Etwas untergründig Laszives, Doppelbödiges und Unheilvolles: Helmut Berger als Ludwig II. / dpa

Zum Tod von Helmut Berger - Uneins mit sich selbst

Helmut Berger galt in seinen besten Jahren als der schönste Mann der Welt. Seine doppelbödige Erotik spielte schon mit Geschlechterrollen, als man diesen Ausdruck noch gar nicht kannte. Doch das Selbst, das der Regisseur Luchino Visconti für ihn geschaffen hatte, war überlebensgroß.

Alexander Grau

Autoreninfo

Alexander Grau ist promovierter Philosoph und arbeitet als freier Kultur- und Wissenschaftsjournalist. In Kürze erscheint von ihm „Die Zukunft des Protestantismus“ bei Claudius.

So erreichen Sie Alexander Grau:

Vielen gilt er als der schönste Ludwig II. aller Zeiten. Schöner als alle anderen Darsteller des Märchenkönigs. Und schöner als das Original. Wir reden natürlich von Helmut Berger. Am vergangenen Donnerstag ist der österreichischen Schauspieler im Alter von 78 in Salzburg gestorben. 

Cicero Plus

Ohne Abo Lesen

Mit tiun erhalten Sie uneingeschränkten Zugriff auf alle Cicero Plus Inhalte. Dabei zahlen Sie nur so lange Sie lesen – ganz ohne Abo.

Bei älteren Beiträgen wie diesem wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen. Wir bedanken uns für Ihr Verständnis.

Ernst-Günther Konrad | Sa., 20. Mai 2023 - 12:38

Einer von sicher zu dieser Zeit einigen gut aussehenden Schauspielern, der seine Rollen durchaus gekonnt spielte. Aber am Ende ein ständig provozierender, seine eigene Rolle im Leben Suchender, der die Höhen ertrug und tiefen in Alkohol und Drogen ertränkte. Schillernd und sicher gerade wegen seiner Beziehung zu Visconti in einer damals noch homophoben Zeit suchte er vor allem sich selbst, so mein Eindruck.
Möge er sein Ich dort finden, wo er jetzt ist.
RIP