Bodo Ramelow - Päpstlicher als der Papst

Lässt sich die CDU in Thüringen doch auf eine Koalition mit der Linken ein? Dass Ministerpräsident Bodo Ramelow nicht müde wird, sein Christsein zu betonen, hat die Hemmschwelle für eine Regierung mit der Linken erheblich gesenkt. Doch wie christlich ist Ramelow wirklich?

31.10.2018, Thüringen, Lauscha: Bodo Ramelow (Die Linke), Thüringens Ministerpräsident, hält ein Grußwort beim Gottesdienst in der Stadtkirche. Das im Jugendstil erbaute Gotteshaus wurde am 17. September 1911 eingeweiht. Am Reformationstag werden die in den vergangenen vier Jahren restaurierten und instandgesetzten Fenster mit einem Dankeschön-Gottesdienst vorgestellt.
Der Prediger im Politiker: Bodo Ramelow / picture alliance

Autoreninfo

Dr. Hugo Müller-Vogg arbeitet als Publizist in Berlin. Der gebürtige Mannheimer war von 1988 bis 2001 Mitherausgeber der F.A.Z. Sein aktuelles Buch „Wolfgang Bosbach: Endspurt. Wie Politik tatsächlich ist – und wie sie sein sollte” ist im Herbst 2016 erschienen.

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Hugo Müller-Vogg

Kein anderer Politiker setzt seine religiösen Überzeugungen so penetrant beim Polit-Marketing ein wie der Linke Bodo Ramelow. Nach einer Privataudienz bei Papst Franziskus vor drei Jahren schwärmte der Protestant von dem Gefühl, „dass sich zwei Herzen berühren“. Ramelows demonstrative Bekenntnisse, ein zutiefst gläubiger Christ zu sein, kommen bei seiner eigenen Partei nicht immer gut an, halfen ihm aber zweifellos bei der Positionierung als über den Parteien schwebender Landesvater. 

Damit hat er Erfolg gehabt, und was für einen. Seine rot-rot-grüne Koalition hat im Thüringer Landtag zwar keine Mehrheit mehr. Aber die 31,0 Prozent für ihn und die Linkspartei sind ein beeindruckendes Ergebnis. Ein noch größerer Erfolg ist, dass Ramelow in den meisten Medien als ein verhinderter Sozialdemokrat dargestellt wird, dem die CDU aus moralischen Gründen unbedingt zur Wiederwahl als Regierungschef verhelfen müsse. Typisch, dass selbst die Frankfurter Allgemeine ihn hymnisch zum „evangelischen Christen mit bürgerlichem Habitus“ hochjubelt. 

Ein Gutmensch per Definition 

Für Kommunikationswissenschaftler lohnte es sich, die Schaffung der Marke des „Christen Ramelow“ einmal genauer zu studieren. Was für ein Stoff für Masterarbeiten! Jedenfalls hat der ehemalige Funktionär seiner innerhalb des DGB links außen angesiedelten Gewerkschaft Handel, Banken und Versicherungen (HBV / gehört heute zu Verdi) zielstrebig an dem Image vom guten Christenmenschen gearbeitet. Als er 2005 von der Stuttgarter Zeitung gefragt wurde, warum er sein Glaubensbekenntnis so ostentativ betone, antwortete er sehr offen: „Ich betone meine evangelische Bindung so stark, weil ich damit in Kombination mit meinem Parteibuch – das eine Rückbindung an die SED hat – eine Provokation bin.“ 

Das mag auf manche seiner Parteigenossen –  mit und ohne Verstrickung in das kirchenfeindliche SED-Regime – provozierend gewirkt haben. Für Ramelow war es jedenfalls das ideale Marketinginstrument auf dem Weg zum Image eines per Definition guten Menschen. Als Bundespräsident Joachim Gauck vor Ramelows erster Wahl zum Regierungschef die Frage nach der Vertrauenswürdigkeit der PDS angesichts ihrer SED-Vergangenheit stellte, regierte Ramelow empört: Gauck spreche ihm das Recht ab, Christ zu sein. Was Ramelow dabei wohl nie bedacht hat: Sich als Christen zu bezeichnen, ist keine Garantie für gottgefälliges oder wenigstens halbwegs anständiges Handeln. Das dürfte selbst Ramelow mit Blick auf Diktatoren wie Franco oder Pinochet nicht bestreiten.

