Jean Asselborn - Monsieur Klartext

Als Außenminister von Luxemburg hat Jean Asselborn zwar nicht viel zu sagen, trotzdem spricht er stets auf allen Kanälen – die Omnipräsenz gehört zu seiner Strategie

Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn sitzt am 12.11.2017 vor der Verleihung des Siebenpfeiffer-Preis an den türkischen Journalisten Can Dündar im Forum in Homburg (Saarland)
In Luxemburg wird Jean Asselborn ebenso geachtet wie belächelt – seit Jahren ist er der mit Abstand beliebteste Politiker / picture alliance

Autoreninfo

Christoph Bumb ist Journalist und Gründer des in Luxemburg erscheinenden digitalen Magazins Reporter.lu

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Wenn Jean Asselborn eine Woche lang nicht vom Deutschlandfunk interviewt wurde, muss man sich Sorgen machen, heißt es spöttisch unter Luxemburgs Journalisten. Wie in jedem guten Witz steckt auch in diesem ein Stück Wahrheit. Kein ausländischer Politiker ist in deutschen Medien so gefragt wie er. Das liegt vor allem an seinem erfrischenden Hang zum Klartext. Wenn der dienstälteste Außenminister in der EU mit Journalisten spricht, ist die Schlagzeile sicher.

Sein Image als „Europameister der kantigen Aussagen“ (Spiegel) oder „außenpolitischer Sprecher der EU“ (Luxem­burger Wort) verdankt der 69-Jährige einer Mischung aus Charme, Erfahrung und medialer Strategie. Letzteres würde er zwar nie zugeben. Doch die Dichte seiner Zitate in der Auslandspresse ist kein Zufall. Oft genug meldet sich der Chefdiplomat des 600 000-Einwohnerstaats sogar selbst per Handy bei Journalisten, mit denen er europaweit mehrsprachig per Du ist. Die wenigsten können ihm mittlerweile widerstehen.

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Christa Wallau | Fr, 13. Juli 2018 - 13:16

Asselborn gehört m. E. zu der "Sorte" von Politikern, die mit beschränkter Intelligenz, aber dafür mit viel Sendungs- und Selbstbewußtsein sowie Extrovertiertheit ausgestattet sind. Diese Art von Politikern redet besonders gerne und oft.
Asselborn ist ein Typ wie unser langjähriger Ministerpräsident in RLP , Kurt Beck, der große Volksnähe und auch eine volkstümelnde Ausdrucksweise (reduzierter Sprachschatz!) pflegte.
Beide kommen aus dem gleichen "Stall", nämlich dem der Sozialdemokraten.
Immerfort betonen sie, wie gut sie es mit den Menschen meinen und wie ernst sie
moralische Werte nehmen.
Die Bilanz ihrer Tätigkeiten ist im Vergleich dazu
mehr als bescheiden. Was hat Asselborn konkret
geleistet? Ich weiß es nicht.
Beck jedenfalls hat in RLP einen Trümmerhaufen
mißlungener Projekte hinterlassen, für die der Steuerzahler gerade stehen muß.
Warum eigentlich gehen Journalisten solche
offensichtlichen Blender nicht schärfer an???
Hat es mit Nähe - wie auch immer - zu tun?

... ich stimme Ihnen zu, gut formulierte Worte haben Sie gefunden, im Besonderen zum Thema "beschränkter Intelligenz", ebenso hier: " redet besonders gerne und oft." Bmerkenswerte Sachverhalte bezüglich des Namens Asselborn habe ich trotz längeren Überlegens nicht finden können.
Ist aber alles nichts Neues, wir werden damit leben müssen.

Herzlichen Dank für Ihren s. guten u. richtig pointierten Beitrag.
Auch Ihrem Fragesatz am Ende schließe ich mich an.

Der CICERO ist m. Erf. nach mittlerweile eine Art Ausnahme geworden. Eine sehr positive.

Div. andere sogn Mainstream-Medienblätter, zensieren munter (unbegründet) weg, oder sperren einen einfach ganz aus.

Polit-Typen wie Asselborn sollten öfter verschwiegen werden. Das wäre Ihrer "Größe" angemessen.

