Einzelhandel im Lockdown - Es drohen bis zu 50.000 Insolvenzen

Seit Monaten fährt die Politik in der Corona-Pandemie „auf Sicht“. Der Einzelhandel bleibt geschlossen auf unbestimmte Zeit. Warum viele Ladenbetreiber um ihre Existenz fürchten und welche langfristigen Folgen eine Insolvenzwelle hätte.

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Wie lange müssen Einzelhändler noch auf gefüllte Fußgängerzonen warten? / dpa

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Josef Sanktjohanser ist Präsident des Handelsverbands Deutschland (HDE).

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Josef Sanktjohanser

Die Situation ist ernst. Täglich sterben in Deutschland und der Welt viel zu viele Menschen an und mit Corona. Die Rettung möglichst vieler Leben muss erste Priorität des politischen Handelns sein. Dazu steht auch der Einzelhandel. Für die geschlossenen Händler geht es darum, dass die Pandemie so schnell wie möglich unter Kontrolle gebracht werden kann. Nur dann sind entspannt in der Innenstadt bummelnde Kundinnen und Kunden wieder möglich.

Doch wer die Läden zum Schutz vor der Pandemie schließt, muss dann auch die Verantwortung für die wirtschaftlichen Folgen übernehmen. Große Teile des Einzelhandels in den Winterschlaf zu schicken und gleichzeitig keinerlei Perspektive aufzuzeigen – das geht nicht. Zum einen muss jetzt dringend ein klarer Fahrplan aufgestellt werden, der die Rahmenbedingungen für eine mögliche Wiedereröffnung der Läden festlegt. Zum anderen muss den durch die Ladenschließungen unverschuldet in Not geratenen Händlern wirkungsvoll und schnell unter die Arme gegriffen werden. Beides ist derzeit aber nicht erkennbar.

Endlich transparente Kriterien

Es braucht zeitnah klare Ansagen, unter welchen Voraussetzungen der Einzelhandel wieder öffnen kann. Bislang ist beispielsweise nie deutlich ausgesprochen worden, ob denn dann spätestens bei einer Inzidenz unter 50 die Ladentüren wieder aufgehen können. Das sich in den letzten Monaten eingebürgerte situative Handeln muss ein Ende finden. Wenn die Politik nicht die Akzeptanz für ihre Corona-Einschränkungen verlieren will, muss sie sehr rasch transparente Kriterien für das weitere Vorgehen festlegen. Das Auf-Sicht-Fahren ist keine Dauerlösung. In diesem Zusammenhang sind Diskussionen über eine Lockdown-Verlängerung bis Ostern ohne gleichzeitig klare Perspektiven zu geben nur schwer verständlich.

Gleichzeitig muss die Bundesregierung und hier insbesondere der Bundesfinanzminister jetzt Verantwortung übernehmen und zu dem gegebenen Wort stehen, dass Unternehmen in Not mit Hilfe rechnen dürfen. Bisher ist davon im Einzelhandel nicht viel angekommen. Umsatzverlusten von 36 Milliarden Euro im Lockdown-Handel im vergangenen Jahr stehen gerade einmal Hilfsleistungen in Höhe von 90 Millionen Euro gegenüber. Dass da etwas nicht stimmen kann, versteht man auf den ersten Blick. Rund 80 Prozent der Händler gehen dementsprechend aktuell davon aus, dass die derzeitigen Hilfsmaßnahmen nicht zur Existenzsicherung reichen. Knapp 60 Prozent der Unternehmen in den Innenstädten stehen ohne weitere staatliche Hilfen vor dem Aus. Das sind dramatische Zahlen.

