CDU-Vorsitz - Warum nicht Lammert?

Laschet, Merz, Röttgen. Diese Herren kämpfen um den Parteivorsitz. Aber sind das wirklich die geeignetsten Kandidaten? Der ehemalige Bundestagspräsident Norbert Lammert hat Erfahrung, Durchsetzungskraft und ist rhetorisch überlegen - warum also nicht er?

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Norbert Lammert, Vorsitzender der Konrad-Adenauer-Stiftung und ehemaliger Bundestagspräsident, beim 60. Geburtstag der Friedrich-Naumann-Stiftung / picture alliance

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Stefan Dietrich leitete bis 2011 das Ressort Innenpolitik bei der FAZ und lebt heute als Publizist in Celle

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Warum, zum Donner, fragt niemand Norbert Lammert, ob er für eine Übergangszeit bereit wäre, den Vorsitz der CDU zu übernehmen und der Partei, der er seit 54 Jahren angehört, aus der Patsche zu helfen? Lammert könnte das. Er genießt hohes Ansehen in der Bevölkerung und Autorität in der CDU. Er ist ein Mann von makelloser Integrität; einer, der das politische Geschäft und seine Partei wie wenige andere kennt.

Er wird nicht Kanzler werden wollen und ist gerade deshalb prädestiniert dafür, die CDU neu auszurichten und ihr bei der Suche nach einem vorzeigbaren Nachfolger zu helfen. Aber man wird ihn darum bitten müssen. Warum tut das niemand? Lammert kann besser reden als Merz, ist durchsetzungsfähiger als Laschet und allemal erfahrener als Spahn und Röttgen. Aber gibt es nicht gerade schon ein Überangebot an Kandidaten aus NRW? Das kann es ja wohl nicht sein.

Sein Name ließe Hoffnung keimen

Käme er auf die Bühne, wären es gleich weniger. Sein Name ließe aufhorchen und Hoffnung keimen, dass es für die CDU vielleicht doch noch ein Leben nach Merkel geben könnte. Bei den vier männlichen Kandidaten, die bisher die Hand gehoben haben und den vier Frauen, die jetzt unversehens ins Schaufenster gestellt werden, hat sich ein solcher Effekt noch nicht eingestellt.

Lammert ist schon oft nicht gefragt worden. 32 Jahre lang drückte er die Abgeordnetenbank, ohne je über den Status eines Parlamentarischen Staatssekretärs (in drei verschiedenen Ministerien) hinauszukommen. Weder Helmut Kohl noch Angela Merkel wollten ihn in der ersten Reihe ihrer Ministerriege sehen. Auch 2010, als Merkel händeringend einen Nachfolger für den zurückgetretenen Bundespräsidenten Köhler suchte, ließ sie Lammert links liegen und fragte Wulff.

Nervig, aber überlegen

Ach, hätte sie doch den anderen gefragt! Beide Kanzler fürchteten wohl, dass Lammert – ob als Kabinettsmitglied oder als Hausherr im Schloss Bellevue – sie rhetorisch überstrahlen und ihnen intellektuell in die Quere kommen würde. Einer wie er war als Parteisoldat nicht zu gebrauchen, wenn es um die Wahl zwischen Opportunität und politischer Notwendigkeit ging.

Das hat er als Bundestagspräsident oft genug bewiesen. Er scheute sich nicht, die Rechte des Parlaments gegenüber der Regierung und sogar das Rederecht einzelner Abgeordneter gegenüber der Unionsfraktion zu verteidigen. Mit einem Wort: Er nervte. Darum wird Merkel ihn auch jetzt nicht fragen.

Ein Mann der Pflicht und kein Parteisoldat

Lammert ist 2017, auf dem Höhepunkt seiner Laufbahn, aus der Politik ausgestiegen, ohne dass ihn jemand dazu gedrängt hätte. Ganz offensichtlich waren private Gründe dafür ausschlaggebend; der Wunsch, mehr Zeit mit seiner Frau, den vier Kindern und seinen Enkeln zu verbringen.

