Außenministerin Annalena Baerbock besucht eine durch den Krieg verwüstete Stadt in der Ukraine / picture alliance

300 Tage Krieg in der Ukraine - Das westliche Märchen der Alternativlosigkeit

Gigantische Zerstörungen und unendliches Leid der Zivilbevölkerung prägen bereits seit 300 Tagen den Lebensalltag der Ukrainer. Doch wie ist dieser Krieg zu beenden?

Autoreninfo

Botschafter a.D. Rüdiger Lüdeking war während seiner Zeit im Auswärtigen Dienst (1980-2018) in verschiedenen Verwendungen, u.a. als stv. Beauftragter der Bundesregierung für Abrüstung und Rüstungskontrolle und Botschafter bei der OSZE, mit Fragen der Sicherheits- und Rüstungskontrollpolitik intensiv befasst.

So erreichen Sie Rüdiger Lüdeking:

Der menschenverachtende Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine wütet schon über 300 Tage. Zehntausende, nein vermutlich Hunderttausende Menschen – sowohl Russland wie die Ukraine verschweigen Opferzahlen – haben in diesem Krieg bisher ihr Leben verloren. Unabsehbar auch die Folgen des Kriegs – nicht nur die massiven Zerstörungen in der Ukraine, sondern auch die mittelbaren Folgen, die auch Europa wirtschaftlich zurückwerfen und über Jahre, wenn nicht Generationen beschäftigen werden. Und dennoch: Ein Ende des Kriegs ist nicht absehbar.

In seiner Rede vor Offizieren hat Putin am Mittwoch verdeutlicht, dass er den Krieg auch im neuen Jahr fortführen und unverändert seine Kriegsziele erreichen will. Welche Ziele das unter den jetzt gegebenen Umständen sind, ließ er ebenso offen wie die Frage der Umsetzung und Finanzierung der angekündigten Stärkung der russischen Streitkräfte. Und Präsident Biden versicherte bei seinem Zusammentreffen mit Selenskyi, dass die USA weiterhin eng an der Seite der Ukraine stünden und weiterhin beträchtliche, auch militärische Unterstützung leisten würden. Unter anderem wurde von den USA jetzt auch die Lieferung von Patriot-Flugabwehrraketen angekündigt; diese wurden schon lang von der Ukraine gewünscht und werden die Luftabwehrkapazitäten – wenn auch nur aufgrund des begrenzten Lieferumfangs regional begrenzt – spürbar verstärken.

Cicero Plus weiterlesen

  • i
    Alle Artikel und das E-Paper lesen
    • 4 Wochen gratis
    • danach 9,80 €
    • E-Paper, App
    • alle Plus-Inhalte
    • mtl. kündbar
Karl Kuhn | So., 25. Dezember 2022 - 15:22

und mehr oder weniger kompetente Experten wie der Autor der obigen Zeilen bekommen auch ausreichend Raum, diese einem breiten Publikum schmackhaft zu machen.

Aber die Alternativen sind im gleichen Maße verwerflich ('lasst Russland doch auch ein bisschen Erfolg in diesem Krieg haben!') wie deren Prämissen idiotisch sind ('DER WESTEN war so arrogant!'). Diese Position ist allgemein bekannt und wird beispielsweise vom außenpolitischen Establishment der Merkel-Bürokratie vertreten, siehe der Autor. Dieser Herr scheint sich nicht die geringsten Gedanken über das Scheitern seiner eigenen Ansätze zu machen (fehlende Abschreckung Russlands). Das nenne ich alternativloses Denken.

Ihre Prognose bitte, der Herr.
Wer wird scheitern die US-Nato gestützten ukrainischen Oligarchen und ihre nationalistischen Helfer oder Russland?
Wer zeigt zuerst echte Verhandlungsbereitschaft? Verhandeln heißt, es muß für beide Seiten ein vertretbares Ergebnis geben.
Alles oder nichts ist Endsieg-Mentalität, bis zum Preis totaler Zerstörung, bedingungslose Kapitulation.