Strategische Glaubensbekenntnis

Ramelow trägt sein Christsein wie eine Monstranz vor sich her, viel plakativer als selbst jene Unionspolitiker, die sich überhaupt noch auf das „C“ beziehen. Damit eckt er als Linker in unserer „Anything goes-Gesellschaft“ nicht an. Ob Christ, Veganer oder Transvestit – who cares? Ramelows Glaubensbekenntnis ist gleichwohl von strategischer Bedeutung. Es hilft, die Linke als „SPD vor Hartz IV“ zu verkaufen, wie der Thüringen-Korrespondent der FAZ kürzlich jubelte. 

„Wie die SPD vor Hartz IV“? Diese Charakterisierung setzt Ramelows Linke gleich mit der fest in der Mitte verankerten, pragmatischen Schröder-SPD vor 2003. Noch schöner hätten sich das selbst Ramelows Werbestrategen nicht ausdenken können. In den meisten Medien hat sich dieses Bild verfestigt, ja, so wird es ständig ausgemalt. So drängt der publizistische Mainstream fast schon penetrant darauf, die CDU solle gefälligst den guten Ramelow unterstützen oder wenigstens tolerieren. Bei der Süddeutschen gipfelte dieser Wunsch in der Parole „Die Linke wird gebraucht“. Was unwillkürlich zu der Frage führt, ob Deutschland vielleicht gar keine richtige Demokratie mehr wäre – ohne eine starke Linke? 

Christsein als PR-Strategie? 

Ob Ramelow das alles so geplant hat? Falls ja, wäre er ein Marketing-Genie. Jedenfalls hat er, was die Selbstvermarktung angeht, nichts falsch gemacht. Freilich hat er dabei auch das Glück, dass Politiker am linken Rand von den meisten Medien viel nachsichtiger und milder behandelt werden als die vom anderen Rand des politischen Spektrums. Über Ramelows Vergangenheit in Hessen ist wenig recherchiert und berichtet worden. Damals, in den 1980er-Jahren fiel er weniger durch christliche Bekenntnisse als durch eine gewisse Nähe zu der von Ostberlin finanzierten Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) auf. Mitglied war er nie; dafür war er mit Blick auf seine Gewerkschaftskarriere zu schlau. Doch als er 1982 heiratete, veröffentlichte er seine Hochzeitsanzeige – nach allem was man weiß – nicht in einem Kirchenblatt, sondern in der UZ, dem Blättchen der westdeutschen Kommunisten. Denn offenbar war Ramelow sich sicher, dass über diese DKP-Zeitung mehr Freunde, Bekannte und Gesinnungsgenossen von seinem privaten Glück erfahren werden als über jede andere Publikation. 

Das alles war einmal. Heute bescheinigt selbst Altbundespräsident Gauck dem thüringischen Ministerpräsidenten, „nicht als Radikaler aufgefallen“ zu sein. Das Bibelwort „Dein Glaube hat Dir geholfen“ bekommt da eine ganz neue Bedeutung. Oder um die Zeit nach Ramelows Papst-Audienz zu zitieren: Der Linke-Ministerpräsident „vermag seinen Glauben mit politischem Gewinn zu bewirtschaften.“ Da kann man nur Amen sagen. 