Sicher würde er es auch jetzt spontan ablehnen, sich noch einmal für das höchste Parteiamt in die Pflicht nehmen zu lassen, gerade weil Pflicht für ihn nie ein leeres Wort war. Die Not der CDU muss vielleicht noch größer werden und der Ruf nach Lammert müsste zu einem Chor anschwellen, damit er sich besänne. Wo bleibt der Chor?

Lammert als Retter in der Not?

Mit dem Fahrplan der gegenwärtigen Parteivorsitzenden steuert die CDU mit Sicherheit auf eine größere Notlage zu. Die Wahl ihres Nachfolgers oder einer Nachfolgerin Ende April wird die gegenwärtige Führungskrise nicht lösen, sondern vertiefen.

Der oder die neue Vorsitzende hätte weitere eineinhalb Jahre an der Seite der Bundeskanzlerin unfallfrei zu überstehen und, wenn es schlecht läuft, dabei noch den Machtkampf um die Kanzlerkandidatur gegen weitere Parteifreunde auszufechten. Diese Tortur wird keiner der jetzt angetretenen Kandidaten überleben. Norbert Lammert aber könnte der Schutzpatron sein, unter dessen Führung die CDU aus der Endzeit der Ära Merkel mit heiler Haut und einem vorzeigbaren Anwärter auf das Kanzleramt herauskäme. Also warum fragt ihn keine(r)?

Manfred Bühring | Mi, 26. Februar 2020 - 12:23

Bei allem Respekt vor Norbert Lammert, aber das kann keine Lösung sein. Er war ein sehr guter BT-Präsident. Aber die CDU braucht einen "Hardliner", der die konservativen Werte wieder glaubwürdig vertritt.

...von Merkel. Bevor sich die Unionsfraktion dazu nicht aufraffen kann, ist sowieso keine Besserung in Sicht.
Insofern ist es letztlich gar nicht so wichtig, wer der neue Vorsitzende "unter" der Kanzlerin wird. So sieht das die Verfassung zwar nicht vor, aber so ist es leider. Thüringen läßt grüßen...
Auch Merz könnte den Kurs der Partei nicht gegen den Willen von Merkel und all der unter ihr hochgekommenen Funktionäre ändern. Früher hieß so was Hofadel.
Zudem bereitet man sich längst auf die "Neue GroKo" mit den Grünen vor (oder unter ihnen...). Da ist ein Laschet viel besser geeignet. Der ist in seinen Positionen "flexibel".
Und selbst wenn Merz Kanzler würde und alle Merkelmitläufer plötzlich ihr Fähnchen nach ihm ausrichteten. Würde er die Drittstaatenregel aus GG Art. 16 durchsetzen? Die schrittweise Umwandlung der EU in einen zentralistischen, aus Brüssel und Straßburg regierten Staat abblocken?
Wohl kaum. Koste es uns Deutsche was es wolle an Wohlstand und Souveränität.

der zu seinem Wort stand, war Herr Maaßen! Er wäre es! Er weiß auch, was Recht ist.

Petra Horn | Do, 27. Februar 2020 - 10:59

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Ich habe vollsten Respekt vor Maaßen.
Er hat für das Wohl von Deutschland mehr erlitten als fast alle anderen.
Wenn die CDU Maaßen zum Vorsitzenden wählt, was sie nicht tun wird, würde die AfD in sich zusammenfallen.

August Klose | Fr, 28. Februar 2020 - 01:18

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Maaßen ist die einzige kanzlerable Persönlichkeit weit und breit. Er würde Merkel gefährlich werden.
Aber vielleicht wird es Merz und zu gegebener Zeit wird dann in den Medien irgend eine Geschicht breitgewalzt und so kurz vor knapp wird sich Merkel breitschlagen lassen, doch nochmal anzutreten. Länger als Kohl, das ist der Plan. Es geht schon lange nicht mehr ums Land.

