US-Truppenabzug in Syrien - Sieg der Autokraten

Der US-Truppenabzug aus Syrien legt die Entscheidung über die Zukunft des Landes in die Hände Erdogans, Assads und Putins. Donald Trump lässt mit den Kurden die im Kampf einst wichtigsten Verbündeten fallen

Baschar al-Assad Wladimir Putin
Baschar al-Assad und Wladimir Putin im Mai 2018 / picture alliance

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Markus Bickel ist freier ­­Journalist. Er war jahrelang Nahostkorrespondent der FAZ

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Ein schöneres Weihnachtsgeschenk hätte Donald Trump seinem syrischen Amtskollegen nicht machen können: Die Ankündigung des US-Präsidenten, sämtliche amerikanischen Truppen aus Syrien abzuziehen, öffnet Baschar al-Assad den Weg, 2019 die letzten noch nicht von Regierungseinheiten kontrollierten Gebiete einzunehmen. Acht Jahre nach den ersten Protesten ist der Diktator in Damaskus seinem obersten Kriegsziel damit so nahe wie seit Beginn des Aufstands im März 2011 nicht: vollständige Kontrolle über Syrien, ohne Rücksicht auf Verluste.

Dabei profitiert Assad vom Einlenken seiner anfangs schärfsten Gegner, der Türkei und den USA. Sowohl die Regierung in Washington unter Barack Obama, wie der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatten nach Beginn der Aufstände in Tunesien und Ägypten auf die jungen Protestbewegungen als Wachablösung für die korrupten arabischen Gerontokratien gesetzt – inklusive der islamistischen Muslimbruderschaft. Erdogan gewährte den Deserteuren der Freien Syrischen Armee Rückzugsräume im türkischen Grenzgebiet, über Jordanien sicherte die CIA den syrischen Aufständischen den Nachschub an Waffen.

Assads Handeln hatte keine ernsten Konsequenzen

Doch die Wette ging nicht auf. Spätestens mit der Entscheidung Obamas, den Giftgasangriff auf Oppositionsviertel in Damaskus im Sommer 2013 nicht durch Luftangriffe zu bestrafen, war Assad klar, dass er einen gewaltsamen Regimewechsel nicht zu fürchten brauche. Dem schleichenden Rückzug der USA als Ordnungsmacht in Nahost folgte der forsche Eintritt Russlands in den Konflikt – und der Aufbau einer Truppenpräsenz, die den Einfluss Präsident Wladimir Putins auf die Neuordnung Syriens über Jahre garantiert.

Den unmittelbaren Preis für den nun verkündeten amerikanischen Rückzug zahlen als erstes Syriens Kurden. Und das, obwohl die Milizionäre der Volksverteidigungseinheiten YPG die wichtigsten amerikanischen Verbündeten im Kampf gegen die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) bildeten. Doch auch das zählt für Trump nicht mehr: Offenbar ist es Erdogan gelungen, ihn von seiner Sichtweise zu überzeugen, dass die Milizen an der Südflanke der Türkei nichts weiter als Handlanger der  kurdischen Arbeiterpartei PKK seien – und damit Terroristen.

Türkische Profiteure, kurdische Verlierer

Einem Einmarsch türkischer Truppen in die einst von amerikanischen Kampffliegern vom IS befreiten Orte im Norden Syriens wie Kobane steht nach Trumps Beschluss nun nichts mehr im Wege. Sollte es im kommenden Jahr zu ernsthaften Friedensverhandlungen kommen, dürfte sich Erdogan die Rückgabe der Kontrolle über die nordsyrischen Gebiete an Assad teuer bezahlen lassen: Dauerhafter türkischer Einfluss auch auf die Handelsmetropole Aleppo ist ihm de facto garantiert.

Am Ende des achten Kriegsjahrs steht die Entscheidung Trumps symbolisch für den Sieg jener Kräfte, gegen die die syrischen Aufständischen einst angetreten waren: Nicht Zivilgesellschaft und entrechtete Landarbeiter, sondern die autoritären Herrscher in Damaskus, Ankara und Moskau werden über die Zukunft des Landes bestimmen. Mit freundlicher Zustimmung des Antidemokraten in Washington.