Heidemarie Heim | Mo, 18. November 2019 - 17:11

Und über jetzt schon vorhandene Koalitionsbündnisse salonfähig geschrieben. Was noch fehlt zum Glück ist eine direkte Koalition wie in Thüringen zwischen Rot und Schwarz unter der Führung von Rot. Der Verweis auf den Christen und nicht ganz so roten Herr Ramelow ähnelt der Vorgehensweise damals in BW, wo man die CDU mit dem Verweis auf den nicht ganz so grünen wie jovialen Herr Kretschmann in eine untergeordnete
Rolle drängte. Über Länderregierungen hinaus sichert man sich letztendlich so eine weitere Option zur Erlangung von Regierungsmehrheiten im Bund. Union, Grüne und Die Linke wären doch mal was ganz Neues auf dem Experimentierfeld BRD. Also haut weiter in die Tasten Süddeutsche, FAZ & Co.! MfG

Nach allem, was die Öffentlichkeit heute über Bodo Ramelow, den thüringischen Ministerpräsidenten, weiß, ist Ramelow ein politischer Mensch ohne Fehl und Tadel. Bis jetzt jedenfalls.
Deshalb empfinde ich es immer als etwas schofelig, wenn Journalisten wie Herr Müller-Vogg versuchen, den genannten Ministerpräsidenten nicht mit Ruhm, sondern mit Schmutz zu bekleckern.
Auch Herr Müller-Vogg zählt zu denjenigen, die der Partei Die Linke, der auch Ramelow angehört, nur Schlechtes nachsagen und kein gutes Haar an ihr lassen.
Wo sind denn die Kritikpunkte, die von anderen politischen Personen oder Gruppierungen als frevelhaft oder verwerflich angeprangert werden?
Selbst im "Kommunistischen Manifest" der sozialistischen Vordenker Karl Marx und Friedrich Engels finden sich kaum Passagen, die von wirklichen Demokratinnen und Demokraten nicht unterschrieben werden könnten.
Deshalb wünsche ich Bodo Ramelow als thüringischem Landesvater alles Gute und eine erfolgreiche Überzeugungsarbeit.

Meine Kritik bezog sich weniger auf Herrn Ramelow, der berücksichtigt man sein Wahlergebnis, laut einem Drittel der Thüringer bisher eine anständige Landespolitik machte. Was das bewusste oder unbewusste einsetzen oder profilieren mittels Glaubensbekenntnis betrifft, so kann es jeder halten wie er möchte. Persönlich finde ich das gleich welcher Glaube aus der politischen Bewertung herausgehalten werden sollte. Zumal es aktuell Christen und Kirchen gibt, die öffentlichkeitswirksam Teile der Gesellschaft aufgrund ihrer "Fehl-Wahl" oder Parteiangehörigkeit aus der Gemeinschaft der Gläubigen ausschließen. Wo bleibt da die Toleranz bzw. wo bleibt da die Solidarität von Mitgläubigen wie auch Herr Ramelow? Aber um auf den Punkt zu kommen. Meine Kritik gilt mehr dem Aufweichen aller bestehenden Bestandsregeln und damit das Abschaffen jeglicher "Wählerorientierung" .Teils um eine Einheitsfront gegen die AfD zu bilden, teils um Macht zu erhalten. Ein m.E. demokratieschädliches Vorgehen! MfG

Wie kann man der Partei Die Linke "nur Schlechtes nachsagen und kein gutes Haar an ihr lassen"? Diese Partei ist Rechtsnachfolgerin der SED https://www.welt.de/politik/article3649188/Die-Linke-Wir-sind-Rechtsnac… . Hat diese Partei sich jemals zu ihrer Verantwortung bekannt oder ihre Vergangenheit aufgearbeitet? Hat sie sich jemals für ihre Verbrechen bei den Angehörigen der Opfer öffentlich entschuldigt oder jemand entschädigt? Natürlich hat sie nichts davon getan und wenn man das Parteiprogramm der Linkspartei liest, stellt man fest, dass der Grossteil von dem, was diese Partei plant, schon in der DDR grandios gescheitert ist. Herr Ramelow weiss das alles sehr genau und es stört ihn nicht. Welche Passagen im Kommunistischen Manifest meinen Sie, die von "wirklichen Demokratinnen und Demokraten" unterschrieben werden könnten. Sind es die, wo die beiden "Vordenker" Marx und Engels von Diktatur und bewaffnetem Klassenkampf schwärmen?