Wozu? Um der AfD wieder Stimmen abzujagen? Das wäre vermutlich der einzige Erfolg eines solchen Hardliners.
Grundsätzlicher Stimmenzuwachs wäre dagegen kaum zu erwarten, eher im Gegenteil. Gewinne am rechten Rand der CDU würden durch Verluste links und in der Mitte wett gemacht.
Die CSU hat es gezeigt. Markiges Auftreten als bürgerliche Version der rechtsextremen AfD hat der Partei im letzten Landtagswahlkampf ein besonders mieses Wahlergebnis beschert, gleichzeit die Grünen gestärkt.

Wenn man nur die reine Stimmenarithmetik bedenkt, haben sie mit Ihrer Einschätzung vermutlich recht. Das Wichtigere ist aber, einen Kanzler zu wählen, der lebenswichtige Entscheidungen für unser Land nicht spontan und nicht aus Machtkalkül trifft, der sich nicht von hüpfenden Kindern, grünen Ideologen und Weltuntergangsprofessoren treiben lässt. Einen Kanzler, der in ausgewogener Weise Deutschland für die Anforderungen der Zukunft gestaltet und dabei Bewährtes erhält. Dafür braucht man Klugheit, Durchsetzungsvermögen und Rückgrat. Warum sollte Maaßen dafür nicht geeignet sein? Er ist ein kluger, scharfsinniger Mensch. Aber er wird in der linksverformten CDU keine Mehrheit finden,

Werter Herr Lenz,

zu Ihren Behauptungen, die ja nur die Haltung der in unseren Medien gezeigten u. verbreiteten Haltung, fällt mir ein, mich immer zu fragen WER hat ein Int. daran so, oder so zu argumentieren.

Unsere Prof. u. Journalisten sind zu mind. 2/3 (nach deren eigenen Angaben) eher links/grün verortet.

Und sie stellen zu über 90 % die Gäste aller Talkrunden u. politischer TV-Formate.
Da wundert es mich also nicht wenn einem Merz nicht viel, aber einem windelweichen Laschet viel mehr zugetraut wird.

Im übrigen hat Merz gar nicht vor der AfD nachzulaufen wie Söder es vergeblich tat.

Es reicht doch vollkommen aus wenn er hier in D wieder für recht u. Ordnung als oberste Regel sorgt u. die aktuelle Moralisierung unseres Rechtsstaats beendet.

Ich habe kein Prob. mit Schengen...WENN (endlich) die EU-Außengrenzen effektiv kontrolliert werden u. Abschiebungen stattfinden, anstatt diese nur zu verordnen.

Da Sie ja so gut wissen, das meine Behauptungen nur den Mainstream wiederholen, frage ich mich, wofür Ihre Behauptungen stehen.

Für das deutsche Volk? Sicher nicht, höchstens für einen der beiden Ränder..

Ergebnis einen gesunden Menschenverstandes? Womit Sie der großen Mehrheit in diesem Lande unterstellt, dass sie sich irrt?

Vollkommen richtig Herr Schuberth. Bei der letzten Bayerischen Landtagswahl 2018 übernahm Söder Teile der AfD-Ideologie. Er versuchte AfD-Wähler zurückzugewin-
nen. Klappte nicht.
Nun wird Söder GRÜN. "Es grünt so grün, wenn Söders Sumpfblumen blüh´n".
Sein Lehrmeister Seehofer läßt grüßen.
MfG Brigitte Simon, München

Ich stimme Ihnen zu Herr Bühring,

Lammert war in seinem letzten Amt recht gut.
Da hat er seine Stärke - der sanften Ermahnungen - gut anwenden können.

Nach dem negativen Artikel gestern über Merz u. dann heute den Lammert aus dem Hut gezaubert, kommt mir der Verdacht man will hier im Cicero den Merz unbedingt verhindern.