Susanne antalic | Do, 20. Dezember 2018 - 18:06

Egal was Trump macht es ist falsch.Er will nicht militärisch in anderen Ländern aggieren. Er ist halt kein Halbgott Obama der sich demokratisch in vielen Ländern militärisch betätigt und den Trump nennen sie antidemokratisch? Erst schreit man in Deutschland, dass die Amis überall Feuer schüren und wenn sie das nicht machen ist das auch falsch und dann überlassen sie die Kurden den anderen. Wollen sie Krieg, damit sie den TRump wieder diffamieren können, ich verstehe die deutsche Berichterstattung nicht mehr. Trump will keine Kriege, das hat er schon gezeigt, aber der Obama der Liebling der Deutschen der hat gewüstet in vielen Ländern und den heben sie in den Himmel.

Günter Johannsen | Fr, 21. Dezember 2018 - 12:21

In reply to by Susanne antalic

Er kann tatsächlich machen was er will (wie auch Putin), er ist immer der Böse. Nur die europäischen linken Mainstream-Politiker sind die Guten. Das ist infantiles Kindergarten-Gewäsch … Peinlich für erwachsene Politiker und Journalisten!
Einen Präsidentenden wie Trump, der sein Volk achtet, wünsche ich mir auch für unser Land! Mein Eindruck: BP, Genosse Steinmeier, verachtet das Volk, weil es eine eigene Meinung hat - diese formuliert und eine Partei wählt, die ihren Willen und ihre Überzeugung vertritt. Die LINKE/SPD ist das schon lange nicht mehr!
Denn wer den Willen des Souverän permanent ignoriert, versinkt in der Bedeutungslosigkeit. Das durfte die SED, die sich jetzt DIE LINKE nennt, zurecht nachhaltig erfahren. Auch diese aktuelle Grün/LINKE Einheitsfront, die sich für die Welt-Moral-Elite ausgibt, wird zusammen mit einem Steinewerfer Fischer & Ewigbesserwisser Trittin untergehen. Zu Recht!

Volle Zustimmung und Beifall, Herr Johannsen, jedes Wort würde ich unterschreiben... und nicht nur ich, sondern Zehntausende andere auch. Irgendwann, vielleicht sogar demnächst, wird sich sich rächen, was unsere derzeitigen Politdarsteller an Volksverachtung zeigen... der Gelbwesten-Protest in Frankreich ist ein erstes Signal, das ganz (West)Europa erfassen wird... auf Dauer kann keiner gegen das Volk regieren. Die Geschichte ist voll von Beispielen.

Klaus Funke | Do, 20. Dezember 2018 - 18:15

Es ist bedauerlich, das auch CICERO - mein Lieblingsmagazin - sich nun auch einreiht in die Phalanx der Kriegsbefürworter und Kriegsweiterführungsfanatiker zur Causa Syrien. Wieder einmal hört man den Russenhass heraus. Putin und Assad werden als "Gewinner" hingestellt. Das darf freilich nicht zugelassen werden. Was Herr Maas äußert, kann man getrost überhören. Warum müssen alle Entscheidungen von Präsident Trump, auch wenn sie vernünftig sind, kritisiert werden? Die Hysterie, die sich jetzt gegen Trumps Syrien-Entscheidung entfaltet, ist verlogen und voller Heuchelei... und soweit ich es in meinem zahlreichen Bekanntenkreis überblicke, wird sie von den meisten Deutschen geteilt. Die Meinung unserer Regierung hat sehr selten der breiten Volksmeinung entsprochen. Man sollte das Interview mit Michel Houellebecq zum Thema Trump, das CICERO dankenswerterweise abgedruckt hat, noch einmal lesen...