Yvonne Walden | Mi, 20. November 2019 - 15:42

In reply to by Dennis Staudmann

Das Kommunistische Manifest ist in einer Zeit entstanden, in der Bourgeois und Proletarier unversöhnlich gegenüberstanden.
Die erstgenannten hatten aufgrund ihres Produktivkapitals wirtschaftliche und gesellschaftliche Macht, während die letztgenannten, also die Proletarier (heute würden wir formulieren "besitzloser Mittelstand").
In Frankreich schlossen sich die Kommunistinnen und Kommunisten an die Sozialistisch-demokratische Partei" an, also ein Organisation mit demokratischen Grundstrukturen (S. 73 der 2009 im Anaconda Verlag, Köln, erschienenen Ausgabe).
In Deutschland kämpfte die Kommunistische Partei, sobald die Bourgeoisie revolutionär auftrat, gemeinsam mit der Bourgeoisie gegen die absolute Monarchie, das feudale Grundeigentum und die Kleinbürgerei (S. 73-74 ebenda).
Allerdings läßt sich über die Wortbedeutung von "Demokratie" trefflich streiten, allein wenn wir in die USA schauen. Eine Demokratie-Definition würde allerdings zu weit führen.

... allen voran das ZDF ... "mit dem Zweiten sieht man besser" (obwohl ich noch nie kapiert habe, dass man mit zugehaltenem Auge besser sieht; ich würd es eh umdeuten: "... kapiert man's vielleicht schneller" (...was beabsichtigt ist):
Da gab es schon am Wahlabend einen Koalitions-"Balken" bzgl. Linke, aber nicht AfD, obwohl die CDU vorab ganz klar eine Koalition mit einen der BEIDEN "radikalen Parteien" AUSGESCHLOSSEN hatte...

hat in Deutschland Konjunktur.
Nicht nur Ramelow profitiert davon, sondern die Kanzlerin (aus einem kommunistisch-protestantischen Elternhaus stammend) praktiziert es seit Jahren und die Grünen (Göring-Eckardt!) reiten erfolgreich auf derselben Welle.
Doch dieses „Christentum“ ist so
weit von Jesus und seiner Lehre
entfernt wie die Erde vom Himmel.
Es ist eine innerweltliche Heilslehre, bei der nicht Gott, sondern der Mensch entscheidet,
was getan werden muss bzw. was
richtig ist.
Daß sich Grüne, Linke und ihnen hinterherhechelnde Merkel-CDU-ler dabei auf Christus u. Gott berufen, ist reinste Blasphemie - sonst nichts. Bekennende, echte Christen müssen sich mit aller Kraft dagegen verwahren.
Falsche Propheten gibt es heute mehr denn je - sie tummeln sich besonders in den etablierten Kirchen, deren oberste Vertreter täglich ihren Herrn verraten.
Wahrer Glaube wird aber auch die
Jetztzeit überstehen - das ist meine Überzeugung. Er gründet in
den Seelen Weniger.

...gegen den Rest der Welt. Dabei haben Vertreter aller Glaubensrichtungen, die jüdische eingeschlossen, eindeutige Position zur AfD bezogen - die sie als zutiefst unchristlich ablehnen.
Liebe Deinen Nächsten? Sich für den Schwächeren einsetzen? Für Verfolgte (Flüchtlinge) eintreten?
Bei der AfD ist N I C H T S davon zu finden - im Gegenteil: Der Schwächste kann gar nicht schwach genug sein. Selbst der, der alles auf der Flucht verloren hat, ist nicht davor geschützt, von der AfD (verbal) noch getreten zu werden. Zitat: Messerimporte und Taugenichtse. So geht wohl Christentum nach Lesart der Alternative für Deutschland.