Sehenden Auges in die Insolvenz

Der Bundesfinanzminister zeigt sich bislang unbeeindruckt und spricht immer wieder über elf Milliarden Euro staatliche Hilfen pro Monat. Die Antwort aber, welche Unternehmen dieses Geld in der Praxis tatsächlich bekommen, die bleibt Olaf Scholz schuldig. Denn die Kriterien für die Beanspruchung der Gelder sind so praxisfern festgelegt, dass kaum jemand in den Genuss der Nothilfen kommt. Mehrfach haben wir den Minister deutlich auf die Probleme hingewiesen. Die weiter andauernde Untätigkeit ist dementsprechend vollkommen unverständlich. Im Ergebnis werden sehenden Auges große Teil des stationären Modehandles in die Insolvenz getrieben. Ganze Innenstädte werden veröden, viele Menschen ein Stück Heimat verlieren.

Diese Entwicklung gilt es dringend zu verhindern. Es geht hier um Verlässlichkeit, Fairness und unternehmerische Existenzen sowie das Lebenswerk vieler Kolleginnen und Kollegen, die teilweise seit Generationen in der Branche sind. Es drohen bis zu 50.000 Insolvenzen. In den betroffenen Unternehmen könnten bis zu 250.000 Arbeitsplätze verloren gehen. Die Politik muss dringend handeln. Der Handel darf jetzt nicht alleine im Regen stehen gelassen werden.

Ernst-Günther Konrad | Do, 14. Januar 2021 - 10:47

Sorry, das Gejammer kann ich nicht mehr hören. Seit einem Jahr wird dieses von Ihnen geschilderte Problem dargestellt und kritisiert. Ihre zaghaft Kritik, nach dem Motto nur nicht zu fest treten, verfängt bei mir nicht. Das ist mir doch alles zu devot. In meiner 10000 Seelengemeinde steht der Einzelhandel still und die Betreiber, einschließlich Angestellte stehen schon längst mit dem Rücken zur Wand. Wo sind die Einzelhändler auf der Straße, die für ihre Rechte und Meinungen eintreten. Gerne mit Abstand und mit Maske. Wo wird lautstark protestiert? Welche Ideen habt ihr konkret, dem Wahnsinn entgegen zu wirken? Am Ende heißt es nur, das haben wir doch alles gesagt, jetzt ist er halt kaputt der Einzelhandel. Geld allein löst nicht das Problem. Die Novemberhilfen werden angeblich jetzt im Januar ausgezahlt. Etliche andere Hilfsfonds erweisen sich als versteckte zinslosen Kredite mit Rückzahlungspflichten. Die Beantragungsbürokratie ist völlig überlastet. Betrüger haben gleich ihr Geld.

der Einzelhandel in den Innenstädten wäre eh in die Knie gegangen. Siehe Karstadt Kaufhof. Die werden nur Ausnahmefällen 2 Häuser in der gleichen Stadt am Leben halten.
Und wo war der Einzelhandel als immer mehr idiotische Forderungen nach autofreien Innenstädten kam? Man sehe sich das doch mal an. Ausfallstrassen werden einspurig für Radfahrer. Rote Welle bewußt geschaltet. Parkgebühren erhöhen. Ich fahre schon lange nicht mehr in eine der großen Städte. Wohne am Stadtrand und fahre ins Umfeld zu Shopping Malls. Parken für lau. Und besser zu erreichen. Wer setzt sich den noch mit seinen Einkaufstüten in eine öffentliches Verkehrsmittel. Taktung schlecht. Überfüllt und Überteuert.
Und die Dönerbuden werden die Innenstädte nicht retten. Der Zug ist abgefahren.
Alternativ Amazon und Co. Dafür jetzt Steuern fordern (Altmaier) zeugt von keiner Sachkenntnis und bestätigt nur die Hilfslosigkeit dieser Gu...entpuppe.
Insofern hat Herr Konrad recht. Hören Sie auf zu jammern.

