Michael Sommer, Axel Meyer und Roland Czada
Michael Sommer, Axel Meyer und Roland Czada

Roland Czada im Gespräch mit Michael Sommer und Axel Meyer - „Wir hatten nie mehr Mitte als heute“

Roland Czada ist Experte für Transformationsprozesse. Als Politikwissenschaftler an der Universität Osnabrück hat er sich ausgiebig mit den Veränderungen der deutschen Gesellschaft nach der Wiedervereinigung sowie mit dem Umbau des Sozialstaats beschäftigt. Damit ist Czada der ideale Gesprächspartner, wenn es um die jüngst angekündigte Zeitenwende in Deutschland und Europa geht. Im Cicero Wissenschaft Podcast spricht er mit dem Althistoriker Michael Sommer und dem Evolutionsbiologen Axel Meyer über eine sich schnell wandelnde Gegenwart.

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Roland Czada lehrt Politikwissenschaft an der Universität Osnabrück. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen die Politik der deutschen Wiedervereinigung, politische Konfliktregelung sowie Staatstheorie und Verwaltungsforschung. Czada ist somit der ideale Gesprächspartner, wenn es um die brennendsten politischen Fragen der Gegenwart geht. Und von denen haben der Althistoriker Michael Sommer und der Evolutionsbiologen Axel Meyer, die seit einigen Monaten als Gastgeber durch den neuen Cicero Podcast Wissenschaft führen, eine ganze Menge. 

Im akademischen Terzett führt das Gespräch durch die Herausforderungen der postdemokratischen Gesellschaft, das deutsche Parteiensystem sowie durch die Unwägbarkeiten des aktuellen Ukrainekriegs. Für Czada, der auch an zahlreichen außereuropäischen Universitäten gelehrt hat, zählt dieser Krieg im Osten Europas zu einem der erwartbarsten Konflikte der letzten Jahrzehnte: „Mir war klar, dass da eine sehr ernsthafte Krise vorliegt. Was mich eher schon wundert, ist der Umstand, dass das Thema so stark polarisiert. Dabei war der Krieg überhaupt nicht überraschend. Dass das eskaliert war seit Jahren voraussehbar“, so Czada.

Weniger voraussehbar sind da schon die Dinge, die der 1952 in Stuttgart geborene Wissenschaftler über die deutsche Parteienlandschaft sowie über die vermeintliche Demokratiemüdigkeit der Deutschen erzählt: Denn die Akzeptanz des politischen Systems ist laut Czada im Moment vergleichsweise hoch: „Das spricht gegen den Befund einer Legitimationskrise. Wir hatten, wenn man demoskopischen Analysen glauben darf, nie mehr Mitte als heute.“ Und doch ändert das nichts daran, dass sich die Demokratie verändert hat: „Wir sprechen in der Politikwissenschaft nicht mehr von Regierungen, wir sprechen von Governance.“ Und zu dieser Governance zählen ebenso Landesregierungen, die Europäische Zentralbank, das Verfassungsgericht oder die Europäische Kommission. Eine Gemengelage mit Unübersichtlichkeiten. Im Cicero Podcast Wissenschaft wird Licht in all die postdemokratischen Machtstrukturen gebracht.

 

Das Gespräch wurde am 29. April 2022 aufgezeichnet.

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