Gerhard Lenz | Mi, 20. November 2019 - 15:51

In reply to by Albert Schultheis

kann es sein, dass Sie noch nicht mitbekommen haben, dass die Dame nicht nur AfD-Mitglied, sondern auch Unterzeichnerin des Stuttgarter Aufrufs ist, mit dem Unterzeichner sich auf die Seite der Radikalen in der AfD geschlagen haben - und entsprechend liest sich (fast) jeder ihrer Kommentare.

Sehr geehrter Herr Lenz, nahezu jeder Satz von Ihnen ist unhaltbar. Vertreter der jüdischen "Glaubensrichtung" haben die AfD als "unchristlich" abgelehnt? Köstlich.
Aber zum Kern: Wenn Sie sich einmal damit befassen würden, was das "Liebe Deinen Nächsten wie dich selbst" im historischen Kontext meinte, v.a. wer unter "Nächster" subsumiert ist und wer nicht, würden Sie mitbekommen, wie "unchristlich" - im Sinne dessen, was vor 2000 Jahren damit gemeint war - die heutige (=Ihre) Interpretation ist. Ca. 1/3 der Migranten werden als Flüchtling anerkannt, ca. 2% bekommen Asyl nach dem Asylparagraphen des GG. Schauen Sie ins Programm der AfD, was dort zu diesen Flüchtlingen steht.

Gerhard Lenz | Mi, 20. November 2019 - 15:53

In reply to by dr. michael ku…

z.B. die jüngsten Äußerungen des Präsidenten des Zentralrates der Juden. Dass Sie jetzt versuchen, christliche Nächstenliebe im Sinne der AfD-Ideologie umzubiegen, ändert nichts.
Für viele Gläubiger aller in Deutschland vertretenen Religionen ist die AfD schlicht inakzeptabel.

Hanfried Maier | Mo, 18. November 2019 - 17:31

Religion kann, ebenso wie ein guter Stil, Menschlichkeit, aber auch ein asozialer Charakter als Motivation für politisches Handeln dienen.

Zur Ableitung von Handlungsanweisungen ist sie, wie alle Wahnvorstellungen, nicht tauglich.

PS Welche Motive der aktuellen Politik zugrunde liegen muss jeder selbst fragen. Guter Stil, gehört jedenfalls nicht dazu.

Gerhard Schwedes | Mo, 18. November 2019 - 18:59

Ramelow ist wie der Kretschmer der Grünen. Linken wie Grünen eilt der Verdacht voraus, zumindest nicht ganz ungefährlich zu sein. Ergo tut es gut, diesem Image den Zahn zu ziehen. Mit altväterlichem und konservativem Habitus der Kretschmer in BW, Ramelow mit Kreuz und Dackel in Thüringen (Fotografie zeigt ihn mit Dackel beim Sonntagsnachmittagsspaziergang). Beides ist tiefenpsychologisch, ja fast mag man die Vokabel "archetypisch" gebrauchen, ein durchschlagender Erfolg. Beide erinnern an den Frosch, der sich als Prinz entpuppt oder an den gefürchteten Rübezahl, der den Armen nur Gutes will. So hat es der Ex-Kommunist Kretschmer trotz Frühsexualaufklärung an Grundschulen geschafft und sogar noch ein bis zwei Nachfolger in seiner Partei kreiert: Boris Palmer und letztendlich auch den Kinderbuchautor Habeck. Solchen Menschen traut man einfach zu, gute Menschen zu sein. Und - fast hätten wir es vergessen - auch die ehemalige Mutti Merkel hat es mit Eia-Popeia ganz weit gebracht.