die Alten und Betagten wären eh sehr bald in die Knie gegangen. Siehe die seit Jahrzehnten bestehende Situation in den Altenheimen. Da wird der Personalschlüssel nicht mal im Ausnahmefall aufgestockt.
Wo waren die Lock down-Befürworter eigentlich, als von in den letzten Jahren regelmässig vor der Überlastung der Krankenhäuser gewarnt worden war? Man sehe sich das mal an. Immer mehr Krankenhäuser geschlossen, unrentabel, und Pflegekräfte wurden in Mexiko oder den Philippinen angeworben.
Ich bin jung, und von daher interessiert mich der Pflegemangel nicht besonders. Und wenn ich doch ins Krankenhaus muss, zahle ich lieber privat zu als von Kassenleistungen abhängig zu sein.
Schlecht deutsch sprechende osteuropäische Ärzte werden den Standort nicht retten. Die Jungen für die Probleme der Alten und Kranken in Verantwortung zu nehmen, wird keinen Hochbetagten retten.
Dr. Ioannidis hat recht. Hört auf zu jammern.

Ich wohne ebenfalls am Stadtrand und kann ihre Erkenntnis voll bestätigen. Ich fahre in Nachbargemeinden wo ich frei parken kann. Gestern habe ich da Schuhe und Kleidung gekauft, in einem sehr großen Supermarkt. Bei uns in der Innenstadt war ich schon ich schon lange nicht mehr. Getränke lasse ich anliefern, der Rest online. Autofrei bedeutet Verödung und von ein paar grünen, Veganern mit Fahrrad kann der Handel nicht leben, daran ändert auch Elektromobilität nichts. Corona beschleunigt den Niedergang, ist aber nicht die Ursache.

Muss ich Ihnen mal wieder recht geben lieber Herr Konrad;)! Auch ich wundere mich seit geraumer Zeit, wie wenig Gegenständliches bezüglich der Folgen da von den Verbänden und Gewerkschaften, z.B. Dehoga usw. zu vernehmen ist. Oder wird das wie einiges Andere medial nicht so aufbereitet wie nötig? Ein stilles Sterben abseits der Schlagzeilen? Und was ist mit uns Verbrauchern, die erst auf die Barrikaden und untereinander-aufeinander losgehen wenn das "Dreilagige" droht auszugehen;)? Ach ja, man ist ja Prime-Kunde bei A.... und somit sichert man auch die Arbeitsplätze der Geringverdiener in der Paketbranche und natürlich deren Vorstände von DPD & Co. Ich esse auch mindestens einmal wöchentlich gegen den Untergang einer unserer Pizzerien hier an, indem ich abhole. Und falls unsere Bekleidungsgeschäfte jemals wieder öffnen dürfen, überalterte Kollektion hin oder her, ist eine umfassende Neugarderobe fällig da mein immobilitätsgeschädigter Körperumfang dies leider erforderlich macht;(. MfG

weil auch Scholz und Altmaier inzwischen erkannt haben, dass Geld fehlen wird. Der pensionierte Oberstudienrat oder Professor erhält weiter seine 4000 Euro Pension ohne Abschläge – und sie werden auch auf nichts verzichten wollen/müssen, während für Pflegepersonal keine Extrazahlungen drin sind. Wie viele zur Zeit nichts tuende Akademiker könnten in Pflegeheimen eingesetzt werden – aber das wäre ja unter ihrer Würde. Es werden unendlich viele Menschen gebraucht, wirklich gebraucht.

Sie haben so Recht Herr Konrad. Ich kann es nicht mehr hören.
Zumal, es kommt sowieso, wie es kommen muss. Und jetzt wird die Ernte bald eingefahren.
Auch wenn dieser .....
Ich vertrete meine Meinung ganz klar:
Diese (internationale) Wirtschaftspolitik ist ein
WIRTSCHAFTSKRIEG der neuen Art & ein Krieg gegen die sozialen Errungenschaften seit Gründung Bismarck.
Und ich lass mir auch kein Kind (wie früher in der DDR) einreden. Die Schuldfrage liegt ausschließlich bei den handelnden Weichen -& Stellwärtern!!!
Dazu stehe ich als Ökonom in Bezug zur Verhältnismäßigkeit!