Klaus Funke | Fr, 21. Dezember 2018 - 12:12

In reply to by Klaus Funke

Damit es unmissverständlich ist: Trumps Truppenrückzugsentscheidung wird, so weit ich das beurteilen und einschätzen kann, von großen Teilen der deutschen Bevölkerung geteilt und befürwortet. Wie immer tickt die Regierung anders als ihr Volk. Und was dann einzelne Politiker der Koalition äußern, ist nicht nur konträr zur allgemeinen öffentlichen Meinung, sondern auch verstörend aggressiv - Trump wird von unseren Politikern inzwischen genauso abgelehnt und pauschal kritisiert wie Wladimir Putin. Das hat mit staatsmännischer und politischer Klugheit nichts mehr zu tun. Man hört indes die rasende Hillary Clinton und den Heuchler Obama heraus. Trotzalledem: Trump wird auch eine zweite Amtsperiode absolvieren. Sein Volk steht mehrheitlich hinter ihm. Das wird aber durch unsere Medien und Politiker entweder weitgehend verschwiegen oder durch, wie wir inzwischen wissen, Märchenerzählungen von bestimmten Journalisten, lächerlich illustriert.

wolfgang spremberg | Do, 20. Dezember 2018 - 18:35

H. Schmidt : "Wertegebundene Außenpolitik ist abwegig." . Wenn Trump nicht will können wir doch ? Zusammen mit Macron ? Warum nicht ?
Wegen des Völkerrechts ?
Wir können natürlich auch an die hunderttausende
jungen Syrer denken, die sich bei uns integrieren. Die können doch ihren kurdischen Brüdern helfen ?
Wenn die nicht wollen, warum sollen denn dann Amerikaner ? Deutsche ? Franzosen ?

Tomas Poth | Do, 20. Dezember 2018 - 18:38

ist kein Befreiungskrieg des syrischen Volkes gegen Assad. Wäre es das tatsächlich gewesen wäre Assad schon längst weg vom Fenster.
Es war "ohne Rücksicht auf Verluste" ein geschürter Konflikt verschiedener nahöstlicher Interessengruppen wie die Golfstaaten, Iran und die Türkei. Dabei geht es neben Kämpfen um eine Vormachtstellung in dieser Region auch um Rohrleitungen zum Transport für Öl und Gas aus der Golfregion durch Syrien an die Mittelmeerküste.
Russland ist erst 4 Jahre nach Ausbruch des Konfliktes auf Hilfegesuch von Assad, damit völkerrechtlich legitim, hinzugekommen. Im Gegensatz zu allen anderen playern.
Ob die Türkei profitieren wird, hängt davon ab ob die Kurden nicht eine andere Unterstützung finden werden.

Marc Gause | Do, 20. Dezember 2018 - 18:42

Die Frage meine ich ernst. Sind Autokraten Herscher, die in ihrem Land bei einem Thema nur EINE Meinung zu lassen und jeden als Nazi zb. Mundtot machen der eine abweichende Meinung hat? Weil das macht man in Deutschland auch.

Wer in Deutschland nicht für offene Grenzen ist, wird sofort mundtot bzw. nieder gemacht. Man darf nur eine Meinung dazu haben, genauso, wie es in Putin und Erdogans Länder auch so ist.

Autokraten? Die sind doch harmlos und hey, ich bin nicht derjenige, der nur noch eine Meinung zum Thema Flüchtlinge in Deutschland zulässt!

Ralph Lewenhardt | Do, 20. Dezember 2018 - 19:21

Vor allem verabschiedet er sich rechtzeitig aus dem hunderte Milliarden Projekt "Wiederaufbau Syrien", das Putin nun allein organisiern und für das er Partner gewinnen muss, weil ihm die wirtschaftlichen Voraussetzungen völlig fehlen. da werden ihm dann wohl viele Trümpfe wieder abgenommen, über die er sich jetzt freut.

Bernhard K. Kopp | Do, 20. Dezember 2018 - 19:59

Deutschland hat die syrischen Kurden militärisch unterstützt, oder tut es noch. Die Franzosen sind auch irgendwie in Syrien militärisch engagiert. Die Briten haben jedenfalls zur amerikanischen Entscheidung auch eine Meinung. Warum können und wollen die drei Länder die ca. 2000 US-Soldaten nicht ersetzen ? Es scheint, dass wir über Syrien immer nur ein halbes Bild bekommen - bestenfalls.

