Anschlag von Bottrop - Einsame Wölfe, unterschätzte Gefahr

Politiker behandeln einheimischen Terrorismus durch Einzeltäter eher stiefmütterlich. Auch der mutmaßliche Attentäter von Bottrop wurde pathologisiert. Dabei können auch psychisch kranke Einzeltäter Terroristen sein. Sie sollten früh isoliert werden

Nordrhein-Westfalen, Bottrop: Ein Absperrband der Polizei hängt am Berliner Platz
Ermittlungsarbeit in Bottrop: Ist Terror nur dann Terror bei Tätern mit Migrationshintergrund? / picture alliance

Autoreninfo

Dr. Florian Hartleb ist Politikwissenschaftler. Er lebt in Tallinn und ist als Politikberater und -experte zu den Themen Flüchtlinge und Digitalisierung tätig. Im Oktober 2018 erschien sein Buch „Einsame Wölfe. Der neue Terrorismus rechter Einzeltäter“ (Hoffmann und Campe).

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Es war eine klar fremdenfeindliche Tat: In der Silvesternacht führte der 50-jährige Deutsche Andreas N. als mutmaßlicher Täter einen Anschlag mit seinem Auto in Bottrop und Essen durch. Als Arbeitsloser fühlte er sich benachteiligt und erkor Flüchtlinge als Sündenböcke für sein eigenes Dilemma. Das wird bereits an der Opferauswahl deutlich, da sich unter den Verletzten Syrer und Afghanen befinden. „Was sind das für Menschen, die so etwas tun können?“, fragt sich der Beobachter bei Attentaten von Einsamen Wölfen wie N. oft. Als „Einsame Wölfe“ bezeichnet man Einzeltäter, die agieren, ohne direkt zu einer Terrororganisation zu gehören. Neu ist das Phänomen nicht. Vor 100 Jahren wurde der erste bayerische Ministerpräsident Kurt Eisner durch einen Einzeltäter ermordet: Graf Arco-Valley kann als Prototyp des Einsamen Wolfes gelten. Der Täter sympathisierte mit der antisemitischen Thule-Gesellschaft, gehörte aber keiner terroristischen Organisation an. 

Heute gilt für islamistisch gesinnte ebenso wie für rechtsextremistisch gesinnte Einsame Wölfe: Bei der Ausführung des Anschlags agieren sie allein, auch wenn sie sich vorher oftmals über das Internet, im virtuellen Raum, radikalisieren. Das passiert nicht über Nacht. Trotzdem wird einheimischer Rechtsterrorismus durch Einzeltäter von der Politik eher stiefmütterlich behandelt. Denn Law-and-Order-Forderungen sind hier nicht so leicht zu erheben wie bei Flüchtlingen, deren Abschiebung man fordern kann. Bundesinnenminister Horst Seehofer etwa sagte, dass es zur „politischen Glaubwürdigkeit“ gehöre, nicht nur diesen Fall, sondern auch die Gewaltausbrüche von Asylbewerbern in Amberg kurz vor Silvester zu verfolgen. Hier zeigte er sich besonders aufgebracht: Er will Gesetzesvorschläge machen, um sie abschieben zu lassen. Zugleich vermeidet er hingegen eine eigentlich nötige grundsätzliche gesellschaftliche Debatte über rechte Terroristen. Deren Taten auf psychologische Aspekte zu reduzieren, greift zu kurz.

Tödlicher Cocktail aus Frust und Politik 

Natürlich operieren Einsame Wölfe nicht im sozialen Vakuum. Trotzdem wird allzu oft auf eine Fülle von Persönlichkeitsstörungen fokussiert, die solche Einzeltäter in der Regel aufweisen. Im Fall von Andreas N. in Bottrop wurde offenbar Schizophrenie diagnostiziert. Das erstaunt nicht, legt man Vergleichsfälle an wie den des Österreichers Franz Fuchs, ebenfalls mittleren Alters, arbeitslos und depressiv, der in den 1990er Jahren Briefbombenanschläge verübte. Ebenso überrascht nicht, dass der Täter polizeilich nicht auffällig war. Das gilt auch für den Norweger Anders Behring Breivik und seinem Nachahmungstäter David S., der am 22. Juli 2016 die Stadt München in einen Schockzustand versetzte. Bei vielen dieser Einzeltäter finden sich diverse Anknüpfungspunkte für Kränkungen und ein nicht-existentes Einfühlungsvermögen: das oftmals zerrüttete Elternhaus, die fehlende Fähigkeit für soziale und partnerschaftliche Beziehungen, fehlende Jobperspektiven und diagnostizierte Krankheitsbilder wie Autismus, Depressionen oder Zwangsstörungen.

