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Im Osten was Neues: die neuen Bundesländer sind am stärksten von der Pandemie betroffen / dpa

Epidemiologe Scholz zu Corona in neuen Bundesländern - Warum hat der Osten die höchsten Corona-Inzidenzen?

Aktuell sind in Ostdeutschland die Corona-Zahlen am höchsten. Dabei ist die Mobilität der Menschen dort nicht höher. Der Leipziger Epidemiologe Markus Scholz erklärt im Interview, warum das Nachbarland Tschechien maßgeblich für den Pandemieverlauf im Osten verantwortlich sein dürfte.

Autoreninfo

Jakob Arnold hospitierte bei Cicero. Er ist freier Journalist und studiert an der Universität Erfurt Internationale Beziehungen und Wirtschaftswissenschaften. 

So erreichen Sie Jakob Arnold:

Prof. Dr. Markus Scholz arbeitet an der Universität Leipzig am Institut für Medizinische Informatik, Statistik und Epidemiologie.

Herr Scholz, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Brandenburg und Ostbayern sind derzeit die Regionen mit den höchsten Corona-Inzidenzen. Hauptgrund soll der Nachbar Tschechien sein. Das Land hat die weltweit zweithöchste Inzidenz. Pendler aus Tschechien – vor allem Pfleger – sollen das Virus einschleppen. Stimmt das? Oder greift es zu kurz?

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Christian Loroch | Mo, 18. Januar 2021 - 11:28

Die Alters- und Sterbestatistik für Sachsen zeigt, dass die Sachsen im Schnitt altern, es gibt also immer mehr Ältere.

Wenn man die Zahlen des Bundesamtes für Statistik für Sachsen betrachten, kann man sehen, dass die Sterbezahlen zwar höher sind, als in den Vorjahren, dass diese Zahlen wegen der Verschiebung der Alterspyramide aber im erwartbaren Bereich liegen. Seit mindestens 10 Jahren steigen die Todesfallzahlen jährlich, auch 2020.

Insofern kann man trotz der hohen Inzidenzen m. E. kaum von einer Übersterblichkeit infolge Corona sprechen.

Ich will Corona nicht herunterspielen, appeliere aber, realistisch zu bleiben und Augenmaß zu wahren.

Sachsen grenzt zwar an 2 andere Staaten, das geht aber z. B. Bayern oder Baden-Württemberg nicht anders. Dort wird auch gependelt. Ob die Erklärung für die Inzidenzen wirklich darin begründet liegt, erscheint mir fraglich.

Eine drastische Unterbrechung der Kontakte ist evident. Die Mobilität (Pendlerströme) im Raum sollte dabei berücksichtigt werden.

Das Ziel von Wissenschaft ist Kenntnis über die Welt zu gewinnen, die für ein überlebensförderndes Handeln dient.

Die Pendlerströme hätte man schon frühzeitig mit regelmäßig, 2-3x pro Woche, testen können und müssen. Man hätte Infizierte gesucht, gefunden und hätte die Möglichkeit gehabt Infektionen einzugrenzen. Testen ist bis vor kurzem nicht als strategisches Werkzeug zur Infektionskontrolle / Eindämmung verstanden worden. Man hat ein paar Milliarden eingespart, aber zehntausende Tote, und zig-Milliarden an wirtschaftlichen Folgeschäden billigend in kauf genommen. Seit ca. Mitte 2020.

Herr Jasper, eine totale bzw. drastische Kontaktunterbrechung hilft nicht! Im Bundesstaat Victoria, Australien, hatte dessen Regierung in der Zeit des austr. Frühjahrs 2020 (Sept. - Dez.) den wohl schärfsten Lockdown der Welt mit allen Kontaktunterbrechungen angeordnet. Alles war geschlossen. Danach tönten die Politiker: Wir haben es geschafft. 4 Wochen später erhielten wir wieder Post von unseren Bekannten bei Melbourne, Corona ist zurück und alles fängt von vorn an. Masken müssen selbst in der Wildnis getragen werden. Dieser Virus ist da und wird uns in nächster Zeit nicht mehr verlassen. Neue intelligente Umgangsformen mit dieser Seuche sind gefragt. Selbst Impfen ist nicht die endgültige Rettung wie die Grippe es gezeigt hat. Wie lange soll das Theater noch gehen? Herr Prof. John P.A. Ioannidis hat mit der neuesten wissenschaftlichen Stanford-Studie vom 05.01.2021 bewiesen: Kein Nutzen durch Lockdowns, aber Risiken. Es ist ein vernichtendes Urteil von Top-Forschern für die Politik.