Ich denke Sie haben da die beiden Kretschmer (CDU in Sachsen) und den Grünen Kretschmann (in BW) verwechselt.

Den Erfolg den Sie den Bildern des ach so biederen u. bürgerlichen Herrn Ramelow zuordnen traue ich nicht.

Er hat einfach Glück gehabt, dass die CDU-MP zuvor so schlechte (teils Bundes-)politik gemacht haben.

Gerhard Schwedes | Mo, 18. November 2019 - 19:02

Ramelow ist wie der Kretschmer der Grünen. Linken wie Grünen eilt der Verdacht voraus, zumindest nicht ganz ungefährlich zu sein. Ergo tut es gut, diesem Image den Zahn zu ziehen. Mit altväterlichem und konservativem Habitus der Kretschmer in BW, Ramelow mit Kreuz und Dackel in Thüringen (Fotografie zeigt ihn mit Dackel beim Sonntagsnachmittagsspaziergang). Beides ist tiefenpsychologisch, ja fast mag man die Vokabel "archetypisch" gebrauchen, ein durchschlagender Erfolg. Beide erinnern an den Frosch, der sich als Prinz entpuppt oder an den gefürchteten Rübezahl, der den Armen nur Gutes will. So hat es der Ex-Kommunist Kretschmer trotz Frühsexualaufklärung an Grundschulen geschafft und sogar noch ein bis zwei Nachfolger in seiner Partei kreiert: Boris Palmer und letztendlich auch den Kinderbuchautor Habeck. Solchen Menschen traut man einfach zu, gute Menschen zu sein. Und - fast hätten wir es vergessen - auch die ehemalige Mutti Merkel hat es mit Eia-Popeia ganz weit gebracht.

Rob Schuberth | Mo, 18. November 2019 - 19:45

Alle was jemand so dermaßen in den Vordergrund rückt ist m. E. unglaubwürdig.

M. E. buhlt Herr Ramelow zwar um die Gunst der CDU, resp. v. Herrn Mohring, aber es wird ihm dennoch nichts nützen.

CDU u. Linke passen eben nicht zusammen.

Maria Fischer | Mo, 18. November 2019 - 20:35

Danke
"Welch Ende wird das nehmen?"
Vieles "ist faul im Staate D..."

gabriele bondzio | Mo, 18. November 2019 - 21:18

Ein Christ als Kommunist ist irgendwie,in meinen Gedanken,eine völlig unglaubhafte Nummer. Marx hat ja recht deutlich gesagt,dass Religionen Opium für Volk sind. Atheismus war eine der allmächtigen Wahrheiten seiner Weltanschauung. Der einzige Zusammenhang,den ich sehe. Ist das Versprechen auf der Seite der Armen/Ausgebeuteten zu stehen. Aber wie die Geschichte gezeigt hat,ist es bei beiden Weltanschauungen ein eher vages Versprechen geblieben.Im Grunde legen sich Politiker auch gern ein gewisses Image zu, welches gut in die jeweilige-politische Landschaft passt. Ramelow scheint hier Geschick zu haben. Mir geht jedoch die Freizügigkeit jedes Jahr 30tausend neue Migranten ins Land zu holen und selbst kriminelle Migranten nicht abzuschieben,viel zu weit. Eingedenk der Tatsache, dass hierdurch die eigene Bevölkerung vielen Gefahren ausgesetzt wird und es im Land selbst noch 56tausend (Stand Oktober)Arbeitslose gibt. Der Trend alles Fremde ist besser,egal was kommt, ist mir suspekt.

Michaela Diederichs | Mo, 18. November 2019 - 21:56

Man merkt die Absicht und ist verstimmt und ist doch gespannt, wie weit die CDU in ihrem Wahn geht. Wenn ihr die Linke einen so Christlichen serviert, ist das doch eine Koalition wert, oder?