Wer wird den längeren Atem haben? Aldi, Schwarz, Rewe & Co
& andere BIG-BIG Handelsketten oder Schütze A im letzten Glied? Die Kommentatoren & Streiter, die die Zentralistische Weltordnung tagtäglich bejubeln (& ja, dass ist ein riesiger Teil der Bevölkerung), hängen doch wie Drogenabhänige an den Zitzen des Staates. Und wer nicht spurt, wird entnabelt.
Hier wird knallhart MIT PLAN (!!!) eine Politik........ betrieben

Sosehr ich Ihre Kommentare ansonsten liebe, hier muss ich Ihnen widersprechen, liebe Frau Stange. Ja, es kommt eine Pleitewelle ungeahnte Ausmaßes und die Inflationswelle kommt gleich hinterher. Beides ist fast gesetzmäßig, d.h. nach den Gesetzen des Marktes und des Kapitalismus. Und keinem Politiker wird das egal sein können. Sie werden zwar alles schön- und klein reden wollen, aber langsam laufen ihnen die Wähler weg. Deswegen kommt auch die große Wahlverschiebung. In einer kleinen Siedlung am Rande Dresdens haben sie statt zu böllern zu Silvester mit Überlautstärke den Gefangenenchor aus Verdis "Nabucco" gespielt. Ist das nicht schön?! Merkel weiß, dass nach ihr die Sintflut kommt. Und die wird alles wegspülen. Das ist Kapitalismus und sein parlamentarisches System: Der eigene Untergang wird in Kauf genommen. Es gibt keine Korrekturen. Nicht unter Merkel. Sie wird jetzt erstmal Merz verhindern, damit es so weitergeht wie sie will. Im Nebel auf Sicht in den Untergang. So kommt es!

.... bis es die Politik merkt, muß noch viel Wasser die Saale runterfließen, die Diäten werden bis zuletzt gezahlt... und es muß gegebenenfalls den Michel aus den Latschen spülen, damit er wach wird. Der Niedergang wird kommen aber nichtsdestotrotz werden wir weiter mit Migranten geflutet... wir sind ja sooo derart reich hier in diesem Land. Ich frag mich nur wer das sein soll...? Otto Normal der mit ehrlicher Arbeit sein Geld verdient jedenfalls nicht. :-(
Mal ein Stichwort zum Nachschlagen: Normopathie....

und gefällt sich einfach in der Rolles des Rebellen.

Der ist halt, ähnlich wie sein Vater, ein notorischer Querulant: Ich meckere, also bin ich!

Dumm nur, dass der ständig Launische seine Grenzen nicht kennt. Wenn er sogar auf Seiten der rechtsextremistischen AfD neuerdings gefeiert wird, sollte ihm das zudenken geben.
"Ich kann mir meine Fans ja nicht aussuchen!" ist ein ziemlich lahmer Spruch, schließlich feiern ihn die, braun-blaue eingeschlossen, ja nicht grundlos.

Nur ist er mal wieder sauschlecht informiert:
Neuste Maßnahmen ab 18. Januar: U.a. werden Läden des nicht-täglichen Bedarfs beschlossen. Dazu Homeoffice, Maskenpflicht usw usw.
https://www.bag.admin.ch/bag/de/home/krankheiten/ausbrueche-epidemien-p…

Palmer, Palmer: Weniger motzen, sich besser informieren, und ab und zu nachdenken über das, was er sagt.

Ist das zu viel verlangt?

Ansonsten: Soll er doch zur AfD gehen. Dann kann er dort die ganze Zeit rummeckern.

ist kein "Genosse" sondern ein GRÜNER und die sind alle per Du.
Bei der SPD (vielleicht auch bei der Linke) sagt man Genosse!
Seit wann hat die BILD seriöse wirtschaftliche Artikel in ihrem "Käseblatt"?