Warum?

all die Vorschläge der Foristen hier genau angeschaut, Herr Bühring.
Leider werden immer die gleichen "Verdächtigen" ins Spiel gebracht. Und ein eindeutiger Kandidat ist nicht auszumachen, sprich Mehrheit.
Da der Kandidat ja auch nur Übergangsweise den Posten übernehmen soll, wäre ein neutraler, unverbrauchter und unabhängiger Kandidat wünschenswert!
Mein Vorschlag wäre daher: John Bercow.
Ist z.Z. ohne feste Anstellung & sofort verfügbar.Wäre doch höchst amüsant, bei dem Hauen & Stechen bei den Kandidaten: Merz, Röttgen sowie dem Duo Laschet/Spahn ein "Order" zu hören. Die Reden, Bewerbungen und auch Pressekonferenzen der Herren, müßte wohl simultan übersetzt werden aber er könnte dann ganz neutral urteilen & "Order" erteilen.
Und er ist völlig immun, für Anweisungen der Strippenzieherin.
Davon könnte auch der jetzige Bundestags-Präsident noch was lernen! Sogar die AfD (gut zuhören Herr Lenz) würde ihm den nötigen Respekt zollen!
Salute & Order

Unser derzeitiges Problem: Wir haben zu viele Hardliner. Lammert wäre endlich wieder jemand, der das Amt tatsächlich mit Authentizität und Würde bekleiden könnte. Ein Mann, der auch überparteilich großen Respekt genießt, der nicht nur für die „konservativen“ Werte steht, sondern diese auch lebt. Toller Gedanke, toller Artikel, liebes Cicero!

Ernst-Günther Konrad | Mi, 26. Februar 2020 - 12:35

An ihn dachte ich schon öfters, blendete ihn aber aus, weil er ja seinen Ausstieg aus privaten Gründen freiwillig und ohne Druck selbst bestimmt hat.
Natürlich wäre er eine wirklich sinnvolle Zwischenlösung für die CDU, dann könnte das Kanzlerthema verschoben werden und die Bewerber müssten sich endlich frei von der Doppelfunktion CDU-Vorsitz und Kanzlerkandidat dem geneigten Wähler 2021, wenn AM nicht vorher die Segel streicht, was ich nicht glaube, mal ihre Zukunftsvisionen vorstellen und vor allem mittels Selbstreflektion die Verantwortung einer AM und der CDU klar und deutlich benennen.
Lammert genießt bei mir hohes Ansehen, war ein immer souveräner und humorvoller Bundestagspräsdent und verhielt sich gegenüber allen wirklich fair. Niemand würde sich wagen, seine Integrität anzuzweifeln und er stünde unter keinem Erfolgsdruck für ein weiteres Amt. Er könnte integrieren. Das traue ich ihm zu. Insofern vöölig einverstanden mit der Idee Ihres Artikel Herr Dietrich. Nur was sagt AM?

Stefan Bosel | Mi, 26. Februar 2020 - 13:01

Na los, jeder darf mal. Bennent noch mehr Kandidaten. Das Merkel-Prinzip: Je mehr Kandidaten für ihre Nachfolge benannt werden, desto weniger Gewicht erhält diese Wahl. Und Merz, der eigentlich wirkliche alternative Kandidat, wird neutralisiert. Je mehr Kandidaten, desto unwahrscheinlicher wird die Wahl von Friederich Merz. Merkel, im Hintergrund und an de Fäden der Macht, lacht sich kaputt, ihr Plan geht auf, Chaos entsteht und die Forderung, sie möge doch weitermachen, wird lauter werden. Denn wir wollen doch alle Stabilität. Das Paradoxon: Je mehr Kandidaten, desto instabiler das ganze System. Und genau das ist der Zweck, der Merkelschen Strippenzieherei. Also, macht nur weiter Vorschläge. Die Dummheit ist nicht aufzuhalten.

Gegen Dummheit ist kein Kraut gewachsen, weiß jede Volksmedizin ohne Anflug von Rassismus, Nazismus oder Kommunismus.

Der Ismen sind dermaßen Viele, dass Islamisten völlig natürlich "zu uns" GEHÖREN - mit dem "grünen Wunsch": Deutschland, verrecke!

Gerhard Lenz | Do, 27. Februar 2020 - 00:02

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Und was, Herr "Doktor Stockinger", hat Ihr Pegida-Geschwätz mit der Diskussion um den CDU-Vorsitz zu tun?