Wolfgang Borchardt | So., 25. Dezember 2022 - 16:14

Ja, genau das wäre nötig. Ist aber der "woken" Außenpoltik verlorengegangen. Und viele Menschen, zuvorderst indes die Medien lassen sich emotinal aufheizen, nicht anders als mittelalterlich ist diese Politik zu nennen. Verantwortliche fühlen sich von den Wählern getrieben, die mittlerweile zu Waffenspezialisten herangereift sind. Dabei hätten die Verantwortlichen die Macht, vernünftige Lösungen durchzusetzen. Im Duenst der Sache. Und Erfolgsausichten gibt es, mit denen Sie am Ende auch sich, ihrer Partei und den Wählern nutzen. Auch, wenn die das zunächst nicht glauben möchten. Auch unabhängig von den USA, die allein von diesem Krieg profitieren (Waffen, Erdgas..) , ohne auch nur das kleinste Risiko eingehen zu müssen.

Werner Peters | So., 25. Dezember 2022 - 17:40

Das ist ja so nicht ganz richtig, dass der Westen auf die militärische Karte setzt. Er liefert Waffen, zu viel oder zu wenig, ist die Frage. Putin muss den Krieg im eigenen Land spüren, vorher gibt er nicht nach. Das bedeutet, die Ukraine muss mit Unterstützung des Westens auch russische Gebiete angreifen und zerstören. Evtl. muss die Ukraine jetzt auch in die NATO aufgenommen werden, mit allen Konsequenzen.

Echt jetzt? Wer hat denn den westlichen Regierungen ihrer Ansicht nach die Legitimation gegeben, den Ukrainekrieg mit allen Konsequenzen zu führen? Diese schließen die physische Vernichtung Europas und Nordamerikas mit ein - für ein Land, dass auch ohne Krieg ein demographisches Auslaufmodell ist. Ich für meinen Teil möchte nicht für die Ukraine sterben und ich möchte auch das Leben meiner Kinder nicht riskieren für diesen Krieg zwischen zweier ehemalige Sowjetrepubliken. Wenn Sie sich unbedingt einbringen möchten, melden Sie sich doch bitte freiwillig. Die sich ausdünnenden ukrainischen Reihen müssen immer wieder neu aufgefüllt werden.

Verstehe ich, dass Sie das nicht wollen. Umso mehr sollten Sie froh darüber sein, dass die Ukrainer den Kopf für Sie hinhalten. Oder würden Sie im Ernstfall ein Leben unter Putins Knute vorziehen? Das ist letztlich die Frage.

Ich persönlich würde dann doch lieber unter Putins Knute leben wollen, als unwiederbringlich tot irgendwo im Niemandsland zu liegen. Auch Putins Zeit ist endlich.

"… Oder würden Sie im Ernstfall ein Leben unter Putins Knute vorziehen? Das ist letztlich die Frage..."

Oh Herr Kaspar, steht der Russe schon vor Kölln oder Ingolstadt? Hab ich da was nicht mitbekommen?
Glauben Sie ernsthaft, Putin marschiert in die NATO ein und bricht einen 3. WK. ohne Not vom Zaun? Dann packen Sie mal schon.

Seien Sie mal schön froh, dass die Ukrainer (eines der korruptesten Staatsgebilde der Welt) für Sie den Kopf hinhalten und Ihnen "Demokratie und Freiheit" verteidigen. Schon wieder fallen Sie auf den Ami-Schmodder rein! Nein, ich will das nicht! Weil ich aus zig Beispielen weiß, wie das endet, jedesmal! Let's face it: die Ukrainer werden von den Amis verheizt für Ziele, die nicht die Ihren sind. Was haben Sie und ich damit zu tun! Ja, so viel dass das ein Verbrechen ist. Haben Sie den Mut zur Wahrheit!