Christa Wallau | Do, 20. Dezember 2018 - 21:16

... anderes als INTERESSENSVERTRETUNG, und zwar auf gesicherter Machtbasis.
Das ist das Kennzeichen aller Politik.
Nur in Ländern wie Deutschland
(von denen es auf der Welt nicht viele gibt)
gelangen Menschen in politische Ämter, welche
dem E i g e n - Interesse ( = das des entsprechenden Staates) nicht Priorität einräumen. Bei uns werden Leute "Politiker", die davon so viel verstehen wie der Ochse vom Komponieren (Lehrer/Kindergärtnerinnen/Menschen ohne langjährige Berufserfahrung, bei der Eigenverantwortung gefragt war/bevorzugt Studienabbrecher oder Leute, die Jura o. ein Orchideenfach studiert haben usw.)

Merkel und Co. werden von Machthabern wie
Putin, Trump, Erdogan o. den chinesischen Führern nicht ernst genommen, sondern allenfalls umschmeichelt. Sie werden gebraucht, um den schönen Schein zu wahren und sie eiskalt für die eigenen Zwecke zu benutzen.
Ob uns das gefällt oder nicht - s o läuft das politische Spiel seit ewigen Zeiten, und das wird sich niemals ändern.

Fritz Gessler | Do, 20. Dezember 2018 - 22:57

gebrochen. mr. monster-trump beendet ihn. nicht ein sieg der autokraten: ein sieg der vernunft. und ein sieg über die salafistischen massenmörder von IS und al-kaida.
mr. trump wird mir immer sympathischer.

aber ich bin so hin- und hergerissen: Für mich fühlt es sich zum einen so an, als würden die Kurden, die viel Drecksarbeit geleistet haben und vielleicht wirklich kurz vor dem Sieg stehen, plötzlich wieder im Regen stehen gelassen. Zum anderen finde ich es absolut richtig, sich aus "Konflikten" zurückzuziehen und die Verursacher und die, die ein Interesse haben, die Sache allein regeln zu lassen. Nur, wer gegen wen und warum und überhaupt.. ich habe die Übersicht verloren, eigentlich nie gehabt, denn die Informationen sind bruchstückhaft und wahrscheinlich auch nicht objektiv. Die Interessenlagen scheine sich auch zu ändern, nur die Auswirkungen, die haben wir hier zu tragen.

Kostas Aslanidis | Fr, 21. Dezember 2018 - 00:12

mit Assad kooperieren können. Sie haben sich auf die Amis verlassen. Selber Schuld. Das Heulen der Transatlantiker, ist für mich wie ein sechser plus Superzahl im Lotto. Bravo Russland.

Helmut Peters | Fr, 21. Dezember 2018 - 01:01

Die Reaktion auf Trumps Entscheidung durch z.B. Heiko Maas ist einfach nur erbärmlich. Wieder einmal schickt sich Deutschland an, andere Länder zu belehren ohne selbst irgendwas zu tun. Bisher haben die USA für uns in diversen Teilen die Drecksarbeit erledigt, wenn nun die Interessen der USA mit denen Deutschlands auseinandergehen, ist Deutschland nicht in der Lage seine Interessen durchzusetzen. Wir haben weder ein einsatzfähiges Militär noch den politischen Willen eine diplomatische Konfrontation mit anderen Ländern auszuhalten. Erdogan und Putin wissen, dass sie irgendwelche erbärmlich winselnden Politiker aus Deutschland ohne Konsequenzen ignorieren können.

Michael Peitsch | Fr, 21. Dezember 2018 - 05:09

Wer soll die Führung in Syrien übernehmen,? Etwa die aufständischenRebellen! Dann haben wir vor Europa, den nächsten Gottesstaat und Terroristen -Ausbildung, direkt vor der Haustür

Dorothee Sehrt-Irrek | Fr, 21. Dezember 2018 - 05:40

Fehleinschätzung Trumps.
Und gar erst Erdogans.
Ich halte das für ein taktisches Manöver und nehme Putins Warnungen vor einem Atomkrieg ernster.
Die Kurden könnten höchstens aus Sicht Trumps die falschen Verbündeten gewesen sein.
Da es in der arabischen Welt aber nicht um Trumps strategische Züge gehen sollte, werden die Turk/Araber sich endlich einmal selbst verständigen müssen, wenn sie nicht zu strategischen Opfern werden wollen, wie jetzt bedauerlicher Weise die Kurden.
Ich kann nicht einschätzen, inwiefern auch Obamas Einfluss in der Region ein rein strategischer gewesen wäre.
Mein Ansatz ist es nicht.
Ich bin für einen Kurdenstaat und hoffe auf die friedliche Überwindung der Gottesstaaten, "incl. in der Türkei".
Europa sollte Trump und erst recht Erdogan NICHT blind folgen.
Da bin ich gespannt auf die Analysen von Michael Lüders.