Walter Müller | Do, 14. Januar 2021 - 11:19

Zustimmung: Das Auf-Sicht-Fahren ist keine Dauerlösung, nicht nur für den Einzelhandel, sondern für ganz Deutschland. Aber was wollen wir machen, wenn wir eine Kanzlerin haben, die nichts anderes kennt? Sie ist den grössten Teil ihrer langen Amtszeit auf Sicht gefahren. Analyse, Zieldefinition, Priorisierung von Lösungsvarianten, Planung und Kontrolle: all das sind für unsere Kanzlerin offenkundig Fremdwörter. Selbst wenn es einzelne Minister – so sie denn dürften – jetzt in der Corona-Krise anders machen wollten, sie unterstehen einer Chefin, die nur so fahren kann und will.

hermann klein | Do, 14. Januar 2021 - 13:07

Ihre Äußerung; „Ganze Innenstädte werden veröden…“, möchte ich richtig stellen:
Ganze Innenstädte sind schon seit langem verödet, dank unserer ökonomischen Umweltpolitik.
Die fürchterlichen Folgen der Pandemie sind noch gar nicht abzusehen. Vielleicht noch schlimmer als nach 1945?
Damals begann das Wirtschaftswunder durch der sozialen Marktwirtschaft unter Ludwig Erhardt (Maßhalten).
Jedoch auch die Opposition mit Karl Schiller (genossen lasst die Tassen im Schrank) war daran beteiligt.
Soziale Marktwirtschaft bedeutet: Marktwirtschaften und Wirtschaften und Erarbeiten und Wachstum und anschließend bei Bedürftigkeit verteilen.
Im Wesentlichen ist es dann jedoch bis heute (aktuell Heil-Plan) so gelaufen, das immer noch erst verteilt wird. So wird es kein neues Wirtschaftswunder geben
Politiker wie Ludwig Erhardt, sowie Karl Schiller/F.J.Strauß leben heute nur noch in Festreden.

Norbert Heyer | Do, 14. Januar 2021 - 13:33

Unser Staat hat den Einzelhandel bis auf Offenhaltung der Grundbedürfnisse in den Winterschlaf geschickt. Es wurden großzügige Hilfen versprochen, aber die bisherigen Erstattungen bewegen sich im Rahmen eines Rinnsales, nicht eines Wasserfalls. Es müsste eigentlich jedem klar sein, das kein Staat der Welt Produktions- und/oder Verkaufsausfälle wegen staatlich angeordneter Schließungen vollständig ersetzen kann. Gleichzeitig gehen auch durch den Stillstand Milliarden an Steuereinnahmen des Staates verloren. Man erhöht exorbitant die Ausgaben bei gleichzeitigen Einnahmeverlusten. So naiv kann eigentlich keiner sein, dass ein Schadensausgleich möglich ist, wenn Einnahmen zusammenbrechen. Auch die Rentenversicherung hat nur ein Polster von ca. 3 Monaten. Man muss erst etwas einnehmen, wenn man es ausgeben will. Auch sonst sind wir finanziell stark gefordert, EU-Haftung, EU-Beitrag, Migration, Zuschüsse Sozialversicherung, Löhne und Gehälter öffentlicher Dienst und Beamte. Mehr Steuern?

wenn man es ausgeben will." – Ich korrigiere: ausgeben kann. Es wird also nicht ohne Steuererhöhungen gehen, wenn die Pensionen weitergezahlt werden. Eine Kürzung ist im Grundgesetz nicht vorgesehen, bei den Renten sieht es anders aus – hier wird nach Kassenlage ausgezahlt. Vorsorglich schon mal Brücken bauen, denn es werden Schlafplätze benötigt, dringend.