"Das bedeutet, die Ukraine muss mit Unterstützung des Westens auch russische Gebiete angreifen und zerstören." - Logisch, klar! - Und was hindert die Russen dann, auch Gebiete in Polen und Deutschland anzugreifen und zu zerstören? Dort kommen schließlich die Waffen, die Logistik und die Zieldaten her - ohne den Westen, ohne die NATO wäre die Ukraine längst überrannt. Russland (nicht Putin!) kann und wird auf die Gebiete im Donbas und die Krim nicht verzichten, niemals! Das hat nichts mit Völkerrecht zu tun - sondern allein mit seinen Interessenssphären, seinem "Vorhof" (dem front yard - eine amerikanische Erfindung!). So wie Kuba oder Mexico zur Interessenssphäre der USA gehören. Wer in Deutschland dafür ist, dass die Ukraine den Russen die Krim wegnimmt, der muss die Zerstörung Deutschlands verantworten. Klar, die Grünen Khmer und die Roten Dummköpfe sind bereit dazu. Der korrupte Halunke Biden sowieso! Aber wir die Bürger Deutschlands, wollen wir das? - Also: Verhandlungen jetzt!

Herr Peters, hören Sie sich den Vortrag Von Frau Prof. Dr. Schmalz-Krone (Fundquelle YouTube) an. Voraussetzung ist allerdings, dass Sie ihn der Lage sind, ihn objektiv zu beurteilen.

<<Evtl. muss die Ukraine jetzt auch in die NATO aufgenommen werden,>>

Nur ein Ignorant kann dies fordern! Historiker Montesquieu: Man dürfe diejenigen, die den Krieg ausgelöst haben nicht mit diejenigen verwechseln, die ihn unvermeidbar gemacht haben“. (Satz aus o.a. gen. Vortrag)

Dieser Krieg ist ein auf Interessen beruhender Wirtschafts- und Sicherheitspolitischer Konflikt. Von Seiten des Westes werden P`s Sicherheitsinteresse allerdings ignoriert und einfach nicht zur Kenntnis gen., mit dem Vorwand, dass P. nach der Ukraine weitere Länder angreifen wird.
Mit diesem Bedrohungsszenarium werden anderen Staaten in die Nato gelockt.
Man vergisst, den auf einer Lüge, unter dem Deckmantel Humanität, ausgelösten Irak-Krieg der USA mit seinen Toten. Ist es da nicht verständlich, wenn P. dem Aggressor USA auch nicht vertraut! Nur, wer das Leid misachtet fordert mehr Waf

Jens Böhme | So., 25. Dezember 2022 - 17:41

Fehlt noch die Geschichte, der Zweite Weltkrieg hätte weniger Leid und Tod gebracht, hätte man mit Hitlerdeutschland im Mai 1941 Gespräche geführt.

Stefan Forbrig | Mo., 26. Dezember 2022 - 00:01

Antwort auf von Jens Böhme

… sind wir denn jetzt schon soweit, den Ukrainekrieg mit dem 2. Weltkrieg und Russland mit Hitlerdeutschland vergleichen zu wollen? Eine Nummer kleiner haben Sie es wohl nicht? Das Eine hat ja nun mit dem Anderen gar nichts zu tun. Sollte jemand hier zu kriegslüstern sein, kann er sich gern bei mir aus NVA-Beständen noch eine ein Strich/kein Strich Kampfmontur abholen, von Lamprecht gibt's noch einen Helm und mit einer AKS-74 oder an Bord einer pzh 2000 geht's ab ins Kampfgebiet.
Bloß keine Friedensverhandlungen mit der zweitgrößten Atommacht der Welt, Russland MUSS vernichtet werden, wo kommen wir denn sonst hin. Oder?

Russlands imperialer Wahn entspricht dem Nazi Deutschlands 1939, die Ähnlichkeiten sind offensichtlich, vergleichen bedeutet nicht gleichsetzen gegenüber Hitler ist Putin eher ein Westentaschenbösewicht.

Stefan Forbrig | Mo., 26. Dezember 2022 - 21:22

Antwort auf von Paul Hulot

"… Russlands imperialer Wahn entspricht dem Nazi Deutschlands 1939, die Ähnlichkeiten sind offensichtlich.."

Natürlich, Putin will wahrscheinlich wie Hitler ebenso "Juden-Endlösungen" oder die russische Gebietsausweitung bis runter nach Ungarn und sich dabei ganz Europa einverleiben, oder?
Ich glaube, Sie haben zu viele Actionfilme gekuckt. Oder zu viele Hitlerdokus auf ZDF Info.

