll, und ausgerechnet die rechtsextreme AfD in die Verantwortung.

Da hält sich wohl jemand für einen genialen Strategen.

Immer der gleiche, ungenießbare Kaffee.

Ein dogmatischer Impfgegner muss sich nicht impfen lassen. Er muss aber akzeptieren, dass in einer Demokratie gewählte Mehrheiten Entscheidungen treffen, die ihm vielleicht nicht passen.

Nein, das "Impfmanagement" der Regierung ist nicht gelungen. Das wird jedoch nicht besser, indem man die Pandemie verleugnet.