Es gibt eben aber auch eine andere Dimension als wichtigen Erklärungsfaktor: die Ideologie des Hasses, die nicht nur motivierend, sondern letztlich tatauslösend wirkt. Die Täter beschäftigen sich mit den Hintergründen von Amokläufern und Terroristen. Die „persönliche, individualisierte Kränkungsideologie“ kennzeichnet den Einsamen-Wolf-Terrorismus. Persönliche Frustrationen und Kränkungen ergeben zusammengerührt mit politischen Einstellungen einen tödlichen Cocktail. Wichtig ist es, den Radikalisierungsprozess nachzuvollziehen. Oftmals lassen sich sogenannte „Turner“-Tagebücher bei den Tätern finden. Das Werk des US-Amerikaners Amerikaner William L. Pierce gilt als „rechtsextremistische Bibel”, als wichtigstes Propagandawerk, das weiße Überlegenheitsgefühle auf militante Weise kultiviert.  Es ist frei im Internet erhältlich und inspirierte zahlreiche Rechtsterroristen auch in Europa, darunter Einsame Wölfe wie Breivik. Auch im Falle von Andreas N. stellen sich Fragen: Welche Seiten hat er im Internet aufgerufen? War er auf der Spieleplattform „Steam“ unterwegs? Dass er einzeln losschlug, heißt nicht, dass er nicht mit anderen Gleichgesinnten in Kontakt stand.

Hass auf Minderheiten 

Einsame-Wölfe führen zwar oftmals nur eine einzige Tathandlung aus, sie sind aber trotzdem Teil eines größeren ideologischen „Rudels“. Diese psychisch auffälligen rechtsterroristischen Täter zeigen sich von vorgeführten Aggressionen – etwa von der medialen und virtuellen Diskussion über Terrorismus – angetan. Sie sehen darin ein probates Mittel, ihre Probleme und Wünsche zu artikulieren. Ihr rassistisches Weltbild teilt die Welt in Freund und Feind, ihr Hass richtet sich gegen Minderheiten. Ob in Österreich, Großbritannien, Schweden oder Deutschland – in all den Ländern, in denen die Täter losschlugen, war zuvor immer eine polarisierende Debatte speziell über Migranten entfacht. Es wäre daher verfehlt, den gesellschaftlichen Kontext auszublenden. Es zeigt sich vielmehr: Die Täter durchliefen zwar einen langen Prozess der Radikalisierung. In ihrer eigenen Realität handeln die Täter jedoch selbstgesteuert und mit Blick auf die Konsequenzen bewusst. Über Jahre hinweg haben sie ein politisches „Feindbild“ entwickelt, das sie mit terroristischen Mitteln zu bekämpfen versuchen.

Insgesamt verlangt die Prävention eine auf den ersten Blick paradox anmutende Strategie. Im virtuellen Leben ist es notwendig, auffällige Aggressoren sozial zu isolieren und rechtsextremistische Kommunikationsbrücken auf virtuellen Plattformen wie Steam zu zerschlagen. Terroristen können umso eher an ihr Ziel gelangen und Anschläge durchführen, wenn sie sich mit Gleichgesinnten austauschen können. Im realen Leben müssen die oft sozial isolierten Menschen die Bindungen an die Gesellschaft zurückgewinnen und reintegriert werden. Hier sind pädagogische und psychologische Angebote gefragt, etwa auch im Umgang mit Persönlichkeitsstörungen. Depressionen beispielsweise werden immer noch tabuisiert, obwohl in den vergangenen Jahren eine mediale Aufklärungskampagne eingesetzt hat.