Hans Schäfer | Mi., 28. Dezember 2022 - 12:12

Antwort auf von Paul Hulot

Wie steht es mit dem imperialen Wahn, entgegen Absprachen, die Nato bis an die Grenze Russlands auszudehnen? Oder glauben sie der Behauptung, die hat es nie gegeben. Wenn ja, war der Weihnachtsmann bei Ihnen?
Aber wahrscheinlich ist Ihre Meinung, dass Russland diesbezüglich keine Sicherheitsbedenken zu haben hat. Einen auf einer Lüge (Powell) aufgebauten Irak-Krieg der USA hat es nie gegeben.
Sparen Sie sich eine Begründung, „die nur ein Einwand“ ist, jedes Land hat das Recht auf Selbstbestimmung! Dass gilt nur solange es den Interessen der USA dient. America First! Das war und ist nicht nur die Meinung von Trump, sondern von allen US-Politikern. Die denken nur an sich. Mit Dass gilt nur solange es den Interessen der USA dient. America First! Das war und ist nicht nur die Meinung von Trump, sondern von allen US-Politikern. Die denken nur an sich. Mit der Forderung der Einhaltung von Werten instrumentalisieren sie andere Staaten, in ihrem Interesse zu handeln. selbst brauchen sie es nic

Django Reinhardt | Mi., 28. Dezember 2022 - 16:03

Antwort auf von Paul Hulot

Wollen Sie sich nicht lieber bei Ihren französischen Komikfilmen bleiben als hier irgendwelche Schoten zu verbreiten, gar zu einem Nato Russlandkrieg aufrufen. Sie scheinen nicht alle Nadeln am Weihnachtsbaum zu haben.

Hans Schäfer | Mi., 28. Dezember 2022 - 17:11

Antwort auf von Paul Hulot

Wie steht es mit dem imperialen Wahn, die Nato bis an die Grenze Russlands auszudehnen?
Aber wahrscheinlich ist Ihre Meinung, dass Russland diesbezüglich keine Sicherheitsbedenken zu haben hat. Einen auf Lügen aufgebauten Irak-Krieg der USA hat es nie wohl gegeben.
Sparen Sie sich eine Begründung, „die nur ein Einwand“ ist, dass jedes Land das Recht auf Selbstbestimmung hat!
Dass gilt nur solange es den eigenen Interessen dient. Dass gilt nur solange es den Interessen der USA dient. America First! Das war und ist nicht nur die Meinung von Trump, sondern von allen US-Politikern. Die denken nur an sich. Mit posaunen von Werten instrumentalisieren sie andere Staaten, in ihrem Interesse zu handeln

Stefan Jarzombek | Mo., 26. Dezember 2022 - 00:11

Antwort auf von Jens Böhme

Sie scheinen zu vergessen, daß es 1941 die Atombombe noch nicht gab.
Der 2.Weltkrieg war später erst wirklich vorbei, als die USA, Nagasaki und Hiroshima dem Erdboden gleich gemacht haben.
Was, wenn anno dazumal Japan ebenfalls eine solche Bombe besessen hätte?
Kurzum, Russland besitzt heute Atomwaffen, da ist es vielleicht nicht ganz so verkehrt zu verhandeln.

Jens Böhme | Mi., 28. Dezember 2022 - 10:20

Antwort auf von Stefan Jarzombek

Die militärischen Erfolge Deutschlands von 1939 bis 1941 waren exorbitant, dass Verhandlungen mit Deutschland mit Ihrer Sichtweise angebracht gewesen wären. Großbritannien tat es nicht und Deutschland wandte sich somit gen Sowjetunion. Atombombenarsenale spielten und spielen keine Rolle.

Hans Süßenguth-Großmann | So., 25. Dezember 2022 - 17:59

er könnte der Chefin eine vernünftige Position vortragen. Aber vielleicht gefällt ihr das rustikale Outfit besser. Ansonsten kann man nur wie eine buddhistische Gebetsmühle wiederholen, " das Schießen einstellen" wenn schon keine Friedensverhandlungen möglich sind.