Markus Michaelis | Fr, 13. Juli 2018 - 14:10

Ich denke der übertriebene Idealismus von Asselborn ist auch der Sicht eines kleinen Landes geschuldet. Dies verführt zu einem Standpunkt, dass es ein großes Drumherum gibt, als festen Rahmen, den man im Rahmen seiner Möglichkeiten positiv beeinflussen will. Dass der Rahmen aber nur die Summe allen Handelns ist und auch kollabieren kann, sieht mann vielleicht in kleinen Ländern nicht so.

Ein Idealismus, der sich nur an Werten orientiert und nicht mehr an realen Menschen mit all ihren Widersprüchen und ihrer Vielfalt, ist in Prisen für mich willkommen. In der Übertreibung wird er glaube ich gefährlich.

Armin Latell | Fr, 13. Juli 2018 - 14:29

ist mir bisher nur deswegen aufgefallen, weil alle seine Äusserungen zeigen, dass er ein den Realitäten Entrückter ist, belehrend mit ideologischen Scheuklappen, irgendwie ein Wesensverwandter von
M.Schulz.

HUbert Sieweke | Fr, 13. Juli 2018 - 16:15

diese EU Politiker - ohne die EU wüsste die Welt sicher nicht wer oder was LUX.... ist - bewirken, desto größer wird ihre Extrovertiertheit. Wenn ich an das Gespann Schon-clood und Schan denke, fällt mir als erstes mal Wein ein, dann Zigaretten, dann Luxemburg und seine Oasenpolitik mit Amazon, Google uns Facebook. Dazu die netten Filmchen auf Youtube.

Jeans sozialistische Sottisen finden bei der deutschen Linkspresse reges Gehör, nach seiner Politik und was er bewirkt hat, fragt niemand. Die Antwort wäre, nichts.

Schön zu wissen, dass man nicht alleine ist, wenn man die luxemburgischen Granden als etwas gar selbstsicher, zuweilen unehrlich und selbst verliebt wahrnimmt.

Thorsten Rosché | Fr, 13. Juli 2018 - 16:23

Aus der Überschrift gebastelt : Jean Asselborn hat zwar nicht viel zu sagen, trotzdem spricht er stets auf allen Kanälen.

Willi Mathes | Fr, 13. Juli 2018 - 22:01

Hallo Frau Wallau,

stimme Ihrer Charakterisierung von Monsieur Asselborn " gnadenlos " zu !

Freundliche Grüsse

Romuald Veselic | Sa, 14. Juli 2018 - 08:06

Jean Asselborn andauernd in ÖR-Sendern gezeigt wird und seine Statements so gefragt werden. Von wem?
Was ist Luxemburg?
Ein Chinese würde fragen: In welchem Hotel wohnen die Luxemburger?

Ich glaube ein Außenminister aus Estland oder Slowenien dürfte als Alternative zum Jean A. gleich ebenbürtig werden. Oder gefallen die Antworten von Jean A. Kollegen aus Estland/Slowenien den deutschen ÖR-Sendern nicht?

wolfgang spremberg | Sa, 14. Juli 2018 - 13:36

Asselborn einst im ÖR zu Briefkastenfirmen in Luxemburg : schafft Arbeitsplätze.....
für die Leute, die die Briefkästen montieren ? Die Namensschilder auswechseln....?
Idealismus sehe ich da eher nicht. Beschränkte Intelligenz könnte schon eher passen....obwohl ...sooo wenig Intelligenz....kann ich auch nicht glauben...

Reiner Kraa | Sa, 14. Juli 2018 - 18:55

ist ein Kumpel von Junker. Beide haben in Luxemburg die Steueroase für Großkonzerne eröffnet, d. h.sie haben dort "legale Möglichkeiten" geschaffen, keine oder zumindest deutlich weniger Unternehmenssteuern zu zahlen als anderwo in der EU. Während man Junker noch einen gewisse Eigenständigkeit zubilligen kann, falls er nicht gerade einen über den Durst getrunken hat, ist Asselborn nichts weiter als sein Echo. Fällt Junker, fällt auch Asselborn.

Bernd Fischer | Sa, 14. Juli 2018 - 23:37

verlogene Moralapostel im europäischen EU-Raum den die Welt gesehen hat.

Ich würde das "verlogene" sofort zurücknehmen wenn er , der Asselborn, seine Moral-Attitüden wenigstens sachlich begründen würde.

Aber nein, er bedient sich leider auch der Sprache derer die er gerne als Po­pu­lis­ten abkanzeln möchte.

Auch seine Zeit ( poltisch ) wird kommen.