Nun viele wünschen sich einen Kurdenstaat besonders jene die weit weg sind und nicht betroffen wären. Praktischerweise wäre so ein Staat im Dreiländereck Irak-Türkei-Syrien angesiedelt da aber keines der Länder, jedenfalls in absehbarer Zeit, bereit ist auf Territorium zu verzichten müssen sich die Kurden eben arrangieren so wie die Ethnien in der Schweiz oder die Sorben bei uns usw. Ein Staat im Staate so wie das den Kurden vorschwebt wird kein Machthaber dulden nicht im nahen Osten nicht im "Wertewesten". Bei dem Satz "da es in der arabischen Welt nicht um strategische Züge der USA gehen sollte, werden die Türk/Araber sich endlich einmal selbst verständigen müssen, wenn sie nicht zu strategischen Opfern werden wollen" bin ich ganz bei ihnen.

Peter Heins | Fr, 21. Dezember 2018 - 07:20

Ich empfinde den Kommentar als sehr zynisch. Nicht Frieden steht im Mittelpunkt sondern der Regime Change im Interesse westlicher Staaten? Genauso hätte man kritisieren können, dass die USA in Vietnam ihre Niederlage eingestanden und das Land dadurch zu Ruhe kam. Die Syrer, die ich kenne, sind froh, dass die meisten Gebiete in ihrem Land nun wieder friedlich sind. Ein Assad Regime ist für die meisten erträglicher als Krieg. Der Orientalist Michael Lüders betonte immer, dass bei einem Regime Change in Syrien Islamisten die beste Startposition gehabt hätten. Wäre ein islamistisches Regime dem Autor lieber gewesen als Assad?

Ernst-Günther Konrad | Fr, 21. Dezember 2018 - 08:09

Jahrzehnte lang wurden der USA vorgeworfen, aus rein persönlichen Motiven überall in der Welt, Kriege zu führen und sich als "Weltpolizei" aufzuspielen. Man mag Trump in Person mögen oder nicht. Aber er zeigt Haltung und holt "seine" Amerikaner zurück und setzt sie nicht weiter der Gefahr aus, " für andere" zu sterben. Nicht er, sondern seine Vorgänger haben Truppen nach Syrien geschickt. Ja, es gibt Teile der Bevölkerung die unter Assad leiden, ohne Frage. Assad hat aber auch Anhänger in diesem Land, die ihn wollen.
Das er die Kurden im Stich läßt ist verwerflich, nur wie im Artikel festgestellt, hätten diese spätesten nach dem Giftgaseinsatz und dem fehlenden Handlungswillen Obama's diese merken müssen, dass ihre Kämpfer nur Mittel zum Zweck waren.
Traurig aber wahr. Es gibt keinen gerechten Krieg.
Lösungen können nur im Gespräch gefunden werden.

Marie Werner | Fr, 21. Dezember 2018 - 08:47

was gibt es daran auszusetzen? Es war nicht Trump, wo vor vielen Jahren den Krieg angezettelt hat. Trump hat bereits in seinem Wahlkampf angekündigt, amerikanische Truppen u.a. auch aus Syrien abzuziehen. Lange genug hat er u.a. auch der Nato sein Vorhaben erklärt. Er hat auch die EU aufgefordert, sich selbst künftig um ihren eigenen Schutz zu kümmern. Hier jetzt so zu tun als wenn am Ende Trump an allem schuld wäre ist lächerlich. Was macht eigentlich Deutschland in dem Syrien Konflikt ??? Waffen indirekt liefern. !!!
Also mal schön den Ball flach halten.
Im übrigen kenne ich kein arabisches Land, wo Demokratie herrscht. Ob Assad oder wer auch immer dran ist... spielt es eine Rolle? Es geht uns nichts an. Der Nahe Osten muss seine Probleme schon selbst lösen. Zum IS: Spätestens 2015 hätte man massiv die Grenzen schützen und entsprechend Gesetze ändern müssen, statt alle herzlich Willkommen zu heißen. Westliche Einmischungen im Nahen Osten haben nie was gebracht.