Karl-Heinz Weiß | So., 25. Dezember 2022 - 18:05

Der Schlüssel zu einer Verhandlungslösung liegt ausschließlich in Washington. Wenn die USA kein entsprechendes Signal von der Ukraine einfordern, wird der Krieg weitergehen. In Zypern funktioniert seit 50 Jahren eine "Grüne Linie".

Paul Hulot | So., 25. Dezember 2022 - 20:09

Verhandlungen finden auf der Basis der Fakten statt , die auf dem Schlachtfeld geschaffen wurden d.h. Russland würde derzeit für seine Aggression belohnt werden, dies ist weder für die Ukraine noch dem Westen akzeptabel. Ein Westen der voll auf die militärische Karte setzen würde, hätte bereits Kampfpanzer und Jagdflugzeuge an die Ukraine geliefert.

Albert Schultheis | Mo., 26. Dezember 2022 - 09:46

Antwort auf von Paul Hulot

"Ein Westen der voll auf die militärische Karte setzen würde, ..." ...wäre längst atomar zerstört und verseucht. Man sagt, die Natur wächst üppig um Tschernobyl herum! Das ist doch was für Grüne Khmer und "Letzte Generationen"!

Ingo Frank | So., 25. Dezember 2022 - 21:12

dass die „militärische Karte“ gegen Russland sticht. Das hat Napoleon nicht geschafft und Hitler ebensowenig um nur „ zwei“ zu nennen.
Es wird nicht funktionieren. Und wenn dem Schauspieler noch mehr Waffen geliefert werden selbst wenn sie vom Buntland kommen und funktionieren sollten.
Mit freundlichen Gruß aus der Erfurter

Paul Hulot | Mo., 26. Dezember 2022 - 15:02

Antwort auf von Ingo Frank

Die Ukraine soll doch nicht den Kreml erobern. Die Russen aus ihrem Land schmeißen können sie sicher , wenn sie entsprechend unterstützt werden. Die „ militärische Spezialoperation „ war bisher ein Desaster für die Russen.

Un Uomo Qualunque | So., 25. Dezember 2022 - 21:50

Kriege gewinnt man, oder verliert man, auf dem Schlachtfeld. Die Deutsche Geschichte lehrt das in jeden Jahrhundert, ausser diesen, der ist noch jung.
Diese verzweifelte Rufe nach Verhandlungen, wobei keine der beide Kriegsparteien noch mit dem Rücken zur Wand steht, sind moralisch geprägt, nicht das Militärisch/Politischen Kriegsziel der Vernichtung der Russische Armee in der Ukraine.
Die Position der Grüne in diese Sache ist richtig, das ist auch das einzig richtig was sie überhaupt tun.

Inana | So., 25. Dezember 2022 - 22:25

Ich würde dem Autor zustimmen. Man merkt aber allein an den Kommentaren, dass ein gewisser Teil der Gesellschaft die Position der Politik teilt. Nur der absolute Sieg und die persönliche Bestrafung der Bösen könnte die Lösung sein. Was im Endeffekt v.a. die Veränderungen im westlichen Selbstbild deutlich macht. Man sieht Russland weniger als anderen Staat, sondern als Kriminellen, der bestraft werden muss und sich selbst als Verteidiger „des Rechts“.
Wie das ausgeht, werden wir sehen. Derzeit dürfte eine Kompromisslösung allerdings praktisch undenkbar sein.

Stefan Jarzombek | So., 25. Dezember 2022 - 22:57

Menschen die einst gegen Atomwaffen und Krieg demonstrierten, reden jetzt teilweise wie Josef Göbbels im Sportpalast. Bis zur letzten Patrone gegen Russland durchhalten, jeden Landstrich zurückerobern.
Klar, wenn schon ein Joschka Fischer, der vorher Steine auf Polizisten warf, heute Professor Ehren halber an einer Uni in den USA ist oder diverse andere Personen aus dieser Zeit die seine Weggefährten waren in den Aufsichtsräten von Unternehmen hocken, die maßgeblich verantwortlich für den Niedergang dieser Republik sind. Korruption an allen europäischen Ecken, na, nach Corona und anderem Unfug soll der Bürger sich jetzt auch noch vor den Reichsbürgern fürchten. Mit Furcht und Anstmacherei haben Klerus und Regierung schon immer den Bürger klein halten wollen. Und da auch Krieg ein lohnendes Geschäft ist, wird es sobald wohl eher keine Waffenruhe geben.

