Herr der Wildnis: Der Löwe Cecil, prominentes Opfer des amerikanischen Zahnarztes Walter Palmer / dpa

Großwildjagd in Afrika - In der Höhle des Löwen

Großwildjagd in Afrika steht auf der Streichliste westlicher Politik. In Deutschland wollten die Grünen verbieten, dass Touristen Jagdtrophäen mit nach Hause nehmen. Doch jetzt, als Regierungspartei, sind sie zurückhaltender. Denn die Sache ist kompliziert. Den Tierbeständen würde ein Verbot eher schaden als nützen. Und Jagdtouristen bringen Geld, das Anreiz schafft, damit lokale Wilderer nicht mehr wildern.

Autoreninfo

Jan Grossarth ist Professor für Bioökonomie und Zirkulärwirtschaft an der Hochschule Biberach. Von ihm erschien 2019 das Buch ,,Future Food - Die Zukunft der Welternährung" (wbg Theiss).

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An einem Sommertag des Jahres 2015 betrat der amerikanische Zahnarzt Walter Palmer nach langem Flug afrikanischen Boden. Jetzt im Juni war es in Simbabwe Winter, die schönste Zeit zum Reisen. Sein Urlaub in Simbabwe – Zehntausende Dollar teuer – sollte für ihn, Doctor Palmer, ein ganz besonderer werden. Und so kam es auch: Palmer wurde weltbekannt, verhalf einem Löwen zu einem Wikipedia-Eintrag. Und über ihn selbst, Palmer, erschienen bald Hunderte Artikel auf News-Portalen: „The lion killer Walter Palmer“.

Palmer reiste in jenem Sommer bis nahe an die Grenze Botswanas, in den Hwange-Nationalpark. Guides empfingen ihn und führten ihn wie üblich ins Revier. Er hatte Löwenjagd gebucht und wurde fündig: Palmer lockte mithilfe seiner Guides einen Löwen auf die freie Fläche. Dann setzte er zum Abschuss an – nicht mit dem Gewehr, sondern mit Pfeil und Bogen, was eine besondere Herausforderung für moderne Großwildjäger darstellt. Das Tier fiel zu Boden und starb erst viele Stunden später, denn dieser Tod ist vormodern.

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Sabine Lehmann | Di., 4. Oktober 2022 - 20:56

Mir völlig egal, dass hier tatsächlich(??) Gründe dafür benannt werden, dass das Abschießen von aussterbenden Arten doch eigentlich zu deren Wohl(??) stattfinden soll. Diese sogenannten Großwildjäger sind in meinen Augen psychisch gestört und pervers. Das sieht man schon daran, mit welcher Freude, Euphorie und einer gehörigen Portion Narzissmus sie ihren Jagderfolg danach inszenieren. Verursacht bei mir ausgeprägte Übelkeit. Was sind das nur für Menschen?
Und nein, ich sehe für mich da keine Doppelmoral, wenn ich persönlich ab und zu ein Stück Fleisch esse. Ich weiß in dem Fall jedenfalls wo es herkam und wie es geschlachtet wurde. Sicher nicht von perversen Trophäenjägern.

Heidemarie Heim | Mi., 5. Oktober 2022 - 15:35

Antwort auf von Sabine Lehmann

Da mir die 1000 characters nicht genügend Raum lassen warum und wieso ich diese "Eingriffe in die Natur" seitens dieser mit Pfeil und Bogen oder gern mit Hochpräzisionswaffen versehene Spezies einfach nur aufs äußerste widerwärtig und respektlos finde gegenüber diesen stolzen und starken Mitgeschöpfen, schließe ich mich Ihrer Meinung voll und ganz an geehrte Frau Lehmann.
Einen persönlichen Gedanken/Frage möchte ich jedoch hinzufügen:
Nämlich, warum der sich ohne Rücksicht auf eigene und andere Verluste vermehrende, invasive Mensch einbildet das alleinige Recht auf jegliches Leben und dessen Fortbestand auf unserem Planeten zu haben. Wenn uns da mal nicht demnächst mehr als eine Zacke aus der Krone der Schöpfung bricht! Alles Gute! MfG

Gabriele Bondzio | Mi., 5. Oktober 2022 - 08:37

Das ist das eigentliche Problem. In der Oposition fordern und in Regierungsverantwortung die Hände in den Schoß legen.

