Annie Ernaux
Der Literaturnobelpreis 2022 geht an Annie Ernaux / dpa

Literaturnobelpreis - Wir alle sind ein Stück Annie Ernaux

Dieses Votum ist politisch und unpolitisch zugleich: Die französische Autorin Annie Ernaux hat den Literaturnobelpreis bekommen. Seit langem kürt die Schwedische Akademie damit wieder einmal eine populäre Autorin und verleiht sich und dieser Auszeichnung eine ganz neue Aufmerksamkeit.

Autoreninfo

Björn Hayer ist habilitierter Germanist und arbeitet neben seiner Tätigkeit als Privatdozent für Literaturwissenschaft als Kritiker, Essayist und Autor.

So erreichen Sie Björn Hayer:

Die diesjährige Überraschung der Schwedischen Akademie lautet: Seit Jahren gibt es erstmals wieder keine Überraschung. Nachdem in den vergangenen Verleihungen des Literaturnobelpreises mit Abdulrazak Gurnah und Louise Glück unerwartete, aber nicht minder ausdrucksstarke Außenseiter prämiert wurden, hat sich das Komitee nun für einen echten Star der Buchbranche und überdies für eine der engsten Favoritinnen entschieden: die französische Autorin Annie Ernaux.

Cicero Plus

Ohne Abo Lesen

Mit tiun erhalten Sie uneingeschränkten Zugriff auf alle Cicero Plus Inhalte. Dabei zahlen Sie nur so lange Sie lesen – ganz ohne Abo.

Bei älteren Beiträgen wie diesem wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen. Wir bedanken uns für Ihr Verständnis.

Ernst-Günther Konrad | Fr., 7. Oktober 2022 - 14:33

Kannte die Frau bislang nicht und habe mich versucht bei den Msm und den alternativen Medien mal zu informieren. Stieß da heute auf einen großen BILD-Artikel, wonach sie eine erklärte Antisemitin sei und den BDS tatkräftig unterstützen soll. Nun gut. Der Preis bekam sie für ihr literarisches Wirken und nicht für ihre politische Einstellung. Wenn sie soll toll mit Literatur umgehen kann, mag sie den Preis verdient haben. Wenn sie aber tatsächlich eine Antisemitin ist, wäre es wünschenswert etwas in diesem Artikel darüber gelesen zu haben. Offenbar spielt Antisemitismus nur dann eine Rolle, wenn es moralisch gerade passt.