- Leben birgt Risiko. Risikovermeidung durch Einzelhaft für jeden!
- Das Leben führt in den Tod. Verbietet das Leben!

Zwei ähnlich sinnreiche „Binsen“ ähnlich den Ihren, welche die Beseitigung von Kopfschmerzen durch Kopfabschneiden propagieren. Außer irgendwelchen Unterdrückungsarien und Erziehungsdiktatur fällt den Linken wirklich absolut nichts ein, was zur Problemlösung dienlich sein könnte. Totalitär und ideenlos wie eh und je. Und wenn die Salonkommunisten die tausendste Chance hätten etwas zu (er)schaffen, sie würden es nebst etlichen Menschenopfern immer wieder versauen. Also tun Sie nicht so, als ginge es Ihnen um das Leben anderer, Genosse Jasper. Sie wünschen sich lediglich den ökonomischen Zusammenbruch, um dann mit ihrer linksextremen „Regime-Change-Agenda“ rumzunerven.

Auf Grund der Lage & Kostenstruktur kommen nicht nur hier geborene zu ihren Wurzeln zurück, sondern nennen wir sie mal die "Wossi", die nach den Osten in den 90-iger Jahren nicht auf Zeit gewechselt sind. Diese sind nun auch nicht mehr jugendlich wie K. Biedenkopf. Leider kann hier nur die Rentenversicherung konkrete Zahlen vorlegen.
Die nächste Zahl wäre die gemachten Proben pro 1000 Einwohner & die prozentuale Fehlerquote & bei wie vielen die Krankheit ausbrach & wie viele an & mit Corona starben.
Und es gibt auch keine aussagende Statistik für Geschlecht, Landkreis, Alter usw.!
Um so genauer die Aussagen werden würden, um so genauer könnte man aber auch dann das "Handeln & die Verhältnismäßigkeit der geschaffenen Rahmenbedingungen" abschätzen.
Will man das?????????????

Wolfgang Tröbner | Mo, 18. Januar 2021 - 11:53

Acht gelassen wird, ist die Tatsache, dass viele der Ostländer (Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern) im letzten Jahr vergleichsweise wenige Infektionen hatten. Mir scheint, dass Corona jetzt gerade deshalb besonders stark wütet und dass wir es erst jetzt mit der ersten richtigen Welle zu tun haben. Auch Tschechien hatte im letzten Jahr nur ganz wenige Infektionen. Die Zahlen kommen also nicht ganz von ungefähr und das hat nichts mit irgendwelchen politischen Einstellungen zu tun, sondern nur mit medizinisch-immunologischen Gegebenheiten.

„Diese ganze Pandemie ist ein Schwindel, der aus völlig anderen Gründen verursacht wird....“usw usw.

Wer solchen Unsinn verzapft, ist nicht irgendein dahergelaufener Hans-Wurst, sondern immerhin der parlamentarische Geschäftsführer der AfD im Landtag Sachsen-Anhalts, Robert Farle.

Es ist nicht auszuschliessen, dass es neben verbohrten Querdenkern auch andere naive Menschen gibt, die auf solchen Blödsinn hereinfallen.

Die sich dann entsprechend unvernünftig verhalten und im falschen Glauben, Corona sei ja nur eine bestimmte Form von Grippe, das Virus weiterreichen. Die Demos der Quer-Nicht-Denker, bei denen die Menschen dichtgedrängt ohne Maske zu Zehntausenden in Berlin oder Cottbus aufmarschierten, sprechen Bände.

Selbstverständlich hat ein solches Verhalten im Alltag Konsequenzen. Da muss man hinschauen, und darf auch ein wahrscheinliches Fehlverhalten der AfD nicht ausschliessen.

Ihre Antwort geht doch glatt am Thema vorbei. Ich schließe mich einigen Foristen an und meine das kann man eigentlich nicht beantworten. Warum sind einige Länder mehr oder weniger betroffen? Kaffeesatzleserei ist das unseriösete. Ich muß ihnen sagen Herr Lenz, Grippe hat auch furchtbare Wirkungen. Ich war 2018 ein 3 fach geimpfter, bekam die Grippe, konnte 6 Wochen nicht mehr laufen, hatte einen schwersten Kranheitsverlauf. Im Wohnhaus waren zwei Bewohner die künstlich beatmet werden mußten und anschließend 6 Wochen von der künstlichen Beatmung in einer Spezialklinik entwöhnt werden mußten. Es hätte vermutlich einen besseren Schutz mit der damals verfügbaren 4fach Impfung gegeben, den die Kassen oft verweigert hatten.
Daraus ziehe ich heute den Schluss Corona ist auch eine Erkrankung die einen
schweren Verlauf haben kann, sie ist ernst zu nehmen aber Hysterie schützt nicht.