„Die Muslime“, „die Flüchtlinge", „die Schwarzen“ 

Bereits 2011 sagte der damalige US-Präsident Barack Obama nach dem Fall „Breivik,“ die „einsamen Wölfe“ seien die größte Gefahr für die Sicherheit der Vereinigten Staaten. Hierzulande kritisierte zwar der Verfassungsschutz, dass dieser Begriff die Täter glorifiziere. Trotzdem gilt auch für Deutschland: Der Einsame Wolf hat die positiven Aspekte des Individuums pervertiert und in eine angstmachende Form der irreparablen Verletzung umgewandelt – frontal gerichtet auf das Gegenüber, den Feind, dem jede Individualität abgesprochen wird. Er erkennt keinen einzelnen Menschen mehr, sondern steckt sie in Gruppen mit jeweiliger Andersartigkeit, beispielsweise spricht er von „den Juden“, „den Flüchtlingen“, „den Muslimen“ oder „den Schwarzen“. Soziale Verbundenheit wird so durch asoziale Sprengkraft ersetzt. Einsame Wölfe vermischen großspurige politische Erklärungen mit dem Mord an Menschen, die ihnen nichts getan haben und zu denen keine persönliche Verbindung besteht. Viele ihrer ideologischen Überzeugungen klingen abstrus-lächerlich.

Das ist nicht neu, wie uns Beispiel aus der Geschichte zeigen, etwa die Verbrennung von Hexen, die angeblich Schiffe versenkt und Menschen in Katzen verwandelt haben – oder der Plan zur Ausrottung sämtlicher Juden in Europa, weil ihr Blut angeblich die arische Rasse vergifte. Einsame Wölfe sind Symptome der Welt, in der wir leben, auch wenn wir die Ursachen gerne verdrängen. Wir müssen ihre Taten im politischen Zusammenhang sehen, und dürfen ihre Absichten nicht durch „Entpolitisierung“ und „Pathologisierung“ negieren. Die Behörden meiden allerdings die notwendige Debatte darüber, dass neue Pfade beschritten werden müssen, um rechte Gewalt erkennen zu können – wenn man das will.

Der Autor hat im Oktober 2018 das Buch „Einsame Wölfe. Der neue Terrorismus rechter Einzeltäter“ (erschienen bei Hoffmann und Campe) veröffentlicht. 

Joachim Wittenbecher | Mi, 9. Januar 2019 - 09:12

Herr Hartleb hat recht, der mutmaßliche Täter von Essen und Bottrop wurde zu schnell als psychiatrischer Betreuungsfall klassifiziert. Das verhindert den Blick auf die Erfahrungen der Opfer - diese sollten den Ausschlag für die Bewertung der Tat geben: ohne Zweifel empfanden die völlig arglosen Opfer diesen Angriff als Terrorakt, gleichgültig ob ein terroristisches Netzwerk hinter der Tat steht oder nicht. Wenn also sogenannte Einzeltaten als das klassifiziert werden, was sie sind - nämlich Terrorakte - erkennen wir eher die geistigen Zusammenhänge zwischen Rechts-, Links- und islamistisch inspiriertem Terrorismus: der mutmaßliche Täter von Essen und Bottrop, rechtsterroristisch inspiriert, scheint auch ein Nachahmungstäter u.a. vom Berliner Breitscheidplatz zu sein. Terrorristen unterschiedlicher Spielarten beflügeln sich gegenseitig und können daher nicht getrennt voneinander betrachtet werden.

Ernst-Günther Konrad | Mi, 9. Januar 2019 - 09:24

Herr Hartleb, was sie da wollen ist erkennbar. Sie wollen die Gründe für Gewalt durch Einzeltäter mainstreamgerecht aufbereiten. Es gibt Fanatiker aus welchem Motiv heraus auch immer, die ihre Vorstellungen versuchen gewaltsam umzusetzen. Ob und wie sie agieren, hängt auch von ihrer Sozialisation ab. Unverstandene Jugendliche, die sich in "Traumwelten" flüchten und dann Amok laufen oder politische und religiöse Eiferer mit Sprenggürteln, die ihre Überzeugungen frei bomben wollen. Es gibt aber auch Menschen, die lange ein "normales" Leben führten und deren persönlicher Lebensweg sie in eine Sackgasse führten und alles und jeden schuldig machen, ihre Lebenssituation verursacht zu haben. Die müssen dann als Motiv tagesaktuelle für die eigenen Probleme herhalten, die personifiziert werden durch einen Chef, einen Behördenmitarbeiter oder einen Ausländer usw.
Der Mann in Bottrop scheint krank und nicht per se politisch fehlgeleitet zu sein und hat "Schuldige" gesucht, leider auch gefunden.