Susanne antalic | Fr, 21. Dezember 2018 - 12:37

In reply to by Marie Werner

In so vielen Kommentaren in Deutschland lese ich, dass die USA eine Besatzungsmacht in Deutschland ist und die meisten wollen die Amis weg haben, ich möchte nicht das Geschrei hören, wenn sie das tatsächlich tun werden, wenn man schon ein Geschrei macht, wie schlimm das für Europa wird, wenn sich die Amis aus Syrien zurückziehen. Wo wäre D. ohne die Amis damalls, einbischen Dankbarkeit währe angemessen. Ich habe die russische Besatzungsmacht erlebt und da muss ich über die Feindschaft viele Deutschen gegenüber USA nur lachen. Die haben keine Ahnung.

Kostas Aslanidis | Sa, 22. Dezember 2018 - 09:28

In reply to by Susanne antalic

nicht mit dem heutigen Russland zu vergleichen sind. Hitler Deutschland und das heutige, ist auch nicht zu vergleichen. Die Sowjetunion war ein Unrechtsstaat. Die USA müssen aus Deutschland abziehen und sie melken Deutschland wie eine Kuh. Bestimmt bei ihnen zuhause der Nachbar? Würden sie das zulassen? Sie können auch schreiben, wo wäre Hitler Deutschland ohne die Sowjetunion. Das Hakenkreuz über jede europäische Hauptstadt. Nicht missverstehen. Ich verteidige die Sowjetunion nicht. Hab für Linke nicht das geringste übrig, denn es sind Faschisten von der Rotseite.. Sie hatten 27 Millionen Tote zu beklagen und ein total zerstörtes Land. Praktisch die Hälfte aller Opfer.

Annette Seliger | Fr, 21. Dezember 2018 - 09:38

"legt die Entscheidung über die Zukunft des Landes in die Hände Assads, Putin und Erdogans"

Mit Verlaub Herr Bickel, Syrien ist ein von der UN anerkannter Staat, mit einer demokratisch gewählten Regierung in dem bis vor kurzem ein Bürgerkrieg herrschte. Die demokratisch gewählte Regierung ist verantwortlich und sonst niemand.

Wer den Bürgerkrieg initiierte werden vielleicht irgendwann die Historiker herausfinden, aber dass das die sogenannten "Rebellen" in Syrien in unserer medialen Welt immer gleich mit Demokratie Bestrebungen gleichgesetzt werden halte ich für ausgemachten Unsinn. Wer hat die Rebellen ausgestattet und wer hat sie bezahlt?

Die damalige Entscheidung Russlands auf Bitten der Syrer in den Bürgerkrieg einzugreifen war zur Wiederherstellung der Ordnung absolut richtig.

....oder wollen wir noch mehr Chaos mit dem vermeintlichen medialen Vorwand einer "Demokratie Sehnsucht" in den arabischen Ländern?

Es ist Sache der Syrer und nicht unsere!

Heinrich Niklaus | Fr, 21. Dezember 2018 - 10:40

Der eigentliche Skandal ist doch, dass die "Volkergemeinschaft" Erdogan einen völkerrechtswidrigen Krieg gegen die Bevölkerung in Syrien "gestattet". Wo bleibt denn die hörbare Kritik der Bundesregierung zu dieser Ungeheuerlichkeit.

Das Trump nun die Truppen abziehen lässt, nachdem der IS zerschlagen ist, ist doch nachvollziehbar.

Die Heuchelei der Bundesregierung im Zusammenhang mit der Erdogan-Politik ist nicht zu ertragen.