Steffen Loos | Do, 14. Januar 2021 - 14:23

Die Kanzlerin hat vor Weihnachten auf die Tränendrüse gedrückt und davor gewarnt, dass es da letzte Weihnachten mit den Großeltern sein könnte, wenn wir uns alle diszipliniert verhalten. Alles war dicht und gerade die Geschäftsbesitzer und Gastronomen mussten dafür die Zeche bezahlen. Da die Infektionszahlen nicht gefallen sind, haben sich aus Sicht der Regierenden die Bürger nicht zurückhaltend genug verhalten und nun geht der Lockdown in eine unbestimmte Verlängerung. Für das Versagen der Politiker werden wir nun alle in Sippenhaft genommen. Es kommen abwechselnd nur noch Drohungen und Durchhalteparolen. Die Kanzlerin und co. sehen die Schuld nicht bei sich sondern zeigen mit den Finger auf die EU. Im Sommer durften die Leute in den Urlaub reisen und es wurden ohne Konsequenzen große Hochzeiten gefeiert. Jetzt erfahren wir, dass zu spät zuwenig Impfstoff bestellt wurde und dann auch noch ein Großteil bei den Falschen (z.B Sanofi). Aus Protest sollten eigentlich alle Geschäfte öffnen.

Charlotte Basler | Do, 14. Januar 2021 - 15:27

Einfluss? Oder kennen Sie die Ursachen nicht? Wir wohnen am Rande einer wunderschönen Stadt mit 160.000 EW, welche bis 2014 durch Ambiente und Sehenswürdigkeiten regelrecht zum bummeln und genießen einlud. Dann wurde das Radfahren in der Fußgängerzone erlaubt und das Flanieren war beendet. Seit Herbst 2015 drängten dann die vielen männlichen Zuwanderer in die Stadt. Alle Bänke sind belegt. Größere Trupps durchstreifen die Stadt. Weicht man nicht schnell genug aus, wird man gerempelt oder primitiv angemacht. Das macht die Innenstädte unattraktiv! Bei uns gab es schon vor Corona leerstehende Läden. Haben die Einzelhändler etwas unternommen? Nein? Möchten auch sie lieber zu den "Guten" gehören? Dann soll es wohl so sein.

Bernd Muhlack | Do, 14. Januar 2021 - 16:30

Ich las kürzlich einen Artikel in dem berichtet wurde, dass ein Gastronom in Bayern sein Restaurant am 11.01.2021 wieder öffnen wollte - trotz des Verbots.
Die Bußgeldandrohung belief sich auf 5.000 €.
So weit so gut.
Ob seiner Ankündigung habe er viel Zuspruch und Unterstützung von "rechten Kreisen" erhalten.
Daraufhin habe er sich entschlossen, sein Lokal doch nicht zu öffnen.
Weiterhin habe er auch massive Drohungen erhalten, berichtet er.
Also wenn "rechte Kreise jubeln", aus welcher Ecke kommen dann wohl die Drohungen?
https://www.welt.de/wirtschaft/article224082958/Tegernsee-Nach-Beifall-…

"Auf die Straße gehen, für die eigenen Rechte streiten"?
Welch edler Gedanke. Jedoch ist heute jedwede Äußerung, Handlung sofort einer moralischen Kontrolle zu unterwerfen. Und wenn die "Falschen" zustimmen, wars das schon.

Das ist doch Wasser auf die Mühlen der VT-ler, oder?

Hauptsache es "läuft alles wie geplant!"