Christoph Kuhlmann | Mo., 26. Dezember 2022 - 01:54

nicht zu Verhandlungen drängt. Angesichts der finanziellen Abhängigkeit von den USA und ihren Waffen wäre das nämlich Nötigung zur Aufgabe des Staatsgebietes, in dem die Bevölkerung grausamsten Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt ist. Da müssen Wirtschaftsinteressen erstmal zurückstehen. In den USA ist das ganz normal, in Deutschland scheint das ein Novum zu sein. 1,5 Millionen Soldaten klingt gewaltig, doch darf man dabei nicht vergessen, dass Russland 25%-35% dieser Truppen zur Unterdrückung der eigenen Bevölkerung braucht, und dieser Anteil eher noch steigen wird. Ein hoher Anteil an ethnischen Minderheiten in der Truppe und kaum russische Patrioten, die sich freiwillig zum Kriegsdienst melden. Wenn dann noch doppelt so viele junge Männer das Land verlassen, wie eingezogen werden, kann man sich ausrechnen, was noch für die Wirtschaft an Arbeitskräften übrig bleibt. Rüsten ohne Rücksicht auf Verluste klingt für mich eher nach Verzweiflung als nach einer erfolgreichen Strategie.

Norbert Heyer | Mo., 26. Dezember 2022 - 09:59

Die ursprüngliche "Militäraktion" hat sich in einen kapitalen Krieg verwandelt und wenn beide Seiten weiter feuern, wird am Ende nur verbrannte Erde übrigbleiben - auf beiden Seiten. Die USA haben den völkerrechtswidrigen Einmarsch von Putin in die Ukraine wie ein "Gottesgeschenk" wahrgenommen: Den uralten Rivalen um die Weltherrschaft endgültig den Gnadenstoß zu versetzen, ohne den Einsatz eigener Soldaten ... besser konnte es nicht kommen. Die Ukraine wird militärisch aufgerüstet, sie werden beim weiterem Fortgang der Kampfhandlungen auch Angriffswaffen bekommen und so nach und nach sind wir im 3.WK. Alle unsere Parteien machen mit - außer AfD - die Grünen haben den Wandel vom Pazifisten zum Kriegshetzer vollzogen, den USA scheint der unvermeidliche Untergang von Europa sogar gelegen zu kommen ... nur Gewinner, wohin man auch schaut. Erst wenn dieses Szenario tatsächlich Realität wird, werden alle erkennen, was Krieg eigentlich bedeutet und sagen: "Nie wieder, bis zum nächsten Mal"

Walter Bühler | Fr., 30. Dezember 2022 - 16:33

Antwort auf von Norbert Heyer

Gewiss wird es Gewinner geben: Die Wirtschaft der USA (nicht nur die Rüstungsindustrie) hat die EU (vor allem D) überholt, Nordsee-Öl und Nordsee-Gas bringen den Ländern, die es fördern, ein schönes Sümmchen, usw.

Wir lassen dagegen die Gelddruckmaschinen laufen.

Wo bleibt übrigens die tägliche Statistik über die Zahlen der aufgenommenen Flüchtlinge bei uns und anderswo?

Welche Partei verfügt denn überhaupt über einen Politiker, der die Aufgabe stemmen könnte, die Bundeswehr international konkurrenzfähig zu machen? Wer von diesen kleinkarierten Parteifunktionären könnte das denn? Vielleicht Claudia Roth oder Anton Hofreiter?

Die Wumms-Milliarden werden in der BW, die ja von sämtlichen Alt-Parteien systematisch desorganisiert worden ist, versickern wie das Wasser in der Wüste - ohne jede Wirkung. Nur das Gendern wird in der Befehlssprache zur werden, und sexuelle Paradiesvögel werden als Vorzeigesoldaten inszeniert.

Katastrophenschutz? Luftschutz?? Erst nach dem Krieg?