Das Argument setzt voraus, dass sich an den Randbedingungen der Pandemie nichts geändert hat. Also Schnelltests, Erfahrung, medizinische Behandlung haben sich seit dem Frühjahr nicht verbessert? Bei der Medizin mag es einen Fortschritt gegeben haben, sonst ist aber nichts passiert, was ja eines der Dinge ist, die ich ständig kritisiere. Selbst aktuell wird noch genau so viel gestorben wie vor einem Monat. Verbesserung: Null. Aber egal, Spahn ist der beliebteste Politiker, selbst noch vor Merkel. Die Leute sind schon komisch.

obwohl man auch das im Osten evtl. höher zu beachtende Beharrungsvermögen gegenüber Corona-Massnahmen beachten kann.
Es könnte sein, dass wir hier im Osten jetzt die erste richtige Corona-Welle haben, da es sich im Frühjahr zunächst verhalten im Westen ausbreitete, gleichzeitig aber der Osten die Corona-Massnahmen mitmachte.
Im Sommer konnte es sich unbemerkt ausbreiten, weil das Virus evtl. trotz der bislang üblichen Alltagsmasken und überhaupt in Schulen etc. um sich greifen kann.
Vielleicht nehmen Menschen es auch nur in geringem Masse auf, es verschwindet in den Zellen und kommt erst zum Tragen, wenn im Winter die Menschen anfälliger für Erkältungskrankheiten und Grippe sind?
Im Winter versterben ohnehin vermehrt alte Menschen, sterben sie nun auffällig vermehrt an Corona oder mit Corona oder auch nur daran, weil es eben gerade umläuft?
Wie sind die Gippezahlen?
Mir schien zu Beginn ein totaler Lockdown/ Grenzschliessungen sinnvoll, aber ohne Daten gesamtgesellschaftlich nicht.

Walter Bühler | Mo, 18. Januar 2021 - 12:07

die weiterverfolgt werden sollten.

Allerdings dürfen sie nicht dazu führen, dass man jetzt "DIE Ausländer" oder "DIE Tschechen" statt "DER AfD" oder "DIE Querdenker" als Sündenböcke anprangert.

Wissenschaftliche Erkenntnis ist die Suche nach bestmöglicher Problemlösung. Auch wenn sie nicht länger auf Objektivität im Sinne absoluter Wahrheit orientiert oder durch sie legitimiert werden kann. Damit wird jedoch noch lange keiner Beliebigkeit das Wort geredet. Auch wenn kein objektives Maß für beste Problemlösungen zur Verfügung steht, gibt es bewährte Kriterien gegen Beliebigkeit. Logische Konsistenz der Argumentation und Widerspruchsfreiheit der Theorie bis hin zur empirischen Überprüfung. Wissenschaftliche Erkenntnis unterscheidet sich auch von Politik oder Religion. Auch die Grenze zwischen Philosophie und Wissenschaft kann nicht einfach so aufgehoben werden.

Die Differenz zwischen wissenschaftlicher Erkenntnis und alltäglicher Praxis, so aufgeklärt-zeitgenössisch bis avantgardistisch sich das auch alles gibt, bleibt zunächst. Jedoch, wenn es einen Wirklichkeitssinn gibt, gibt es auch einen Möglichkeitssinn.

... sachlich eher zu dem Artikel über die "Wahrheit" von Herrn Hanselle (17.1.) gehört?

Bei aller Unterschiedlichkeit der Terminologie scheint mir nämlich Ihr Kommentar inhaltlich in dieselbe Richtung zu zielen wie mein Kommentar zum Hanselle-Artikel: Die Wissenschaft darf sich idealerweise nicht irgendwelchen beliebigen, subjektiven oder pseudo-moralischen Zielen unterordnen, und schon gar nicht irgend einem vordergründigen materiellen Nutzen. Wenn das Salz dumm wird, womit soll man salzen?
Oder habe ich Sie falsch verstanden?

Jürgen Lehmann | Mo, 18. Januar 2021 - 13:02

Prof. Scholz betonte, dass evidente Zahlen (noch) nicht vorhanden sind.
Letztendlich „dürften“ nicht Pendler aus Tschechien, linke Parteien, die AfD oder andere an den hohen Zahlen (übrigens in der gesamten BRD) verantwortlich sein, sondern der wirtschaftliche und produzierende Bereich.