Es gibt eben immer zwei Seiten einer Medaille, die eine Seite wird beim "fordern" immer ausgeblendet.
oder so:
"Wo Armut herrsche, werde jeder Meter Land für die Haltung von Nutztieren verwendet. Wo reiche Menschen jagten, erhielten sich die Tierbestände."

So ist es nun mal...auch wenn ich es zu ko.... finde.

Georg Kammer | Mi., 5. Oktober 2022 - 14:04

und anderes Getier aus Afrika, hat mich noch nie interessiert, auch nicht, wie diese zu Tode kommen.
Wolf und Luchs, in Deutschland, sollten gleichermaßen in Betracht gezogen werden.
Ich möchte nicht, das bei einem persönlichen Überlebenstraining im Wald, mit meiner Familie, meine Enkelkinder von solchen Tieren angefallen und schwer verletzt werden.
Es gibt nur eine Lösung, ganz einfach, zielgerichtet und hoch effizient.
Weidmanns Heil.

Sabine Lehmann | Mi., 5. Oktober 2022 - 17:16

Antwort auf von Georg Kammer

Ihr fast schon pathologischer Verfolgungswahn in allen Ehren, Herr Kammer, aber für etwas mehr Bodenhaftung empfehle ich Ihnen einen Faktencheck. Man liest ja quasi täglich von ermordeten Familien, die beim Osterspaziergang von tatsächlich(!!) freilaufenden Luchsen, Wölfen, Rehen, Hasen, ja und man munkelt sogar von aufdringlichen Ninja-Eichhörnchen in Kampfsportausrüstung massakriert wurden;-)
Ach so, und noch ein kleiner Freizeittip für Ihre jetzt schon fast bemitleidenswerte Familie, die gezwungen werden könnte mit Ihnen ein Survivaltraining zu absolvieren: Konsultieren Sie doch besser vorher jemand der sich damit auskennt und vielleicht etwas mehr Respekt vor der lebenden Kreatur hat als SIe. Obwohl im Vergleich zu Ihnen, gehört da nicht viel dazu;-) Oder noch besser, bleiben Sie einfach zu Hause, wenn die Welt untergeht.

Gunther Freiherr von Künsberg | Mi., 5. Oktober 2022 - 15:46

Andere Länder, nicht nur andere Sitten, sondern auch andere ethischen Grundsätze. Es ist typisch deutsch deutsche jagdethische Grundsätze auf das Jagdgeschehen anderer Kulturen anzuwenden. Wenn es um Tierschutz geht ist die deutsche Jagd die tierschutzgerechteste Fleischerzeugung überhaupt, wobei auch hier die Trophäe bisweilen Bedeutung erlangt. Wer dies bezweifelt dem empfehle ich einmal morgens einen Schlachthof aufzusuchen, in dem ökologisch gezogene Schweine gesetzeskonform geschlachtet werden sollen. Die Hilfeschreie dieser Schweine, die genau wissen was ihnen passiert, gehen durch Mark und Bein. Das Hausschwein weiß was ihm passiert, das Wildschwein das jagdlich geschossen wird nicht. Im Normalfall hört das Wildschwein noch nicht einmal mehr den Schuss.
Ein sog. Trophäenjäger erzählte mir, er habe legal einen Elefanten erlegt. Binnen weniger Stunden sei das gesamte verwertbare Fleisch, d. h. nahezu alles, von dem örtlichen Stamm zur Verwertung gekommen. Soviel zur Trophäenjagd

Ernst-Günther Konrad | Mi., 5. Oktober 2022 - 17:50

Ich lehne diese perverse Art der Jagd nur der Trophäen wegen rundweg ab. Sollen die doch ihre Safaris zum guten Zweck zur Erlangung des jeweils besten Tierfotos machen. Auch schöne Bilder können fotografische Trophäen sein. Aber so ist er der Mensch. Er erhebt sich über die Tier- und Pflanzenwelt nur zur persönlichen Befriedigung des Egos.
Dabei ist die Natur auch in Afrika durchaus in der Lage sich selbst zu regulieren, wenn nicht der Mensch eingreift. Obwohl wir in D mit das strengste Jagdrecht haben und Hege und Pflege des Waldes einschließlich sinnvollen Abschusses bei Überpopulation, wollen uns die GRÜNEN das Fleisch streitig machen. Und jetzt beim Thema Wildtiere und Wilderer in Afrika hören wir von denen was? Richtig. Nichts. Warum. Weil sie alles Heuchler sind.