Günter Johannsen | Di, 19. November 2019 - 00:53

Sollte man die "Schauspielkunst" der Linken ernst nehmen? Ich denke eher nicht … Für Marxisten ist gemäß ihrer Pseudo-Religion folgerichtig, dass im „realen Sozialismus“ die Kirche nur ein unliebsamer Staat im Staate ist und als Solcher Klassen- und Staatsfeind Nummer Eins.
Die SED-Staatsreligion „Marxismus-Leninismus“ konnte und kann also keine andere Religion neben sich dulden: „du sollst keine anderen Götter haben neben mir!“ Und so war all ihr politisches Bestreben darauf ausgerichtet, die Kirchen klein zu machen, als ewig gestrig und mittelalterlich darzustellen und somit ein für allemal zu zersetzen (O-Ton Stasi). Inzwischen mussten die Kommunisten notgedrungen lernen, dass sie zum "Wolf im Schafspelz" werden müssen … und zwar solange, bis sie die Allmacht zurückerobern. Dann zeigen sie wieder ihr wahres Gesicht auch gegenüber den Christen, so wie es ihre Jugendorganisation FDJ-Antifa schon jetzt ohne Hemmungen praktiziert … !!

Albert Schultheis | Di, 19. November 2019 - 01:17

Wenn Bischöfe ihr Kreuz ablegen und Kommunisten es sich umhängen, dann ist was faul im Staate Dänemark.

Susanne Dorn | Di, 19. November 2019 - 04:39

...CDU/CSU/SPD/GRÜNE/SED/FDP wählt, bekommt den Kulturmarxismus!!! Unterdrückung, Ausbeutung, Kontrolle, Denunziation, Indoktrination, Unfreiheit, Meinungsterror, Gesinnungsdiktatur, physische und psychische Zerstörung anders Denkender.

Auch die CDU ist KEINE bürgerliche Partei mehr!

Wollen wir wirklich die brutale Zerstörung unseres bisherigen Lebens, unserer Kultur, unserer Heimat, Europas?

Ich definitiv nicht!

Bitte denken Sie darüber nach! Ein Bisschen gibt es nicht. Entweder Kulturmarxismus = Umsturz oder Marktwirtschaft und Freiheit.

Genau so ist es. Nur die Mehrheit in Deutschland glaubt auf der Seite des "Guten" zu sein. Hilfe.. .

Norbert Heyer | Di, 19. November 2019 - 06:42

Die CDU in Thüringen arbeitet emsig daran, Herrn Ramelow als durchaus akzeptablen Koalitionspartner zwischen zwei eigentlich völlig anders gepolten Parteien darzustellen. Wenn es tatsächlich zu einer Koalition und/oder einer Tolerierung kommen sollte, wäre höchstwahrscheinlich auch das Sorgenpaket AKK Geschichte. Sie hat sich ja eindeutig positioniert und wird in diesem Fall zurücktreten müssen. Selbstverständlich kann man gleichzeitig Christ und Kommunist sein, schließlich gibt es innerhalb der Kirchen soziale Strukturen mit linken Tendenzen. Aber - wenn eine Partei wie die CDU alle Masken fallenlässt - wird sie dafür einen ganz hohen Preis zahlen. Anscheinend verschwimmen sämtliche Gegensätze in den bisher unterscheidbaren Parteien, um eine allumfassende Wagenburg gegen die AfD zu errichten. Das man damit eine Rückbesinnung auf die ehemalige DDR herbeiführt, scheint den Akteuren nicht bewusst zu sein, oder sie wird ausdrücklich gefördert. Zurück zu den Wurzeln allen Übels - Wende 2.0