Hier einzugreifen wäre tatsächlich - aufgrund der schwerwiegenden wirtschaftlichen Auswirkungen - nur als letztes Mittel zu sehen.
Das Gejammer nach mehr Homeoffice ist ein Beispiel dafür den wirtschaftlichen Teil zu reduzieren, was jedoch in der Summe relativ unbedeutend ist.

Notwendig wären z.B. Kontrollen nach hygienischen Zuständen in den Firmen, auf den Baustellen, in den Handwerksbetrieben etc.
Leider hat sich gezeigt, dass das Ausschlussprinzip versagt hat und kaum verwertbare Daten darüber bestehen. Als Beispiel sei hier nur die Schließung der Gastronomie genannt.

Jens Böhme | Mo, 18. Januar 2021 - 13:46

Im Dezember 2020 hatte die MV-Ministerpräsidentin Schwesig die abenteuerliche These aufgestellt, der erhöhte Inzidenzwert im virusimmunen MV (Frühling 2020) sei von Tschechien über Polen nach MV gelangt (Polen war noch offen). Die Nachverfolgung von Atemwegsviren so ist illusorisch, dass man seit vielen Jahrzehnten tödliche Grippeviren nicht mehr nachverfolgt und tausende Bürger jährlich an Grippeviren sterben lässt. Trotzdem werden zum Coronavirus abenteuerliche Erklärungen gemacht und freiheitseinschränkende Maßnahmen durchgeführt.

Heidemarie Heim | Mo, 18. Januar 2021 - 14:30

Wieder ein interessanter Gesprächspartner lieber Herr Arnold, den Sie da an Land gezogen haben;)! Prof. Dr. Scholz sah ich wenn ich mich recht erinnere auch schon in einem TV-Beitrag bzw. Interview. Ein Mann der Fakten und als medizinischer Informatiker kann ihn die steinzeitliche Datenerfassung und das Gestochere im Nebel, nichts anderes ist das bisherige Ausschlussverfahren und das Hinterherhinken bei den Sequenzierungen nur quälen;). Aber nichts desto trotz benennt er deutlich die Haken an den neuen Maßnahmen. Gerade was den Umgang und der daraus resultierende Nutzen mit FFP 2 Masken betrifft, so sie denn der CE-Prüfung standhalten, sogar in Apotheken fand man ungeeignetes Material, kann ich ihm nur zustimmen. Was naturgemäß nichts ist, was die Verordneten gerne hören. So rückständig und teilweise angreifbar die Programme der Behörden sind, machen home office eventuell schwierig. Auch Firmen haben da schon negative Erfahrungen machen müssen. Zu mehr fehlen mir wieder die Silben! MfG

Ingo frank | Mo, 18. Januar 2021 - 20:06

prasseln auf uns nieder. Dach leider fällt die Beurteilung sehr sehr schwer. Sicher sollte ein jeder seinen Kopf zum Denken benutzen und sich eine Meinung bilden. Aber auf diesem speziellen Gebiet ist es fast so wie im Fußball. Am meisten verstehen diejenigen von dem Spiel ,die noch nie gegen einen Ball getreten haben. Und derzeit werden Meinungen publiziert, die maximal einen Tag „halten“ und der nächste“ Experte „neue konträre Erkenntnisse zum besten gibt.

Letztlich wurde ich erst kürzlich belehrt, dass Höcke vor dem Thüringer Landtag Corona geleugnet hat. Da wir in Thüringen kein Industrie und keine Grenzen zu anderen Ländern haben (auch nicht zu Tschechien) wird ein Zusammenhang mit Wahlerfolgen der AfD und der hohen Coronazahlen im Thüringen hergestellt. Darauf muß man auch erst einmal kommen....

Mit freundlichen Grüßen aus der Erfurter Republik

Zsolt Öry | Di, 19. Januar 2021 - 10:59

in Sachsen aufhalten, ließe sich an der Zahl der in Sachsen eingeloggten Tschechischen Mobiltelefone ziemlich genau abschätzen. Wenn diese Zahl Tagsüber höher ist als am Abend könnte man daraus auf die Zahl der Pendler schliessen. Man wäre wohl auch datenschutzkonform, da sich aus den akkumulierten Größen kein Rückschluss auf das einzelne Individuum möglich ist. Die konkrete Telefonnummer braucht ja auch nicht gespeichert zu werden, sondern nur, ob diese aus Tschechien stammt oder nicht.