Schnell mal die Gelegenheit nutzen und ein wenig hetzen?

Es sind Kommentare wie Ihrer, die das Cicero-Forum in Verruf bringen. Und schlichte Gemüter dazu ermutigen, wie in Hanau das Recht selbst in die Hand zu nehmen!

Carsten Wolff | Mi, 26. Februar 2020 - 13:02

Die Vorschläge bezüglich CDU-Führung werden immer skurriler.
Norbert Lammert gehört zu den Politikern der Weichspülfraktion, die den ganzen lieben Tag nur reden, aber nichts sagen.
Er kann sich bestimmt vorzüglich mit einem Frank-Walter Steinmeier austauschen, während beide zum Nachmittagstee zusammen hocken und Belangloses austauschen..........

Bernd Windisch | Mi, 26. Februar 2020 - 13:30

Es muss schlechter werden, damit es wieder besser werden kann. Merkel hat nicht ohne Grund den Parteivorsitz abgegeben. Es war ihre einzige Möglichkeit weiter Kanzlerin zu spielen. An ihrer CDU und dem Land hat und katte Frau Merkel nunmehr rein pathologisches Interesse. Ihre verquaste Flüchtlingspolitik hat das Land und die Partei tief gespalten. Die CDU muss in die Opposition und Deutschland braucht dringend Rot – Rot – Grün. Beide werden erst dann erkennen was in den letzten Jahren verspielt worden ist. Leider!

Heidemarie Heim | Mi, 26. Februar 2020 - 13:30

Weil es von ganz unten bis ganz oben in die Spitze nur "kleinkarierte" Charakter gibt, die wie Sie selbst sagen in Ihrem Beitrag Herr Friedrich, eine Auseinandersetzung mit einem scheuen. Nämlich zuzugeben was durch eigenes Versagen oder opportunes Verhalten entstand und das "Nerver" wie Prof. Lammert ihnen diese Form der Kleingeistigkeit frank und frei bescheinigen könnte. Sie haben völlig recht damit das ein Mann wie er nicht zum folgsamen Parteisoldaten taugt, wie sie Regierungschefs nun mal gerne um sich scharen mit der Absicht dem eigenen Intellekt
mehr Glanz zu verleihen. Doch auch er hat zum freiwilligen Ende seines politischen Wirkens eine
m.E. leider kurzsichtige Entscheidung getroffen, die zumindest bei mir persönlich zwiespältige Gefühle bzw. Zweifel an seiner Neutralität entstehen ließen. (Regelung Alterspräsident, Eröffnung des Parlaments und somit der Beginn der bis heute geltenden Ausgrenzungsmechanismen und ihrer Folgen bis in die Wählerschaft hinein). MfG

gabriele bondzio | Mi, 26. Februar 2020 - 13:41

Das Verhältnis von Lammert und Merkel galt als angespannt . Da sie ihn ein paar mal das Amt als Bundespräsidenten vermasselt habe und auch den Vorsitz der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung lieber Schavan zugeschanzt hätte.
Aber warum sollte er sich das antun, noch einmal mit Merkel in den Ring zu steigen?
Lammert ist 72 Jahre und bestimmt nicht ohne Grund aus der aktiven Politik ausgestiegen.
Sind sie sich auch sicher, Herr DIETRICH, dass Frau Merkel...gesetzt Lammert " kam, sah, siegte", die Wahl ihre Gültigkeit hat? :-)

Sehe ich genauso wie sie Frau Brodzio ,warum sollte er sich so einen Job antun wollen der Herr Lammert . Zu mal die lähmende Merkel Energie die CDU fest im Griff hat. Einen Anfang ,wenn’s noch einen Gibt für die CDU gibt erst nach dem Abschied von Frau Merkel aus der aktiven Politik.