Wolfgang Tröbner | Mi, 9. Januar 2019 - 09:32

Ich finde es schon sehr interessant, dass gerade in einer Zeit, in der vor allem der Linksextremismus von sich reden macht (Anschlag auf den AfD-Bundestagsabgeordneten, Anschlag auf das AfD-Büro in Sachsen) sich dieser Artikel vorrangig mit Straftaten von Menschen beschäftigt, die dem rechtsextremen Milieu zugerechnet werden. Wenn sich der Autor schon mit politisch motivierten Verbrechen beschäftigt, sollte er der Fairness halber auch die der Linksextremisten zumindest erwähnen. Sonst könnte man den Eindruck erhalten, dass der Autor sehr parteiisch ist. Ein guter Journalist sollte jedoch diesen Eindruck tunlichst vermeiden, oder?

Ernst-Günther Konrad | Mi, 9. Januar 2019 - 09:37

Motivforschung für Gewalttaten ist richtig und wichtig. Strategien zu entwickeln, wie es gelingen könnte, solche Taten zu verhindern der beste Weg. Womit der Tatverdächtige in Bottrop auch immer sein Handeln begründet, womit ein Täter überhaupt sein handeln begründet, für Gewalt gibt es keine Rechtfertigung. Ich vermisse deshalb in ihrem Artikel zum Ausgleich ihrer Thesen auch die Befassung mit der sog. "linken" Gewalt, die immer wieder und in ihrer Intensität brutaler (G 20 Gipfel oder RAF) festzustelen ist. Vorsicht! Es sind kriminelle Straftäter, kein Motiv rechtfertigt ihre Taten. Vorhandene Krankheitsbilder, egal ob Deutsche oder Ausländer letztlich Täter oder Opfer
sind, haben eines gemeinsam. Sie nehmen im Extremfall einem anderen das Leben und bringen Leid in die Gesellschaft. Es ist der Mensch selbst der handelt, nicht eine Partei oder Religion oder sonstwas. Machen sie es sich nicht so einfach, die "Schuld" bei anderen zu suchen, in diesem Fall bei den "Rechten".

Peter Seidler | Mi, 9. Januar 2019 - 09:40

was soll man von diesem einseitig auf "rechts" focussierten Artikel von einem ebenfalls einseitig auf "rechts" focussierten Autor halten, der in ähnlicher Form täglich in den deutschen Haltungsmedien erscheint. Wenn Dr. Florian Hartleb ernsthaft der Meinung ist, dass dieses Gebiet nicht ausreichend behandelt wird, dann sollte er sich mal über den mit über hundert Millionen Euro vom Bundesfamilienministerium subventionierten antidemokratischen "Kampf gegen rechts" informieren, siehe z.B. die Amadeu Antonio Stiftung von Ex-Stasi Spitzelin Annette Kahane.

Vor diesem Hintergrund wirkt Hartlebs Forderung zumindest seltsam, wenn nicht gar von der Realität in Deutschland entrückt. Vor allem angesichts des gestrigen Mordanschlags auf einen rechtspopulistischen Politiker mit mussmasslich linken Täterhindergrund.

