Software für Volkswagen - Das codende Klassenzimmer

Um den Software-Vorsprung von Tesla zu verkürzen, investiert Volkswagen in eine Schule für Programmierer. Warum Max Senges sie leiten soll und warum Friedrich Schiller dabei relevant ist.

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Max Senges: Coder und Philosoph / Antje Berghäuser

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Ob Volkswagen Max Senges auch wegen seines alten Holzschranks dazu ausgewählt hat, die technologische Know-how-Lücke zum Elektropionier und Konkurrenten Tesla zu schließen? Indirekt, vielleicht, zumindest in Bezug auf die Ausbildung des künftigen VW-Fachpersonals. Das riesige braune Teil, ein Erbstück, das auch in einer Verfilmung von Thomas Manns „Buddenbrooks“ hätte stehen können, fällt jedenfalls gleich auf bei einem coronabedingt virtuellen Besuch in seiner Wohnung, direkt am Berliner Tempelhofer Feld.

Dort sitzt der 42-Jährige vor seinem Laptop und erinnert äußerlich ein bisschen an den Fußballtrainer Jürgen Klopp – strubbelige blonde Haare, Vier-oder-Fünf-Tage-Bart, Brille. Er trägt einen schwarzen Kapuzenpulli, wie es sich für einen klischeehaften Nerd gehört. Wer mit Senges spricht, merkt schnell, dass diese äußerliche Symbiose aus „alter“ und „neuer“ Welt sich in seinem Denken widerspiegelt, wie wohl nur bei wenigen. Es kann durchaus passieren, dass er zuerst über „mobility ecosystems“ und dann kurz darauf plötzlich über Friedrich Schiller redet.

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Ernst-Günther Konrad | Fr, 25. Dezember 2020 - 07:55

IT ist ein Buch mit sieben Siegeln für mich. Ja, ich nutze zu 2% dessen was mein PC- gemessen an den vielen Möglichkeiten- zu leisten in der Lage ist und ich habe gestern ein neues Mobiltelefon bekommen von den Kindern. Auch da wird sich die Nutzung sehr begrenzt bei mir entfalten. Ich muss es mir erst einmal erklären lassen. Nein, wir können die Fortentwicklung der IT nicht verhindern, warum auch. Vieles wird sicherlich schneller, besser und leichter. In diesem Bereich hat die Automobilindustrie geschlafen und die Möglichkeiten nicht erkannt. Dennoch muss alles am Computer entworfene in eine "Hardware" verbaut werden und mit derselben kompatibel gestaltet werden. Als Laie wage ich zu sagen, auch das wird seine Grenzen finden. Das sich VW zu spät, aber besser als nie entschlossen hat, eigene IT-Spezialisten für ihren Bereich auszubilden, in einer eigenen Schule macht mich auch wieder hellhörig.
Hoffentlich nicht wieder Schummel-Software, diesmal besser versteckt. IT vs. Philosophie?

Geduld, Geduld, lieber Herr Konrad, die haben ja neulich erst den Käfer (KdF) mit luftgekühltem Boxermotor erfinden lassen. Mein erstes Auto, wobei mein Onkel noch einen mit Arschfenster hinten hatte. Das Armarturenbrett war wie beim Kübelwagen, er musste sich nicht groß umgewöhnen.

Solange Sie noch unfallfrei und ohne ohne Smartphone selbst in die Garage fahren können, ist alles gut.

Fritz Elvers | Fr, 25. Dezember 2020 - 19:03

aber fängt der Weltkonzern jetzt erst an, seinen IT-Rückstand aufzuholen?

Mit der Schummel-Software, von der keiner was wußte, hat es doch wunderbar geklappt. Wo sind die Programmierer gebliebem?

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