Wilfried Nauck | Mi, 26. Februar 2020 - 14:56

Ich musste kurz überlegen, warum ich strikt gegen den Vorschlag Lammert bin: Weil Lammert Frau Steinbach bei ihrem Abschied aus dem Bundestag übelst behandelt hat. Er hat ihr das Wort entzogen und sie scheinheilig belehrt, die Abgeordneten seien nur ihrem Gewissen verpflichtet. Dabei weiss jeder politisch Interessierte, dass die Abgeordneten ausser ihrem Gewissen der Fraktionsdisziplin, dem Schielen auf einen künftigen Listenplatz, dem Schielen auf Muttis Gnade, dem Schielen auf BamS und Glotze, dem Schielen auf einen schönen Job in der Wirtschaft usw. usw. verpflichtet sind. Nach diesem Vorfall war der Mann für mich erledigt.

mario felizzi | Mi, 26. Februar 2020 - 14:58

Warum nicht Schäuble, oder vielleicht doch Merkel?
Es ist Zeit für Aufbruch und Erneuerung der CDU!

Martin Hofmann-Apitius | Mi, 26. Februar 2020 - 15:27

Ich fürchte, in einer Welt, die rasant durch Digitalisierung und Artificial Intelligence bestimmt wird, ist ein Jurist vollkommen fehl am Platze. Zumindest, wenn er - wie ich das bei Norbert Lammert erlebt habe - über "autonome Systeme" spricht (bei einem Symposium zur "Roboter-Ethik") und damit ein juristisches Konzept meinte .... unter kompletter Verkennung der Semantik dieses Ausdruckes in der Informatik.

Der Mann hat erkennbar weder von Wirtschaft, noch von Technologie eine Ahnung. Wie man mit solchen Leuten "Zukunft gestalten" möchte, bleibt mir unverständlich. Ich rede dabei nicht von Detailwissen, sondern von einem grundlegenden Verständnis der modernen Welt.

Brigitte Simon | Do, 27. Februar 2020 - 17:09

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In Lammert steckt keine Obejektivität, kein Gerechtigkeitssinn, mir fehlt seine Humanität. Seine- oft anzüglichen - Späße waren für mich nicht zum Lachen. Lammerts 2014 eigenständige Einladung Biermanns zur Feierstunde des Mauerfalls
vor 25 Jahren war ein Affront. Wie zu erwarten verunglimpfte Biermann die Feierstunde mit Verbalattacken. Lammert war zu schwach, diesen Mann zu stoppen.
Lammerts Arroganz und Selbstbeweicherung veränderte seine Person in keine Persönlichkeit. "Unpersönlichkeiten" sowie die Unperson Angela Merkel demontier-ten Deutschland zu dem was es jetzt ist: "Gespalten".
Einen erneuten Lammert dürfen wir unserem Land nicht erneut zumuten und aufbürden.

Hubert Sieweke | Mi, 26. Februar 2020 - 18:38

ein lieber Merkelfreund, der ohne Sie nichts geworden wäre. Er trat immer als Revierkumpel aufm obwohl er seit Jahrzehnten am Bodensee eine nette Villa hat.
Der Mann hat sicher Fähigkeiten, aber nicht die eines Kanzlers oder eines Vorsitzenden. Er ist eher Platzanweiser und Klugredner, hat NIE Kritik bekommen. Er hat seine langjährige Kollegin Fr Steinbach über beleidigt, nur um das Wohlwollen der Kanzlerin er erhaschen. Ne, lassen Sie den bitte am Bodensee.

Hubert Sieweke | Mi, 26. Februar 2020 - 18:41

Peter Altmeier kommt, wäre die Riege voll, oder vielleicht Hans im Glück aus der Provinz. Strobl wäre sicher auch noch ein netter Kandidat, der vor Kraft kaum laufen kann. Oder die Weinkönigin!

Bernd Muhlack | Mi, 26. Februar 2020 - 20:20

Gregor Gysi parliert im BT; ein genialer Redner, sehr viel Humor!
"Wie krieg ich denn das Mikro auf meine Höhe?
Also tiefer!"
Er und Norbert Lammert waren wie Waldorf & Stattler bei der Muppet-Show!
Ich habe oft laut gelacht!
"Zwischenfragen immer, aber halten Sie bitte die Zeit an!"
"Herr Abgeordneter Dr. Gysi, für Sie mache ich alles!"
Grinsend lehnt er sich zurück.