Günter Johannsen | Fr, 21. Dezember 2018 - 19:03

In reply to by Heinrich Niklaus

von dieser Bundesregierung. Nun lässt man sie fallen und schiebt die Schuld auf Trump, der eine Beteiligung Deutschlands und der der EU - wenigstens finanziell - schon länger forderte.
Hauptsache war, man konnte Waffen an die Kurden liefern - gleichzeitig hat man Erdogan mit modernsten Waffen ausgestattet, der die Kurden damit dann fast gänzlich meucheln konnte?! Wie ekelhaft und schäbig ist das denn … ? Dann präsentieren sich diese etablierten Politiker noch als die Welt-Moral-Elite … !
Schamgefühl Fehlanzeige! Dafür installiert man nun gegen die "Klassenfeinde" einen neuen Verfassungsschutz, der sich gegen die eigene Bevölkerung richtet unter dem Vorwand "Kampf gegen Rechts"! Nachtigall …… !

Noldi Baum | Fr, 21. Dezember 2018 - 11:20

Die Kurden wurden schon immer um die Früchte ihrer Bemühungen betrogen. Warum sollte es diesmal anders sein ? Trump wird nicht der Letzte sein, der (dem grössten Volk ohne eigenen Staat) sein schon oft zugestandenes Selbstbestimmungsrecht ignoriert.

Michael Murmurachi | Fr, 21. Dezember 2018 - 11:26

Niemand sollte von der Entscheidung überrascht sein: Donald Trump hat im Wahlkampf versprochen die Politik von Weltpolizei, Regimechange und Demokratieexport zu beenden. Jetzt fängt er an einzulösen.

Warum auch nicht. Soll er ohne substantielle Unterstützung von Ländern wie Deutschland auf allen Politikfeldern erneut die Lasten seine jungen Bürger schultern lassen? Soll er weiterhin dem „Swamp“ eine lohnende Bühne für gewinnbringende Geschäfte bereiten? In der Vergangenheit war die Kritik am militärisch-industriellen Komplex in aller Munde. Jetzt wird die Forderung nach Beendigung eingelöst. Weil es aber Donald Trump tut, ist es falsch.

Obama und die Europäer haben bei Krim und Syrien Putin das Feld des Handelns überlassen. Warum sollte Donald Trump jetzt versuchen diese Fehler zu korrigieren? Dafür ist es jetzt wohl zu spät. Putin hat das Mantra von ausschließlich diplomatischen Lösungen ad absurdum geführt und Fakten geschaffen, in der Ukraine und in Syrien.

Hubert Knapp | Fr, 21. Dezember 2018 - 12:10

Nachdem genug Hochzeitsgesellschaften erfolgreich bombardiert wurden, zieht er ab. Es wäre für alle das Beste, wenn er einfach in seinem Land bleiben würde.

Ernst-Günther Konrad | Fr, 21. Dezember 2018 - 12:55

Er darf schon allein deshalb von der westlichen Welt nicht gemocht werden, weil er genau das tut, was es vor seiner Wahl versprochen hat. Wir gänzlich weniger Probleme, hätten unsere Politikdarsteller das Drehbuch des Volkes gespielt und nicht ihr eigenes.
Schöne Weihnachten, egal woran sie sonst glauben:)

Karin Wolter | Fr, 21. Dezember 2018 - 12:59

Putin will ein Syrien mit Assad, der Westen will ein Syrien ohne Assad. Dabei geht es nicht um Demokratie, sondern um Geopolitik und Einflusssphären. Was für ein Staat ein Syrien ohn Assad gewesen wäre, ist jedenfalls äußerst unsicher. Die Schwarz-Weiss Malerei in den deutschen Medien ist ganz sicher unangebracht.
Mit Merkels üblichen Diktus würde ich empfehlen, doch mal die Chancen zu sehen. Ein Alphapolitiker macht die üblichen Spielchen um Krieg und Einflusssphären nicht mehr mit und geht tatsächlich nach Hause. Stellt Euch vor es ist Krieg und keiner geht hin. Frohe Weihnachten.

Robert Müller | Fr, 21. Dezember 2018 - 13:05

Als die syrischen Kurden die Jesiden im Irak retteten, gab Berlin den irakischen Kurden Waffen. Weil Erdogan das so wollte. Später, als die syrischen Kurden den IS besiegten und viele Flüchtlinge aufnahm, half Berlin nicht, auch nicht mit z.B. Baumaterial. Weil Erdogan das so wollte. Was Trump macht ist also nichts anderes als was Berlin zuvor gemacht hat.

