EZB
Die dunklen Wolken lichten sich, doch die Gefahr der Inflation ist noch nicht gebannt: EZB in Frankfurt am Main / dpa

Europäische Zentralbank - Inflationsbekämpfung ist ein Marathon 

Die Zeit der äußerst großen Zinsschritte geht langsam zu Ende. Das bedeutet aber nicht, dass die Gefahr der Inflation gebannt ist. Tatsächlich wird die Inflationsbekämpfung im laufenden Jahr 2023 nicht einfacher – sie wird sogar noch viel komplexer.

Autoreninfo

Heike Lehner ist Wirtschaftswissen- schaftlerin aus Wien und beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit Geldpolitik und Umweltökonomie. Sie ist in der Finanzbranche tätig.

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Das vergangene Jahr war geprägt von steigenden Inflationsraten, die letzten Endes sogar zweistellig ausfielen. Noch nie zuvor hatte die Währungsunion mit derartigen Preiserhöhungen zu kämpfen. Energiekrise, Lieferengpässe oder die zu hohe Nachfrage nach der Pandemie waren die Hauptgründe. Leider zögerte die EZB zu lange, bis sie den Ernst der Lage endlich verstanden hatte und die Zinsen erhöhte. Erst im Sommer begann sie mit den ersten Steigerungen. 

Dabei ist das Mandat der EZB klar: Sie verfolgt ein Inflationsziel von zwei Prozent. Abweichungen nach oben sollen laut ihr genauso stark bekämpft werden wie zu niedrige Teuerungsraten. Mittlerweile ist die Zentralbank aber zum Glück vollends in der Realität angekommen. Doch kaum haben sich die Zahlen nun endlich etwas reduziert und liegen „nur“ mehr bei 9,2 Prozent, werden Stimmen laut, dass es nun mit der restriktiven Geldpolitik genug sei. 

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Karl-Heinz Weiß | Sa., 21. Januar 2023 - 11:55

Leider wird die Rolle der amerikanischen Notenbank nicht beleuchtet. Die amerikanische Führungsrolle gilt auch hier. Die jahrelange Null-Zins-Strategie der EZB war in deren Windschatten möglich. Jetzt aber wird der Notenpressewohlstand enttarnt. Dessen Folge ist ein aufgeblähter Immobilienmarkt- für die nachfolgende Generation eine unverantwortliche Politik.

Tomas Poth | Sa., 21. Januar 2023 - 12:44

Die Frage muß erweitert werden, wann ist Schluß mit dem Euro?
So wie der gestrickt ist, wird die EZB immer wieder zu Gunsten des Euro-Südens eingreifen und dessen Schuldenpolitik stützen, zu Lasten des Euro-Nordens.
Der Euro-Norden muß dafür den länger Arbeiten damit der Süden sich seine Fehlentwicklungen leisten kann!

Der Euro verhindert Reformen die dringend notwendig wären, scheitert der Euro scheitert nur der Moloch Brüssel, die europäische Idee aber, die gewinnt!!

Ingo Frank | Sa., 21. Januar 2023 - 21:18

Antwort auf von Tomas Poth

abgepresst.
Als „kleine“ Sicherheit wurden die so genannten Stabilitätskriterien festgelegt.
Bekanntermaßen wurden diese gleich nach der Ära Kohl von Schröder gemeinsam mit Frankreich aufgeweicht und die Dämme begannen zu bröckeln. Den Dammbruch verursachte Merkel mit der Inthronisierung der EU Kommissionspräsidentin v.d. Leyen im Gegenzug zu Zustimmung von Lagarde als EZB Chefin. Damit war die Weiterführung des leichten Geldes wie unter Draghi begonnen weiter garantiert. Und Buntland Germany? Hat nicht zuletzt davon profitiert, in dem die pol. Fehlleistungen der Ära Merkel, wie Atomausstieg, Flüchtlingskriese, Energiewende &&& mit billigem Geld bezahlt = zugekleistert wurden satt in Infrastruktur, Bildung & gesunde Wirtschaft zu investieren. Und jetzt, bezahlt der Michel jeden Monat mehr als 10% von seinem Einkommen zur Schuldentilgung. Ist doch klasse … oder nicht?
.mit freundlichen Grüßen aus der Erfurter Republik

Gerhard Lenz | So., 22. Januar 2023 - 19:50

haben natürlich die passende Antwort bereit. Der Euro muss - endlich - weg, am besten gleich der ganze "Moloch" EU. Mit einem politischen Europa, einem Gebilde, in der die Menschen unterschiedlicher Länder friedlich und auf eigenen Wunsch zu einer Gemeinschaft zusammenwachsen, können nationalistisch Eingestellte, die lieber aus- und abgrenzen und noch immer irgendwas "Überlegenes" in der eigenen Nation sehen wollen, natürlich nichts anfangen.

Und so hinkt natürlich auch deren "Argumentation" von hinten bis vorne. Denn Inflation war ja keine Erfindung Brüsseler Beamte. Man findet sie vielmehr auch in den USA sowie in dem Land, in dem man sich "vom Joch der EU-Bevormundung" befreit hat und wo "the control has been taken back" - in GB. Dort wuchert die Inflation, und die wirtschaftliche Lage ist vergleichsweise miserabel.

Einfach ist die Sache in der Tat nicht: Es gilt, eine passende Balance zwischen Höhe des Zinssatzes und Maßnahmen zur Inflationsbekämpfung zu finden.