Klaus Funke | Do, 14. Januar 2021 - 19:55

Tatsächlich unglaublich. Aber Merkel & Konsorten handeln nach dem Motto: „Mehr Diktatur wagen!“. Das kann nicht gut gehen. Mal sehen wie lange der treudoofe Deutsche sich das gefallen lässt. Aber es gibt Hoffnung. In einer kleinen Stadtrandsiedlung bei Dresden haben die Bürger in der Silvesternacht anstatt zu böllern ihre HiFi-Anlage voll aufgedreht, die Fenster geöffnet und Verdis Gefangenenchor aus der Oper „Nabucco“ gespielt. Das ist pfiffiger sächsischer Volkswitz. Man kann kein Volk auf Dauer einsperren, noch dazu mit fragwürdigen Begründungen. Jetzt werden erst einmal die Wahlen verschoben. Natürlich wegen Corona. Aber jeder weiß, was die Wahrheit ist. Die Mehrheiten von CDU/CSU und SPD etc. sind nicht mehr sicher. Ramelow – man erinnere sich, das ist der MP von Merkels Gnaden – macht den Vorturner. Skrupel hatte der sowieso noch nie. Eine Thüringerin sagte kürzlich zu mir (wörtlich), den könne man „in die Tonne treten“. Auch die BTW werden abgesetzt. Begründung, wie gehabt.

Wolfgang Schuckmann | Do, 14. Januar 2021 - 23:06

Ja, die werden wohl jetzt verstärkt zu registrieren sein. Das macht noch nicht mal bei Krankenhäusern halt. Aber um dem entgegen zu wirken hat man diese Häuser "vorsorglich" geschlossen.
Prof.Dr.Stefan Hockertz, @PHockertz, konstatierte dies in einem Tweet bei Twitter vom 6. Januar des Jahres 2021:
Geschlossene Krankenhäuser in Deutschland im Jahr 2020 : 20 Häuser mit 3000 Betten. Jetzt fragt man sich stimmt das oder ist dies ein böser Scherz. Am besten selber nachschauen, dann ist man schlauer.
Nach meinem Dafürhalten hat man seitens unserer Staatenlenker das Recht verspielt, uns, das Volk, darauf hinzuweisen, es sei nötig die Regeln in der Pandemie einzuhalten, was sicher richtig ist. Wenn man aber angesichts der momentanen Sachlage von der drohenden Überlastung unseres Gesundheitssystems spricht, so ist dies unter dieser Prämisse so nicht mehr hinnehmbar.

Karla Vetter | Fr, 15. Januar 2021 - 18:23

In reply to by Wolfgang Schuckmann

Ihre Beobachtung kann ich bestätigen.Bei uns wurde ( Stadt -130000 Einwohner)eine" Schön -Klinik",die auch Kassenpatienten aufnahm, geschlossen.Hauptgrund waren die( in der Pandemie verpflichtend) frei zu haltenden Betten.Dieses Krankenhaus das sich weitgehend auf orthopädische OP's spezialisiert hatte,konnte viel zu wenig davon durchführen.Auch die städtische Klinik legte verschiedene Stationen still,um für Corona-Patienten gerüstet zu sein. Da die Pflege der Coronapatienten aufwendig ist,fehlte offensichtlich auch Personal für den Normalbetrieb.Da die Städte wohl das Defizit ihrer Krankenhäuser nicht werden ausgleichen können,wird der Staat auch da helfen müssen.Ob dann das Geld auch noch für eine großräumige Rettung des Einzelhandels, reicht bleibt abzuwarten.Ob es den Hauptgefährteten in den Altenheimen hilft wenn ich mir keine Schuhe oder einen Blumenstock beim Gärtner kaufen kann,ist mehr als fraglich.

helmut armbruster | Fr, 15. Januar 2021 - 07:35

der Internethandel und -verkauf voll aktionsfähig bleibt während der Einzelhandel schließen muss.
Ein gigantischer Wettbewerbsvorteil für die einen und eine Existenzbedrohung für die anderen.
Und das alles sozusagen und staatlicher Leitung und Patronage.
In einem Land wie dem unseren, wo offiziell Wettbewerbsfreiheit herrscht, ist das eine Ungeheuerlichkeit ohnegleichen.
Um der Gerechtigkeit willen hätte der Internethandel genau so behindert werden müssen wie der Einzelhandel.
Das ist nicht geschehen und zeigt uns wieder einmal auf welch schwachem moralischen Fundament Regierungshandeln oft steht.