Man könnte auch überspitzt diese Forderung mit der Chuzpe eines Diebes gleichsetzen, der "haltet den Dieb ruft".

gabriele bondzio | Mi, 9. Januar 2019 - 09:57

und erkor Flüchtlinge als Sündenböcke für sein eigenes Dilemma."...bin ich aber erstaunt. Stand nicht überall das der Täter unter Schizophrenie leidet. Bei diesem Krankheitsbild wäre aber einzuplanen, dass Halluzinationen wie Stimmenhören, Wahnvorstellungen und Denkstörungen vorliegen. Die Erkrankten konstruieren oft seltsam anmutende Wahnvorstellungen, die keine reale Basis haben. Ihre Wahnideen erscheinen den Betroffenen trotzdem absolut schlüssig. Kann man daher mit solch einem Krankheitsbild Opfer so deutlich auswählen? Oder ist es nicht eher Zufall, da Migranten ohne Zweifel nunmehr die Öffentlichkeit stark prägen. Zumal auch bei diesem Krankheitsbild Konzentration und Aufmerksamkeit erschwert sind und es den Betroffenen äußerst schwerer fällt, sich auf mehrere Vorgänge gleichzeitig zu konzentrieren. Hier wäre Auto lenken und auch noch eine geeignete Gruppe auszuwählen schon zu viel verlangt.

und mir fällt da gerade ein, dass die Opfer überwiegend erkennar Ausländer gewesen sein sollen. Überwiegend? Was nun? Gezielt nur Ausländer oder nur so aussehende Menschen oder nur solche, die gerade zur falschen Zeit am falschen Ort waren. Fragen über Fragen, die in ihrem Artikel Herr Hartleb keine Antworten haben.

Schizophrenie ist eine schwere Störung der Wahrnehmung, worauf Sie richtigerweise hinweisen. Betroffene, die sich in einem schizophrenen Schub befinden, empfinden die sie umgebende Umwelt unvermittelt als extrem bedrohlich und reagieren meist entsprechend gewalttätig. Diese Erkrankung erlaubt es überhaupt nicht, von einer klaren Motivlage zu sprechen. Nicht selten werden Familienangehörige Opfer schwerster Gewaltangriffe durch ein schizophrenes Familienmitglied. Es ist daher schon höchst befremdlich, wenn ein immer gern als "Experte" bezeichneter Politologe über Dinge referiert, von denen er ganz offenkundig keine Ahnung hat. Mir scheint sogar, dass diesen Experten der eigentliche Tathergang gar nicht interessiert, Hauptsache man kann ihn für das eigene politische Interesse nutzen.

Interessant auch die Idee des Autors, jeden Schizophrenen vorsorglich lebenslang wegzusperren. Das würde aber schon an der Unverfügbarkeit von ausreichend Psychiatrieplätzen scheitern.

Stine Bading | Mi, 9. Januar 2019 - 10:14

... darf niemals als Schuldminderungsgrund genutzt werden, sondern nur zur Klärung, welche Unterbringung notwendig ist (Gefängnis oder Psychiatrie). Mir als potentielles Opfer ist es völlig egal, ob der Täter psychisch krank, völlig drogenberauscht, religiösem/ ideologischem Ursprung, von einem Ausländer oder Deutschem begangen, politisch links oder rechts verortet ist. Das Ergebnis zählt, denn entweder bin ich durch eine Gewalttaten schwer verletzt, behindert oder tot.
Was mich an dem Artikel stört, auch wenn ich weiß, dass er sich auf ein Buch bezieht, dass die Radikalisierung der rechten beinhaltet, dass hier nur über rechten Terror geurteilt wird. Ich persönlich sehe den linken Terror als weitaus gefährlicher an, weil er zumindest von Teilen der Politik und der Gesellschaft mindestens akzeptiert wird, und weil der linke Terror i.d.R. im Kollektiv auftritt. Wir bewegen uns in großen Schritten auf eine anomische Gesellschaft zu!

Bernd Lehmann | Mi, 9. Januar 2019 - 10:47

das war einfach ein psychisch kranker Typ, mehr nicht. Dann war der Typ der zur Fussball Wm fast in die WM Meile gefahren ist , auch ein einsamer Wolf, naja nee , eigentlich nicht, denn seine Oma saß neben ihm.
Im Islamismus ist das was ganz anderes, da werden die Leute gezielt indoktriniert , um Attentäter zu werden. Als Deutsche zum IS nach Syrien gegangen sind , wurden sie bei der Ankunft gefragt, was willst du werden Kämpfer oder Selbstmordattentäter? Da ist sowas Programm .
Hier wird wieder ein rechter Popanz aufgeblasen, der gar nicht existiert. Nennen sie mir doch mal die "Einsame Wolf Anschläge" auf Ausländer in Deutschland und zwar die mit Toten. Gibts gar nicht. Aber der Autor muss eben auch seine Brötchen verdienen und ist genau auf Mainstreamlinie.