Birgit Fischer | Fr, 21. Dezember 2018 - 13:30

Die Medaille hat wie immer zwei Seiten. Der Abzug aus Syrien ist aus amerikanischer Sicht (welche sonst?) richtig, denn Trump-Amerika beendet damit eine Dauer-Invasion. Seine Vorgänger haben das nie geschafft. Aus Sicht der Kurden ist es tragisch aber nachvollziehbar. Ein eigener Kurdenstaat stand nie auf der USA-Agenda, anders als bspw. im Kosovo. Dort wurde bewusst Nation Building betrieben. Der Ami misst gerne mit mehrerlei Maß. Die BRD sollte ihren Afghanistan-Einsatz überdenken, denn ohne Amis steht die Bundeswehr dort ziemlich alleine und dann kommen Merkel unschöne Bilder ins Haus. Absender: Taliban.

Juliana Keppelen | Fr, 21. Dezember 2018 - 14:04

wie kleine Kinder denen man ihr Spielzeug weggenommen hat (tut mir leid aber ich kann nicht anders) all die "Experten", Denken-Lasser, Kriegstreiber und zum (großen) Teil recht beschränkt Denkende in der Politik aller Couleur. Sie bejammern, dass das alte Rezept das nur Flops kreirt hat nicht mehr gelten soll. Offensichtlich hat Herr Trump erkannt, dass neue Rezepte erforderlich sind um die Balance zu halten. Die Welt hat sich weitergedreht und verändert. Halten wir fest die erste Begründung für den Syrien Krieg war "Assad mus weg", danach war die Begründung der IS wird bekämpft, jetzt muss die Rettung der Kurden herhalten. Den Kurden die ja syrische Bürger sind kann man nur empfehlen sich mit Herrn Assad zusammen zu setzten und über ihre Zukunft zu beraten. Die Türkei ist doch Natostaat da kann doch der oberste Heeresführer einfluß nehmen und die Türkei massiv warnen vor einem Einmarsch in Syrien. Die Begründung die USA muss in Syrien bleiben um die Kurden zu retten ist hanebüchen.

Harro Meyer | Fr, 21. Dezember 2018 - 14:11

Aus mit der „Demokratie“ im armseligen Syrien, das von der Familie Assad über Generationen in einem bemerkenswerten Wohlstand geführt wurde, obwohl Israel den fruchtbartesten Teil des Landes annektiert hatte. Aus der Versuch der Weltmacht, durch geschicktes Aufeinander hetzen verschiedener Gruppen im Namen der Demokratie ohne Mühe absahnen zu können. Es fand sich kein Hitler, der angefüttert mit einer kruden Ideologie, sein Volk die Arbeit machen ließ. Erdogan ist eben ein würdiger Nachfolger des Atatürk. Und ein Lob dem neuen Führer der USA, der dem unmoralischen Treiben der „Demokraten“ ein Ende gesetzt hat

Jürgen Lehmann | Fr, 21. Dezember 2018 - 15:25

Es ist erstaunlich wie hoch der Truppenabzug der Amerikaner angelegt ist, trotzdem es sich gerade einmal um 2000 Soldaten handelt.
Der Abzug ist richtig, aber nicht weil Trump aus nachvollziehbaren Gründen handelte, sondern weil die USA in Syrien nichts verloren haben und nie für eine Lösung der Krise gesorgt hätten.
Der "Sieg der Autokraten" war richtig und sollte begrüßt und nicht verdammt werden.

gerhard trautmann | Sa, 22. Dezember 2018 - 09:45

Ich finde es bedauerlich,dass es immer noch soviel Leser Ihrer Zeitschrift gibt,die einen solchen unberechenbaren Präsidenten für gut heissen.Ich hoffe,dass die EU-Laender den Mut haben die Kurden zu unterstützen,die mit Erfolg gegen den IS gekämpft haben.Man kann doch die Menschen nicht allein im wahrscheinlichen Kampf gegen die Türken allein lassen.Ich kann nur hoffen,dass die Amerikaner.die jetzt auch noch einen sehr vernünftigen Verteidigungsminister verloren haben bei den nächsten Wahlen sich genau überlegen wenn sie als Präsidenten wählen möchten.