Gerhard Fiedler | Mo., 26. Dezember 2022 - 12:03

Ich sehe vieles so wie Sie, Herr Lüdeking. Schade, dass Sie unsere heutige Regierung nicht zur Vernunft bringen können. War einst großer Befürworter der Ostpolitik von W. Brandt und E. Bahr mit ihrem Gegenspieler R. Barzel. Sie hat schließlich zum Ziel geführt. Doch ihre Früchte sind leider verspielt worden. Die heutige Politik muß sie auf Geheiß der USA nun als großen Fehler brandmarken. Ein gutes Verhältnis von Deutschland zu Russland wurde von den USA stets mit Argwohn gesehen und schließlich erfolgreich torpediert. Die Spregung von NS2 war Teil dessen. "Die Ukraine und der Westen - sprich USA -setzen unverändert auf die militärische Karte" heißt es in Ihrem Beitrag. Ja Herr Lüdeking, aber nicht erst mit Beginn des Ukrainekieges. Der Irakkrieg war nur ein Beispiel dafür. Von daher ist die gern verwendete Bezeichnung "Angriffskrieg" mit großen Fragezeichen zu versehen. Russland sieht ihn als einen Verteidigungskrieg, als sein "Bis hier hin
und nicht weiter".

Bernhard Marquardt | Di., 27. Dezember 2022 - 08:23

Als Außenstehender von der Ukraine zu erwarten, „um des lieben Friedens willen“ über den Verlust eigenen Territoriums zu verhandeln, ist nicht nur eine Zumutung, sondern eine unglaubliche Anmaßung.
Putin ist ein gewissenloser Kriegsverbrecher und Massenmörder, er wollte und will diesen Krieg.
Und wenn er, weil der Überraschungssieg nicht gelungen ist, aus sicherer Entfernung wie schon in Grosny und Syrien, die für die Bevölkerung lebenswichtige Infrastruktur zerbomben lässt.
Egal, wie viele junge Russen an der Front sterben oder für den Rest ihres Lebens lädiert sind.
Putin denkt nicht im Traum an irgendwelche seriöse Verhandlungen mit der Ukraine, die ja nichts weniger zum Ziel haben können, als dass er den Krieg beendet und seine Truppen aus dem angegriffenen Land zurückzieht. Und Reparationen für den angerichteten Schaden aufbringt.
Welcher mittelmäßig Begabte glaubt wirklich daran?
Russland hat für sich den Hitler-Stalin-Pakt umgesetzt und sich ein großes Stück Polens einverleibt.

Hans Schäfer | Di., 27. Dezember 2022 - 18:27

Antwort auf von Bernhard Marquardt

Frau Prof. Dr. Krone Schmalz beleuchtet in Ihrer in der VHS in Reutlingen gehaltene Rede beide Seiten. Das hat ihr das Stigma, eine Putin-Versteherin zu sein eingebracht.
In einem Gespräch über die Ukraine und Russland, mit Klaus Welzel, Chefredakteur der RNZ, vom 14.12.2022, nimmt sie auch dazu Stellung.
Nur hat sie bei dem Versteher der anderen Seite ein Problem:
Als Russland-Versteherin „LÜGT“ sie. Es cdarf nicht sein, was ist!
Im Gespräch zitierte sie sinngemäß den Philosophen, Staatsrechtler und Historiker Montesquie:
„ Man dürfe in Sachen des Krieges die offensichtlichen Ursachen,
nicht mit den tieferen Ursachen verwechseln.
Und man dürfe diejenigen, die den Krieg ausgelöst haben,
nicht mit diejenigen verwechseln, die ihn unvermeidbar gemacht haben“.
Hr. Frühling, wird das nicht verstehen, aber M. der seit 250 tot ist, kann er schwerlich als
P.-Versteher brandmarken.
Beides kann auf YouTube angehört werden.

… ich habe von Krone-Schmalz sowohl die Rede in Reutlingen, als auch das Interview am 14.12. gesehen und kann Ihnen nur zustimmen. Und auch die beiden Zitate sind absolut zutreffend.
Eine sehenswerte Frau. Wer beide Seiten verstehen will, sollte sich mit ihr beschäftigen. Wer nur eine Seite verstehen will, kann weiter nach Krieg, Waffen und Vergeltung schreien.