Susanne antalic | Mi, 9. Januar 2019 - 13:00

In reply to by Bernd Lehmann

Mich hat an diese MSM Berichterstattung das Wort auch, zum grübeln gebracht. Es wurde berichtet, das auch syrische und afganische Personen verletzt wurden, sind auch andere verletzt , über die man nicht spricht, den die sind für eine Berichtertattung nicht interesant oder relevant?

Sandra Lehmann | Mi, 9. Januar 2019 - 11:20

Angesichts dieses Artikels fehlen mir die Worte. Der Autor kritisiert die Pathologisierung einzelner Krimineller, hat aber kein Problem damit, umgekehrt psychisch Kranke zu kriminalisieren.
Steam? Ernsthaft? Dann sollte doch unbedingt auch wieder die Diskussion über Egoshooter und Heavy Metal aufgewärmt werden.
Und was die Hexenverbrennungen und den Holocaust angeht - diese waren eben genau nicht das Werk Einsamer Wölfe, sondern Verbrechen großer und vor allem einflussreicher Gruppierungen. Ein Einsamer Wolf hätte diese Taten, besonders in dem Ausmaß, niemals begehen können.

Jacqueline Gafner | Mi, 9. Januar 2019 - 12:04

was man aufgrund des Titel des Buches, das der Autor 2017 herausgebracht hat, erwarten durfte. Ist bestimmt ein Bestseller ...

Stefan Jurisch | Mi, 9. Januar 2019 - 12:34

Denn ohne eine gewisse wahnhafte Disposition ist es ja nicht zu erklären, dass man sich freiwillig sprengt, Amok läuft, Leute umfährt und sich am Ende dann selbst richtet - und das nur für eine Ideologie. Allerdings bin ich dagegen, diese krankhaften Züge immer wieder als Grund für eine "Entschuldigung" einer solchen Tat herzunehmen, denn die Entscheidung zur eigentlichen Durchführung findet ja durchaus immer noch wissentlich statt. Es handelt sich ja nicht um ferngelenkte Menschen oder völlig entscheidungsunfähige Leute.

Dorothee Sehrt-Irrek | Mi, 9. Januar 2019 - 13:45

liegt beim Staat.
Ich habe es gar nicht mit Gewalt, so dass ich die auch nicht dem Staat oder einem Gott zugestehen würde. Entsprechend bin ich gegen die Todesstrafe und im Prinzip für das Hauptaugenmerk auf Schutz und Prävention, in Bezug auf die Straftäter für dann auch eine kontinuierliche Resozialisierung.
Die Argumentation von Herrn Hartleb zeigt die Notwendigkeit, im Vorfeld extremen Ansichten zu widersprechen, so dass sie sich in individuellen Ausnahmesituationen nicht Bahn brechen können.
Özdemir kann schon fordern, dass Nazis im Parlament nichts zu suchen haben, genausowenig wie militante Linke oder autoritäre Konservative, es gibt nämlich klare Vorgaben diesbezüglich für unsere parlamentarische Demokratie.
Einen Punkt vernachlässigt der Text aber und das betrifft die klaren Vorgaben.
Die Vorgaben unserer Zeit werden eventuell jeden Tag neu ausgehandelt und nicht selten mit "harten Bandagen".
Das fördert evtl. das Faustrecht?
Nur angedacht.

Ralf Vormbaum | Mi, 9. Januar 2019 - 14:06

War Ihnen mein Kommentar zu deutlich, weil ich dem "Experten" für Flüchtlinge und Digitalisierung - man staune über die Kombination - die Kompetenz abgesprochen habe, sachgerecht Schizophrenie zu beurteilen?