Bei Interesse einfach die zwei Jungs gugeln!
Dat lohnt sich!

Lammert als CDU-Chef?
Vorsitz bei der Konrad-Adenauer-Stiftung ist doch ein wahrhaft toller Job!
Lammert sowie Bosbach waren die "good cops", Pofalla sowie Tauber die "bad cops"

Lammert hat mich zum Ende seiner Präsidentschaft sehr enttäuscht.
Ich bin bei Leibe kein Fan von Erika Steinbach, jedoch war das Verhalten Lammerts ob ihrer letzten Rede im BT "suboptimal".

Und nach "EHE FÜR ALLE!" wurde locker das "NetzwerkDG" beschlossen, obwohl der BT gar nicht mehr beschlussfähig war!

Lammert kann Skat spielen, ich auch, hätte Zeit!

Norbert Blüm als 3. Mann???

R.Schmidt | Mi, 26. Februar 2020 - 21:50

Die Frage "Warum nicht Lammert?" habe auch ich mir schon oft gestellt, aber das schon vor vielen Monaten! Doch Bundestagspräsident LAMMERT, der Mann mit der geschliffener Rhetorik und der feinen Ironie, scheint mir nicht der Typus Mensch zu sein, der sich am Ende des Tages als Bundeskanzler nachhaltig durchsetzen könnte. Er scheint sich auch selbst nicht für dieses Amt gerüstet zu sehen, sonst hätte er doch alle Möglichkeiten genutzt, Medien und Kollegen auf seinen Namen zu lenken.

Ernst-Günther Konrad | Do, 27. Februar 2020 - 07:12

und die einzelnen Kommentare hier lese. Egal, wer da noch als Kandidat kommt, damit ist Merkel aber noch nicht weg. Viele Kandidaten, viel mediales Geschrei, wahrscheinlich dreckige Wäsche waschen, Frontenaufbau bzw. vorhandene Fronten stärken und bei alledem, kommt Merkel erstmal so nicht vor. Die Meisterin der Strippenzieherei, ich traue ihr nicht weiter, wie ich sie sehe. Ich sitze allein hier vor dem PC.
Nach wie vor bleibt das ungute Gefühl, sie könnte jemand aus dem Ärmel ziehen oder eben, ich hoffe sehr das dies nicht eintrifft, sie könnte nochmal selbst in den Ring steigen, weil es ja sonst keiner kann. Die Medien sprechen zwar vorsichtig von Nach-Merkel-Ära und davon, sie müsse/sollte abtreten, vielleicht auch früher. Niemand aber tritt offen und klar ihrer Politik und den Merkelianern entgegen. Solange Merkel im Amt ist, wird sich nichts ändern. Noch ist kein Vorsitzender gewählt, schon gar nicht Kanzlerkandidat. 2021 kommt der Wähler ins Spiel und der mag CDU nicht mehr.

Petra Horn | Do, 27. Februar 2020 - 11:02

besteht zum größten Teil aus Schwurbeln.
Auf einem höheren Niveau als Merkel, zugegeben, aber sein Mäntelchen ist konservativer und moralischer als seine Substanz.
Und daß er die Änderung zum Alterpräsidenten vor der letzten Bundestagswahl durchgezogen hat, hat ihn völlig demaskiert.

Romuald Veselic | Do, 27. Februar 2020 - 11:47

durch neu gemischten Sitzungsregeln, dass der älteste Abgeordnete, die erste Rede hält, wenn sich BT neu konstituiert. Weil er schon früher sich ausrechnete, dass es ein AfD Mensch wird.
Perfid und fies, weil es nicht in das Denken diesen Menschen, und Mitläufer passte. Lammert leidet unter dem gleichen Syndrom, wie Angela M. Er ist für mich eine politische No-Go-Person.