Klaus Peitzmeier | Di, 19. November 2019 - 07:27

Herr Ramelow sollte es mal nicht übertreiben mit seiner demonstrativen zur Schau Stellung seines Glaubens. Das sollte eigentlich Privatsache sein u so wird das üblicherweise auch in der LINKEN Partei angesehen (hoffe ich jedenfalls).
Auch in Thüringen gilt die klare Trennung von Staat u Kirche. So wie Herr Ramelow sein Christsein betont, kann es auch als übertriebene Scheinheiligkeit u reines Marketinginstrument interpretiert werden. Herr Ramelow scheint ja katholisch zu sein. Als linker Vorzeige-Katholik sollte er sich dann mal klar zur Stellung der Frau, dem Zölibat u Verfehlungen in der kath.Kirche positionieren. Das wäre schon wieder politisch u könnte vielen Christen im Streit um mehr Freiheit in der kath. Kirche helfen. Das paßt aber möglicherweise nicht zur Marketingstrategie.

Klaus Funke | Di, 19. November 2019 - 11:35

Für die westdeutschen CDU-Wähler wäre die Kombination Schwarz-Rot, unter Führung der Linken ein extremer Belastungstest. Die (alte) CDU würde quasi gesprengt. Alles, was seit Jahrzehnten Kernaussage war, würde nicht mehr gelten. Kohl u.a. alten Kämpfer drehten sich im Grabe herum. Ich ahne, dass dies das Ende der CDU werden wird. Damit hätte Merkel (denn nichts geschieht ohne ihre Zustimmung!) auch ihre CDU liquidiert, und die LInke (SED) endgültig hoffähig gemacht. Ein Dammbruch!

J, ein Dammbruch. Leider haben Sie Recht. Aber das alles ist nur die übliche,
Machtpolitik: Der Zweck heiligt IMMER die Mittel.
Und was die Moral der Betreffenden angeht, halte ich mich an die Science:
´Menschen ändern sich nicht, Sie passen sich nur an, um ihr Ziel zu erreichen.´

Klaus Funke | Di, 19. November 2019 - 11:35

Für die westdeutschen CDU-Wähler wäre die Kombination Schwarz-Rot, unter Führung der Linken ein extremer Belastungstest. Die (alte) CDU würde quasi gesprengt. Alles, was seit Jahrzehnten Kernaussage war, würde nicht mehr gelten. Kohl u.a. alten Kämpfer drehten sich im Grabe herum. Ich ahne, dass dies das Ende der CDU werden wird. Damit hätte Merkel (denn nichts geschieht ohne ihre Zustimmung!) auch ihre CDU liquidiert, und die LInke (SED) endgültig hoffähig gemacht. Ein Dammbruch!

Hard Richbern | Di, 19. November 2019 - 16:05

nicht gewählt haben kann er den Wert erhöhen, in dem er nun als Christ die CDU Stimmen auch für sich verbucht. Es geht um Macht und nicht um den „Christ“ in sich.

Dennis Staudmann | Di, 19. November 2019 - 21:29

was man über jemand wie Ramelow denken kann, der 1999 in die damalige PDS eintrat. Ganze zehn Jahre lagen zwischen der Zeit, als diese Partei unter ihrem damaligen Namen SED und gemäss ihrer in der DDR-Verfassung geregelten Rolle diktatorisch ihr Volk unterdrückte und dem Beitritt Ramelows. War es Gleichgültigkeit gegenüber den Opfern des SED-Staates? Oder sah hier jemand, der im Westen gern in der Politik Karriere gemacht hätte, was ihm jedoch nicht gelang, die einmalige Chance, sich seinen persönlichen Traum von der Macht zu erfüllen? Wie er kurz vor der Wahl in Thüringen verkündete, sah er die DDR nicht als Unrechtsstaat, was natürlich die Frage aufwirft, wo in seinem eigenen politischen Handeln "Unrecht" beginnt. Möglicherweise hält er es für legitim, dass Menschen, die man in der DDR "Feinde des Sozialismus" nannte, einsperrte. Wie weit würde er gehen, wenn er die bekämpft, die nach seinem Verständnis heute die "Feinde" sind, politisch ausschalten will?