Nochmals: ein an Schizophrenie Leidender handelt nicht zielgerichtet, noch hat er eine rationale Weltsicht. An die Stelle der Wirklichkeit tritt beim Schizophrenen die Wahnvorstellung, aus der heraus Handlungen entspringen können, die nicht selten sehr gewalttätig sind, da sich der Betroffene von seiner Umwelt existenziell bedroht fühlt.

Der Experte sollte doch besser nicht den Versuch machen, eine schwere psychische Erkrankung für welche politische Aussage auch immer zu instrumentalisieren und Cicero diesem Ansinnen keine Plattform bieten.

Ansonsten sollte die Redaktion vielleicht besser auf die Seriosität vermeintlicher Experten achten, statt Leserbriefe zu zensieren, die weder beleidigend, noch obszön sind.

Gisela Fimiani | Mi, 9. Januar 2019 - 14:42

Nice try, Herr Hartleb. Ihre Gedanken weiterdenkend, komme ich zu folgendem Schluss:
Wir werfen alles in einen Topf, relativieren und psychologisieren tüchtig und kommen dann zu welchem Schluss? Sprechen Sie die Intention Ihres Beitrages bitte deutlich aus, damit Denkschwache, wie ich, keine falschen Schlüsse ziehen.

Roland Völkel | Mi, 9. Januar 2019 - 18:37

scheint der Autor Hartleb zu leben.
Ich habe über seine Ansichten und vor allem einseitigen Meinungsgesinnung nur den Kopf schütteln können.
Die Tat von Bottrop & Essen ist mit nichts zu entschuldigen! Aber hier (wie auch im ÖR) wird die Tat eines Deutschen förmlich stigmatisiert.
Ja es werden nur rechte Straftäter (wo bleiben all die Linken)und auch nur westliche Länder (Im nahen Osten nichts Neues) genannt.
Weiter wird über H.Seehofer ("besonders aufgebracht") hergezogen weil er die "Ereignisse" von Amberg erwähnt und Gesetze machen will, um die Täter abschieben zu können. Ich weiß ja nicht was H. Hartleb mit solchen Personen machen will, die hier aufs schändlichste ihr Gastrecht mißbraucht haben.
Die fast täglichen Übergriffe der hier "Schutzsuchenden"-kein Wort dazu.
Des weiteren zu den Terrorakten gegen westliche Touristen in arabischen Ländern-kein Wort dazu.
Der Autor wohnt ja in Tallinn (Estland) wo es solche importierten Probleme (soz. Brennpunkte) ja nicht gibt!

Helmut Bachmann | Mi, 9. Januar 2019 - 19:29

was eine Schizophrenie ist, nämlich die einzige Krankheit, die sofern akut überhaupt zu Schuldunfähigkeit führen kann, dann sollte man lieber nichts darüber schreiben. Es ist blamabel.
Aber wenns dem "gerechten Kampf gegen Rechts" dient, dann darf man auch einen evtl. völlig Verwirrten als Nazi-Terroristen bezeichnen. Wie weit rutscht "Links" noch ab?

Elisabeth Zillmann | Do, 10. Januar 2019 - 12:20

Angesichts der immer häufiger auftretender Gewaltakte von Linken igelten sog. Nazis,d.h. Gegen ganz normale Bürger,besonders auch gegen demokratisch gewählte Politiker der einen best. Partei ist dieser Artikel beschämend einseitig und grenzt schon an Hetze. Wer hat in den letzten Tagen — außer AfD Politikern den ideologischen Hintergrund derer untersucht,die den brutalen Überfall in Magdeburg verübten? Das ist doch nicht einfach so passiert,dem ging doch jahrelange Hetze in allen öff. Medien,allen Nachrichten,Talkshows usw Voraus.Wer analysiert endlich mal den linken Terrorismus,der immer brutaler die Menschen einschüchtert und mit Gewalt zur „richtigen“ Meinung erziehen will? Ich fühle mich immer mehr so ohnmächtig zornig wie in der DDR.Nur gab es damals „westfernsehen“ und ab und zu mitgebrachte „West—Zeitungen“,denen man vertraute. Diesen Platz nehmen jetzt die freien Internet—Medien ein,besonders „Die Achse des Guten“,Tichys Einblick ,auch Cicero,den heutigen Art. Ausgenommen.